Fabian Dybionka und Etienne Ploenes gewinnen in der Porsche Sprint Challenge GT3. Querschnittsgelähmter Tim Horrell feiert Platz eins in der Porsche Sprint Challenge GT4. Thomas Westarp setzt sich im Zweikampf mit STT-Tabellenführer Kenneth Heyer durch.
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Foto: Jens Hawrda |
In der Motorsport Arena Oschersleben begann am vergangenen Wochenende die zweite Saisonhälfte des ADAC Racing Weekend 2025. Beste in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 waren in der Magdeburger Börde Fabian Dybionka und Etienne Ploenes (beide Porsche 911 GT3 Cup (992)), in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 hatten Tim Horrell und Joep Breedveld (beide Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) die Nase vorne. Mariusz Górecki und Daan Arrow (beide Porsche 911 GT3 Cup (992)) waren in der Porsche Endurance Challenge Deutschland nicht zu stoppen, während Kenneth Heyer (Mercedes AMG GT3) und Thomas Westarp (Audi R8 LMS GT3 Evo II) in der Spezial Tourenwagen Trophy (STT) je einmal jubelten. Mit Philipp Pippig (BMW M4 GT4 F82) erlebte der Norddeutsche ADAC Börde Tourenwagen Cup (NATC) ebenso einen Doppelsieger wie im ADAC Historic Cup Ost Formel, bei dem Nils-Holger Wilms (Melkus M90) zweimal triumphierte. Schließlich teilten sich Jens Herkommer (Skoda 130 RS) und Lukasz Janiak (Skoda Favorit) die Siege im ADAC Historic Cup Ost Tourenwagen.
Spannung in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3
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Fabian Dybionka, Porsche 911 GT3 Cup 992 #64 siegte in Rennen 1 Foto: Jens Hawrda |
Rennen eins der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 wurde erst auf den letzten Metern entschieden. Etienne Ploenes führte den Lauf lange an, doch als ihm ein Fahrfehler unterlief, sah Verfolger Fabian Dybionka seine Chance. Der Pole griff in der letzten Kurve vor der Ziellinie an und zog am Deutschen vorbei. Damit feierte der Teenager seinen zweiten Erfolg in der GT3-Challenge, nachdem er bereits am Red Bull Ring gewinnen konnte. Jan Antoszewski (Porsche 911 GT3 Cup (992)) freute sich über die dritte Stelle, während der als Tabellenführer angereiste Tomasz Magdziarz (Porsche 911 GT3 Cup (992)) nach einer Kollision in der Startrunde frühzeitig ausschied und Platz eins der Fahrerwertung an Dybionka abgeben musste.In Durchgang zwei blieb Ploenes fehlerfrei und brachte den Sieg knapp vor Dybionka ins Ziel. Madgziarz meldete sich mit einem dritten Rang auf den vorderen Positionen zurück.
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Etienne Ploenes, Porsche911 GT3 Cup 992 #11 siegt in Rennen 2 Foto: Jens Hawrda |
Querschnittsgelähmter Tim Horrell mit Sieg und hohen Zielen
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Tim Horrel, Porsche Cayman GT4 RS Clubsport 982 #30 siegt in Rennen 1 Foto: Jens Hawrda |
In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 jubelte Tim Horrell über seinen ersten großen Erfolg im deutschen Motorsport. Der querschnittsgelähmte US-Amerikaner, der mit einem für seine Bedürfnisse umgebauten Fahrzeug antritt, glänzte schon im Qualifying mit Position zwei und übernahm direkt zu Beginn des Rennens die Spitze. Die konnte er auch beim Restart nach einer Safety-Car-Phase verteidigen und in der Folge immer weiter ausbauen, so dass er die Zielflagge 5,642 Sekunden vor dem zweitplatzierten Leon Bauchmüller (Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) und 6,894 Sekunden vor dem Dritten Joep Breedveld sah. Jener Breedveld revanchierte sich am Sonntag und gewann vor Giuseppe Fico (Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)). Als Dritter kletterte Julian Jansen (Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) auf das Podium; es war sein erster Podestbesuch in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4.
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Jener Breedveld siegte in Rennen 2 Foto: Jens Hawrda |
Für Horrell lief es im zweiten Lauf nicht perfekt, er musste in der ersten Runde einer Kollision ausweichen und fand sich am Ende des Feldes wieder. Trotzdem zeigte er eine kämpferisch starke Leistung, die ihn bis auf Rang fünf nach vorne brachte. „Unser Auto ist hier wirklich gut“, lobte er sein Team. Überhaupt ist er sehr glücklich bei W&S Motorsport: „Sie lieben die Herausforderung, die mein Auto mit den Hand-Bedienelementen auch dem Team bietet und sie stehen voll dahinter. Deshalb war für mich im Winter immer klar, dass ich weiterhin bei W&S fahren möchte.“ Horrell möchte zeigen, dass auch querschnittsgelähmte Motorsportler hohe Ziele erreichen können. „Ich möchte im Fahrerlager als schneller Rivale betrachtet werden, nicht als derjenige, der in einem Rollstuhl sitzt. Ich möchte mich als Rennfahrer Schritt für Schritt weiterentwickeln; mein nächstes Ziel ist es, in der ADAC GT4 Germany oder GT4 Europe anzutreten und natürlich auch zu gewinnen.“
Auch Regen kann Mariusz Górecki und Daan Arrow nicht bremsen
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Mariusz Górecki und Daan Arrow, Porsche 911 GT3 Cup 992 #69 siegen im Rennen der Porsche Endurance Challenge Deutschland Foto: Jens Hawrda |
In der Porsche Endurance Challenge Deutschland wurden die Teilnehmer durch einsetzenden Regen vor zusätzliche Herausforderungen gestellt. Am besten kamen damit Mariusz Górecki und Daan Arrow zurecht, die den Zielstrich als erste kreuzten. Levin Gelf und Jannes Fittje (beide Porsche 911 GT3 Cup (992)) verdrängten in der zweiten Rennhälfte das Duo Jakub Twaróg / Karol Kret (beide Porsche 911 GT3 Cup (992)) von Position zwei. Bester Vertreter der GT4-Klasse, die den 60-minütigen Endurance-Lauf gemeinsam mit den GT3-Piloten bestreiten, waren Florian Bauer und Manuel Lauck vor Alleinstarter Joep Breedveld (alle Porsche Cayman GT4 RS Clubsport 982).
Quelle: adac-Motorsport