Mittwoch, 3. Juli 2019

Aston Martin Vantage DTM vor Debüt auf dem Norisring

  • Die neue DTM-Fahrzeuggeneration wird auf dem engen Stadtkurs voraussichtlich Topspeeds von mehr als 265 km/h und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 185 km/h erreichen
  • Zwischen den DTM-Wochenenden in Misano und auf dem Norisring absolvierte R-Motorsport zwei Testtage in Vallelunga, um an der Verbesserung der Performance und Zuverlässigkeit zu arbeiten
  • Paul Di Resta, Ferdinand von Habsburg und Daniel Juncadella nehmen im Rahmen des Rennwochenendes ihre neuen Aston Martin Vantage Dienstfahrzeuge in Empfang
  • Dr. Florian Kamelger: „Die DTM-Rennen in Nürnberg haben wegen der großen Zuschauerkulisse stets eine tolle Atmosphäre und es wäre besonders schön, den Fans dort eine gute Leistung zu zeigen und wieder Punkte-Resultate einzufahren.“
Der Aston Martin Vantage DTM fährt erstmals am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Eine fantastische Kulisse, hohe Temperaturen sowie ein anspruchsvoller Stadtkurs, der jeden Fehler sofort bestraft: Am kommenden Wochenende erwartet R-Motorsport auf dem Norisring eine echte Herausforderung.

Der Traditionskurs in Nürnberg gilt als einer der absoluten Höhepunkte jeder DTM-Saison. Dabei sorgt aber nicht nur die einzigartige Atmosphäre für ein besonderes Rennwochenende. Auch der Straßenkurs selbst stellt die Fahrer und Teams vor eine ganz besonders knifflige Aufgabe.

Der Streckenverlauf mag mit seinen langen Geraden, den beiden Spitzkehren sowie seiner insgesamt geringen Kurvenanzahl simpel aussehen, aber die rund 47 Sekunden Rundenzeit haben es wahrlich in sich. Auf den Geraden erreichen die neuen DTM-Fahrzeuge voraussichtlich Geschwindigkeiten von mehr als 265 km/h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen den Nürnberger Leitplanken und Mauern beträgt 185 km/h.

Während die schnellste Kurve mit 102 km/h durchfahren wird, passieren die Piloten die Grundig-Haarnadelkurve mit gerade einmal 52 km/h. Beim Anbremsen der Grundig-Kehre sind die Fahrer auf einem Bremsweg von 175 Metern Belastungen von bis zu 2,5 G ausgesetzt.

Auch aus strategischer Sicht stellt der Norisring eine besondere Herausforderung dar. So ist eine Zwei-Stopp-Strategie möglich, wenn auch nicht ganz optimal. Ein Fragezeichen schwebt noch über dem Reifenabbau, der aufgrund der neuen Turbo-Aggregate noch schwer vorherzusagen ist. Normalerweise liegt dieser auf dem Norisring jedoch eher auf der niedrigeren Seite. Die Fahrer verlieren bei einem Boxenstopp um die 40 Sekunden.

Für drei der vier Piloten von R-Motorsport beginnt das Rennwochenende mit einem besonders erfreulichen Moment: zwischen den beiden Freien Trainings (13:00 Uhr & 16:15 Uhr, Live-Stream auf ran.de) nehmen Paul Di Resta, Ferdinand von Habsburg und Daniel Juncadella am Freitag in der Zeit zwischen 15:15 und 15:30 Uhr vor der Team-Hospitality ihre neuen Dienstfahrzeuge vom Typ Aston Martin Vantage in Empfang. Jake Dennis ist bereits seit einigen Wochen im Besitz seines neuen Dienstautos der britischen Luxus-Sportwagenmarke.

Am Samstag und Sonntag sitzt das Fahrer-Quartett dann wieder in den vier Aston Martin Vantage DTM Boliden. Los geht es wie immer mit den beiden Qualifyings (Sa: 10:25 Uhr, So: 10:35 Uhr, jeweils live auf ran.de), gefolgt von den zwei Rennen (Sa & So: jeweils 13:30 Uhr, live auf SAT.1).

Interview mit dem Misano-Sieger vor dem Audi-Heimspiel in Nürnberg

Nico Müller: „Ich habe mich auf dem Norisring schon immer wohlgefühlt“

Nico Müller
Foto: Jens Hawrda

Nach seinem Sieg beim DTM-Rennen in Misano hat Nico Müller eine Menge erlebt. Der Schweizer im Interview vor dem Audi-Heimspiel auf dem Norisring (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live auf SAT.1).

Wie hast du den zweiten Sieg in der DTM gefeiert?
Am Sonntagabend gab es in der Audi-Hospitality ein Get-together. Es war schön, mit dem ganzen Team und auch Audi-übergreifend auf das gute Wochenende anzustoßen. Danach bin ich mit meiner Crew, den Mechanikern und Ingenieuren, noch etwas an der Adriaküste weitergezogen. Dort kann man so einen Erfolg gut feiern. Das hat uns weiter zusammengeschweißt und noch mehr motiviert, das möglichst bald zu wiederholen.

Wie viele WhatsApp-Nachrichten hast du nach dem Sieg bekommen?
Es gab tatsächlich sehr viele Glückwünsche. Es ist schön zu sehen, dass die Leute mitfiebern und an solchen Erfolgen gerne teilhaben. Auch von langjährigen Wegbegleitern und wichtigen Personen in meiner Karriere wie unserem ehemaligen Chef Dr. Wolfgang Ullrich gab es Nachrichten – darüber freut man sich natürlich.

Nach dem Sieg in Misano ging es gleich weiter nach Neuburg, wo du Fußballstar Thomas Müller Fahrstunden gegeben hast. Müller hoch zwei, sozusagen ...
Thomas Müller zu treffen war ein absolutes Highlight. Er ist ein total cooler Typ, völlig am Boden geblieben und sehr entspannt. Er hat sich auch hinter dem Lenkrad gut angestellt. Ein Rennauto wie den Audi R8 LMS GT4 am Limit zu bewegen, ist ja nicht so einfach. Er hat sich schnell getraut das Auto zu pushen und hatte viel Spaß dabei. Für mich war es eine Ehre, ihm ein bisschen Fahrkünste mit auf den Weg zu geben, ihn etwas zu coachen und bei einer Taxifahrt im Audi RS 5 DTM auch einen kleinen Vorgeschmack auf die DTM zu geben. Es war für uns beide ein richtig toller Tag.

Interessierst du dich für Fußball? Bald findet in München ja auch wieder der Audi Cup statt.
Ich bin zugegebenermaßen nicht der größte Fußballfan und auch kein besonders talentierter Fußballer. Aber ab und zu verfolge ich schon, was da passiert. Diese Sportart genießt ein so großes Interesse, dass man da gar nicht drum herumkommt. In meiner Heimat haben die Berner Young Boys gerade einen guten Lauf. Sie haben die Szene in der Schweiz im Griff, worüber ich mich sehr freue. Ich hatte auch schon die Gelegenheit, den FC Bayern München in der Allianz Arena live zu sehen. Die Stimmung, die da herrscht, diese Leidenschaft für den Club, das ist absolut der Oberhammer. In Deutschland ist das jedes Jahr die Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Davor kann man als Sportler nur den Hut ziehen.

Zurück zur DTM. Am Wochenende steht der Norisring auf dem Programm.
Auf den Norisring freue ich mich extrem. Das ist eine Strecke, an die ich sehr viele schöne Erinnerungen habe. Dort habe ich 2016 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Aber auch 2018 waren wir da Audi-intern stark unterwegs. Ich habe mich auf dem Norisring schon immer wohlgefühlt. Ich mag Stadtkurse generell und gehe mit einem guten Gefühl dorthin. Ich bin top motiviert und gut vorbereitet.

Der Norisring ist nur 2,3 Kilometer lang, was macht ihn trotzdem so schwierig?
Es gibt in der Tat nur vier Kurven. Das Layout sieht einfach aus. Aber wir fahren dort auf sonst öffentlichen Straßen. Es gibt viele kleine versteckte Herausforderungen. Die Strecke ist ziemlich uneben. Der Belag verändert sich von Jahr zu Jahr, wir müssen die Strecke jedes Mal neu lernen. Und anders als auf normalen Rennstrecken muss man sich von unten Schritt für Schritt ans Limit herantasten, denn zwischen den Mauern und Leitplanken kommt dich jeder kleine Fehler teuer zu stehen. Und die Abstände sind minimal. Am Norisring geht es um Hundertstel.

Zwischen den beiden DTM-Rennen in Misano und am Norisring warst du beim E-Prix in Bern. Wie hast du das Formel-E-Rennen in deiner Heimatstadt erlebt?
Der Renntag beim E-Prix in Bern war absolut genial. Das Zuschauerinteresse war riesig. Der Support, den ich gespürt habe, obwohl ich gar nicht gefahren bin, war cool. Ich glaube, ich hatte noch nie eine so lange und intensive Autogrammstunde. Es ist schön zu sehen, dass die Leute in meiner Heimat diese Leidenschaft teilen.

Für die Formel E hast du sogar auf das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring verzichtet.
Es war extrem komisch, nach fünf Jahren erstmals nicht am Start zu stehen. Es ist meiner Meinung nach das härteste 24-Stunden-Rennen der Welt. Dass Audi Sport dort immer wieder gewinnt, ist absolute Oberklasse. Gratulation! Ich hoffe, ich kann in Zukunft auch wieder selbst am Start stehen und um den Sieg kämpfen.

Was rechnest du dir für den Norisring aus?
Im letzten Jahr war BMW dort sehr stark und das werden sie vermutlich auch dieses Jahr sein. Aber natürlich wissen wir nicht, wo wir am Norisring im Vergleich zu Aston Martin stehen. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und wieder einen top Job machen. Dann sehe ich keinen Grund, warum wir nicht erneut um die ganz großen Punkte kämpfen sollten.

Stimmen der BMW Piloten vor dem Rennwochenende am Norisring

Bruno Spengler
Foto: Jens Hawrda
Bruno Spengler:
„Ich habe eine ganz besondere Beziehung zum Norisring. Das Publikum und die Atmosphäre dort sind immer brillant. Sie müssen die wenigen Kurven dort perfekt eingeben. Die Lücken dort sind immer sehr eng, so dass Sie sich keine Fehler leisten können und ein perfektes Rennen liefern müssen. Ich habe vier Mal auf dem Norisring gewonnen und freue mich immer sehr darauf, auf den Norisring zurückzukehren, einer meiner Lieblingsstrecken. “

Marco Wittmann:
„Ich freue mich natürlich sehr darauf. Der Norisring ist für mich immer etwas Besonderes, besonders nach dem Sieg im letzten Jahr. Es ist immer ein tolles Wochenende und ich freue mich natürlich darauf, meine ganze Familie, meinen Fanclub und so viele Leute dort zu haben, die mich unterstützen. Auch in diesem Jahr ist unser neuer Premium Partner Schaeffler, der ebenfalls aus der Region stammt, stark vertreten. Darauf freue ich mich auch ganz besonders und hoffe natürlich auf ein erfolgreiches Wochenende. “

Timo Glock:
„Ich hoffe, dass das Glück, das uns bisher entgangen ist, auf dem Norisring zurückkehrt und wir ein Wochenende ohne Probleme haben werden. Es versteht sich von selbst, dass die Strecke wirklich etwas Besonderes ist - sie unterscheidet sich von jeder anderen mit nur vier Kurven. Ich bin gespannt, wie das Wochenende vergeht. “

Philipp Eng:
„Der Norisring ist ein großes Highlight und ich freue mich sehr darauf. Das Layout des Norisrings mit seinen vier Kurven sieht relativ einfach aus, aber die Strecke ist in der Realität alles andere als einfach. Insbesondere im Qualifying müssen Sie sich zu 100 Prozent konzentrieren, damit Sie jeden Bremspunkt und jeden Einstiegspunkt perfekt treffen. Die Lücke zwischen dem ersten und dem letzten Platz im Qualifying beträgt nur einige Zehntelsekunden, daher ist kein Fehler zu befürchten. Und im Laufe des Rennens kann viel passieren - vor allem in den engen Kehren. Es wird auf jeden Fall sehr aufregend. “

Sheldon van der Linde:
„Ich bin 2016 auf dem Norisring gefahren und freue mich sehr auf meine Rückkehr. Wir standen in dieser Saison ein paar Mal kurz vor dem Podium und ich bin ein wenig enttäuscht, dass es noch nicht genug war - besonders, dass es oft nicht in meiner Hand war. Aber wir wissen, dass wir ein gutes Tempo haben und das stimmt mich zuversichtlich für das bevorstehende Rennen. “ 

Joel Eriksson:
„Ich freue mich sehr auf die Rückkehr auf den Norisring. Ich liebe Straßenstrecken und fahre sehr gerne dort. Ohne Zweifel eines der absoluten Highlights im gesamten DTM-Kalender. Ich kann es kaum erwarten, alle Fans und die vielen Zuschauer zu sehen und die Atmosphäre aufzusaugen. Letztes Jahr haben wir gezeigt, dass wir sehr wettbewerbsfähig sind. Unser Tempo und die Ergebnisse waren sehr gut. “


Procar Revival auf dem Norisring im Rahmen der DTM

Comeback auf dem Norisring: Berühmte Fahrer des BMW M1 erleben die Procar-Serie noch einmal.

BMW M1 Procar  Nürnberg 1980
Foto: BMW-Motorsport
Spannende Kämpfe um die Plätze zwischen Formel-1-Piloten und internationalen Privatfahrern in identischen BMW M1-Fahrzeugen machten jedes Rennen der vor 40 Jahren gestarteten Procar-Serie zu einem wahrhaft spektakulären Ereignis. Am Wochenende des Deutschen Tourenwagen-Masters vom 5. bis 7. Juli 2019 auf dem Norisring kehren die Procar Racers zurück. 14 der nach den Vorgaben der Gruppe 4 gebauten Mittelmotor-Sportwagen mit 470 PS werden die Faszination der Procar-Baureihe wiedererleben, die speziell für das Rennstreckendebüt des BMW M1 auf dem Nürnberger Stadtkurs entwickelt wurde. Die Zuschauer am Norisring dürfen sich an den drei Veranstaltungstagen auf insgesamt fünf Auftritte der Procar Racers freuen.

Es ist der BMW Group Classic gelungen, anlässlich des Procar Revival eine Reihe berühmter Fahrer zurück in das Cockpit des BMW M1 zu locken. Bereits 1980 belegte Hans-Joachim Stuck beim Procar Race auf dem Norisring den ersten Platz, gefolgt von Jan Lammers und Marc Surer. Dieses Wochenende werden sich diese drei Legenden in Nürnberg wieder auf der Strecke treffen. Harald Grohs wird auch dabei sein. Vor 35 Jahren fuhr er einen BMW 635 CSi zum Sieg und gewann bei Zolder in Belgien das erste Rennen in der Geschichte des Deutschen Tourenwagen-Masters.

Dienstag, 2. Juli 2019

DTM-Heimspiel für BMW auf dem Norisring

Der BMW M4 DTM im Einsatz auf den Straßen von Nürnberg

2018 holte Marco Wittmann einen Sieg für BMW am Norisring
Foto: BMW-Motorsport
Das vierte Rennwochenende der DTM-Saison 2019 ist das Heimspiel von BMW auf dem legendären Norisring in Nürnberg (GER), nur rund 160 Kilometer von der BMW-Heimat in München (GER) entfernt. Die Rennen Nummer sieben und acht der Saison finden am Samstag und Sonntag (6./7. Juli) auf dem einzigen Straßenkurs im Kalender statt.

Nach sechs Rennen ist Philipp Eng (AUT) als Gesamtzweiter der bestplatzierte BMW Pilot in der DTM-Fahrerwertung. Er hat 83 Punkte auf seinen Namen und liegt zehn Punkte hinter dem aktuellen Tabellenführer René Rast (GER, Audi). Der norisringische Lokalmatador Marco Wittmann (GER) köpft mit 68 Punkten auf dem vierten Gesamtrang ins 'Monaco der DTM'. Wittmann hatte im vergangenen Jahr Grund zum Feiern: Am Samstag feierte er auf der 2,3 Kilometer langen Dutzendteich-Strecke sein erstes Heimpodest und am Sonntag seinen ersten Heimsieg.

Fans können sich auf ein besonderes Highlight im Rahmenprogramm freuen, den BMW M1 Procar Revival. Die legendären BMW M1 Procars absolvieren an allen drei Tagen schnelle Demo-Runden. Die 470 PS starken BMW Sportwagen bestritten 1979 und 1980 Markenpokalrennen. Auf dem Norisring werden in diesem Jahr die Legenden von damals am Steuer der BMW M1 Procars stehen, darunter der frühere Formel-1-Pilot Marc Surer (SUI), Hans-Joachim Stuck (GER) und Jan Lammers (NED).