Samstag, 30. Mai 2026

Superbike: Hannes Soomer „Ich bin dann mal weg“

Hannes Soomer fehlt in Brno
Foto: Jens Hawrda

Einer fehlt in der EURO MOTO Superbike in Brünn: Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Der Este ist nach zwei Rennen Gesamt-Vierter in der Meisterschaft. Trotzdem lässt er die derzeit in Tschechien stattfindende zweite Veranstaltung sausen. Stattdessen ersetzt er in der FIM Superbike Worldchampionship den verletzten BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci, der nach einem Highsider ausfällt.

In der Superbike-WM wird bereits die sechste Saison-Runde ausgetragen. Schauplatz ist das MotorLand Aragón in Spanien. BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci hatte sich zuletzt bei seinem Sturz im tschechischen Most einen Steißbeinbruch zugezogen. Seine Genesung steht für das Team im Vordergrund.

Für Soomer hat der Vertretungseinsatz Konsequenzen. Sein Fehlen in Brünn wird ihn in der EURO MOTO Superbike-Wertung schwer zurückwerfen. Dass er ansonsten Titelchancen gehabt hätte, bezweifelt der 28-Jährige allerdings. In der EURO MOTO sei es derzeit extrem schwer, ein Rennen zu gewinnen. Aber in Most vom 26. bis 28. Juni ist er wieder dabei. Sein Einsatz bei der Superbike-WM im MotorLand Aragón war schon fast nach einem zuvor absolvierten Test in Misano in trockenen Tüchern gewesen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek 


Superbike: Was ist das Geheimnis von Twan Smits auf Yamaha?

Twan Smits, Yamaha #95
Foto: Jens Hawrda

Den letzten Fahrertitel in der Superbike-Klasse für Yamaha holte der ehemalige MotoGP-Pilot Jonas Folger in der Saison 2020 auf einer YZF-R1. Seitdem hat die Marke nur spärlichen Podiumskontakt. Twan Smits ist in der EURO MOTO Superbike aktuell dabei, die Lage zu ändern. Zwei absolvierte Rennen, ein Podiumsplatz. Der Niederländer bringt frisches Leben in die Historie – und das liegt nicht nur an den Concession Parts.

Concession Parts sind genau definierte Teile, die ein Hersteller bringen darf, wenn er in der Meisterschaft zu weit zurückliegt, weil die Konstruktion des Serienmotorrads nicht für Spitzenresultate reicht. Yamaha hat für 2026 fünf Optionen und nimmt alle in Anspruch. Das betrifft die Bremse, das Motortuning, die im Vergleich zum Vorjahr anders konstruierte Schwingenlänge, die Gabelbrücke und den größeren Tank. Statt des 17-Liter-Serientanks wird ein 22-Liter-Tank verwendet. Die Auswahl ist vom Feinsten und hat WM-Reife.

Wim Vermeulen sieht darin jedoch nicht das größte Geheimnis, das hinter den deutlich verbesserten Ergebnissen steckt. Der Marketing Manager von Yamaha Motor Europe verweist vielmehr explizit auf Twan Smits, den 22-jährigen Fahrer vom Team Apreco, der nicht zuletzt aus Kostengründen die einzige Yamaha im ganzen EURO MOTO-Superbikefeld an den Start bringt. „Sein Anteil an der Entwicklung liegt bei 80 Prozent“, rechnet Vermeulen. „Twan hat seinen Fahrstil umgestellt. Vor einem Jahr war er noch wie ein Supersportler unterwegs. Jetzt fährt er wirklich wie ein Superbiker. Was dazu kommt, ist, dass er hervorragend mit den Pirelli-Reifen arbeiten kann.“

Smits Steigerung hat so eingeschlagen, dass er nach dem Ende der EURO MOTO-Saison noch die Superbike-WM-Rennen in Estoril und Jerez bestreiten wird. Vermeulen: „Falls sich einer unserer WM-Top-Fahrer bis dahin verletzen sollte, wird er schon vorher als Ersatzfahrer eingesetzt.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Superbike: Florian Alt und die Honda glänzen in der Sonne

Florian Alt
Foto: Jens Hawrda

Florian Alt ist zurück. Nach dem durchwachsenen Saisonauftakt auf dem Sachsenring befindet sich der Honda-Fahrer beim zweiten Saison-Event in Brünn in Topform: Bestzeit im Superpole Pre Practice.

„Die Honda fühlt sich besser an als auf dem Sachsenring. Hier in Brünn haben wir mehr Stop-and-Go-Phasen. Der Kurs kommt dem Motorradaufbau entgegen. Bremsen und Beschleunigen – das mag die Honda und das mag ich“, wirkt Alt (Holzhauer Racing Promotion) nach dem ersten Kräftemessen des Wochenendes erleichtert. Mit zarten 29 Hundertstelsekunden Vorsprung ist er auf der CBR 1000 RR-R im Superpole Pre Practice der Schnellste gewesen. Der Abstand zum folgenden Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) beträgt zwar nur einen Hauch, doch der ist entscheidend. „Ob es am Wochenende fürs Podium reicht, kann ich nicht sagen“, stapelt Alt auf dem Autodrom Brünn lieber tief. Fakt ist, dass dem Honda-Team der sommerliche Temperaturanflug zugute kommt. Im Moment werden für den Rennsonntag um die 26 Grad Celsius vorausgesagt. „Jedes Grad nach oben hilft uns weiter. Wir werden dadurch zwar nicht schneller“, begründet Alt, „aber die Honda mag es heiß und die anderen werden langsamer.“

EURO MOTO-Superbiker Markus Reiterberger hatte sich nach seinem morgendlichen Höhenflug persönlich mehr erhofft, „denn wir haben innerhalb eines Tages in Sachen Fahrwerk und Geometrie an der BMW einen riesigen Schritt nach vorn gemacht. Dass ich heute früh 1:57,147 min gefahren bin, hat mich selbst überrascht. Am Nachmittag hatte ich wenig Grip, da war es draußen zu heiß. Wenn ich mir was wünschen könnte für das Wochenende, wäre es ein Feeling wie heute früh und weniger Probleme, wenn es warm wird. Denn dann wird es beim Beschleunigen schwer.“ Reiterberger war auch nicht besonders amüsiert, dass die Konkurrenz reihenweise seinen Windschatten für die erreichten Zeiten genutzt hatte. Damit war er jedoch nicht alleine.

Den Kracher schlechthin lieferte Leon Orgis (ORM Racing). Diesmal war es der jüngere der Orgis-Brüder, der das volle Risiko einging. Zunächst schien es unrealistisch, die private BMW unter die Top 6 zu bringen. Denn heute qualifizierten sich im Superpole Pre Practice in haargenau 30 Minuten die schnellsten sechs Fahrer direkt für die Superpole 2, in der morgen die vordersten Startpositionen ausgefahren werden. Dazu kommen die drei schnellsten Fahrer aus dem verbliebenen Feld. Sie werden in der Superpole 1 ermittelt. Leon Orgis fuhr in der heutigen Session allerdings direkt in die Superpole 2. Drittschnellste Zeit. Der Sachse schrie seine Freude unter dem Helm heraus in die Box. Vater René flog auf Wolke Sieben. Vor drei Wochen hatte Sohn Kevin knapp das erste Podium verpasst. Heute war Leon auf der Überholspur.

Dass Orgis in die Top 6 raste, sorgte für Krisenstimmung bei Ducati. Denn dadurch rutschte Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) aus der Spitzengruppe und muss morgen in der Superpole 1 unter die ersten Drei kommen, um die Chance auf einen Startplatz in der ersten Reihe zu wahren. Teamkollege Lorenzo Zanetti schaffte sofort den Sprung in die Superpole 2. Marcel Schrötter (GERT56) und Twan Smits (Team Apreco) können sich auch vorerst zurücklehnen. Das heißt auch: Alle in der EURO MOTO Superbike vertretenen Motorrad-Marken haben mindestens einen Fahrer in den Top 6. Wie es weitergeht entscheidet sich morgen ab 12:50 Uhr. Es wird auf jeden Fall spannend.

Superpole Pre Practice (Top-Ten)

1. Florian ALT (Honda/DEU)

2. Markus REITERBERGER (BMW/DEU)

3. Leon ORGIS (BMW/DEU),

4. Twan SMITS (Yamaha/NLD),

5. Marcel SCHRÖTTER (BMW/DEU),

6. Lorenzo ZANETTI (Ducati/ITA)

7. Lukas TULOVIC (Ducati/DEU)

8. Jan MOHR (BMW/AUT)

9. Patrick HOBELSBERGER (Honda/DEU)

10. Soma GÖRBE (BMW/HUN)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Siebdrath hält Freudenberg-Team auf Trab

Schnell ist er ohne Zweifel. Das hat Mika Siebdrath (Freudenberg Rora-PaligoRacing) bereits beim Saisonauftakt der EURO MOTO auf dem Sachsenring bewiesen. Der 17-Jährige mischte bei seinem Debüt in der Sportbike-Klasse auf Anhieb vorne mit und etablierte sich direkt in der Spitzengruppe. Auch in Brünn gehört der Sachse wieder zu den schnellsten Fahrern. Allerdings hielt er sein Team heute und am Donnerstag ziemlich auf Trab.

Schon beim offiziellen Testtag am Donnerstag sorgte der Freudenberg-Pilot für zusätzliche Arbeit in der Box. Nach einem Sturz wurde seine Maschine stark beschädigt, so dass das Team auf das Ersatzmotorrad wechseln musste. Doch damit nicht genug: Auch am Freitag landete Siebdrath erneut im Kiesbett. Diesmal blieb es bei einem harmlosen Vorderradrutscher, größere Schäden entstanden nicht.

Zusätzlich kassierte der Wildenfelsener noch eine Strafe der Rennleitung. Wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse wird er im ersten Rennen um drei Startplätze zurückversetzt. Beeindrucken lässt sich der junge Sachse davon allerdings nicht. „Das nehnme ich alles auf meine Kappe, das steht außer Frage. Aber ich weiß auch, wie ich damit umgehen muss. Beim Start bin ich normalerweise stark und die Strecke liegt mir richtig gut. Sie ist schön flüssig und macht einfach Spaß. Deshalb bin ich überzeugt, dass ich trotzdem direkt vorne mitfahren kann“, sagt Mika Siebdrath. Tatsächlich fühlt sich der Freudenberg-Pilot auf dem traditionsreichen Automotodrom Brno sichtlich wohl. Das zeigt nach den ersten beiden Freien Trainings am Freitag auch das Ergebnis: Platz fünf.

Trotz der Stürze und der Strafversetzung blickt er optimistisch auf das Qualifying am Samstag. Sein Ziel ist klar: ein Platz in der ersten Startreihe. „Ich bin zuversichtlich, dass ich das morgen hinbekomme“, erklärt der Sachse. Gleichzeitig weiß Siebdrath aber auch, woran er arbeiten muss. Das Tempo stimmt, nur den Eifer muss er etwas zügeln. „Ich darf nur nicht wieder übertreiben wie heute“, sagt er und lacht verschmitzt.

Das Potenzial für eine Spitzenplatzierung ist zweifelsfrei vorhanden. Wenn der Freudenberg-Pilot seine Geschwindigkeit mit etwas mehr Gelassenheit kombiniert, könnten seine turbulenten Trainingstage in Brünn noch zu einem gelungenen Wochenendresultat führen. 

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Freitag, 29. Mai 2026

Sportbike: WM-Start für Svendsen, ERC-Team fehlt in Brünn

Oliver Svendsen vor dem ersten Start im neuen ERC Team beim Saisonauftakt
der EURO MOTO auf dem Sachsenring. An diesem Wochenende tritt er in der WM an.
Foto: Dino Eisele

Während sich die Fahrer der EURO MOTO an diesem Wochenende auf dem Automotodrom Brno dem nächsten Kräftemessen der Saison stellen, wird ein bekanntes Gesicht im Sportbike-Feld fehlen. Oliver Svendsen, IDM-Meister von 2024 und Vizemeister von 2025, tritt zeitgleich bei der FIM Sportbike World Championship im spanischen Aragon an.

Für den Dänen eröffnet sich damit eine Chance, auf die er seit Jahren hinarbeitet und hofft. Nach mehreren erfolgreichen Saisons in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft möchte der 22-Jährige den nächsten Schritt in Richtung Weltmeisterschaft gehen. In Aragon wird Svendsen als Ersatzfahrer für das Werksteam Kove Moto auf einer Kove 450RR an den Start gehen. „Das ist genau der nächste Schritt, den ich machen will und der mein Ziel ist. Ich freue mich sehr über diese Chance und das Wochenende und werde mein Bestes geben, das Team bei ihren Zielen zu unterstützen“, sagt Svendsen. Möglich wird der Einsatz durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Lokalmatador Beñat Fernández und dem Deutschen Phillip Tonn. Gemeinsam mit Daniel Mogeda verstärkt Svendsen deshalb das Aufgebot von Kove Moto beim dritten Saisonlauf der Weltmeisterschaft. Wie lange die beiden Stammfahrer ausfallen und ob der Däne in Zukunft weitere Einsätze für das Team absolvieren wird, ist offen.

Team ERC fehlt nach Saisonauftakt

Zum Saisonauftakt der EURO MOTO auf dem Sachsenring war Svendsen erstmals für sein neues Team ERC angetreten. Gemeinsam mit Teamchef Lothar Kraus, der bereits im Vorjahr als sein Crew Chief tätig war, wechselte er auf eine Kawasaki ZX-6R 636. Mit den Plätzen fünf und sieben sammelte der Däne dabei solide Punkte für die Meisterschaft.

Auf die Fans der EURO MOTO müssen Svendsen und sein Team allerdings noch etwas warten. ERC hat seine Teilnahme sowohl für Brünn als auch für Most zurückgezogen. Damit werden neben Svendsen auch seine Teamkollegen Sasha de Vits und Jules Bercot an den beiden kommenden Veranstaltungen nicht teilnehmen. Die Rückkehr des Teams wird frühestens beim nächsten deutschen Lauf der EURO MOTO in Oschersleben erwartet.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann