Sonntag, 20. August 2023

Porsche-Duo Gregor/Zulauf gewinnt Hitzeschlacht auf dem DEKRA Lausitzring

  • Erster Saisonsieg für Junior-Piloten von AVIA W&S Motorsport
  • Zwei BMW-Duos komplettieren nach Aufholjagd das Podium
  • Sasse/Ortmann bauen Tabellenführung weiter aus

Erster Saisonsieg für Gregor/Zulauf, Porsche #75
Foto: Jens Hawrda

Spannende Zweikämpfe von Anfang bis Ende, zwei sensationelle Aufholjagden und die Entscheidung erst kurz vor Schluss - das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem DEKRA Lausitzring bot einfach richtig gute Unterhaltung. Bei Außentemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke holten Daniel Gregor (17/Maikammer) und Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche ihren ersten Saisonsieg vor dem BMW M4 GT4 von Maxime Oosten (19/NLD) und Michal Makes (23/CZE, beide Project 1). Deren Markenkollegen Mex Jansen (17/NLD) und Nico Hantke (19/Hürth, beide Walkenhorst Motorsport) komplettierten das Podium. „Der Trend deutete es schon an. Denn nach Platz drei in Zandvoort und Rang zwei auf dem Nürburgring konnte nun doch nur der Sieg kommen“, meinte ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Gregor auf dem Podium mit einem Augenzwinkern. „Wir sind natürlich überglücklich. Das Team hat uns ein mega Auto hingestellt.“

Das Rennen hatte zunächst jedoch Porsche-Markenkollege Nicolaj Møller Madsen (30/DNK, Wimmer Werk Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Champion von 2020 dominierte die erste Rennhälfte nach Belieben und hatte sich bis zum Fahrerwechsel einen Vorsprung von über 3,5 Sekunden herausgefahren. Noch am besten mit Møller Madsen mithalten konnten Gregor auf Platz zwei und Rodrigo Almeida (19/MOZ) im Mercedes-AMG GT4 von BWT Mücke Motorsport auf der dritten Position. Stark aufgelegt waren in der ersten Rennhälfte auch zwei BMW-Fahrer. Maxime Oosten fuhr von Startplatz elf bis auf die vierte Position nach vorne. Sein Landsmann und Markenkollege Mex Jansen hatte sich nach Startplatz zehn bis auf den fünften Rang vorgearbeitet.

Im Anschluss an die Fahrerwechsel dann aber der Schock im Lager von Wimmer Werk Motorsport. Ivan Ekelchik (26/ARM), der den führenden Porsche von Møller Madsen übernommen hatte, unterschritt die Mindestverweildauer in der Boxengasse und wurde im Anschluss von der Rennleitung mit einer Penalty-Lap belegt. Er fiel zurück und überquerte die Ziellinie letztendlich auf Platz fünf.

Somit übernahm Finn Zulauf, der für Gregor ins Auto stieg, im AVIA W&S Motorsport-Porsche die Führung. Doch Almeidas Teamkollege Josef Knopp (19/CZE) und Oostens Partner Michal Makes übten mächtig Druck auf den Porsche aus. Ein rundenlanger und intensiver Dreikampf an der Spitze war das Resultat. Makes schien zunächst die besten Karten zu haben, nachdem er sowohl den Mercedes-AMG von Knopp als auch den führenden Zulauf überholte. Doch eine Safety-Car-Phase wenige Minuten vor Rennende brachte nochmals Hochspannung in die Entscheidung um den Tagessieg.

Nach dem Restart fiel zunächst Knopp zurück und beendete das Rennen auf Platz sieben. Nico Hantke, der den fünftplatzierten BMW von Jansen übernommen hatte, fuhr mit zwei starken Überholmanövern auf Rang drei vor – und auch im Duell an der Spitze gab es nochmals einen Tausch. Denn eine Minute vor Rennende holte sich Zulauf mit einem sehenswerten Ausbremsmanöver am Ende der Start/Ziel-Geraden die Führung von Makes zurück und fuhr anschließend zum Sieg, der für ihn und Teamkollege Gregor auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete.

Knapp das Podium verpasst hatte das Aston Martin Vantage GT4-Duo Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing), die mit Platz vier ihre Tabellenführung jedoch weiter ausbauen konnten. Hinter Møller Madsen/Ekelchik belegten Denis Bulatov (24/Köln) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport) Rang sechs. Achte wurden Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG. Die BMW von Sami-Matti Trogen (21/FIN) und Enzo Joulié (19/FRA, beide Walkenhorst Motorsport) sowie Marat Khayrov (36/KGZ) und Gabriele Piana (36/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) komplettierten die Top Zehn. Khayrov konnte sich zudem über den Sieg in der Trohy-Wertung freuen.

Stimmen nach dem Rennen

Daniel Gregor – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Es war ein ultra spannendes Rennen, welches wir trotz des Erfolgsballasts vom Nürburgring gewinnen konnten. Es gab von Anfang bis Ende immer Zweikämpfe um die Spitze. Final hatte Finn dann einen grandiosen Move gemacht. Ich denke, der Sieg war verdient, denn wir hatten hart dafür gearbeitet. Mein Start hat super geklappt. Danach wollte ich nicht überpushen, um den Reifen bei den heutigen hohen Außentemperaturen ein wenig für Finn zu schonen.“

Finn Zulauf – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Es war ein sehr intensives Rennen. Daniel hat am Anfang toll Platz zwei gehalten und die Reifen gemanagt. Ich hatte die Führung durch die Strafe für den anderen Porsche geerbt, doch dann hat uns ein wenig die Pace gegen den BMW gefehlt. Zum Glück kam kurz vor Schluss die Safety-Car-Phase, in der ich das Auto herunterkühlen konnte. Das hat uns in Bezug auf den Sieg vielleicht geholfen, denn ich konnte danach nochmals Angreifen und Überholen.“

Maxime Oosten – Platz zwei für Project 1

„Mein Stint hat richtig Spaß gemacht. Ich fuhr von P11 auf den vierten Rang vor. Es war wieder einmal faires Racing. Mit Platz zwei bin ich mega zufrieden. Das Resultat ist eine Teamleistung. Alle haben hart gearbeitet. Morgen wollen wir aber noch einen Platz höher auf dem Podium stehen.“

Michal Makes – Platz zwei für Project 1

„Nach Startposition elf konnten wir den Platz auf dem Podium nicht wirklich erwarten. Aber Maxime hat einen grandiosen Stint abgeliefert. Ich hatte dann einige Zweikämpfe und konnte zwischenzeitig sogar die Spitze übernehmen. Doch nach dem Safety-Car hatte der abgekühlte Porsche eine bessere Traktion. Natürlich hätten wir uns noch mehr über den Sieg gefreut. Doch P2 ist auch klasse.“

Mex Jansen – Platz drei für Walkenhorst Motorsport

„Mit Platz zehn waren wir der beste BMW der Qualifikation. Mein Start lief dann auch ganz gut und ich konnte in meinem Stint einige Positionen gewinnen. Ich musste stets die Öl- und Wassertemperatur des BMW im Auge behalten. Ich habe dann die Reifen für Nico gemanagt. Das ist super gelungen und wir konnten final auf das Podium fahren.“

Nico Hantke – Platz drei für Walkenhorst Motorsport

„Wir dachten uns schon, dass wir heute wohl wieder recht schnell sein würden. Vor allem auf dem Longrun war die Pace unseres BMW überragend. Das Auto wurde wieder perfekt vom Team vorbereitet. Wir hatten einfach ein richtig gutes Rennen.“


Samstag, 19. August 2023

Neuntes Rennen, neunter Gewinner: Jack Aitken siegt im Ferrari

  • Ex-Formel-1-Pilot feiert souveränen Start-Ziel-Erfolg auf dem DEKRA Lausitzring
  • DTM-Rekord mit neun verschiedenen Gewinnern nach neun Rennen ausgebaut
  • Mirko Bortolotti verkürzt Rückstand auf Tabellenführer Thomas Preining

Erster DTM-Sieg für Jack Aitken am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda

Erste Pole-Position am Morgen, erster DTM-Sieg bei einer Hitzeschlacht jenseits von 30 Grad Celsius am Mittag: Jack Aitken (GB) hat am Samstag auf dem DEKRA Lausitzring die optimale Ausbeute für sich, Ferrari und sein Team Emil Frey Racing herausgeholt. Mit dem souveränen Debüt-Erfolg des ehemaligen Formel-1-Piloten wurde zudem der DTM-Rekord mit nunmehr neun verschiedenen Gewinnern in bisher neun Meisterschaftsläufen ausgebaut. „Es war richtig heiß im Auto, aber ich wollte unbedingt den ersten DTM-Sieg im neuen Ferrari 296 GT3 holen. Wir hatten einen super Boxenstopp und ich bin ein fehlerfreies Rennen gefahren. Trotzdem schaut man besonders gegen Ende natürlich öfter in den Rückspiegel, um den Abstand zu den Verfolgern im Blick zu haben“, sagte der 27-Jährige, der auch die schnellste Rennrunde für sich verbuchte. Mirko Bortolotti (I) belegte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance Rang zwei. Damit konnte der Gesamtzweite seinen Rückstand auf Tabellenführer Thomas Preining (A) auf acht Punkte verkürzen. Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA) stand als Dritter zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Podium.


Keyfacts, Lausitzring, Saisonrennen 9 von 16

Streckenlänge: 3.478 Meter

Wetter: 31 Grad, sonnig

Pole-Position: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14), 1:19,937 Minuten

Sieger: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14)

Schnellste Rennrunde: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14), 1:20,875 Minuten

Der neunte Meisterschaftslauf der DTM auf dem Lausitzring am Samstagmittag begann turbulent. Luca Engstler (Wiggensbach) wurde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 ins Kiesbett geschoben, wodurch bereits kurz nach dem Start das Cupra Safety-Car auf die Strecke rückte. Pole-Setter Aitken blieb auch nach dem Re-Start in Runde fünf vor Bortolotti, dem Zweiten des Zeittrainings, in Führung. Dahinter reihten sich Mercedes-AMG-Werksfahrer Lucas Auer (A), Kelvin van der Linde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 und dessen Bruder Sheldon van der Linde (ZA) im BMW M4 GT3 auf den Plätzen drei bis fünf ein. Unglücklich lief die Startphase für Tabellenführer Preining. Der Porsche-Pilot wurde nach einer Kollision mit einer Strafe belegt und fiel an das Ende des Feldes zurück. Der Österreicher konnte am Ende auf dem 15. Platz immerhin noch einen Punkt holen.

Kurz nach Öffnung des Boxenstopp-Fensters wechselte Aitken als einer der ersten Fahrer die Pirelli-Reifen und blieb souverän in Führung. Eine Runde später absolvierte Bortolotti seinen Pflicht-Boxenstopp, wurde aber danach von Kelvin van der Linde, der Auer überholt hatte, hart attackiert. Der Italiener konnte die Angriffe abwehren und Platz zwei behaupten. Nach 44 Runden überquerte Aitken mit einem Vorsprung von 2,4 Sekunden vor Bortolotti die Ziellinie. Kelvin van der Linde sicherte sich den dritten Podiumsrang. Auer sowie der aktuelle DTM-Champion Sheldon van der Linde beendeten den neunten DTM-Meisterschaftslauf als Vierter und Fünfter. Damit lagen fünf verschiedene Hersteller unter den Top-Fünf.

Luca Stolz (Brachbach) konnte im Mercedes-AMG GT3 als Sechster drei Plätze gegenüber dem Start gut machen und verwies Audi-Pilot Ricardo Feller (CH) auf Rang sieben. Ebenfalls einen Sprung nach vorn gelang René Rast (Bregenz), der bereits dreimal auf dem Lausitzring gewann. Der 36-Jährige steuerte seinen BMW M4 GT3 vom elften auf den achten Rang. Thierry Vermeulen (NL) platzierte den zweiten Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing als Neunter unter die Top-Ten, Marco Wittmann beendete das Hitzerennen auf dem Lausitzring im BMW M4 GT3 von Project 1 auf Platz zehn.

Der zweite Lauf auf dem Lausitzring wird am Sonntag um 13:30 Uhr gestartet. 

Stimmen nach dem Rennen

Mirko Bortolotti: „Wir wussten, dass es schwierig wird, den Ferrari auf dem Lausitzring zu schlagen. Jack Aitken hat das Rennen an der Spitze souverän kontrolliert, mit dem zweiten Platz haben wir das Maximale rausgeholt. In den letzten Runden entwickelten sich die hohen Temperaturen im Auto zu einer echten Belastung, das war das bisher heißeste Rennen der Saison.“

Kelvin van der Linde: „Nach der bisher schwierigen Saison für mich fühlt sich der dritte Platz fast wie ein Sieg an. Das Team hat eine super Strategie für den Boxenstopp gewählt, dadurch konnte ich Lucas Auer überholen und mir endlich den ersten Podiumsplatz der Saison holen. Im Duell um den zweiten Platz war mir klar, dass ich Mirko Bortolotti direkt voll attackieren muss, bevor er seine Reifen ins optimale Temperaturfenster bekommt. Ich habe es überall versucht, leider hat es nicht geklappt.”


Ergebnis, 1. Rennen, DEKRA Lausitzring (Top-Fiver)

1. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing)

2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +2,394 Sekunden

3. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), +5,272 Sekunden

4. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Winward), +6,973 Sekunden

5. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), +7,917 Sekunden

3 Fragen an: David Schumacher, Mercedes-AMG Junior Fahrer

David Schumacher: "Für die restliche Saison habe ich mir vorgenommen, konstant in die Top 10 zu fahren"

David Schumacher Mercedes-AMG
Foto: Jens Hawrda

Nach einigen Jahren in verschiedenen Formelklassen wagte David Schumacher (GER) 2022 als offizieller Mercedes-AMG Junior Fahrer den Schritt in den GT-Sport. Inzwischen ist die Eingewöhnungsphase vorbei und für den 21-Jährigen stellen sich in seiner zweiten Saison die ersten Erfolge ein: Zunächst sicherte er sich den Klassensieg im Gold Cup beim Fanatec GT World Challenge Europe powered by AWS Endurance Cup, eine Woche später folgte die erste Top-10-Platzierung in der DTM - jeweils auf dem Nürburgring. Der Wahl-Österreicher, der zusammen mit seiner Freundin - der ungarischen Rennfahrerin Vivien Keszthelyi - in Salzburg lebt, startet in beiden Wettbewerben für das Team WINWARD Racing. Wir haben mit David über den aktuellen Aufschwung und seine weiteren Ziele gesprochen.

David, nach einer intensiven und lehrreichen ersten Saison machst du aktuell einen ausgeglichenen Eindruck - was sich letztendlich auch in den Erfolgen widerspiegelt, wie jüngst in der GT World Challenge Europe und der DTM. Wie bewertest du diesen Positiv-Trend und welche Ziele hast du persönlich noch für die Rennsaison 2023?

David Schumacher: Der Trend zeigt immer weiter nach oben, so wie es auch sein soll. Der Aufschwung kommt unter anderem daher, dass ich mich immer mehr an das Fahrzeug und das Team gewöhne und weil die Zusammenarbeit mit Mercedes-AMG und WINWARD Racing inzwischen richtig gut funktioniert. Es ist normal, dass man nach vielen Jahren im Formelsport eine gewisse Zeit braucht, um sich in einem GT3-Fahrzeug zurechtzufinden. Die Unterschiede sind recht groß. Entsprechend ist natürlich noch Luft nach oben. Früher oder später möchte ich aber ganz vorne mitfahren. In der GT World Challenge am Nürburgring ist mir das bereits gelungen. Mit dem sechsten Gesamtplatz und dem Klassensieg bin ich sehr zufrieden. Auch beim DTM-Rennen eine Woche später, habe ich meine Performance mit Platz drei im Qualifying als bester Mercedes-AMG Fahrer wieder bewiesen. Im Rennen haben wir leider ein paar falsche Entscheidungen getroffen, sonst hätten wir auch da vielleicht noch ein besseres Ergebnis eingefahren. Für die restliche Saison habe ich mir vorgenommen, konstant in die Top 10 zu fahren, gut in den Qualifyings abzuschneiden und auf ein Level mit meinem Teamkollegen Lucas Auer zu kommen.

In der DTM setzt sich jedes der drei Mercedes-AMG Teams aus einem Performance- und einem Junior-Fahrer zusammen. Du fährst für das Mercedes-AMG Team WINWARD. Dein Teamkollege ist der von dir angesprochene Lucas Auer, der am Nürburgring sein 130. DTM-Rennen fuhr. Wie profitierst du von seiner Erfahrung?

David Schumacher: Mit Lucas habe ich einen super Teamkollegen an meiner Seite, der für mich aktuell mit, wenn nicht der beste Mercedes-AMG Pilot in der DTM ist. Wir profitieren beide von den gesammelten Daten des jeweils anderen. Die beiden Crews arbeiten eng zusammen. In manchen Kurven ist er schneller, in manchen bin ich schneller. Allein seine Erfahrung aus 130 DTM-Rennen hilft mir aber enorm. Für mich ist es deshalb ein Segen, ihn an meiner Seite zu haben.

Du bist seit 2022 Junior Fahrer. Inwieweit hat dir die Unterstützung von Mercedes-AMG dabei geholfen, dich im GT3-Umfeld zurechtzufinden?

David Schumacher: Die vielfältige Unterstützung von Mercedes-AMG hilft mir sehr weiter. Und zwar von Anfang an. Dass die Marke nach dem Prinzip One-Team-Approach arbeitet, verschafft mir die Möglichkeit, mich mit Top-Piloten wie Lucas Auer, Maro Engel und Luca Stolz zu vergleichen. Diese Fahrer haben jahrelange Erfahrung im GT-Bereich und kennen den Mercedes-AMG GT3 in- und auswendig. Als Junior Fahrer habe ich außerdem Zugang zu allen für mich relevanten Daten und stoße immer auf offene Ohren, wenn ich auf andere Fahrer oder Mercedes-AMG zugehe.


Jack Aitken im Ferrari holt Pole für Rennen 1 am Lausitzring

Jack Aitken #14 Ferrari 296 GT3
Foto: Jens Hawrda

Jack Aitken (GB) und Ferrari sorgten beim ersten Qualifying am Samstag auf dem DEKRA Lausitzring für ein Ausrufezeichen. Der ehemalige Formel-1-Fahrer vom Team Emil Frey Racing erzielte mit 1:19,937 Minuten die schnellste Rennrunde und feierte seine erste Pole-Position in der DTM.

Der 27-jährige Aitken hatte wie viele seiner Kollegen abgewartet, ehe er am Samstagmorgen im Ferrari 296 GT3 beim 20-minütigen-Qualifying auf Zeitenjagd ging. Allerdings brauchte er nicht lange, um die Pirelli-Reifen ins optimale Temperaturfenster zu bringen und fuhr die Bestmarke in seinem sechsten Umlauf. „Ich habe immer großen Spaß an den Qualifying-Sessions. Umso schöner, dass ich auf die Pole-Position fahren konnte. Die Saison verlief bisher nicht optimal, aber ich bin mir sicher, dass wir mit dem neuen Ferrari in der zweiten Saisonhälfte vorne angreifen können. Der Lausitzring bietet viele gute Überholmöglichkeiten, daher wird es für mich als Pole-Setter ein herausforderndes Rennen“, erklärte der Gewinner des Pirelli Pole Position Award.

Mit einem Abstand von nur 0,054 Sekunden wurde Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance Zweiter und blieb mit Aitken als einziger Fahrer unter 1:20,000-Minuten. Dank der beiden Zusatzpunkte schob sich der Italiener in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor. Lucas Auer (A) vom Mercedes-AMG Team Winward bestätige im Mercedes-AMG GT3 als Dritter, dass er in der Lausitz immer für eine Spitzenposition gut ist. Auf den Plätzen vier und fünf folgten die beiden Audi-Piloten und Teamkollegen von Abt Sportsline Kelvin van der Linde (SA) und Ricardo Feller (CH).

Das erste Qualifying in der zweiten Saisonhälfte der DTM auf dem Lausitzring war zunächst von Taktik geprägt. Fast alle Fahrer ließen sich am Samstagmorgen bei sommerlichen Temperaturen von 25 Grad Celsius viel Zeit, ehe sie auf die 3,478 Kilometer lange Strecke gingen. In den letzten fünf Minuten des Zeittrainings ging es dann voll zur Sache, die Topzeiten wurden reihenweise aufgestellt und direkt wieder unterboten. Aitken knackte als erster Fahrer die 1:20,000-Minuten-Marke, die Bortolotti nur Sekunden später toppte, ehe sich der Brite schließlich mit seiner besten Runde durchsetzen konnte. Die hohe Leistungsdichte in der DTM wurde in diesem Qualifying einmal mehr dokumentiert. Die Top-Drei lagen innerhalb von acht Hundertstelsekunden, die ersten 23 Fahrer innerhalb von acht Zehntelsekunden beieinander.

Der neunte Meisterschaftslauf wird heute um 13:30 Uhr auf dem Lausitzring gestartet. 


Ergebnis Qualifying, 1. Rennen, DEKRA Lausitzring (Top-Five)

1.Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), 1:19,937 Minuten

2.Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +0,054 Sekunden

3.Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Winward), +0,079 Sekunden

4.Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), +0,083 Sekunden

5.Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), +0,231 Sekunden

Freitag, 18. August 2023

Starker Auftakt am Lausitzring: Jusuf Owega glänzt im Mercedes-AMG GT3

  • Mercedes-AMG Junior-Fahrer fährt Bestzeit im Freien Training
  • Drei Fahrzeuge mit dem Stern unter den Top-Fünf
  • Teams und Fahrer erwartet heißes Rennwochenende mit hochsommerlichen Temperaturen

Jusuf Owega - Schnellster im Freien Training am Freitag am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda

Gelungener Start von Jusuf Owega (Köln) in die zweite DTM-Saisonhälfte. Der Mercedes-AMG Junior-Fahrer war am Freitagmittag beim zweiten Freien Training auf dem Lausitzring mit 1:20,780 Minuten schnellster Pilot und erzielte mit dieser Zeit die Tages-Bestmarke. „Das war ein guter Auftakt, aber erst im Qualifying am Samstag sehen wir, was die Konkurrenz wirklich kann. Der Lausitzring liegt mir, die Strecke hat viel Grip und ich habe mich hier immer gut zurechtgefunden. Eine Schlüsselstelle ist die lange Start-Ziel-Gerade. Deshalb ist es wichtig, vorher im Infield mit Schwung aus der letzten Kurve zu kommen“, sagte der 21-Jährige.

Hinter Owega gelang seinem Markenkollegen Lucas Auer (A) mit einem Rückstand von 0,122 Sekunden die zweitschnellste Runde des Tages. Das erste Kräftemessen beim Auftakt zum fünften DTM-Tourstopp in der Lausitz beendete Franck Perera (F), Sieger der ersten Session am Vormittag, im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 als Dritter. Nur die Top-Drei-Fahrer blieben unter der 1:21,000-Minuten-Marke. Als bester Audi-Pilot belegte Kelvin van der Linde (ZA) Platz vier. Maro Engel (Monaco) rundete mit Rang fünf die starke Vorstellung von Mercedes-AMG mit drei Fahrzeuge und den Top-Fünf ab.

Schon im ersten Freien Training am Freitagvormittag deutete Owega als Dritter an, dass er sich auf dem Lausitzring einiges vorgenommen hat. Beim zweiten Aufeinandertreffen am Mittag sah es bei Streckentemperaturen von knapp 40 Grad Celsius lange Zeit nach einem Tagessieg von Auer aus. Doch zweieinhalb Minuten vor Schluss schlug Owega zu und holte sich die Bestzeit. Das Qualifying am Samstag beginnt um 9:05 Uhr.