Samstag, 20. Juli 2019

Wittmann gewinnt spektakuläre DTM-Premiere in Assen

  • Saisonsieg Nummer drei: BMW-Fahrer Marco Wittmann in hart umkämpftem Regenrennen vorn
  • Mutige Strategie: Audi-Mann Nico Müller wird nach kämpferischer Leistung Zweiter
  • Audi-Speerspitze René Rast als Dritter „Halbzeitmeister“

Marco Wittman vor Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann (GER, BMW) hat die packende Premiere der DTM in der „Kathedrale des Motorsports“ für sich entschieden. Von der Pole-Position nutzte er bei denkbar schwierigen, weil extrem nassen Bedingungen den Start hinter dem Safety-Car klug aus, setzte sich vor seinem Pflichtboxenstopp um das entscheidende Quäntchen von seinem direkten Konkurrenten René Rast (GER, Audi) ab und kämpfte sich in der Schlussphase gekonnt am Führenden Nico Müller (SUI, Audi) vorbei. Müller hatte von allen Fahrern am längsten mit seinem Pflichtboxenstopp gewartet und hatte seine zwischenzeitliche Führung auch nach dem Reifenwechsel zunächst behalten. Auf kalten Regenreifen hatte der Schweizer dem glänzend aufgelegten Wittmann in der Schlussphase allerdings nichts entgegenzusetzen.

Zum Abschluss der ersten Saisonhälfte standen damit nicht nur drei der vier Fahrer auf dem Podium, die den Saisonverlauf bisher bestimmt haben, sondern auch der vierte im Bunde, Philipp Eng (AUT, BMW), landete unter den Top Vier. Rast führt die Meisterschaft nun mit 145 Zählern an, gefolgt von Müller (121 Punkte), Eng (111 Punkte) und Wittmann (100 Punkte), der in Assen zum zweiten Mal in dieser Saison von der Pole-Position ein Rennen gewann.

Knifflige Bedingungen – höchstes Tempo bei minimalem Grip

Die Rennstrecke in Assen gilt im DTM-Rennkalender als eine der schnellsten. Mit der „Ramshoek“ steht hier die schnellste Kurve der Saison auf der Agenda – Höchstgeschwindigkeit im Trockenen mit 270 Kilometern in der Stunde und rund 3g Querbeschleunigung inklusive. Das Wetter brachte im Samstagsrennen zusätzliche Würze: Ergiebige Regenschauer setzten die Strecke in Assen vor dem Start kräftig unter Wasser, sodass auf Anweisung des Renndirektors dieser erst nach drei Runden hinter dem Safety-Car fliegend freigegeben wurde. In der Folge trocknete der Kurs immer mehr ab, sodass sich eine trockenere Fahrspur bildete. Ein vorhergesagtes, schweres Gewitter blieb bis Rennende aus.

Positive Resultate für Aston Martin

Nicht nur Timo Glock (GER, BMW) erlebte in Assen mit Rang fünf ein positives Resultat nach einem eher verkorksten Saisonstart, auch die Mannschaft von Aston Martin hinterließ einen guten Eindruck. Jake Dennis (GBR) und Ferdinand von Habsburg (AUT) beendeten das schwierige Rennen auf den Plätzen zwölf und 13, Paul Di Resta (GBR) nach starken Rundenzeiten auf der 14. Position.


Ergebnis – 1. Rennen, Assen

01. Marco Wittmann (GER), BMW,
02. Nico Müller (SUI), Audi,
03. René Rast (GER), Audi,
04. Philipp Eng (AUT), BMW,
05. Timo Glock (GER), BMW,
06. Jonathan Aberdein (RSA),
07. Jamie Green (GBR), Audi,
08. Loïc Duval (FRA), Audi,
09. Mike Rockenfeller (GER), Audi,
10. Sheldon van der Linde (ZAF), BMW.

Doppelpodium für Audi bei Regenschlacht in Assen

  • René Rast nach Platz drei am Samstag DTM-Halbzeitmeister
  • Nico Müller verpasst Sieg im Regenrennen nur knapp
  • Audi nach der ersten Saisonhälfte Spitzenreiter aller drei Meisterschaften
Renè Rast ist Halbzeitmeister
Foto: Jenbs Hawrda

Audi hat bei der mit Spannung erwarteten DTM-Premiere auf der berühmten Motorrad-Rennstrecke in Assen ein weiteres Doppelpodium erzielt und behauptet zur Halbzeit der Saison 2019 die Führung in allen drei Meisterschaften.

Mit 18 von 27 möglichen Podiumsplatzierungen ist Audi mit dem neuen RS 5 DTM ein eindrucksvoller Start in die Turbo-Ära der DTM gelungen. Nach der ersten Saisonhälfte liegen mit René Rast (145 Punkte) und Nico Müller (121) zwei Audi-Piloten an der Tabellenspitze. Beide vergrößerten am Samstag mit starken Leistungen bei schwierigen Bedingungen ihren Vorsprung auf den drittplatzierten BMW-Fahrer Philipp Eng. In der Herstellerwertung führt Audi mit 508 Punkten klar vor BMW (388). In der Teamwertung liegen mit dem Audi Sport Team Rosberg und dem Audi Sport Team Abt Sportsline zwei Audi-Teams vorn. 

Starker Regen machte das erste DTM-Rennen in der „Cathedral of Speed“ vor allem in der Anfangsphase zu einer tückischen Angelegenheit. „Wir hatten an vielen Stellen Aquaplaning. Es war schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten“, sagte Nico Müller, der sich in den ersten zehn Runden vom sechsten Startplatz auf Position drei nach vorn kämpfte. „Dabei habe ich etwas zu viel Zeit auf die Führenden verloren.“

Müller wechselte erst kurz vor Rennende die Reifen und behauptete beim Boxenstopp den ersten Platz vor Marco Wittmann (BMW) und René Rast, die sich vom Start weg ein Duell um die Führung geliefert hatten. „Leider hat es etwas länger als erhofft gedauert, die kalten neuen Regenreifen zum Arbeiten zu bringen, deshalb ist Marco an mir vorbeigekommen“, sagte Müller. „Er hat heute verdient gewonnen.“

„Der Zweikampf mit Marco hat natürlich viel Zeit gekostet, deshalb kam Nico vor uns auf die Strecke zurück“, sagte Rast, der hinter Wittmann und Müller Dritter wurde. „Es war alles andere als ein perfektes Rennen. Trotzdem ist ein Podium dabei herausgesprungen und ich führe weiter in der Meisterschaft. Morgen greifen wir neu an.“

Drittbester Audi-Pilot im Samstagsrennen war Jonathan Aberdein vom Kundenteam WRT Team Audi Sport auf Platz sechs. Jamie Green kämpfte sich nach einem schwierigen Qualifying vom zwölften Startplatz auf den siebten Platz nach vorn. Mit Loïc Duval und Mike Rockenfeller auf den Plätzen acht und neun kamen auch die beiden Fahrer des Audi Sport Team Phoenix und damit insgesamt sechs Audi RS 5 DTM in die Punkteränge.

Äußerst unglücklich verlief am Samstag das Heimspiel von Robin Frijns. Nach einem Leck am Öltank im Qualifying musste der Niederländer vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen. Frijns lag schon wieder in den Punkterängen, ehe er sich bei einem Dreher das Heck beschädigte und ausschied.

„Das war ein sehr spannendes Rennen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Bei den nassen Bedingungen wusste vorher keiner, was passieren würde. Aber fast alle Fahrer waren kontrolliert unterwegs. Mit Nico und René haben zwei unserer Piloten um den Sieg gekämpft. Es war sehr knapp und hat am Ende nicht ganz gereicht, aber auch die Plätze zwei und drei sind ein gutes Ergebnis für Audi.“

Marco Wittmann siegt im Regenrennen von Assen

Podium von Rennen 1 in Assen
Foto: Jens Hawrda
Schwierige Bedingungen, starkes Ergebnis: Marco Wittmann (GER) hat für BMW den neunten Lauf der DTM-Saison 2019 in Assen (NED) gewonnen. Auf dem legendären „TT Circuit“ feierte der Fahrer vom BMW Team RMG im Schaeffler BMW M4 DTM von der Poleposition seinen dritten Saisonsieg. 

Auf dem legendären „TT Circuit“ feierte der Fahrer vom BMW Team RMG im Schaeffler BMW M4 DTM von der Poleposition seinen dritten Saisonsieg. Auch Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM), Timo Glock (GER, JiVS BMW M4 DTM) und Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) gelang auf den Plätzen vier, fünf und zehn der Sprung in die Punkteränge. Außerhalb der Top-10 kamen Bruno Spengler (CAN, BMW Bank M4 DTM) und Joel Eriksson (SWE, CATL BMW M4 DTM) auf den Positionen 15 und 16 ins Ziel.

Als sich die Fahrzeuge in der Startaufstellung aufgereiht hatten, kam der vorhergesagte Regen. Zuvor waren alle Trainingssessions bei trockenen Bedingungen ausgetragen worden. Aufgrund der Verhältnisse entschied sich die Rennleitung für einen Start hinter dem Safety Car. Nach drei Runden wurde der neunte Saisonlauf schließlich freigegeben, nach nur einem Umlauf folgte direkt die nächste Safety-Car-Unterbrechung nach dem Ausfall eines Aston Martin. Wittmann ließ sich davon an der Spitze des Feldes nicht aus der Ruhe bringen. Die Entscheidung brachte sein Überholmanöver kurz vor Schluss gegen Nico Müller (SUI, Audi), der nach dem Boxenstopp knapp vor dem BMW Fahrer auf die Strecke gekommen war, ihn dann aber passieren lassen musste.

Für BMW war es der 86. Sieg in der DTM und der fünfte in der Saison 2019. Wittmann konnte seinen 14. Triumph im 103. Rennen bejubeln und rückt damit in die Top-10 der ewigen DTM-Bestenliste vor. Gemeinsam mit Johnny Cecotto (VEN) und Alessandro Nannini (ITA) belegt er in dieser Wertung nun Rang neun. Das BMW Team RMG konnte seinen 20. Sieg in der DTM erringen.

In der Fahrerwertung bleibt Eng mit 111 Punkten als Dritter der bestplatzierte BMW Fahrer, Wittmann konnte auf Rang vier vorrücken (100). Für die Herstellerwertung sammelte BMW 51 Zähler und belegt mit 388 Punkten den zweiten Platz hinter Audi (508).

DTM: Marco Wittmann holt Pole für Rennen 1 in Assen

Marko Wittmann (BMW) holt Pole für Rennen eins in Assen
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann (BMW) holt sich die Pole für das erste Rennen der DTM im Samstag in Assen. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen die Audi-Piloten Rene Rast, Loic Duval und Pietro Fittipaldi. auf  Startplatz fünf steht mit Timo Glock ein weiterer BMW-Pilot.

Die Startplätze 6-19 komplettieren Nico Müller (Audi), Sheldon van der Linde (BMW), Bruno Spengler (BMW), Phillip Eng (BMW) und Joel Erikson. 

Ganz stark ist die Leistung von Pietro Fittipaldi einzuschätzen, der für das Audi-Kundenteam WRT Startplatz vier holt.

Die vier Aston Martin Piloten stehen auf Startplatz 15-18 und damit am Schluss des Starterfeldes. Für R-Motorsport wird auf dem schnellen Kurs von Assen mit seinen langen Geraden deutlich das den Aston Martin noch an Motorleistung zu fehlen scheint.

Frijns (Audi) Schnellster am Freitag

Bestzeit am Freitag: Robin Frijns
Foto: Jens Hawrda
Der niederländische Audi-Fahrer Robin Frijns nutzt seinen Heimvorteil und fuhr am Eröffnungstag des Assen-Wochenendes die Bestzeit. 


Fünf Audi auf den ersten fünf Plätzen

„Es war ein guter Tag“, stellte Frijns fest. „Ich war Schnellster in FP2 und das Auto fühlte sich gut an. Wir versuchen nach wie vor, etwas Zeit auf den Longruns zu finden, für morgen sieht es aber insgesamt vielversprechend aus.“

Frijns führt ein Quintett von Audi-Fahrern an, denn René Rast, Nico Müller, Loïc Duval und Mike Rockenfeller folgten auf den Positionen zwei bis fünf. Zur Halbzeit des Trainings hatte Müller beim Überqueren der Startlinie einen Reifenschaden hinten rechts, aber der Schweizer schaffte es zurück an die Box, wo das Rad ausgetauscht wurde. Danach konnte er das Training fortsetzen.
 
Glock schnellster BMW-Fahrer

Schnellster BMW-Fahrer war Timo Glock auf Platz sechs, unmittelbar vor seinen Markenkollegen Joel Eriksson und Sheldon van der Linde. „Wir haben ein paar kleine Änderungen gemacht die eigentlich positiv waren“, so der Odenwälder „Das Auto hat sich ganz gut angefühlt, ich habe eine einigermaßen gute Runde hinbekommen. Jetzt müssen wir mal schauen, was morgen das Wetter macht, denn es kann hier morgen ganz anders aussehen.“

WRT-Audi-Fahrer Jonathan Aberdein komplettierte die Top-Ten, gefolgt von Daniel Juncadella, der einmal mehr schnellster Fahrer eines R-Motorsport-Aston-Martin war.

Zuvor am Nachmittag hatte Duval im ersten Freien Training in 1:26,700 Minuten die Bestzeit herausgefahren. Müller und Frijns komplettierten die Top-Drei für Audi, gefolgt von einem BMW-Duo mit Glock und Marco Wittmann. Die WRT-Audi-Fahrer Pietro Fittipaldi und Jonathan Aberdein zeigten eine beachtliche Leistung mit der sechst- und achtbesten Zeit, dazwischen fuhr Daniel Juncadella im R-Motorsport-Aston-Martin auf Rang sieben. René Rast und Mike Rockenfeller komplettierten die Top Ten.