Montag, 27. Oktober 2014

Die Teamchampions des ADAC GT Masters: Prosperia C. Abt Racing

Die ADAC GT Masters-Saison 2014 endete mit einer perfekten Ausbeute für das Team Prosperia C. Abt Racing um den ehemaligen ADAC GT Masters-Champion Christian Abt und Slobodan Cvetkovic. Nach dem Titel in der Fahrerwertung durch Kelvin van der Linde und René Rast verteidigte das Audi-Team den Titel in der Teamwertung erfolgreich. In den zwei Jahren des Bestehens gewann der Rennstall aus Frankfurt mit Motorsport-Center in Kempten drei Titel im ADAC GT Masters. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des ADAC GT Masters gelang einem Team die erfolgreiche Titelverteidigung in der Teamwertung. Für den ehemaligen DTM-Piloten Abt ist der Sieg der Teamwertung sein 18. Titelgewinn in 23 Jahren Motorsport als Fahrer oder als Teamchef. Abt: „Der Titelgewinn ist einfach irre. Es war eine Fahrer- und Teamleistung, sonst schafft man es nicht. Wir haben über die gesamte Saison mit unserem Meisterauto alles richtig gemacht, haben immer gepunktet und uns keine Fehler erlaubt.“
die Teammeisterschaft der ADAC-GT-Masters geht an Prosperia C.Abt Racing
Foto: ADAC-Motorsport
Nach der erfolgreichen Debütsaison von Prosperia C. Abt Racing im vergangenen Jahr machte das Audi-Team in diesem Jahr den nächsten Schritt. Vor Saisonbeginn bezog das Team in Kempten ein neues Motorsport-Center, in dem die Audi R8 für die Rennen im ADAC GT Masters vorbereitet werden. „Ich mache seit 23 Jahren Motorsport. In der Zeit habe ich gelernt, wie man ein Team formen muss, damit es Erfolg hat“, so Abt.

Einen Richtungswechsel gab es vor der Saison bei der Fahrerbesetzung. Setzte die Audi-Mannschaft in der Debütsaison 2013 auf eine Mischung aus erfahrenen ehemaligen DTM-Piloten und GT-Assen, kombinierten Abt und Cvetkovic in diesem Jahr einen erfahrenen Piloten mit einem jungen Nachwuchstalent. Der zu Saisonbeginn erst 17 Jahre alte van der Linde startete gemeinsam mit Rast, der 19 Jahre alte Fabian Hamprecht teilte sich das Cockpit gemeinsam mit Nicki Thiim.
Renè Rast / Kelvin v.d.Linde die Meister 2014
Foto: ADAC-Motorsport
Abt: „Die Jungs können schon mit 18 Jahren richtig schnell Auto fahren und vielleicht besser als Fahrer, die 23 oder 24 Jahre alt sind und vielleicht schon etwas zu verbissen sind. Bei ganz jungen Piloten kann man noch mehr bewegen. Durch meine Erfahrung kann ich den Fahrern letztendlich beibringen, wie man um Siege fährt und am Ende Meisterschaften gewinnt. Kelvin hat dieses sehr gut angenommen. In ihm sehe ich das Gleiche, was wir vor vielen Jahren auch bei einem Mathias Ekström gesehen haben. An dem Konzept einen jungen Fahrer mit einem erfahrenen Piloten zu kombinieren werden wir auch im kommenden Jahr festhalten.“

Die Idee, das Team Prosperia C. Abt Racing aus der Taufe zu heben, hatten Cvetkovic und Abt nach der Saison 2012, in der Abt bereits für den Unternehmer im ADAC GT Masters startete. „Als Christian Abt vor drei Jahren bei mir im Team im ADAC GT Master gefahren ist, haben wir gesehen, dass wir gut zusammen arbeiten und überlegt, was mir gemeinsam machen können“, sagt Cvetkovic. „Wir hatten die gleichen Ziele und daraus ist das Team entstanden. Der doppelte Titel ist unglaublich. Gerade an diesem Wochenende hat die Mannschaft einen tollen Job gemacht, denn nach dem Unfall im Qualifying von Fabian Hamprecht war das Wochenende für uns voller Dramatik. Beide Rennen an diesem Wochenende waren für uns sehr spannend, es hat sich aber gelohnt. Das Wochenende hat bewiesen, welch starkes Team wir sind.“

In zwei Jahren ADAC GT Masters hat Prosperia C. Abt Racing acht Pole Position, fünf Siege und drei Titel eingefahren. Ein Erfolg, der in der Intensität auch für den erfahrenen Abt überraschend kommt. „Eigentlich war unser Plan, dass wir in drei bis vier Jahren unseren ersten Titel gewinnen. Dass wir so stark sind und im zweiten Jahr schon in einer Meisterschaft zwei Titel holen, ist einfach gigantisch.“

Sonntag, 26. Oktober 2014

DTM-Champion Marco Wittmann im Interview: „Ich bin stolz, Teil der BMW Motorsport Familie zu sein.“

Vier Siege, drei Polepositions – und der Pokal für den Champion: Beim großen DTM-Finale in Hockenheim (DE) ist für Marco Wittmann (DE) am vergangenen Wochenende eine Traumsaison zu Ende gegangen. Im Interview lässt der Fahrer vom BMW Team RMG, mit dem er auch die Teammeisterschaft feiern konnte, die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren und spricht über drei außergewöhnliche Geschenke, die er anlässlich des Titelgewinns erhielt: die BMW M4 DTM Champion Edition, die „Marco Wittmann“-Sonderedition von Ice-Watch und einen Formel-1-Test mit der Scuderia Toro Rosso.
 
DTM Champion 2014: Marco Wittmann
Foto: BMW-Motorsport
Marco, eine außergewöhnliche Saison ist am Wochenende in Hockenheim zu Ende gegangen. Sie sind neuer DTM-Champion, das BMW Team RMG hat die Teammeisterschaft gewonnen. Haben Sie all diese Erfolge schon vollständig verarbeitet?

Marco Wittmann: „Es dauert bestimmt noch eine Weile, bis ich begreifen werde, was mein Team und ich in dieser Saison geleistet haben. Die vergangenen Tage und Wochen waren einfach nur Freude pur. Da ist viel auf mich eingeprasselt. Und es geht jetzt nahtlos weiter, denn in der nächsten Zeit stehen viele PR-Termine an. Ich denke, dass ich erst in der Winterpause, wenn ein wenig Ruhe einkehrt, die Zeit finden werde, um die Saison für mich noch einmal rekapitulieren zu können. Ich habe vor fünf Monaten mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Heute bin ich der neue Champion. Davon konnte ich vor der Saison nur träumen. Aber manchmal wird ein Traum wahr. Ich habe mir meinen zusammen mit BMW Motorsport erfüllt.“
 
Der Titelgewinn war sicher das größte Geschenk, das Sie sich in diesem Jahr gemacht haben. Nach dem Finale im Hockenheim konnten Sie sich aber über einige weitere Überraschungen freuen…

Wittmann: „Richtig, ich wurde wirklich reich beschenkt. Die BMW M GmbH hat mir zu Ehren eine BMW M4 DTM Champion Edition aufgelegt. Von diesem Modell gibt es nur 23 Stück. Das Auto passt zu mir. Die Farben mit den Ice-Watch Streifen sind markant, genauso wie das Design meines Meisterautos. Ich finde, die Straßenversion meines Ice-Watch BMW M4 DTM sieht sensationell gut aus. Man fällt damit definitiv auf.“
 
Aber das war nicht das einzige Geschenk...

Wittmann: „Nein, beim Teamabend nach dem Hockenheim-Finale habe ich erfahren, dass BMW Motorsport für mich einen Formel-1-Test bei der Scuderia Toro Rosso organisiert hat. Damit geht ein weiterer Kindheitstraum in Erfüllung. Dass mir BMW das ermöglicht, ist einmalig. Ich kann gar nicht sagen, wie stolz und glücklich ich bin, Teil der BMW Familie zu sein. Deshalb war es auch selbstverständlich, dass ich meinen Vertrag verlängert habe. Ich freue mich noch auf viele aufregende Jahre in der DTM.“
"Marco Wittmann Limited Ice-Watch Edition"
Foto: BMW-Motorsport
 
BMW Motorsport Premium Partner Ice-Watch hatte die dritte Überraschung des Wochenendes parat, eine Uhren-Sonderedition.

Wittmann: „Genau. Ice-Watch hat eine ‚Marco Wittmann Limited Ice-Watch Edition‘ in den Farben von BMW Motorsport herausgebracht. Das Ziffernblatt trägt mein Autogramm. Die Uhr ist nur in einer limitierten Stückzahl erhältlich und wird in den nächsten Wochen auf Facebook an Fans verlost. Ich habe mir meine schon gesichert – sie sieht toll aus!“
 
Wie würden Sie nach nunmehr zwei Jahren Ihre Partnerschaft mit Ice-Watch beschreiben?

Wittmann: „Ich bin sehr stolz, einen solchen Partner repräsentieren zu dürfen. Ice-Watch hat ein jugendliches Image, das sehr gut zu mir passt. Ich trage die Uhren gerne. Die Streifen meines DTM-Fahrzeugs in Ice-Watch Farben und meine neue Champion Edition passen generell gut zu meinem Stil. Dazu kommt die hohe Wertschätzung, die ich seitens Ice-Watch erfahre. Es ist nicht selbstverständlich, eine eigene Uhren-Sonderedition zu bekommen.“
 
Was spielt Zeit generell in Ihrem Leben für eine Rolle?

Wittmann: „Eine ganz entscheidende. Als Rennfahrer kann Zeit sowohl mein bester Freund sein, wenn ich zum Beispiel nach einem Qualifying auf den Monitor schaue und Schnellster bin. Sie kann aber auch mein größter Feind sein, wenn die Rundenzeiten einmal nicht passen. Zum Glück war in dieser Saison die Zeit meistens ein sehr guter Freund. Privat habe ich in den letzten Wochen nicht viel Zeit gehabt, da ich nach dem Gewinn des Titels sehr viele Termine hatte. Aber ich habe sie alle genossen – das fällt als DTM-Champion auch nicht schwer.“
 
Was beutet Ihnen der Fahrer-Titel?
 
Wittmann: „Wenn man so viele Jahre im Motorsport ist und irgendwann sein großes Ziel erreicht, dann ist das unglaublich. Ich wollte es immer in die DTM schaffen. Jetzt bin ich sogar der Champion. Das ist Emotion pur. Ich weiß auch, dass ich 2015 der Gejagte sein werde. So wie Bruno Spengler nach seinem Titel 2012 oder Mike Rockenfeller in der abgelaufenen Saison. Aber auf diese Rolle freue ich mich. Sie ist der Beleg dafür, dass man das Zeug dazu hat, ganz vorne dabei zu sein. Und das ist in der engen DTM keine Selbstverständlichkeit.“
 
Nachdem Sie auf dem Lausitzring den Titelgewinn perfekt gemacht hatten, sind Sie spontan Ihren Eltern um den Hals gefallen und haben Ihre Emotionen gezeigt. Wie wichtig war Ihnen die Unterstützung der Familie auf dem Weg zum Titel?

Wittmann: „Ich betreibe seit meinem sechsten Lebensjahr Motorsport. Wenn ich als kleiner Junge auf der Kartbahn unterwegs war, dann war meine Familie natürlich immer dabei. Wir haben alles gemeinsam gemacht. Meine Mutter hat gekocht und die Rundenzeiten gestoppt, mein Vater hat am Kart geschraubt. Wir haben zusammen so viel erlebt im Motorsport. Wenn man dann am Ziel seiner Träume ist, dann kommen so viele Erinnerungen zurück. Aber nicht nur die Unterstützung durch meine Familie, auch der Rückhalt von BMW Motorsport war für mich sehr wichtig. Bei BMW haben alle immer an mich geglaubt. Erst wurde ich zum Test- und Entwicklungsfahrer bestimmt, dann bekam ich einen festen Platz in der DTM. Ohne diese Rückendeckung wäre der Erfolg, den ich in diesem Jahr gefeiert habe, nicht möglich gewesen.“

Freitag, 24. Oktober 2014

Audi startet Rennserie für den neuen TT

Bild: Audi-Motorsport
Mit einer eigenen Rennserie für den Audi TT* bietet die Marke mit den Vier Ringen eine neue Einstiegsmöglichkeit in die erfolgreiche Motorsport-Welt des Unternehmens: Der Audi Sport TT Cup findet ab der Saison 2015 im Rahmen der DTM statt. Damit startet Audi nach der gelungenen Einführung des Audi R8 LMS Cup in Asien im nächsten Jahr auch in Deutschland einen Markenpokal. Die Rennversion des neuen Audi TT leistet 228 kW (310 PS) bei einem Gewicht von lediglich 1.125 Kilogramm. Mittels einer sogenannten Push-to-Pass-Funktion lässt sich die Leistung des Zweiliter-TFSI-Motors kurzzeitig um 22 kW (30 PS) steigern.

„Der Audi TT ist eine Ikone und auch in seiner inzwischen dritten Generation ein Inbegriff für kraftvolle Sportlichkeit und emotionales Design“, sagt Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Audi-Vorstand für Technische Entwicklung. „Für mich war klar, dass eine Fahrmaschine wie der neue Audi TT auch auf die Rennstrecke gehört. Mit dem Audi Sport TT Cup haben wir einen spannenden Ansatz gefunden. Der TT wird Fans und Fahrer begeistern.“
Bild: Audi-Motorsport
In der Saison 2015 sind bei sechs DTM-Veranstaltungen in Deutschland und im benachbarten Ausland je zwei Rennen des Audi Sport TT Cup geplant. Die quattro GmbH bereitet die 24 Autos zentral vor und setzt sie auch ein. Sechs Cockpits sind für wechselnde Gastfahrer reserviert, für die anderen 18 Startplätze können sich interessierte Fahrerinnen und Fahrer weltweit ab sofort unter www.audi-motorsport.com bewerben. Das mehrstufige Auswahlverfahren erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Audi driving experience.

Mit Markus Winkelhock wird den Teilnehmern des Audi Sport TT Cup ein erfahrener Rennprofi als Coach zur Seite stehen. Der ehemalige Audi-DTM-Pilot und Sieger der diesjährigen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa hat den TT cup bereits getestet. Sein Eindruck: „Der Audi TT cup ist ein echtes Rennauto, ideal für Einsteiger, aber trotzdem anspruchsvoll zu fahren. Man spürt sofort, dass man in einem Audi sitzt, und erkennt die enge Verwandtschaft zu den anderen Rennwagen der Marke.“
Bild: Audi-Motorsport
Die extrem leichte Karosserie der dritten TT-Generation mit ihrem intelligenten Materialmix aus Stahl und Aluminium bietet eine ideale Basis für ein Rennauto. Auch der Vierzylinder-TFSI und die Sechsgang S tronic wurden nahezu unverändert aus der Serie übernommen. Ein vom Cockpit aus elektronisch verstellbares aktives Differenzial sorgt für optimale Traktion an der Vorderachse.

„Mit dem TT cup bieten wir ein attraktives Rennauto für Einsteiger und Umsteiger aus anderen Rennserien“, sagt Heinz Hollerweger, Geschäftsführer der quattro GmbH. „Dass wir Sicherheit großschreiben, ist für Audi selbstverständlich. Wir greifen dabei auf bewährte Features aus dem Audi R8 LMS ultra zurück, zum Beispiel den Audi PS1 Sicherheitssitz.“

Dem Sieger des neuen Audi Sport TT Cup winkt eine Förderung im erfolgreichen GT3-Sportwagen-Programm von Audi. Auch von einem späteren Aufstieg in die DTM oder die WEC bei Audi träumen viele junge Rennfahrer. „Lange Zeit hat sich Audi ganz auf den Spitzensport konzentriert“, sagt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Der Audi R8 LMS war 2008 der erste Rennwagen, den wir gezielt für den Einsatz durch Kundenteams entwickelt haben. Mit dem Audi Sport TT Cup bietet die quattro GmbH nun auch die Möglichkeit, mit Audi in den Rennsport einzusteigen.“

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Hans Werner Aufrecht: „Die Rennen müssen künftig wieder am Lenkrad entschieden werden."

Die DTM hat in Hockenheim ein großartiges Finale der Jubiläumssaison 2014 gefeiert, sommerliche Temperaturen und volle Zuschauerränge bildeten den idealen Rahmen dafür. Der perfekte Zeitpunkt, um mit Hans Werner Aufrecht, dem 1. Vorsitzenden des DTM-Rechteinhabers- und -vermarkters ITR e.V, eine kurze Bilanz zu ziehen und einen ersten Ausblick auf 2015 zu wagen.
Hans Werner Aufrecht
Foto: DTM-Media
Herr Aufrecht, wie zufrieden sind Sie mit der Saison 2014?

Hans Werner Aufrecht: „Es war ein guter Jahrgang, ein sehr guter sogar. Wir haben packenden Sport gesehen, mit spannenden, manchmal turbulenten Rennen und vielen Überholmanövern. Und am Ende haben wir mit Marco Wittmann einen Champion, der dieser Saison seinen Stempel aufgedrückt hat. Von ihm werden wir noch viel Positives hören. Da bin ich sicher. Dennoch liegt in diesem Winter viel Arbeit vor uns, denn wir haben auch feststellen müssen, dass die Fans vor allem in der ersten Saisonhälfte nicht zu 100 Prozent mit uns zufrieden waren. Daran müssen und werden wir in den kommenden Wochen weiter arbeiten.”

Was heißt das konkret?

Hans Werner Aufrecht: „Die Wünsche der Fans müssen wieder mehr in den Fokus unserer Aktivitäten rücken. Die vielen Briefe, E-Mails und Nachrichten über die Sozialen Netzwerke, die uns im Laufe dieser Saison erreicht haben, zeigen vor allem eines: Die Rennen müssen am Lenkrad entschieden werden und nicht am Computer und schon gar nicht am grünen Tisch. Seit Mitte der Saison sitzen wir nun in verschiedenen Gremien zusammen, um konkrete Schritte zu beschließen. Dabei sind die in der DTM vertretenen Automobilhersteller ebenso involviert wie der DMSB, unser Fernsehpartner ARD und die DTM-Piloten. Wir tragen derzeit viele Ideen zusammen, die wir in den nächsten Wochen in konkrete Vorschläge und Entscheidungen übertragen werden. Ich muss dabei um Geduld bitten, denn alle Änderungen am sportlichen Format und am Reglement wollen gut überlegt sein. Dementsprechend muss ich leider auch all jene enttäuschen, die jetzt schon Terminkalender und Rennformate herausposaunen. Es gibt definitiv noch keine Entscheidungen, weil wir noch gar nicht alle Vorschläge diskutiert haben. Die Botschaft der DTM-Freunde ist angekommen, wir wollen sie jetzt in Ruhe umsetzen.”

Gibt es denn schon konkrete Änderungen, die bereits beschlossen sind?

Hans Werner Aufrecht: „Wir werden keinen Optionsreifen mehr haben, das ist allgemeiner Konsens. Unser Reifenpartner Hankook hat einen geradezu perfekten Reifen gemacht, der den Fahrern sehr gefallen hat. Aber er hat nicht die erwünschte Zusatzspannung im Rennen gebracht. Wir hatten in dieser Saison praktisch zwei Rennhälften, die zwar übersichtlicher waren als im Vorjahr, aber noch nicht perfekt. Ich möchte, dass auch ein Fernsehzuschauer, der ein paar Minuten zu spät einschaltet, sich sofort ins Renngeschehen einfindet und weiß, wer ganz vorne um den Sieg mitkämpfen wird.”

Es gab im Laufe des Jahres immer wieder Kritik an Entscheidungen der Rennleitung. Wie sind Sie mit diesem Aspekt der Saison 2014 zufrieden?

Hans Werner Aufrecht: „Ich gehöre nicht zu den Leuten, die auf den Schiedsrichter schimpfen, wenn er zu viel oder zu wenig pfeift. Die Rennleitung setzt nur das Regelwerk um, das wir gemeinsam geschaffen haben. Mit der gleichen Entschiedenheit sage ich aber auch, wir müssen das Reglement vereinfachen und transparenter machen. Daran arbeiten die Herstellervertreter und die DMSB-Verantwortlichen derzeit mit Hochdruck. Auch die Fahrer bringen sich dabei ein, denn sie müssen die Regeln dann ja hinter dem Lenkrad verarbeiten.”

Mit Marco Wittmann, Maxime Martin, Robert Wickens, Christian Vietoris, Pascal Wehrlein, haben vor allem junge Piloten ganz oben auf dem Podium gestanden. Deutet sich da ein Generationswechsel an?

Hans Werner Aufrecht: „Die DTM hat in ihrer 30-jährigen Geschichte immer davon profitiert, dass sich die jungen, manchmal wilden Fahrer mit den arrivierten Stars gemessen haben. Das gibt den Rennen die richtige Würze und nur so können Fahrer an Profil gewinnen. Doch ich glaube nicht, dass man Piloten wie Mattias Ekström, Bruno Spengler oder Gary Paffett abschreiben sollte. Die werden sich im kommenden Jahr doppelt und dreifach anstrengen, darauf dürfen sich die DTM-Fans heute schon freuen.”

DTM: Goldene Schuhe für den Champion

Marko Wittmann - goldene Schuhe zum DTM-Finale
Foto: BMW-Motorsport
Für das letzte Rennen der DTM-Saison in Hockenheim trug BMW Team RMG Pilot Marco Wittmann dem Anlass angemessen ganz besonderes Schuhwerk. Vor dem großen Finale stattete PUMA, Official Supplier von BMW Motorsport, den 24-Jährigen mit einem Paar goldener Rennschuhe aus. „Es war eine schöne Geste von PUMA, mir für das Saisonfinale diese Schuhe Verfügung zu stellen. Ich habe sie mit Stolz getragen“, meinte Wittmann nach den letzten 42 Runden des Jahres.