Samstag, 9. September 2023

Owega und Seppänen starten am Sachsenring mit Sieg aus der Sommerpause

  • Landgraf-Duo Salman Owega und Elias Seppänen übernimmt Platz eins in der Meisterschaft
  • Zweites Podium für Schubert-Piloten Eduardo Coseteng und Ben Green
  • Maximilian Götz fährt mit HRT-Teamkollege Petru Umbrarescu auf Platz drei

Owega/Seppänen siegen am Samstag am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

Dritter Saisonsieg und Meisterschaftsführung im ADAC GT Masters für Salman Owega (Köln) und Elias Seppänen (FIN) im Mercedes-AMG GT3. Die beiden Piloten von Landgraf Motorsport jubelten am Sachsenring über einen souveränen Erfolg im siebten Saisonlauf. „Der dritte Sieg im ADAC GT Masters fühlt sich großartig an. Bis zur Safety-Car-Phase kurz vor Rennende lief alles nach Plan. Davon habe ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich konnte die starke Vorarbeit von Salman nutzen und das Rennen auf dem ersten Platz beenden. Die Tabellenführung wollen wir nun bis zum Saisonende verteidigen“ sagte Seppänen. Auf Platz zwei kam nach einem turbulenten Finale Ben Green (Schubert Motorsport) ins Ziel. Der Brite teilt sich das Cockpit des BMW M4 GT3 mit dem Filipino Eduardo Coseteng. Mit Rang drei komplettierte das Mercedes-AMG-Duo Petru Umbrarescu (RO) und Maximilian Götz (Uffenheim/beide Haupt Racing Team) das Podium.

Perfekte Bedingungen für das erste Rennen nach der Sommerpause: Temperaturen von 29 Grad Celsius erwarteten die internationalen Piloten aus dem ADAC GT Masters auf der 3,645 Kilometer lange Strecke in Hohenstein-Ernstthal. Pole-Setter Owega profitierte dabei von der bestmöglichen Ausgangslage und verteidigte ungefährdet seine Führungsposition. Bis zum Boxenstopp gab er diese nicht mehr ab und überreichte das Steuer seines Mercedes-AMG GT3 an Teamkollege Seppänen. Der 19-Jährige brachte Rang eins trotz der Safety-Car-Phase in den Schlussrunden ins Ziel und sah als Erster die schwarz-weiß karierte Flagge.

Der Kampf um den zweiten Platz entschied sich erst in der finalen Phase des Rennens. Green setzte nach dem Re-Start in der vorletzten Runde zum entscheidenden Überholmanöver an und belohnte sich und Coseteng mit dem zweiten Podiums-Erfolg nach dem Saisonauftakt am Hockenheimring. „Ich stand noch nie am Sachsenring auf dem Podest. Toll, dass es heute soweit war. Aufgrund der Safety-Car-Phase konnten wir unsere Reifen etwas herunterkühlen. Das gab mir die Chance, nochmal zu attackieren“, erklärte der zweimalige Laufsieger Green. Platz drei eroberte sich Götz. Der ADAC GT Masters-Champion von 2012 spielte seine ganze Erfahrung aus und verbesserte sich mit Teamkollege Umbrarescu um fünf Positionen. „Es ist schön, wieder im ADAC GT Masters auf dem Podium zu stehen. In meinem Stint fuhr ich schnelle Rundenzeiten. Ich wusste, dass mir die Neutralisierung durch das Safety-Car eine Chance bot. Am Ende habe ich alles reingelegt und ein tolles Manöver gezeigt“, fasste Götz zusammen.

Den vierten Platz auf der Berg- und Talbahn holten sich Alain Valente (CH) und Ralf Aron (EST). Damit rundeten die Piloten des Haupt Racing Team das starke Ergebnis für Mercedes-AMG mit drei Boliden in den Top Vier ab. Fünfter wurde das Porsche-Duo mit ADAC Stiftung Sport-Förderfahrer Finn Gehrsitz (Stuttgart) und Sven Müller (Bingen/beide Team Joos by Racemotion). Mit Rang sechs erzielten die beiden Litauer Jonas Gelžinis und Jonas Karklys (beide NordPass by Juta Racing) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 ihr bestes Resultat im ADAC GT Masters. Den siebten Platz belegten die Lamborghini-Fahrer Benjamin Hites (CHL) und Marco Mapelli (I/beide GRT Grasser-Racing-Team). Auf Rang acht schlossen Jannes Fittje (Langenhain) sowie Nico Menzel (Kelberg/beide Huber Motorsport) im Porsche 911 GT3 R das 60-minütige Sprintrennen ab.


Sieg für Luca Stolz, Thomas Preining wieder an der Tabellenspitze

  • Mercedes-AMG-Fahrer Stolz landet ungefährdeten ersten Saisonerfolg
  • Thomas Preining übernimmt nach Platz zwei wieder die Tabellenführung
  • Fans erleben am Samstag auf dem Sachsenring erstes DTM-Rennen nach 21 Jahren

Luca Stolz siegt am Samstag am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

Ein abgeklärter Luca Stolz (Brachbach) hat am Samstag das erste DTM-Rennen auf dem Sachsenring nach 21 Jahren gewonnen. Der Mercedes-AMG-Pilot wurde nach 45 Runden mit einem Vorsprung von 2,688 Sekunden als Erster abgewunken und machte damit seinen zweiten Sieg in der DTM perfekt. „Erst die Pole-Position und dann der Start-Ziel-Erfolg, das war ein perfekter Tag. Ich freue mich mega über meinen zweiten DTM-Sieg, denn der Sachsenring ist für mich eines der Highlights im DTM-Kalender. Durch den Vorsprung sah es von außen vielleicht einfach aus, trotzdem musste ich immer voll fokussiert bleiben und durfte mir keinen Fehler erlauben“, sagte der 28-Jährige vom Mercedes-AMG Team HRT. Thomas Preining (A) belegte im Porsche 911 GT3 R Rang zwei und übernahm wieder die Tabellenführung. Sein Markenkollege Ayhancan Güven (TR) vom Team75 Motorsport stand als Dritter zum ersten Mal in der DTM auf dem Podium und fuhr auch die schnellste Rennrunde.

Keyfacts, Sachsenring, Saisonrennen 11 von 16

Streckenlänge: 3.645 Meter

Wetter: 29 Grad Celsius, sonnig

Pole-Position: Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT, Mercedes-AMG GT3 #4), 1:17,633 Minuten

Sieger: Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT, Mercedes-AMG GT3 #4)

Schnellste Rennrunde: Ayhancan Güven (Team75 Motorsport, Porsche 911 GT3 R #24), 1:19,284 Minuten

Die Zuschauer sahen am Samstagmittag auf der engen Strecke einen harten Schlagabtausch beim Start. Rad-an-Rad und mit einigen Berührungen passierten die Fahrer die erste enge Rechtskurve, wobei sich Pole-Setter Stolz an der Spitze sofort absetzen konnte. In nur wenigen Runden baute er seinen Vorsprung vor Güven, Preining, Ferrari-Pilot Jack Aitken (GB) und dem bis dahin Gesamtführenden Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 auf über drei Sekunden aus. Auch nach einem kurzen Safety-Car-Einsatz im siebten Umlauf, bei dem Fahrzeugteile von der Strecke geräumt wurden, blieb der Mercedes-AMG-Pilot vorn. Aitken musste dagegen nach einigen harten Kontakten in der Anfangsphase sein Auto mit einem defekten Kühler abstellen.

Kaum war das Boxenstopp-Fenster nach 20 Minuten geöffnet, wechselten Stolz und Preining als erste ihre Pirelli-Reifen. Diese Taktik zahlte sich aus. Stolz blieb in Führung, der Österreicher schob sich an Güven vorbei, der eine Runde später neue Pneus aufziehen ließ und als Dritter wieder auf die Strecke fuhr. Verlierer war Bortolotti: Auf Rang vier liegend erhielt der Italiener wegen eines Vergehens in der Box eine Strafe und fiel auf Platz neun zurück. Davon profitierten die Teamkollegen Ricardo Feller (CH) und Kelvin van der Linde (ZA). Die beiden Fahrer von Abt Sportsline beendeten das Samstagsrennen am Sachsenring in ihren Audi R8 LMS GT3 Evo2 auf den Positionen vier und fünf.

Der aktuelle DTM-Champion Sheldon van der Linde (ZA) steuerte seinen BMW M4 GT3 auf Platz sechs. Porsche-Pilot Dennis Olsen (N) wurde Siebter, gefolgt von René Rast (Bregenz), der sich im zweiten BMW von Schubert Motorsport vom 18. auf den achten Rang verbessern konnte. Hinter dem Neunten Bortolotti unterstrich Thierry Vermeulen (NL) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing seine gute Form und fuhr zum fünften Mal hintereinander unter die Top Ten. Die Gesamtwertung führt Preining mit 151 Punkten vor Bortolotti (145 Punkte) und Feller (132 Punkte) an.

Der zweite Lauf auf dem Sachsenring wird am Sonntag um 13:30 Uhr gestartet. Der deutsche Free-TV-Sender ProSieben beginnt mit der Übertragung bereits um 13:00 Uhr. Die Entscheidung über die Startaufstellung für das Sonntagsrennen fällt im Qualifying, das um 9:05 Uhr beginnt und genau wie das Rennen live im Stream auf ran.de sowie dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen ist. Weltweit wird die DTM in über 150 Territorien live oder re-live ausgestrahlt.

Thomas Preining: „Es war die richtige Entscheidung vom Team, früh auf neue Reifen zu wechseln. Dank der guten Strategie konnten wir uns Rang zwei holen. Ein weiterer Podiumsplatz und zurück an der Tabellenspitze, das ist ein super Ergebnis. Glückwunsch an Luca Stolz. Er war besonders zu Rennstart und nach dem Boxenstopp auf den kalten Reifen extrem schnell unterwegs.“

Ayhancan Güven: „Es hat sich mega angefühlt, nach zuletzt weniger erfolgreichen Rennen wieder vorne mitzumischen und endlich auf dem DTM-Podium zu stehen. Am Ende habe ich Ricardo Feller und Kelvin van der Linde in meinem Rückspiegel gesehen. Ich wollte aber unbedingt aufs Treppchen und bin froh, dass es geklappt hat.“

Ergebnis, 1. Rennen, Sachsenring

1. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT)

2. Thomas Preining (A/Manthey EMA), +2,688 Sekunden

3. Ayhancan Güven (TR/Team75 Motorsport), +3,630 Sekunden

4. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +10,598 Sekunden

5. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), +10,867 Sekunden


Freitag, 8. September 2023

Preining Tagesschnellster beim DTM-Comeback am Sachsenring

Die Tagesbestzeit beim DTM-Comeback auf dem Sachsenring setzte Thomas Preining
Foto: dtm.com

Kampfansage von Thomas Preining (A): Der Gesamtzweite war am Freitag bei der DTM-Rückkehr an den Sachsenring schnellster Pilot des Tages und machte damit deutlich, dass er sich die Tabellenführung an diesem Rennwochenende zurückholen will. Der Porsche-Werksfahrer gewann das zweite Freie Training am Nachmittag mit 1:18,537 Minuten und erzielte damit die absolute Bestmarke.

„Als großer MotoGP-Fan fahre ich immer gern am Sachsenring. Ich hoffe, dass wir die Leistung aus dem Training am Samstag im Qualifying bestätigen können. Wir haben es diese Saison aber schon oft gesehen, dass der Pole-Setter vorher im freien Training gar nicht unbedingt vorne dabei war. Trotzdem stimmt mich die Tendenz positiv“, sagte der 25-Jährige und lieferte eine kurze Streckenanalyse: „Der Sachsenring hat viele Eigenheiten. Es geht viel mehr Berg auf und ab als auf anderen DTM-Strecken. Dazu kommen einige blinde Kurven, die von uns Fahrern Mut erfordern. Das ist ein echter Old-School-Kurs, der richtig Spaß macht.“

Kelvin van der Linde (ZA) umrundete den 3,645 Kilometer langen Kurs in der ersten Session am Freitagvormittag im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline am schnellsten, war am Ende des Tages aber 0,041 Sekunden langsamer als der Österreicher. Spitzenreiter Mirko Bortolotti (I) von SSR Performance bestätigte seine Top-Form und erzielte ebenfalls im ersten Freien Training exakt die gleiche Zeit wie van der Linde. Seine Bestmarke setzte der Lamborghini-Werksfahrer allerdings später als der Südafrikaner und wurde damit Dritter in der Tageswertung. Ayhancan Güven (TR) steuerte einen weiteren Porsche 911 GT3 R auf den vierten Platz. Bester Mercedes-AMG-Fahrer war Maro Engel (Monaco) mit der „Mamba“ vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter als Fünfter.

Der erste Auftritt der DTM-Boliden auf dem Sachsenring nach 21 Jahren wurde in beiden Sessions erst spät entschieden. Am Vormittag gelang den beiden Top-Piloten Kelvin van der Linde und Bortolotti in ihrer jeweils 18. Runde die Bestzeit. Am Nachmittag erzielte Preining bei einer etwas höheren Lufttemperatur von 28 Grad Celsius in seinem 20. Umlauf die Tages-Bestmarke. 


Donnerstag, 7. September 2023

Titelkampf in der ADAC GT4 Germany geht auf dem Sachsenring in die entscheidende Phase

  •     Tabellenführer Sasse/Ortmann gewann drei der letzten vier Rennen auf dem Sachsenring
  •     Rennstall des zweitplatzierten Denis Bulatov mit Heimspiel
  •     Lokalmatadoren von East-Racing Motorsport mit Gaststart im BMW

Foto: Jens Hawrda

In der ADAC GT4 Germany spitzt sich der Titelkampf zu. Am kommenden Wochenende findet auf dem Sachsenring die fünfte von sechs Saisonstationen statt. In der Tabelle liegen vier Rennwagen von drei Marken dicht beieinander, deren Piloten mit guter Punkteausbeute eine Vorentscheidung anstreben. Das verspricht Hochspannung pur auf der attraktiven 3,645 Kilometer langen Berg- und Talbahn in der Nähe von Chemnitz. Wer sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen möchte, kann sich online auf dtm.com Eintrittskarten sichern. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden zudem wie üblich live im Free-TV von SPORT1 übertragen.

Mit der besten Ausgangslage reisen die Aston Martin Vantage GT4-Fahrer Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) an den Sachsenring. Die amtierenden Champions sind aktuelle Tabellenführer und haben in den letzten beiden Jahren mit drei Siegen in vier Wertungsläufen auf dem Sachsenring dominiert. „Die Strecke liegt unserem Fahrstiel und dem Auto ganz gut. Es gibt wenige Abschnitte, in denen Topspeed gefragt ist. Dementsprechend haben wir auf dem Sachsenring immer gut ausgesehen“, beschreibt Sasse. „Wir möchten die Tabellenführung weiter ausbauen und den nächsten Schritt in Richtung Titel machen. Der Sachsenring ist eine meiner Lieblingsstrecken. Dadurch, dass die Zuschauer sehr nahe dran sind, ist die Atmosphäre immer richtig klasse. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Zuschauerzahlen am Sachsenring recht hoch. Ich denke, das wird dieses Jahr wieder ähnlich.“

Mit lediglich fünf Punkten Rückstand liegt Denis Bulatov (24/Köln) auf Rang zwei der Tabelle. Für ihn wird das Rennwochenende auf dem Sachsenring ganz speziell, denn sein Rennstall BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport aus Oelsnitz im Vogtland hat erstmals Heimspiel. „Alle im Team freuen sich auf den Sachsenring, da sehr viele Bekannte, Partner und Sponsoren uns vor Ort besuchen werden. Denen möchten wir natürlich eine ganz große Show bieten“, so Bulatov, der sich einen Mercedes-AMG GT4 mit Marc de Fulgencio (24/ESP) teilt. „Das Ziel sind ganz klar zwei Laufsiege. Ich möchte den Abstand in der Gesamtwertung verkürzen oder vielleicht sogar als Tabellenführer abreisen. Denn der Sachsenring sollte unserem Mercedes-AMG besser liegen als der Hockenheimring, auf dem dann das Saisonfinale ausgetragen wird. Somit wäre es ideal, wenn wir einen Punkte-Puffer aufbauen könnten.“

Ebenfalls noch aussichtsreich im Titelrennen liegen Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group), die in einem weiteren Mercedes-AMG 20 Punkte Rückstand auf Sasse/Ortmann haben. Die Tabellenvierten David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (24/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport) rechnen sich mit 30 Zählern Rückstand auch noch Chancen im Titelrennen aus.

Das Feld der ADAC GT4 Germany ist auch auf dem Sachsenring wieder extrem hochkarätig und ausgeglichen besetzt. Fahrzeuge der vier Marken Aston Martin, BMW, Mercedes-AMG und Porsche versprechen interessante Rennen. Gespickt ist der Grid wieder mit spektakulären Gaststartern. So setzt East-Racing Motorsport, das seinen Teamsitz direkt am Sachsenring hat, einen brandneuen BMW M4 GT4 ein, der von den Lokalmatadoren Steve Kirsch (44/Chemnitz) und Christopher Röhner (25/Mülsen) gefahren wird. Die CV Performance Group bringt einen dritten Mercedes-AMG für Neuling Fabio Rauer (17/Stolberg) und Robin Falkenbach (21/Niederkassel) zum Sachsenring.

Mittwoch, 6. September 2023

Interview mit DTM-Pilot Maro Engel

 Maro Engel: „Die DTM ist für mich die Formel 1 mit Dach“

  •  Mercedes-AMG Performance-Fahrer im Interview über seine besondere Beziehung zur DTM
  • Engel verrät, welchen entscheidenden Einfluss Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg auf seine Karriere hatte und warum man „aktuell das beste Racing in der DTM erlebt“

Maro Engel
Foto: Jens Hawrda

Maro Engel fährt dieses Jahr mit einem echten Hingucker in der DTM: ein Mercedes-AMG GT3, dessen gelb-grünes „Mamba-Design“ die Fans begeistert. Mit Ausnahme des Sonntagsrennens auf dem DEKRA Lausitzring gelang dem 38-jährigen Wahl-Monegassen in dem auffälligen Mercedes-Boliden immer der Sprung in die Punkteränge. Auch beim sechsten Saisonstopp auf dem Sachsenring (8. bis 10. September) möchte Engel wieder vorn angreifen. Im Interview spricht der Pilot vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter über Runden im Kart mit DTM-Legende Bernd Schneider, Freundschaften im Motorsport und seine Vorfreude auf den Sachsenring.

Du bist einer der erfahrensten DTM-Piloten. Wie bist du eigentlich zum Motorsport gekommen?
Einer der Gründe war Nico Rosberg. Wir sind damals zusammen in Monaco in den gleichen Kindergarten gegangen und bis heute gut befreundet. Nicos Vater hat ihm zum Geburtstag ein Kart geschenkt und meinen Vater gefragt, ob er mir nicht auch eins schenken möchte, damit wir zusammen fahren können. So hat das Ganze seinen Lauf genommen. Wir haben heute noch regelmäßig Kontakt und es ist eine schöne Geschichte, dass wir es beide in den Profisport geschafft haben. Auch wenn Nico als Formel-1-Weltmeister natürlich noch erfolgreicher war.

Welchen Einfluss hat dein auffällig designtes Fahrzeug auf dich?
Die Mann-Filter Mamba hat Kultstatus und ich habe mich riesig gefreut, als ich damals von der Entscheidung erfahren habe, dass ich mit diesem legendären Design in der DTM fahren werde. Es ist Wahnsinn, wie viele Fans an den Strecken mit den gelben Fahnen, Caps und T-Shirts von uns herumlaufen. Es gibt nichts Schöneres, als bei den Autogrammstunden die leuchtenden Augen der Kinder zu sehen. Ich bin früher selbst als kleiner Junge bei der DTM mit meinem Autogrammbuch herumgelaufen und habe immer gehofft, eine Cap von einem Team zu bekommen.

Wie fällt dein Zwischenfazit nach den ersten zehn Rennen aus?
Das letzte Rennwochenende am Lausitzring war leider nicht gut. Bis auf das sind wir bislang eine gute Saison gefahren und haben meist das Mögliche mitgenommen. In Oschersleben hatten wir einen schwierigen Auftakt, trotzdem haben wir uns reingekämpft. Das Highlight war natürlich das Wochenende in Zandvoort, wo ich das Samstagsrennen gewinnen konnte. Auch beim Regenrennen auf dem Nürburgring waren wir stark, da haben uns leider die Gelbphasen ein besseres Ergebnis gekostet.

Wie entscheidend ist Konstanz, um vorn mitzumischen?
Konstanz ist ein Schlüssel, um in dieser umkämpften Serie vorn dabei zu sein. Jeder weiß, dass man in der DTM nicht jedes Wochenende gewinnen kann. Umso wichtiger ist es, auch in schwierigen Rennen die maximale Punktzahl mitzunehmen. Ich hoffe, dass sich für uns in den verbleibenden Rennen noch mehr Chancen ergeben, von weiter vorn zu starten. Wenn du aus dem Mittelfeld kommst, ist es immer ein großer und mit Risiko verbundener Kampf, um Plätze gutzumachen.

Du fährst deine siebte DTM-Saison. Welche Erinnerungen hast du an dein Debüt vor 15 Jahren?
Ich denke gern an meine erste Saison zurück, weil ich damals meine heutige Frau Steffi kennengelernt habe. Sie hat in der Presseabteilung der DTM gearbeitet und natürlich ist die Erinnerung daran mein Highlight aus der Saison 2008. Heute sind wir sechs Jahre verheiratet und haben eine fünfjährige Tochter.

Erinnerst du dich an weitere Höhepunkte?
Auch sportlich war es ein besonderes Jahr für mich. Ich hatte meinen ersten Profivertrag und natürlich bot mir die DTM auch die Chance, mich erstmals auf so einer großen Bühne zu zeigen. Die Serie hatte ich schon seit Kindheitstagen verfolgt. Mit Bernd Schneider und Ralf Schumacher zählten zudem zwei Fahrer zum Starterfeld, die prägende Personen meiner Jugend waren.

Inwiefern waren die beiden besonders für dich?
Als ich noch als kleiner Junge im Kart gefahren bin, hat Bernd Schneider mir die Hütchen aufgestellt und erklärt, welche Linie ich fahren soll. Das tat er mit großer Leidenschaft. Daher empfand ich es als besonders, 2008 in Bernds letzter DTM-Saison gemeinsam mit ihm im Kader von Mercedes-AMG zu sein. Dazu war es als Teamkollege von Ralf Schumacher, den ich auch schon seit Kindheitstagen kannte, eine große Ehre und Herausforderung. Zumal wir damals beide in einem Jahreswagen gefahren sind.

Damals wie heute bist du für den Hersteller mit dem Stern im Einsatz. Was bedeutet dir diese Beziehung?
Meine Debüt-Saison in der DTM war auch der Anfang meiner Zeit für Mercedes-AMG. Ich bin sehr stolz darauf, dieses Jahr die 16. Saison zur Mercedes-AMG-Familie zu gehören und sie in der DTM repräsentieren zu dürfen. Heutzutage ist so eine enge Beziehung eher selten geworden und daher etwas Besonderes. Ich genieße großes Vertrauen und durfte über die lange Zeit viele Personen im Unternehmen kennenlernen, die hart für unseren Erfolg arbeiten.

Welche Rolle spielt die DTM in deiner Karriere?
Die DTM steht schon immer für Motorsport auf höchstem Niveau und ist für mich die Formel 1 mit Dach. Hier messen sich die besten Fahrer, Teams und Hersteller im GT-Sport. Ich möchte immer gegen die Besten antreten und das macht für mich den Reiz aus. Mit den Prototypen aus den 2000er Jahren, den Class-1-Autos und den heutigen GT3-Sportwagen durfte ich drei Generationen von DTM-Fahrzeugen fahren. Aus meiner Sicht erleben wir aktuell das beste Racing. Früher gab es in der DTM für Überholmanöver Hilfsmittel wie DRS. Davon bin ich kein Fan und froh, dass es das heute nicht mehr gibt.

Die Leistungsdichte an der Spitze der DTM ist so hoch wie lange nicht. Welchen Einfluss hat der Konkurrenzkampf auf Freundschaften?
Ich habe im Motorsport schon einige gute Freunde gefunden. Die Kollegialität ist heute ziemlich hoch, auch wenn wir auf der Strecke alle Rivalen sind. Mit vielen Fahrern reist man fast über das komplette Jahr zu den Rennstrecken. Da entwickeln sich einfach auch enge Freundschaften. Im DTM-Fahrerlager zählt Luca Stolz beispielsweise zu einem meiner engsten Freunde. Wir sind viele Jahre miteinander gefahren, da lernt man sich gut kennen.

Für die nächsten beiden Rennen kehrt die DTM nach 21 Jahren zurück an den Sachsenring. Was hältst du von der Strecke?
Ich bin großer Fan vom Sachsenring. Die Strecke ist mit dem Verlauf sowie den schnellen Kurven einzigartig und hat mit blinden Kuppen oder auch den Höhenunterschieden einiges zu bieten. Dazu kommt eine Region, in der Motorsport gefeiert wird. Daher freue ich mich umso mehr auf das Wochenende. In der DTM erlebt man an der Strecke Volksfest-Atmosphäre, die Fans kommen nah an Fahrer und Autos ran. Das macht die Serie aus.