Fast zehn Wochen lang war es still um das ERC Team. Nach dem Saisonauftakt auf dem Sachsenring verschwand die Mannschaft um Teamchef Uwe Reinhardt nahezu komplett von der Bildfläche. Weder in Brünn noch in Most gingen die Kawasakis an den Start. Stattdessen wurden die Ärmel hochgekrempelt. Der Trainingsfreitag in Oschersleben deutete darauf hin, dass sich diese Arbeit gelohnt hat.
Nach den eher durchwachsenen Ergebnissen zum Saisonstart konzentrierte sich das Team vollständig auf die Weiterentwicklung der Kawasaki ZX-6R 636. Das Ziel war klar: Das Motorrad musste konkurrenzfähiger und vor allem schneller werden. „Wir haben die Zeit genutzt, um bei der Abstimmung einiges zu finden“, erklärt Lothar Kraus, Technischer Leiter des ERC Teams. „Außerdem haben wir intensiv am richtigen Mapping gearbeitet, damit die Kawasaki deutlich besser funktioniert.“
Vor drei Wochen absolvierte das Team deshalb noch einen dreitägigen Test in Oschersleben, bei dem noch die letzten Feinabstimmungen vorgenommen wurden. Mit Erfolg: Am ersten Trainingstag nach der Sommerpause standen gleich zwei ERC Kawasakis unter den schnellsten fünf Fahrern der kombinierten Zeitenliste.
Sasha de Vits überzeugte als schnellster Kawasaki Pilot mit Rang zwei. Teamkollege Jules Bercot belegte Platz fünf, während Ersatzfahrer Felix Kauertz bei seinem Debüt in der EURO MOTO Sportbike ebenfalls auf Anhieb den Sprung in die Top Ten schaffte. „Das Motorrad war schon am Sachsenring gut. Es hat nur an Speed gefehlt. Mit der neuen Abstimmung und den Änderungen zieht die Kawasaki spürbar besser nach vorne und ist wesentlich schneller als noch am Sachsenring“, beschreibt de Vits die Entwicklung.
Nach dem vielversprechenden Trainingsauftakt bleibt nun die spannende Frage, ob sich die Änderungen auch unter Rennbedingungen auszahlen. Die ersten Trainings sprechen dafür, dass ERC in den vergangenen Wochen die richtigen Stellschrauben gefunden hat.
Bereits am Samstagvormittag geht es zunächst in den Qualifyings um die besten Startplätze, bevor um 16:20 Uhr das erste Sportbike-Rennen des Wochenendes startet. Dann wird sich zeigen, ob die Kawasaki auch im direkten Duell mit der Konkurrenz um Spitzenpositionen kämpfen kann.
Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann