Sonntag, 13. August 2023

IDM: Zwei Doppelsiege für Garrett Gerloff und Loris Baz am Red Bull Ring

Die beiden BMW Motorrad Werksfahrer aus der FIM Superbike World Championship (WorldSBK), Garrett Gerloff und Loris Baz, wurden am Rennwochenende der Internationalen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Red Bull Ring ihrer Favoritenrolle gerecht. Beim IDM-Gastauftritt des Bonovo action BMW Racing Teams in der Steiermark holten sie zwei Doppelsiege. Gerloff gewann beide Rennen, Baz wurde jeweils Zweiter. Damit führten sie das Feld bei einer Veranstaltung an, bei der die BMW Fahrer mit einem Sieben- und einem Fünffachsieg dominierten.

Das Wetter stellte Teams und Fahrer am Red Bull Ring vor einige Herausforderungen. So regnete es den kompletten Freitag und Samstag, auch im ersten Rennen am Sonntag war es zunächst noch nass, und nur Lauf zwei wurde im Trockenen gefahren. Gerloff stand zudem vor der Aufgabe, auf einer Strecke zu fahren, die für ihn völlig neu war. Und wie Baz war er nicht mit seinem vertrauten World Superbike unterwegs, sondern mit einer IDM-Version der BMW M 1000 RR. Das hinderte die beiden aber nicht daran, von der ersten Session an das Tempo vorzugeben und für das Bonovo action BMW Racing Team jede Menge Pokale einzusammeln.

„Die IDM am Red Bull Ring hat mir viel Spaß gemacht“, sagte Doppelsieger Gerloff danach. „Es war eine gute Zeit! Das Wetter war an den ersten beiden Tagen nicht so toll. Es hat viel geregnet, aber wir konnten dennoch die Poleposition holen und das erste Rennen gewinnen. Das zweite Rennen war etwas verrückt, weil die Startaufstellung geändert wurde und ich als Sieger des ersten Laufs von Platz neun starten musste. Außerdem war es trocken, und ich hatte vor diesem Rennen keine Erfahrung im Trockenen. Im Prinzip sind wir blind ins Rennen gegangen. Aber das Team hat großartige Arbeit geleistet und wir hatten ein gutes Setup für das Trockenrennen. Ich fühlte mich sofort ziemlich wohl, sodass ich Druck machen konnte und wir auch das zweite Rennen gewonnen haben. Für mich war es ein Traumwochenende mit einer Poleposition und zwei Rennsiegen.“

Teamkollege Baz, der bereits im vergangenen Jahr in Assen einen IDM-Gaststart absolviert hatte, ergänzte: „Wir hatten das ganze Wochenende über etwas mit der Traktion hinten und dem Gefühl vorne zu kämpfen, aber im Nassen war ich recht gut unterwegs. Im ersten Rennen lag ich die meiste Zeit über in Führung, aber Garrett war in den letzten beiden Runden etwas schneller. Es war wirklich schön, mit ihm um den Sieg zu kämpfen. Da wir das ganze Wochenende über keine Runde im Trockenen gefahren sind, war es eine Herausforderung in Sachen Setup. Es war schön für das Team, diese beiden Top-Ergebnisse zu erzielen. Es war toll, wieder in der IDM zu sein, auch wenn manche Top-Leute nicht hier waren. Ich habe diese Woche genossen.“

Mehrere IDM-Piloten, darunter der dreimalige Champion Ilya Mikhalchik aus dem Team BCC-alpha-Van-Zon-BMW, waren am Wochenende in der FIM Endurance World Championship (FIM EWC) bei den Suzuka 8 Hours im Einsatz.  

IDM Red Bull Ring: Abenteuerliche Österreich-Tour für Team BCC-alpha-Van Zon-BMW

Beim Rennwochenende am Red Bull Ring lief es im Team BCC-alpha-Van Zon-BMW ein wenig anders als an den anderen Renn-Wochenenden im Rahmen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Denn bei der Veranstaltung am Red Bull Ring in Österreich fehlten Teamchef Werner Daemen und Superbike-Pilot Ilya Mikhalchik. Statt in der IDM ging es im Auftrag von BMW Motorsport Motorrad nach Suzuka in Japan, um bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft um Punkte zu kämpfen. Am Start in der IDM Superbike waren der Österreicher Philipp Steinmayr, der Pole Kamil Krzemien, der Ungar Bálint Kovács, der Deutsche Max Schmidt und mit einer Wildcard der Österreicher Jan Mohr.


Philipp Steinmayr hatte sich auf sein Heimrennen in der Steiermark so gut wie auf kein anderes Rennen in dieser Saison vorbereiten können. Nach dem IDM-Lauf auf dem Schleizer Dreieck hatte er seine BMW eingepackt und konnte eine Woche vor dem IDM-Lauf auf dem Red Bull Ring noch ein paar Testkilometer abspulen. Ein Einsatz, der sich lohnen sollte. Auch wenn die Abstimmungsarbeiten der Vorwoche erst einmal nicht weiterhalfen. Denn es regnete im Süden Österreichs. Und das sowohl bei den Freien Trainings am Freitag, bei dem Qualifyings am Samstag und auch beim ersten Rennen am Sonntag. «Aber ich konnte im zweiten Zeittraining bei strömendem Regen meine beste Zeit fahren», freute sich Steinmayr, der sich damit den vierten Platz gesichert hatte. 

Der Rennsonntag bot dann neue Herausforderungen für Fahrer und Team, denn im ersten Rennen mussten die Piloten bei abtrocknender Strecke auf Regenreifen los und beim zweiten Lauf schien die Sonne und erstmals fuhr man im Trockenen. Doch Steinmayr ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. In beiden Rennen legte er sich gekonnt mit den WorldSBK-Gästen Garrett Gerloff und Loris Baz an. Auch wenn diese wie erwartet die Plätze 1 und 2 belegten, kassierte Steinmayr jeweils den dritten Rang ein und erhielt dafür als bester IDM-Pilot die maximalen 50 Siegerpunkte. Für Steinmayr waren es die ersten Podest-Plätze überhaupt in der IDM Superbike. 

Bei den Interviews und der Siegerehrung schien es, als hätte Steinmayr noch nie was anderes getan. «Das mit den Emotionen habe ich schon in der Auslaufrunde erledigt und im Parc Fermé bei meinem Team», verrät er. «Die Jungs haben einfach super gearbeitet und ich habe mich schon im Regen sehr wohlgefühlt. Dass die WM-Jungs am Ende vor mir waren, geht in Ordnung. Gerloff hat mich in Lauf 2 echt beeindruckt. Im zweiten Lauf hätte ich noch ein wenig schneller gekonnt, um Baz hinterherzusetzen. Aber ich musste ab und an meine Bremse nachstellen, dafür war es dann noch ein lustiger Kampf mit Toni Finsterbusch.» 


Max Schmidt hatte in der Woche vor dem Rennwochenende in Österreich wohl mehr als einmal den Regentanz geprobt. Denn der 20-Jährige ist trotz seiner noch jungen Karriere bekannt dafür, für Regenverhältnisse ein besonderes Händchen zu haben. Das besondere Salz in der Suppe war für Schmidt in den verregneten Trainings dann auch der Besuch der BWM-Kollegen Loris Baz und Garrett Gerloff, die normalerweise in der Superbike-Weltmeisterschaft unterwegs sind und am Red Bull Ring einen Gaststart absolvierten.

Schmidt konnte im zweiten Qualifying bei strömendem Regen sein gesamtes Können geschickt einsetzen, Baz hinter sich lassen und nach WorldSBK-Pilot Gerloff den zweiten Startplatz belegen. «Da könnte ich mich dran gewöhnen», meinte Schmidt nach seinem bisher besten Startplatz seiner IDM-Karriere. «Nicht schlecht, wenn man keinen mehr vor sich hat. Ich habe einfach ein gutes Gefühl im Regen.» Doch der Regen legte nach drei Tagen am Rennsonntag erst mal eine Pause ein und Schmidt musste wie seine Kollegen im ersten Lauf auf abtrocknender Strecke mit Regenreifen los. «Ich war nach dem Start gut dabei» erzählt Schmidt. Doch dann kam die rote Flagge, Abbruch und Neustart. «Auch da war mein Start gut, aber die Strecke schon um einiges trockener, da fehlte mir natürlich jegliche Erfahrung. Ich wollte mich rantasten an dieses Halb und Halb, habe meinem Vorderrad auf der Bremse aber dann wohl zu viel zugetraut.» Schmidt ratterte durchs Kiesbett und reihte sich am Ende des Feldes wieder ein. Bei der Aufholjagd und beim Versuch Jan Mohr zu überholen, bremste Schmidt in Kurve 3 zu optimistisch und stürzte.

«Der zweite Lauf war dann nicht so überragend», meinte er nach Platz 11. «Ich wurde nach dem Start etwas zurückgedrängt. Dann löste sich der Behälter für die Bremsflüssigkeit und ich habe auf den Geraden versucht, dass irgendwie wieder zu justieren. Angreifen konnte ich dann auf der Bremse nicht. Der Frust nach dem Wochenende ist eher mäßig. Mit dem Quali-Ergebnis hatte ich ja schon alle Erwartungen übertroffen. Der Sonntag war dann eben ärgerlich, aber ich weiß, dass ich es kann. Es ist halt am Ende alles bisschen blöd gelaufen.»


Kamil Krzemien fand wie sein Kollege Max Schmidt ebenfalls Gefallen an den schwierigen Bedingungen auf der regennassen Strecke. Am Freitag, im strömenden Regen, tat sich der Pole besonders hervor und tauchte ganz vorne auf der Zeitenliste auf. Da der Regen auch am Samstag ganze Arbeit leistete, nutzte der Pole die Chance und holte mit der siebtschnellsten Zeit seine bisher beste Startposition. 

Als sich beim ersten Rennen am Sonntag das Wetter besserte, ließ sich der BMW-Pilot auch nicht von den gemischten Verhältnissen abschrecken und eroberte mit Platz 5, nach Abzug der nicht punktberechtigten WM-Gäste Rang 3 in der IDM-Wertung, auf abtrocknender Strecke sein bisher bestes Ergebnis der Saison 2023.  Mit Platz 8 im zweiten Lauf, und IDM-Punkte für Rang 6, rundete Krzemien sein erfolgreiches Wochenende ab. «Im Regen fühl ich mich immer gut», erklärte er. «Am Freitag lief es super und wir fanden auf Anhieb ein gutes Set-up. Am Samstag lief es nicht ganz so gut, aber ich war trotzdem happy.»

«Der Sonntag war ziemlich schwierig», meinte er in Anbetracht der geänderten Streckenverhältnisse. «Ich wusste, dass es bei der abtrocknenden Strecke in Lauf 1 schwer sein würde, mit den Top-Jungs mitzuhalten. Ich habe auch meinen Hinterreifen zu stark rangenommen und bekam dann Probleme bei der Beschleunigung. Lauf 2 war dann schon seltsam, denn es waren ja die ersten Runden überhaupt im Trockenen. Da musste ich mich erst mal rantasten, um schnelle Zeiten fahren zu können. Doch am Ende haben wir alle einen guten Job gemacht. Ich hatte ein paar gute Kämpfe und es hat Spaß gemacht.»


Bálint Kovács war mit dem Superbike neu auf dem Red Bull Ring, sein letzter Ausflug mit dem Junior Cup war sieben Jahre her, und der Ungar musste sich der Herausforderung mit Dauerregen, einer abtrocknenden Strecke in Lauf 1 und den ersten Metern im Trockenen bei Lauf 2 stellen. «Es war ein lustiges Wochenende», fasste er seinen Österreich-Ausflug zusammen. «Vor allem im zweiten Rennen, denn ich glaube, so einen Sonntag hatte vorher noch keiner von uns erlebt. Am Freitag hatte ich viel zu tun, da ich mit dem Superbike dort noch nie gefahren war. Aber ich denke, im Regen war es ein wenig leichter für mich.»

Von Startplatz 10 ging es für den BWM-Piloten dann auch los ins erste Rennen, das auf abtrocknender Strecke ausgetragen wurde und für Kovács mit dem siebten Platz endete. «Nach dem Quali wäre ich schon gerne näher an der Spitze gewesen», gibt er zu. «Aber die Jungs waren echt schnell und in den Top-Ten ging es eng her. Man sieht auch, dadurch, dass die zwei Jungs aus der Superbike-WM mitgefahren sind, wie stark die Meisterschaft ist.»

Die beiden Rennen beendete Kovács jeweils auf Platz 7. «Im ersten Rennen hatte ich bei der Hälfte der Distanz die Pace für einen Podestplatz», berichtet er, «aber als der Grip am Hinterrad nachließ, habe ich noch ein paar Plätze verloren.» Das zweite Rennen war auch für den Ungar die erste Session bei trockenen Bedingungen. «Es war wirklich eine Herausforderung, da ein gutes Set-up zu haben. Auch einen Rhythmus zu finden und erst einmal die richtigen Bremspunkte. Doch am Ende muss ich sagen, dass ich zum Schluss das beste Gefühl des gesamten Wochenendes für mein Motorrad hatte. Die Pace war gut und die Platzierungen gehen okay.»


Jan Mohr war als Wildcard-Pilot für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW dabei. Nach einer Verletzungspause von über einem Jahr war der Österreicher bei seinem Heimrennen erstmals wieder im Einsatz und präsentierte sich auskuriert und wieder top fit. Im verregneten Zeittraining konnte sich Mohr auch gleich den elften Startplatz erobern und sich bei den Rennen, eins auf halbnasser und ein auf trockener Strecke, mit den Plätzen 11 und 12 erfolgreich in der IDM Superbike zurückmelden.


GERT56: In Punkten drei Podeste am Red Bull Ring

Bei der fünften Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) konnten Toni Finsterbusch und Patrick Hobelsberger in Punkten drei Podestplätze einsammeln. Da das Bonovo action Team aus der FIM Superbike World Championship mit dem US-Amerikaner Garrett Gerloff und dem Franzosen Loris Baz jeweils Sieg und Rang zwei auf BMW M 1000 RR Maschinen holte, aber die beiden Gaststarter nicht punktberechtig sind, rückten die GERT56-Mannen in der Tabelle nach vorn. Finsterbusch holte auf der Strecke zwei vierte Plätze, Hobelsberger wurde ein Mal Fünfter und ein Mal Neunter (Punkte für sieben und drei). Jan-Ole Jähnig sammelte einen 13. und 14. Platz auf der Strecke und Punkte für die Ränge neun.

Es waren Schwimmfestspiele am Red Bull Ring. Von Beginn des Wochenendes an hatte es quasi durchgängig bis ins Warmup am Sonntagmorgen geregnet. Zwar waren es einheitliche Bedingungen, dennoch stellten diese die GERT56-Piloten vor einige Herausforderungen. Finsterbusch hatte zum Beispiel zuletzt 2021 eine trockene Runde am Spielberg fahren können. Für Hobelsberger und Jähnig war dagegen alles neu: Beide fuhren erstmals mit dem 1000ccm starken Superbike im Nassen und auf dem Red Bull Ring. Alle drei meisterten die Bedingungen und steigerten sich von Session zu Session und Runde zu Runde. 

Im Qualifying erkämpfte sich Finsterbusch mit 1,064 Sekunden Rückstand den sechsten Startplatz, Hobelsberger wurde 14., Jähnig 15. 

Im ersten Lauf fanden die Piloten eine nasse Strecke vor und gingen daher alle mit Full-Wet-Pirellis an den Start. Im Laufe der Hatz sollte es allerdings auftrocknen und daher galt es für alle in erster Linie, sich das schwarze Gold einzuteilen. Nach wenigen Runden musste nach einem Sturz abgebrochen werden. Schließlich wurde über acht Runden noch einmal neu gestartet. Finsterbusch kämpfte sich stetig nach vorn und landete am Ende auf Rang vier, nur eine reichliche Sekunde hinter Philipp Steinmayr. Finsterbusch erntete dafür die Punkte für Rang zwei. Auch für Hobelsberger gab es nur einen Weg – den nach vorn. Am Ende war er noch in einen Dreikampf um Rang neun verwickelt, den er für sich entscheiden konnte. Bei ihm wurden es die Punkte für Rang sieben. 

Im zweiten Lauf fanden die Piloten der IDM Superbike erstmals am Wochenende trockene Bedingungen vor. Die Renndistanz wurde daher auf 13 Runden gekürzten, dafür bekamen die Akteure zwei Warmup Runden. Aufgrund der Reversed-Grid-Regelung konnte Finsterbusch von der Pole-Position aus los fahren, Hobelsberger von sechs aus Reihe zwei. Erneut machten sich vorn die Gastfahrer aus der Superbike-Weltmeisterschaft aus dem Staub, doch dahinter kämpfte Finsterbusch, der zunächst am Start noch als Erster hatte einbiegen können, das ganze Rennen über mit Lokalmatador Steinmayr um den Punkte-Sieg und das letzte Treppchen. Dies verpasste Finsterbusch schließlich als Renn-Vierter um gerade mal 0,554 Sekunden. Und dabei hatte der Krostitzer noch „Glück“, denn um 0,116 Sekunden konnte er Teamkollege Hobelsberger hinter sich halten. Jähnig bekam endlich seine ersten Trockenrunden auf dem Superbike auf dem Red Bull Ring und landete im Ziel auf Zwölf, nur 0,061 Sekunden hinter Max Schmidt. 

In der Tabelle der IDM Superbike liegt Toni Finsterbusch mit jetzt 120 Punkten nur noch sieben Zähler hinter Hannes Soomer auf Rang zwei und 61 Punkte hinter Leader Florian Alt. Auf seinen Teamkollegen Hobelsberger (117) auf Rang vier hat er drei Punkte Vorsprung. Jähnig hat 61 Punkte gesammelt und ist in die TopTen eingezogen. 

Toni Finsterbusch:

„Mit dem Wochenende kann ich zufrieden sein. Auf der einen Seite ist es zwar schon schade, dass ich im zweiten Lauf den dritten Platz nicht heim bringen konnte und mich auf der letzten Runde geschlagen geben musste. Aber ich konnte zwei Mal die Punkte für Platz zwei mitnehmen, also insgesamt 40 Punkte, das ist definitiv sehr gut. Vom Wetter hatten wir alles dabei: Freitag und Samstag komplett regen, das erste Rennen auf leicht abtrocknender Strecke mit Regenreifen – was gar nicht mein Spezialgebiet ist, da war ich dann wirklich zufrieden mit Platz vier. Das bedeutete dann die Pole für den zweiten Lauf. Auf dem Red Bull Ring bin ich aber seit 2021 keine trockene Runde mehr gefahren gewesen, da war ich dann doch etwas nervös. Ich konnte den Start gewinnen und habe versucht, für mich eine vernünftige Pace zu finden. Das ist mir eigentlich ganz gut gelungen, auch wenn unser Setup natürlich nicht ganz ideal war. Das Problem hatten ja aber die meisten, es waren nur einige wenige hier testen. Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Ich hatte auch einen schönen Fight mit Loris Baz aus der Superbike WM, das hat richtig Spaß gemacht. Die vielen Kilometer im Regen haben auch Spaß gemacht und kommen uns bestimmt noch mal entgegen.“

Patrick Hobelsberger:

„Der Red Bull Ring ist eine meiner Lieblingsstrecken und ich konnte zuvor hier auch trainieren und gute Ergebnisse erzielen. Daher hatte ich mir schon etwas Großes für das Wochenende erhofft. Es hat dann aber viel geregnet und für mich war es das erste Mal mit dem Superbike im Nassen. Es war nicht einfach, aber es wurde mit jeder Session besser und besser. Im ersten Quali wurde ich Zwölfter, was schon gut für Regen war. Im zweiten konnte ich mich dann nicht mehr steigern, weil ich über einen Wasserlauf einen Fehler machte. Somit musste ich von 14 ins Rennen. Mein erster Start war gut und ich war direkt Elfter. Ich wollte in die Top-Neun kommen, um das Reveresed-Grid nutzen zu können. Da die Strecke auftrocknete, war es wichtig, die Regenreifen nicht kaputt zu fahren. Das habe ich ganz gut hinbekommen und konnte am Ende Neunter werden und meinen Meisterschaftsrivalen Hannes Soomer noch schlagen. Ohne die Gaststarter aus der WorldSBK gab es für mich Punkte für Platz sieben. In der Besichtigungsrunde zu Lauf zwei habe ich einen technischen Defekt bemerkt. Das Problem war so groß, dass wir es in der Startaufstellung nicht beheben konnten. Ich musste daher damit leben und nur versuchen, noch ein paar Punkte mitzunehmen. Es war endlich trocken und ich wollte eigentlich meine wahre Pace zeigen, aber das war von Anfang an schon gegessen. Durch einen noch nicht genau lokalisierten Defekt im Bereich Motorbremse/Kupplung, war das Motorrad besonders beim Anbremsen schwierig zu beherrschen. Ich habe trotzdem alles versucht, das Problem zu umfahren. Am Ende konnte ich Rang fünf ins Ziel retten. Das Ergebnis ist dann halt sehr schade, wenn man die ganze Mühe und den Einsatz vom Team, das ganze Herzblut und den Aufwand, der in diesem Projekt steckt, bedenkt und was drin hätte sein können. Punkte habe ich für das Podest bekommen, denn ohne die Gaststarter Gerloff und Baz war ich Dritter. Damit liege ich nur zehn Punkte hinter dem Vize-Posten in der Meisterschaft, das ist hoffentlich noch machbar.“

Jan-Ole Jähnig:

„Für mich war das ein Worst-Case-Szenario und das schwierigste Wochenende für mich, da wir von Freitag bis Sonntagfrüh fast durchgängig Regen hatten. Das war für mich gut und schlecht zugleich. Auf der einen Seite hatte ich ja null Erfahrung mit dem Superbike im Regen und bin allgemein in meiner Karriere noch nicht so viel im Nassen gefahren. Da war es eigentlich nicht schlecht, für Regen mal ein Basis-Setup zu finden. Ich war gar nicht so schlecht unterwegs – und noch nie so gut im Regen. Da war ich mit Startposition 15 schon zufrieden – nur drei Sekunden hinter der Spitze war das verkraftbar. Sonntag war dann alles bisschen anders. Im ersten Rennen ist es abgetrocknet und unsere Abstimmung hat nicht richtig gut gepasst, ich bin auch nicht schneller gewesen, als im strömenden Regen. Im zweiten Rennen war es dann trocken und das hat mehr Spaß gemacht zum Fahren. Da habe ich dann aber gemerkt, dass mir die Trainingszeit im Trockenen fehlt. Ich bin zwar gut rein gekommen, stand dann aber ziemlich schnell an meiner Zeit an. Es war ein solides Wochenende, an dem ich viel lernen konnte. Ich hoffe jetzt, dass es in Assen nicht so nass wird.“

Mittwoch, 9. August 2023

Lucas Auer und Mercedes-AMG feiern DTM-Podiumserfolge auf dem Nürburgring

  • Lucas Auer wird nach eindrucksvoller Aufholjagd Zweiter im Samstagsrennen
  • Weiterer Podestplatz für die #22 und das Mercedes-AMG Team WINWARD am Sonntag
  • Fünf Mercedes-AMG Fahrer sichern sich wichtige Meisterschaftspunkte
  • Maro Engel belegt nach acht von 16 Rennen Rang fünf in der Fahrerwertung

Lucas Auer, #22 Mercedes-AMG GT3, Mercedes-AMG Team WINWARD
Foto: Mercedes-Motorsport

Mit einer konzentrierten und fehlerfreien Vorstellung im Samstagslauf haben sich Lucas Auer (AUT) und das Mercedes-AMG Team WINWARD auf der Nürburgring Sprintstrecke ihren ersten Podestplatz in dieser DTM-Saison gesichert. Beim siebten Saisonrennen passierte der amtierende Fahrer-Vizemeister die Ziellinie nach einer herausragenden Aufholjagd als Zweiter. Dabei war Lucas Auer zunächst von Position acht in den einstündigen Lauf auf dem 3,629 Kilometer langen Eifelkurs gegangen. Dank eines gelungenen Starts in sein 130. DTM-Rennen fand sich der Österreicher im Mercedes-AMG GT3 #22 aber bereits wenige Kurven später auf dem vierten Gesamtrang wieder. Bei dieser Konstellation blieb es auch, ehe kurz vor der Rennhalbzeit der erwartete Regen einsetzte. Aufgrund der zunehmend feuchten Bedingungen kamen mehrere Fahrzeuge von der Strecke ab. Eine folgenschwere Kollision löste schließlich eine Full-Course-Yellow-Phase aus, die von den meisten Teams für den Pflichtboxenstopp genutzt wurde.

Lucas Auer kämpft nach dem Restart um die Führung im Samstagslauf

Beim anschließenden Restart hinter dem Safety Car stellte Lucas Auer seine beeindruckende Reaktionszeit unter Beweis, wodurch er noch in den ersten Kurven zwei weitere Positionen gutmachte. Bis zum Rennende erhöhte der 28-Jährige kontinuierlich den Druck auf den Führenden und legte mit einer Zeit von 1:26,667 Minuten unter anderem die schnellste Runde hin. Bei der Zieldurchfahrt fehlten ihm lediglich 1,199 Sekunden auf den Sieger. Maro Engel (GER) beendete das ereignisreiche Rennen mit dem Mercedes-AMG GT3 #48 vom Mercedes-AMG Team MANN-FILTER als Zwölfter. Luca Stolz (GER), der im vergangenen Jahr auf dieser Strecke seinen ersten DTM-Sieg gefeiert hatte, holte trotz eines unverschuldeten Drehers in der Anfangsphase als 15. ebenfalls noch einen Meisterschaftspunkt.

Sonntagsrennen: Mercedes-AMG GT3 #22 fährt erneut auf das Podest

Bei abtrocknender Strecke im 20-minütigen Qualifying am Sonntagvormittag entschied die letzte fliegende Runde über die Startaufstellung für das einstündige Rennen am Nachmittag. David Schumacher (GER) vom Mercedes-AMG Team WINWARD kam mit diesen Bedingungen besonders gut zurecht und sicherte sich mit Rang drei die beste Startposition seiner DTM-Karriere. Sein Teamkollege Lucas Auer reihte sich direkt dahinter auf Platz vier ein. Maro Engel startete als Siebter und damit ebenfalls aus den Top 10.

Das unbeständige Wetter sorgte auch am Sonntagnachmittag wieder für ein turbulentes Renngeschehen. Die meisten Teams entschieden sich für einen Start auf Regenreifen, nur vereinzelt wurden Slicks aufgezogen. Auer arbeitete sich schnell einen Platz nach vorne und belegte fortan Rang zwei. Als nach etwas über zehn gefahrenen Minuten der Niederschlag zunahm, setzte Lucas Auer zur entscheidenden Attacke an, die ihn vorübergehend in Führung brachte. Nach dem Pflichtboxenstopp geriet der mit Erfolgsgewicht beladene Mercedes-AMG GT3 #22 dann aber zunehmend unter Druck und verteidigte die Spitzenposition zunächst über mehrere Runden erfolgreich. Zehn Minuten vor dem Ende musste sich Lucas Auer aber doch noch geschlagen geben. Kurze Zeit später fiel er auf die dritte Position zurück, auf der er das Rennen hinter dem Safety Car beendete. Maro Engel wurde aufgrund einer beachtlichen Leistung bei herausfordernden Bedingungen Vierter. Mit David Schumacher auf Rang neun, Luca Stolz als 13. und Jusuf Owega (GER) als 14. fuhren drei weitere Mercedes-AMG Fahrer am Sonntag in die Punkteränge.

Fünftes Rennwochenende auf dem Lausitzring läutet zweite Saisonhälfte ein

Mit dem Abschluss des vierten Rennwochenendes auf der Nürburgring Sprintstrecke haben die Mercedes-AMG Customer Racing Teams die erste Hälfte der DTM-Saison 2023 erfolgreich hinter sich gebracht. Maro Engel vom Mercedes-AMG Team MANN-FILTER belegt nach acht von 16 Rennen den fünften Platz in der Meisterschaft und ist damit der am aussichtsreichsten positionierte Mercedes-AMG Fahrer. Lucas Auer klettert nach seinen zwei Podestplätzen auf die sechste Position nach vorne. Die zweite Saisonhälfte wird in zwei Wochen auf dem DEKRA Lausitzring eröffnet. Anschließend gastiert die deutsche Sprintserie noch am Sachsenring (9./10. September), am Red Bull Ring (23./24. September) und am Hockenheimring (21./22. Oktober).



BMW M Motorsport Teams bei wechselhaftem Wetter am Nürburgring im Pech

Sheldon van der Linde, #1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport
Foto: BMW-Motorsport

Das berüchtigte Eifelwetter hat am DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring (GER) zugeschlagen und die BMW M Motorsport Teams kalt erwischt. Vor allem im Sonntagsrennen konnten die BMW M4 GT3 ihre starke Pace nicht umsetzen, denn die Teams Schubert Motorsport und Project 1 setzten bei extrem schwierigen Witterungsbedingungen auf die falsche Reifenstrategie. Auf abtrocknender Strecke starteten Sheldon van der Linde (RSA), Marco Wittmann und René Rast (beide GER) auf Slicks, doch nach wenigen Runden erneut einsetzender Regen warf das Trio weit zurück. Am Samstag hatten Wittmann und van der Linde Punkte geholt.

Volles Risiko lautete die Devise der BMW M Motorsport Teams am Sonntag: Zum Zeitpunkt des Rennstarts sah es danach aus als würde die Strecke abtrocknen, daher setzten van der Linde und Rast vor, und Wittmann nach der ersten von zwei Einführungsrunden auf Slicks, während der Rest des Feldes auf Regenreifen losfuhr. Zunächst fielen die drei BMW M Werksfahrer auf noch feuchtem Untergrund zurück, doch dann wendete sich das Blatt und sie holten wieder auf.

Hätte das Wetter bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters nach 20 Minuten gehalten, hätte der Reifenpoker aufgehen können, doch ein Schauer nach knapp einer Viertelstunde machte die Strategie zunichte. In den Runden bis zum regulären Boxenstopp verlor das BMW Trio zu viel Zeit, um noch in die Punkteränge fahren zu können. Am Ende wurde Wittmann 16., van der Linde und Rast belegten die Plätze 17 und 19. Bestplatzierter BMW Fahrer war an seinem DTM-Debütwochenende Sandro Holzem (GER) auf Position 15, die ihm seinen ersten DTM-Punkt einbrachte. Der zweite Project-1-Fahrer war auf Regenreifen gestartet. Vor allem für van der Linde und Wittmann war das Pech beim Regenpoker bitter, denn sie hatten sich auf den Plätzen zwei und fünf qualifiziert.

Im Samstagsrennen fuhren Wittmann und van der Linde als Sechster und Siebter in die Top-Ten. Beide zeigten dabei nach schwierigen Qualifyings im Rennen starke Aufholjagden. Für Wittmann ging es vom zehnten Startplatz bis auf Position sechs nach vorn, van der Linde zeigte von Startposition 15 ein noch deutlich stärkeres Comeback und war phasenweise das schnellste Fahrzeug im Feld. Rast wurde 20., direkt gefolgt von Holzem.

Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Nürburgring

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Project 1): „Grundsätzlich haben wir an diesem Wochenende eigentlich ganz gute Fortschritte gemacht und am Samstag als bestplatzierter BMW gute Punkte eingefahren. Auch am Sonntag sah es nach dem Qualifying sehr gut aus. Leider habe ich dann gemeinsam mit dem Team am Start des Rennens die falsche Strategieentscheidung getroffen. Wir dachten, es würde länger trocken bleiben und sind deshalb nach der ersten Einführungsrunde reingekommen, um auf Slicks zu wechseln. Damit war ich in den ersten Runden auch das schnellste Fahrzeug im Feld, doch dann hat der erneut einsetzende Regen unsere Strategie zunichte gemacht. Das ist sehr enttäuschend, kann aber auch mal passieren.“

Sheldon van der Linde (#1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Über unsere falsche Reifenwahl am Sonntag bin ich natürlich enttäuscht, denn der Tag hat mit Platz zwei im Qualifying sehr gut angefangen. Leider haben wir dann durch unseren Strategiefehler viele Punkte liegen gelassen. Positiv war mein Comeback am Samstag von Startplatz 15 auf Rang sieben. Das zeigt, dass unsere Pace gut war.“

René Rast (#33 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Der Nürburgring war für mich diesmal keine Reise wert. Das war ein Wochenende zum Vergessen. In beiden Rennen haben wir uns für die falsche Reifenstrategie entschieden und hatten dadurch jeweils keine Chance auf Punkte. Am Samstag fing es an zu regnen, und wir haben auf Regenreifen gewechselt. Gerade, als ich damit schneller zu werden schien, hat es wieder aufgehört. Am Sonntag war es genau umgekehrt. Das ist enttäuschend, aber solche Wochenenden gibt es manchmal.“