Donnerstag, 13. Juli 2023

Erster Saisonsieg für Mercedes-AMG Customer Racing im ADAC GT Masters

Salman Owega und Elias Seppänen feiern Sieg-Premiere im ADAC GT Masters

Owega/Seppänen feiern Sieg Premiere im ADAC GT-Masters
Foto: Mercedes-Motorsport


Am letzten Wochenende gingen im Rahmen der DTM auch die Piloten der ADAC GT-Masters Serie erstamals seit Jahren wieder am Norisring an den Start.

Salman Owega (GER) und Elias Seppänen (FIN) vom Team Landgraf Motorsport haben am Samstag den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG Customer Racing und ihren ersten Erfolg überhaupt im ADAC GT Masters eingefahren. Den Grundstein für den ungefährdeten Triumph legte der erst 18-jährige Owega, der im Qualifying seine erste Pole-Position im ADAC GT Masters holte. Im Rennen setzte sich der Deutsche schnell von seinen Verfolgern ab und übergab das Steuer mit einem komfortablen Vorsprung an seinen Teamkollegen Seppänen. Der Finne brachte den Sieg in der Schlussphase sicher nach Hause. Das hervorragende Samstagsergebnis für Mercedes-AMG Customer Racing komplettierten Ralf Aron (EST) und Alain Valente (SUI) im Mercedes-AMG GT3 #2 des Haupt Racing Teams mit dem vierten Platz. Im zweiten Rennen belegten Salman Owega und Elias Seppänen den vierten Platz, direkt gefolgt von Ralf Aron und Alain Valente.

Jusuf Owega, Mercedes-AMG Team BWT #84

„Es war mein erstes Rennwochenende hier auf dem Norisring und dafür war meine Pace nicht schlecht. Wenn alles gepasst hat, konnten wir in den Top 10 mitfahren. Im ersten Rennen sind mir leider ein paar kleine Fehler unterlaufen, die ein besseres Ergebnis verhindert haben. Und heute bin ich durch den dichten Verkehr am Start etwas zurückgefallen. Danach wollte ich einfach das Auto heil lassen und sicher nach Hause fahren.“

Mittwoch, 12. Juli 2023

Schubert Motorsport triumphiert am Norisring mit einem Sieg und vier Podestplätzen

Schubert Motorsport triumphiert am Norisring
Foto: BMW-Motorsport


Bei großer Hitze und vor mehr als 100.000 begeisterten Fans feierte Schubert Motorsport am dritten DTM-Rennwochenende der Saison auf dem Nürnberger Norisring (GER) große Erfolge. Am Samstag sicherte sich der amtierende DTM-Champion Sheldon van der Linde (RSA) von der Poleposition seinen ersten Sieg in diesem Jahr, René Rast (GER) machte als Zweiter den Schubert-Zweifachsieg perfekt. 

Auch am Sonntag schafften es trotz Erfolgsballasts beide BMW M4 GT3 des Teams aufs Podium. Rast erreichte diesmal die Poleposition und wurde im Rennen erneut Zweiter, van der Linde belegte Rang drei. Marco Wittmann (GER) wurde bei seinem Heimspiel von den Fans gefeiert und belegte im #11 BMW M4 GT3 von Project 1 die Plätze neun und 13.

In der Fahrerwertung liegt van der Linde nach den Erfolgen in Nürnberg mit 78 Punkten auf dem zweiten Platz hinter dem Sieger des Sonntagsrennens, Thomas Preining (AUT / Porsche). Rast ist mit 54 Zählern Siebter, obwohl er aufgrund einer Terminkollision das Rennwochenende in Zandvoort (NED) verpasst hat. Wittmann liegt mit 35 Punkten auf Position elf. In der Teamwertung hat Schubert Motorsport auf Platz zwei nur einen Punkt Rückstand auf Manthey EMA. In der Herstellerwertung rangiert BMW mit 157 Punkten ebenfalls auf dem zweiten Rang hinter Porsche.

Wittmann wurde als Lokalmatador von seinen heimischen Fans auf der Tribüne gefeiert. Jeweils vor den beiden Rennen nahm sich der zweimalige DTM-Champion die Zeit, seinen Anhängern auf der Tribüne einen Besuch abzustatten und sich für ihre Unterstützung zu bedanken.

Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Norisring

Sheldon van der Linde (#1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Ich bin super happy über dieses Wochenende, mit dem ich im Vorfeld niemals gerechnet hatte. Am Norisring zweimal auf dem Podium zu stehen, nachdem ich dort bisher nie gut zurechtgekommen bin, ist fantastisch. Natürlich war Platz eins am Samstag ein absolutes Highlight, aber auch der dritte Platz am Sonntag fühlt sich für mich wie ein Sieg an. Ich hätte nicht gedacht, dass ich trotz meines Erfolgsballasts den Podiumsplatz würde verteidigen können. Nun habe ich drei Podien aus den letzten vier Rennen geholt und in der Meisterschaft einen großen Sprung gemacht. Dieses Momentum würde ich gerne in die nächsten DTM-Rennwochenenden mitnehmen.“

René Rast (#33 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Das war sowohl für mich persönlich als auch für das gesamte Team ein sehr gutes Wochenende. Hätte mir im Vorfeld jemand zwei zweite Plätze und eine Poleposition angeboten, ich hätte sofort unterschrieben. Ich habe viele Punkte gesammelt, was in der DTM immer das Wichtigste ist. Dennoch hätte ich am Sonntag natürlich gerne von der Poleposition gewonnen, aber in der zweiten Rennhälfte hatten wir einfach nicht mehr die nötige Pace. Das Überholmanöver von Thomas Preining war aus meiner Sicht sehr hart und hat mich in diesem Moment überrascht. Danach war mein Auto leicht beschädigt, und ich konnte ihm nicht mehr folgen. Letztlich haben wir das Maximum aus diesem Wochenende herausgeholt, denke ich.“

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Project 1): „Aus sportlicher Sicht war das ein schwieriges Wochenende. Wir haben einfach nicht die Pace gefunden, um das Tempo der Spitze mitgehen zu können. Man merkt, dass wir uns als neues Team immer noch finden müssen, und das braucht Zeit. Absolutes Highlight war aber die unglaubliche Stimmung bei meinem Heimspiel und 10-jährigen DTM-Jubiläum hier am Norisring. Die vielen Autogrammstunden, die Begegnungen mit den Fans, die Grüne Wand von Schaeffler auf der Tribüne – das alles hat mir Gänsehautmomente beschert. Diese positiven Gefühle machen das Wochenende für mich unvergesslich.“


Dienstag, 11. Juli 2023

Mercedes-AMG Customer Racing mit solider Punkteausbeute beim DTM-Highlight auf dem Norisring

  •  Lucas Auer wird im ersten Rennen Vierter
  •  Maro Engel erreicht in beiden Rennen bei hochsommerlichen Temperaturen die Top 10

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team WINWARD
Foto: Mercedes-Motorsport

Mehr als 100.000 Zuschauer pilgerten am Wochenende zum traditionsreichen Norisring in Nürnberg, wo das dritte Rennwochenende der DTM-Saison 2023 auf dem Programm stand. Bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad Celsius an beiden Renntagen erkämpfte sich Mercedes-AMG Customer Racing unter erschwerten Bedingungen in beiden Rennen Top-10-Platzierungen. Das Highlight im DTM-Kalender lockte wieder einige Prominente an, darunter der ehemalige Mercedes-AMG Formel-1-Test- und Ersatzfahrer Nick Heidfeld sowie Fußball-Europameister Thomas Helmer. Am Rande der Veranstaltung wurde vom ADAC auch der neue DTM-Meisterpokal präsentiert, den Mercedes-AMG nach einjähriger Pause am Ende der Saison gerne wieder mit nach Affalterbach holen möchte.

Wertvolle Punkte für Auer und Engel am Samstag

Zwei Mercedes-AMG GT3 erreichten im Samstagsrennen der DTM auf dem Norisring die Top 10. Lucas Auer (AUT) präsentierte sich erneut in bestechender Form und kämpfte bis zum Schluss um eine Podiumsplatzierung. Im Fahrzeug des Mercedes-AMG Team WINWARD mit der Startnummer 22 arbeitete sich der aktuelle DTM-Vizemeister von Startplatz acht bis auf Rang vier nach vorne. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte auch die perfekte Arbeit der WINWARD-Boxencrew, die die beiden schnellsten Stopps im gesamten Feld vollzog. Eine noch beeindruckendere Aufholjagd gelang Maro Engel (GER) vom Mercedes-AMG Team MANN-FILTER: Der Mercedes-AMG Markenbotschafter verbesserte sich von Startplatz 14 auf Rang sieben. Ebenfalls in die Punkteränge fuhr Arjun Maini (IND) vom Mercedes-AMG Team HRT. Der Mercedes-AMG Junior Pilot überquerte die Ziellinie auf Position 13.

Engel nach Aufholjagd bestplatzierter Mercedes-AMG Pilot am Sonntag

Auch im zweiten Rennen am Sonntag fuhren zwei Mercedes-AMG GT3 in die Top-10. Erneut gelang Maro Engel eine sehenswerte Aufholjagd. Der Deutsche war von Platz 18 ins Rennen gegangen und wurde dank einer fehlerfreien Leistung und einer optimalen Strategie als Neunter bester Mercedes-AMG Pilot. Direkt hinter Engel kamen seine Mercedes-AMG Markenkollegen Luca Stolz (GER) und Lucas Auer auf den Plätzen zehn und elf ins Ziel. Auer bestätigte damit auch im zweiten Rennen seine gute Form, nachdem er von Startplatz 16 ins Rennen gegangen war. Dabei profitierte der Österreicher erneut von einem hervorragenden Boxenstopp: Wie schon am Samstag legte das Mercedes-AMG Team WINWARD auch im zweiten Rennen den schnellsten Service des gesamten Feldes hin. Mercedes-AMG Junior Pilot Arjun Maini sicherte sich mit Rang 15 den letzten Punkt. In der Gesamtwertung bleibt Engel in Schlagdistanz zur Spitze: Nach sechs von 16 Rennen liegt der 37-Jährige auf Rang vier. Das nächste Rennwochenende der DTM 2023 findet vom 4. bis 6. August auf dem Nürburgring statt.

Stimmen zum Rennwochenende am Norisring

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team WINWARD #22

„Im Nachhinein hat sich heute gezeigt, dass für uns ein Overcut beim Boxenstopp vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre. Wir haben es mit einem Undercut versucht, was am Samstag funktioniert hat. Heute bin ich hinter Luca Stolz wieder auf die Strecke gekommen und hing dann fest. Mehr war nicht drin. Ich habe alles gegeben und muss sagen, es war verdammt heiß im Auto, extrem beanspruchend.“

Arjun Maini, Mercedes-AMG Team HRT #36

„Das ist schon frustrierend, denn unsere Pace ist ok. Aber es läuft einfach nicht für uns. Ich bin sicher, dass unsere Pechsträhne bald endet und wir die Ergebnisse einfahren, die wir verdienen. Ich muss dem Team danken, dass es weiter hart arbeitet. Wir müssen einfach Geduld haben.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48

„Das waren zwei herausfordernde Rennen, die für uns aber gut gelaufen sind. Wir haben das Maximum herausgeholt, auch dank einer hervorragenden Strategie und tollen Boxenstopps. Dafür möchte ich mich bei meinem Team bedanken. Leider war es uns an diesem Wochenende nicht möglich, ganz vorne zu landen. An solchen Wochenenden muss man einfach das Beste aus seinem Paket machen, und das haben wir getan. Die Atmosphäre am Norisring war wie immer sensationell. Es war toll, so viele Fans zu sehen.“


Schlüsselstelle Spitzkehre: Thomas Preining feiert ersten Saisonerfolg

  •  Porsche-Pilot siegt am Norisring nach spektakulären Überholmanövern in der Grundig-Kehre
  •  Beide BMW von Schubert Motorsport beenden Sonntagslauf auf den Plätzen zwei und drei
  •  102.000 Besucher beim dritten DTM-Stopp auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland

Der Sieg des „Grello“ markierte den sechsten unterschiedlichen Gewinner
in den bisherigen sechs Saisonrennen
Foto: ADAC-Motorsport
 

Für Thomas Preining (A) vom Team Manthey EMA bleibt der Norisring ein erfolgreiches Pflaster. Am Sonntag fuhr er nach zwei spektakulären Überholmanövern im Porsche 911 GT3 R den ersten Saisonerfolg ein und ist damit zurück an der Tabellenspitze. Der erste DTM-Sieg des „Grello“, dem neongelben Manthey-Porsche, markierte den sechsten unterschiedlichen Gewinner in den bisherigen sechs DTM-Rennen der Saison. Preining jubelte bereits vergangenes Jahr im „fränkischen Monaco”, als er mit dem ersten Sieg für Porsche in der DTM Geschichte schrieb. „Es war von Anfang bis Ende wahnsinnig turbulent, das erforderte höchste Konzentration. Bei meinem Überholmanöver habe ich vor der Kehre spät gebremst und konnte mich dann innen durch die kleine Lücke an René Rast vorbeischieben. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man ein Battle gegen einen so großartigen Rennfahrer wie ihn gewinnt”, freute sich der 24-Jährige.

Mit einem Abstand von 2,181 Sekunden hinter Preining wurde René Rast (Bregenz) im BMW M4 GT3 Zweiter. Sein Teamkollege Sheldon van der Linde (ZA) belegte Platz drei. Die Zuschauer erlebten ein rasantes Sonntagsrennen, in dem sich die Piloten harte Rad-an-Rad-Duelle lieferten. Zum dritten DTM-Tourstopp kamen an diesem Wochenende 102.000 Besucher, die auf Deutschlands einzigem Stadtkurs auf und neben der Strecke bestens unterhalten wurden.

Keyfacts, Norisring, Saisonrennen 6 von 16

  •     Streckenlänge: 2.200 Meter
  •     Wetter: 34 Grad, sonnig
  •     Pole-Position: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #33), 48,662 Sekunden
  •     Sieger: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #91)
  •     Schnellste Rennrunde: Kelvin van der Linde (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #3), 49,552 Sek.


In der ersten Rennhälfte sah es am Sonntagmittag bei glühender Hitze noch nicht nach einem Sieg von Preining aus, der zwei Plätze verlor und auf Rang vier zurückfiel. Pole-Setter Rast kontrollierte von der Spitze aus das Rennen, dahinter folgten Sheldon van der Linde und Ayhancan Güven (TR) im Porsche 911 GT3 R. Dank eines schnellen Boxenstopps verbesserte sich Preining um eine Position auf Rang drei, während Güven nach einer Strafe zurückfiel. Dann schlug Preinings Stunde: In Runde 38 überholte er in der Grundig-Kehre Sheldon van der Linde, wiederholte dieses Manöver an gleicher Stelle im 46. Umlauf bei Rast und übernahm die Führung. Nach 72 Runden wurde der Porsche-Werksfahrer als Sieger vor den beiden BMW-Fahrern abgewunken.

Mirko Bortolotti (I) verbesserte sich im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von Startplatz sechs auf Rang vier. Dahinter konnte Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA) vier Positionen gut machen, am italienischen Vordermann gab es trotz mehrerer Überholversuche aber kein Vorbeikommen. Dafür gelang dem Südafrikaner mit 49,552 Sekunden die schnellste Rennrunde. Dennis Olsen vom Team Manthey EMA führte als Sechster ein Porsche-Trio an. Hinter dem Norweger folgten Laurin Heinrich (Würzburg) sowie Güven auf den Rängen sieben und acht. Die Aufholjagd des Tages gelang Maro Engel (Monaco) vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter. Der 37-jährige Routinier kämpfte sich von Startplatz 18 durch das Feld und wurde für diesen couragierten Auftritt mit dem neunten Rang belohnt. Sein Markenkollege Luca Stolz (Brachbach) beendete die Hitzeschlacht auf dem Norisring als Zehnter.

Thomas Preining: „Ich muss mich vor allem bei meinem Team bedanken. Der Boxenstopp kam zur richtigen Zeit und war einer der schnellsten. So konnte ich einen Platz vorrücken und zur Spitze aufschließen. Dieser Sieg tut natürlich gut, aber die BMW sind unglaublich schnell und werden bis zum Ende der Saison ganz vorne mitfahren.“

René Rast: „Wenn man von ganz vorne startet, möchte man natürlich gewinnen. Andererseits war das Wochenende für Schubert Motorsport mit zwei Poles, einem Sieg und drei Podiumsplätzen sensationell. Vor dem Manöver von Thomas Preining habe ich eingelenkt. Da schaut man nicht mehr in den Spiegel, sondern auf die Kurve. Als ich wieder auf dem Gas war, habe ich links einen Schlag verspürt und er hat sich an mir vorbeigepresst. Ich hätte mir einen Platztausch gewünscht, aber Rennleiter Sven Stoppe hat anders entschieden.“

Sheldon van der Linde: „Nach den vielen schwachen Ergebnissen in den vergangenen Jahren auf dem Norisring war unser Abschneiden an diesem Wochenende fantastisch. Mein dritter Platz heute fühlt sich wie ein Sieg an, denn ich hatte nach meinem Erfolg am Samstag ein Zusatzgewicht von 20 Kilogramm. Leider wurde ich von einem langsameren Fahrzeug vor mir ein wenig aufgehalten. Dadurch konnte Thomas Preining schnell zu mir aufschließen. Wir fahren voller Elan zu den nächsten Rennen am Nürburgring.“

Ergebnis 2. Rennen, Norisring (Top-Five)

1. Thomas Preining (A/Manthey EMA),
2. René Rast (D/Schubert Motorsport), +2,181 Sekunden
3. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), +2,612 Sekunden
4. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +3,453 Sekunden
5. Kelvin van der Linde (ZA/ABT Sportsline), +3,852 Sekunden

Montag, 10. Juli 2023

DTM Classic: Rupp gewinnt im 2007er Audi auch die Hitzeschlacht am Sonntag

  •  Mensch und Material kämpfen mit heißen Temperaturen am Norisring
  •  Scheer und Aaskov zeigen packende Aufholjagd im Rennen
  •  Erneut drei Marken auf dem Podium: Audi, Ford und BMW

Das zweite Rennen der DTM Classic startete auf dem Norisring am Sonntag vor großer Kulisse
Foto: ADAC-Motorsport



Wenn bei mehr als 30°C Lufttemperatur der Asphalt auf dem 2,2 Kilometer kurzen Norisring flimmert, dann wird Mensch und Maschine alles abverlangt – das ist wie Fahrradfahren in der Sauna. Umso höher ist die Leistung der Amateurrennfahrer einzuordnen, die mit ihren museumsreifen Schätzen im Rahmen der DTM Classic in der fränkischen Metropole Nürnberg ins Rennen gingen. Das Podium von Rennen zwei der Tourenwagen Legenden war dabei ein Abziehbild des Vortags: Stefan Rupp gewann mit dem Audi A4 DTM aus der Saison 2007 auch den zweiten Heat souverän und mit einem deutlichen Vorsprung von 54,212 Sekunden auf Ronny Scheer im Ford Sierra RS500 (1990) von BWT Mücke Motorsport. Als Dritter konnte sich auch der Däne Kasper Aaskov mit seinem BMW M3 E30 (1991) gegen die Überrundung des weit überlegenen V8 Audi wehren.

„Ich hatte auch heute eine Menge Spaß. Gerade in den beiden Kehren konnte ich mit dem E30 fantastische Driftwinkel fahren. Ich glaube, den Zuschauern hat es gefallen“, sagte Aaskov, der das Feld von hinten aufrollen musste, nachdem das Team die Fahrerpaarung falsch angegeben hatte und DTM-Legende Harald Grohs nicht wie geplant im Rennen starten konnte. Aufgrund dessen wurde der BMW in der Startaufstellung ans Ende des Felds versetzt. „Von ganz hinten gestartet, habe ich mich bis nach vorne gekämpft. An Stefan und Ronny kam ich aber nicht heran. Die waren einfach zu schnell.“ Rennsieger Rupp stimmte mit einem Augenzwinkern zu: „Kasper hat normal immer Recht“, so der Landshuter. „Für mich war es heute ein Rennen ohne besondere Vorkommnisse. Ich war vorne ganz allein und hatte niemanden zum Spielen.“ Auch wenn er praktisch keine Konkurrenz hatte, muss man die Leistung des Privatiers im Audi A4 DTM von 2007 hoch loben. In seiner schnellsten Rennrunde verlor er auf Sheldon Van der Linde – im BMW M4 GT3 Sieger des Samstagsrennens der DTM – gerade einmal 4,052 Sekunden.

Auch Scheer musste das Rennen, wie bereits am Vortag, vom Ende des Feldes aufnehmen. Das Team BWT Mücke Motorsport hatte sich entschieden, Scheer auch den zweiten Heat fahren zu lassen. Stefan Mücke verzichtete auf seinen Einsatz. „Ich bin wieder gut nach vorne gekommen“, sagte der Dresdener. „Allerdings musste ich immer die Temperatur im Auge behalten. Heute war es deutlich heißer als gestern. Und manchmal musste ich sogar etwas Gas rausnehmen, um den Motor nicht zu überhitzen.“ Die Norisring-Besucher waren hingegen Feuer und Flamme. Der Ford Sierra RS500 des Dresdeners erwies sich im Rennen als feuerspuckender Drache mit spektakulären Stichflammen aus dem Auspuff beim Anbremsen der Kurven.

Die Hitze zollte von den in die Jahre gekommenen Fahrzeugen jedoch auch ihren Tribut. Wie bereits am Vortag rollte Ex-DTM-Star Altfrid Heger im bulligen Audi V8 DTM aus dem Jahr 1990 mit ausbleibendem Vortrieb in der Anfahrt zum Schöller S aus. Sein Rennen war nach 13 Runden vorzeitig beendet.

Hinter dem Spitzentrio war Marc Hessel im BMW 320is E30 (1988) als Vierter nach 30-minütiger Renndistanz der bestplatzierte Zeitzeuge der ‚alten‘ DTM. Platz fünf belegte Yannik Dinger, der seinen BMW328i E36 mit Bio-Ethanol betreibt. Auf den weiteren Positionen reihten sich Josef Krings (Mercedes 190 E2.5-16 EVO I, 1989), Leif Christensen (Ford Sierra RS500 Cosworth, 1987), Ferdi Weischenberg (Mercedes 190 E2.5-16 EVO I, 1989), Gerd Grundmann (BMW M3 E30, 1987) und Max Becker (BMW M3 E30, 1989) ein.

Die DTM Classic ist in der Saison 2023 noch ein weiteres Mal am Start. Auf dem DEKRA Lausitzring stellen die Tourenwagen Legenden vom 18.-20. August wieder das Teilnehmerfeld für eine Zeitreise durch die lange und bewegende Historie der DTM.