Montag, 24. Juni 2019

Formel-E: Schwieriger Tag für Audi Sport ABT Schaeffler

  • Plätze sechs und neun für Daniel Abt und Lucas di Grassi in Bern
  • Lucas di Grassi mit Aufholjagd von Startplatz 19
  • Sam Bird vom Kundenteam Envision Virgin Racing Vierter
Lucas di Grassi (Audi e-tron FE05), Bern E-Prix 2019
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel 

Beim ersten E-Prix in der Schweizer Hauptstadt Bern holte Audi Sport ABT Schaeffler mit beiden Autos Punkte. Im Titelkampf der Formel E musste das Team allerdings einen Rückschlag hinnehmen.

Daniel Abt und Lucas di Grassi belegten in Bern die Plätze sechs und neun. Dadurch vergrößerte sich der Rückstand von di Grassi in der Fahrerwertung auf 32 Punkte. In der Teamwertung liegt Audi Sport ABT Schaeffler vor den letzten beiden Rennen 43 Punkte hinter DS Techeetah. 94 Punkte kann ein Team beim Finale in New York am 13./14. Juli maximal noch holen.

„Es war für uns ein ziemlich frustrierendes Wochenende, vor allem in Hinblick auf den Titelkampf bei den Fahrern und bei den Teams“, sagte Teamchef Allan McNish nach dem elften Saisonrennen der Elektrorennserie. „Das Überholen war auf dieser Strecke extrem schwierig. Trotzdem hat Lucas von Startplatz 19 noch zwei Punkte geholt. Er ist damit weiter im Titelrennen. Daniel hat sich den sechsten Platz heute hart erkämpft. Wir haben in New York noch zwei Rennen. Jeder weiß, dass wir nie aufgeben.“

Daniel Abt verpasste als Siebter des Qualifyings nur um 119 Tausendstelsekunden die Super Pole der schnellsten Sechs. „Dadurch habe ich die Chance auf einen besseren Startplatz verloren“, sagte der Deutsche. „Im Rennen waren wir dann einfach nicht schnell genug.“

Lucas di Grassi musste sich in Bern mit Startplatz 19 begnügen. „Mir ist keine gute Runde gelungen, ich hatte null Grip“, sagte der Brasilianer. „Das Rennen lief wesentlich besser. Ich habe viele Autos überholt und angesichts meiner Startposition das Maximum herausgeholt.“

Bester Pilot eines Audi e-tron FE05 war Sam Bird vom Audi-Kundenteam Envision Virgin Racing. Der Brite wurde Vierter und holte sich den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde. Teamkollege Robin Frijns schied durch eine unverschuldete Startkarambolage aus.

Samstag, 22. Juni 2019

IDM Superbike: Mikhalchik holt knappe Pole vor Puffe in Zolder

Pole in Zolder für Ilya Mikhalchik
Foto: Jerns Hawrda
In der letzten Runde des Abschluss-Qualifyings auf dem belgischen Circuit Zolder konnte Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) durch eine Superrunde bei der alles passte seinem Teamkollegen Julian Puffe die Pole noch entreisen. Julian Puffe musste sich im Qualifying schließlich mit einem Rückstand von 0,023 Sekunden geschlagen geben.
Julian Puffe muss sich knapp geschlagen geben
Foto: Jens Hawrda
Ricardo Brink (SWPN, Yamaha) wird morgen als Dritter in die erste Startreihe rollen. Erwan Nigon (Weber Motos, Kawasaki) eröffnet die zweite Reihe. Der Franzose qualifizierte sich mit seiner Bestzeit aus dem ersten Training, im zweiten war er schon nach drei Runden nicht mehr dabei: Ölverlust. Das Schmiermittel war auf der Strecke verteilt, das Training musste wegen der Reinigungsarbeiten unterbrochen werden.
Erwan Nigon ein Glücksfall für Kawasaki
Foto: Jens Hawrda
Hinter Nigon stehen Pepin Bijsterbosch (Team Dutch Comfort Houses, BMW) und Gastfahrer Dominic Vincon (EGS Moto Racing) in der Startaufstellung. Toni Finsterbusch (Mayer Suzuki) startet auf Startplatz sieben mit der Suzuki GSX-R 1000. Alessandro Pilote einziger Honda-Pilot im Feld schaffte es nicht in die Top-Ten, er war zum ersten mal in Zolder.
Alessando Polita zum ersten mal in Zolder
Foto: Jens Hawrda

Formel-E: Jean-Eric Vergne gewinnt Swiss E-Prix von Bern

Jean-Eric Vergne hat den Swiss E-Prix der Formel E in Bern gewonnen. Der Meisterschaftsführende setzte sich in einem spannenden Rennen gegen Jaguar-Pilot Mitch Evans durch und gilt vor dem letzten Rennwochenende in New York nun als klarer Titelfavorit. Dritter wurde der Schweizer Sebastien Buemi (Nissan) vor Andre Lotterer im zweiten DS. 

Ein Regenschauer sorgte kurz vor Schluss noch einmal für Action, aber bereits zu Rennbeginn ging es turbulent zu.
Direkt nach dem Start kam es zur Massen-Karambolage nachdem Pascal Wehrlein offenbar leicht am Heck berührt wurde, woraufhin er in die TecPro-Barriere rutschte. Maximilian Günther hatte keine Chance auszuweichen und glitt unter den Mahindra. Auch Daniel Abt und Andre Lotterer konnten dem Unfall nicht aus dem Weg gehen - ein vermeintliches deutsches Desaster in der ersten Kurve. Sam Bird und Jerome d'Ambrosio waren ebenso eingeklemmt und verloren viele Plätze. Die Rennleitung entschied sich das Rennen mit roten Flaggen zu unterbrechen, um die Unfallstelle zu räumen.

Nach dem Neustart entwickelte sich dann ein spannendes Rennen mit teilweise spektakulären Überholmanövern. Als dann plötzlich Pascal Wehrlein langsamer wurde und schließlich ausrollte und mitten auf der Strecke stehen blieb. Die Rennleitung entschied auf Full-Course-Yellow, um den Mahindra am Ausgang von Kurve 8 zu bergen. Bird lag dadurch nun bereits an Position 4, Günther wieder an Position 5 direkt dahinter.

Nach dem wiederholten Neustart versuchte Evans weiter Druck auf Vergne zu machen um ihn in einen Fehler zu treiben, was aber nicht gelang. Lotterer der Teamkollege von Vergne fuhr auch ein fabelhaftes Rennen und lag nach mehreren Überhohlmanövern kurz vor Rennende auf Platz vier. 

In der vorletzten Runde setze dann ein starker Regen ein, der das Finale noch einmal richtig spannend machte. Jedoch meisterten alle Fahrer diese erneute Schwierigkeit ohne weitere Unfälle bis zur Zielflagge.

Durch seinen dritten Saisonsieg baute Vergne seine Führung in der Meisterschaft auf komfortable 32 Punkte aus - er wird somit in jedem Fall auch als Gesamtführender in den allerletzten Lauf von New York gehen und hat sehr gute Chancen auf die Titelverteidigung. Gesamtzweiter ist nach seinem vierten Platz in Bern nun wieder Teamkollege Lotterer, wenngleich di Grassi (nun Dritter) immerhin noch einen Zähler als Zehnter aus der Schweiz mitnahm. Durch die insgesamt 40 Punkte von Vergne und Lotterer baute DS Techeetah seine Gesamtführung in der Teamwertung ebenfalls aus - auf nun 58 Punkte. Das Finalwochenende der Formel E mit zwei Rennen findet am 13. und 14. Juli in New York statt.

Formel-E: Vergne holt Pole-Position in Bern

Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne hat sich in Bern die Pole-Position und damit drei weitere Meisterschaftspunkte gesichert. der DS-Techeetah-Pilot fuhr dabei einen neuen Streckenreckord und distanzierte die gesamte Konkurrenz deutlich. Zweiter wurde Mitch Evans im Jaguar. Der Schweizer Sebastien Buemi schaffte es bei seinem Heimrennen auf den dritten Startplatz. Pascal Wehrlein und Maximilian Günther starten von den Positionen 4 und 5 ein.

Freitag, 21. Juni 2019

Formel E: Aktuelles und Buntes von Audi aus Bern

  • Lucas di Grassi im größten Elektrofahrzeug der Welt
  • Nico Müller unterstützt Audi Sport ABT Schaeffler in seiner Heimatstadt
  • Daniel Abt bei Eröffnung des Audi e-tron experience center in Zürich

Kurze Zeit für Entspannung vor dem Rennen in Bern für Daniel Abt, Lucas di Grassi und Nico Müller
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Die Formel E gastiert an diesem Wochenende zum ersten Mal in Bern. Die Berg-und-Tal-Bahn in der Hauptstadt der Schweiz gilt als eine der anspruchsvollsten in der Geschichte der Elektrorennserie. Der E-Prix beginnt am Samstag erst um 18 Uhr und wird live auf Eurosport und im ARD-Livestream übertragen.

„Diese Strecke ist echt Hardcore“, sagte Audi-Pilot Lucas di Grassi nach dem offiziellen Trackwalk am Freitagmorgen. „Es gibt kaum Auslaufzonen und keinen Raum für Fehler. Der Kurs wirkt wie eine Art Mini-Macau.“ Auch Daniel Abt bekam beim Trackwalk leuchtende Augen: „Die Strecke ist genau mein Ding.“

Ein anderes Extrem erlebte Lucas di Grassi am Donnerstag. Bei einem TV-Dreh für die CNN-Sendung „Supercharged“ durfte der Tabellenzweite der Formel E mit dem größten Elektrofahrzeug der Welt mitfahren. Der 110-Tonnen-E-Dumper transportiert Kalk- und Mergelgestein und erzeugt bei der Talfahrt mehr Energie, als er für die Bergfahrt benötigt. Die überschüssige Energie wird in das Stromnetz eingespeist.

Normalerweise unterstützt Test- und Entwicklungsfahrer Nico Müller das Team Audi Sport ABT Schaeffler bei der Vorbereitung im Simulator. Den E-Prix in seiner Heimatstadt Bern wollte sich der Schweizer aber auf keinen Fall entgehen lassen und verzichtete dafür sogar auf einen möglichen Start beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Müller unterstützt das Team in Bern vor Ort und fungierte am Donnerstag bei einer Tour durch Bern als Fremdenführer für Daniel Abt und Lucas di Grassi.

In einem Kino in der Berner Innenstadt stimmte sich das Team Audi Sport ABT Schaeffler am Donnerstagabend auf den Endspurt in der Formel E ein. Für viel Gelächter sorgten dabei einige Werbespotparodien, in denen auch mehrere Teammitglieder auftraten. Daniel Abt bekommt in Bern Besuch von seiner Mutter Margit. Lucas di Grassi wird in der Schweiz von seiner Frau Bianca und Sohn Leonardo begleitet.

Mit reichlich Verspätung kamen einige Teammitglieder am Donnerstagabend in Bern an: Unwetter hatten zeitweise den Flugverkehr in Deutschland lahmgelegt. Das Wetter könnte auch beim E-Prix in Bern eine wichtige Rolle spielen: Für Samstagnachmittag sind Gewitter angekündigt.

Logistisch ist der erste E-Prix in Bern für die Teams ein großes Abenteuer. Die Strecke und die Boxengasse sind rund 800 Meter vom Fahrerlager entfernt, das sich in einer Messehalle der BernExpo befindet. Es ist das erste Indoor-Fahrerlager in der Geschichte der Formel E und gibt einen Vorgeschmack auf das Rennen in London im nächsten Jahr, das zum Teil indoor ausgetragen wird.

Im Vorfeld des Formel-E-Rennens eröffnete der Schweizer Audi-Importeur AMAG am Utoquai in Zürich das Audi e-tron experience center, das bis Ende des Jahres Informationen und Events rund um das Thema Elektromobilität bietet. Daniel Abt und Audi-Motorsportchef Dieter Gass sprachen bei der offiziellen Eröffnung über das Formel-E-Engagement von Audi.

Am Freitag lud AMAG Bern Audi-Kunden und -Gäste zu einer Abendveranstaltung, bei der Daniel Abt, Lucas di Grassi, Nico Müller und Audi-Motorsportchef Dieter Gass von Ex-Skistar Marco Büchel interviewt wurden.