Montag, 7. August 2023

Sasse/Ortmann mit Triumph auf dem Nürburgring Halbzeit-Champions

  • Aston Martin-Duo holt zweiten Saisonsieg und übernimmt die Tabellenführung
  • Mit Porsche und Mercedes-AMG Fahrzeuge von zwei weiteren Marken auf Podium
  • Max Kronberg mit Sieg in der Trophy-Wertung

Strahlende Gewinner: Hugo Sasse (li.) und Mike David Ortmann
Foto: ADAC-Motorsport

Nach Platz zwei am Samstag gewannen Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) im Aston Martin Vantage GT4 das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Die amtierenden Champions machten damit einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung und reisten als neue Tabellenführer aus der Eifel ab. Zur Saisonhalbzeit der ADAC GT4 Germany ist ihnen zudem der inoffizielle Titel des Halbzeitmeisters sicher. Rang zwei im Sonntagsrennen ging an das Porsche 718 Cayman GT4-Duo Daniel Gregor (17/Maikammer) und Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) vor den Vortagssiegern Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG GT4. „Wir freuen uns natürlich riesig über den Sieg, zumal der Nürburgring auch das Heimspiel unseres Teams ist. Gerade das Rennen zur Saisonhalbzeit hat in der Regel Signalwirkung für den Rest der Jahres. Insofern fahren wir optimistisch an den Lausitzring in zwei Wochen“, jubelte Sasse auf dem Podium.

Das Rennen hatte zunächst Porsche-Pilot Leo Pichler (21/AUT, Wimmer Werk Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Start erfolgte aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse hinter dem Safety-Car - und schon in der ersten Runde unter Grün fuhren Ortmann und Primm vorbei am Österreicher. Die Beiden bestimmten mit einem sehenswerten Duell die erste Rennhälfte, doch Pichler blieb stets in Schlagdistanz. Nach den Pfichtboxenstopps übernahm dann kurzzeitig sogar Pichlers Teamkollege Max Wimmer (31/AUT) die Führung, doch Hugo Sasse und Jan Philipp Springob, die für Ortmann und Primm ins Cockpit stiegen, machten gleich Druck auf den Porsche.

Zunächst fuhr Springob an Sasse vorbei und wenig später überholten Beide schließlich Wimmer. Das Duo setzte sich an der Spitze des Feldes ein wenig ab und rund zwölf Minuten vor Rennende kämpfte sich Sasse am Mercedes-AMG von Springob vorbei und fuhr zum zweiten Saisonsieg für sich und Teamkollege Ortmann. Springob hatte in den letzten Rennminuten noch den Porsche von Daniel Gregor im Rückspiegel. In der vorletzten Runde überholte der von Sportwagen-Weltmeister Timo Bernhard geförderte Youngster den Mercedes-AMG und sicherte sich und Teamkollege Zulauf nicht nur den zweiten Platz, sondern auch den Triumph in der Juniorwertung.

Platz vier ging an den Porsche von Nicolaj Møller Madsen (30/DNK) und Ivan Ekelchik (26/ARM, beide Wimmer Werk Motorsport). Deren Teamkollege Max Wimmer beendete das Rennen auf dem fünften Platz. Sechste wurden Max Kronberg (36/Berlin) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche, was für Kronberg auch den Sieg in der Trophy-Wertung bedeutete. Platz sieben holte das Aston Martin-Duo Ben Dörr (18/Butzbach) und Théo Nouet (21/FRA, beide Dörr Motorsport) vor den Porsche-Fahrern David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (24/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport). Dahinter folgten die Markenkollegen Pavel Lefterov (25/BGR) und Stefan Bostandjiev (19/BGR, beide Overdrive Racing) auf Platz neun. Die Top Zehn komplettierten die Gaststarter Brock Ghilchrist (19/NZL) und Rylan Gray (16/AUS, beide KCMG) im Toyota GR Supra GT4.

Stimmen nach dem Rennen

Mike David Ortmann - Sieger für Prosport Racing

„Unser zweiter Saisonsieg ist natürlich traumhaft. Es hätte nicht besser laufen können. Ich habe gleich von Anfang an versucht, zu puschen - und habe somit die Pirelli-Reifen gleich auf Temperatur gebracht. Das hat super funktioniert. Ein großer Dank geht an das ganze Team, das einen grandiosen Job gemacht hat. Wir freuen uns, nun die Tabelle anzuführen. Das Rennwochenende hat richtig Spaß gemacht.“

Hugo Sasse - Sieger für Prosport Racing

„Der Halbzeittitel sagt noch nichts aus - ist aber trotzdem schön. Somit sind wir extrem happy, wie es heute gelaufen ist. Mein Stint war relativ nervenaufreibend, denn ich hatte zunächst nicht die perfekte Linie gefunden. Doch dann stellte sich die Pace ein. Die Überholmanöver haben Spaß bereitet. Es war ein sehr respektvoller Kampf mit JP Springob. Wir haben uns heute keine Fehler geleistet und den Fans eine super Show geboten.“

Daniel Gregor - Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Unser zweites Podium der Saison ist natürlich super für die Tabelle. Heute konnten wir wieder zeigen, was wir können und haben uns großartig durchgesetzt. Ich war in der zweiten Rennhälfte eines der schnellsten Autos, das hat mich mega gefreut. Vielleicht hätte es am Ende sogar noch zum Sieg gereicht, wenn das Rennen zwei Runden länger gedauert hätte.“

Finn Zulauf - Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Es war ein super Rennen, insbesondere am Ende von Daniel mit seiner tollen Aufholjagd. Wir haben gute Punkte mitgenommen, was wichtig für die Meisterschaft ist. Auch mit meinem Stint war ich sehr zufrieden.“

Jan Philipp Springob - Platz drei für CV Performance Group

„Platz drei ist top, auch wenn wir zwischendurch sogar die Hoffnung hatten, zu gewinnen. Ich denke, aber wir hatten einen zu hohen Luftdruck in den Reifen gewählt. Somit ist es zum Ende nicht mehr ganz aufgegangen. Wir sind dennoch zufrieden.“

Simon Primm - Platz drei für CV Performance Group

„Heute hat alles gut zusammengepasst. Wir haben das Maximum herausgeholt. Der Porsche war am Ende einfach zu schnell. Vielleicht hätten wir den Aston Martin noch bekommen. Aber hätte, wäre, wenn. Mit Platz drei haben wir gute Punkte gesammelt.“


Doppelter Debüt-Sieg: Paul und Grasser triumphieren im Regen

  • Maximilian Paul und das GRT Grasser-Racing-Team feiern am Nürburgring ersten DTM-Erfolg
  • Porsche-Pilot Thomas Preining nach Platz fünf Halbzeitmeister
  • 49.300 Besucher erleben rasantes Rennwochenende mit typischem Eifelwetter

Zum ersten Mal auf dem DTM-Podium und direkt ganz oben: Maximilian Paul
Foto: dtm.com

Erster Sieg beim zweiten DTM-Einsatz – Maximilian Paul (Dresden) gelang am Sonntag auf dem Nürburgring eine Sensation. Der 23-Jährige war im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 auf Platz 13 gestartet und zeigte bei immer stärker werdendem Regen eine sensationelle Aufholjagd. In Runde 26 übernahm er die Führung und wurde nach 35 Umläufen als Sieger abgewunken. Mit dieser Triumphfahrt sicherte Paul sich und dem GRT Grasser-Racing Team den ersten DTM-Erfolg. „Das war ein perfektes Rennen. Mein Start ist mir richtig gut gelungen, der Boxenstopp lief fehlerfrei und der Speed war dank eines richtig gewählten Fahrzeug-Setups die ganze Zeit da. Wichtig war, dass ich hinter Lucas Auer ruhig geblieben bin und dann im richtigen Moment die Chance ergriffen habe. Außerdem hat es sich ausgezahlt, dass ich Mitte Juli das Rennwochenende des ADAC GT Masters als Vorbereitung für die DTM-Rennen nutzen konnte“, sagte Paul. Damit gibt es nach den ersten acht Saisonläufen acht verschiedene Sieger – Rekord in der DTM. Laurin Heinrich (Würzburg) belohnte sich für einen starken Auftritt. Der 21-jährige Porsche-Pilot machte neun Plätze gut und stand zum ersten Mal in der DTM auf dem Podium. Lucas Auer (A) bestätige im Mercedes-AMG GT3 seine gute Form in der Eifel und schaffte es nach Rang zwei am Samstag als Dritter erneut aufs Podium.

Keyfacts, Nürburgring, Saisonrennen 8 von 16

Streckenlänge: 3.629 Meter

Wetter: 12 Grad, Regen

Pole-Position: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #7), 1:29,562 Minuten

Sieger: Maximilian Paul (GRT Grasser-Racing-Team, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #19)

Schnellste Rennrunde: Marco Wittmann (Project 1, BMW M4 GT3 #11), 1:35,871 Minuten

Am Sonntagmittag gingen fast alle Fahrer bei leichtem Niederschlag mit Regenreifen in den achten DTM-Lauf der Saison. Pole-Setter Ricardo Feller (CH) behauptete im Audi R8 LMS GT3 Evo2 zunächst seine Führung vor den beiden Mercedes-AMG von David Schumacher (Salzburg) und Lucas Auer (A). Aber schon nach wenigen Runden musste Feller seine Spitzenposition an Auer abgeben, der sich danach ein wenig vom Feld absetzen konnte. Dahinter gab es auf immer nasserer Strecke zahlreiche Überholmanöver und viele Positionswechsel. Dabei schoben sich Paul und Heinrich Runde für Runde näher an die Spitze heran.

Nach einem Ausritt von Alessio Deledda (I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 und einer anschließenden Gelbphase absolvierten Auer, Paul und Heinrich kurz vor Ende des Boxenstoppfensters den Pflicht-Reifenwechsel. Danach schalteten die Youngster in den Angriffsmodus: In Runde 26 überholte Paul den führenden Auer, im 31. Umlauf zog Heinrich nach und schob sich auf Rang zwei vor. Kurz vor Schluss rutschte Arjun Maini (IND) von der Strecke, das Safety-Car kam zum Einsatz und führte das Feld mit Paul, Heinrich und Auer an der Spitze ins Ziel. Maro Engel (Monaco) krönte im Mercedes-AMG GT3 eine ebenfalls starke Leistung mit Platz vier, Tabellenführer Preining (A) sicherte sich dahinter im Porsche 911 GT3 R mit einer taktisch reifen Vorstellung die Halbzeitmeisterschaft.

Feller war als Sechster bester Audi-Pilot, sein Markenkollege Luca Engstler (Wiggensbach) belegte den siebten Rang. Thierry Vermeulen (NL) steuerte seinen Ferrari 296 GT3 von Startplatz 23 bis auf Position acht. Schumacher verlor dagegen sechs Plätze und wurde auf dem 3,629 Kilometer langen Traditionskurs Neunter. Lamborghini-Pilot Franck Perera (F) von SSR Performance, dessen Teamkollege Mirko Bortolotti (I) nach seinem Sieg am Samstag wegen technischer Probleme seines Boliden nicht starten konnte, machte 14 Ränge gut und komplettierte die Top-Ten.

Stimmen nach dem Rennen

Laurin Heinrich: „Das Überholmanöver gegen Lucas Auer war Racing auf höchstem Niveau. Mit meinem ersten DTM-Podium geht für mich ein Traum in Erfüllung. Am Samstag hat uns die Gelbphase ein gutes Ergebnis gekostet, dieses Mal bin ich erst spät in die Box gefahren und konnte profitieren. Wir haben bei herausfordernden Wetterbedingungen einen kühlen Kopf bewahrt.”

Lucas Auer: „In der Anfangsphase war ich richtig gut unterwegs. Nach dem Boxenstopp habe ich die Reifen leider nicht ins optimale Fenster bekommen. Dadurch konnte ich das Tempo an der Spitze nicht mehr mitgehen. Insgesamt war es für uns aber ein erfolgreiches Wochenende und wir reisen mit einem guten Gefühl zum Lausitzring, wo ich 2016 mein erstes DTM-Rennen gewonnen hab.”

Ergebnis, 2. Rennen, Nürburgring (Top-Five)

1. Maximilian Paul (D/GRT Grasser-Racing-Team)

2. Laurin Heinrich (D/Team75 Motorsport), +0,600 Sekunden

3. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Winward), +1,320 Sekunden

4. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +1,954 Sekunden

5. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +3,248 Sekunden

Sonntag, 6. August 2023

Feller holt Pole für Rennen 2 am Nürburgring

Ricardo Feller holt Pole am Nürburgring für Rennen 2
Foto: Jens Hawrda

Das Eifelwetter spielte am Sonntagmorgen auf dem Nürburgring beim Qualifying zum achten DTM-Meisterschaftslauf eine entscheidende Rolle. Auf feuchter Strecke gab es zu Beginn mehrere Ausritte, im letzten Drittel des 20-minütigen Zeittrainings gelangen auf abtrocknender Fahrbahn reihenweise Top-Zeiten. Ricardo Feller (CH) kam im Audi R8 LMS GT3 Evo2 am besten mit diesen speziellen Bedingungen zurecht und holte sich seine zweite Pole-Position der laufenden DTM-Saison.

Der 23-jährige Schweizer von Abt Sportsline setzte bei den herausfordernden Streckenverhältnissen anders als viele seiner Kollegen von Beginn an auf Trockenreifen und tastete sich mit den Pirelli-Slicks immer näher an das Limit heran. Diese Taktik zahlte sich aus. Feller wurde von Runde zu Runde schneller und fuhr in seinem zwölften Umlauf mit 1:29,562 Minuten die Trainingsbestzeit. „Das ist ein tolles Ergebnis. Ich mag den Kick, auf rutschiger Fahrbahn mit Slicks das Maximum herauszuholen. So können die Bedingungen von mir aus auch beim Rennen sein“, erklärte Feller, der den Pirelli Pole Position Award von Daniel Olbrich (Leiter Trade & Consumer Marketing Pirelli) in Empfang nahm. Mit einem Rückstand von 0,247 Sekunden beendete der aktuelle DTM-Champion Sheldon van der Linde (ZA) im BMW M4 GT3 das Qualifying auf Rang zwei, Jack Aitken (GB) wurde mit dem Ferrari 296 GT3 Dritter. Dahinter folgten auf den Plätzen vier und fünf die Mannschaftskollegen David Schumacher (Salzburg) und Lucas Auer (A) vom Mercedes-AMG Team Winward.

Das Qualifying wurde für die Fahrer am Sonntagmorgen bei Temperaturen von 13 Grad Celsius auf feuchter Fahrbahn zu einem Tanz auf der Rasierklinge. Einige Piloten waren mit Regenreifen unterwegs, andere versuchten, sich mit Slicks an die Mischbedingungen zu gewöhnen, da die Strecke zusehends abtrocknete. Samstagssieger Mirko Bortolotti (I) konnte nicht an seine starken Leistungen anknüpfen und musste seinen Lamborghini Huracán GT3 Evo2 nach einem Ausrutscher wegen technischer Probleme vorzeitig abstellen.

Quelle: dtm.com


Springob/Primm gewinnen im Mercedes-AMG Regenkrimi auf dem Nürburgring

  • Zweiter Saisonsieg für Fahrerduo der CV Performance Group
  • Champions Ortmann/Sasse auf Platz zwei
  • Aston Martin-Piloten Sokolovskiy/Surzyshyn mit erstem Trophy-Triumph

Der Mercedes-AMG GT4 von Jan Philipp Springob und Simon Primm
Foto: dtm.com

Das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring bot Spannung, Dramatik sowie Taktik-Kniffe bei wechselnden Wetterbedingungen - und somit packenden Motorsport. Am Ende triumphierten Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG GT4, die ihren zweiten Saisonsieg 2023 feiern konnten. In einem rundenlangen Duell um Platz zwei setzte sich der Aston Martin Vantage GT4 der amtierenden Champions Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) gegenüber den Markenkollegen Ben Dörr (18/Butzbach) und Théo Nouet (21/FRA, beide Dörr Motorsport) durch. „Wir sind natürlich mega happy über den Sieg, denn nun sind wir wieder voll im Meisterschaftskampf mit dabei“, jubelte Springob auf dem Podium.

Kurz vor Rennstart öffnete der Eifel-Himmel seine berüchtigten Schleusen und sorgte noch in der Startaufstellung für Hektik, da das Feld der ADAC GT4 Germany komplett auf Regenreifen umsattelte. Nach einem Rennstart, der aus Sicherheitsgründen hinter dem Safety-Car absolviert wurde, setzte sich Pole-Setter Sasse direkt an der Spitze ab. Seinen Speed konnte zunächst nur Markenkollege Ben Dörr mitgehen. Eine Kollision im Hinterfeld sorgte nach rund zehn Rennminuten für eine Unterbrechung mit der roten Flagge und auch nach dem erneuten Start hinter dem Safety-Car konnten Sasse und Dörr die ersten beiden Plätze behalten. Der spätere Laufsieger Jan Philipp Springob fuhr in der ersten Rennhälfte auf der fünften Position.

Kurz nach dem Öffnen des Boxenstoppfensters sorgte eine erneute kurze Safety-Car-Phase für weitere Spannung. Denn einige Fahrzeuge aus dem Mittelfeld wurden bei abtrocknender Strecke für den Wechsel auf Slicks in die Boxengasse beordert, was zunächst wie die richtige Entscheidung wirkte. Die Spitze blieb hingegen mit Regenreifen auf der Strecke. Doch dann kam der nächste Regenschauer über die Strecke daher und sorgte für Erleichterung im Vorderfeld. Springob bog als erstes der Spitzen-Fahrzeuge zum Fahrerwechsel auf Primm ab und konnte dadurch profitieren. Denn Partner Primm lag nach dem anschließenden Boxenstopp des zu Beginn zweitplatzierten Aston Martin von Dörr Motorsport, den Théo Nouet von Ben Dörr übernommen hatte, in direkter Schlagdistanz. Kurz drauf überholte Primm den Franzosen.

Der zu Rennbeginn führende Prosport-Aston Martin kam erst ganz zum Ende des Boxenstoppfensters zum Fahrerwechsel von Sasse auf Ortmann, der sich bei der Herausfahrt aus der Boxengasse auf der Position zwischen Primm und Nouet wiederfand. Im weiteren Rennverlauf konnte Primm mit schnellen Rundenzeiten die Führung auf über acht Sekunden ausbauen. Somit konnte auch eine Penalty-Lap, die zu Rennende noch wegen eines Vergehens beim Boxenstopp ausgesprochen wurde, nicht mehr am zweiten Saisonsieg von Springob/Primm rütteln. Primm war somit auch in der Juniorwertung erfolgreich.

Zwischen Ortmann und Nouet gab es über weite Teile der zweiten Rennhälfte ein sehenswertes Duell um Platz zwei, welches der Deutsche letztendlich für sich entschied. Kurzzeitig sogar vor den Beiden lag Marcel Lenerz (25/Ludwigsau, BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport), doch für den Mercedes-AMG-Piloten und Teamkollege Denis Bulatov (24/Köln) reichte es am Ende lediglich zu Rang vier. Fünfte wurden Nicolaj Møller Madsen (30/DNK) und Ivan Ekelchik (26/ARM, beide Wimmer Werk Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4 vor Patrick Steinmetz (22/Nittel) und Ferdinand Winter (19/Grafenrheinfeld) in einem weiteren Mercedes-AMG der CV Performance Group. Platz sieben ging an die Serien-Neulinge Leon Erger (22/Wiehl) und Raphael Rennhofer (16/AUT, beide Prosport Racing) im Aston Martin. Dominique Schaak (32/Magdeburg) und Philipp Gogollok (17/Bad Homburg, beide EastSide Motorsport) erreichten im Mercedes-AMG Rang acht vor Pavel Lefterov (25/BGR) und Stefan Bostandjiev (19/BGR, beide Overdrive Racing) in einem weiteren Porsche. Die Top Zehn komplettierten Yevgen Sokolovskiy (44/UKR) und Damon Surzyshyn (46/CAN, beide Prosport Racing). Die Aston Martin-Fahrer gewannen somit erstmals in diesem Jahr die Trophy-Wertung.

Stimmen nach dem Rennen

Jan Philipp Springob - Sieger für CV Performance Group

„Nachdem es in Zandvoort nicht nach Plan lief, ist der Triumph natürlich klasse. Mein Stint war extrem schwierig. Wir sind einen niedrigen Reifendruck gefahren, somit war es nicht einfach, zu Beginn die Pace mitzugehen. Dann hatte der Kommandostand mitgeteilt, dass ich etwas langsamer machen solle, um die Regenreifen zu managen. Ich habe daraufhin ganz entspannt meine Runden gedreht. Dann hat mich das Team zum richtigen Zeitpunkt in die Box beordert und Simon hat das Rennen perfekt zu Ende gefahren.“

Simon Primm - Sieger für CV Performance Group

„Der Sieg ist atemberaubend. Einen großen Anteil daran hat aber auch das Team, das sich eine super Strategie ausgedacht hat. Wir sind zum Ende des Safety-Cars in die Box gekommen. Danach habe ich Théo auf der Strecke und Mike David bei der Ausfahrt aus der Boxengasse überholt. Ich konnte daraufhin einen großen Vorsprung herausfahren, somit hatte auch die Penalty-lap keine Auswirkung mehr. Zum Ende versuchte ich hauptsächlich, die Regenreifen über nasse Stellen auf der Strecke zu kühlen. Jetzt freuen wir uns auf das Sonntagsrennen, in dem wir erneut angreifen wollen.“

Hugo Sasse - Platz zwei für Prosport Racing

„Leider nicht der Sieg - doch es ist dennoch schön, wieder einen Pokal mit nachhause zu nehmen. Gerade bei diesen Bedingungen ist Platz zwei ein Top-Ergebnis. Ich hatte eine super Pace im Regen. Das Fahren hat mir heute richtig viel Spaß gemacht. Bei abtrocknender Strecke war unser Luftdruck etwas zu hoch. Außerdem hatten wir Pech mit dem Safety-Car zu Rennmitte, somit reichte es eben nur zu Rang zwei.“

Mike David Ortmann - Platz zwei für Prosport Racing

„Erwartungsgemäß war es ein schwieriges Rennen mit Mischbedingungen auf der Strecke. Es war natürlich schade, den Sieg sozusagen in der Box verloren zu haben. Dennoch war es ein tolles Rennen. Es galt zu Überleben und wir haben das irgendwie geschafft. Unser Hauptziel war es, wichtige Punkte einzufahren. Das ist uns gelungen. Jetzt hoffen wir, dass wir morgen noch einen Platz weiter vorne ins Ziel kommen.“

Théo Nouet - Platz drei für Dörr Motorsport

„Wir hatten uns an den ersten beiden Wochenenden etwas schwer getan, woraufhin wir etwas am Auto geändert hatten. Nun sind wir zurück im Spiel und freuen uns natürlich über den dritten Platz. Der Kampf mit Mike David war richtig gut und fair, denn es gab keinen Kontakt. Morgen ist mein Ziel die Pole-Position.“

Ben Dörr - Platz drei für Dörr Motorsport

„Nach den letzten Rennen fühlt sich das Podium super an. Das haben wir uns redlich verdient, da wir zuletzt viel Arbeit investiert hatten. Wir fuhren sogar mit um den Sieg, doch hatten etwas Pech mit Regen und Safety-Car. In meinem Stint konnte ich nach der Rotphase gut mit dem Führenden mithalten. Doch bevor es zu einem Überholversuch kam, musste ich zum Fahrerwechsel in die Box abbiegen.“

Unberechenbares Eifelwetter kann Bortolotti nicht stoppen

  • 33-jähriger Italiener feiert seinen ersten DTM-Sieg auf dem Nürburgring
  • Neuer DTM-Rekord: sieben verschiedene Sieger nach den ersten sieben Rennen
  • Lucas Auer wird nach taktisch starker Leistung Zweiter

Mirko Bortolotti mit Start-Ziel-Sieg in der Eifel
Foto: dtm.com

Riesenjubel bei Mirko Bortolotti (I) und seinem Team SSR Performance. Der Italiener holte am Samstag auf dem Nürburgring im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 seinen ersten DTM-Sieg und schob sich in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor. Bortolotti war als Pole-Pole-Setter gestartet und behielt in einem turbulenten Rennen mit zwischenzeitlich einsetzendem Regen bis zum Schluss die Nerven. Nach 39 Runden überquerte der Lamborghini-Pilot mit einem Vorsprung von 1,199 Sekunden als Erster die Ziellinie. „Ich habe lange auf diesen Moment gewartet. Bislang ist es für mich als Schnellster am Freitag und Pole-Setter sowie Rennsieger am Samstag ein perfektes Wochenende. Wichtig war, dass ich während des kurzen Regenschauers auf den Slick-Reifen einerseits keinen Fehler gemacht habe und andererseits auch meinen Vorsprung halten konnte”, sagte Bortolotti. Lucas Auer (A) krönte im Mercedes-AMG GT3 eine taktisch starke Leistung mit Platz zwei, sein Landsmann Thomas Preining wurde im Porsche 911 GT3 R Dritter und konnte damit seine Tabellenführung auf 18 Punkte ausbauen.

Keyfacts, Nürburgring, Saisonrennen 7 von 16

Streckenlänge: 3.629 Meter

Wetter: 18 Grad, bewölkt/leichter Regen

Pole-Position: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #92), 1:25,118 Minuten

Sieger: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #92)

Schnellste Rennrunde: Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Winward, Mercedes-AMG GT3 #22), 1:26,667 Minuten

Im siebte DTM-Lauf kontrollierte Bortolotti nach einem guten Start das Feld und konnte seine Führung kontinuierlich ausbauen. Dahinter hielten Preining und Ricardo Feller (CH) ihre Positionen vor Auer, der sich vom achten auf den vierten Rang verbesserte. Jack Aitken (GB) komplettiere im Ferrari 296 GT3 die Top Fünf. Nach einer halben Stunde begann es, leicht zu regnen. Dann folgte nach einer Kollision zwischen den Porsche-Piloten Christian Engelhart (Starnberg) und Ayhancan Güven (TR) eine Gelbphase, das von den meisten Fahrern für den Pflicht-Boxenstopp genutzt wurde. Trotz des Niederschlags entschieden sich fast alle Piloten für Pirelli-Slicks, was sich auf schnell trocknender Strecke bewährte.

Im 28. Umlauf wurde es turbulent. Alessio Deledda (I) rutschte ins Kiesbett und das Safety-Car kam für zwei Runden zum Einsatz. Dabei spielte der auf Position 22 liegende Perera eine entscheidende Rolle: Nach seinem Boxenstopp kam der überrundete Franzose direkt hinter seinem führenden Teamkollegen Bortolotti auf die Strecke und lag vor den Verfolgern Preining sowie Feller. Beim anschließenden Re-Start schob sich der viertplatzierte Auer an seinen Vorderleuten vorbei und rückte immer dichter an Bortolotti heran. Der Lamborghini-Werksfahrer blieb allerdings fehlerfrei, Auer sah als Zweiter die Zielflagge. Hinter Preining und Feller wurde Dennis Olsen (N) im Porsche 911 GT3 R nach einer kontrollierten Vorstellung Fünfter.

Bester BMW-Pilot war Marco Wittmann (Fürth), der sich von Startplatz zehn auf Rang sechs verbessern konnte. Sein Markenkollege Sheldon van der Linde (ZA) machte dahinter als Siebter gleich acht Positionen gut. Die Aufholjagd des Tages gelang jedoch seinem Bruder Kelvin van der Linde (ZA). Der Audi-Pilot kämpfte sich nach einer Kollision in der ersten Runde vom letzten Platz mit spektakulären Überholmanövern immer weiter nach vorn und belohnte diese Energieleistung mit Rang acht. Patric Niederhauser (CH) wurde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 Neunter, Thierry Vermeulen (NL) komplettierte als bester Ferrari-Fahrer die Top-Ten.

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Lucas Auer: „Was für ein intensives Rennen. Entscheidend war, dass mir sowohl der Start als auch die Re-Starts richtig gut gelungen sind. Außerdem hat das Team eine super Performance beim Boxenstopp hingelegt. Das waren die Schlüsselszenen. Natürlich habe ich hinten raus noch auf einen Fehler von Mirko Bortolotti gehofft, aber er hatte alles unter Kontrolle.”

Thomas Preining: „Das war ein spannendes und chaotisches Rennen. Ich musste mich viel verteidigen, das ist mir aber gut gelungen. Beim zweiten Re-Start haben Mirko Bortolotti und Franck Perera geschickt zusammengearbeitet. Dadurch waren plötzlich mehrere Fahrzeuge neben mir und ich hatte keine Chance, Lucas Auer hinter mir zu halten. Der dritte Platz ist mit Blick auf die Meisterschaft trotzdem ein gutes Ergebnis.”

Ergebnis, 1. Rennen, Nürburgring

1. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance)

2. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Winward), +1,199 Sekunden

3. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +2,572 Sekunden

4. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +3,117 Sekunden

5. Dennis Olsen (N/Manthey EMA), +4,327 Sekunden