Mittwoch, 16. Oktober 2019

Mercedes-Benz EQ Formel E Team präsentiert neues Auto, Teamchef & Fahrer-Duo

Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries starten in der Debütsaison des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams für die Marke mit dem Stern – Ian James wird neuer Teamchef

  • Mercedes-Benz EQ Formel E Team steigt in der Saison 6 (2019/20) in die ABB FIA Formel E Meisterschaft ein
  • Im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt stellte das Team das Design seines neuen Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01, seine Fahrerpaarung und seinen Teamchef vor
  • Stoffel Vandoorne: „Ich freue mich darauf zu sehen, was wir als Team erreichen können. Das Potential ist riesig und ich kann es kaum erwarten, endlich loszulegen.“
  • Nyck de Vries: „Ich hoffe, dass ich viel von Stoffel lernen kann, damit wir gemeinsam das bestmögliche Ergebnis für das Team herausholen können.“
  • Ian James: „Wir geben alles dafür, um erfolgreich zu sein. Aber wir wissen, dass vor uns eine steile Lernkurve liegt.“
Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01
Foto: Mercedes-Motorsport

Nach 125 Jahren Motorsportgeschichte schlägt Mercedes-Benz in der kommenden Saison ein neues Kapitel auf: beim Saisonstart der ABB FIA Formel E Meisterschaft Ende November in Saudi-Arabien gehen zum ersten Mal zwei vollelektrische Rennwagen des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams ins Rennen.

In den beiden Cockpits des neuen Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 nehmen in der Debütsaison des Teams der ehemalige Formel-1-Fahrer Stoffel Vandoorne und der derzeit Führende der FIA Formel-2-Meisterschaft Nyck de Vries Platz.

„Mit Stoffel und Nyck haben wir zwei starke, entwicklungsfähige Fahrer verpflichtet, die gemeinsam mit uns in unserer Debütsaison in der Formel E weiter lernen und wachsen können“, sagte Ian James, Teamchef des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams. „Wir blicken bei Mercedes-Benz auf 125 Jahre im Motorsport zurück. Aber wir wissen, dass die Formel E ganz anders ist als alle anderen Rennserien, in denen wir bislang angetreten sind. Wir geben alles dafür, um erfolgreich zu sein. Aber wir wissen, dass vor uns eine steile Lernkurve liegt.“

Die Mannschaft greift in ihrer Debütsaison auf das Know-how und die gebündelte Motorsport-Erfahrung der Mercedes-Familie zurück. Das Herzstück des Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 ist der elektrische Antrieb der bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP) in Großbritannien entworfen und entwickelt wurde, dem globalen Kompetenzzentrum des Daimler Konzerns für High-Performance Hybridtechnik. In Brixworth werden auch weiterhin die Hybrid-Power-Units entwickelt, mit denen Mercedes in den vergangenen fünf Jahren jeweils das WM-Double in der Formel 1 gelungen ist.

Den Renneinsatz der Fahrzeuge führt die HWA AG aus Affalterbach durch, die in der vergangenen Saison bereits mit dem Team HWA RACELAB Erfahrung in der Formel E sammeln konnte. Unterstützung erhält das Team zudem vom amtierenden Konstrukteurs-Weltmeister der Formel 1, Mercedes-AMG Petronas Motorsport aus Brackley.

„Die Zusammenarbeit zwischen Affalterbach, Brackley, Brixworth und Stuttgart wird enorm wichtig sein“, ergänzte Ian James, der im Rahmen der Teampräsentation auf der IAA in Frankfurt als Teamchef vorgestellt wurde. „Zum Glück haben die Experten, die unseren Antriebsstrang für die Formel E entwickeln, bereits sehr viel Erfahrung mit Hybrid-Power-Units in der Formel 1 sammeln können. Dieser Wissenstransfer hilft uns, trotzdem ist die Formel E eine ganz andere Herausforderung, die wir nicht unterschätzen dürfen.“

Die Fahrer: Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries

Mit dem Fahrer-Duo Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries startet das Team mit einem Formel E erfahrenen Piloten und einem aufstrebenden Nachwuchstalent in seine Debütsaison.

Für Stoffel ist es nach seinem Debütjahr mit HWA RACELAB die zweite Saison in der Elektrorennserie. Gleichzeitig kann er auf die Erfahrung aus 41 Grands Prix in der Formel 1 zurückblicken. „Ich bin überglücklich, dass ich mich Mercedes anschließen darf“, sagte Stoffel. „Bereits im letzten Jahr konnte ich mit HWA Erfahrung in der Serie sammeln. Jetzt freue ich mich sehr, offiziell zur Mercedes-Familie zu gehören.“

„Der Einstieg von Mercedes ist eine großartige Chance für uns alle“, so Stoffel weiter. „Das Auto sieht fantastisch aus. Ich freue mich darauf zu sehen, was wir als Team erreichen können. Das Potential ist riesig und ich kann es kaum erwarten, endlich loszulegen.“

Nyck steht vor seiner Debütsaison in der Formel E. Derzeit führt er vier Rennen vor Saisonende die FIA Formel 2 Meisterschaft an, deren Finale eine Woche nach Nycks Formel-E-Debüt im Rahmen des Formel 1-Saisonabschlusses in Abu Dhabi stattfindet.

„Es ist ein ganz besonderes Gefühl, für Mercedes-Benz EQ in der Formel E antreten zu dürfen, und ich fühle mich geehrt, dass mich das Team als einen seiner beiden Fahrer ausgewählt hat“, sagte Nyck. „Die Formel E ist eine großartige Plattform, die sich bereits als eine der größten und professionellsten Rennserien neben der Formel 1 etabliert hat. Es ist eine klasse Chance, für die ich Mercedes wirklich wahnsinnig dankbar bin.“

„Das Team hat mich sehr gut aufgenommen und es macht viel Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten“, erklärte Nyck. „Aber schlussendlich kommt es auf die Leistung auf der Rennstrecke an, sobald die Saison losgeht. Es ist alles noch recht neu für mich. Deshalb habe ich ehrlich gesagt noch nicht über eine Zielsetzung für meine Debütsaison nachgedacht. Grundsätzlich möchte Mercedes natürlich irgendwann um Siege und Titel kämpfen. Hoffentlich geschieht dies eher früher als später. Aber bis dahin erwartet mich und das Team eine enorme Lernkurve, um wettbewerbsfähig zu werden.“

Seinen neuen Teamkollegen kennt Nyck schon seit vielen Jahren aus den gemeinsamen Zeiten im Kartsport. „Die Motorsport-Familie ist recht klein und man kennt sich schon von einem jungen Alter an“, sagte Nyck. „Ich freue mich darauf, zusammen mit Stoffel im gleichen Team zu fahren. Er besitzt viel Erfahrung und ist ein großartiger Fahrer. Entsprechend hoffe ich, dass ich viel von ihm lernen kann, damit wir gemeinsam das bestmögliche Ergebnis für das Team herausholen können.“

BMW i Andretti Motorsport mit Sims und Günther in die Neue Saison

Die Fahreraufstellung für die sechste Saison steht fest: Alexander Sims wird weiterhin BMW i Andretti Motorsport vertreten

Alexander Sims fährt auch in der kommenden Saison für BMW i Andretti Motorsport
Foto: BMW-Motorsport
Das Fahrer-Duo BMW i Andretti Motorsport für die sechste Saison der ABB FIA Formula E Championship steht fest. Alexander Sims (GBR) wird in der ersten Serie für vollelektrische Rennwagen weiterhin die BMW Farben repräsentieren. In der vergangenen Saison feierte der 31-Jährige sein Formel-E-Debüt, sammelte 57 Punkte und sicherte sich eine Pole-Position sowie einen Podestplatz. Sein Teamkollege ist Maximilian Günther (GER), den das Team Anfang September als Neuzugang vorstellte. 

Als langjähriger BMW Werksfahrer im GT-Rennsport hat Sims in der 5. Saison den Schritt in die Formel E geschafft. Sein erfolgreichstes Wochenende hatte er beim Finale in New York (USA). Sims fuhr am Samstag mit der Pole Position auf den vierten Rang und am Sonntag mit dem zweiten Rang auf den zweiten Rang.

"Wir haben ein aufregendes Fahrerduo für unsere zweite Formel E-Saison", sagte BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Alexander Sims hat in seiner ersten Saison rasant gelernt und gezeigt, dass er vorne mit dabei sein kann. Bei einigen Rennen hatte er Pech, aber beim Finale in New York feierte er endlich sein erstes Podium. Ich bin zuversichtlich, dass er 2019/20 darauf aufbauen kann. “

Sims sagte:„ Ich habe in meinem Anfängerjahr so ​​viel gelernt; Es gab fantastische Höhen und Tiefen zu überwinden, und ich bin entschlossen, dieses Wissen zu nutzen und dort anzufangen, wo ich aufgehört habe, und von dort aus weiter zu bauen. Die Konkurrenz mit den anderen Fahrern wird in dieser Saison hart, aber ich habe es mit den einzigartigen Herausforderungen der Formel E zu tun und bin bereit, diese Erfahrung in gute Ergebnisse umzusetzen. “  

Für Sims und Günther beginnt die Saisonvorbereitung für BMW i Andretti Motorsport vom 15. bis 18.  Oktober in Valencia (ESP). Dies ist der offizielle Formel-E-Test, bei dem die teilnehmenden Teams ihre erste direkte Begegnung vor Saison 6 haben.

Dienstag, 15. Oktober 2019

DTM: Wittmann komplettiert 'Dream Team' für Fuji

BMW Team RBM verantwortlich für den Auftritt in Japan


Das 'Dream Team'-Line-up für das' Dream Race 'ist komplett: BMW Werksfahrer Marco Wittmann (GER) wurde als dritter Vertreter von BMW M Motorsport beim' SUPER GT x DTM Dream Race 'in Fuji (JPN) bestätigt . Wittmann wird in Japan zusammen mit dem BMW Werksfahrer und BMW Markenbotschafter Alessandro Zanardi (ITA) und dem Lokalmatador Kamui Kobayashi (JPN) an den Start gehen. Das BMW Team RBM verantwortet die drei BMW M4 DTMs. Das „Traumrennen“ im November ist das erste gemeinsame Rennereignis für die DTM und den japanischen SUPER GT in Japan.

Marco Wittmann startet für BMW in Fuji
Foto: Jens Hawrda
Wittmann holte sich 2014 und 2016 mit BMW den DTM-Titel. In der gerade zu Ende gegangenen Saison 2019 erzielte er mit seinem Schaeffler BMW M4 DTM vier Siege und drei weitere Podestplätze. In der DTM-Fahrerwertung 2019 wurde er Dritter. 

„Mit dem dritten Platz in der DTM-Saison 2019 komplettiert Marco Wittmann nun unser‚ Dream Team 'für das ‚Dream Race'“, sagte BMW Group Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Marco ist der erfolgreichste BMW DTM-Fahrer der letzten Jahre und damit der ideale Botschafter, um unser DTM-Programm in Japan zu vertreten. Wir haben jetzt eine starke Fahreraufstellung mit Alex Zanardi, Kamui Kobayashi und Marco. Die Reise nach Japan ist eine Reise ins Unbekannte und ein Abenteuer für uns alle. Das BMW Team RBM ist jedoch ein erfahrenes DTM-Team, das auch die Herausforderungen der Rennen in anderen Ländern kennt. Wir sind sehr gut auf Fuji vorbereitet. Das ‚Traumrennen 'wird eine fantastische Veranstaltung und wir freuen uns alle sehr darauf.“ 

Wittmann sagt: „Es ist großartig, Teil des‚ Dream Race 'in Fuji zu sein. Alex Zanardi, ein Idol von mir, Kamui Kobayashi und ich bilden ein starkes Team. Ich war schon einmal in Japan, aber noch nie in Fuji. Ich mag das Land wirklich. Die Leute dort sind einfach so freundlich, die Fans sind sehr begeistert und sie lieben ihren Motorsport. Ich freue mich auf das Rennen und die Veranstaltung insgesamt und insbesondere auf den SUPER GT. Wir haben bereits gesehen, wie sehr die drei Autos aus Japan in Hockenheim willkommen geheißen wurden. Das zeigt, dass die DTM in die richtige Richtung in die Zukunft geht. Natürlich wird es in erster Linie ein Show-Event sein, aber wenn die Lichter grün werden, wollen Sie nur erfolgreich sein. Mein Ziel ist es also, ganz vorne dabei zu sein. Ich freue mich sehr darauf. “ 

Das BMW Team RBM, angeführt von Teamchef Bart Mampaey (BEL), tritt seit dem BMW Comeback 2012 in der DTM an und ist seit vielen Jahren in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (FIA WTCC) erfolgreich. Das Team war für den Auftritt des BMW M4 DTM beim DTM-Show-Run beim SUPER GT Finale 2017 im japanischen Motegi verantwortlich. 

„Der Name der Veranstaltung sagt alles: Es ist ein‚ Traumrennen '- und genau das ist es für mein Team “, sagt Mampaey. „Ich möchte mich bei BMW dafür bedanken, dass wir uns für den BMW M4 DTM entschieden haben. Auf der einen Seite geht es darum, bei ihrem Heimrennen am Fuße des Fuji gegen die SUPER GT-Teams anzutreten, aber es geht auch um die Vergangenheit. In Japan haben wir in der FIA WTCC Erfolge gefeiert und in Okayama Rennen mit Andy Priaulx und Augusto Farfus gewonnen. Und da ist die Tatsache, dass wir eine sehr interessante Kombination von Fahrern haben - mit dem Lokalmatador Kamui Kobayashi, Marco Wittmann und natürlich Alex Zanardi. Ich hatte die Ehre, viele Jahre mit ihm in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft zu verbringen, obwohl er nie für mein Team gefahren ist. Es ist eine großartige Veranstaltung und eine echte logistische Herausforderung. Das ganze Team freut sich auf unseren Auftritt in Japan. Ich bin selbst ein Japan-Fan und wir können es kaum erwarten, loszulegen. “ 

Im "SUPER GT - DTM Dream Race" treten Vertreter der DTM-Hersteller gegen ihre japanischen Kollegen von Honda, Lexus und Nissan an. Die Veranstaltung auf dem Fuji Raceway findet vom 22. bis 24. November statt.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Weiteres Top-8-Resultat für Aston Martin zum Abschluss der DTM-Debütsaison

  • R-Motorsport beendet seine Premieren-Saison in der DTM mit einem weiteren Punkteergebnis: Jake Dennis fuhr beim letzten Saisonrennen in Hockenheim auf Platz acht
  • Jake Dennis: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, da wir die Saison mit einem Erfolgserlebnis positiv abschließen konnten.“
  • Dr. Florian Kamelger: „Unser Saisonfazit ist im Großen und Ganzen positiv: Wir haben in unserer Debütsaison mit dem vollen Einsatz aller im Team Ausrufezeichen setzen können und uns sicher achtbar geschlagen und dabei bis auf zwei Rennwochenenden punkten können.“
Jake Dennis holt im letzten Saidsonrennen Punkte für Aston Martin
Foto: Jens Hawrda
Jake Dennis erzielt zum Saisonabschluss die 18. Punkteplatzierung für R-Motorsport in der Debütsaison des Teams.

Wie schon beim Saisonauftakt Anfang Mai präsentierte sich das Wetter auf dem Hockenheimring auch beim Saisonfinale am Sonntag regnerisch. Die beiden DTM-Neulinge Jake Dennis (24, Großbritannien) und Ferdinand von Habsburg (22, Österreich) gingen im letzten Lauf ihrer Rookie-Saison von den Startplätzen elf und zwölf ins Rennen.

Jake Dennis verbesserte sich im Verlauf des Rennens bei schwierigen Wetterbedingungen um drei Positionen und überquerte die Ziellinie als Achter. Es war sein fünftes Punkteergebnis in diesem Jahr und sein zweites an diesem Wochenende, nachdem er am Samstag bereits einen Punkt für Platz elf eingefahren hatte, da der Achtplatzierte Jenson Button als Gastfahrer keine Zähler erhielt. Sein Teamkollege Ferdinand von Habsburg kam als Elfter ins Ziel.

Für Daniel Juncadella (28, Spanien) war das letzte Saisonrennen bereits nach wenigen Runden beendet. Der Spanier rollte während der Safety-Car-Phase kurz nach dem Beginn des Rennens mit einem technischen Defekt am Streckenrand aus.

Paul Di Resta (33, Großbritannien) konnte seinen starken siebten Platz, inklusive Führungsrunden, vom verregneten zweiten Saisonlauf an gleicher Stelle leider nicht wiederholen. Der DTM-Champion des Jahres 2010 musste sein Auto während der Formationsrunden hinter dem Safety Car mit einem technischen Problem abstellen.

Exakt 360 Tage nach der offiziellen Ankündigung des DTM-Projekts von R-Motorsport im Rahmen des DTM-Finales 2018 in Hockenheim schloss das Team an diesem Wochenende seine Debütsaison in der Tourenwagenserie ab.

Der Aston Martin Vantage DTM wurde vor seiner ersten Ausfahrt Anfang März in Jerez de la Frontera in nur 90 Tagen in Rekordzeit entwickelt und gebaut und sammelte nur zwei Monate darauf bei seiner Rennpremiere beim Saisonauftakt in Hockenheim die ersten Punkte.

155 Tage später beendete R-Motorsport seine erste Saison in der DTM an diesem Wochenende mit drei weiteren Punkteplatzierungen in den letzten beiden Saisonrennen auf dem Hockenheimring.

Hochstimmung beim IDM-Saisonfinale in Hockenheim

Foto: Jens Hawrda
Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) verabschiedete sich mit einem Traumwochenende aus der Saison 2019. Die spannenden Rennen waren beste Werbung für den Motorradsport in Deutschland. Den dramatischen Schlusspunkt setzte Gaststarter Marvin Fritz (Neckarzimmern, Yamaha, Bayer Bikerbox). Der 26-jährige IDM Superbike 1000-Champion von 2016 überholte mit einem unglaublichen Manöver in der letzten Kurve des Rennens den zweifachen Meister Ilya Mikhalchik (UKR, BMW, alpha Racing-Van Zon-BMW). Mit 0,272 Sekunden Vorsprung jagte Fritz vor dem zweifachen Meister über die Ziellinie. Rund 17.000 Zuschauer erlebten das IDM-Finale im badischen Motodrom.

In der IDM-Nachwuchsklasse Supersport 300 sicherte sich Angelo Licciardi (BEL, Kawasaki, Benjan Racing – Weber Motos) schon im ersten Rennen den Titel. Dabei reichte dem 21-Jährigen ein dritter Platz. Der Niederländer Rick Dunnik (NLD, Yamaha, ZUWI-HDRacing) festigte mit seinem dritten Saisonsieg und einem zweiten Platz die Vizemeisterschaft.

Die letzte Meisterschaftsentscheidung fiel erst beim letzten Rennen des Wochenende: Bei den IDM-Sidecars gewann Andres Nussbaumer und Manuel Hirschi (CHE, LCR-Suzuki, Sidecar Team Hirschi’s Sense) den Titel in der Klasse mit 1000 ccm Hubraum  vor Mike Roscher und Anna Burkard (Großalmerode/CHE, LCR-BMW, RSC-Racing Roscher-Burkard-Penz13). Die extrem spannenden Meisterschaftsläufe des IDM-Finales wurden erstmals per Livestream übertragen. Es war die größte Liveübertragung in der Geschichte der höchsten deutschen Motorrad-Straßenrennserie.

IDM Superbike

IDM-Gast Marvin Fritz sorgte schon beim ersten Rennen der Königsklasse IDM Superbike 1000 für die nötige Würze. Der Yamaha-Pilot sprengte das BMW-Spitzenduo mit Ilya Mikhalchik und Bastien Mackels (BEL, BMW, Wilbers-BMW-Racing) und kam als Zweiter ins Ziel. Der bereits vorzeitig als Meister feststehende Mikhalchik feierte seinen insgesamt elften Saisonsieg. Hinter dem Drittplatzierten Mackels kam der Schweizer Meister Dominic Schmitter (CHE, Yamaha, HESS Racing) auf den vierten Platz, mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,059 Sekunden vor Marc Moser (Frankfurt a.M., Yamaha, MGM Racing Performance).

Die beiden Yamaha-Fahrer sorgten auch beim zweiten Rennen für ein packende Entscheidungen. Moser übernahm in der Startrunde die Führung, verlor dann aber einige Positionen und wurde am Ende Vierter, nur 0,163 Sekunden hinter Dominic Schmitter. Der Schweizer startete vom Ende des Feldes und wurde sensationell noch Dritter.

Wegen teilweise noch feuchter Strecke war der Start verschoben worden und alle Teams nutzten die Zeit zum Umbau auf Trockenreifen und -abstimmungen. Bei Julian Puffe, Pepijn Bijsterbosch und Bastien Mackels wurde aber zu lange an den Motorrädern gearbeitet. Sie kassierten jeweils eine 20-Sekunden-Strafe: Mackels verlor dadurch seinen dritten Platz und fiel auf den achten Rang zurück. Auf die Entscheidung um den zweiten und dritten Platz in der Meisterschaft hatten die Strafen allerdings keinen Einfluss: Julian Puffe (Schleiz, BMW, Alpha Racing Van Zon BMW) wurde Vizemeister vor Pepijn Bijsterbosch (NLD, BMW, Team Dutch Comfort Houses).

Hinter dem BMW-Trio schob sich der Langstreckenweltmeister Erwan Nigon (FRA, Kawasaki, Weber-Motos Racing Team) noch auf den vierten Platz. Der Franzose ist damit bester Nicht-BMW-Pilot der Königsklasse. Mit zwei Punkten Vorsprung setzte er sich vor Alessandro Polita (ITA, Honda, Holzhauer Racing Promotion). Der Italiener war nach einem Sturz im Qualifying gehandikapt in die beiden Rennen gegangen.

IDM Supersport 600

In der IDM Supersport 600 schrieb Luca Grünwald (Waldkraiburg, Kawasaki, Schnock Team Motorex) die Geschichte des Wochenendes. Der ehemalige WM-Pilot hatte wegen zwei Verletzungen einige IDM-Rennen verpasst. Beim ersten Rennen schaffte der 24-jährige Kawasaki-Pilot als Dritter den Sprung aufs Treppchen, allerdings im Fotofinish mit nur 0,008 Sekunden Vorsprung auf Daniel Rubin (Schwanau, Yamaha, Rubin Racing Team).

Das Rennen gewann Marc Buchner (Königswinter, Yamaha, Buchner Motorsport) vor Martin Vugrinec (HRV, Yamaha, UNIOR Racing Team). Die beiden folgen auch in der Abschlusswertung der Meisterschaft hinter dem Meister Max Enderlein (Hohenstein-Ernstthal, Yamaha, Freudenberg WorldSSP Academy), der wegen beruflicher Verpflichtungen die Rennen des IDM-Finales auslassen musste.

Polesetter Tom Toparis (AUS, Yamaha, Benro Racing) stürzte im ersten Rennen in Führung liegend und büßte auch im zweiten Lauf seine Spitzenposition ein. Doch schon vorher nahm das Rennen einen dramatischen Verlauf. Zunächst musste es nach einem Sturz von zwei Fahrern abgebrochen werden. In der Pause bis zum Re-Start begann es zu regnen. Doch alle Fahrer starteten auf Trockenreifen. Toparis und Grünwald setzten sich weit vom Feld ab. Toparis stürzte auf der durch den Regen extrem rutschigen Strecke. Er konnte zwar das Rennen noch einmal aufnehmen, kam aber nicht über den achten Platz hinaus. Luca Grünwald feierte seinen zweiten Saisonsieg mit 21,692 Sekunden vor Gaststarter Kevin Wahr (Nagold, Yamaha, Motolife Racing Wahr Energie) und Sander Kroeze (NLD, Yamaha, MGM Racing Performance). Die Superstock 600-Wertung gewann in beiden Rennen Jan Schmidt (Yamaha, Frankfurt Customs Racing Team). Stefan Ströhlein (Rotenburg o.d. Tauber, Yamaha, Neumann Racing) stand schon im Vorfeld schon als Sieger in der Gesamtwertung fest.

IDM Supersport 300

Die IDM-Nachwuchsklasse Supersport 300 sorgte mit einem international besetzten Fahrerfeld und 42 Teilnehmern für zwei spannende Rennen. Zunächst machte Angelo Licciardi im ersten Lauf den Deckel auf den Meistertitel. In den für diese Klasse typischen Windschattenduellen mit vielen Führungswechseln kam er als Dritter ins Ziel. Den Sieg sicherte sich sein Markenkollege Walid Khan (NLD, Kawasaki, NUTEC-RT Motorsports by SKM-Motorsports). Der 19 Jahre alte IDM-Späteinsteiger – er ist erst seit Most dabei - feierte seinen fünften Saisonsieg in Folge.

Im zweiten Rennen ließ Rick Dunnik nichts anbrennen und machte mit seinem dritten Saisonsieg die Vizemeisterschaft klar. Sein größter Konkurrent Ruben Bijman (NLD, Yamaha, Pearle Gebben Racing) war nach einem Sturz im Kampf gegen Angelo Licciardi ausgeschieden.

ADAC-Junior Cup

Einen IDM-Einstand nach Maß erlebte der ADAC-Junior-Cup-Gesamtsieger Lennox Lehmann (Dresden, KTM, Freudenberg World SSP Academy) mit zwei achten Plätzen. Das 13 Jahre alte Talent erreichte damit in beiden Rennen sein Ziel mit einem Platz unter den Top Ten.

IDM Sidecars

Bei den IDM Sidecars blieb die Meisterschaft in der 1000er-Klasse bis zum letzten Saisonlauf offen. Vor dem entscheidenden Rennen lagen die beiden Kontrahenten Mike Roscher/Anna Burkard und Andres Nussbaum/Manuel Hirschi sogar gleichauf. Das Schweizer Gespann gewann die Klasse im ersten Lauf und zog dadurch mit Roscher/Burkard gleich, die sich mit dem dritten Platz begnügen mussten. Durch einen Fahrwerksschaden in der letzten Runde hatten sie noch einen Platz eingebüßt. So fiel die Entscheidung im letzten Rennen zugunsten von Nussbaum/Hirschi, die allerdings in der letzten Runde das Duell gegen John Smits und Gunter Verbrugge (NLD/NLD, RCN-Yamaha, Smitsracing #12) um den Tagessieg bei den 1000er-Gespannen verloren.

Beide Siege in der Hubraumklasse bis 600 ccm sicherten sich in Hockenheim der siebenfache Gespannweltmeister und Isle-of-Man-Sieger Tim Reeves und sein Beifahrer Mark Wilkes (GBR/GBR, Adolf RS Yamaha, Team Berlin Express).

Damit endete die zweite Saison der IDM mit der Motor Presse Stuttgart als Veranstalter und Promoter mit einem insgesamt sehr erfolgreichen IDM-Finale in Hockenheim. Die ersten Weichen für die kommende Saison sind bereits gestellt: Der vollständige Terminkalender 2020 soll bis Mitte Oktober vorgestellt werden.