Mittwoch, 6. September 2023

Wer jubelt am Sachsenring? Vierkampf an der Spitze im ADAC GT Masters

  •  Finn Gehrsitz und Sven Müller vom Team Joos by Racemotion aktuelle Tabellenführer
  •  Hochspannung in der Meisterschaft: Vier Fahrerduos innerhalb von zehn Punkten
  •  Rückkehr von ADAC GT Masters-Champion 2012 Maximilian Götz

Foto: Jens Hawrda

Nach der Sommerpause nimmt das ADAC GT Masters wieder Fahrt auf. Am Wochenende (8. bis 10. September) gastiert die traditionsreiche GT-Serie des ADAC für den vierten Tourstopp am Sachsenring. ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Finn Gehrsitz (Stuttgart) sowie Sven Müller (Bingen/beide Team Joos by Racemotion) reisen als Führende in der Meisterschaft an die 3,645 Kilometer lange Berg- und Talstrecke in Hohenstein-Ernstthal. Dort trifft das Porsche-Duo unter anderem auf Rückkehrer Maximilian Götz (Uffenheim): Der Meister aus der Saison 2012 teilt sich das Cockpit des Mercedes-AMG GT3 mit dem Rumänen Petru Umbrarescu (beide Haupt Racing Team) und absolviert seinen zweiten Einsatz in dieser Saison. Am Sachsenring sowie bei den beiden weiteren Stationen bestreitet das ADAC GT Masters alle Saisonläufe auf der reichweitenstarken DTM-Plattform. TV-Partner Sport1 überträgt alle Rennen live in voller Länge im Free-TV.

„Ich freue mich extrem auf die zweite Saisonhälfte. Es fühlt sich gut an, dass wir zur Halbzeit auf Platz eins stehen. Das bestätigt die harte Arbeit des gesamten Teams. Wir wollen dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Platz eins ist sehr umkämpft und das Feld liegt dicht zusammen. Wichtig ist, dass Finn und ich weiter kontinuierlich Punkte sammeln“, sagt der Meisterschaftsführende Müller. Mit nur drei Punkten Rückstand befinden sich Salman Owega (Köln) und Elias Seppänen (FIN) in unmittelbarer Schlagdistanz. Die beiden Piloten von Landgraf Motorsport feierten mit ihrem Mercedes-AMG GT3 bereits zwei Saisonsiege. Jannes Fittje (Langenhain) und Nico Menzel (Kelberg/beide Huber Motorsport) im Porsche 911 GT3 R haben auf Platz vier lediglich zehn Punkte Rückstand auf Platz eins. Durch den Sieg im sechsten Saisonrennen am Nürburgring brachten sich Benjamin Hites (CHL) und Lamborghini-Werksfahrer Marco Mapelli (I) mit dem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 in Lauerstellung. Das Duo vom GRT Grasser-Racing-Team trennt 18 Zähler von der Tabellenspitze. Götz visiert bei seinem zweiten Auftritt 2023 mit Teamkollege Umbrarescu ebenfalls eine Top-Platzierung an. Der DTM-Champion 2021 jubelte bislang über sechs Siege im ADAC GT Masters. Huber Racing wird in der zweiten Saisonhälfte fehlen. Das Porsche-Team muss sein Engagement nach dem gesundheitlichen Ausfall von Teamchef Christoph Huber vorzeitig beenden.

Der Sachsenring stellt die Fahrer zum Start in den zweiten Saisonabschnitt vor eine besondere Herausforderung: Gefälle von maximal 12,8 sowie Steigungen von bis zu zehn Prozent sind typische Merkmale für den Sachsenring. „Der Asphalt am Sachsenring ist etwas rauer als auf anderen Strecken, weshalb der Reifen stärker beansprucht wird. Viele Linkskurven fordern Mensch und Material gleichermaßen. Der Kurs bietet schnelle und langsame Abschnitte. Auch teils blinde Passagen machen den Sachsenring zu einer großen Herausforderung. Es ist sehr schwierig, das perfekte Set-up zu finden“, erklärt der dreifache Rennsieger Müller die Besonderheiten des Sachsenrings.

Dienstag, 5. September 2023

America is calling – die NASCAR Whelen Euro Series kommt in die Magdeburger Börde

Die NASCAR Whelen Euro Series startet in Oschersleben
Foto: Markus Toppmöller

Die NASCAR Whelen Euro Series gastiert erstmals in der Motorsport Arena Oschersleben vom 22. bis 24. September 2023. Internationale Fahrer und zahlreiche Gäste werden zum Rennen und einem American Festival erwartet.

Ein einzigartiges Event für die gesamte Region kündigt sich an und steht mit dem Organisationsteam der Motorsport Arena in den Startlöchern. Die Pokale sind bereits bestellt, der Zeitplan ist in den finalen Zügen, die Genehmigungen sind eingeholt. Alles ist vorbereitet für die rund 25 Teams, welche sich aus ganz Europa für den einzigen deutschen Lauf der NASCAR Whelen Euro Series angekündigt haben.

Einer von ihnen ist fast spontan mitten in der Saison dazu gestoßen – der Magdeburger Dominique Schaak. Er wird für das deutsche Team Bremotion als Gaststarter ins Rennen auf dem 3,6 Kilometer langen Kurs in Oschersleben gehen. „Es ist das absolute Highlight meiner Motorsport-Saison. Hätte mir früher jemand gesagt, dass ich mal in einer NASCAR Serie an den Start gehe, hätte ich das nicht geglaubt.“, schwärmt der Magdeburger Rennfahrer Dominique Schaak. „Ich möchte die Veranstaltung gemeinsam mit meinen Sponsoren einfach genießen und meine Leistung über das Wochenende steigern. Es ist nach dem Kart-, Formel-, GT- Sport nur ein nächster aufregender Schritt in meiner motorsportlichen Laufbahn – für mich geht damit auch ein Traum in Erfüllung.“, fasst Schaak zusammen.

Neben Dominique Schaak als deutschen Rennfahrer hat sich direkt aus Amerika auch in der NASCAR aktive deutsche Team 3F Racing aus Charlotte (North-Carolina) als Gast-Team angekündigt. „Amerika wird an diesem Wochenende für die NASCAR-Berichterstattungen auch einen Blick in Richtung Magdeburger Börde werfen“, erfreut sich Alexandra Werner Pressesprecherin der Arena.

Auch hochrangige Gäste haben sich für die Startaufstellungen und Siegerehrungen angekündigt. Mit dabei ist auch der Generalkonsul John R. Crosby aus Leipzig, welcher die Vereinigten Staaten von Amerika auch als Schirmherr des Events repräsentieren wird.

Eine ganze Stadt ist eingeladen, bei dieser Veranstaltung mitzufeiern. So werden vor allem Schulen, Kindergärten aber auch Familien aufgerufen am Donnerstag, 21. September beim Pre-Event auf dem Marktplatz Oschersleben teilzunehmen. „Fast alle Rennwagen werden in die Innenstadt fahren und sich dort präsentierten. Alle Besucher haben die Möglichkeit sich dort auch Autogramme der Fahrer zu sichern.“, erläutert Alexandra Werner, Pressesprecherin der Motorsport Arena das Konzept. „In toller Zusammenarbeit mit der Stadt Oschersleben wurde hier ein Event auf die Beine gestellt, was Motorsport hautnah an die großen und kleinen Fans bringt. Regionale Akteure zeigen, was die Region gemeinsam auf die Beine stellen kann.“, zeigt sich Alexandra Werner begeistert.

Ab Freitag, dem 22. September starten die Piloten auf der Rennstrecke dann so richtig durch. „Wir freuen uns auf kultigen amerikanischen Motorsport mit echten NASCAR V8 Sound und packenden Duellen Stoßstange an Stoßstange“, erfreut sich Geschäftsführer Ralph Bohnhorst. „Durch die Etablierung eines US-Car Fantreffens und die Möglichkeit das Fahrerlager frei zu besuchen, schaffen wir eine Nähe zu diesem Motorsport, welcher mittlerweile selten geworden ist. Es wird eine Veranstaltung für die ganze Familie mit vielen Highlights und das zeichnet uns mit den Ideen des Organisationsteams im Hintergrund aus.“, kündigt Ralph Bohnhorst an.

Tickets für die Veranstaltung vom 22. bis 24. September gibt es im Onlineshop ab 20 Euro und für fünf Euro mehr später auch an der Tageskasse. Auch Motorhome-Stellplätze mit direktem Blick auf die Rennstrecke oder VIP-Tickets sind ab sofort erhältlich. Kinder bis einschließlich 12 Jahren haben kostenlosen Zugang zur Veranstaltung. Mehr Informationen zu diesem einzigartigen Event gibt es unter www.motorsportarena.com/nascar.

Quelle: www.Motorsportarena.com

Montag, 4. September 2023

Comeback nach 21 Jahren: Sachsenring fordert die DTM-Stars

  •  Titelkampf mit bisher fünf verschiedenen Tabellenführern geht in die nächste Runde
  •  DTM-Fahrer erwarten große Höhenunterschiede, schnelle Kurven und blinde Kuppen
  •  Packendes Rahmenprogramm mit GT-Serien und Markenpokal-Action

Foto: Jens Hawrda

Auf dieses Comeback haben die Motorsport-Fans in Sachsen über zwei Jahrzehnte gewartet. Kommendes Wochenende (8. bis 10. September) gastiert die DTM erstmals seit 2002 wieder auf dem Sachsenring. Damals umrundeten noch Ikonen wie Rekord-Champion Bernd Schneider oder Bernd Mayländer, heutiger Safety-Car-Fahrer in der Formel 1, die 3,645 Kilometer lange Strecke. Vor der Rückkehr der Rennserie nach 21 Jahren heißt der aktuelle Tabellenführer Mirko Bortolotti (I) – mit einem knappen Vorsprung von sieben Punkten auf Porsche-Pilot Thomas Preining (A). Ein Blick auf die laufende Saison mit fünf verschiedenen Spitzenreitern zeigt allerdings, dass der Wechsel in der Gesamtführung bisher die Konstante in der DTM ist. Die Zuschauer dürfen sich bei den beiden Rennen am Sachsenring dank der hohen Leistungsdichte auf Spannung bis zur letzten Kurve freuen. ProSieben strahlt die beiden DTM-Läufe live im deutschen Free-TV aus und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 11 und 12 von 16

    Streckenlänge: 3.645 Meter
    Layout: 14 Kurven (vier Rechts-, zehn Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
    Sieger 2002, Rennen 1: Laurent Aïello (Team Abt Sportsline, Abt-Audi TT-R 2002)
    Sieger 2002, Rennen 2: Laurent Aïello (Team Abt Sportsline, Abt-Audi TT-R 2002)

Spannung an der Spitze

Für Bortolotti lief das vergangene DTM-Wochenende am DEKRA Lausitzring mit 50 von 56 möglichen Zählern nahezu perfekt. Der Italiener von SSR Performance übernahm damit die Tabellenführung und schlüpfte in die Rolle des Gejagten. Dazu bewies der 33-jährige Lamborghini-Werksfahrer vor allem bei seinem Sieg am Sonntagsrennen in der Lausitz, dass er auch unter Druck keine Fehler macht. Thomas Preining (A) musste dagegen feststellen, dass auch eine 28-Punkte-Führung in der DTM kein sicheres Polster bilden. Der Vorsprung auf Bortolotti schmolz in der heißen Sonne am Lausitzring dahin und wurde zu einem Rückstand von sieben Zählern, den der Porsche-Pilot vom Team Manthey EMA auf dem engen Kurs am Sachsenring wieder wettmachen will.

Ricardo Feller (CH) überzeugt diese Saison mit Konstanz. Der 23-Jährige sammelte in bisher jedem Rennen zuverlässig Zähler und etablierte sich darüber hinaus mit Top-Platzierungen auf Rang drei der Tabelle. Da der Abt-Sportsline-Pilot mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo2 auch im Qualifying erfolgreich unterwegs ist und trotz seines jungen Alters taktisch klug fährt, ist mit dem ADAC GT Masters Champion von 2021 auch beim Meisterschaftskampf in der DTM zu rechnen. Titelverteidiger Sheldon van der Linde (ZA) hat zuletzt an Boden auf die Spitze verloren. Der Gesamtvierte muss am Sachsenring im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport punkten, um in der Meisterschaft wieder anzugreifen. Das gilt auch für den letztjährigen Vizemeister Lucas Auer (A) im Mercedes-AMG GT3, dessen Formkurve mit zwei Podiumsplätzen aus den letzten vier Rennen steil nach oben zeigt. Ferrari-Fans hoffen in Sachsen auf ein ähnlich gutes Abschneiden wie am Lausitzring, wo der italienische Hersteller mit dem Team Emil Frey Racing seinen ersten Saisonsieg sowie drei weitere Top-Ten-Ränge verbuchen konnte.

Achterbahn mit Volksfest-Atmosphäre

Der Sachsenring bietet als Motorradkurs viele schnelle Kurven sowie enge Passagen. Die höchsten Geschwindigkeiten werden auf der knapp 800 Meter langen Start-und-Ziel-Geraden erreicht. Ein besonderes Kennzeichen des Traditionskurses sind die enormen Höhenunterschiede mit einem Gefälle von maximal 12,8 und Steigungen von bis zu zehn Prozent. Mercedes-AMG-Werksfahrer Maro Engel (Monaco) belegte dort 2021 im ADAC GT Masters zwei zweite Plätze und ist großer Fan des Sachsenrings. „Die Strecke ist mit dem Verlauf sowie den schnellen Kurven einzigartig und hat mit blinden Kuppen oder auch den Höhenunterschieden einiges zu bieten. Dazu kommt eine Region, in der Motorsport gefeiert wird. Daher freue ich mich umso mehr auf das Comeback am Wochenende. In der DTM erlebt man an der Strecke Volksfest-Atmosphäre, die Fans kommen nah an Fahrer und Autos ran. Das macht die Serie aus“, sagt Engel.

Sachsenring-Comeback mit starken Rahmenserien

Beim Comeback der DTM auf dem Sachsenring sehen die Zuschauer auch im Rahmenprogramm hochklassigen Motorsport. Das ADAC GT Masters präsentiert sich nach dem Norisring zum zweiten Mal auf der reichweitenstarken Plattform DTM und wird in diesem Rahmen bis zum Finale in Hockenheim alle Rennen bestreiten. Auch die ADAC GT4 Germany ist mit zwei Meisterschaftsläufen am Start. Darüber hinaus kämpfen im Porsche Carrera Cup Deutschland sowie dem BMW M2 Cup vor allem junge Nachwuchsfahrer um Siege und Pokale.

Donnerstag, 31. August 2023

BMW M Motorsport Teams punkten auf dem Lausitzring – 100. DTM-Rennen für René Rast

Sheldon van der Linde #1
Foto: Jens Hawrda

Die BMW M Motorsport Teams erlebten auf dem Lausitzring (GER) ein insgesamt schwieriges DTM-Wochenende mit Höhen und Tiefen. Im Samstagsrennen fuhren Titelverteidiger Sheldon van der Linde (RSA) als Fünfter, sein Schubert-Motorsport Teamkollege René Rast (GER) als Achter und Marco Wittmann (GER) als Zehnter wichtige Punkte ein. Am Sonntag warfen Probleme im Qualifying die BMW M Motorsport Fahrer in der Startaufstellung weit zurück, vor allem Wittmann gelang jedoch eine starke Aufholjagd. Für Rast gab es anderen Grund zu feiern: Er absolvierte am Sonntag das 100. DTM-Rennen seiner Karriere, dreimal gewann er den Titel.


Auch wenn der BMW M4 GT3 auf dem Lausitzring die Pace der Spitze generell nicht ganz mitgehen konnte, kamen van der Linde, Rast und Wittmann am Samstag im Qualifying noch ganz gut zurecht und fuhren von Startplätzen im vorderen Mittelfeld im Rennen die Positionen fünf, acht und zehn heraus.

Am Sonntag hatten sie im Zeittraining Pech mit einer roten Flagge fünf Minuten vor Ende der Session. Nach dem Restart schafften sie es nicht mehr, die Reifen ins richtige Temperaturfenster zu bringen, und kamen nicht über die Startplätze 15 für Rast, 21 für van der Linde und 22 für Wittmann hinaus. Im Rennen zeigte das BMW M Werksfahrer Trio jedoch großen Kampfgeist und schaffte beeindruckende Aufholjagden. Vor allem Wittmann glänzte mit einer Fahrt von Platz 22 auf neun, verlor jedoch im Nachhinein noch einen Platz wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe. Rast wurde Elfter, van der Linde belegte Rang 13. Sandro Holzem (GER) fuhr im zweiten BMW M4 GT3 des Project 1 Teams an seinem erst zweiten DTM-Wochenende die beachtlichen Plätze 17 und 18 heraus.

 
Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Lausitzring:

Sheldon van der Linde (#1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Ich bin vor allem stolz auf den fünften Platz, den wir am Samstag eingefahren haben. Ich denke, das war das absolute Maximum, das wir unter den Voraussetzungen, die wir am Lausitzring mit dem BMW M4 GT3 hatten, erreichen konnten. Am Sonntag haben wir leider durch das Qualifying und einige kleinere Zwischenfälle im Rennen viele Punkte liegen gelassen. Das ist enttäuschend, aber ich bin noch immer voll im Titelrennen – und jetzt kommen einige Strecken, die unserem Auto besser liegen sollten. Wir geben also weiter Vollgas.“

René Rast (#33 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Ich bin in beiden Rennen in die Punkte gefahren, aber insgesamt ist die Ausbeute mager. Da hätte ich mir für mein 100. Rennen natürlich etwas mehr gewünscht. Es war offensichtlich, dass wir an diesem Wochenende nicht die Voraussetzungen hatten, um konkurrenzfähig zu sein. Ich war am Sonntag als 15. bestplatzierter BMW Fahrer im Qualifying – das sagt alles, denke ich. Im Rennen habe ich einige Plätze gutgemacht, aber mehr war nicht drin.“

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Project 1): „Ich sehe das Wochenende mit gemischten Gefühlen. Ich habe in beiden Rennen Punkte geholt, und vor allem am Sonntag war meine Pace im Rennen wirklich sehr gut. Aber mein persönlicher Anspruch ist natürlich, ganz vorne mitzufahren. Das gelingt uns aktuell noch nicht, da uns als Team nach wie vor Erfahrung auf den einzelnen Rennstrecken fehlt. Das macht sich vor allem in den Trainings bemerkbar, in denen wir noch mehr nach dem richtigen Set-up suchen als erfahrenere Teams. Wir schaffen es zwar mittlerweile sehr gut, zum Rennen hin auf das Level der anderen zu kommen und gute Leistungen zu zeigen, aber insgesamt haben wir in dem Punkt mit Blick auf die kommenden Saisonrennen noch Steigerungspotenzial.“


DTM-Podestplatz für Mercedes-AMG Customer Racing auf dem Lausitzring

  •  Früher Boxenstopp verhilft Luca Stolz zu drittem Platz im Sonntagsrennen
  •  Fünf Mercedes-AMG GT3 sammeln in der Lausitz wichtige Meisterschaftspunkte
  •  Lucas Auer verkürzt mit Platz vier und sechs den Rückstand in der Fahrerwertung
  •  ADAC GT4 Germany: Sieg für Denis Bulatov und Marc de Fulgencio am Sonntag

Lucas Auer #22
Foto: Jens Hawrda

Mit einem Podiumserfolg am Sonntag und insgesamt sieben Platzierungen in den Punkterängen ist Mercedes-AMG Customer Racing erfolgreich in die zweite DTM-Saisonhälfte gestartet. Luca Stolz (GER) in Diensten des Mercedes-AMG Team HRT wurde am Sonntag Dritter. Er schloss das fünfte Rennwochenende auf dem DEKRA Lausitzring als punktebester Mercedes-AMG Pilot ab. Lucas Auer (AUT) vom Mercedes-AMG Team WINWARD wurde Vierter am Samstag und Sechster am Sonntag. Die Performance Fahrer mussten dabei nicht nur die starke Konkurrenz in Schach halten, sondern auch hochsommerlich-herausfordernde Temperaturen rund um den 3,4 Kilometer langen Kurs meistern.

Sonntag: Richtige Strategieentscheidung ermöglicht Platz drei für Luca Stolz

Diese schwierigen Bedingungen machten sich auch beim Qualifying am Sonntagvormittag bemerkbar, als eine rote Flagge fünf Minuten und sechs Sekunden vor dem Ende die Pläne der Teams durchkreuzte. Weil die verbleibende Zeit nicht ausreichte, die Reifen ins optimale Arbeitsfenster zu bekommen, entwickelte sich eine spannende Schlussphase. Luca Stolz qualifizierte sich mit dem Mercedes-AMG GT3 #4 im dichten Verkehr als bester Mercedes-AMG Pilot für Startposition sechs, David Schumacher (GER) wurde mit dem Mercedes-AMG GT3 #27 Siebter, sein Teamkollege Lucas Auer Achter.

Weil das Überholen auf dem Lausitzring traditionell schwierig ist, spielte beim Rennen am Nachmittag die Taktik eine entscheidende Rolle. Luca Stolz und Lucas Auer gehörten zu den Ersten, die beim Öffnen des Boxenstoppfensters in die Boxengasse abbogen. Im Anschluss brachte Stolz die frischen Reifen an seinem GT3 #4 sofort auf Temperatur und arbeitete sich so zunächst virtuell auf den vierten Platz nach vorne. Kurze Zeit später nutzte er diesen Reifenvorteil für ein erfolgreiches Überholmanöver auf der Strecke und ging damit als Drittplatzierter in die Schlussphase.

Die beiden Führungsfahrzeuge verloren bei ihrem Zweikampf um den Sieg viel Zeit, wodurch Stolz in den letzten Runden noch einmal herankam. Der erfahrene DTM-Pilot brachte den dritten Platz mit rund 1,5 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel und sicherte sich damit seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison. Lucas Auer behauptete ebenfalls seine Position und wurde Sechster. Arjun Maini (IND) vom Mercedes-AMG Team HRT holte in seinem 40. DTM-Rennen als 14. zwei Punkte. David Schumacher, der zunächst ebenfalls auf Punktekurs lag, musste seinen Mercedes-AMG GT3 nach einer Kollision vorzeitig abstellen.

ADAC GT4 Germany: BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport gewinnt mit neuer Besetzung

Erfolgreich verlief der Sonntag auch für BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport. Das Team um Denis Bulatov (GER), der an diesem Wochenende mit Marc de Fulgencio (ESP) einen neuen Teamkollegen an die Seite gestellt bekam, konnte das zweite Rennen der ADAC GT4 Germany für sich entscheiden. Das Duo sicherte sich mit dem Mercedes-AMG GT4 #4 von der zweiten Startposition kommend den Sieg. Bulatov belegt damit nach acht von zwölf Rennen Platz zwei in der Fahrerwertung.

Samstag: Vier Mercedes-AMG GT3 beenden DTM-Rennen 1 in den Punkten

Seine aktuelle Formstärke stellte Lucas Auer am Steuer des Mercedes-AMG GT3 #22 bereits im ersten Zeitfahren am Samstagvormittag unter Beweis: Der amtierende Vizechampion, der auf dieser Strecke 2016 seinen ersten DTM-Sieg eingefahren hatte, qualifizierte sich für die dritte Startposition und sammelte damit bereits vor dem Rennstart seinen ersten Punkt an diesem Wochenende. Luca Stolz nahm den Samstagslauf als Neunter in Angriff.

Beim Start am frühen Nachmittag schafften es alle sechs Mercedes-AMG GT3 unbeschadet durch die erste Kurve und konnten zum Teil mehrere Positionen gewinnen. Nach einem frühen Safety-Car-Einsatz sortierte sich das Feld zunächst, ehe der obligatorische Boxenstopp für weitere Verschiebungen sorgte. Lucas Auer und das Mercedes-AMG Team WINWARD entschieden sich für einen frühen Boxenstopp. Auf kalten Reifen und mit fünf Kilogramm Erfolgsballast vom Nürburgring im Gepäck, musste er jedoch kurz darauf einen Mitbewerber ziehen lassen und beendete das einstündige Rennen als Vierter. Luca Stolz war auf der gleichen Strategie unterwegs, profitierte aber von einem schnellen Reifenwechsel durch das Mercedes-AMG Team HRT, der ihn bis auf Rang sechs nach vorne brachte.

Maro Engel (GER) vom Mercedes-AMG Team MANN-FITLER zeigte ebenfalls eine bemerkenswerte Leistung. Trotz Startplatz 19 und einer frühen Penalty Lap wurde der Mercedes-AMG Markenbotschafter 13., was ihm drei Meisterschaftspunkte einbrachte. Sein Teamkollege Jusuf Owega (GER) vom Mercedes-AMG Team BWT, Schnellster im zweiten Freitagstraining, kam eine Position hinter ihm ins Ziel. Dass die Hitze – zwischenzeitlich zeigte das Thermometer über 35 Grad Lufttemperatur an – den Piloten, Mechanikern und Fahrzeugen alles abverlangte, bewies die lange Ausfallliste: Zehn von 28 Teilnehmern schafften es am Samstag aus verschiedenen Gründen nicht in die Wertung.

Lucas Auer reist als Fünfter der Gesamtwertung zum Sachsenring, Maro Engel als Sechster
Lucas Auer verkürzte den Rückstand auf den Spitzenreiter auf 44 Punkte und belegt nun mit 94 Punkten den fünften Platz der Fahrerwertung. Auf Rang sechs folgt Maro Engel mit 81 Punkten. Die nächste Gelegenheit zum Aufholen erhalten die beiden am 9. und 10. September, wenn die DTM nach 20 Jahren Pause wieder am Sachsenring gastiert. Es folgen Rennen am Red Bull Ring (23./24. September) und das Saisonfinale in Hockenheim (21./22. Oktober).

 
Stimmen der Mercedes-Piloten zum Rennwochenende in der Lausitz

Luca Stolz, Mercedes-AMG Team HRT #4
„Mit dem sechsten Platz gestern und dem Podium heute war es ein sehr gutes Wochenende für uns. Das Team hat alles gegeben und einen super Job gemacht. Wir hatten einen schnellen Stopp und ich habe anschließend eine starke Out Lap hinbekommen. Ich bin glücklich, dass wir uns mit dem Podium belohnt haben. Jetzt ist es wichtig, dass wir an diesen Erfolg anknüpfen können, wenn es zum Sachsenring geht. Dann fahren wir hoffentlich sogar um den Sieg.”

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team WINWARD #22
„Aufgrund der Hitze waren es zwei unglaublich harte Rennen. Nach dem guten Qualifying und dem vierten Platz im Rennen bin ich zufrieden mit meinem Samstag, auch wenn das Podium vielleicht drin gewesen wäre. Heute bin ich dafür sehr enttäuscht. Von Startplatz acht wäre einiges möglich gewesen, aber wir waren im Rennen einfach nicht schnell genug, um weiter nach vorne zu kommen. Immerhin haben wir mit Platz sechs wieder wichtige Punkte gesammelt.”

Jusuf Owega, Mercedes-AMG Team BWT #84
„Am Freitag sah es sehr gut aus, und wir hatten auf jeden Fall eine gute Pace. Leider haben aber die zwei schlechten Qualifyings mein Wochenende bestimmt. Man kann auf dem Lausitzring nur sehr schwer überholen, im Mittelfeld kommt es außerdem immer zu Berührungen, die dem Auto schaden. Entsprechend waren es zwei zähe Rennen für mich, in denen es mehr darum ging, irgendwie durchzukommen.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48
„Es war ein gebrauchtes Wochenende für uns. Am Sonntag bin ich leider etwas unsanft von der Bahn geschoben worden, kurze Zeit später mussten wir das Auto abstellen. Auch wenn es am Samstag zu Punkten gereicht hat, müssen wir dieses Wochenende schnell abhaken, weiter arbeiten und es bei der nächsten Veranstaltung am Sachsenring besser machen.”