Mittwoch, 29. Juli 2020

Doppelte Premiere zum Saisonstart der ADAC TCR Germany

  • ADAC TCR Germany erstmals auf dem Lausitzring am Start
  • Meisterteam Hyundai Team Engstler will den Titel erfolgreich verteidigen
  • Honda Junior Challenge geht in die nächste Runde
Foto: Jens Hawrda

Das Warten hat ein Ende: Die ADAC TCR Germany gibt beim Saisonstart am Wochenende (31. Juli bis 2. August) auf dem Lausitzring endlich wieder Vollgas. Wird Hyundai seine Vormachtstellung behaupten? Wer tritt die Nachfolge des Champions Max Hesse an? Und wer sichert sich als Sieger der Honda Junior Challenge einen neuen Honda Civic? Das erste Rennwochenende auf dem Lausitzring im Rahmen des ADAC GT Masters liefert die ersten Antworten in dieser fünften Saison der ADAC TCR Germany.

SPORT1 und SPORT1+ zeigen alle Rennen der ADAC TCR Germany im TV, mindestens ein Rennen am Wochenende ist live im frei empfangbaren Programm zu sehen. Online sind die Läufe bei SPORT1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/ADAC zu sehen.

Die fünfte Saison der ADAC TCR Germany beginnt mit gleich zwei Premieren: Erstmals überhaupt ist die ADAC TCR Germany auf dem Lausitzring zu Gast, und erstmals finden beide Rennen des Wochenendes an einem Tag (Sonntag, 10.15 Uhr und 14.40 Uhr) statt. Als Titelverteidiger schlüpft das Hyundai Team Engstler erneut in die Rolle des Gejagten - die Konkurrenz um Vizemeister Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) im Hyundai i30 N TCR sowie die beiden Honda-Piloten Mike Halder (24, Meßkirch, Profi Car Honda ADAC Sachsen) und Dominik Fugel (23, Chemnitz, Profi Car Honda ADAC Sachsen) wollen dem Meisterteam in diesem Jahr den Rang ablaufen. Michelle Halder (21, Meßkirch, Profi Car Team Halder), die 2019 ein Rennen in Zandvoort gewonnen hat, hofft auf weitere Spitzenplatzierungen.

"Nach dem Test bin ich sehr zuversichtlich, ich freue mich, dass es nun endlich losgeht", sagt Mike Halder, der sich in diesem Jahr endlich den Titel sichern will: "Das ist das Ziel, wir werden alles geben. Der Lausitzring ist eine tolle Strecke, es macht Spaß, dort zu fahren. Im Feld sind wieder viele schnelle Fahrer, es wird eine große Herausforderung - und es wird Zeit, dass wir nun endlich starten."

Im VW Golf GTI TCR lauern René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger), Harri Salminen (51, Finnland, Positione Motorsport) und Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, SKUBA RACING TEAM) auf ihre Chance. Neu ist auch Albert Leguktko (20, Polen, Albert Leguktko Racing) im Honda Civic TCR.

Das Hyundai Team Engstler hat sich nach den Triumphen in der Team- und Fahrerwertung für diese Saison neu aufgestellt. Mit Antti Buri (31, Finnland) ist einer der erfahrensten Piloten der ADAC TCR Germany nun ins Cockpit des Engstler-Hyundai gewechselt, dazu kommt Nico Gruber (19, Österreich), der sein erstes Jahr im Tourenwagensport absolvieren wird. Außerdem setzt das Team wie gehabt sein VIP Auto ein, auf dem Lausitzring wird der Journalist Guido Naumann von AutoBild Motorsport die Rennen für Engstler absolvieren.

Antti Buri, der seit dem Premierenjahr dabei ist und immer zu den schnellsten Piloten im Feld gehört, fiebert dem Saisonstart entgegen. "Wir hatten gute Tests, das Auto fühlt sich sehr gut an, und ich bin mittlerweile richtig angekommen in meinem neuen Team", sagt der Finne, der 2019 lange die Meisterschaft angeführt hatte und letztlich Dritter wurde: "Der Lausitzring ist eine anspruchsvolle Strecke, es gibt nicht viele Möglichkeiten, um zu überholen." Umso wichtiger sei eine gute Performance im Qualifying, so der Finne: "Und dann werden wir sehen, was an diesem Wochenende und insgesamt in diesem Jahr möglich ist. Wir sind auf jeden Fall bereit."

Auch die Honda Junior Challenge geht in die nächste Runde. In der Wertung für Nachwuchspiloten im Tourenwagensport messen sich Nico Gruber, Marcel Fugel (19, Chemnitz, Profi Car Team Halder), Albert Leguktko und René Kircher. Der Sieger erhält einen neuen Honda Civic.

Am Samstag steht für die ADAC TCR Germany zunächst das Training und das Qualifying an, am Sonntag wird es dann richtig ernst: Um 10.15 Uhr und 14.40 Uhr steigen die ersten beiden von insgesamt 14 Rennen der neuen Saison. Die Rennen auf dem Lausitzring finden ohne die Beteiligung von Zuschauern nach einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Hygiene- und Infektionsschutzkonzept statt.

Dienstag, 28. Juli 2020

Spannung pur: Saisonauftakt des ADAC GT Masters auf dem Lausitzring

  • Audi-Asse Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde als Titelverteidiger
  • Starkes Starterfeld mit mehr als 30 Supersportwagen

Foto: Jens Hawrda

Die Jagd ist eröffnet: Schaffen die Audi-Piloten Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) als erste Fahrer überhaupt die Titelverteidigung im ADAC GT Masters, oder schlägt die Konkurrenz zurück? Auf dem Lausitzring startet am kommenden Wochenende (31. Juli bis 2. August) die erste Runde der hart umkämpften GT-Rennserie mit mehr als 30 Supersportwagen. Die Rennen werden Samstag und Sonntag ab 13.00 Uhr live von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Das ist neu in 2020
Der spektakulärste Neuzugang im Starterfeld ist der Bentley Continental GT3 von T3-HRT-Motorsport. Mit einem weiterentwickelten Fahrzeug treten die Mercedes-AMG-Teams an. Auf die Evo-Version des Rennwagens aus Schwaben setzen HTP-Winward Motorsport, das Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing sowie Toksport WRT. Mit dem Team WRT aus Belgien debütiert eines der international erfolgreichsten GT3-Teams im ADAC GT Masters. Nach Gaststarts im vergangenen Jahr bestreiten Toksport WRT und SSR Performance mit einem Porsche 911 GT3 R ihre erste komplette Saison in der Serie. Reifenpartner Pirelli rüstet das Feld in diesem Jahr mit neuen Pneus aus.

Die Stars im Feld
Das ADAC GT Masters beeindruckt auch 2020 mit einem hochkarätigen Starterfeld und Piloten mit Formel-1- und IndyCar-Erfahrung und Sportwagen-Assen. Mit den Titelverteidigern van der Linde und Niederhauser sind mit Maximilian Götz (34/Uffenheim, HTP-Winward Motorsport), Daniel Keilwitz (30/Villingen, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing), Christopher Mies (31/Heiligenhaus, Montaplast by Land-Motorsport) und Robert Renauer (35/Jedenhofen, Precote Herberth Motorsport) insgesamt sechs Ex-Meister am Start. Mit Maro Engel (34/Monte Carlo, Toksport WRT) und Raffaele Marciello (25/I, HTP-Winward Motorsport) treten zwei Sieger des FIA GT World Cup im ADAC GT Masters an. Gleich sechs Hersteller - Audi, Bentley, BMW, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche - schicken rund 20 Werksfahrer an den Start. Auf der Fahrerseite gibt es insgesamt mehr als 15 Neulinge, darunter Porsche-Werksfahrerin Simona de Silvestro (31/CH, Küs Team75 Bernhard) und DTM-Rennsieger Joel Eriksson (22/S, Schubert Motorsport).

Die Favoriten
Aufgrund der hohen Leistungsdichte im ADAC GT Masters ist ein Favorit kaum auszumachen. Beim offiziellen Vorsaisontest lagen teilweise mehr als 20 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde. Die absolute Bestzeit gelang beim Test Raffaele Marciello im Mercedes-AMG, mit Titelverteidiger Kelvin van der Linde (Audi) und Porsche-Pilot Sven Müller (27/Bingen, Precote Herberth Motorsport) folgten knapp dahinter Piloten zweier weiterer Marken. Auch der Blick in die Statistik unterstreicht, dass der Lausitzring ein Garant für abwechslungsreichen Motorsport ist. Bei den bisher dort vom ADAC GT Masters ausgetragenen 22 Rennen haben sich sechs verschiedene Marken in die Siegerliste eintragen können.

Die Lokalmatadore
Der Lausitzring gilt als Heimstrecke von BWT Mücke Motorsport. Die Berliner setzen in dieser Saison zwei Audi R8 LMS ein. Doch für drei der vier Piloten des Rennstalls ist das Auftaktwochenende auch das Heimspiel: Stefan Mücke (38) kommt ebenso aus Berlin wie Serienneuling Mike Beckhusen (20). Beckhusen teilt sich den zweiten R8 LMS des Teams mit Igor Walilko (22/PL), dessen Heimatstadt Zielona Góra 150 Kilometer vom Lausitzring entfernt ist. Auch T3-HRT-Motorsport aus Radebeul hat nur eine kurze Anreise zum Kurs in Brandenburg.

Die Strecke
Der Lausitzring gehört erstmals seit 2017 wieder zum Kalender des ADAC GT Masters. Die 3,478 Kilometer lange Strecke setzt sich aus Teilen des Ovalkurses und aus Abschnitten im Infield zusammen. Die Rennen auf dem Lausitzring finden ohne die Beteiligung von Zuschauern nach einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Hygiene- und Infektionsschutzkonzept statt.

ADAC GT Masters eSports Championship
Die ADAC GT Masters eSports Championship trägt am Samstag ab 18.30 Uhr das erste von acht Saisonrennen aus. 20 Teilnehmer und vier Gaststarter messen sich dabei auf der digitalen Version des Lausitzrings. Insgesamt geht es in der Saison um ein Preisgeld von 80.000 Euro. Das Rennen wird im Livestream auf youtube.com/adac und auf adac.de/motorsport übertragen.

Stimmen vor dem Rennwochenende

Kelvin van der Linde (Rutronik Racing, Audi R8 LMS): 
"Ich fahre schon viele Jahre im ADAC GT Masters, bin aber bisher noch nie zwei Jahre hintereinander mit dem gleichen Teamkollegen und dem gleichen Team gefahren. Das ist jetzt anders. Ich sehe das als sehr positiv, denn wir können da weitermachen, wo wir vergangenes Jahr aufgehört haben. Wir haben eine tolle Mannschaft und ein sehr gutes Paket. Das Ziel ist ganz klar: Wir wollen gewinnen."

Patric Niederhauser (Rutronik Racing, Audi R8 LMS): 
"Der Punktestand ist bei allen wieder null, jeder hat die gleichen Chancen. Die Titelverteidigung ist ganz klar unser Ziel, aber wir wissen natürlich auch, wie hoch das Niveau ist. In diesem Jahr ist es gefühlt sogar noch höher als in den Jahren zuvor. Natürlich braucht es auch etwas Glück, aber wir sind gut gerüstet."

Montag, 27. Juli 2020

Audi RS 5 DTM „wie gemacht“ für Spa

  • DTM-Saisonauftakt auf Traditionsrennstrecke in den Ardennen
  • Audi-Piloten mit vielen guten Spa-Erlebnissen
  • DTM-Meisterauto hinterlässt bei Testfahrten starken Eindruck

Foto: Jens Hawrda
Die mit 100 Tagen kompakteste DTM-Saison aller Zeiten beginnt am kommenden Wochenende (1./2. August) auf einer ganz besonderen Rennstrecke: Zum ersten Mal startet der Audi RS 5 DTM im belgischen Spa-Francorchamps (Samstag und Sonntag jeweils ab 12.55 Uhr live auf SAT.1).

Streckenabschnitte mit klingenden Namen wie La Source, Eau Rouge, Blanchimont oder Pumont lassen die Herzen von Motorsport-Fans und Rennfahrern höherschlagen. „Spa ist gleich zu Saisonbeginn DAS Highlight im diesjährigen DTM-Kalender“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Es ist eine der klassischen Fahrerstrecken, die alle lieben. Ich gehe davon aus, dass wir auf den Geraden tolle Windschattenschlachten und zwei sehr spannende Rennen erleben werden. Zudem muss man wettertechnisch in den Ardennen immer mit allem rechnen.“

Erst einmal gastierte die DTM bisher in Spa-Francorchamps: 2005 sicherten Mattias Ekström und Tom Kristensen mit dem A4 DTM Audi Sport ein Doppelpodium. Damals hatte ein DTM-Auto etwa 460 PS Leistung. Heute holen die Audi-Techniker auch dank Push-to-Pass mehr als 610 PS aus dem kompakten und hocheffizienten Vierzylinder-Turbomotor des RS 5 DTM. Das entspricht einer Mehrleistung von rund 30 Prozent bei gleichzeitig deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch.

Benoît Tréluyer durfte den aktuellen Audi RS 5 DTM im Juli einen Tag lang auf der Berg-und-Tal-Bahn in den Ardennen testen und zeigte sich anschließend beeindruckt. „Der RS 5 ist wie gemacht für Spa“, sagt der Franzose. „Mit diesem Auto Vollgas durch Eau Rouge zu fahren ist ein Traum. Auch die vielen Richtungswechsel machen Spaß. Die Fahrer werden Spa lieben und die Fans zu Hause vor den Fernsehbildschirmen auch. Ich erwarte ganz besondere Rennen und werde auf jeden Fall vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern.“

Die sechs Audi-Werksfahrer freuen sich alle auf das DTM-Comeback in Spa. Die meisten von ihnen haben eine ganz besondere Beziehung zu der belgischen Rennstrecke. Nico Müller gewann dort 2008 sein erstes Autorennen. „Das war in der Formel Renault, an meinem vierten Rennwochenende überhaupt“, erinnert sich der DTM-Vizemeister der Saison 2019. „Mich verbinden viele tolle Erinnerungen mit dieser Rennstrecke. Mit dem Audi RS 5 DTM in Spa fahren zu dürfen ist ein Traum – ich freue mich, dass er wahr wird. Es wird bestimmt spektakulär.“

Der beste Spa-Moment von Robin Frijns stammt aus derselben Zeit. „Ich fuhr damals in der Formel BMW und habe das Rennen gewonnen, nachdem ich den Führenden außen herum überholt habe“, sagt der Niederländer. „Das Racing ist in Spa immer gut. Es gibt viele Überholmöglichkeiten auf dieser tollen, flüssigen Highspeed-Rennstrecke.“

Loïc Duval feierte in Spa seinen ersten Sieg als Audi-Werksfahrer. „Das war 2012 in der WEC. Erst mein zweites Rennen für Audi und gleich ein Sieg gemeinsam mit Marc Gené und Romain Dumas. Es war ein typisches Spa-Rennen mit wechselhaften Bedingungen: mal trocken, mal Regen. Ich hoffe, wir haben Anfang August etwas mehr Glück mit dem Wetter. Ich freue mich sehr auf eine der besten Strecken Europas.“

Auch Mike Rockenfeller erinnert sich gerne an ein Sportwagen-Rennen in Spa. „2008 in der Le Mans Series mit dem R10 gegen Peugeot anzutreten war ein tolles Erlebnis“, sagt „Rocky“. „Aber auch mein Sieg beim 24-Stunden-Rennen 2005. Ich kann es kaum abwarten, mit der DTM auf einer so grandiosen Rennstrecke endlich loslegen zu können. Es wird aber auch eine echte Herausforderung, dort ohne große Vorbereitung gleich alles richtig auf den Punkt zu bringen.“

René Rast erinnert sich besonders gerne an seine beiden Siege bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. „2014 konnte ich das Rennen durch ein Überholmanöver 15 Minuten vor Ende für uns entscheiden und war im Ziel völlig dehydriert“, sagt der amtierende DTM-Champion. „Die Vorfreude, dass es jetzt endlich losgeht mit der DTM, ist riesengroß – und dann noch in Spa, auf einer meiner Lieblingsrennstrecken. Das ist eine richtig herausfordernde Strecke mit Kurven, in denen man Mut braucht – speziell im Qualifying. Das wird bestimmt ein cooles Event.“

Jamie Green war als einziger Pilot aus dem aktuellen Starterfeld bereits 2005 bei der DTM-Premiere in Spa dabei. Zudem kennt er die Strecke aus dem Simulator und dem Audi R8 LMS: „Ich bin in Spa bisher dreimal das 24-Stunden-Rennen gefahren und habe mich dabei jedes Mal für die Top 20 Super Pole qualifiziert“, sagt der Brite.

Bereit für Eau Rouge: BMW DTM Teams freuen sich auf den Start in die Saison 2020 in Spa-Francorchamps

Foto: Jens Hawrda
Die Vorfreude steigt bei den BMW DTM-Teams, denn an diesem Wochenende(1./2. August) wird es nach monatelangem Warten endlich die DTM-Saison 2020 auf den Weg bringen. Austragungsort des Saisonauftakts ist das legendäre Spa-Francorchamps (BEL) in den Ardennen. BMW Team RMG und BMW Team RBM werden sechs BMW M4 DTMs zwischen ihnen ausstellen. Am Steuer sitzen Marco Wittmann (GER), Timo Glock (GER), Philipp Eng (AUT), Sheldon van der Linde (RSA) sowie die Neuzugänge im BMW DTM-Kader, Lucas Auer (AUT) und Jonathan Aberdein (RSA).

Spa-Francorchamps ist Gastgeber der Eröffnungsrunde eines kompakten Kalenders mit insgesamt neun Veranstaltungen, die sich auf nur drei Monate verteilen. Weitere Spielstätten sind der Lausitzring (GER / Doppelkopf), Assen (NED), der Nürburgring (GER / Doppelkopf), Zolder (BEL / Doppelkopf) und Hockenheim (GER).

Während die BMW DTM-Werksfahrer die Ardennen-Achterbahn, die Spa-Francorchamps aus anderen Serien ist, kennen, ist sie für den BMW M4 DTM Neuland. Die belgische Rennstrecke war zuletzt 2005 Austragungsort eines DTM-Rennens. Eine weitere Herausforderung ist der Zeitplan für das Eröffnungswochenende. Die zweitägige Veranstaltung beginnt am Samstagmorgen mit kostenlosem Training, bevor um 10.55 Uhr Ortszeit das erste Qualifying des Jahres beginnt. Rennen eins beginnt am Samstag um 13:33 Uhr. Am Sonntag findet um 10:45 Uhr das zweite Qualifying statt und um 13:33 Uhr das zweite Rennen. BMW M Motorsport konnte Anfang Juli bei einem eintägigen Test erste Daten für seine Aufbauarbeiten mit dem BMW M4 DTM sammeln.

Spa-Francorchamps ist eng mit der Geschichte von BMW im Motorsport verbunden. Mit 24 Siegen ist BMW Rekordsieger des berühmten 24-Stunden-Rennens auf der belgischen Rennstrecke. Die Auftaktveranstaltung ist auch für das BMW Team RBM mit Sitz in Mechelen (BEL) mehr als nur das erste Heimrennen der Saison. Seit den 1970er Jahren ist die Strecke für Teamchef Bart Mampaey und seine Familie beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps sowie bei der FIA European Touring Car Championship und der FIA World Touring Car Championship der Schauplatz großer Erfolge.

Sonntag, 26. Juli 2020

Interview mit Marco Wittmann zum Saisonstart der DTM

Marco Wittmann: "Ich denke, wir sind viel wettbewerbsfähiger als 2019"

Marco Wittmann
Foto: Jens Hawrda
Rund neun Monate sind vergangen, seit Marco Wittmann (GER) zuletzt in der Schaeffler BMW M4 DTM an den Start ging. Der verspätete Saisonstart 2020 steht für den zweimaligen DTM-Champion vor der Tür. Im Interview spricht Wittmann über das lange Warten und seine Erwartungen an die kommenden 18 Rennen.

Marco, wie sehr freuen Sie sich darauf, die Saison 2020 in ein paar Tagen endlich in Gang zu bringen?

Marco Wittmann: "Die Vorfreude, endlich wieder in einen Rennwagen zu steigen und die Saison zu starten, ist riesig. Der spätere Starttermin ist für alle neu und es gibt auch ein bisschen Bedauern, dass keine Fans auf der Rennstrecke zugelassen werden. Ich glaube jedoch, dass wir die Unterstützung der Fans haben werden, die im Fernsehen zuschauen, und wir werden natürlich versuchen, eine wirklich coole Show für sie auf die Lange zu legen. Der Saisonauftakt im Spa ist auch neu und etwas besonderes für uns, deshalb sind wir sehr gespannt."

Wie hat sich die erzwungene Pause aufgrund der Pandemie auf Ihre Vorbereitungen vor der Saison ausgewirkt?

Wittmann: "Die Vorbereitungen waren natürlich ein bisschen anders. Wir hatten viel mehr Zeit, um an Ihrer Fitness zu arbeiten. Die Ausdauer und das Krafttraining, die wir gemacht haben, waren riesig und viel größer als sonst. Ansonsten haben wir die Teambesprechungen ein wenig zurückverlegt, bis wir uns wieder treffen durften. In der Zwischenzeit haben wir aber auch praktisch viel gemacht – Dinge wie Skype-Meetings, Zoom-Meetings usw. Das war natürlich Neuland für uns alle. Es hat wirklich gut funktioniert, auch wenn ich nicht wirklich ein großer Fan von virtuellen Sachen bin. Ich spreche lieber von Angesicht zu Angesicht mit Menschen."

Was haben Sie neben dem Training gemacht?

Wittmann: "Ich arbeite immer noch in der Werkstatt meines Vaters, auch in einer normalen Saison. In der Regel ist das ein oder zwei Tage pro Woche, wenn es keine Termine gibt. Die Coronavirus-Situation bedeutete, dass wir keine Motorsport-Termine hatten, also landete ich tatsächlich jeden Tag in der Werkstatt. Das war wirklich cool, denn es gibt mir immer noch eine tolle Balance und hat mich davon abgehalten, mich zu langweilen. Wir hatten das Glück, dass wir die Werkstatt nie schließen mussten und im Prinzip weiterarbeiten konnten."

Was haben Sie letzte Saison gelernt?

Wittmann: "Ich glaube, wir haben in erster Linie den Winter damit verbracht, am Auto zu arbeiten, um die Defizite auszumerzen, die wir in der Saison 2019 hatten. Der Turbomotor war neu für uns alle und wir haben wirklich damit gekämpft. Wir haben es aber geschafft, die technischen Probleme der letzten Saison zu bewältigen. Dann habe ich versucht, an mir selbst zu arbeiten – mit Daten und Videos aus vergangenen Rennen. Ich hoffe, wir sind gut gerüstet und haben einen Schritt nach vorn gemacht. Ich denke, wir sind viel wettbewerbsfähiger als 2019."

Der Saisonauftakt in Spa wirft ein zweitägiges Event auf eine Strecke, die für die meisten Fahrer neu ist. Wie schwierig wird es sein, nach nur einer Trainingseinheit ins Qualifying zu gehen?

Wittmann: "Es ist natürlich ein extrem komprimiertes Wochenende, an dem alles glatt laufen muss. Die Tatsache, dass wir zum ersten Mal seit 15 Jahren in Spa fahren, wird das Leben für alle ein wenig schwierig machen. Sowohl BMW als auch Audi hatten die Möglichkeit, dort einen Tag lang zu testen, wobei Augusto Farfus für uns das Fahren machte. Wir haben dort die ersten Basisdaten gesammelt, so dass wir bereits mit einer Art Setup nach Spa reisen werden. Wir haben jedoch nur eine Übungseinheit, um die Dinge zu ändern, dann geht es direkt ins Qualifying. Als Fahrer muss man auf der Strecke schnell die Füße finden – aber herausforderungen gefällt mir. Du hast nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn alles kommt dick und schnell und du musst einfach alles richtig machen. Ich freue mich darauf."

In diesem Jahr wird es ein paar Back-to-Back-Rennen geben. Passt das zu Ihnen?

Wittmann: "Ich bin jedes Wochenende ein Rennsportfan. Es wird faszinierend zu sehen, wie das wirklich funktioniert, wenn die Saison beginnt. Ich denke, Back-to-Back-Rennen sind cool. Sie sind wirklich angefeuert und im Stressmodus. Mal sehen, wie wir uns nach dem letzten Wochenende fühlen (lacht), aber es ist natürlich cool, dass wir es trotz allem geschafft haben, einen Kalender zusammenzustellen, der es uns immer noch ermöglicht, fast alle Rennen zu absolvieren. Ich denke, das ist eine sehr gute Nachricht für die DTM und die Fans, aber auch für uns Fahrer."

Wie wichtig wird die Erfahrung in dieser außergewöhnlichen Saison sein? Wird es für Sie und das BMW Team RMG von Vorteil sein, dass Sie so lange zusammengearbeitet haben?

Wittmann: "Es ist immer hilfreich, ein erfahrenes Team zu haben und sich gut kennenzulernen, dann weiß man schon, wie man losgeht und welche Aufstellung man auf vielen Rennstrecken braucht. Ich denke, der geschäftige Kalender wird keinen großen Unterschied machen, da wir nicht viel Zeit für Analysen haben werden und alle letztendlich im selben Boot sitzen. Wenn wir einen Doppelkopf haben, wie wir es am Lausitzring und Zolder tun werden, dann haben Sie nicht viel Zeit zum Nachdenken. Du musst nur rausgehen und wieder auftreten. Hinzu kommt, dass wir auf verschiedenen Layouts fahren, was ich persönlich wirklich cool finde. Es ist ein bisschen so, als würde man am nächsten Wochenende wieder bei Null anfangen."

Die aktuelle Situation hat die Absage des geplanten Saisonauftakts am Norisring erzwungen. Wie traurig war es Ihnen leid, diese Entscheidung zu hören?

Wittmann: "Es war eine extrem bittere Pille für mich. Ich stehe in direkter Kommunikation mit den Organisatoren, dem MCN (Motorsport Club Nürnberg), für die es wirklich eine Herkulesaufgabe war. Ich habe versucht, viel Input zu geben und zu helfen, und ich denke, wir waren auf dem guten Weg, die Veranstaltung möglich zu machen. Man muss bedenken, dass es sich nicht um eine permanente Rennstrecke handelt, also kostet es zum Beispiel viel, eine Rennstrecke einzurichten. Schließlich legte die Stadt Nürnberg ihr Veto ein. In diesen Zeiten muss die Sicherheit selbstverständlich Vorrang haben. Trotzdem war es für mich persönlich immer noch eine echte Schande, denn es ist mein Heimrennen. Viel Liebe und Emotion geht in dieses Ereignis."