![]() |
| Lukas Tulovic holt am Sachsenring einen Doppelsieg Foto: Jens Hawrda |
Rundenrekord, Pole Position, Doppelsieg, Meisterschaftsführung. All das hat Lukas Tulovic beim EURO MOTO-Auftakt auf dem Sachsenring geschafft. Mehr geht nicht. Die Konkurrenz hatte es geahnt und gefürchtet. Nicht weniger spektakulär jedoch war die Vorstellung von Underdog Kevin Orgis, der sich im zweiten Superbike-Lauf mit keinem Geringeren als dem vierfachen Champion Markus Reiterberger anlegte.
![]() |
| Twan Smits, Yamaha R1 #85 Foto: Jens Hawrda |
Normalerweise gibt Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) mit der Ducati Gas und fährt auf und davon. Aber auch im zweiten Superbike-Rennen erwischte der 25-jährige Titelverteidiger nicht den besten Start. Twan Smits (Team Apreco Yamaha) gelang er dagegen erneut hervorragend, nur dass Tulo seine Pole Position diesmal auch durch die erste Kurve rettete und dem Niederländer jegliche Überholaktionen von Beginn an verwehrte.
![]() |
| Hannes Soomer, BMW M 1000 RR #38 Foto: Jens Hawrda |
Hannes Soomer und Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) folgten dahinter im Doppelpack. Kevin Orgis (ORM Racing Team) machte Druck auf Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes). Orgis war die Attraktion schlechthin. Den 26-jährigen Arnsdorfer hatte überhaupt niemand auf dem Zettel und es war eine Sternstunde für den Sachsen, als er gegen Ende des Rennes sogar Dritter war und Koryphäen wie die ehemaligen WM-Fahrer Schrötter und Reiterberger bezwungen hatte – wenn auch kurzfristig. Aber es war wie bei David gegen Goliath: Orgis zeigte beim Heimrennen keine Angst vor großen Namen und lieferte mit einem lupenreinen Überholmanöver von Markus Reiterberger den Beweis, dass auch ein privates Familienteam zeitweilig mit den Werksmannschaften mithalten kann, wenn alles passt.
Lukas Tulovic fuhr sieben Sekunden weiter vorne einem Doppelsieg auf der brandneuen Ducati Panigale V4R entgegen, lutschte vor der Siegerehrung doppeldeutig ein Nimm 2-Bonbon mit Ducati-Aufschrift auf der Tüte, lachte im Kreis und schmetterte: „Das habe ich alles meinem Team zu verdanken“, in die Runde. Superbike-Rookie Schrötter schätzte mit seiner jahrelangen MotoGP- und Supersport-WM-Erfahrung ein, dass Tulo aus eigener Kraft wohl nicht zu bezwingen ist.
Als Zweiter ließ sich der einzige Yamaha-Fahrer im ganzen Feld nach 18 Runden über 3,671 km feiern: Twan Smits. Der Niederländer verlor nicht viele Worte und stammelte nur: „Das ist unglaublich.“ Fakt ist: Der bisherige Underdog und Supersport-Vizemeister von 2023 hat seine Duftmarke jetzt auch in der Superbike-Klasse hinterlassen. Hannes Soomer kam nach mehreren Positionswechseln als Dritter ins Ziel und auch Marcel Schrötter ließ sich nicht auf Dauer von Kevin Orgis abspeisen. Dieser jedoch hielt Altmeister Reiterberger bis zum Schluss in Schach.
Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) verlor schon in der ersten Runde Plätze. Das Honda-Team hatte das Set-up der Fireblade komplett umgeworfen. Im Vergleich zum ersten Lauf machte Alt eine Position gut und wurde diesmal Siebter. Der 30-Jährige befand sich lange in illustrer Gesellschaft. Mit Jan-Ole Jähnig, Leon Orgis, Soma Görbe und Jan Mohr hing er wie am Schnürchen zusammen, um am Ende doch wieder auseinanderzubrechen.
Nicht am Start war Patrick „Pax“ Hobelsberger. Er ist seit einer Woche körperlich angeschlagen, wollte das Wochenende aber trotzdem durchziehen. Nichts ging. Am Sonntag mittag reiste er vorzeitig ab.
EURO MOTO Superbike, 2. Lauf (Top-Ten)
1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)
2. Twan SMITS (NLD/Yamaha)
3. Hannes SOOMER (EST/BMW)
4. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)
5. Kevin ORGIS (DEU/BMW)
6. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
7. Florian ALT (DEU/Honda)
8. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)
9. Leon ORGIS (DEU/BMW)
10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)
Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


