Mittwoch, 12. August 2026

DTM: Interview mit Nicki Thiim

  • Nicki Thiim im Interview: Titelkandidat, Charakterkopf und Nürburgring-Kenner
  • Aston-Martin-Pilot erklärt, warum das Vertrauen ins Auto den Unterschied macht
  • „Für den Traum von der DTM habe ich meinen Namen und Ruf aufs Spiel gesetzt“

Nicki Thiims großer Traum: beim Finale in Hockenheim um den Titel kämpfen
Foto: ADAC-Motorsport

Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) reist als Tabellenzweiter und einer der Titelkandidaten zum Nürburgring. Der Traditionskurs in der Eifel ist für den Werksfahrer von Aston Martin weit mehr als nur die nächste Station im engen Meisterschaftskampf. Vor dem sechsten Saisonstopp (14. bis 16. August) spricht Thiim über seine besondere Verbindung zum Nürburgring, das entscheidende Vertrauen ins Fahrzeug und den Umgang mit Rückschlägen.

Nicki, mit welchem Gefühl reist du an den Nürburgring?

Ich bin vor allem unglaublich glücklich und stolz auf das, was wir bislang als Team erreicht haben. Comtoyou Racing ist ein vergleichsweise kleines Team und bestreitet erst die zweite DTM-Saison. Trotzdem haben wir bisher nahezu fehlerfrei gearbeitet. Dass wir als Tabellenzweiter zum Nürburgring reisen und überhaupt über den Titel sprechen können, ist etwas, wovon wir vor der Saison geträumt haben. Natürlich ist es noch zu früh, um zu viel darüber nachzudenken. Aber klar ist auch: Wenn man Zweiter in der Meisterschaft ist, gehört man zu den Kandidaten.

Was macht den Nürburgring so besonders?

Rund um den Nürburgring wird Motorsport gelebt. Man muss nur in die kleinen Orte in der Eifel fahren. Fast jeder Mensch dort hat irgendeinen Bezug zum Rennsport. Die gesamte Region ist vom Motorsport geprägt und ist genau dafür weltweit bekannt. Dazu fahren fast alle DTM-Piloten dort mehr Runden als auf jeder anderen Strecke, weil viele regelmäßig in der Nürburgring Langstrecken-Serie und beim 24-Stunden-Rennen antreten.

Was zeichnet die Sprintstrecke am Nürburgring aus?

Die kurze Variante ist gerade für die Fans schön, weil sie die Autos sehr häufig sehen. Für uns Fahrer ist der Kurs eine gute Mischung aus engen Kurven und schnellen Passagen. In der Mercedes-Arena ist es besonders knifflig, weil bereits die erste Kurve beeinflusst, wie man durch den gesamten ersten Sektor bis zur fünften Kurve kommt. Danach folgen einige schnelle Passagen und die Schikane, über die man richtig schön drüberballern kann. Das sieht im Fernsehen gut aus und macht auch im Auto viel Spaß. Dazu ist die Schikane schwieriger zu fahren, weil man sie wirklich perfekt treffen muss. Genau das liebe ich an der DTM: Wir fahren häufig andere Streckenvarianten als in vielen weiteren Rennserien.

Wie erklärst du dir deine starke Saison?

Die Antwort ist für mich relativ einfach: Ich sitze endlich in einem Auto, in dem ich mich wie zu Hause fühle. Ich wollte in meiner gesamten Karriere unbedingt DTM fahren und wusste, dass die ersten Jahre intensiv werden würden. SSR Performance und Abt Sportsline haben mir damals die Möglichkeit gegeben, wofür ich sehr dankbar bin. Mir war aber auch klar, dass es als Aston-Martin-Werksfahrer in einem Lamborghini schwierig sein würde, auf Augenhöhe mit jemandem wie Mirko Bortolotti zu fahren. Aber ich bin ein Mensch, der Herausforderungen liebt. Ich habe meinen Namen und meinen Ruf aufs Spiel gesetzt, weil ich mir unbedingt meinen Kindheitstraum von der DTM erfüllen wollte.

Warum ist das Vertrauen ins Fahrzeug so entscheidend?

Als Rennfahrer muss vieles instinktiv passieren. Sobald man im Auto zu viel darüber nachdenkt, was in der nächsten Kurve passieren könnte, wird man automatisch langsamer und hält ein wenig zurück. Den Aston Martin kenne ich in- und auswendig. Genau dieses Vertrauen braucht man in der DTM, weil das Feld unglaublich eng zusammenliegt. Man muss die entscheidenden ein oder zwei Zehntelsekunden herausquetschen. Im Qualifying muss man teilweise über das Limit gehen und genau wissen, wie das Fahrzeug dann reagiert. Ohne dieses Gefühl hat man in der DTM keine Chance.

Was denkst du über Kritiker, die dich vor der Saison eher als Entertainer und weniger als Siegfahrer gesehen haben?

Im Endeffekt ist mir das egal. Wenn man die Meinungen von außen nicht ertragen kann und keinen Umgang damit findet, braucht man gar nicht erst anzufangen. Das ist das Schöne am Sport: Im Profibereich spielt sich sehr viel im Kopf ab. Entscheidend ist, dass man selbst an sich glaubt. Ich habe in den vergangenen Jahren auch außerhalb der DTM einige große Rennen gewonnen, zum Beispiel die 24 Stunden von Spa. Aber natürlich macht mir diese DTM-Saison besonders viel Spaß. Jetzt kann ich zeigen, dass ich zu den Top-Fahrern gehöre.

Du gehörst zu den markantesten Charakteren der DTM. Warst du schon immer so?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der viele Rennfahrer starke Persönlichkeiten waren. Mein Vater gehörte genauso dazu wie Roberto Ravaglia, Johnny Cecotto oder Nicola Larini. Auch die Actionfilme der 1980er- und 1990er-Jahre lebten von prägnanten Charakteren. Wahrscheinlich bin ich eine Mischung aus all diesen Typen. Ich bin glücklich, dass ich bei Aston Martin genauso sein darf, wie ich bin. Gleichzeitig freue ich mich, dass meine Art bei vielen Fans gut ankommt.

Was erwartest du für die Schlussphase im Titelkampf?

Maro Engel hat sich einen kleinen Vorsprung erarbeitet und ist in diesem Jahr unglaublich konstant. Wer nach dem Nürburgring noch vorne dabei ist, wird wahrscheinlich bis zum Schluss um den Titel kämpfen. Ich gehe davon aus, dass beim Finale mindestens drei oder vier Fahrer Chancen auf die Meisterschaft haben werden. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass wir auf dem Nürburgring wieder vorne mitfahren können.

Dein Vater Kurt weiß, wie man einen DTM-Titel gewinnt. Wie verfolgt er die Saison?

Mein Vater freut sich über meine guten Rennen wie kaum ein anderer. Er war zu seiner Zeit ebenfalls ein Publikumsliebling in der DTM, als Typ aber etwas introvertierter. Typisch skandinavisch eben. Wir tauschen uns über viele Dinge aus, auch wenn der Motorsport damals komplett anders war als heute. Ich freue mich sehr, dass er am Nürburgring erstmals in dieser DTM-Saison vor Ort sein wird. Mein großes Ziel ist, beim Finale in Hockenheim um den Titel zu kämpfen und ihn auch dort als Zuschauer dabeizuhaben.


Dienstag, 11. August 2026

ADAC GT4 Germany startet auf dem Nürburgring in die heiße Saisonphase

  • Fahrzeuge von fünf Marken in den Top Sechs der Gesamtwertung
  • Lokalmatador Jan Philipp Springob will nächsten Laufsieg
  • SPORT1 bringt Sonntagsrennen ins Free-TV

Foto: Jens Hawrda

Am kommenden Wochenende (14. bis 16. August) geht die ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring in die zweite Saisonhälfte. Gefahren wird auf der bei den Piloten stets beliebten flüssigen Sprintstrecke mit Kurzanbindung. Bei noch drei ausstehenden Events werden in der Eifel erste Weichen in Richtung Titelentscheidung gestellt. Für den Nürburgring ergibt sich zudem eine ganz spezielle Konstellation, denn Fahrzeuge von fünf unterschiedlichen Marken liegen aussichtsreich in der Gesamtwertung. All das verspricht Hochspannung pur. Wie üblich startet die Serie im Rahmenprogramm der DTM, was volle Zuschauerränge garantiert. Tickets für den Nürburgring gibt es ab 49 Euro unter dtm.com. SPORT1 überträgt das Sonntagsrennen von 15:00 bis 16:30 Uhr live im Free-TV und das Samstagsrennen ab 15:05 Uhr im Livestream auf SPORT1.de. Auch ServusTV On zeigt die Rennen im Stream. Auf Joyn und dem ADAC Motorsport-Kanal youtube.com/adacmotorsports werden zusätzlich die Qualifyings am Samstag ab 9:00 Uhr live übertragen.

Als Tabellenführer reisen Gabriele Piana (39/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) in die Eifel. Die BMW M4 GT4-Piloten haben 101 Punkte gesammelt. Doch ihr Vorsprung ist klein. Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) liegen im Porsche 718 Cayman GT4 lediglich einen Zähler zurück. Zehn Punkte Rückstand auf die Spitze haben Jan Philipp Springob (25/Olpe) und Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, beide COSY Racing by ESM), die im Aston Martin Vantage AMR GT4 zuletzt in Oschersleben ihren zweiten Saisonsieg feiern konnten. „Der Nürburgring ist mein Heimspiel und somit immer etwas ganz Besonderes. Ich erwarte am Wochenende über einhundert Gäste. Somit möchte ich natürlich gute Ergebnisse liefern“, blickt Springob voraus. „Das große Ziel in diesem Jahr ist der Titel, insofern möchten wir in beiden Rennen um die Siege kämpfen. Das Layout des Nürburgrings sollte unserem Aston Martin entgegenkommen. Im Idealfall holen wir am Nürburgring und danach am Sachsenring so viele Punkte, dass wir mit einem Vorsprung zum Finale nach Hockenheim fahren.“

Ebenfalls noch aussichtsreich im Titelrennen befinden sich Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport), die in einem weiteren Porsche 17 Punkte Rückstand aufweisen. „Ich freue mich sehr auf den Nürburgring, der neben Hockenheim meine Heimstrecke ist. Dort war ich schon als Kind regelmäßig, um meinen Vater anzufeuern. Letztes Jahr hatte ich schließlich die Ehre, selbst auf dem Nürburgring Rennen fahren zu dürfen. Insbesondere die AMG-Arena und die Schikane auf der Gegengeraden mag ich“, erklärt Schreyer. „Nach einem schwierigen Wochenende in Oschersleben wollen wir nun wieder um die Siege mitfahren. Wir sind guter Dinge, das erreichen zu können.“

Einen weiteren Zähler zurück liegen Lucas Cartelle (18/BEL) und Hudson Schwartz (17/USA, beide CRT). Die beiden Youngster konnten im Toyota GR Supra GT4 das Sonntagsrennen in Oschersleben für sich entscheiden und treten somit hochmotiviert in der Eifel an. Für den Toyota stellt der Nürburgring zudem die Heimstrecke dar. Das Fahrzeug wurde in der europäischen Zentrale von Toyota Racing in Köln-Marsdorf entwickelt. Auf dem Nürburgring feierte das Modell im Jahre 2022 seinen Debütsieg in der ADAC GT4 Germany.

Nur wenige Kilometer entfernt vom Nürburgring hat Prosport Racing seinen Teamsitz. Der Rennstall aus Wiesemscheid setzt in der ADAC GT4 Germany einen Mercedes-AMG GT4 ein, der von Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim) pilotiert wird. Das Duo ist auf Tabellenrang sechs ebenfalls noch vielversprechend im Titelrennen platziert. Mit BMW, Porsche, Aston Martin, Toyota und Mercedes-AMG befinden sich somit Fahrzeuge von fünf unterschiedlichen Herstellern in den Top Sechs der Gesamtwertung. Somit können sich die Zuschauer auf ein buntes und abwechslungsreiches Rennwochenende einstellen. Zudem setzt Razoon - more than Racing noch ein drittes Fahrzeug ein. Dabei handelt es sich um einen Porsche, der von Rückkehrer Damon Surzyshyn (49/CAN) und Jack James (20/GBR) pilotiert wird. Den Platz von James an der Seite von Hamish Forrest (17/GBR) übernimmt Neueinsteiger Gregor Schneider (48/GER).


Euro Moto Superbike: Update zu Twan Smits und dem R1-Motorschaden

Twan Smits, Yamaha #85
Foto: Jens Hawrda

Beim ersten Superbike-Rennen der EURO MOTO in Oschersleben löste der Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits mehrere schwere Stürze aus. Wie durch ein Wunder konnten alle Beteiligten das Kiesbett selbstständig verlassen. Twan Smits verletzte sich an der rechten Hand.

Bis zum zweiten Rennen wurden die Motorräder neu aufgebaut. Theoretisch wäre auch Smits wieder einsatzbereit gewesen, doch der Niederländer fehlte am Grid. „Nach weiteren Untersuchungen mit Spezialisten haben wir schließlich Entscheidung getroffen, ihn vom zweiten Rennen zurückzuziehen“, erklärt Apreco-Yamaha-Teamchefin Corine Brandhorst.

Wie geht es jetzt weiter mit dem einzigen Yamaha-Fahrer in der EURO MOTO Superbike? „In den vergangenen Tagen wurden Röntgen- und MRT-Untersuchungen durchgeführt. Dabei wurden Verletzungen im sogenannten Tri-Scaphoid-Bereich der rechten Hand festgestellt“, gibt Brandhorst bekannt. „Twan wird die beiden Rennwochenenden in Assen und auf dem Nürburgring mit einer speziellen Schiene und unter Betreuung eines medizinischen Spezialisten bestreiten, der die Situation direkt an der Rennstrecke überwachen wird. Wir müssen abwarten, ob er am Sonntag jeweils die komplette Renndistanz absolvieren kann, sind aber zuversichtlich, dass Top-6-Ergebnisse möglich sein werden.“

Twan Smits macht sich nicht nur Gedanken um seine Hand, sondern auch die Konkurrenten. „Es tut mir leid für alle Fahrer, die in den Unfall verwickelt waren, besonders für Florian Alt und Markus Reiterberger. Wir hatten einen großartigen Kampf, der richtig Spaß gemacht hat, und ich hoffe, dass wir dieses Duell eines Tages noch einmal austragen können.“

Der 22-Jährige kündigt an: „Jetzt liegt mein Fokus auf meiner Genesung und darauf, in den kommenden beiden Rennwochenenden wichtige Meisterschaftspunkte zu sammeln, bevor ich in Hockenheim wieder vollständig fit sein möchte. Deshalb werde ich auch nicht beim 24-Stunden-Rennen der FIM Endurance World Championship, dem Bol d’Or, an den Start gehen. Ich konzentriere mich vollständig auf meine Regeneration für EURO MOTO.“

Wie es in Oschersleben zum Motorschaden kam, dazu gibt Marketing-Manager Wim Vermeulen ein Statement ab: „Die in der Superbike-Klasse eingesetzten R1-Motoren werden auf Wunsch von Yamaha durch Ten Kate geliefert und betreut. Der zweite Motor wurde beim dritten Rennwochenende in Most eingebaut und war ein komplett neuer Motor der neuesten technischen Spezifikation. Die bisherigen Analysen zeigen, dass unmittelbar nach einem Gangwechsel von Twan eine Pleuelstange versagt hat. Dies führte zunächst zu einem kurzen Leistungsverlust und anschließend zum vollständigen Motorausfall. Alle aufgezeichneten Parameter lagen innerhalb der vorgesehenen Betriebsgrenzen. Sowohl der Öldruck befand sich jederzeit im freigegebenen Bereich, als auch der Motor wurde während des gesamten Rennwochenendes nicht überdreht. In den kommenden Tagen werden weitere Untersuchungen durchgeführt.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

DTM-Titeljagd am Nürburgring: Engel unter Druck der Verfolger

  • Spitzenreiter Maro Engel reist mit 21 Punkten Vorsprung in die Eifel
  • DTM-Comeback von Christian Engelhart im Lamborghini
  • Volles Programm: Kart-Grand Prix, eSports-Finale, Truck-Go-and-Stop

Maro Engel kommt als Tabellenführer zum Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Die DTM steuert auf die Zielgerade zu: Beim sechsten von acht Tourstopps geht der Meisterschaftskampf auf dem Nürburgring (14. bis 16. August) in die heiße Phase. Spitzenreiter Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) reist mit einem Vorsprung von 21 Punkten in die Eifel. Ein beruhigendes Polster ist das allerdings nicht, denn die Tabellenführung wechselte in der laufenden Saison bereits achtmal. Mit Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) und dem wiedererstarkten Thomas Preining (A/Manthey) lauern drei weitere Titelkandidaten in Schlagdistanz. Wie ausgeglichen der Kampf um die Krone ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Unter den ersten acht sind sieben verschiedene Hersteller vertreten – beste Voraussetzungen für ein spannendes Wochenende am Nürburgring.

Tickets gibt es ab 49 Euro auf dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. ProSieben zeigt die Rennen live im Free-TV. Sendebeginn ist am Samstag und Sonntag jeweils um 13 Uhr. Im kostenlosen Livestream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn, ran.de, ServusTV On und auf dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen. Am Sonntag wird zudem erstmals ein DTM-Rennen mit einer Live-Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Fans angeboten. Die Übertragung ist über tohr-blindenreportage.de abrufbar.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 11 und 12 von 16

  • Streckenlänge: 3.629 Meter
  • Layout: Elf Kurven (sieben Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2025, Rennen 1: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3)
  • Sieger 2025, Rennen 2: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 Evo)
  • Engel im Höhenflug – Verfolger unter Zugzwang

Engel fährt in diesem Jahr auf der Überholspur und gehört in der DTM seit dem ersten Lauf zur Spitzengruppe. Der Routinier überzeugt mit beeindruckender Konstanz: Im Schnitt sammelte der Mercedes-AMG-Pilot bisher 29 Punkte pro Rennwochenende. In der Eifel jubelte Engel dieses Jahr zudem über den Sieg beim ADAC Ravenol 24h Nürburgring und geht mit guten Erinnerungen in den sechsten DTM-Stopp. „Es ist kein Geheimnis, dass der Nürburgring eine meiner Lieblingsstrecken ist. Ich habe dort tolle Erfolge gefeiert. Die vielen Fans machen jedes Rennen zu einem Spektakel. Die Tabellenführung ist eine Momentaufnahme. Wir denken von Rennen zu Rennen und wollen uns stetig verbessern. Denn die Konkurrenz schläft nicht“, sagt Engel.

Für den Gesamtzweiten Thiim lief es am Rennwochenende in Oschersleben nicht nach Wunsch. Der Däne verlor die Tabellenführung, will am „Ring“ mit seinem Aston Martin Vantage GT3 aber wieder um den Sieg kämpfen. Thiim: „Dass wir als Tabellenzweiter zum Nürburgring reisen und überhaupt über den Titel sprechen können, ist etwas, wovon wir vor der Saison geträumt haben. Für uns Fahrer ist die Sprintstrecke eine gute Mischung aus engen Kurven und schnellen Passagen. Genau das liebe ich an der DTM: Wir fahren häufig Streckenvarianten, die man aus anderen Rennserien so nicht kennt.“

Auer wartet nach einem starken Start mit drei Podestplätzen aus den ersten drei Läufen auf ein weiteres Erfolgserlebnis. Der Österreicher braucht in der Eifel wieder ein Top-Ergebnis, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren. Mit Rückenwind reist dagegen Mirko Bortolotti an den Nürburgring (TGI Team by GRT). Der Italiener schrieb in der DTM Geschichte, als er in Oschersleben den weltweit ersten Rennsieg des Lamborghini Temerario GT3 feierte. „Wenn wir eine Siegchance bekommen, nutzen wir sie“, kündigt Bortolotti an. „Auf dem Nürburgring habe ich 2023 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Mit dem Temerario stecken wir noch voll in der Entwicklung. Für uns wird es darum gehen, in den Trainings die richtige Abstimmung fürs Fahrzeug zu finden. Wichtig ist für mich, in eine Position zu kommen, in der ich um ein gutes Ergebnis kämpfen kann.“ Das TGI Team by GRT geht am Nürburgring mit einem neuen Fahrer ins Rennen: DTM-Rennsieger Christian Engelhart (Starnberg) feiert sein Comeback und ersetzt im Lamborghini-Team den verletzten Maximilian Paul.

Heimspiel für zwei Eifel-Teams

Manthey und HRT Ford Performance sind am Nürburgring zu Hause. Von den Firmensitzen beider Rennställe bis zur Traditionsstrecke sind es nur wenige Minuten. Auch für Ford-Fahrer Arjun Maini (IND) ist das Eifelrennen ein Heimspiel. Der Inder lebt im nur eine gute Autostunde entfernten Troisdorf. Porsche-Pilot Preining will im „Grello“ von Manthey nach der Galavorstellung in Oschersleben den nächsten starken Auftritt folgen lassen. Noch wartet der 28-Jährige allerdings auf seinen ersten DTM-Sieg auf dem Nürburgring. „Wir gehen hochmotiviert in unser Heimspiel und wollen vor unseren Fans an die Leistung des letzten Rennwochenendes anknüpfen. Mercedes ist diese Saison stark unterwegs. Aber das sind wir auch und es wird langsam Zeit, den ersten DTM-Sieg für Porsche am Nürburgring zu holen“, erklärt Preining.

Rennaction und Nostalgie am Nürburgring

Zusätzliche Rennaction versprechen auf dem Eifelkurs drei weitere Rennserien: Die ADAC GT4 Germany, der BMW M2 Cup und der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland sorgen für packenden Motorsport. Wer es nostalgisch mag, kommt bei den Showfahrten mit legendären Fahrzeugen aus vier DTM-Jahrzehnten auf seine Kosten. Auch abseits der Rennen wartet am Nürburgring ein volles Programm. Am Freitag ab 18.30 Uhr findet auf der Ring-Kartbahn der DTM Kart Grand Prix statt, unter anderem mit Ben Dörr, Tom Kalender und David Schumacher. Am Samstag ab 15 Uhr wird im RaceRoom SimRaceCafé im Ring-Boulevard das Finale der DTM eSports Championship ausgetragen, am Abend wartet dann der Wettbewerb „DTM-Trucks Go and Stop“ auf der Start-Ziel-Geraden.

Ikonen auf der Strecke, Legende am Steuer: Mustang und Kurt Thiim bei der DTM Classic am Nürburgring

  • DTM Champion Kurt Thiim zurück im Mercedes 190E Evo II
  • Original Ford Mustang von Gerd Ruch
  • Insgesamt fünf Showfahrten im Rahmenprogramm der DTM

Die DTM-Classic begeistert auch am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Kaum eine Strecke ist so eng mit der Geschichte der DTM verbunden wie der Nürburgring, seit 1984 war die Serie in ausnahmslos jeder Saison zu Gast. Passend also, dass am DTM-Rennwochenende vom 13. bis 15. August auch eine Auswahl legendärer DTM-Klassiker, wie Audi V8, Mercedes 190E Evo II und BMW M3 E30 auf der Grand-Prix-Strecke ihre Runden drehen und die Anfänge der Serie erlebbar machen. Insgesamt fünf Mal lassen die Boliden der 80er und 90er Jahre die Eifel beben.

Auch am Steuer erwartet die Besucher eine Legende: DTM-Champion Kurt Thiim pilotiert einen Mercedes 190E EVO II. Zwei Mal konnte der Däne während seiner aktiven Zeit am Ring einen Sieg nach Hause fahren. 1986 krönte er seine Saison zusätzlich mit dem Gesamtsieg, damals auf einem Rover Vitesse. Vom Titel träumt auch Sohn Nicki, der in diesem Jahr im Aston Martin in der DTM mehrfach überzeugen konnte, bereits an der Tabellenspitze stand und mit Sicherheit auf die Unterstützung seines Vaters vor Ort zählt.

Schon seit letztem Jahr hat die DTM einen neuen Publikumsliebling: den Ford Mustang GT3. Mit Arjun Maini und Finn Wiebelhaus im Cockpit stand das Muscle Car in dieser Saison bereits mehrfach auf dem Podium. Der neue GT3-Renner von Ford ist jedoch nicht das erste Pony, das die DTM aufmischt. Bereits Ende der 80er und Anfang der 90er Jahren ging der Berliner Einzelkämpfer Gerd Ruch mit einem Mustang der dritten Generation, auch Foxbody genannt, an den Start und eroberte die Herzen der Zuschauer. Nach über 30 Jahren kehrt das Rennpferd aus Michigan an den Nürburgring zurück und liefert den Fans ein einmaliges V8-Sounderlebnis.

Für Ford-Fans nicht genug: Drei Ford Sierra Cosworth RS500, Meisterauto im Jahr 1988, lassen sich live und in Action bestaunen. Darüber hinaus ergänzt eine Rarität aus Japan die Auswahl an DTM-Klassikern: eine echte Toyota Supra Mk3 DTM von 1987. Schon 1989 war der Wagen, damals mit Philipp Müller als Fahrer, auf dem Nürburgring im Einsatz. Bis heute ist er im originalen Look und mit historischer Startnummer unterwegs.

Wer sich den von den DTM-Klassikern gebotenen Hochgenuss für die Augen und Ohren nicht entgehen lassen möchte, der sollte am Freitag von 13:20 bis 13:40 und 18:05 bis 18:25, am Samstag von 12:05 bis 12:25 und 17:20 bis 17:35 und am Sonntag von 09:40 bis 09:55 an die Strecke kommen. Für alle die es nicht in die Eifel schaffen: Auch im Fan TV bei Joyn werden die Motorsport-Ikonen zu sehen sein.