Montag, 10. Juli 2023

Matthias Lüthen / Laurents Hörr erstmals ganz vorne

  •  Auch Koiranen Kemppi Motorsport feiert ersten Sieg im Prototype Cup Germany
  •  Kollision zwischen Gustavo Kiryla und Oscar Tunjo im Kampf um Platz eins
  •  Nico Göhler gewinnt Juniorenwertung, Matthias Lüthen bester der Trophy

Die Sieger vom Sonntag Matthisas Lüthen und Laurents Hörr
Foto: ADAC-Motorsport



Nach einem spannenden Rennen des Prototype Cup Germany auf dem Norisring durften sich Matthias Lüthen (42/Hamburg) und Laurents Hörr (25/Gerlingen, beide Koiranen Kemppi Motorsport) als Sieger feiern lassen. Für das Duo und für ihr finnisches Team Koiranen Kemppi Motorsport war es die Premiere auf der obersten Stufe des Podiums im Prototype Cup Germany; Lüthen ist zudem der erste Bronze-Pilot, der in dieser Saison einen Lauf gewinnen konnte. „Das Team hat alles richtig gemacht, wir hatten das nötige Quäntchen Glück und Mathias war in seinem Stint auch richtig schnell“, fasste Hörr zusammen. Nico Göhler (20/Grasleben) und Gustavo Kiryla (29/BRA, beide BWT Mücke Motorsport) sahen die Zielflagge trotz einer Kollision als Zweite vor Gary Hauser (31/LUX) / Markus Pommer (32/Untereisesheim, beide Racing Experience). Die deutsch-luxemburgische Fahrerpaarung konnte ihren Vorsprung in der Gesamtwertung des Prototype Cup Germany auf nunmehr 31 Zähler vor den zweitplatzierten Julian Apothéloz (22/CHE) / Oscar Tunjo (27/COL, beide van ommen racing by DataLab) ausbauen.

Am Start nutzte Valentino Catalano (17/Westheim, DKR Engineering) seine Pole Position und riss die Führung an sich. Im Laufe der ersten Rennhälfte konnte Catalano seinen Verfolger Xavier Lloveras (23/ESP, van ommen racing by DataLab) nie wirklich abschütteln; als der Spanier zum obligatorischen Fahrerwechsel in die Box abbog, trennten beide Rivalen rund eine Sekunde. Doch der Stopp sollte das Ende der Siegchancen für die Startnummer fünf sein, denn als Belén García Espinar (23/ESP) losfahren wollte, hinderte sie ein Kupplungsschaden daran. Erst mit einigen Runden Verspätung reihte sie sich wieder ein; sie sah die Zielflagge schließlich als Zehnte. Aber auch Robin Rogalski (22/POL, DKR Engineering), der nach dem Pech des Van-Ommen-Duos klar in Führung lag, konnte sich nicht lange darüber freuen. Er rutschte in die Mauer und musste aufgeben.

Somit wurde das Duell zwischen Gustavo Kiryla und Oscar Tunjo zum Kampf um den Sieg. Tunjo übte Druck auf den Brasilianer aus, doch der machte keinen Fehler. Als Hörr dann von hinten immer näher kam, musste der Kolumbianer einen Angriff wagen. Beide kollidierten und Verfolger Hörr bekam kampflos Rang eins. „Durch den Zweikampf der beiden konnte ich die Lücke immer weiter schließen; am Ende haben sie mir mit ihrem Unfall die Überhol-Arbeit sogar abgenommen“, freute sich der 25-Jährige, der in der Folge einem sicheren Triumph entgegenfuhr. „Das Rennen lief in unsere Richtung, aber das gehört zum Motorsport dazu. Mal hat man Glück, mal hat man Pech. Wobei es mir für Oscar, mit dem ich mich gut verstehe, wirklich leid tut, dass er so seinen Podestplatz verloren hat“, so Lüthen.

Für jenen Tunjo blieb nach dem Zwischenfall nur der vierte Rang, während Kiryla Position zwei retten konnte. Markus Pommer schob sich als Dritte zwischen die beiden Kampfhähne und baute zusammen mit Gary Hauser seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus. Mark van der Snel (52/NLD) und sein Sohn Max van der Snel (19/NLD, More Motorsport by Reiter) beendeten den achten Saisonlauf des Prototype Cup Germany als Fünfte vor Jan Marschalkowski (20/Inning am Ammersee, MRS GT-Racing) und Michael Lyons (32/GBR) / Jacob Erlbacher (22/Böhlingen, beide Gebhardt Motorsport). Für den 22-jährigen Erlbacher ist die siebte Stelle das bisher beste Saisonresultat.

Weitere Stimmen zum Rennen

Nico Göhler – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Heute hätten ich nicht mit dem zweiten Rang gerechnet, auch wenn Startplatz fünf für uns eine gute Ausgangsposition war. Ich hatte einen guten Start, eine gute erste Runde und dann konnte ich konstant gut fahren, bis ich das Auto an Gustavo übergeben habe.“

Gustavo Kiryla – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Dieses Rennen war harte Arbeit, aber ich habe es genossen. Ich hatte einen schönen Positionskampf mit Oscar Tunjo, in dem wir uns leider gedreht haben. Trotzdem konnte ich den zweiten Platz ins Ziel bringen. Für Assen peilen wir nun den ersten Sieg an, denn so wie wir uns und das Auto im Moment weiterentwickeln, wäre das der nächste logische Schritt.“

Gary Hauser – Platz drei für Racing Experience
„Das Rennen begann gut, aber mich ärgern meine Dreher. Beim ersten Mal bin ich zu sehr neben die Ideallinie geraten, habe deshalb im Staub gebremst und mich gedreht. Und wenig später ist mir noch ein Dreher unterlaufen. Aber ich habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt und bis zum Ende meines Stints alles gegeben.“

Markus Pommer – Platz drei für Racing Experience
„Mein Stint fing gut an, denn ich habe zwei Plätze durch Pech der anderen gewonnen. Als Vierter wollte ich dann die Verfolgung von Laurents aufnehmen, aber er war heute verdammt schnell. Später konnte ich an Oscar vorbeifahren und weil ich wusste, dass sie unsere ersten Verfolger in der Gesamtwertung sind, bin ich danach kein großes Risiko mehr gegangen. Insgesamt war es für uns ein sehr positives Wochenende.“

Sonntag, 9. Juli 2023

Nico Menzel sichert sich mit knappem Vorsprung die Pole-Position

Pole für Rennen 2 am Norisring: Nico Menzel
Foto: ADAC-Motorsport

Das Qualifying im ADAC GT Masters war an Spannung kaum zu überbieten. Nico Menzel (Kelberg) fuhr mit 0:49,107 Minuten im Porsche 911 GT3 R die Bestzeit auf dem Norisring. Der Pilot von Huber Motorsport setzte sich mit lediglich acht Tausendstelsekunden hauchdünn gegen Porsche-Fahrer Sven Müller (Bingen/Team Joos by Racemotion) durch. Jaxon Evans (NZ/Huber Racing) platzierte einen weiteren GT3-Boliden von Porsche in den Top-Drei.

Auch am Sonntagmorgen fanden die Piloten mit Sonnenschein und Temperaturen von 23 Grad Celsius optimale Bedingungen für das Qualifying vor. Die 20-minütige Session nahm gegen Ende mächtig Fahrt auf. Letztlich glückte Menzel erstmals mit der Pole-Position die beste Ausgangslage für ein Rennen im ADAC GT Masters. „In dieser Runde hat alles gut zusammengepasst und ich habe den Peak des Pirelli-Reifens optimal getroffen. Vor dem Qualifying habe ich noch mit Sven Müller gescherzt, dass die Session sehr knapp wird. Genauso ist es dann auch gekommen. Die Überholmöglichkeiten auf dem Stadtkurs halten sich in Grenzen, deshalb ist der erste Startplatz sehr wichtig“, sagte der Gewinner des Pirelli Pole Position Award.

Auf Rang zwei ordnete sich Müller mit nur einem marginalen Rückstand hinter dem Pole-Setter Menzel ein und startet ebenfalls aus Reihe eins. Gutes Omen für den Zweitplatzierten: Bei seinen bisherigen drei Siegen im ADAC GT Masters stand der aktuelle Tabellenführer noch nie auf der Pole-Position. Mit dem dritten Platz komplettierte Hockenheim-Rennsieger Evans das starke Ergebnis für Porsche (+0,068 Sekunden). Die viertschnellste Zeit ging an Lamborghini Werksfahrer Marco Mapelli (I) vom österreichischen GRT Grasser-Racing-Team (+0,193 Sekunden). Für den fünften Platz qualifizierte sich mit Elias Seppänen (FIN/Landgraf Motorsport) im Mercedes-AMG der Sieger des Vortages (+0,201 Sekunden).


Markus Pommer / Gary Hauser triumphieren auf dem Norisring

Pommer/Hauser #15 siegen am Samstag am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Spanische Debütantin Belén García Espinar als Zweite auf Anhieb auf dem Podium. García Espinar und Xavier Lloveras schnellste Junioren, Matthias Lüthen Trophy-Gewinner. Pommer / Hauser in der Fahrerwertung nun 28 Zähler vor Oscar Tunjo / Julien Apothéloz.

Das siebte Saisonrennen des Prototype Cup Germany war bis zum Ende spannend; nach 62 Rennrunden auf dem Norisring setzten sich Markus Pommer (32/Untereisesheim) / Gary Hauser (31/LUX, beide Racing Experience) mit einem knappen Abstand von 0,452 Sekunden vor Belén García Espinar (23/ESP) / Xavier Lloveras (23/ESP, beide van ommen racing by DataLab) durch. „Wir wussten auch ohne eine Pole Position hier am Norisring, dass unser Auto über die Renndistanz sehr gut sein würde“, so Pommer. Platz drei ging an Oscar Tunjo (27/COL) und Julien Apothéloz (22/CHE, beide van ommen racing by DataLab), die sich dank des Ausfalls wegen eines Getriebeschadens von Robin Rogalski (22/POL) / Valentino Catalano (17/Westheim, beide DKR Engineering) auf den zweiten Rang der Fahrerwertung vorschieben konnten. Bester Trophy-Pilot auf dem Nürnberger Stadtkurs war einmal mehr Matthias Lüthen (42/Hamburg, Koiranen Kemppi Motorsport), als beste Junioren wurden García Espinar und Lloveras ausgezeichnet und den Pokal für das bestes Team bekam Teamchef Christian Hauser von der luxemburgischen Mannschaft Racing Experience. 

Am Start setzte sich Laurents Hörr (25/Gerlingen, Koiranen Kemppi Motorsport) an die Spitze und baute seinen Vorsprung auf Markus Pommer zunächst immer weiter aus. Doch Pommer fand nach einigen Umläufen seinen Rhythmus und konnte zum Zeitpunkt des Fahrerwechsels bis auf fast eine Sekunde auf Hörr aufschließen. Nachdem Matthias Lüthen den Duqueine von Hörr übernahm und Hauser den Renner von Pommer bekam, hatte Hauser einen Vorsprung von über vier Sekunden. Bronze-Pilot Lüthen musste sich in der Folge auch den Silber eingestuften Rivalen Xavier Lloveras, Julien Apothéloz und Nico Göhler (20/Grasleben, BWT Mücke Motorsport) geschlagen geben und sah die Zielflagge schließlich als Fünfter.

Weiter vorne schob sich Lloveras in der zweiten Rennhälfte immer näher an den führenden Hauser heran. In den letzten rund zehn Umläufen hatte sich der Vorteil des Luxemburgers auf unter zwei Sekunden reduziert und die beiden Rivalen mussten zusätzlich einige Konkurrenten überrunden. So änderte sich der Abstand immer wieder, doch der Spanier war bis zur Ziellinie nie so nah an Hauser dran, um ihn ernsthaft attackieren zu können. „Ich bin nur einmal ins Schwitzen geraten, als es ausgerechnet beim Überrunden meines Teamkollegen Wolfgang Payr ein Missverständnis gab. Dabei habe ich rund 2,5 Sekunden verloren. Ansonsten wusste ich, dass ich auf den Geraden schneller bin als Xavier, der ohne Fehler von mir deshalb nicht an mir vorbeigekommen wäre“, so Sieger Hauser. Hinter Pommer / Hauser und García Espinar / Lloveras komplettierte das Duo Oscar Tunjo / Apothéloz das Podium. Gustavo Kiryla (29/BRA, BWT Mücke Motorsport) erreichte zusammen mit Teamkollege Göhler den vierten Rang vor Hörr / Lüthen sowie den beiden Alleinstartern Danny Soufi (19/USA, Konrad Motorsport) und Jan Marschalkowski (20/Inning am Ammersee, MRS GT-Racing). 

Das Rennen musste kurz vor dem ersten Startversuch abgebrochen werden. Alex Cascatau (30/ROU, BHK Motorsport) verlor sein Auto beim Aufwärmen der Reifen aus der Kontrolle und schlug in die Leitplanken ein. Der Rumäne war stabil und ansprechbar, er wurde für weitere Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Weil die Leitplanken an der Einschlagstelle repariert werden mussten, wurde der Lauf letztendlich mit einer 35-minütigen Verspätung gestartet.

Weitere Stimmen zum Rennen

Belén García Espinar – Platz zwei für van ommen racing by DataLab

„Ich hatte eine gute erste Runde, konnte Oscar Tunjo auf dem Weg zur ersten Kurve und Max van der Snel in der Schikane überholen. Damit war ich Dritte. Auch danach konnte ich schnelle Runden fahren und Xavier einen dritten Rang übergeben. Im ersten Rennen zusammen mit meinem Freund gleich einen Podestplatz zu erreichen ist etwas sehr Besonderes.“ 

Xavier Lloveras – Platz zwei für van ommen racing by DataLab

„Belén hat eine sehr gute Leistung gezeigt und mir damit Druck gemacht, dass ich auch ordentlich fahre. Am Ende fehlten mir vielleicht zwei oder drei Runden, um Gary Hauser noch zu überholen und das Rennen zu gewinnen. Nach dem Qualifying heute Vormittag hatten wir noch etwas an der Abstimmung unseres Autos geändert, was sich positiv ausgewirkt hat.“

Oscar Tunjo – Platz drei für van ommen racing by DataLab

„Mein Start ist unglücklich verlaufen und dann steckte ich in der ersten Kurve auch noch auf der Innenseite fest. Außerdem wurde ich von diversen Rivalen getroffen und war nach Kurve eins nur noch Zehnter oder Elfter. Danach konnte ich einige Kontrahenten überholen, womit ich zufrieden war.“

Julien Apothéloz – Platz drei für van ommen racing by DataLab

„Zuerst einmal ist es echt cool, dass erstmals beide Autos von van ommen racing by DataLab das Podest erreicht haben. Unser Problem mit dem Untersteuern haben wir etwas besser in den Griff bekommen als noch im Qualifying. Am wichtigsten war aber, dass wir hier viele Punkte holen konnten, nachdem wir in Zandvoort zwei Nuller hinnehmen mussten.“

Renè Rast holt erste Pole für BMW am Norisring

RAST-JUBILÄUM AM NORISRING: ERSTE POLE FÜR BMW, 25. POLE IN DER DTM

Renè Rast holt erste Pole für BMW am Norisring
Foto: ADAC-Motorsport

Der Sonntagmorgen am Norisring begann für René Rast (Bregenz) von Schubert Motorsport optimal. Mit 48,662 Sekunden fuhr der BMW-Werksfahrer im zweiten Qualifying des Wochenendes die schnellste Zeit und feierte nicht nur die erste Pole-Position für BMW. Der 36-Jährige geht zum 25. Mal von Startplatz eins aus in ein DTM-Rennen.

„Das ist eine wichtige Pole-Position, denn auf diesem engen Kurs kann man nur sehr schwer überholen. Unser BMW ist auf den Geraden sehr schnell, auf der Bremse aber etwas schwächer als die Konkurrenz. Ich habe heute im Gegensatz zum Qualifying am Samstag alle Sektoren gut getroffen. Wenn das im Rennen auch so klappt, ist alles möglich”, sagte Rast, der für den Gewinn des Pirelli Pole Position Award drei Meisterschaftspunkte einstrich. Thomas Preining (A) nimmt das Rennen im Porsche 911 GT3 R wie am Samstag als Zweiter in Angriff. „Die erste Startreihe ist eine gute Ausgangsposition. Wir haben vom ersten Rennen gelernt und werden diese Fehler nicht noch einmal machen. Bisher war der Samstag bei uns holprig, am Sonntag folgte ein Podiumsplatz. Die BMW sind sehr stark, aber ich werde versuchen, beim Start anzugreifen und möchte den Norisring als Tabellenführer verlassen”, erklärte der Porsche-Werksfahrer vom Team Manthey EMA.

Samstagssieger Sheldon van der Linde (ZA) steht im zweiten BMW von Schubert Motorsport als Dritter in der zweiten Startreihe, neben ihm geht Porsche-Fahrer Laurin Heinrich vom Team75 Motorsport von Platz vier aus in den sechsten DTM-Lauf. Fünfter ist sein Teamkollege Ayhancan Güven (TR), als bester Lamborghini-Pilot belegte Mirko Bortolotti (I) Rang sechs. Wie bereits am Samstag wurde das Qualifying am Sonntag wegen des großen Teilnehmerfeldes und des engen Stadtkurses in zwei Startgruppen ausgetragen. Diesmal eröffnete die Gruppe B um 9:20 Uhr das Zeittraining und fuhr wie am Vortag schnellere Zeiten als die später startende Gruppe A. Entscheidend für die Reihenfolge der Startaufstellung waren nicht nur die Zeiten, sondern die Positionen nach dem Qualifying, um die unterschiedlichen Bedingungen bei den zeitversetzten Starts der beiden Gruppen zu berücksichtigen.

Startaufstellung 2. Rennen, Norisring, Nürnberg (Top-Five)

1. René Rast (D/Schubert Motorsport)

2. Thomas Preining (A/Manthey EMA)

3. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport)

4. Laurin Heinrich (D/Team75 Motorsport)

5. Ayhancan Güven (TR/Team75 Motorsport)

Quelle: dtm.com

Stefan Rupp fliegt im Audi A4 DTM zum Sieg in Rennen eins

  • Vier Marken auf den ersten vier Plätzen: Audi vor Ford, BMW und Mercedes
  • Roland Asch auf Rang vier bestplatzierter Zeitzeuge der ‚alten‘ DTM
  • Kein Schaulaufen: packende Rennaction auf dem einzigartigen Stadtkurs

Von der Pole-Position gewann Stefan Rupp im Audi A4 DTM (2007)
Rennen eins der DTM Classic auf dem Norisring
Foto: dtm.com

Dass die DTM Classic kein Schaulaufen ist, das haben die Protagonisten der Tourenwagen Legenden im ersten Rennen auf dem Norisring eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zur Freude der Zuschauer ließen es sowohl die Profis von damals, wie Klaus Ludwig, Roland Asch und Marc Hessel, als auch die ambitionierten Amateurrennfahrer, die die legendären Renntourenwagen ihr Eigen nennen, richtig krachen und boten spannende Rennaction auf dem einzigartigen Stadtkurs in Nürnberg. Am Ende jubelte Stefan Rupp mit seinem Audi A4 DTM aus dem Jahr 2007 vor Ronny Scheer im Ford Sierra RS500 (1990) von BWT Mücke Motorsport und Kasper Aaskov im BMW M3 E30 (1991). Wie in den Jahren der ‚alten‘ DTM war an der Spitze Vielfalt angesagt. Roland Asch komplettierte im Mercedes 190 E2.5-16 EVO I den Markenmix an der Spitze.

Für ‚König‘ Ludwig war das Rennen allerdings vorbei, noch bevor es richtig begonnen hatte. Bereits in Kurve eins nahm das Drama seinen Lauf: Unmittelbar nach dem Start verschätzte sich Ludwig im Mercedes 190 E2.5-16 EVO II beim Anbremsen der Grundig-Kehre. Der dreifach DTM-Champion stach innen rein und traf dabei sowohl den Audi 200 quattro M86 von Anton Werner als auch die AMG-Mercedes C-Klasse ITC von Christian Danner, die in Folge der Kollision ihre Fahrt nicht fortsetzen konnten. Die Rennleitung schickte das Safetycar auf die Strecke, um die Unfallstelle zu räumen.

Beim Restart setzte sich Polesitter Rupp im Audi A4 DTM souverän ab. Dahinter entbrannte der Kampf um die weiteren Podestplätze. Asch, der anfangs noch hinter Altfrid Heger im Audi V8 DTM auf Rang drei geführt wurde, musste sich zunächst Scheer geschlagen geben, der im bärenstarken Sierra vom Ende des Felds gestartet bis weit nach vorne gestürmt war. Heger schied zehn Minuten vor Rennende mit einem technischen Defekt aus. Der Däne Aaskov schob sich ebenfalls an Asch vorbei und wurde als Dritter abgewinkt. Dahinter reihten sich Asch und Marc Hessel ein, der sich mit dem BMW 320is E30 von Platz neun auf fünf verbesserte.

„Das war ein hochinteressantes Rennen, zumindest am Anfang. Ich hatte die beste Startposition und bin die erste Kurve ganz innen angefahren, um Christian Danner die Tür zuzumachen“, sagte Rupp. „Als ich dann durch die Grundig-Kehre durch war, habe ich im Rückspiegel den Mercedes von Klaus Ludwig aufsteigen sehen, wie eine Silvesterrakete. Da war mir klar, da ist jetzt etwas Größeres passiert. Danach habe ich mich an der Spitze etwas einsam gefühlt.“ Mehr Arbeit hatte der Zweitplatzierte Scheer zu verrichten: „Nachdem ich im Qualifying nur eine Runde gefahren bin, weil wir Probleme mit der Hinterachse hatten, musste ich von Platz 22 aus starten. Im Rennen habe ich dann einfach eine zwei weggekürzt. Ein sehr schönes Rennen. Ich bin froh, dass ich dabei sein konnte.“ Glücklich war am Ende auch Aaskov als Dritter: „Durch die Safetycarphase konnte ich anfangs etwas verschnaufen, danach konnten wir dann endlich Gas geben. Ich hatte einige gute Zweikämpfe und dabei eine Menge Spaß.“