Samstag, 20. Juni 2026

Ben Dörr lässt Briten jubeln: Historischer DTM-Sieg für McLaren

  • Dörr feiert auf dem Dekra Lausitzring seinen ersten DTM-Erfolg
  • Mapelli mit Treppchen-Debüt, Feller mit erstem Porsche-Podium
  • Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer erobert die Tabellenführung zurück

Großer Jubel bei Ben Dörr von McLaren-Team Dörr Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Eine perfekte Strategie, eine mutige Reifenwahl und das nötige Glück sorgten beim Samstagsrennen auf dem Dekra Lausitzring für den ersten DTM-Sieg von Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport). Der 21-Jährige markierte den historischen ersten DTM-Erfolg von McLaren – damit gab es in den ersten fünf Saisonläufen fünf verschiedene Gewinner. „Dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes für mich! Am liebsten hätte ich diesen Erfolg natürlich auf dem Podium gefeiert, trotzdem ist dieser Moment für mich unbeschreiblich. In unserem dritten DTM-Jahr war es unser Ziel, ganz vorne mitzuspielen. Das ist uns gelungen und genauso wollen wir weitermachen“, freute sich Dörr. Nach einem Wolkenbruch vor dem Start ging er von Position zehn aus auf regennasser Strecke mit Pirelli-Slicks ins Rennen und legte damit den Grundstein für seinen Sieg. Der Youngster sah die Zielflagge zunächst als Zweiter hinter Lamborghini-Fahrer Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt), doch durch eine nachträgliche Strafe gegen den Italiener wegen eines Vergehens in einer Gelbphase wurde Dörr als Sieger gewertet. Sein erstes Porsche-Podium in der DTM feierte Ricardo Feller (CH/Manthey). Der Schweizer erhielt wie Mapelli im Nachgang des Rennens eine 15-sekündige Zeitstrafe, blieb im korrigierten Klassement jedoch unverändert Dritter.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 5 und 6 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Wetter: 29 Grad, wechselhaft
  • Pole-Position: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7), 1:19,463 Minuten
  • Sieger: Ben Dörr (Dörr Motorsport, McLaren 720S GT3 Evo #25)
  • Schnellste Rennrunde: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80), 1:20,694 Minuten

Kurz vor dem Start zum fünften DTM-Saisonlauf setzte am Samstagmittag starker Niederschlag auf dem Lausitzring ein, der zu Rennbeginn allerdings aufhörte. Die meisten Teams zogen dennoch Pirelli-Regenreifen auf. Einige Fahrer, darunter Pole-Setter Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) aber auch Dörr, Mapelli, Feller und Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) riskierten Slicks – konnten das Tempo des Feldes zunächst aber nicht mitgehen. Das änderte sich jedoch im weiteren Verlauf, da der Asphalt immer mehr abtrocknete. Kurz vor dem Boxenstoppfenster hatte Thiim wieder die Führung übernommen. Dörr lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf Rang sechs.

Danach überschlugen sich die Ereignisse: Als Timo Glock (Kreuzlingen/Dörr Motorsport) mit technischen Problemen im McLaren 720S GT3 Evo auf der Strecke ausrollte, bog Thiim in Runde 13 zum Reifenwechsel ab. Eine Runde darauf steuerte das Trio Mapelli, Dörr und Feller die Boxengasse an, wenige Sekunden bevor eine Full-Course-Yellow-Phase das Feld einbremste. Die Boxenstopps während der Gelbphase verschafften dem Trio einen Vorsprung von über 20 Sekunden auf Thiim. Diese Reihenfolge blieb bis zur Zieldurchfahrt unverändert. Da Mapelli sowie Feller während der Gelbphase schneller als die erlaubten 80 km/h unterwegs waren, wurden beide im Anschluss mit einer Zeitstrafe belegt und Dörr als Sieger gewertet. Mapelli und Feller folgten auf den Plätzen zwei und drei. „Das war ein richtig gutes Rennen von uns“, bilanzierte Feller. „Ich freue mich riesig über mein erstes DTM-Podium für Porsche und Manthey. In den ersten Runden ging es einfach nur darum, das Fahrzeug auf der Strecke zu halten. Unser Matchplan ist voll aufgegangen, dazu hatten wir einen super Boxenstopp. Natürlich hätte ich gern um den Sieg gekämpft, doch dafür hat mir einfach die Pace gefehlt.“

Thiim überquerte die Ziellinie auf dem Lausitzring als Vierter. Wittmann, ebenfalls auf Trockenreifen gestartet, zeigte eine starke Aufholjagd und verbesserte sich vom 18. auf den fünften Platz. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) übernahm als Sechster wieder die Tabellenführung. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) beendete den fünften Saisonlauf auf Rang sieben, Matteo Cairoli (I) folgte im Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing auf Position acht. Ford-Pilot Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance) sicherte sich vor Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo den neunten Platz.

Ergebnis 5. Meisterschaftslauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport)

2. Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt), +13,136 Sekunden

3. Ricardo Feller (CH/Manthey), +17,732 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +23,435 Sekunden

5. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +24,749 Sekunden