Dienstag, 29. August 2023

Zusammenfassung IDM Supersport 300 Assen

Foto: Jens Hawrda

Die Cathedrale of Speed machte ihrem Namen wieder alle Ehre und das IDM Wochenende auf dem legendären TT-Circuit in Assen bot in allen Rennen packenden Motorsport. In der Supersport300 wurde bereits in Assen ein neuer Champion gekrönt.

Supersport 300 – Rennen 1

Das erste SSP300 Rennen am Samstag wurde schon vor dem offiziellen Start durcheinandergewirbelt. Nach Unstimmigkeiten mit den Reifenaufklebern am Ende des Qualifyings wurden gleich fünf Fahrer um drei Positionen nach hinten versetzt. Betroffen waren auch Polesetter Inigo Iglesias (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) und dessen Teamkollege und IDM-Gaststarter Kevin Sabatucci aus Italien. Profiteure waren Dirk Geiger (Freudenberg KTM-PALIGO Racing), Loris Veneman (Veneman Racesupport) und Ferre Fleerackers vom B.art Racing Team, die auf die Startplätze eins bis drei aufrückten.

Den Start konnte Dirk Geiger von der geerbten Pole noch für sich entscheiden, nach nur vier Kurven war es aber Inigo Iglesias, der seine starke Pace des Wochenendes unterstrich und das Feld anführte.

Auch Geigers Teamkollege Dustin Schneider mischte in der Anfangsphase in der Spitzengruppe mit und lag auch kurzzeitig auf Position eins, fiel nach einem Fehler zu Beginn der dritten Runde aber bis auf Platz neun zurück und beendete das Rennen auf dem siebten Rang.

Ähnlich erging es nur zwei Runden später auch Gaststarter Kevin Sabatucci. Der WM-Pilot musste im Kampf um die Führung mit Inigo Iglesias und Loris Veneman nach einem Verbremser den Notausgang nehmen und konnte sich erst auf der sechsten Position wieder ins Feld einreihen.

In Runde sieben verlor die Führungsgruppe mit Ferre Fleerackers einen weiteren Kawasaki-Piloten. Der Belgier konnte bis zu diesem Zeitpunkt gut in der Spitzengruppe mithalten, schied dann aber auf Platz vier liegen durch Sturz aus.

Den Kampf ums Podium machten anschließend Inigo Iglesias, Dirk Geiger, Loris Veneman und Ruben Bijman (Team Apreco) unter sich aus. Dirk Geiger ging vor dem Meisterschaftsführenden Inigo Iglesias in Führung liegend in die letzte Runde, am Ende war es aber Gaststarter Loris Veneman, der die Nase vorne hatte. Der Niederländer, der zu Beginn des Rennens noch eine Long-Lap-Penalty ableisten musste, nutzte im letzten Umlauf den Windschatten von Geiger und Iglesias perfekt aus und verwies die beiden IDM-Stammfahrer auf die Plätze zwei und drei.

Ruben Bijman, der zu Beginn der letzten Runde ebenfalls noch Chancen aufs Podium hatte, beendete das Rennen vor Gaststarter Sabatucci und Lennox Lehmann auf Platz vier.

Supersport 300 – Rennen 2

Wie schon im ersten Lauf am Samstag war es auch im Sonntagsrennen Dirk Geiger, der in Führung liegend in Turn eins einbog. In der ersten Rennhälfte entspann sich in der Führungsgruppe erneut ein intensiver Schlagabtausch zwischen dem Deutschen, dem Meisterschaftsführenden Inigo Iglesias, Ruben Bijman sowie den beiden Gaststartern Kevin Sabatucci und Loris Veneman.

Zur Mitte des Rennens zeigte sich auch Dirk Geigers Teamkollege Dustin Schneider an der Spitze des Feldes und im siebten von zehn Umläufen gelang dem Sachsen auch die schnellste Rennrunde. Der KTM-Pilot musste sich am Ende hinter Thom Molenaar (Molenaar Racing) aber mit Platz sieben zufriedengeben.

Auch der Kawasaki-Pilot lag in der vorletzten Runde kurzzeitig in Führung der zu diesem Zeitpunkt noch zehnköpfigen Spitzengruppe. Nach einer hochspannenden letzten Runde entschied der Schlusssprint nicht nur das Rennen, sondern auch die Meisterschaft. Inigo Iglesias setzte sich im Beschleunigungsduell aus der letzten Schikane gegen Dirk Geiger durch und holte sich mit 30 Tausendstel Vorsprung nicht nur den Sieg im zweiten Supersport300-Lauf in Assen, sondern sicherte sich mit den gewonnenen 25 Punkten auch vorzeitig den Titel. IDM Gaststarter Kevin Sabatucci fuhr vor Ruben Bijman und WM-Fahrer Loris Veneman auf den letzten Podestplatz.

Zusammenfassung ISM Supersport Assen

Foto: Jens Hawrda

Die Cathedrale of Speed machte ihrem Namen wieder alle Ehre und das IDM Wochenende auf dem legendären TT-Circuit in Assen bot in allen Rennen packenden Motorsport.  Die IDM Supersport verzeichnet dabei einen mehr als außergewöhnlichen Zieleinlauf.

 
Supersport – Rennen 1

Der erste IDM Supersport Lauf in Assen ging nach einem spannenden Zweikampf zwischen Melvin van der Voort (SWPN Team) und Twan Smits (Team Apreco) kurios zu Ende. Die beiden Lokalmatadoren waren aber auch schon zu Beginn tonangebend. Den Start konnte noch Polesetter Andreas Kofler für sich entscheiden und auch sein von Platz vier kommender Landsmann Thomas Gradinger lag in der ersten Runde kurzzeitig auf Position zwei. Während Gradinger schon im Verlauf der ersten Runde von van der Voort und Smits überholt wurde, gingen die beide Niederländer dann im zweiten Umlauf an Kofler vorbei. Nur eine Runde später konnte sich dann auch Thomas Gradinger am Markenkollegen vorbeischieben. Neben den beiden Niederländern an der Spitze war Gradinger zu diesem Zeitpunkt der Einzige im Feld, der noch 1:41er Zeiten gehen konnte.

Zur Rennmitte machte Melvin van der Voort den stärksten Eindruck und setzte sich leicht von Twan Smits ab, in der achten Runde warf ein Fehler den Meisterschaftszweiten aber auf Platz zwei zurück und in die Schlagdistanz von Thomas Gradinger zurück. Der Österreicher konnte aber die Pace van der Voort nicht gehen und musste seine Position stattdessen sogar gegen den wieder erstarkenden Andreas Koffler verteidigen.

Während Gradinger in Runde elf aufgrund eines Fehlers Koflers etwas Sicherheit gewinnen konnte, spitzte sich das Duell zwischen Twan Smits und Melvin van der Voort um den Sieg zu. Ein Fahrfehler in der vorletzten Runde kostete Smits die Führung, der Yamaha-Pilot konnte die Lücke jedoch erneut zufahren und ging in der letzten Runde vor der letzten Schikane an seinen ärgsten Widersacher in der Meisterschaft vorbei. Beim Spurt zum Zielstrich kam es aber zu einer folgenschweren Berührung, bei der Twan Smits zu Boden ging.

Da sein Motorrad aber noch über die Ziellinie rutschte, und Smits zu Fuß hinter Gradinger, Kofler und Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber Motos Racing) die Ziellinie überquerte, beendete er als Fünfter das Rennen. In Folge des Zwischenfalls erhielt Melvin van der Voort nach dem Rennen eine 10 Sekunden Zeitstrafe, wodurch er von Platz eins auf Platz fünf zurückfiel.

 
Supersport – Rennen 2

Der zweite Supersport-Lauf begann so, wie der erste endete. Bereits in der ersten Kurve kam es zu einer Berührung zwischen Twan Smits und Melvin van der Voort, als van der Voort sich am Landsmann vorbeidrückte. Auch Andreas Kofler musste sich dem SWPN Piloten noch vor dem Ende der ersten Runde beugen.

Für den Österreicher ging es anschließend noch weiter zurück und Kofler wurde erst von Luca de Vleeschauwer sowie kurz darauf von Leon Orgis (Kiefer Racing) überholt. In Runde vier konnte auch Milan Merckelbagh (Hertrampf Yamaha Racing) den Zweiplatzierten aus Lauf eins kurzzeitig attackieren. An der Spitze hatte derweil Twan Smits die Führung übernommen und setzte sich mit Melvin van der Voort im Schlepptau vom auf Position drei liegenden Thomas Gradinger ab.

Ab Rennmitte war es dann erneut Andreas Kofler, der für Bewegung im Feld sorgte. Kofler hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Rhythmus wieder gefunden, konnte sich an Leon Orgis vorbeiarbeiten und die Lücke zum auf Platz vier liegenden Luca de Vleeschauwer langsam schließen. Zu einem finalen Angriff kam es aber durch einen Rennabbruch aufgrund eines Sturzes von Wojciech Wieczorkiewicz (MVR-Racing) nicht mehr.

Auch Melvin van der Voort, der dem Führenden Twan Smits bis zu diesem Zeitpunkt wie ein Schatten folgte, konnte keine Attacke mehr setzen und musste sich vor Thomas Gradinger mit Platz zwei zufriedengeben. Leon Orgis beendete das Rennen hinter Milan Merckelbagh auf Platz sieben.


Montag, 28. August 2023

Zusammenfassung IDM Superbike Assen

Foto: Jens Hawrda

Die Cathedrale of Speed machte ihrem Namen wieder alle Ehre und das IDM Wochenende auf dem legendären TT-Circuit in Assen bot in allen Rennen packenden Motorsport. In der IDM Superbike gibt es nach zwei spannenden Rennen nicht nur einen weiteren IDM-Rookie auf dem Podium, sondern für das Finale in Hockenheim gleich drei Fahrer mit Titelchancen.


IDM Superbike – Rennen 1

Wie schon in Schleiz zeigte Ilya Mikhalchik auch in Assen, dass man ihn immer ganz oben auf der Liste haben muss. Der Ukrainer dominierte die Qualifyings und stellte seine M 1000 RR vom BMW BCC Alpha van Zon Team mit über 0,8 Sekunden Vorsprung auf die Pole. Daneben komplettierten die GERT56 Piloten Toni Finsterbusch und Patrick Hobelsberger die erste Startreihe. Der beste Start gelang Toni Finsterbusch und der erfahrene BMW-Fahrer bog an der Spitze des Feldes in die erste Kurve ein. Sehr stark startete auch der Meisterschaftsführende Florian Alt, der trotz Startposition sechs nach der ersten Kurve schon vor Patrick Hobelsberger auf Position drei lag.

Während sich Mikhalchik und Finsterbusch in den ersten Runden langsam absetzen konnten, geriet Florian Alt zunehmend durch Hobelsberger unter Druck, der den Honda-Piloten in Runde fünf auch überholen und sich sofort absetzen konnte. In der siebten von fünfzehn Runden gelang es auch Hannes Soomer, der ebenfalls noch theoretische Chancen auf den Titel hat, an der Holzhauer Honda vorbeizugehen. An der Spitze fuhr derweil Ilya Mikhalchik die schnellsten Zeiten und setzte sich vom Rest des Feldes ab.

In den letzten fünf Runden kam dann noch mal Bewegung ins Feld. Hannes Soomer fiel nach einem Fehler Ende Start/Ziel wieder hinter Florian Alt auf Platz fünf zurück und der Zweitplatzierte Toni Finsterbusch konnte die Zeiten der Spitze nicht mehr mitgehen. Der Sachse wurde erst vom Teamkollegen Patrick Hobelsberger und schließlich in der vorletzten Runde auch von Florian Alt überholt, der sich dadurch vor Finsterbusch und Soomer den letzten Podestplatz sicherte. 

 
IDM Superbike – Rennen 2

Zum Start des zweiten Superbike Rennens des Tages waren dann alle Augen auf Florian Alt gerichtet. Der HRP-Pilot startete durch die Reverse-Grid-Startaufstellung zwar nur von Startplatz sieben, hatte aber durch den dritten Platz in Lauf eins seinen ersten Matchball für den Titel in der IDM Superbike. Am Ende des Rennens war die Meisterschaftsentscheidung aber vertagt.

Schon die Anfangsphase deutete an, dass es ein bis zum Schluss spannendes Rennen werden sollte. Der von der Pole startende Toni Finsterbusch geriet schon in den ersten beiden Runden unter Druck und ging im dritten Umlauf in Führung liegend zu Boden. Und auch Florian Alt musste unverschuldet seinen ersten Rennsturz der Saison hinnehmen, als er einem am Boden liegenden Motorrad nicht mehr ausweichen konnte.

Nach den turbulenten ersten Runden schlug die Stunde des Jan-Ole Jähnig. Während Ilya Mikalchik erst Bastien Mackels überholte und dann direkt den Führenden Tati Mercado attackierte, begann der IDM Rookie seinen Weg zu seinem ersten IDM Podium. Der GERT56 Pilot überholte erst den auf Platz vier liegenden Hannes Soomer und übernahm in Runde sieben von Bastien Mackels den dritten Platz. Auch vor dem hinter Mikhalchik auf Platz zwei liegenden Routinier Tati Mercado schreckte Jähnig nicht zurück und ging in Runde neun auf der Bremse am ehemaligen WM-Fahrer vorbei.

In den letzten Runden mischte dann Jähnigs Teamkollege Patrick Hobelsberger das Geschehen nochmals auf. Der Zweiplatzierte aus dem ersten Rennen lieferte sich in der Schlussphase mit dem an der Spitze fahrenden Mikhalchik ein virtuelles Duell um die schnellste Rennrunde, fuhr die Lücke zu Soomer, Mercado und Jähnig zu und übernahm in der vorletzten Runde die zweite Position. Dahinter gab es bis in die letzte Runde einen Schlagabtausch zwischen Mercado und Jähnig, den der Youngster für sich entscheiden konnte. Soomer komplettierte hinter Mercado die Top fünf.


Mittwoch, 23. August 2023

GERT56: Drei Podeste am TT Circuit Assen

Jan-Ole Jähnig wir von Rennen zu Rennen besser
Foto: Jens Hawrda

GERT56 konnte bei der sechsten und vorletzten Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf der niederländischen Traditionspiste des TT Circuit Assen gleich mehrere Erfolge feiern. Im Qualifying hatten sich Toni Finsterbusch und Patrick Hobelsberger auf zwei und drei für die erste Startreihe qualifiziert. In den Rennen holte Hobelsberger zwei zweite Plätze. Im zweiten Rennen landete Rookie und Youngster Jan-Ole Jähnig mit Platz drei einen besonderen Coup und fuhr erstmals in der deutschen Superbike-Königsklasse auf das Treppchen. 


Rennen 1

Hobelsberger auf dem Podest als Zweiter und Finsterbusch als Vierter knapp hinter dem Treppchen lautete das Ergebnis. Doch es hätte auch anders ausgehen können. In der Anfangsphase war Finsterbusch vorn mit dem späteren Sieger Ilya Mikhalchik enteilt und hatte sich etwas von der Konkurrenz absetzen können. Mitte des Rennens aber bekam der Krostitzer Grip-Probleme und konnte das Tempo nicht mehr halten. 

Gleichzeitig – und andersherum – hatte Hobelsberger nicht den besten Start erwischt, lief aber gegen Rennende zu Höchstformen auf. Während er sich als Zweiter das Podest sicherte, wurde Finsterbusch zwei Runden vor Schluss noch vom Meisterschaftsführenden Florian Alt noch auf vier verwiesen. 

Jähnig hatte den Start nicht richtig erwischt und war vom fünften Startplatz bis aus den Top-Ten herausgefallen. Doch auch er kämpfte sich wieder nach vorn und holte schließlich den achten Rang, wenngleich er Siebter hätte werden können, doch ein Fahrfehler eines Piloten vor ihm kostete ihn auf der letzten Runde noch einen Platz.


Rennen 2

Finsterbusch startete von der Pole-Position aus ins Rennen und konnte sich in einem Zweikampf mit Mackels an der Spitze behaupten. Allerdings endete der Traum des ersten Sieges in Führung liegend auf der vierten Runde: Finsterbusch stürzte. Dennoch konnte er die BMW M 1000 RR wieder in Gang bringen und eilte dem Feld hinterher. Am Ende holte er noch einen 14. Platz und dank der Gaststarter-Reglung fünf Punkte für Rang elf.

Derweil hatten sowohl Hobelsberger, als auch Jähnig keine leichten Rennen. Beide kämpften sich kontinuierlich nach vorn und besonders Jähnig überraschte, als er kaltschnäuzig Platz zwei übernahm und auch mehrfach gegen die Konkurrenz aus Ex-FIM-WorldSBK-Pilot Leandro Mercado und den ebenfalls WM-erfahrenen Hannes Soomer verteidigte oder zurückeroberte. Am Ende musste sich der Superbike-Rookie Jähnig doch noch im Kampf um Rang zwei geschlagen geben. Dies aber nur seinem eigenen Teamkollegen Hobelsberger. Der Bayer hatte sich von Rang neun aus nach vorn kämpfen müssen und übernahm auf der vorletzten Runde den zweiten Platz, den er bis ins Ziel nicht mehr hergab. Auch ein Erfolg, der auf klugem Reifen-Management und einem optimal abgestimmten SPV Fahrwerk beruht.

Die Sensation in diesem Rennen aber war – nicht nur für GERT56, sondern für alle Fans der IDM – der Rookie Jähnig. Ohne Skrupel und mit allen Wassern gewaschen kämpfte er sich aus eigener Kraft durch das Feld nach vorn und lag lange auf dem zweiten Rang, den er lange verteidigte und den er am Ende nur seinem Teamkollegen Hobelsberger hergeben musste. Mercado hatte er aber im Griff.

In der Gesamtwertung ist Hobelsberger mit 157 Punkten Dritter, nur vier Punkte hinter Rang zwei mit Ilya Mikhalchik. Selbst theoretische Titelchancen hat der Bayer beim Finale am Hockenheimring noch, denn der Rückstand auf Leader Florian Alt beträgt bei noch 50 zu vergebenden Punkten gerade einmal 40 Zähler. Finsterbusch ist Fünfter und hat 138 Punkte auf dem Konto, nur elf hinter Hannes Soomer auf vier. Jan-Ole-Jähnig hat seinen Platz verbessern können und ist mit 85 Punkten nun Neunter.


Stimmen zum Rennwochenende 


Toni Finsterbusch:

„Im Qualifying lief es mit Startplatz zwei ganz gut – keine Ahnung, wann ich in den letzten Jahren mal so weit vorn gestanden habe. Im ersten Rennen konnte ich gleich als Erster einbiegen und habe Ende der ersten Runde einen kleinen Fehler gemacht und dadurch ist Ilya [Mikhalchik] durch gegangen. Ich konnte dann mit ihm eine gute Pace anschlagen, leider ist mir nach sieben, acht Runden auf der Flanke der Grip eingebrochen, sodass ich nicht mehr richtig vorwärtsgekommen bin. Daher bin ich auf Platz vier durchgereicht worden, was aber auch Pole-Position für das zweite Rennen bedeutet hat. Da bin ich wieder gut losgekommen und bin dann nach der dritten Runde in Führung liegend gestürzt. Das ist sehr ärgerlich, kann aber auch mal passieren und gehört zum Rennsport dazu. Es ist trotzdem gut für das Team, dass Pax und J-O auf das Podest fahren konnten und es freut mich wirklich sehr, natürlich auch für die Jungs. Speziell für J-O, der immer mit mir trainiert und ich weiß, wie viel Arbeit er da reinsteckt. Das hat sich ‚der Kleene‘ mal wirklich verdient. Und sicher war es gut, dass ich mit meinem Team-Kollegen Pax in der Vorwoche hier gemeinsam Zeit auf und neben der Strecke verbringen konnte.“

Patrick Hobelsberger:

Ich war mir ja am Red Bull Ring schon sicher, dass wir dorthin fahren hätten können, wo wir hingehören, wenn alles so funktioniert wie gedacht hätte. Leider hatte es dort nicht sollen sein, dafür jetzt hier. Ich hatte noch gehofft, dass sich Toni im ersten Lauf an mich dranhängen kann und es ein Doppel-Podium wird, aber das hatte leider nicht geklappt. Der zweite Lauf war ein komplett schwieriges Rennen. Ich habe null Grip gehabt, weder vorn, noch hinten. Ich hatte mehrfach mit heftigen Rutschern zu kämpfen. Ich weiß nicht, was der Unterschied zu Lauf eins war. Es war ultra-schwierig, Leonov und Mackels auf den Yamahas zu überholen. Ich habe einfach nie aufgegeben und trotzdem weitergezogen. Ich habe gesehen, dass J-O auf zwei ist und mir gedacht – heute klappt das mit dem Doppelpodium für die GERT56 BMW M 1000 RRs und genau so haben wir das dann gemacht.“

Jan-Ole Jähnig:

„Für mich war das ein ziemlich perfektes Wochenende. Es hat schon Freitag sehr gut angefangen. Das Motorrad war von der Basis her schon sehr gut und wir mussten nur noch ein paar Kleinigkeiten ändern. Damit konnte ich mich voll aufs Fahren konzentrieren, denn ich war ja seit letztem Jahr mit der Supersport schon nicht mehr in Assen gewesen. Meinen kleinen Nachteil, dass meine Teamkollegen hier testen konnten, konnte ich in den freien Trainings schon wieder weg machen. Das Qualifying war perfekt, da habe ich noch mal eine Sekunde zum Vortag gefunden. Da es im zweiten Qualifying geregnet hat, konnten wir das aus der Box verwalten und mit Platz fünf ins erste Rennen vom Sonntag gehen. Die Startphase war richtig k*cke. Ich war Zwölfter, hatte aber eine gute Rennpace und konnte mich bis auf sieben vorarbeiten, habe aber in der letzten Schikane aufgrund eines Fehlers des Vormannes noch eine Position verloren. Ich war aber trotzdem zufrieden. Im zweiten Rennen lief es in der Startphase etwas besser und ich habe einen guten Rhythmus gefunden und konnte eine gute Pace gehen. Ich war dann die ganze Zeit auf P2 und das war schwierig zu realisieren. Hinten raus gab es noch den kleinen Fight, der hat mega Spaß gemacht und mit Platz drei bin ich mehr als happy. Das hätte ich mir nie erträumt, dass ich das in meiner Rookie-Saison schaffe. Da kann ich dem ganzen Team nur einen Dank ausrichten, dass das so funktioniert hat und dass ich das Vertrauen, was das Team in mich hat, heute rechtfertigen konnten.“ 

Dienstag, 22. August 2023

IDM Assen: Ilya Mikhalchik mit Glanzleistung zurück im Titelrennen

Ilya Mikhalchik ist zurück im Meisterschaftskampf
Foto: Jens Hawrda

Sommerlich ging es am vergangenen Wochenende bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM zu. Das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW unter der Leitung von Werner Daemen und Andy Gerlich hatten zusammen mit ihren Piloten Ilya Mikhalchik (Ukraine), Philipp Steinmayr (Österreich), Max Schmidt (Deutschland), Bálint Kovács (Ungarn), Kamil Krzemien (Polen) und als Wildcard-Pilot Pepijn Bijsterbosch (Niederlande) die Reise auf den TT Circuit von Assen in den Niederlanden angetreten. Dort fand das vorletzte der sieben IDM-Wochenenden 2023 statt.

Ilya Mikhalchik hatte auf dem letzten Rennen auf dem Red Bull Ring noch gefehlt. Stattdessen war der Ukrainer im Auftrag von BMW bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft im japanischen Suzuka unterwegs, wo er gemeinsam mit seinen Teamkollegen den sechsten Platz geholt hatte und damit das erfolgreichste Team aus Europa war. In Assen war Mikhalchik wieder auf vertrautem IDM-Terrain unterwegs und zeigte sowohl in den Freien Trainings am Freitag als auch im Qualifying, was Sache ist. Mit einem satten Vorsprung von acht Zehntel Sekunden sicherte er sich souverän die Pole-Position. «An die Meisterschaft denke ich dabei nicht mehr», meinte er nach seiner Bestzeit. «Dafür hatte ich am Anfang der Saison einfach zu viel Pech. Aber natürlich will ich jetzt noch zeigen, was ich kann. Ich war nah dran am Streckenrekord, doch leider gab es etwas weniger Grip als in den letzten Jahren.» Im Warm-up am Sonntagmorgen glänzte der BMW-Pilot erneut mit der Bestzeit.

Der Rennsonntag wurde dann zur One-Man-Show des Ukrainers. Ob von der Pole-Position in Lauf 1 oder nach dem Reverse Grid von Platz 9 im zweiten Rennen, am Ende hieß der Sieger Ilya Mikhalchik. «Es war nett», kommentierte der BMW-Pilot nach dem ersten Sieg. «Mit Toni Finsterbusch hatte ich gerechnet. Ich hatte ein wenig mit dem Grip zu tun und habe geschaut, dass ich meine Reifen schone. Das war genug, um zu gewinnen. Auf der letzten Rille war ich aber nicht unterwegs. Im zweiten Rennen musste man mit Köpfchen fahren. Wir hatten noch ein paar Änderungen am Bike vorgenommen, die nicht ganz so funktioniert haben, wie erwartet, aber ich habe stets versucht, das Tempo hochzuhalten.» Eventuell sollte Mikhalchik vor den nächsten und damit letzten Rennen der Saison doch noch eine kurzen Blick auf die Tabelle wagen. Denn mit seiner Glanzleistung in Assen hat er sich bis auf 36 Zähler den führenden Florian Alt herangearbeitet. Und 50 Punkte sind noch zu holen. 


Philipp Steinmayr hatte die für ihn weiteste Anreise des Jahres hinter sich gebracht und war von Österreich in die Niederlande gereist. Nach seinem erfolgreichen Auftritt auf dem heimischen Red Bull Ring, wo er die Maximalzahl von 50 Punkten kassiert hatte, war er auf dem TT Circuit wieder auf nicht so ganz vertrautem Gebiet unterwegs. Mit der BMW war es sein erster Ausflug auf der GP-Piste. «Mir fehlte hier in Assen ein wenig die Fahrzeit», schildert er nach Startplatz 11. «Im ersten freien Training hatte ich ein Problem mit dem Motor, dann wurde der getauscht und ich musste in im zweiten einfahren. Am Samstag war das zweite Quali dann nass.»

«Enttäuscht», lautete dann sein Sonntags-Fazit, nachdem er in beiden Rennen als Zehnter ins Ziel gekommen war. «Im ersten Rennen war der Start gut und ich war kurzzeitig sogar Siebter. Aber da hat man die wenige Fahrzeit dann schon gemerkt. Auch ins zweite Rennen bin ich gut gestartet, aber dann sind gleich vor mir Bálint Kovács und Florian Alt gestürzt. Ich musste ausweichen und das hat dann eine riesige Lücke aufgerissen. Ich habe mich dann wieder vorgearbeitet und dann ist mir in der Spitzkehre selber das Vorderrad eingeklappt und ich lag im Kies. Da sind bestimmt sechs oder sieben Leute wieder vorbeigekommen. Ich konnte dann weiterfahren und habe sogar noch Punkte geholt. Immerhin war ich nicht weit weg, aber alles in allem ist am Wochenende einfach zu viel schiefgelaufen»


Max Schmidt hatte im niederländischen Assen Heimspiel. Und für den Wuppertaler sollte es ein Wochenende mit Höhen und Tiefen werden. Ein Ausrutscher im Freien Training kostete den BMW-Pilot zwar wichtige Meter auf der Strecke, doch aus dem Konzept bringen ließ er sich nicht. Auch nach dem verregneten zweiten Qualifying behielt Schmidt die Nerven und plant sein Rennen vom 12. Startplatz aus.

In Lauf 1 gab es wie übliche einige Rangeleien nach dem Start, doch Schmidt hielt tapfer dagegen und eroberte sich seinen Platz wieder zurück. In kleinen, aber konstanten Schritten arbeitete er sich an Vladimir Leonov heran und schnappte in der letzten Runde dem Russen noch den elften Platz und fünf Meisterschaftspunkte weg. Lauf 2 ähnelte dem Vormittagsrennen und wieder machte Schmidt nach einer turbulenten Startphase ordentlich Meter nach vorne gut. Drei Konkurrenten schnappte er sich aus eigener Kraft, drei andere verabschiedeten sich per Sturz vom Renngeschehen. «Dann fand ich mich plötzlich auf Platz 8 wieder», berichtet Schmidt, der mit ordentlich Biss die Drei-Sekunden-Lücke nach vorne schließen wollte. «Ich kam an Leonov ran und wieder fand der Showdown in der letzten Runde statt.» Direkt am Hinterrad seines Gegners klappte dem ehrgeizigen Schmidt das Vorderrad ein und aus war der Traum von Platz 7.


Bálint Kovács hatte wie immer in diesem Jahr die Top-Ten im Visier und hatte sich mit seiner Zeit aus dem ersten Zeittraining den zehnten Startplatz gesichert. Am Nachmittag konnte er seine Pläne nicht mehr in die Tat umsetzen. In der Mittagspause war ein Regenschauer über Assen niedergegangen und auch wenn die Strecke zum zweiten Qualifikations-Training der IDM Superbike wieder teilweise abgetrocknet war, war an schnelle Runden nicht zu denken. Daher blieb es für den Ungar für das ersten Rennen am Sonntag bei Startplatz 10.

Im ersten Rennen schlug sich der Ungar wacker und holte sich mit Platz 7 nicht nur wieder ein Top-Ten-Ergebnis, sondern konnte daher nach dem Reverse Grid auch aus der zweiten Reihe ins zweite Rennen starten. Doch es wurde ein kurzes Vergnügen, denn nach wenigen Runden stürzte Kovács und konnte das Rennen auch nicht wieder aufnehmen. «Das hätte mein bisher bestes Wochenende werden können», urteilte er anschließend. «Meine Quali-Runde war nicht die beste, aber ich dachte, meine Renn-Pace ist gut genug, um mit den Top-Jungs mitzuhalten. Und so verlief auch Rennen 1. Ich war konkurrenzfähig und belegte Platz 7. Von Startplatz 4 aus hatte ich auf ein gutes Ergebnis gehofft, aber mein Rennen war früh zu Ende. Zum Glück geht es mir gut, und ich bin wirklich zufrieden mit meiner Pace.»


Kamil Krzemien hatte bei seinem Auftritt in Assen beim Training am Samstag wieder schlechte Karten beim Wettergott. «Das erste Qualifying lief nicht so gut», erklärte der BMW-Pilot. Im zweiten Qualifying wäre für den Polen sicher noch mehr drin gewesen, aber da war nach einem Regenschauer vor dem Trainingsbeginn nichts mehr für ihn zu holen. «Wegen ungünstiger Witterungsbedingungen konnte ich das Training dann nicht nutzen», erklärt er, «und für den Rennsonntag wurde es Starplatz 16.»

«Rennen 1 lief erst gar nicht so schlecht», beschreibt er seinen Sonntag. «Ich war im Kampf um Platz 12 dabei, aber in der zweiten Rennhälfte konnte ich dann nicht mehr so mithalten, ich hatte irgendwie kein richtiges Gefühl mehr für den Vorderreifen. Mit dem 15. Platz war ich dann natürlich nicht zufrieden.» In Lauf 2 legte sich Krzemien mächtig ins Zeug und düste gleich beim Start flott los. «Aber ich habe gleich gemerkt, dass sich die Bedingungen im Vergleich zu Rennen 1 doch ziemlich geändert hatten. Mir war klar, dass mir da leicht ein Fehler passieren konnte.» Bis auf den neunten Platz hatte sich der Pole vorgearbeitet. Dann klappte ihm das Vorderrad ein und er stürzte noch auf den letzten Metern. «Das kam für mich ohne Vorwarnung», meinte ein enttäuschter Krzemien, «somit endete mein Rennen in Dreck. Jetzt schaue ich auf Hockenheim, wo ich meine Saison mit einem positiven Ergebnis beenden will.»


Pepijn Bijsterbosch hatte beim letzten IDM-Wochenende auf dem Red Bull Ring noch gekonnt Teamchef Werner Daemen vertreten, der zur Langstrecken-WM nach Suzuka in Japan gereist war. Doch nachdem er zu Beginn der Saison die Seiten gewechselt hatte und sich, statt auf der Rennstrecke auszutoben, jetzt hinter den Kulissen aktiv ist, wollte Bijsterbosch in seiner niederländischen Heimat antreten. «Es war ein gutes Gefühl, wieder in der IDM zu fahren und ich habe es genossen», erklärte der Niederländer, nachdem er die Rennen auf den Plätzen 13 und 9 beendete hatte. «Es war schön, alle Gäste am Sonntag auf der Rennstrecke zu begrüßen. Mit der Leistung auf der Strecke bin ich zufrieden. Wenn ich mehr Rhythmus gehabt hätte, hätte ich natürlich ein besseres Ergebnis angestrebt. Es war schön, das Wochenende mit einer Top-Ten-Platzierung zu beenden.»

Nach dem aufregenden Wochenende mit Höhen, aber auch Tiefen hat das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW jetzt vier Wochen Zeit, sich wieder zu sortieren und neu aufzustellen, um dann auf dem Hockenheimring vom 22. bis 24. September 2023 ein erfolgreiches Finale hinzulegen.