Sonntag, 10. Oktober 2021

Maximilian Götz krönt sich mit Sieg um DTM-Champion

Drama um Titelfavoriten Lawson und Kelvin van der Linde

Maximilian Götz holt den DTM-Titel 2021
Foto: dtm.com / HOCH ZWEI / Gruppe C Photography

Der DTM-Champion 2021 heißt Maximilian Götz! Der 35-jährige Uffenheimer aus dem Mercedes-AMG Team HRT eroberte mit seinem zweiten Sieg beim DTM Norisring powered by BWT den heiß begehrten Titel in der seit 1984 ausgetragenen Traditionsserie. Götz profitierte vom Drama um die beiden Titelfavoriten Liam Lawson und Kelvin van der Linde. In der ersten Kurve der Startrunde gab es einen Kontakt zwischen dem ABT-Audi von van der Linde und dem Red Bull-Ferrari von Lawson. Dadurch schied Lawson aus dem Titelrennen aus, fuhr nur noch langsam mit dem beschäftigten Ferrari das Rennen zu Ende. 

In der 54. von 67 Runden erwischte es van der Linde, der im engen Titelkampf einen Reifenschaden hinten links erlitt und nach einem Dreher und Boxenstopp weit zurückfiel. Mit Unterstützung seiner Markenkollegen war somit der Weg frei für Götz zum Sieg und damit zum Titelgewinn. Götz holte in einer spektakulären ersten DTM-Saison mit GT-Rennwagen beim Finale vor großer Kulisse am Norisring insgesamt 230 Punkte. Der erst 19-jährige Liam Lawson aus Neuseeland wurde mit 227 Zählern Vize-Meister vor Kelvin van der Linde mit 208 Punkten.

Liam Lawson holt Pole fürs letzte Saisonrennen

Liam Lawson holt Poll vor v.d. Linde und Nick Cassidy
Foto: dtm.com / Gruppe C GmbH

Der Kampf geht weiter: Wie bereits am Samstag stehen auch für das letzte DTM-Rennen der Saison die beiden wichtigsten Titelanwärter in der ersten Startreihe. Liam Lawson sichert sich im Red Bull-Ferrari mit einer Zeit von 48.622 Sekunden die letzte Pole-Position des Jahres. Kelvin van der Linde fuhr im ABT-Audi mit 41 Tausendstel Rückstand auf Startplatz zwei. Mit den drei Zusatzpunkten für die Pole-Position, seinem vierten in diesem Jahr, vergrößerte Lawson seinen Vorsprung auf van der Linde in der Fahrerwertung auf 19 Punkte. Der Südafrikaner kassierte zwei Zusatzpunkte.

Dass sowohl Lawson als auch van der Linde ans Limit ging, zeigt sich in der Schlussphase, als sie beide in Sekundenabstand von der rechten Seite ihrer Fahrzeuge kurz die Streckenbegrenzung touchierten, Lawson Ausgänge der Dutzendteichkehre und van der Linde Ausgänge des Schöller-S. Zu dem Zeitpunkt waren die Positionen bereits bezogen.

„Ich habe das Auto kaputtgemacht, da müssen die Jungs vom Team noch mal dran“, sagte Lawson. „Der Start wird einmal mehr entscheidend, wie schon am Samstag.“ Van der Linde stimmt ein: „Ich stehe wieder auf der Innenseite, ich muss versuchen, vorbeizukommen. Die Ferrari sind sehr schnell, aber ich habe nichts zu verlieren.“ 

Van der Linde befindet sich im Ferrari-Sandwich, denn Nick Cassidy fuhr im AlphaTauri-Ferrari auf Startplatz drei. Dahinter ein Mercedes-Quintett mit Lucas Auer, Philip Ellis (beide Team WINWARD), Daniel Juncadella (Team GruppeM), Arjun Maini (Team GetSpeed) und Samstagssieger Maximilian Götz (Team HRT). Nico Müller im Rosberg-Audi sowie Maximilian Buhk (Mercedes-AMG, Team Mücke) komplettierten die Top Ten.

Quelle: dtm.com

Samstag, 9. Oktober 2021

Belgier Verdonck gewinnt im Toyota

Green liegt vor dem Finale der DTM Trophy sechs Punkte vor Landsmann Tregurtha

  • Toyota-Pilot Nico Verdonck erzielt am Samstag seinen zweiten Saisonsieg
  • Platz zwei für Ben Green, William Tregurtha holt Punkte für Platz drei

Nico Verdonck (BEL) siegt vor Ben Green (GBR) © DTM

Vor dem Finale am Sonntag: Green liegt nur sechs PunkteDer Titelkampf in der DTM-Trophy-Saison 2021 entscheidet sich im letzten Rennen des Jahres: Die beiden Briten Ben Green (BMW) und William Tregurtha (Mercedes-AMG) liefern sich einen aufregenden Showdown am Norisring. Die beste Ausgangslage in der Nachwuchsserie der professionellen DTM-Plattform hat FK-Performance-Pilot Green. Er wurde Zweiter im Samstagsrennen. Sein Widersacher aus der CV-Performance-Group-Mannschaft sah die Zielflagge auf Rang vier liegend. Da der drittplatzierte Mercedes-AMG-Pilot Marc de Fulgencio (Leipert Motorsport) als Gaststarter jedoch nicht punkteberechtigt ist, gehen die Zähler für den dritten Rang an Tregurtha. In der Gesamtwertung führt Green somit vor dem Finale mit 222:216 Punkten.

Den Rennsieg erkämpfte sich der belgische Toyota-Pilot Nico Verdonck (Ring-Racing). Verdonck erzielte im Qualifying die Pole-Position und startete somit vom besten Startplatz. Aber in der turbulenten Startrunde verlor der Belgier kurzfristig die Führung, die er sich jedoch im zweiten Umlauf wieder zurückholen konnte. Dahinter folgen Green, Tregurtha und Greens Teamkollege und Norisring-Lokalmatador Moritz Löhner. Verdonck ließ sich auch durch eine frühe Safety-Car-Phase nicht aus der Ruhe bringen, als der ausgefallene Mercedes-AMG von Tregurthas Teamkollegen Matias Salonen (FIN) geborgen werden musste. Beim Restart behielt Verdonck die Oberhand vor Green. Das Duo setzte sich bald vom restlichen Feld ab und umrundete den Norisring im Formationsflug. Verdonck ließ Green jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Chance, einen Angriff zu riskieren. Nach insgesamt 33 spannenden Rennrunden war der zweite Saisonsieg des Belgiers nach dem Samstags-Erfolg auf dem DEKRA Lausitzring in trockenen Tüchern, ebenso der zweite Platz von Green.

Hinter dem führenden Duo duellierte sich mit Tregurtha und de Fulgencio eine weitere Zweiergruppe um den letzten Platz auf dem Siegertreppchen. Die Entscheidung fiel vier Runden vor Schluss: Tregurtha ließ in der Grundig-Kehre die Türe etwas offen, de Fulgencio nutzte die Chance eiskalt und übernahm die dritte Position.

Heiße Duelle auch hinter den ersten Vier: In der zweiten Rennhälfte sorgte der Dreikampf zwischen den beiden BMW-Piloten Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) aus Deutschland und Yann Zimmer (FK Performance Motorsport) aus der Schweiz sowie Zimmers Landsmann Lucas Mauron für Aufsehen. Am Ende hatte Audi-Pilot Mauron (Heide-Motorsport) im Rennen um Platz fünf die Nase vorne. Er überholte in der Schlussphase erst Zimmer und dann auch Oeverhaus.

Verdoncks Teamkollegin Stephane Kox aus den Niederlanden war in der Endabrechnung die bestplatzierte Dame im Feld. Sie erreichte Platz zehn und landete damit zwei Positionen vor Maurons Stallgefährtin Sophie Hofmann (GER) und drei Ränge vor der österreichischen KTM-Fahrerin Laura Kraihamer (True Racing by Reiter Engineering).

Das zweite Rennen der DTM Trophy auf dem Norisring, gleichzeitig das letzte und alles entscheidende Rennen des Jahres, startet am Sonntag um 15:10 Uhr. Der Lauf wird ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1, im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) und auf dem offiziellen YouTube-Kanal der DTM übertragen.


Götz macht mit Sieg am Norisring den Titelkampf noch spannender

„Kiwi“ Lawson am Sonntag mit den besten Karten auf den DTM-Titel

  • DTM Norisring powered by BWT am Sonntag auf dem Siedepunkt
  • Mercedes-AMG-Fahrer Götz siegt vor Inder Maini, Lawson und van der Linde
  • Zweimaliger DTM-Champion Wittmann scheidet beim Heimspiel aus Titelkampf aus
  • Ferrari-Team AF Corse gewinnt vorzeitig den Team-Titel
  • Die Entscheidung: Sonntag, Start um 13:30 Uhr, live ab 13:00 Uhr in SAT.1

Sieg am Samstag; Maximilian Götz
Foto: dtm.com

Die DTM wird am Sonntag ihren Siedepunkt erreichen. Liam Lawson, Kelvin van der Linde und Maximilian Götz werden im allerletzten Saisonrennen bei der DTM Norisring powered bei BWT den heißbegehrten Titel unter sich ausmachen. Der Uffenheimer Maximilian Götz triumphierte im Samstagrennen und machte mit seinem zweiten Saisonsieg den Titeldreikampf noch spannender. Liam Lawson brachte seinen Red Bull-Ferrari hinter dem überraschend starken Inder Arjun Maini im GetSpeed-Mercedes als Dritter ins Ziel, Kelvin van der Linde fuhr im ABT-Audi als Vierter über die Linie.

Damit schickt sich der erst 19-jährige Neuseeländer Liam Lawson an, am Sonntag der jüngste DTM-Champion aller Zeiten zu werden. Mit 224 Zählern hat der „Kiwi“ aus dem Team Red Bull AlphaTauri AF Corse die besten Karten, die Fahrerwertung der DTM 2021 für sich zu entscheiden. 18 Punkte Vorsprung hat der smarte Blondschopf auf van der Linde als seinen ärgsten Widersacher, 19 auf Götz. Am Sonntag gibt es noch maximal 28 Punkte zu gewinnen, drei für die Pole-Position und 25 für den letzten Saisonsieg. Dagegen hat sich der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann ausgerechnet auf seiner Hausstrecke aus dem Titelkampf verabschiedet; im Walkenhorst-BMW blieb er als Zwölfter ohne Punkte. Die Entscheidung fällt im ultimativen Finale am Sonntag. Der Start erfolgt um 13:30 Uhr, das Rennen wird live ab 13:00 Uhr in SAT.1 und weltweit in über 60 Ländern übertragen. Auch in Neuseeland, der Heimat von Titelfavorit Lawson, wird die DTM live im Fernsehen gezeigt.

„Es ist ein Traum, hier zu gewinnen! Das ist sicherlich mein wichtigster Sieg – einfach großartig“, jubelte Maximilian Götz im Ziel. „Ich habe auf der Auslaufrunde sogar geweint. Im Qualifying habe ich es nicht ganz auf den Punkt gebracht, wir sind etwas zu spät rausgefahren. Aber wie so oft hat sich gezeigt, dass am Norsiring alles möglich ist. Der Kampf um den Titel ist noch nicht zu Ende.“

Überschwänglich war die Freude beim zweitplatzierten Arjun Maini, der vor allem in seiner Heimat unzählige Fans hat. „An den vergangenen Wochenenden wurde unser Speed immer besser, und hier auf dem Norisring hat sich das auch in ein zählbares Ergebnis umgemünzt. Der Boxenstopp war in diesem Rennen ein entscheidender Faktor“, so der GetSpeed-Mercedes-Pilot. „Ich freue ich unglaublich über diesen Erfolg. Im Startgetümmel habe ich mir einen leichten Schaden an der Aufhängung vorne rechts eingefangen. Da dachte ich schon, dass das Rennen für mich zu Ende ist. Es ist unglaublich, dass ich jetzt auf dem Podium stehe.“

Einen Schreckmoment musste auch Tabellenführer Liam Lawson wegstecken. „Im Startgetümmel war ich mittendrin. Zuerst hatte ich einen Reifenschaden befürchtet, aber es war zum Glück nicht so. Ich war etwas überrascht, als auf einmal der Audi angeflogen kam“, berichte der Neuseeländer. „Dann gab es eine leichte Berührung mit Philip Ellis, ich konnte ich mich ja nicht in Luft auflösen, habe mich aber gewundert, dass er sich gedreht hat, denn die Berührung war wirklich nur sehr leicht. Mein Team hat mir Runde für Runde immer wieder gesagt, dass ich ruhig bleiben und keine Risiken eingehen soll. Schön, dass die Team-Meisterschaft schon entschieden ist. Das ist eine großartige Belohnung für meine Mannschaft. Für Sonntag bin ich noch cool. Ich denke schon, dass ich schlafen kann. Mal schauen, wie es am Sonntag läuft.“

Mit seiner dritten Pole-Position hatte Lawson die beste Ausgangssituation für das 15. Saisonrennen geschaffen. Und es war angerichtet für ein taffes Duell zwischen Lawson und Kelvin van der Linde, denn der Südafrikaner eroberte den zweiten Startplatz in der ersten Reihe für sich. Doch die erste Kurve machte ihrem Ruf wieder alle Ehre. Noch bevor Lawson in die Spitzkehre einlenken konnte, schoss innen van der Linde vorbei, der offensichtlich den Bremspunkt verpasst hatte. Dann wurde Lawson von Maini getroffen. Philipp Ellis fand den besten Weg durch das Getümmel und übernahm die Führung vor Lawson und dessen Landsmann Nick Cassidy, der anstelle von Alex Albon (THA) den AlphaTauri-Ferrari steuerte. Dahinter lauerte bereits Götz, der sich Platz um Platz nach vorne schob und schließlich die Führung übernahm. Über die gesamte Renndistanz fuhr Götz auf souveränem Siegkurs, auch wenn aufgrund der Pflichtboxenstopps zwischenzeitlich andere Fahrer an der Spitze fuhren, darunter für lange Zeit Cassidy, der sich rundenlang mit van der Linde ein spannendes Duell lieferte.

Mit Platz drei für Lawson und Platz fünf für Cassidy sicherte sich das Team Red Bull AlphaTauri AF Corse vorzeitig den Titel in der Team-Wertung der DTM. Bereits zuvor hatte Mercedes-AMG die Marken-Wertung für sich entschieden. Liam Lawson bereits seit dem drittletzten Rennwochenende des Junior-Titels fest.  

Nachdem das Norisring-Rennen im Sommer Corona-bedingt aufgefallen war, zeigte das Traditionsrennen auf dem Stadtkurs in Nürnberg schon am Samstag, warum dieses Rennen als Saisonhöhepunkt gilt, in diesem Jahr auch im Oktober mehr denn je. Die zahlreichen Zuschauer jedenfalls kamen bei einem abwechslungsreichen DTM-Rennen und einem insgesamt vollgefüllten Programm voll auf ihre Kosten. Und am Sonntag werden die DTM und der Norisring den Siedepunkt erreichen, denn zum ersten Mal in der langen Geschichte der DTM fällt die Titelentscheidung auf der Rennstrecke am Dutzendteich.


DTM: Lawson und v.d. Linde in der ersten Startreihe am Samstag

Titelanwärter in der ersten Startreihe
Foto: dtm.com

Spannender könnte die Ausgangslage nicht sein: Mit Liam Lawson im Red Bull-Ferrari und Kelvin van der Linde im ABT-Audi stehen die beiden favorisierten Titelanwärter nebeneinander in der ersten Startreihe für das Samstagsrennen bei der DTM Norisring powered by BWT. Tabellenführer Lawson fuhr auf dem 2,3 Kilometer kurzen Stadtkurs in Nürnberg eine Zeit von 48,913 Sekunden und war damit 0,184 Sekunden schneller als van der Linde, aktuell Zweiter in der Fahrerwertung. Damit vergrößerte Lawson seinen Vorsprung auf seinen Rivalen um einen Punkt auf 15 Zähler.

"Die Pole-Position war unser erstes Ziel für heute", sagte Lawson. "Jetzt gilt es, alle hinter mir zu halten. Gestern haben wir zwischen FP1 und FP2 einen großen Schritt gemacht und auch heute Morgen war das Auto top. Kelvin wird auf dem Weg zur ersten Kurve natürlich pushen wie verrückt. Er hat den Vorteil, dass er für das Rennen kein Zusatzgewicht an Bord hat."

Van der Linde kommentierte: "Für uns war ein Platz unter den ersten Drei das Ziel, das haben wir geschafft. Die erste Kurve wird Chaos, wir müssen sehen, wie wir da nach vorne kommen. Vor allem das Timing des Boxenstopps wird entscheidend, denn nach dem Stopp kommt man immer in den Verkehr."

Hinter Lawson und van der Linde fuhr Lucas Auer im WINWARD-Mercedes auf Rang drei und führte damit ein Mercedes-Quintett an, vor Arjun Maini (Team GetSpeed), Maximilian Götz (Team HRT), Philip Ellis (Team WINWARD) und Daniel Juncadella (Team GruppeM). Nick Cassidy qualifizierte sich im AlphaTauri-Ferrari als Achter, vor Nico Müller (Audi, Team Rosberg) und Esteban Muth (Lamborgini, T3 Motorsport). Sophia Flörsch (Audi, Team ABT) schaffte als 15. ihr bislang bestes Qualifying-Ergebnis. Weit abgeschlagen hingegen Lokalmatador Marco Wittmann, der im Walkenhorst-BMW nicht über Startplatz 19 hinauskam.

Quelle: dtm.com