Dienstag, 25. Mai 2021

Guter Start in die IDM-Saison in Oschersleben für das EGS-alpha-Van Zon-BMW-Team

 Gemischte Bedingungen, Reifenpoker und Podiumsgold

Sieger im  Rennen 2: Ilya Mikhalchik
Foto: Racing Passion Photography - Damon Teerink

Dieses Wochenende fand in der Motorsport Arena in Oschersleben der lang erwartete Saisonauftakt der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) statt. Das EGS-alpha-Van Zon-BMW-Team von Teammanager Werner Daemen war wieder in neuen Farben und mit einer neuen Fahreraufstellung dabei.

Die Wettervorhersage machte die Erwartungen für das Wochenende ziemlich schwierig, da es unmöglich war vorherzusagen, was das belgische Team an diesem Wochenende erwarten kann. Neben Regenschauern gab es auch einen Blick auf die Sonne auf dem Wetterradar. Alles war möglich.

Das Training am Freitag sah mit einem zweiten Platz für Ilya Mikhalchik (UKR) sehr vielversprechend aus. Jan Mohr (AUT), der Neuzugang im Team, beendete das Trocken-Training auf dem 15. Platz. Teamkollege Pepijn Bijsterbosch (NED) belegte an Bord der BMW M 1000 RR den 16. Platz und Tim Eby (GER), der einzige im Team, der die BMW S 1000 RR fuhr, belegte Platz 22.

Das erste Qualifying am Samstag musste wegen eines Sturzes unterbrochen werden und gab den vier EGS-alpha-Van Zon-BMW-Fahrern nicht so viel Zeit für ihre schnellste Runde. Nach einem dritten Platz im ersten und einem zweiten Platz im zweiten Qualifying qualifizierte sich Mikhalchik für das erste Rennen am Sonntagmorgen für den dritten Gesamtrang. Bijsterbosch startete  vom elften Startplatz ins Rennen. Mit den Positionen 13 (QP1) und sechs (QP2) konnte sich der Österreicher Jan Mohr auf den 13. Startplatz festlegen und Tim Eby startete die erste Punktejagd vom 21. Startplatz aus.

Am Sonntagmorgen zeigte sichmit durchwachsenem Wetter, in den frühen Morgenstunden brachten die ersten Regentropfen etwas mehr Spannung in die Vorbereitungen für das 18-Runden-Rennen. Das zehnminütige Warm-up fand im Regen als erste volle Session des Wochenendes statt, die mit einem Highside-Crash für Jan Mohr endete. Glücklicherweise hat sich der 23-Jährige nicht verletzt und auch die BMW M 1000 RR wurde weitgehend verschont. Die Wahl der Reifen für die schwierigen Streckenbedingungen war eine besondere Herausforderung für die anderen drei Fahrer des Teams.

Jan Mohr vor Teamkollege Tim Eby
Foto: Racing Passion Photography - Damon Teerink

Das Feld der SBK1000-Klasse startete das erste Rennen unter stark nassen Bedingungen, da es kurz zuvor geregnet hatte. Aber es war bereits klar, dass die Strecke schnell austrocknen würde, nachdem der Regen pünktlich zur Startaufstellung aufgehört hatte. Mikhalchik verlor zu Beginn des ersten Rennens vier Positionen und beendete die erste Runde auf dem siebten Platz. Bijsterbosch konnte sich zwei Positionen hocharbeiten und beendete die erste Runde auf dem neunten Platz. Eby arbeitete sich auch eine Position nach oben. Mohr verlor am meisten beim Start ins erste Rennen. Nach der ersten Runde war er nur auf dem 18. Platz.

Mikhalchik startete sein Rennen, um aufzuholen, und in Runde sieben hatte er sich wieder auf seine Startposition, also Platz 3,  vorgearbeitet. In Runde zehn hatte der Ukrainer Max Moser (Team Bonovo Action von MGM Racing), Bastien Mackels (Team SWPN) und seinen Teamkollegen aus der letzten Saison, Vladimir Leonov (Team Hertrampf MO Yamaha Racing) vor sich. Acht Runden vor der Ziellinie verlor Mikhalchik immer mehr Positionen und musste am Ende Alessandro Polita (TEAM Holzhauer Racing Promotion), Dominic Schmitter (Team HESS Racing) und Julian Puffe (TEAM GERT56) überholen lassen. Er beendete das erste Rennen mit neun Meisterschaftspunkten auf dem siebten Platz.

Bijsterbosch verlor insgesamt drei Positionen und überquerte die Ziellinie auf dem 14. Platz hinter Florian Alt (TEAM Wilbers-BMW-Racing).

Mohr und Eby fuhren auf den Positionen 20 und 19 ein ziemlich einsames Rennen. Am Ende musste Eby seinem Teamkollegen eine Niederlage eingestehen, obwohl er seine Position während des gesamten Rennens gut verteidigen konnte und ihn mit dem 19. Platz in seiner Position ausrutschen ließ Tasche nur am Ende.

Das zweite Rennen startete nach einem weiteren heftigen Regenschauer mit der umgekehrten Startaufstellung. Ilya Mikhalchik schoss aus seiner vierten Startposition und führte das Rennen in der ersten Kurve an. Nach einem kurzen Positionswechsel mit Alessandro Polita und Vladimir Leonov rutschte der Ukrainer auf den dritten Platz zurück und nach einem Überholmanöver von Florian Alt auf den vierten Platz. Doch schon in Runde zwei konnte sich Mikhalchik auf den zweiten Platz zurückkämpfen und in der dritten Runde des Rennens überholte der 24-Jährige Leonov und führte das Rennen souverän bis zur Ziellinie. Mit einer Bestzeit von 1'26.790 war der Stammfahrer des EGS-alpha-Van Zon-BMW-Teams im zweiten Rennen unschlagbar.

Pepijn Bijsterbosch beendete sein zweites Rennen auf dem zehnten Platz und hat von seinem 14. Startplatz aus vier Plätze gut gemacht. Jan Mohr und Tim Eby belegten die Plätze 15 und 16.

Aufgrund der anhaltenden Koronapandemie fand das Rennen vor leeren Reihen statt. Dank des sehr professionellen und umfangreichen Live-Streams der Veranstaltung auf Facebook oder YouTube konnten die Zuschauer die Rennen verfolgen. Die nächste Veranstaltung der Serie findet vom 11. bis 13. Juni in Most, Tschechische Republik, statt. 

Sonntag, 23. Mai 2021

Florian Alt holt die Pole in Oschersleben

Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) holt die Pole in Oschersleben
Foto: Dino Eisele

Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) holt sich die Pole Position in der IDM Superbike 1000. In allen Trainings und im ersten Qualifying hatte bisher der Yamaha Pilot Marc Moser (Bonovo action by MGM Racing) dominiert. Er ging wohl auch davon aus, das er die Pole hohlen wird und war als das nicht passiert doch sichtlich angefressen.

Alts Teamchef Benny Wilbers: „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Reifen gewählt und Florian ist für seine schnellste Runde auch punktgenau aus der Box gefahren. Wir haben uns ausführlich eine Taktik zurecht gelegt und das hat funktioniert.“ Alt brauchte 1:25,025 min, um die 3,667 Kilometer Streckenlänge zu bewältigen und unterbot damit Mosers bestehende Bestzeit um 0,097 Sekunden.

Eins dürfte bei dieser Konstellation klar sein: Im Rennen der Superbike 1000 in der Motorsport Arena Oschersleben wird es spannend werden. Siegkandidaten gibt es einige: Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW), Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing), Dominic Schmitter (Hess Racing) und Bastien Mackels (Team SWPN) sind mit allen Wassern gewaschen. Dazu hat das Kiefer Racing Team mit Luca Grünwald einen respektablen Einstieg gegeben. „Im Nachhinein war es vielleicht ein Fehler, mit dem harten Reifen ins zweite Qualifying zu gehen, aber es ist alles im grünen Bereich“, so Chef Jochen Kiefer.

Nichts geht bei Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing). Statt im vorderen Bereich dümpelt der Mann aus Moskau auf der 14. Position herum. „Ich nehme das voll auf meine Kappe“, gab Teamchef Denis Hertrampf zu. „Vladimir kann überhaupt nichts dafür, das Problem liegt bei uns. Wir haben die Elektronik der Yamaha nicht im Griff. Statt vorwärts sind unsere Bemühungen seit gestern nach hinten losgegangen.“ Hertrampf glaubt, über Nacht noch viel aus dem Motorrad herausholen zu können. „Wenn wir die Yamaha so hinbekommen wie das Bonovo-Team, dann hackt Leonov morgen durchs ganze Feld. Ausgeschlossen ist das nicht.“ Dass Leonov nur auf P14 ist, liegt aber auch daran, dass die geforderten Reifensticker im Training falsch aufgeklebt waren. Aufgrund des Regelverstoßes wurde er nämlich noch drei Plätze zurückgesetzt.

Startaufstellung:

1. Florian ALT (D/BMW)

2. Marc MOSER (D/Yamaha)

3. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

4. Valentin DEBISE (F/Kawasaki)

5. Dominic SCHMITTER (CH/Yamaha)

6. Bastien MACKELS (B/Yamaha)

7. Luca GRÜNWALD (D/BMW)

8. Marco FETZ (D/BMW)

9. Alessandro POLITA (I/Honda)

10. Phillipp STEINMAYR (D/Yamaha)

Samstag, 22. Mai 2021

Marc Moser in Top-Form holt beste Zeit im 1.Qualifying

Marc Moser #32 holt beste Zeit im Qualifying
Foto: Jens Hawrda

Marc Moser bestätigt seine gute Form aus den freien Trainings und fährt auch im ersten Qualifying auf der Yamaha des Teams Bonovo Action by MGM Racing die beste Zeit. Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) gelang in Q1 die zweitbeste Zeit. Der zweifache IDM-Superbike-Meister Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) lag zwar kurzzeitig vorn, wurde dann aber aber auf den dritten Rang verwiesen.

„Ich habe irgendwann an der Boxentafel gesehen, was hinter mir abgeht“, erzählte Moser im Anschluss. „Mein Laptimer hat nicht funktioniert. Zuerst wusste ich überhaupt nicht, wo ich stehe.“ Der Frankfurter berichtete, dass er zuerst mit Pirellireifen SC1 auf die Strecke gefahren sei, nachher mit dem SCX. „Damit war ich noch eine Sekunde schneller als gestern.“ Schon im freien Training hatte Moser eindrucksvoll dominiert.

Den Erfolg schreibt er den Fortschritten an der Wheelie Control zu. „Sie hält mich nicht mehr fest, sondern eher zurück. Das Rad hebt noch leicht ab, dann setzt sie ein.“ Auch an sich selbst hat Moser gearbeitet und zwar „an meiner Haltung am Kurvenausgang.“

Für den siegeshungrigen BMW-Konkurrenten Ilya Mikhalchik ist die drittschnellste Trainingszeit überhaupt nicht nach seinem Geschmack. Doch Teamchef Werner Daemen berichtet, dass die ganze Mannschaft nur einmal in Spanien getestet hat: alle vier Fahrer des Teams (Ilya Mikhalchik, Jan Mohr, Pepijn Bijsterbosch, Tim Eby) auf drei Motorrädern. „Wir müssen noch so viel machen.“ Und da wäre auch noch die Quarantäne, wenn Daemen nach Hause fährt. In Belgien muss er zehn Tage ausharren, bevor er wieder loslegen kann.


Ergebnis 1. Qualifying IDM SBK 1000 (Top-Ten):

1. Marc MOSER (D/Yamaha)

2. Florian ALT (D/BMW)

3. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

4. Valentin DEBISE (F/Kawasaki)

5. Dominic SCHMITTER (CH/Yamaha)

6. Bastien MACKELS (B/Yamaha)

7. Luca GRÜNWALD (D/BMW)

8. Marco FETZ (D/BMW)

9. Alessandro POLITA (I/Honda)

10. Phillipp STEINMAYR (D/Yamaha)

IDM Superbike: Marc Moser Schnellster im Freien Training

Foto: Jens Hawrda

Etwas überraschend sichert sich Marc Moser (Yamaha) Platz 1 nach dem Freien Training der IDM Superbike in Oscherseleben. Ilya Mikhalchik (BMW) kam im letzten Turn auf 0,032 Sekunden an ihn heran. Florian Alt (BMW) hatte einen Abstand von 0,299 Sekunden. Als bester Kawasaki-Pilot wurde Valentin Debise auf der neunten Position ermittelt. Honda-Solist Alessandro Polita beendete den Tag als Gesamt-Elfter.

Die weitere Überraschung war der 21jährige Maco Fetz vom Wilbers-BMW-Racing-Team der als Neuzugang mit Platz 8 aufhorchen lies.

„Den dritten Platz von Florian habe ich erwartet“, gab Wilbers erfreut zu und kündigte forsch an: „Da kommt noch mehr.“ Von Fetz dagegen sei er überrascht gewesen, „aber er war sehr konstant, sehr stark und sehr sicher unterwegs. Außerdem hat er tolle Aussagen zum Motorrad machen können.“ Wilbers meint: „Ich habe ihn schon lange als Nachwuchskandidaten auf dem Kieker. Den bringen wir nach vorne.“

Ergebnisse Freies Training (Top-Ten):

1. Marc MOSER (D/Yamaha)

2. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

3. Florian ALT (D/BMW)

4. Bastien MACKELS (BEL/Yamaha)

5. Phillip STEINMAYR (A/Yamaha)

6. Luca GRÜNWALD (D/BMW)

7. Dominic SCHMITTER (CH/Yamaha)

8. Marco FETZ (D/BMW)

9. Valentin DEBISE (F/Kawasaki)

10. Nico THÖNI (A/Kawasaki)

Julian Puffe startet für Lucy Glöckner in der IDM Superbike

Julian Puffe ersetzt Lucy Glöckner bei GERT56
Foto: Jens Hawrda

Lucy Glöckner kann verletzungsbedingt nicht permanent an der IDM teilnehmen und hat deshalb Ihre Nennung an Julian Puffe abgegeben. Die Krumhermersdorferin strebt dennoch einige Wildcard-Einsätze auf der neuen GERT56 BMW M 1000 RR an. Zunächst aber stehen in den kommenden Wochen für die schnellste Superbikerin der Welt zahlreiche Gesundheitschecks auf dem Programm. Glöckner informierte bereits letzte Woche ihr Team und gemeinsam wurde ein Fahrplan für die Zukunft entwickelt. Sie selbst schlug vor, den als Test- und Entwicklungsfahrer und Wildcard-Piloten an Bord des Teams geholten Ex-Vizemeister Julian Puffe als Permanent-Pilot für GERT56 in deren ersten IDM-Saison einzuschreiben.

Damit fährt nun Julian Puffe, der zunächst nur als Testfahrer ins Team kam bei GERT56 die volle IDM Superbike 1000-Saison.

Julian Puffe:

„Lucy und ich, wir sind nicht nur Teamkollegen oder Kontrahenten auf der Strecke, sondern auch gute Freunde – von daher kann ich mich über diese ‚Nachnominierung‘ auf ihren Platz in der IDM Superbike 1000 nicht wirklich freuen. Es macht mich aber stolz, dass dieser Vorschlag auch mit von ihr kam und ich nun doch Punkte für GERT56 sammeln kann. Im Prinzip hat sich damit mit dem Wechsel aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft in die IDM in diesem Team nichts geändert: Wir sind zusammen über 24 Stunden auf dem gleichen Motorrad gesessen, haben immer gemeinsam funktioniert, waren im härtesten Teamsport der Welt eines der besten Teams der Welt und haben gemeinsam Erfolge gefeiert – und schon immer auch in schweren Zeiten zusammen gehalten. Das ist der ‚schöne‘ Aspekt daran, dass dieser familiäre Teamspirit immer noch da ist. Ich wünsche Lucy eine schnelle und baldige Genesung und freue mich schon drauf, wenn sie wieder mit uns vor Ort ist.“

Nach drei Jahren in drei Teams hofft der Thüringer, bei GERT56 auch eine längere Zukunft zu haben. Seine Verpflichtung ist vorerst auf zwei Jahre ausgelegt.

Die BMW ist Puffe nicht neu, auch wenn es sich nicht mehr wie vor zwei Jahren um die S 1000 RR, sondern um die M 1000 RR handelt. In den freien Trainings pendelte er zwischen den Plätzen 14 und 15. „Wir sind ganz frisch auf WP als Fahrwerkshersteller umgestiegen und hatten in den bisherigen Tests wenig Zeit für irgendwelche Einstellungen. Wir müssen das hier in Oschersleben erledigen.“