Freitag, 4. August 2023

IDM Superbike: Julian Puffe übernimmt in Österreich BMW von Marc Moser

Julian Puffe
Foto: Jens Hawrda

Julian Puffe kehrt für ein Rennen in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) zurück. Er übernimmt am kommenden Wochenende auf dem Red Bull Ring im Motoforce Racing Team die BMW M 1000 RR, die nach dem Weggang von Marc Moser frei geworden ist.

„Ich wurde in Schleiz schon angesprochen, dass ein Fahrerplatz frei wird“, erzählt der 27-jährige Puffe, der als Zuschauer durchs Fahrerlager geschlendert war. In der IDM hatte er für 2023 keinen Platz in der IDM Superbike gefunden, bei GERT56 wurde sein Vertrag nicht verlängert. Doch jetzt ist Puffe wieder da und auch wieder auf BMW, die er kennt. „Nach dem zweiten Superbike-Rennen, als Marc Mosers Weggang offiziell war, gab es für mich bei Motoforce Racing ein kurzes Meeting für fünf Minuten, ob ich fahren kann, das war es. Ich lerne das Team und das Motorrad erst am Freitag auf dem Red Bull Ring richtig kennen.“

Mit seinem privaten Trainingsmotorrad ist Puffe am vergangenen Freitag schon in der Steiermark gewesen. „Ich habe die neue Schikane ausprobiert, die habe ich noch nicht gekannt.“ Puffe war im vergangenen Jahr bei der IDM-Veranstaltung in Österreich schon nicht mehr dabei gewesen, weil er nach seinem schweren Sturz in Assen zwölf Wochen auf Krücken gehen und den Rest des Jahres mit der Rehabilitation verbringen musste. Bis dahin hatte er vier Podestplätze eingefahren.

Wie ist die Erwartungshaltung vor dem kommenden Wochenende? „Platzierungsmäßig gibt es gar keine, ich will mich so schnell wie möglich ins Team einfinden“, so Puffe, „denn wir wollen ein gutes Paket schnüren und schauen, was dabei rauskommt.“

Für den Schleizer passt die Rückkehr in die IDM perfekt, kann er doch den Renneinsatz auf dem Red Bull Ring genau in die Lücke bis zum nächsten Langstrecken-WM-Rennen in Le Castellet vom 14. bis 17. September einbinden. An der EWC-Veranstaltung in Suzuka, die zeitgleich mit der IDM auf dem Red Bull Ring stattfindet, nimmt das Team LRP Poland, für das Puffe fährt, nicht teil.

Quelle: idm.de /Anke Wieczorek

Brisante IDM-Rennen im grünen Herzen Österreichs

Foto: Jens Hawrda

Auf dem Red Bull Ring fährt die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) vom 4. bis zum 6. August 2023 in die zweite Saisonhalbzeit. Willkommen in der Steiermark. Das bergige, bewaldete Bundesland im Süden Österreichs ist für seinen Wein, seine Heilquellen und Burgen bekannt, genauso wie für hochkarätigen Rennsport. Mit der IDM geht am kommenden Wochenende Deutschlands höchste Rennserie im Motorradstraßenrennsport an den Start.

In der Topklasse IDM Superbike wird die Gesamtwertung von Florian Alt (DEU/Honda) angeführt, doch der Honda-Star wird am Wochenende in Österreich fehlen. Der Grund: Es gibt eine Überschneidung mit dem Terminkalender der FIM Endurance World Championship im japanischen Suzuka, in der Alt ebenfalls verpflichtet ist. Das betrifft auch die Superbiker Ilya Mikhalchik (UKR/BMW), Bastien Mackels (BEL/Yamaha) und Leandro Mercado (ARG/Kawasaki). Das wiederum sorgt für eine zusätzliche Spannung im Fahrerfeld. Wie viele Plätze können die anderen Fahrer in der Abwesenheit der genannten WM-Piloten gutmachen? Kommt es jetzt zu völlig neuen Konstellationen in der Tabelle?

Und welche Rolle spielt das Team Bonovo Action BMW aus der Superbike-Weltmeisterschaft? Es absolviert wie schon 2022 einen Gaststart bei der IDM, diesmal mit Loris Baz und Garrett Gerloff. In der Internationalen Deutschen Meisterschaft liegen die Wurzeln des Teams, insbesondere von Teameigner Jürgen Röder und Teamchef Michael „Galle“ Galinski. Gibt es Sekt oder Selters?

Es ist auf jeden Fall eine brisante Mischung am Start, auch wenn schon vorher feststeht, dass Florian Alt von niemandem von der Tabellenspitze gestürzt werden kann. Dafür ist sein Vorsprung schon zu groß. Honda-Kollege Hannes Soomer (EST/Honda) kann ihm jetzt aber sehr nahe kommen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann sich „The Baltic Bullet“ den ersten Saisonsieg in der IDM holt. Und Alt hat seine Felle auf dem Weg zum Titel noch nicht im Trockenen. BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha kämpfen in der IDM Superbike um die Ehre und das Prestige mit über 200 PS und 300 km/h.

In der IDM Supersport hat der 17-jährige Melvin van der Voort (NLD/Yamaha) seine zwei Stürze von Oschersleben fast ausgemerzt. Seitdem versucht er vehement, seinen Rückstand auf die Tabellenspitze zu verkürzen. Mit Erfolg. Van der Voort siegt jetzt wie am Fließband und dem Titelfavoriten fehlen jetzt nur noch sieben Punkte auf seinen Landsmann Twan Smits (NLD/Yamaha). Dritter ist Thomas Gradinger (AUT/Yamaha), Vierter Andreas Kofler (AUT/Yamaha). Beide haben am vergangenen Wochenende mit einer Wildcard bei den Läufen zur Supersport-WM im tschechischen Most teilgenommen und beide fuhren auch in die Punkteränge. Sie wollen den Schwung bei ihrem Heimrennen auf dem Red Bull Ring ausnutzen. Luca de Vleeschauwer (BEL/Kawasaki) behauptet sich als Fünfter inmitten der ganzen Yamaha-Fraktion als Einziger auf einer Kawasaki.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 entscheiden oft Tausendstelsekunden über Sieg und Niederlage im stärksten Feld der Meisterschaft. Nur drei Punkte trennen Walid Khan (NLD/KTM) und Inigo Iglesias (ESP/Kawasaki) voneinander. Das Duell heißt KTM gegen Kawasaki und zieht sich durch die ganzen Top Ten und bisher gab es vier verschiedene Sieger. Oft fällt die Entscheidung erst in der letzten Kurve oder auch erst auf dem Zielstrich. Enger geht es nicht.

Auf dem Red Bull Ring erwartet die Zuschauer ein volles Programm. Die ganze Packung gibt es zum Lauf der FIM Sidecar World Championship mit den Brüdern Ben und Tom Birchall, Todd Ellis/Emanuelle Clement, Tim Reeves/Mark Wilkes oder Pekka Päivärinta und Ilse de Haas. Die Deutschen Meister Josef Sattler/Luca Schmidt werden nach ihrem Unfall auf dem Schleizer Dreieck nicht antreten.

Es gibt viel Action rund um und in der IDM. Das ist immer noch nicht alles. Im Rahmenprogramm der IDM startet neben dem Northern Talent Cup auch noch der Yamaha R7 Cup. Den Zuschauer erwartet die ganze Bandbreite an hochkarätigem Spitzensport bis hin zu den Talentschmieden der Zukunft.

Und dabei bleibt die IDM auch weiterhin eine Serie zum Anfassen. Im Kauf eines Eintrittstickets ist automatisch der freie Zutritt zum Fahrerlager enthalten, in dem die Autogrammjäger voll auf ihre Kosten kommen. Worauf also noch warten? Die Eintrittspreise liegen zwischen 5,00 Euro für das Tagesticket am Freitag bis 35,00 Euro für die Karte für das ganze Wochenende.


Donnerstag, 3. August 2023

ADAC GT4 Germany begeistert am Nürburgring mit größtem Feld der Saison

  • Größtes Feld der bisherigen Saison mit 30 GT4-Sportwagen
  • Lokalmatador Denis Bulatov kommt als Tabellenführer zum Nürburgring
  • Beide Rennen live im Free-TV bei SPORT1

Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany meldet sich am Wochenende am Nürburgring mit dem bisher größten Feld der Saison aus der Sommerpause zurück. Vom 4. bis 6. August steigt das dritte Rennwochenende der Saison in der Eifel. Insgesamt 30 Fahrzeuge von Aston Martin, BMW, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota treten auf dem 3,629 Kilometer langen Sprintkurs an. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden live im Free-TV bei SPORT1 übertragen und können auch im kostenlosen Livestream bei sport1.de und auf dem ADAC Motorsport YouTube-Kanal angeschaut werden.

Als Tabellenführer reist Mercedes-AMG GT4-Pilot Denis Bulatov (24/Köln, BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport) an den Nürburgring. „Wir möchten eine saubere Arbeit abliefern und so weit vorne wie möglich ins Ziel kommen. Sollten wir nach den beiden Rennen noch immer auf Platz eins in der Tabelle liegen und somit Halbzeitmeister werden, wäre das natürlich klasse“, erklärt der Kölner, der sich das Cockpit mit Marcel Lenerz (25/Ludwigsau) teilt. „Der Nürburgring gefällt mir sehr und ist auch meine Heimstrecke. Wir hoffen auf starke Resultate und gehen zuversichtlich ins Wochenende, denn das Layout der Sprintstrecke dürfte unserem Mercedes-AMG entgegenkommen. Eine große Frage ist in der Eifel aber auch immer das Wetter. Sollte es durchregnen, werden die Karten womöglich ganz anders gemischt. Klar ist, dass das Feld in der ADAC GT4 Germany sehr dicht beieinander ist. Ich freue mich auf zwei spannende Rennen.“

Lediglich zwei Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze haben die zweitplatzierten Mex Jansen (17/NLD) und Nico Hantke (19/Hürth, beide Walkenhorst Motorsport). Die BMW M4-GT4-Fahrer sind die bisherige Überraschung der Saison. Die Youngster konnten in drei von vier Saisonrennen vom Podium aus jubeln und führen zusätzlich auch die Junior-Wertung der ADAC GT4 Germany an. „Dass die Saison so gut für uns beginnt, konnten wir natürlich nicht erwarten“, so Hantke. „Wir möchten auch auf dem Nürburgring konstant Punkte sammeln und weiterhin vorne mit dabei bleiben. Dabei ist es wichtig, nicht das letzte Risiko einzugehen, denn die Saison ist noch lang. Gewinnen ist immer das Ziel, aber auch Ergebnisse auf dem Podium oder ein vierter/fünfter Platz bringen gute Meisterschaftspunkte. Am Nürburgring mag ich besonders den hinteren Teil der Strecke mit der engen Schikane. Vor Ort werden mich diesmal auch mehr Freunde, Familienmitglieder und Sponsoren unterstützen als sonst, da es für mich das Saisonheimspiel sein wird.“

Mit den Porsche 718 Cayman GT4-Fahrern David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (24/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport), die zuletzt in Zandvoort ihren ersten Saisonlauf gewinnen konnten, sowie den Titelverteidigern Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) im Aston Martin Vantage GT4 befinden sich noch zwei weitere Paarungen in der Tabelle in direkter Schlagdistanz.

Insgesamt 30 Sportwagen starten in den beiden Wertungsläufen auf dem Nürburgring. Matias Nuoramo (18/FIN) und Nikolas Pirttilahti (19/FIN, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) kehren in die ADAC GT4 Germany zurück und fahren erstmals im Rennen im neuen BMW M4 GT4. Die weiteste Anreise haben Brock Ghilchrist (19/NZL) und Rylan Gray (16/AUS), die einen Gaststart in einem Toyota GR Supra GT4 vom Team KCMG aus Hongkong absolvieren. Ghilchrist krönte sich vor einigen Wochen zum Meister der neuseeländischen Toyota 86 Championship und Gray holte den Rookie-Titel. Als Belohnung gab es von Toyota Gazoo Racing New Zealand den Trip zum ADAC GT4 Germany-Wochenende auf dem Nürburgring obendrauf. Ebenfalls einen Gaststart unternehmen Lukas Mayer (28/Ingolstadt) und Ralf Grösel (44/Bitola), die einen weiteren Mercedes-AMG von EastSide Motorsport pilotieren. Beide kennen die ADAC GT4 Germany bereits durch Auftritte in der Vergangenheit.


Mittwoch, 2. August 2023

Jusuf Owega: „Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen können“

  • Der Kölner spricht vor seinem Heimspiel über seine erste DTM-Saison
  • Mercedes-AMG Junior-Fahrer zieht eine Zwischenbilanz, blickt auf die Schlüsselstellen am Nürburgring und verrät ein Saisonziel

Jusuf Owega #84, Mercedes-AMG GT3 EVO, Mercedes-AMG Team BWT
Foto: Jens Hawrda

Zum vierten DTM-Tourstopp auf dem Nürburgring (4. bis 6. August) hat Jusuf Owega die kürzeste Anreise aller Fahrer. Der 21-Jährige vom Mercedes-AMG Team BWT ist gebürtiger Kölner und bestreitet seine Debüt-Saison in der DTM. Im Interview spricht Owega über seine besondere Beziehung zum Nürburgring, die Bedeutung von ADAC Rennserien für seine Karriere und Rad-an-Rad-Duelle gegen seinen Bruder Salman Owega.

Was verbindest du als Kölner mit dem Nürburgring?

In erster Linie sind es zwei Heimrennen für mich. Der Nürburgring ist auch die erste Strecke, mit der ich als kleiner Junge Kontakt hatte. Mit meinem Vater und meinem Bruder bin ich früher öfter auf der Nordschleife gefahren. In Kombination mit der Nordschleife hat der Nürburgring eine große Geschichte. Die Formel 1 ist dort viele Jahre gefahren, das 24-Stunden-Rennen ist eines der größten Sportevents der Welt. Wenn man an Motorsport in Deutschland denkt, kommt einem sofort der Nürburgring in den Kopf. Die Strecke ist weltweit bekannt.

Auf dem Nürburgring wird der Halbzeitmeister der DTM gesucht. Was hat die Strecke zu bieten?

Die Kurvenkombinationen am Nürburgring sind sehr speziell. Anders als beispielsweise in Oschersleben oder am Sachsenring fließen die Kurven nicht so ineinander über. Das sieht man unter anderem im ersten Streckenabschnitt ganz gut. Es beginnt mit einer Spitzkehre, danach geht es über eine langgezogene Linkskurve in die Mercedes-Arena. Das ist ein langsamerer, aber sehr technischer Bereich. Am Ende fährt man aber auf allen Strecken, um der Schnellste zu sein. Das ist es relativ egal, wie der Kurs verläuft.

Wo sind auf dem Nürburgring die Schlüsselstellen?

Die letzte Kurve wird entscheidend sein. Kommt man aus der nicht gut raus, fehlt einem der Speed und man kann gegen Ende der Start-Ziel-Geraden überholt werden. Auch aus der Bit-Kurve muss du als Fahrer die Geschwindigkeit Richtung Hatzenbach mitnehmen, dann kann man vor oder in der Schikane zum Überholmanöver ansetzen.

Du bist über die ADAC GT4 Germany in den GT-Sport gekommen – ein entscheidender Wechsel in deiner Karriere?

Auf jeden Fall. Der Umstieg von der britischen Formel 3 in die ADAC GT4 Germany war schon eine Herausforderung. Für mich kam es darauf an, mich schnell an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Anders als die Formel-3-Rennwagen sind die GT4-Fahrzeuge beispielsweise deutlich seriennaher. Es war mein Einstieg in den GT-Sport, daher war es ein wichtiges Jahr für mich.

Welche Rolle spielte das ADAC GT Masters für deine Entwicklung?

Im ADAC GT Masters bin ich den nächsten Karriereschritt gegangen. In den zwei Jahren habe ich neben den Strecken auch viele Fahrer kennengelernt, die jetzt zur DTM zählen. Aus meiner Sicht ist es hilfreich, den Fahrstil der Konkurrenten zu kennen. Dadurch kann man auf der Strecke besser einschätzen, wie sich ein Fahrer in bestimmten Situationen verhält. Außerdem war ich über die erste Saisonhälfte Tabellenführer im ADAC GT Masters, das ist gut fürs Selbstbewusstsein und das positive Gefühl habe ich mit in die DTM genommen.

Wie fällt die Zwischenbilanz nach den ersten sechs DTM-Rennen aus?

Es ist meine erste DTM-Saison und auch mein erstes Jahr als Mercedes-AMG Junior-Fahrer. Deswegen waren die Rennen von vielen neuen Eindrücken geprägt. Trotzdem konnten wir unser Potenzial bereits zeigen. Beim Auftakt in Oschersleben und in Zandvoort bin ich zweimal in die Top-10 gefahren. Jeder im Team arbeitet sehr fokussiert. Daher bin ich überzeugt, dass für uns im Laufe der Saison noch mehr gehen wird.

Was ist diese Saison noch drin?

Ein Podiumsplatz ist auf jeden Fall das Ziel. Ich denke schon, dass wir auch Chancen auf einen Sieg haben. Das Feld liegt unglaublich eng beieinander, natürlich benötigt man da auch etwas Glück. Aber wenn das Gesamtpaket passt, können wir ganz vorn angreifen.

Dein Bruder Salman Owega fährt im ADAC GT Masters, vergangene Saison wart ihr Gegner. Wie fühlt sich das an?

Es hat seinen Reiz, gegen den eigenen Bruder zu fahren. Auf der Strecke schenken wir uns nichts. Ich bin mir aber relativ sicher, dass mein Bruder mich nicht abräumen würde. Salman und ich haben einen super Umgang miteinander. Kritische Manöver lassen sich nach einem Rennen einfacher aus der Welt schaffen, als wenn ich so eine Situation mit einem fremden Fahrer habe. Wir hatten am Nürburgring mal eine knifflige Begegnung auf der Strecke. Damals sind wir ein paar Kurven mehr oder weniger nebeneinander gefahren, bis ich dann an ihm vorbeigezogen bin.

Das klingt so, als wenn der Motorsport in der Familie Owega gelebt wird?

Definitiv, ich komme aus einer Motorsport-verrückten Familie. Mein Vater ist eigentlich bei jedem Rennen dabei. Er hatte schon früher großes Interesse am Motorsport und auch viel an Touristenfahrten teilgenommen. Wir tauschen uns viel aus und mit ihm als Psychologen und Neurologen habe ich auf jeden Fall besten mentalen Support an meiner Seite.

Welche Verbindung hast du als gebürtiger Kölner zum Karneval und dem 1. FC Köln?

Ich mag die Stadt wirklich sehr, aber bin nicht der typische Kölner. Natürlich freue ich mich, wenn der 1. FC Köln seine Spiele gewinnt. Ich verfolge allerdings die Premier League deutlich mehr, vor allem den FC Liverpool. Leider war ich noch nicht im Stadion an der Anfield Road, aber das habe ich auf jeden Fall noch vor. Die Stimmung dort muss großartig sein.


Dienstag, 1. August 2023

Halbzeit am Nürburgring: Wer geht als DTM-Tabellenführer in die zweite Saisonhälfte?

  • Gute Chancen für Spitzenreiter Thomas Preining und Verfolger Sheldon van der Linde
  • Lokalmatadore Jusuf Owega und Luca Stolz peilen auf dem Nürburgring Spitzenplatz an
  • Mit dem NXT Gen Cup ist erstmals eine vollelektrische Rennserie bei der DTM dabei

Foto: Jens Hawrda

Die DTM geht nach der Hitzeschlacht am Norisring kommendes Wochenende (4. bis 6. August) beim vierten Tourstopp wieder auf einem deutschen Traditionskurs an den Start. Der Nürburgring ist Austragungsort der Läufe sieben und acht, die den Abschluss der ersten Saisonhälfte bilden. Zuschauer und Fans erleben auf der Sprintstrecke des Eifelkurses, wer sich den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters holt. Beste Aussichten haben der Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (A) als aktueller Gesamtführender und sein schärfster Verfolger Sheldon van der Linde (ZA/BMW). Setzt sich allerdings die Statistik mit sechs unterschiedlichen Siegern aus den ersten sechs Rennen fort, werden auch am Nürburgring neue Gesichter ganz oben auf dem Podium zu sehen sein. ProSieben zeigt die beiden Läufe live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung. Für eine Premiere sorgt auf dem Nürburgring der NXT Gen Cup: Erstmals zählt eine vollelektrische Serie zum Rahmenprogramm der DTM.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

Streckenlänge: 3.629 Meter

Layout: elf Kurven (sieben Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2022, Rennen 1: Sheldon van der Linde (BMW M4 GT3, Schubert Motorsport)

Sieger 2022, Rennen 2: Luca Stolz (Mercedes-AMG GT3, Mercedes-AMG Team HRT)

Setzt sich das Spitzen-Duo nach der ersten Saisonhälfte ab?

Preining holte sich am Norisring nach einem energischen Überholmanöver gegen BMW-Werksfahrer René Rast (Bregenz) seinen ersten Saisonsieg und eroberte gleichzeitig die Tabellenführung zurück. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung von Preining, dessen Team Manthey EMA beim Heimspiel am Nürburgring besonders motiviert ist. Der 25-Jährige muss allerdings mit starker Gegenwehr des Tabellenzweiten Sheldon van der Linde rechnen. Beim Südafrikaner platzte am Norisring der Knoten: Mit dem ersten Sieg auf dem Stadtkurs in Nürnberg und Platz drei in Rennen zwei meldete sich 24-Jährige zurück im Titelkampf. Auf dem Eifelkurs gewann der BMW-Werkspilot von Schubert Motorsport im vergangenen Jahr und schrieb zusammen mit Kelvin van der Linde (ZA/Audi) Geschichte. Zum ersten Mal in der DTM-Historie standen zwei Brüder ganz oben auf dem Podium.

Die punktgleichen Ricardo Feller (CH/Audi) und Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG) belegen 27 Zähler hinter Preining die Plätze drei und vier. Das Duo möchte in der Eifel Boden gut machen, um den Anschluss an die Spitze zu verkürzen. Das gilt auch für die Lamborghini-Piloten von SSR Performance, Franck Perera (F) und Mirko Bortolotti (I), die gemeinsam mit 60 Punkten nur einen Zähler dahinter folgen. Dabei überzeugte Bortolotti bisher mit konstanten Leistungen und fuhr bis auf einen elften Rang immer unter die besten Acht. Ein Sieg am Nürburgring könnte der Befreiungsschlag für den 33-Jährigen werden. Auch mit Rast ist nach den zuletzt starken Leistungen zu rechnen. Dreimal hat der 36-Jährige bereits in der Eifel gewonnen und möchte nach seiner ersten Pole-Position für BMW am Norisring den Debüt-Sieg im BMW M4 GT3 auf dem Nürburgring folgen lassen.

Lokalmatadoren und Heimteams am Nürburgring

Jusuf Owega hat als Kölner am Nürburgring ein Heimspiel. Auf dem legendären Kurs machte er als kleiner Junge seine erste Bekanntschaft mit dem Rennsport und ist mit seinem Vater und seinem Bruder Salman öfter auf der Nordschleife gefahren. Beim ADAC GT Masters sammelte der 21-Jährige in den vergangenen Jahren weitere Erfahrungen auf dem Eifelkurs. In dieser Saison geht er dort zum ersten Mal als DTM-Pilot und Mercedes-AMG Junior-Fahrer an den Start. „Der erste Abschnitt ist mit seinen ungewöhnlichen Kurvenkombinationen sehr speziell, aber, wenn man vorn dabei sein will, darf der Streckenverlauf keine Rolle spielen. In Oschersleben und Zandvoort konnte ich zweimal in die Top-Ten fahren. Ich bin überzeugt, dass für uns im Laufe der Saison noch mehr gehen wird“, legt sich Owega fest.

Auch sein Markenkollege Luca Stolz möchte bei seinem Heimrennen vorne angreifen. Der Brachbacher wohnt zwar 130 Kilometer vom Nürburgring entfernt, ist dort jedoch häufig zu Gast. Der 28-Jährige feierte in der Eifel zudem 2022 seinen ersten DTM-Sieg. Damals wie heute ist Stolz für das Mercedes-AMG Team HRT am Start, das im nur rund sechs Kilometer vom Nürburgring entfernten Drees beheimatet ist. Noch näher am Renngeschehen befindet sich Manthey EMA. Die Manthey-Mannschaft aus Meuspath will im eigenen Wohnzimmer Tabellenführer Preining zum Halbzeitmeister machen. Dritte Heimmannschaft ist Toksport WRT aus Quiddelbach, für das die Porsche-Piloten Christian Engelhart (Starnberg) und Tim Heinemann (Fichtenberg) auf Punktejagd gehen.

Abwechslungsreiche Sprintstrecke – unberechenbares Eifelwetter

Die DTM fährt am Nürburgring seit 2002 auf der 3,629 Kilometer langen Sprintvariante. Die Kurzanbindung garantiert den Fans einen abwechslungsreichen und gut einsehbaren Rennverlauf mit besten Überholmöglichkeiten am Ende der Start-Ziel-Geraden. Während der erste Streckenteil etwas verwinkelter ist, folgen im zweiten Abschnitt flüssige Passagen mit schnellen Geraden und Kurven. Ein entscheidender Faktor kann jederzeit das unberechenbare Eifelwetter werden. Plötzlich einsetzender Regen, Hagel oder dichter Nebel haben in der Vergangenheit häufig für Turbulenzen auf dem Traditionskurs gesorgt. Aber genau deshalb ist der Nürburgring bei den Fans so beliebt und genießt weltweit Kultstatus.

Vollelektrische DTM-Premiere

Mit dem NXT Gen Cup feiert am Nürburgring eine besondere Serie ihr Debüt im Rahmenprogramm der DTM: In beiden Rennen kommt der rein elektrisch betriebene und bis zu 230 PS starke LRT NXT 1 zum Einsatz, der auf dem straßenzugelassenen Mini Cooper SE basiert. In der schwedischen Rennserie sitzen ausschließlich junge Nachwuchstalente am Steuer. Für ein spektakuläres Wochenende in der Eifel sorgen mit insgesamt sechs Rennen auch die ADAC GT4 Germany, der Porsche Carrera Cup Deutschland und der BMW M2 Cup.

Alle Meisterschaftsläufe live bei ProSieben

TV-Partner ProSieben zeigt alle 16 Saisonrennen live im frei empfangbaren Fernsehen. Das Qualifying ist im Live-Stream auf ran.de zu sehen. Offizieller TV-Partner der DTM in Österreich ist ServusTV. Alle Rennen sind beim Salzburger Privatsender live oder re-live zu sehen. ServusTV Deutschland strahlt am Abend des Renntages eine Zusammenfassung aus.