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| Podium der Sportbikeklasse am Samstag Foto: Jens Hawrda |
Die „jungen Wilden“ der EURO MOTO Sportbike-Klasse hielten bereits im ersten Saisonrennen genau das, was sie im Qualifying versprochen hatten. Harte Zweikämpfe, ständige Positionswechsel und eine Entscheidung erst nach Rennende sorgten auf dem Sachsenring für jede Menge Spannung. Zwar überquerte Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) als Erster die Ziellinie, den Sieg erbte am Ende jedoch ein anderer.
Strafe sorgt nach Rennende für Wendung
Rosenthaler gehörte von Beginn an zur Spitzengruppe und lieferte sich über das gesamte Rennen intensive Duelle mit Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), sowie Stepan Zuda und Ruben Bijman (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Besonders in Runde zehn wurde es eng: In der letzten Kurve vor Start-Ziel kam es zwischen Rosenthaler und Zuda zu einem harten Zweikampf, bei dem Zuda weit über die Kerbs gedrängt wurde und kurz die Kontrolle über sein Motorrad verlor. Der Pole fing seine Triumph allerdings noch rechtzeitig ab und mischte weiter im Kampf um den Sieg.
Auf der Strecke setzte sich schließlich Rosenthaler durch und sah zunächst als Sieger die Zielflagge. Nach dem Rennen folgte jedoch die Wendung: Die Rennleitung verhängte gegen den Österreicher eine Ersatzstrafe für eine Long-Lap-Penalty, die aufrgund des späten Rennverlaufs nicht mehr hätte absolviert werden können. Stattdessen erhielt Rosenthaler eine Drei-Sekunden-Strafe, wodurch er nachträglich auf Rang vier zurückfiel. Damit erbte Stepan Zuda den ersten Sieg der neuen EURO MOTO Sportbike-Klasse und kassierte die ersten 25 Punkte der Saison. „Das war ein total verrücktes und schnelles Rennen mit vielen Kontakten und Reifenmanagement“, sagte der Pole-Setter anschließend bei der Siegerehrung. „Es hat richtig Spaß gemacht. Natürlich ist das Ende überraschend, aber ich wäre auch mit Platz zwei zufrieden gewesen.“
Auf Rang zwei landete Tobias Kitzbichler. Der 17-jährige Österreicher, der im vergangenen Jahr noch im Northern Talent Cup unterwegs war, überzeugte bei seinem ersten Sportbike-Rennen mit starker Pace und cleveren Zweikämpfen. Immer wieder führte der Aprilia-Pilot die Spitzengruppe an.„Es ist schon ein anderer Fahrstil als im Northern Talent Cup“, erklärte Kitzbichler. „Aber es gelingt mir überraschend gut, mich schnell anzupassen. Gegen Rennende hatte ich allerdings Probleme mit den Reifen und konnte nicht mehr richtig attackieren.“ Der Aprilia-Pilot und sein Team ViVa by Peuker & Streeb kassieren damit die ersten 20 Punkte.
Svendsen kämpft sich nach vorne
Ruben Bijman, der von der Pole Position gestartet war, komplettierte schließlich das Podium. Der Niederländer konnte sich in der Anfangsphase nicht entscheidend absetzen und verlor zwischenzeitlich den Anschluss an die Spitzengruppe. „Der Beginn war extrem hart“, sagte der Freudenberg-Pilot. „Dadurch konnte ich mich nicht freifahren und musste später viel aufholen. Das hat Reifen gekostet und am Ende war einfach kein Grip mehr da.“ Durch die Strafe gegen Rosenthaler rückte Bijman nachträglich noch auf Rang drei vor.
Eine starke Aufholjagd zeigte außerdem Oliver Svendsen (ERC). Der Däne und Supersport-300-Champion von 2024 kämpfte sich nach Startplatz zwölf mit seiner neuen Kawasaki Schritt für Schritt bis auf Rang fünf nach vorne. Den Anschluss an die Spitzengruppe konnte er allerdings nicht mehr herstellen.
Hinter ihm folgte Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) auf Platz sechs. Dahinter kamen Tom Kuil (RT Motorsports), Micky Winkler (WSC Racing), Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) und Julian van Kalkeren (SRTD Pearl Gebben) ins Ziel.
Das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike startet am Sonntag um 15:20 Uhr. Dann wird sich zeigen, ob Zuda erneut vorne mitmischt oder ob Rosenthaler, Bijman oder Svendsen zurückschlagen können. Der Lauf wird kostenlos im Livestream auf EURO MOTO übertragen.
EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)
- Stepan ZUDA (#23/POL), Triumph Daytona 660
- Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS 660
- Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
- Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
- Oliver SVENDSEN (#69/DNK), Kawasaki Ninja ZX-6R
- Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
- Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
- Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS 660
- Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
- Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann
