Montag, 30. Juni 2025

Highlight Norisring: DTM-Stars jagen durch die Straßen Nürnbergs

  • Deutschlands einziger Stadtkurs wird zur Bühne für den vierten Saisonstopp
  • Marco Wittmann geht nach DTM-Jubiläum mit Rückenwind ins Heimspiel
  • Packendes Programm mit Motorrad-Weltmeister Pol Espargaró

Foto: Jens Hawrda

Die DTM kommt nach Nürnberg und verwandelt die fränkische Stadt am kommenden Wochenende (4. bis 6. Juli) in eine spektakuläre Rennsport-Metropole. Am Norisring geht es für die Fahrer über die Straßen am Dutzendteich und vorbei an der berühmten Steintribüne. Die beiden Rennen auf dem einzigen Stadtkurs Deutschlands entscheiden darüber, wer die erste Saisonhälfte als Spitzenreiter abschließt. Vor dem vierten Saisonstopp führt Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) die Gesamtwertung an. Aber mit BMW-Pilot René Rast (Bregenz/Schubert Motorsport) lauert ein echter Norisring-Experte hinter dem Österreicher. Die Fans dürfen sich zudem auf ein Zweirad-Highlight freuen: Eine Woche vor dem Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland am Sachsenring heizt Ex-Weltmeister Pol Espargaró die Zuschauer mit Show-Runden auf einer MotoGP-KTM ein. ProSieben zeigt beide DTM-Rennen live im TV und berichtet Samstag sowie Sonntag live ab 13 Uhr vom Norisring. Im Stream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn und ServusTV ON zu sehen.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

Streckenlänge: 2.126 Meter

Layout: vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2024, Rennen 1: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3)

Sieger 2024, Rennen 2: Nicki Thiim (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Norisring-Experten jagen Spitzenreiter Auer

Auer ist auf den Straßen Nürnbergs der Gejagte. Der 30-jährige Tabellenführer holte in dieser Saison bereits zwei Siege, überzeugt zudem mit Cleverness: In allen bisherigen sechs Rennen fuhr Auer unter die Top-Zehn und sammelte bereits 91 Punkte. Rast folgt als Gesamtzweiter mit 16 Zählern Rückstand, kommt aber formstark nach Franken. Der dreimalige Champion gewann zuletzt in Zandvoort – seine dritte Podiumsplatzierung in den vergangenen vier Rennen. Der Norisring zählt zu den Lieblingsstrecken von Rast. Auf dem Stadtkurs verbuchte der BMW-Pilot bereits zwei Siege. Auch sein Teamkollege Marco Wittmann ist mit der Strecke bestens vertraut. Der Fürther feierte in Zandvoort ein DTM-Jubiläum, fuhr in seinem 200. Rennen auf den zweiten Platz und geht mit Rückenwind in sein Heimspiel. „Neben den beiden Titelgewinnen zählt der Sieg am Norisring in der Saison 2018 zu meinen absoluten Karriere-Highlights. Ich freue mich auf mein zwölftes DTM-Wochenende in Nürnberg“, sagt Wittmann, der als Tabellensechster nur fünf Punkte hinter Rast liegt.

Im aktuellen Starterfeld gibt es neben Rast und Wittmann noch zwei weitere Norisring-Sieger: Lamborghini-Pilot Nicki Thiim (DK/Abt Sportsline) gewann auf der Traditionsstrecke im vergangenen Jahr erstmals in seiner Karriere ein DTM-Rennen. Thomas Preining (Manthey EMA) jubelte bereits zweimal in Nürnberg und schrieb dabei Geschichte. „Ich fahre super gerne am Norisring. Mit ihren harten Bremszonen liegt mir die Strecke. Dazu fühle ich mich in meinem Auto aktuell sehr wohl“, sagt Preining. Selbstbewusst reist auch ein Lamborghini-Trio an den Norisring: Mirko Bortolotti (I/Abt Sportsline), Luca Engstler (Kempten) und Jordan Pepper (ZA/beide TGI Team Lamborghini by GRT) gewannen vergangenes Wochenende zusammen mit dem Grasser Racing Team das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps.

Kultkurs mit einmaliger Kulisse

Der Norisring ist mit einer Länge von 2,162 Kilometern die kürzeste Strecke im DTM-Kalender – doch der vierte Tourstopp der Saison hat es in sich. Mit rund 250 km/h geht es für die Fahrer über die Start-Ziel-Gerade, an einigen Passagen trennen die PS-starken Fahrzeuge nur wenige Zentimeter von Mauern und Leitplanken. Thiim beschreibt das Highspeed-Abenteuer Norisring: „Auf dem Papier sieht die Strecke mit nur vier Kurven ganz einfach aus. Als Stadtkurs hat der Norisring allerdings ziemlich viele Bodenwellen. Dazu gibt es keine Auslaufzonen oder Kiesbetten, jeder Fehler wird hart bestraft. Ich liebe diese Millimeterarbeit entlang der Mauern, das ist ein echter Adrenalin-Kick.“

Vier Rahmenserien und eine MotoGP-Show

Das DTM-Wochenende in Nürnberg begeistert mit einem hochkarätigen Programm. Für Rennaction mit kernigem V8-Sound sorgt der Prototype Cup Germany. Die Stars von morgen präsentieren sich in der ADAC GT4 Germany. Erstmals nach sechs Jahren kehrt zudem der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland auf den Norisring zurück. Vollelektrische Renn-Power verspricht zudem der NXT Gen Cup. Darüber hinaus erleben die Zuschauer beste Zweirad-Action: Ex-Moto2-Weltmeister Pol Espargaró dreht vor den beiden DTM-Rennen Show-Runden auf einer MotoGP-Maschine von Red Bull-KTM – die perfekte Einstimmung auf den Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland, der eine Woche später (11. bis 13. Juli) auf dem Sachsenring steigt. Karten für die DTM auf dem Norisring gibt es ab 74 Euro online unter dtm.com. Alle Tickets enthalten eine kostenfreie Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.


DTM Norisring: Alle Infos für Besucher

Der Norisring als einziger Stadtkurs im Rennkalender ist das Saisonhighlight der DTM. Hier sind alle wichtigen Infos für Besucher in der Übersicht.

Foto: Jens Hawrda
ADAC Mitglieder Lounge

In der ADAC Mitglieder in der Fan Zone haben alle ADAC-Mitglieder freien Zugang und können dort kostenlos Kaffee von Partner Eni genießen, das WLAN nutzen oder bei einem Gewinnspiel am Glücksrad teilnehmen.


Anreise und Parken am Norisring

Mit Ihrem Norisring-Ticket können Sie kostenlos mit dem ÖPNV zum Rennen fahren. 2025 ist die Eintrittskarte zum Norisring für die kostenlose An- und Abfahrt an den Gültigkeitstagen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im VGN-Verkehrsverbund gültig.

Der Sonderbahnsteig Nürnberg-Frankenstadion wird am Sonntag, mit Sonderfahrten bedient. Außerdem hält die S3 Nürnberg Neumarkt an diesem Tag auch an der Haltestelle Frankenstadion.

Aus dem Stadtgebiet Nürnberg erreicht man das Renngelände auch mit der Straßenbahnlinie 6 (Ausstieg Dutzendteich und Doku-Zentrum) sowie den Buslinien 44 und 45 (Hauptbahnhof – Zerzabelshof Ost, Ausstieg Hans-Kalb-Straße) und 65 (Röthenbach – Mögeldorf, Ausstieg Dutzendteich und Doku-Zentrum).

In unmittelbarer Nähe des Renngeländes befinden sich ausgeschilderte gebührenpflichtige Parkplätze, die durch einen Parkplatzservice im Auftrag der Stadt Nürnberg bewirtschaftet werden.

Die schnellsten Wege zu den Parkflächen werden über das Verkehrsleitsystem angezeigt:

  • Parkplatz Große Straße, Zufahrt über Münchener Straße oder Karl-Schönleben-Straße
  • Parkplatz Beuthener Straße, Zufahrt über Gleiwitzer Straße oder Karl-Schönleben-Straße
  • Parkflächen der Messe, auch das Parkhaus
  • Zusätzliche Parkflächen befinden sich auf dem Parkplatz der Meistersingerhalle

Zwischen den Parkflächen auf der Großen Straße und der Rennstrecke verkehren kostenlose Shuttle-Busse.


DEKRA Fan Tower

Mit einzigartigem Blick auf die letzte Kurve des Norisrings steht in der Dutzendteichkehre der DEKRA Fan Tower für alle Besucher bereit. Fans können die Action auf der Strecke von dem rund neun Meter hohen Turm aus einer ganz neuen Perspektive verfolgen.


DTM App

Die neue DTM-App ist der perfekter Event-Begleiter. Mit der App verpassen Fans vor Ort keine Session, Autogrammstunde und man kann sich dank der integrierten Übersichtskarte problemlos an der Strecke orientieren. Die App ist für iOS und Android hier im App-Store verfügbar.


eSports Area und Beat the Pro

Die Möglichkeit, ihr Fahrkönnen auszutesten haben Besucher an den Simulatoren von RaceRoom. Die Simulatoren stehen kostenfrei in der Fan Zone zur Verfügung. Highlight am Stand von RaceRoom ist „Beat the Pro“ am Samstagabend um 17:30. Hier treten Fans gegen echte DTM Fahrer an. Diesmal am Start: Vorjahreschampion Mirko Bortolotti!


Vierol Fanbox

Kommt vorbei in die Vierol Fanbox in Box 17. Hier kann man nicht nur den Fahrzeugteilzulieferer kennenlernen, sondern auch die Rennen live am Kommandostand wie die Teammanager verfolgen, bei der Pit Stop Challenge tolle Preise gewinnen und einen kleinen Blick in die Teambox nebenan erhaschen.


Fan Zone

Der Treffpunkt für die Fans: Die DTM Fan Zone. Chillen und die DTM auf einem Big Screen genießen, Spaß auf der Hüpfburg, Kinderschminken und Tattoos für Kids, die BWT Water Station, die DTM Reaction Wall, das neuste DTM Merch oder Meet the Drivers: der Besuch in der Fan Zone lohnt sich immer. Ganz neu mit dabei ist der ADAC Move it! Fahrradparcours, auf dem Zuschauer ihr Können auf zwei Rädern testen können.


Kostenlose Wasserspender

Auf dem gesamten Gelände sind BWT-Wasserspender verteilt, an denen kostenlos frisch aufbereitetes Wasser abgefüllt werden kann. Darüber hinaus ist es erlaubt, pro Person Getränke in bis zu 1,5 Liter großen PET-Flaschen, Tetra Paks oder anderen Plastikflaschen mit auf das Gelände zu bringen. Glasflaschen sind nicht gestattet.


Meet The Drivers

Am Samstag und Sonntag haben Besucher die Möglichkeit, die schnellsten Fahrer der Serien bei einer „Meet the Drivers“-Autogrammstunde in der Fan Zone zu treffen.

Samstag

11..00 bis 11.30 Uhr: DTM

12.50 bis 13.10 Uhr: Prototype Cup Germany

15.00 bis 15.20 Uhr: Porsche Carrera Cup Deutschland

Sonntag

11.30 bis 11.50 Uhr: NXT Gen Cup

12.45 bis 13.05 Uhr: ADAC GT4 Germany


Pitwalk

Am Samstag sowie am Sonntag ist die Boxengasse für Zuschauer für einen Pitwalk geöffnet. Fans können dann die Boxengasse betreten und die Rennteams aus nächster Nähe beobachten. Der Pitwalk ist für alle Besucher kostenlos.

Samstag: 16.35 Uhr bis 17.20 Uhr

Sonntag: 11.55 Uhr bis 12.35 Uhr


Sustainability Village

Im Fan Areal erwartet die Besucher in diesem Jahr eine spannende Premiere: das neue Sustainability Village. Hier dreht sich alles um die Zukunft des Motorsports. Die Besucher erwartet eine spannende Formula Student Ausstellung, der ADAC Opel eRally Cup mit elektrisierendem Rallyesport sowie der Sustainability Hub mit vielfältigen Infos und Exponaten: vom FSC-zertifizierten Pirelli-Reifen über den innovativen DTM Pro Climate Kraftstoff bis hin zur plastikfreien Wasserversorgung durch BWT. Außerdem dabei: die ADAC Stiftung Sport, Road to DTM, Discover Motorsport vom DMSB und vieles mehr – ein Muss für alle, die Motorsport nachhaltig erleben wollen.


Rahmenprogramm

Volles Programm: Neben der DTM startet auf dem Norisring auch die ADAC GT4 Germany, der Prototype Cup Germany der innovative NXT Gen Cup und der Porsche Carrera Cup Deutschland.


Red Bull Moto GP Showrun

In wenigen Tagen ist es endlich so weit: Die MotoGP gastiert vom 11. bis 13. Juli wieder auf dem Sachsenring! Bereits eine Woche zuvor zeigt KTM-Werksfahrer und Ex-MotoGP-Pilot Pol Espargaró am Norisring sein Können und dreht für Red Bull ein paar schnelle Runden auf einer originalen MotoGP-KTM. Die Vorführungen finden am Samstag um 10:40 Uhr und um 14:55 Uhr statt, am Sonntag jeweils um 10:05 Uhr und 14:55 Uhr.


Tickets

Tickets für die DTM gibt es ab 74 Euro online im Vorverkauf bis Donnerstagabend, 3. Juli, 23:59 Uhr im offiziellen DTM Ticketshop. ADAC-Mitglieder sparen dort nochmal 10%. Ab Freitag sind die Tickets zum Normalpreis weiterhin online sowie an der Tageskasse am Norisring. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre erhalten kostenlosen Eintritt in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen.

Quelle: dtm.com

IDM Superbike: Shez Morais hat noch eine Rechnung offen

Die Superbike-Yamaha von Sheridan Morais bleibt vorerst verwaist. Seit dem Saisonauftakt in Oschersleben ist der Südafrikaner nicht mehr in der in der Startaufstellung aufgetaucht, obwohl er bei jeder Veranstaltung vor Ort war. Die Prioritäten haben sich verlagert.

Ein Punkt in Oschersleben statt mindestens ein Platz in den Top Ten – das Ergebnis vom Saisonauftakt hat an Lars Sänger, dem Teamchef von Motorradtke GYTR by Penz13, schwer genagt. „Wir war sehr irritiert von dem, was da passiert ist. Ganz hinten zu stehen war nicht der Plan. Was uns fehlt, ist ein richtiger Test. Der ist bitter nötig, sonst brauchen wir gar nicht erst wieder anfangen. Wir müssen sicherstellen, dass Shez vorne mitfahren kann.“

Bis zum kommenden Wochenende, wenn in Oschersleben vom 4. bis 6. Juli 2025 die nächste IDM-Veranstaltung stattfindet, wird nichts draus. Allein schon deshalb, weil alle Konzentration momentan auf dem Abschneiden von Justin Hänse in der neuen Sportbike-Klasse liegt. In den bisherigen sechs Rennen stand der Team-Junior Justin Hänse bereits drei Mal auf dem Siegerpodest. „Es wäre ihm und unserem zweiten Fahrer Cedric Holme Nielsen unfair gegenüber, wenn das noch nicht fertige Superbike-Projekt die Kapazitäten auffressen würde, die wir für die Sportbike-Klasse brauchen. Dort werden sie jetzt dringender benötigt. Justin ist bester Yamaha-Fahrer und wir sind begeistert von den Ergebnissen“, erklärt Sänger.

Nur die letzte Veranstaltung im tschechischen Most brachte den 22-jährigen Yamaha-Fahrer aus dem Konzept. Im ersten Rennen stürzte er und sein Motorrad rollte führerlos weiter, bis es in die Airfence krachte. Es war aber noch fahrbereit. Das reichte, um es mit Hilfe eines Streckpostens aufzurichten, um das Rennen zu Ende zu fahren, wenn auch ohne Chancen, noch Großartiges zu reißen. Im zweiten Lauf versemmelte Hänse den Start.

Sheridan Morais ist als Fußgänger im Fahrerlager unterwegs und betätigt sich als gern gesehener Riding Coach für die Markenkollegen Lennox Lehmann in der IDM Supersport und Twan Smits in der IDM Superbike. „Aber er fährt noch“, liefert Sänger ein klares Versprechen ab, „Shez wird auf der YZF-R1 da sein. Wir haben noch eine Rechnung offen.“


Donnerstag, 26. Juni 2025

GERT56 mit Podestplatzierung und vielen Punkten aber auch Pech in Most

Toni Finsterbusch, BMW M 100 RR #56
Foto: Jens Hawrda

Toni Finsterbusch hat bei der dritten Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in der IDM Superbike-Klasse ein weiteres Podest gefeiert. Im zweiten Lauf am Sonntag fightete er spektakulär mit Honda-Werkspilot Florian Alt und verpasste das Podest nur knapp. Teamkollege Jan-Ole Jähnig hatte mit Pech zu kämpfen, verlor aber nie seinen Kampfgeist und brachte ebenfalls gut Punkte in die Tabelle.

Jähnig und Finsterbusch holten im Qualifying die Startplätze vier und fünf und standen damit nebeneinander in der zweiten Startreihe. Wie geschlossen die Teamleistung einmal wieder war zeigt, dass Finsterbusch nur 0,019 Sekunden auf Jähnig verlor. Beide fuhren Rundenzeiten im Bereich von 1:32 Minuten.

Im ersten Rennen landete Finsterbusch auf dem vierten Rang und verpasste das Podest nur um drei Sekunden. Im zweiten Lauf dann zeigte er einen spektakulären Kampf ganz vorn an der Spitze mit Altmeister Florian Alt, der ihm nur um eine reichliche halbe Sekunde den Sieg verwehrte. Alt gewann vor Finsterbusch und Hannes Soomer.

Jan-Ole Jähnig, BMW M 1000 RR #14
Foto: Jens Hawrda

Nach ein paar Schwierigkeiten am Start konnte Jähnig den ersten Lauf auf dem siebten Rang beenden. Den Ritterschlag aber erzielte er in Umflauf zwei, nachdem er gelich in der ersten Kurve in einen Sturz verwickelt war. An der seiner BMW brachen Fußraste rechts und der Bremshebel ab und dennoch holte er auf dem 14. Platz noch zwei Punkte und bewegte sich damit mit einer Rennbestzeit von 1:34 Minuten im Bereich der Spitze.

Hinsichtlich der PIRELLI Einheitsreifen gab es in Most eine Besonderheit: Aufgrund der gemachten Erfahrungen aus dem Vorjahr und der World Superbike mit den aggressiven Grip Verhältnissen in Most, hat man sich entschieden die Range der Mischungen einzuschränken. Am Hinterrad stand den Teams nur die SC1 Standardmischung oder der WSBK – Spezifikationsreifen D0922 zur Verfügung, den GERT56 durchgängig genutzt haben.

Die erzielten Rundenzeiten und die Performance auch über die Distanz haben gezeigt, dass die der richtige Weg war und auch hinsichtlich Support und Beratung hat Pirelli hier wirklich einen guten Job gemacht.

Nach sechs von 14 Saisonrennen liegen Finsterbusch und Jähnig auf den Tabellenrängen vier und fünf. Finsterbusch hat 85 Zähler gesammelt und liegt damit 27 Punkte hinter dem Gesamtführenden Hannes Soomer. Jähnig hat 60 Punkte angehäuft und liegt damit 25 Zähler hinter seinem Teamkollegen. 

Stimmen zum Rennwochenende in Most

Toni Finsterbusch:

Ich bin zufrieden, wie es gelaufen ist. Wir konnten am Freitag ein gutes Setup erarbeiten und hatten auch mit gebrauchten Reifen eine gute Pace. Im Qualifying ist mir mit Startplatz fünf auch eine solide Runde geglückt. Im ersten Rennen hatte ich keinen guten Start und musste mich erst wieder nach vorn kämpfen. Da war aber die Lücke zu den ersten Dreien schon aufgegangen, das konnte ich dann nicht mehr bieten. Das Rennen war allgemein langsamer, als ich gedacht hatte, aber ich hatte ja selber Schwierigkeiten, die Pace an den Tag zu legen. Im zweiten Rennen bin ich ganz gut weg gekommen. Als Tulo [Lukas Tulovic] die Kette verloren hat, war ich dann kurz in Führung, habe aber auch selber noch einen Fehler eingebaut. Ich hatte für die letzte Runde noch einen Schlachtplan, aber der ist leider nicht aufgegangen. Mit Platz vier und zwei habe ich aber super gepunktet und bin da auch zufrieden. Ich war im zweiten Rennen in Schlagdistanz und das gibt Rückenwind! Die Jungs aus dem Team haben einen Super-Job gemacht und ich hoffe, dass wir darauf aufbauen können und dass es in eine ähnliche Richtung weiter geht.

Jan-Ole Jähnig:

Das Wochenende ist relativ gut los gegangen und ich war von Anfang an vorne dabei. Wir hatten auf jeden Fall den Speed. Dadurch, dass es die Temperaturen relativ unterschiedlich von Freitag/Samstag zu Sonntag waren, wussten wir halt nicht so richtig, wie wir stehen. Wir hatten schon Freitag mitbekommen, dass es am Vorderrad nicht ganz so gepasst hat, wie es hätte sein sollen. Aber es war trotzdem ok. Qualifying war auch relativ gut mit Platz vier – zweite Startreihe ist immer eine gute Ausgangsposition.

Im ersten Rennen musste ich beim Start ein paar Positionen einbüßen und mehr oder weniger einfach mein Rennen gefahren – und hatte auch keine Probleme mit dem Vorderrad, auch wenn es mir nicht ganz die Stabilität vermittelt hat, die ich gebraucht hätte. Aber das ist vielleicht auch etwas meinem Fahrstil geschuldet, dass das nicht so 100-prozentig zusammen gepasst hat. Das zweite Rennen war natürlich ärgerlich da schon in der ersten Kurve zu liegen, in jemand anderen reinzufahren und da sind auch noch andere mit rein gefahren. Ich konnte zum Glück das Motorrad aufheben und weiter fahren und mir noch zwei Punkte sichern. Ich glaube das ist wichtig gewesen, man weiß ja noch nicht, für was das noch gut ist. Ich sage mal: Es war nicht ganz das Wochenende, wie wir uns das vorgestellt haben, aber sonst Tip-Top.

Quelle: gert56.de


Mittwoch, 25. Juni 2025

IDM: Hitzeschlacht in Most – Der Rückblick

Weit über 30 Grad im Schatten und Asphalttemperaturen von 45 Grad machten das dritte Rennwochenende in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft zu einer Hitzeschlacht.

Hannes Soomer verteidigt Tabellenführung
Foto: Jens Hawrda

Soomer behauptet sich an der Tabellenspitze

Nicht nur die Temperaturen liefen, während der dritten IDM-Runde vom 20. bis 22. Juni 2025 zur Höchstform auf, auch Ducati-Fahrer Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) sorgte für eine Bestmarke. Der 25-jährige Bayer ging mit der Fabelzeit von 1:31,885 Minuten in der Superpole in die Geschichte ein. Damit stand er zweifelsohne auf dem ersten Startplatz in der IDM Superbike.

Doch aus einem Sieg für Tulovic wurde es an diesem Wochenende nichts. Er musste einen Dämpfer in seiner Erfolgsstory einstecken. Stattdessen gewann mit Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) ausgerechnet der Kontrahent, dem Tulovic eigentlich die Führung hätte streitig machen wollen. Nur ein einziger Punkt trennte die Beiden vor dem ersten Lauf. Und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) kam auf der einzigen Honda im Feld auch noch vor ihm ins Ziel.

Florian Alt, Honda CBR 1000 RR-R #66
Foto: Jens Hawrda

Florian Alt behielt im zweiten IDM Superbike-Lauf die Nerven. Er siegte nach 16 Runden vor Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Hannes Soomer. Zuerst hatte „Tulo“ das Rennen angeführt. Ein Schlag an dessen Motorrad änderte die Situation abrupt. Die Kette war gerissen und das Rennen für ihn beendet. Dadurch hat sich auch einiges in der Gesamtwertung gedreht. Soomer hat jetzt sogar neun Punkte Vorsprung, jedoch nicht mehr auf Tulovic, sondern auf Alt. Tulovic ist auf den dritten Rang gerutscht. Hinter im lauert Finsterbusch – mit genau einem Punkt Rückstand.

Kofler betreibt Schadensbegrenzung und Geiger stürzt

Dirk Geiger (MCA Racing) machte in der IDM Supersport dort weiter, wo er zuletzt aufgehört hatte. Der gebürtige Mannheimer gewann auf der Honda CBR 600 RR am Samstag sein viertes Saisonrennen. Marvin Siebdrath wurde Zweiter und sorgte damit für einen Triumph im Team Yamalube Motorsport Kofler, in dem der Hauptakteur Andreas Kofler als Fünfter Schadensbegrenzung betrieb. Der Titelverteidiger aus Österreich, der sich bei seinem Sturz auf dem Schleizer Dreieck Blessuren am ganzen Körper zugezogen hatte, musste die Zähne zusammenbeißen. Ein weiterer Abflug im Training hatte dem 20-jährigen Yamaha-Fahrer noch den Rest an der besonders lädierten Schulter gegeben. Der dritte Platz von Štěpán Zuda (Eder Racing) war eine faustdicke Überraschung, auch wenn es sich für den Tschechen um das Heimrennen handelte.

Im zweiten Rennen war Schluss mit der anhaltenden Erfolgsserie von Dirk Geiger. Der 22-Jährige stürzte spektakulär aus dem Geschehen. Erstmals ging der hart umkämpfte Sieg in der Klasse an Daniel Blin (AF Racing Team) aus Polen. Zweiter wurde der Tscheche Štěpán Zuda (Eder Racing). Titelverteidiger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) zitterte sich auf den dritten Platz und machte dadurch wieder Boden in der Gesamtwertung gut. Jetzt ist Geiger nur noch 24 Punkte entfernt. Sein Kumpel Lennox Lehmann (Apreco Ten Kate Yamaha Racing) war bisher glücklos, meldete sich in Most aber in den Top 5 zurück. Zum ersten Mal in diesem Jahr schafften es Luca Göttlicher und Valentino Herrlich vom offiziellen Kawasaki-Team (Kawasaki Weber Racing) gemeinsam in die Top 10.

Triumph-Fahrer machen Siege unter sich aus

Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) dominierte das erste Rennen der IDM Sportbike-Klasse in Most und fuhr ungefährdet zum Sieg. Der Däne hatte nie einen Zweifel daran gehabt, auch wenn sich ihm der Triumph-Kollege Iñigo Iglesias nach einer Aufholjagd genähert hatte. Dessen Einstand im neuen Team Wematik Racing by RT Motorsports verlief turbulent. Noch während der Sighting Lap riss die Kette am Motorrad des Spaniers. Statt von Startplatz zwei ins Rennen zu gehen, musste er in die Boxengasse abbiegen und eine neue Kette aufziehen lassen. Eile war geboten, damit Iglesias rechtzeitig zum Start des Rennes zurück war, dass er allerdings von ganz hinten aufnehmen musste. Der WM-erfahrene Iglesias gab auf der Strecke alles, nur Svendsen holte er nicht mehr ein. Der Tscheche Petr Svoboda (WRP Racing) beeindruckte auf seiner Heimstrecke mit Platz drei und vielen Rangeleien mit Iglesias.

Ein Foto–Finish entschied, dass Inigo Iglesias im zweiten Lauf als Sieger über Oliver Svendsen hervorging. Nach dem Start verteidigte Svendsen noch seine Pole, doch Iglesias kam schneller als erwartet. Wenn zwei sich rangeln, freut sich der Dritte, der in diesem Fall wieder Petr Svoboda hieß. Der Tscheche schoss von hinten aus dem Nichts an Iglesias vorbei und belegte damit Position zwei. Von da an war der Kampf unter den drei Piloten entfacht und es ging hin und her. Sieger Iñigo Iglesias kam 0,005 Sekunden vor Svendsen ins Ziel.

Schlosser/Schmidt übernehmen die Führung in der Sidecar-WM

In Most wurden zwei Läufe zur Sidecar World Championship ausgetragen. Harry Payne und Kevin Rousseau setzen ihren Erfolgslauf fort und holten sich den Sieg im Sprintrennen. Die Christie-Brüder Sam und Tom sicherten sich den zweiten Platz, während Markus Schlosser und Luca Schmidt (Team Schlosser/LCR Yamaha) nach einem Zwischenfall Schadensbegrenzung betreiben mussten. Sie waren mit Payne/Rousseau (Steinhausen Racing/ARS Yamaha) zusammengeprallt. Für Schlosser hatte die Kollision Folgen. Die Lenkung funktionierte nicht mehr korrekt. Er musste zwischendurch ins Grüne, erkämpfte sich aber den dritten Platz auf dem Siegerpodium.

Im zweiten Rennen knöpften Payne/Rousseau dem Polesetter die Führung ab. In der vierten Runde streikte der Motor. Das britisch-französische Team rollte aus. Schlosser ließ nichts anbrennen, kehrte zurück an die Spitze und genoss den Sieg nach den Rückschlägen in der letzten Zeit in vollen Zügen. Die Christie-Brüder wurden wie am Vortag Zweite. Ein Novum gab es auf dem dritten Platz. Paul Leglise/Marjorie Cescutti aus Frankreich feierten ihr erstes WM-Podium überhaupt.

Das IDM-Wochenende bot den Zuschauern Abwechslung und Spannung ohne Ende, die durch Cups im Rahmenprogramm zusätzlich angeheizt wurden. Die nächste Show lässt auch gar nicht lange auf sich warten. Vom 4. bis zum 6. Juli ist die IDM in Oschersleben zu Gast.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Nicki Thiim und der Norisring: „Adrenalin-Kick im Cockpit”

  • Lamborghini-Pilot feierte vor einem Jahr ersten DTM-Sieg auf dem Stadtkurs
  • Heimspiel seines Teams Abt Sportsline wird für den Dänen ein Motorsport-Fest

Nicki Thiim feierte in Zandvoort sein erstes DTM-Podium für Abt Sportline
Foto: dtm.com / ADAC-Motorsport

Am ersten Juli-Wochenende werden die Straßen in Nürnberg zur DTM-Bühne: Der Norisring ist Schauplatz des vierten Saisonstopps und genießt bei Fahrern und Fans Kultstatus. Auf dem einzigen Stadtkurs Deutschlands gab es in der Vergangenheit immer wieder denkwürdige Momente. An einen erinnert sich Nicki Thiim (DK) besonders gern. „Auf dem Norisring habe ich vergangenes Jahr mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Diese Strecke wird für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“, erzählt der Lamborghini-Pilot.

Mit diesem Erfolg schrieb der Däne Geschichte, denn damit trug sich zum ersten Mal ein Vater-Sohn-Gespann in die Siegerliste der Rennserie ein. Vater Kurt gewann in seiner DTM-Karriere 20 Rennen, darunter zwei am Norisring. Sohn Nicki hat die Chance, zumindest im „Fränkischen Monaco” gleichzuziehen. Seine Formkurve zeigt nach oben – beim Samstagslauf in Zandvoort machte Thiim als Zweiter den ersten Podiumsplatz in der neuen Lamborghini-Ära von Abt Sportsline klar.

Der 36-Jährige kennt jedoch die Tücken des 2,16 Kilometer langen Stadtkurses im Herzen von Nürnberg. „Auf dem Papier sieht die Strecke mit nur vier Kurven einfach aus. Aber jeder Fehler wird hart bestraft. Man muss das Risiko richtig einschätzen, denn auf dem Norisring sind Mauer und Leitplanken sehr nah. Das erfordert Millimeter-Arbeit und sorgt für einen Adrenalin-Kick im Cockpit”, erklärt Thiim.

Ein weiterer Stressfaktor ist der Fahrbahnbelag. „Über die Strecke rollt das ganze Jahr lang der Straßenverkehr. Der Asphalt ist deshalb sehr uneben und wellig. Wenn man dann in einem DTM-Auto mit über 250 km/h darüberfährt, muss man teilweise andere Linien fahren, um mehr Grip zu bekommen. Auch das macht den besonderen Reiz aus.” Thiim blickt optimistisch auf die Saisonläufe sieben und acht: „Neben den DTM-Fans erwarten wir viele Freunde, Bekannte und Unterstützer beim Heimspiel der Abt-Familie auf dem Norisring. Sie alle werden ein Motorsport-Fest erleben.”


Dienstag, 24. Juni 2025

IDM Most: Hannes Soomer baut IDM-Führung aus

Fahrer des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW erfolgreich in Most

Im tschechischen Most trafen sich am vergangenen Wochenende Fans und Fahrer zum dritten von sieben Events der diesjährigen Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Der belgische Teamchef Werner Daemen war für die Rennen der Superbike-Klasse mit seinem Fahrer-Quartett des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW, bestehend aus Hannes Soomer (Estland), Leandro Mercado (Argentinien), Bálint Kovács (Ungarn) und Milan Merckelbagh (Niederlande), angereist. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde besonders der Rennsonntag zu einer hitzigen Angelegenheit.

Hannes Soomer hat seine Tabellenführung in Most ausgebaut
Foto: Jens Hawrda

Hannes Soomer hatte sich nach IDM-Event Nummer 2 mit einem Punkt Vorsprung in der Gesamtführung auf den Weg ins belgische Spa gemacht, war dort nach der erfolgreichen Endurance-WM-Teilnahme ins japanische Suzuka gereist, um an einem BMW-Test für den WM-Einsatz zu testen, und düste dann wieder zurück, um in Most die nächste IDM-Bewährungsprobe zu bestehen. «Reichlich Kilometer auf verschiedenen Motorrädern», fasste der Este seine Reise zusammen. «Für Most müssen wir noch ein bisschen mehr Geschwindigkeit finden, damit ich um den Sieg mitkämpfen kann. Aber ich fühle mich hervorragend.»

Vom ersten Training an sah man den Esten stets in der Spitzengruppe der IDM Superbike und die Rennen nahm er vom zweiten Startplatz aus in Angriff. Dort blieb er in Rennen 1 nicht lange, denn schon nach der ersten Schikane waren die ersten Führungsmeter fällig. Doch ein Selbstläufer wurde die Nummer mit dem Sieg nicht. Erst leistete Lukas Tulovic erbitterten Widerstand und auch Florian Alt erwies sich als zäher Gegner. Die Ziellinie kam für Soomer rechtzeitig. Mit schmalen 0,059 Sekunden Vorsprung rauschte er als Sieger über die Ziellinie. «Der Kampf ging schon in der ersten Ecke der ersten Runde los», so Soomer, «und ging über die gesamte Distanz bis zur letzten Ecke. Es war hart. Der Reifen ging mehr ein als ich es vermutet hatte bei den heißen Bedingungen. Ich schätze, in der letzte Runde sind alle ziemlich gerutscht. Es war wirklich ein großer Kampf mit Florian Alt. Er ist harte Manöver gefahren, und ich auch. Wenn es so ausgeht wie jetzt, macht sowas Spaß.»

Nachdem es im zweiten Rennen zu einem Gerangel in der ersten Schikane gekommen war, ging es vor allem gegen Rennende für den Esten ruhiger zur Sache. Auch wenn er beim Kampf um den Sieg nicht mitmischen konnte, fuhr er souverän einen dritten Platz nach Hause. «Es war heißer», hielt Soomer anschließend fest, «und ich hatte eindeutig weniger Spaß. Im Vergleich zu Rennen 1 hatte ich an Pace verloren. Beim Kampf mit Tati Mercado habe ich keine Zeit verloren, es ging einfach nicht schneller. Aber ich habe es aufs Podium geschafft und führe noch die Meisterschaft an. Ich würde sagen, wir sind auf einem guten Weg.» Beim Blick auf die Tabelle zeigt sich, dass Soomer seinen Vorsprung von einem Zähler auf neun Punkte ausgebaut hatte.

Leandro Mercado war nach seinem Superstock-WM-Sieg beim Acht-Stunden Rennen von Spa um einen Pokal reicher. «Natürlich fühle ich mich echt gut», versicherte er vor seiner Abreise aus seiner italienischen Wahlheimat in Richtung Most, «sowas gibt einem nochmal ein Stück Extra-Motivation. Doch jetzt liegt der Fokus wieder auf der IDM. Bei den ersten beiden IDM-Events hat mir ja ein wenig das Glück gefehlt und ich habe viele Punkte liegenlassen. Klar ist die Meisterschaft hart, aber ich tue mein Bestes, wie immer. Ich will in Most viele Punkte holen und klar, mein Ziel ist wie immer der Sieg. Arbeiten, fokussieren und pushen.»

Das Rennen ging für den Piloten des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW von Startplatz 6 los. Schon in den ersten Runden fasste sich Mercado ein Herz und sicherte sich einen Platz in der direkten Verfolgergruppe des Führungs-Trios. Gemeinsam mit BMW-Kollege Toni Finsterbusch lieferte sich Mercado ein flottes Rennen, das für ihn mit Platz 5 endete. Das zweite Rennen dagegen ging für Mercado mit einem Schreckmoment los. In der ersten Schikane wurde er von einer wilden Karambolage im Umfeld aus dem Konzept gebracht. Doch mit einem wilden Schlenker konnte der Argentinier sein Rennen fortsetzen. Auch wenn die Sache mit dem Gewinnen fürs Erste vom Tisch war. Es folgte noch eine nettes Duell mit Teamkollege Soomer, das für Mercado mit dem vierten Rang endete.

«Es war ein hartes Wochenende für mich», gestand Mercado im Anschluss. «Am Donnerstag bekam ich Fieber und daher war mein Energielevel nicht so hoch wie gewohnt. Dazu noch die Hitze, ich habe mich zeitenweise nicht wie ich selbst gefühlt. Trotzdem habe ich für mich das Maximum rausgeholt. Im ersten Rennen versuchte ich, mit der ersten Gruppe mitzukommen, aber mein Gefühl war ehrlich gesagt nicht so toll. Auf der Bremse hatte ich ein paar Probleme mit der Front. Auch wenn es hart war, habe ich es auf Platz 5 zu Ende gebracht. Nach ein paar Änderungen am Motorrad habe ich mich in Rennen 2 gleich viel wohler gefühlt. Fürs Podest hat es leider nicht gereicht. Platz 4 war das Maximum. Ich habe mich echt schlecht gefühlt. In Oschersleben geht’s mir wieder besser und ja, wir kämpfen weiter.»

Bálint Kovács war erst beim Rennen in Schleiz in die IDM eingestiegen, nachdem vorher noch sein gebrochenes Schlüsselbein wieder zusammenwachsen musste. «Schleiz war hart», bewertete er sein Comeback. «Aber mehr bedingt durch die lange Pause vorher. Danach war ich echt fertig.» Doch nach den EWC-Rennen in Spa, wo er fünf der acht Stunden allein stemmen musste, und ein paar Extra-Trainingseinheiten war der Ungar für Most wieder voll auf der Höhe. Sein letztjähriger IDM-Most-Besuch verlief nicht ganz reibungslos und das Qualifying war eher mittelprächtig. «Im zweiten Rennen bin ich dann auch noch gestürzt», erinnerte er sich. «Ich will dieses Jahr zeigen, dass ich es besser kann.» Das gelang Kovács in der Superpole, bei der er sich den achten Startplatz schnappte.

Doch schon im ersten Rennen kam zu den unschönen Erinnerungen noch eine weitere schlechte dazu. Nach einer gelungenen Anfangsphase dann der unplanmäßige Ausflug ins Kiesbett. Der Ungar blieb unverletzt, doch das Rennen war für ihn gelaufen. «Ich war eigentlich recht komfortabel auf dem achten Rang unterwegs», schilderte er nach seinem Ausfall. «Vor mir hatte ich Platz und ich begann meinen Vorsprung vor den Verfolgern auszubauen. Dann habe ich in der langgezogenen Haarnadel-Kurve die Kontrolle über das Vorderrad verloren. Es war kein heftiger Abflug, aber das Rennen war gelaufen.»

Auch das zweite Rennen war für den Ungarn ein wenig mühsam, aber immerhin schaute das Resultat mit Platz besser aus. «Wir hatten noch ein kleines technisches Problem aus dem ersten Rennen gelöst», berichtete er. «Bei der Karambolage in der ersten Schikane nach dem Start habe ich einen ordentlichen Schlag abbekommen. Im Anschluss habe ich dann einiges an Zeit und Plätzen verloren und war irgendwo auf Platz 11 unterwegs. Ich habe dann Platz für Platz gutgemacht. Most ist ja nicht so meins und ich habe mir die Probleme selbst gemacht. Aber ich habe mein Maximum gegeben und freue mich jetzt auf das nächste Rennen in Oschersleben.»

Milan Merckelbagh ist in diesem Jahr neu im Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW und will sein Nachwuchstalent am liebsten mit einem Platz unter den ersten Fünf unter Beweis stellen. Nach dem Schleiz-Ausflug gönnte sich der Niederländer nur eine kurze Pause, bevor er sich bei der Superbike-Meisterschaft im eigenen Land an den Start stellte – und eine Sieg holte. «Es waren anstrengende Wochen», gab er zu, «aber ich bin bereit für Most. Es ist keine einfache Strecke, aber ich mag sie.»

Mit dem Umweg über die Superpole 1 gelang ihm in der Superpole 2 dann nochmals eine Verbesserung in Sachen Rundenzeiten und er belohnte sich mit dem elften Startplatz. Im ersten Rennen wurde es dann nichts mit einer Belohnung. Merckelbagh stürzte, doch Aufgeben war keine Option für den Niederländer. Er schnappte sich seine leichte angekratzte BWM und jagte dem Feld mit Abstand hinterher. Mit Platz 16 ging er am Ende dennoch leer aus. 

Wenig gesprächig war der Niederländer verständlicherweise auch nach Rennen 2. Denn auch da hatte es ihn erwischt, weiterfahren ging nicht und das Rennen war schon nach wenigen Runden für ihn beendet. «Im ersten Rennen konnte ich zumindest noch weiterfahren», so sein Kommentar. «Mein Bremsdruck hatte nachgelassen und ich musste einen weiten Bogen fahren. Dabei bin ich dann auf dem dreckigen Asphalt gecrasht. Im zweiten Rennen lief es ähnlich. Ich bin spät eingebogen und bin auch da auf schmutzigem Asphalt weggerutscht.» Für Merckelbagh heißt es nun erst einmal, den Frust zu bewältigen, bevor er den Blick wieder nach vorne richten kann.

Relaxen im Sonnenschein ist auch nach dem IDM-Event in Tschechien nicht angesagt. Mit der IDM geht es für das Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW in zwei Wochen mit dem zweiten Besuch in der Motorsport Arena Oschersleben weiter. 


Montag, 23. Juni 2025

IDM Sportbike: Fotofinish-Sieg zwischen Iglesias und Svendsen

Im Ziel auf Platz 3: Petr Svoboda Aprilia RS660 #53
Foto: Jens Hawrda

Großes Kino lieferten die Sportbike-Fahrer der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im zweiten Rennen am Sonntag in Most ab. Ein Foto–Finish entschied, dass Inigo Iglesias als Sieger hervorging.

Er wolle eine gute Show liefern, sagte Inigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) vor dem Rennen im TV-Interview, als sich das Feld gerade für den zweiten Lauf vorbereitete – und er hielt Wort.

Nach dem Start verteidigte Svendsen (Triumph Germany Racing Team) noch seine Pole, doch Iglesias kam schneller als erwartet. Denn der Spanier fackelte nicht lange und nutzte seine Chance zum Überholen direkt nach der ersten Schikane. Doch Svendse war auf Zack und konterte direkt zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Wenn zwei sich rangeln, freut sich der Dritte, der in diesem Fall Petr Svoboda (WRP Racing) war. Der Tscheche schoss von hinten aus dem Nichts an Iglesias vorbei und belegte damit Position zwei. Von da an war der Kampf unter den drei Piloten entfacht und es ging hin und her.

Überholmanöver am absoluten Limit 

Da es beim Sidecar-Rennen zuvor eine lange Ölspur gab und es einiges an Zeit in Anspruch nahm, die Strecke zu reinigen, verkürzte die Rennleitung das Sportbike-Rennen auf zehn von eigentlich angesetzten elf Runden. Zur Rennmitte hatte sich das Fahrerfeld vorerst etwas geordnet und vorne an der Spitze führte Svendsen das Rennen an, während Iglesias hinter ihm lauerte. Schließlich folgte in Runde sieben ein Überholmanöver, das beide Fahrer an ihr Limit brachte. Svendsen ging an einer Stelle etwas weit, und Iglesias griff an. Der Spanier versuchte an den Dänen vorbeizukommen, doch Svendsen hielt gegen, wobei sich sein Motorrad begann aufzuschaukeln. Dazu machte Iglesias plötzlich die Bremse auf und stach über die Kurbs, was dazu führte, dass beide aufs Grüne zusteuerten. “Während des Überholmanövers hatte ich das Gefühl, ein bisschen Öl am Reifen zu haben von der Spur auf der Strecke, weshalb ich die Bremse löste, sonst wären wir beide gestürzt”, berichtete der WM-Erfahrene nach dem Rennen. Doch sowohl Svendsen als auch Iglesias brachten ihre Bikes wieder unter Kontrolle und fuhren weiter – nun mit Iglesias an der Front.

Letzten Zentimeter entscheiden 

Der intensive Zweikampf spitzte sich dann in der letzten Runde zu: Svendsen klebte hinter seinem Gegner wie Kaugummi und wartete nur auf den richtigen Moment. Doch Iglesias machte sich auf der Strecke breit wie ein Bus und ließ keine Lücken für einen Angriff  zu. Also fiel die Entscheidung auf den finalen Zentimetern, nachdem Svendsen versuchte, nach der letzten Kurve mit Schwung aus dem Windschatten heraus an seinen Kontrahenten vorbeizukommen. Das Foto-Finish entschied den Sieger: Inigo Iglesias kam 0,005 Sekunden vor Svendsen ins Ziel. “Wir haben absolut an unseren Grenzen gekämpft und alles gegeben”, sagte Inigo Iglesias anschließend. “Ich bin so stolz darauf, dass ich meinem neuen Team gleich bei unserem ersten gemeinsamen Rennwochenende einen Sieg schenken konnte”, fuhr er fort. Sein Team Wematik Racing by RT Motorsports hat sein Manager Rob Vennegoor nach zwei Teamwechseln in den letzten drei Wochen nach Schleiz auf die Beine gestellt und wagte in Most einen Neustart. Der 23-Jährige sammelte nach den beiden Rennen insgesamt 45 Punkte, obwohl ihm noch vor dem ersten Lauf die Kette in der Sighting Lap gerissen war und die Mechaniker in Windeseile das Bike wieder fahrbereit machen mussten. Allerdings ging das Rennen für Iglesias dann von ganz hinten los.

Bei der Siegerehrung zeigte ein Mechaniker von Iglesias das kaputte Kettenschloss, das sie zufällig auf der Abendrunde auf der Strecke am Samstagabend wiedergefunden hatten und für den Kettenriss sorgte.

Oliver Svendsen war mit seinem zweiten Platz nach dem harten Kampf nicht zufrieden und monierte ein wenig das Fahrverhalten des Spaniers, das auf der Strecke seiner Ansicht nach teils sehr hart gewesen sei. “Nichtsdestotrotz sind die Punkte wichtig für die Meisterschaft – und das zählt am Ende”, kommentiert der 21-Jährige und weiterhin Tabellenführende, der in der Auslaufrunde noch seinen Landsmann Ty Henriksen einsammeln, der im Kampf um Platz sechs in der letzten Runde stürzte. Peter Svoboda konnte mit den beiden vorne zwar nicht mehr mithalten, konnte sich aber über Rang drei freuen.

Bestes Saisonergebnis für Anton Södergren, Triumph Daytona 660 #87
Foto: Jens Hawrda


Bestes Ergebnis für Södergren, Hänse hat Pech

Der Schwede Anton Södergren (Triumph Germany Racing Team) konnte im zweiten Lauf abliefern, nachdem er am Samstag ins Kiesbett gerutscht war. Für den Triumph-Piloten ist Rang vier die persönliche Bestleistung in seiner IDM-Saison. Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing) wurde Fünfter, gefolgt von Ben Kugler (MotoLife) auf Position sechs.

Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13), der als Meisterschaftszweiter nach Most kam, verlief das Wochenende enttäuschend. Zwar kam er am Sonntag nicht zu Sturz, stattdessen versemmelte er den Start und hatte Schwierigkeiten, die gereinigte Ölspur zu ignorieren. Er kam hinter Alexander Weizel (AK Racing Team) auf Rang acht.

IDM Sportbike, Ergebnis Race 2 (Top-Ten)

  1. Inigo IGLESIAS (ESP), Triumph Daytona 660
  2. Oliver SVENDSEN (DNK), Triumph Daytona 660
  3. Petr SVOBODA (CZE), Aprilia RS 660
  4. Anton SÖDERGREN (SWE)
  5. Rick KOOISTRA (NLD), Triumph Daytona 660
  6. Ben KUGLER (DEU), Aprilia RS 660
  7. Alexander WEIZEL (DEU), Aprilia RS 660
  8. Justin HÄNSE (DEU), Yamaha YZF-R7
  9. Korbinian BRANDL (DEU), Aprilia RS 660
  10. Kristoffer KÖNIG (DEU), Aprilia RS 660

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann


IDM Superbike: Sieg für Florian Alt, Ausfall bei Tulovic

Florian Alt, Honda CBR 1000 RR-R #66 holt sich den Sieg
Foto: Jens Hawrda

Bei viel Trubel, fliegenden Teilen und einem verschobenen Premieren-Sieg behielt Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) im zweiten IDM Superbike-Lauf die Nerven. Der einzige Honda-Fahrer im Feld gewann im Autodrom Most das zweite Rennen über 16 Runden vor Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW).

Gleich in der ersten Runde ging es hoch her. Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) verhakte sich im Getümmel in der Ducati von Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt). Für beide ging es ins Abseits, wobei Jähnig auf die Strecke zurückfahren konnte, dem Feld hinterher hechelte und als Belohnung noch zwei Meisterschaftspunkte erbeutete.

Ähnlich eng wurde es zwischen Florian Alt und Hannes Soomer, doch der Deutsche ließ dem Esten Luft zum Leben und es passierte nichts. Nach zwei Runden hatte sich das Feld einigermaßen sortiert. Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) führte das Rennen vor Toni Finsterbusch, Soomer, Alt, Tati Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) und Leon Orgis (ORM Racing Team) an.

Ein Schlag an Tulovics Motorrad änderte die Situation abrupt. Die Kette war gerissen und flog durch die Luft. Es war ein Glücksumstand, dass sie den nachfogenden Finsterbusch verfehlte und auch links neben dem Motorrad von Alt vorbeischleuderte. Für Tulo war das Rennen gelaufen. Nachdem Zanetti bereits nicht mehr im Spiel war, musste Triple M Racing Ducati Frankfurt einen Totalausfall verkraften. Nach der Fabelzeit in der Superpole hatte Tulo in Most nach der Tabellenführung greifen wollen. Sein dritter Platz im ersten Rennen hatte nicht dazu beigetragen und der Kettenriss kam zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Fünf Runden waren absolviert, als Alt das Feld vor Soomer, Finsterbusch, Mercado, Smits (Team Apreco), Leon Orgis, Maximilian Kofler (Yamalube Motorsport Kofler), Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing) und Bálint Kovács (Masteroil Alpha Van Zon BMW) anführte. Die Anwesenheit von Smits und Vugrinec war sehenswert.

Die üblichen Verdächtigen an der Spitze drängten auf Veränderung. Finsterbusch griff Soomer an. Dieser musste das Gas zurücknehmen. Im gleichen Moment schlüpfte Mercado durch. Der Argentinier hätte nie im Leben darauf Rücksicht genommen, dass der Teamkollege die Meisterschaft anführt und ausbauen könnte. Dafür ist es noch nicht an der Zeit und Mercado will selbst gewinnen.

Weil sich die Gegner beharkten, konnte sich Alt leicht absetzen. Später wurde ihm auf dem Pit-Board angezeigt, dass ein Fahrer hinter ihm ist. Dass es Toni Finsterbusch war, wusste er nicht. Der 32-jährige Sachse war noch nie zu unterschätzen und auf der Bremse ist „Fibu“ eine Macht. Er hat schon so vieles erreicht, nur eines nicht: Ihm fehlt immer noch der erste IDM Superbike-Sieg. Er war in Most schon wieder so nah dran, aber nach 16 Runden hieß der Sieger Florian Alt. „Ich hätte Flo gerne gerne geärgert, aber das müssen wir verschieben“, meinte der BMW-Fahrer, der bei Gert56 by RS Speedbikes seit Jahren eine feste Bank ist. „Außerdem“, merkte er an, „habe ich zwei oder drei Fehler gemacht, sodass ich nie in Schlagdistanz gewesen bin.“

Der drittplatzierte Hannes Soomer war mit einem einzigen Punkt Vorsprung in der Gesamtwertung vor seinem Verfolger Lukas Tulovic nach Tschechien gereist. Die Lage hat sich komplett gedreht. Soomer hat jetzt 9 Punkte Vorsprung, jedoch nicht mehr auf Tulovic, sondern auf Alt. Tulovic ist auf den dritten Rang gerutscht. Hinter im lauert Finsterbusch – mit genau einem einzigen Punkt Rückstand.

IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Florian ALT (DEU), Honda

2. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

3. Hannes SOOMER (EST), BMW

4. Leandro MERCADO (ARG), BMW

5. Twan SMITS (NLD), Yamaha

6. Bálint KOVÁCS (HUN), BMW

7. Maximilian KOFLER (AUT), Yamaha

8. Martin VUGRINEC (CRO), Kawasaki

9. Max SCHMIDT (DEU), BMW

10.Soma GÖRBE (HUN), BMW


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Supersport: Blin feiert Siegpremiere nach Geiger-Sturz

Daniel Blin, Ducati Panigale V2 #26 holt seinen ersten Sieg
Foto: Jens Hawrda

Nach vier Siegen in Folge war Schluss mit der anhaltenden Erfolgsserie von Dirk Geiger in der IDM Supersport. Der 22-jährige Honda-Fahrer von MCA Racing stürzte im zweiten Rennen von Most aus dem Geschehen. Erstmals ging der hart umkämpfte Sieg in der Klasse an Daniel Blin (AF Racing) aus Polen. Zweiter wurde der Tscheche Štěpán Zuda (Eder Racing). Titelverteidiger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) zitterte sich auf den dritten Platz.

Marcel Brenner (MotoLife) schien an der Spitze über sich hinaus zu wachsen. Nachdem der Schweizer gestern im ersten Lauf in Fahrt gekommen war, machte er im zweiten so weiter. Dirk Geiger, der sich im Moment nur selbst schlagen kann, hatte im Vorfeld allerdings gesagt: „Ich weiß, was ich zu machen habe. Also Attacke.“ Doch der Beginn eines extrem spannenden Laufes wurde zum kurzen Intermezzo. Julius Caesar Rörig (MCA Racing), Jonáš Kocourek (SP race project) und Ruben Bijman (Molenaar Racing) stürzten in der Anfangsphase gemeinsam in den Kies. Fazit: Abbruch des Rennens mit der roten Flagge und ein Neustart über neun Runden.

Kofler tut jeder Kurvenwechsel anders weh

Jetzt kam Kofler mit einem seiner berühmten Blitzstarts hervorragend von der Linie weg. Trotzdem zeigte sich Geiger sofort neben dem Österreicher und setzte sich noch in der ersten Runde vor ihm an die Spitze. Es war ohnehin die Frage, wie der Yamaha-Fahrer mit seiner Schulterverletzung die neun Runden bewältigen würde. Das gestrige Rennen hatte ihm noch den Rest in punkto Schmerzen gegeben. Die ständigen Kurvenwechsel hatten elendig an Koflers Schulter gezogen. Aber egal, wie weh es tut, er musste dranbleiben, um eine Chance zu haben, den Supersport-Titel verteidigen zu können.

Das wüste Gerangel im Feld zu Beginn war völlig untypisch für die Supersport-Klasse. Brenner, der im ersten Anlauf bravourös gestartet war, wurde fast ein Sturzopfer und bis auf den neunten Platz durchgereicht. Dafür hatte Lennox Lehmann (Apreco) etliche Meter gutgemacht und positionierte sich als Fünfter.

Die Siegesserie von Dirk Geiger hat ein Ende

Nach vier Runden der Aufschrei in der MCA-Box. Nach Rörig kam auch Geiger zu Fall. Der gebürtige Mannheimer stürzte nach vier Siegen in Folge in Führung liegend aus dem Geschehen. Logischerweise biss Kofler jetzt noch mehr die Zähne zusammen und hielt noch größere Schmerzen aus. Die Zeit war gekommen, in der Gesamtwertung wieder heranfahren zu können.

Doch irgendwann waren auch Koflers Kräfte am Ende, wenn er in die Bremse gehen musste. Daniel Blin klopfte auf der AF Racing-Ducati langsam von hinten an und wurde immer lauter. Als Kofler in der vorletzten Runde ein grober Fehler unterlief, war das Einladung für Blin, am Österreicher vorbeizufahren. Kofler bekam immer mehr Probleme, die Linie zu halten, sodass auch Štěpán Zuda an ihm vorbeischoss. Der Tscheche lieferte sich bis zum Zielstrich ein äußerst unterhaltsames und dramatisches Duell mit dem Polen Daniel Blin. Beide wollten gewinnen. Zuda hatte es in der Hand, sein Heimrennen mit einem Sieg zu krönen, doch er verlor kurz die Front und wäre beinahe noch gestürzt.

Geiger rechnet und Lehmann ist zurück

Kofler wurde Dritter und meinte, dass er mit einem Sieg noch mehr hätte aufholen können im Titelkampf. Geiger führt die Meisterschaft trotz des Sturzes immer noch mit 24 Punkten Vorsprung vor ihm an, „aber ein Podiumsplatz ist schon gut.“ Diesen verfehlte Lennox Lehmann noch. Trotzdem war der bisher glücklose Dresdner endlich im Plan, in den Top5 anzukommen. Die Saisonrunde in Most war die weitaus beste für den 19-jährigen Yamaha-Fahrer in diesem Jahr. Lehmann hat sich zurückgemeldet, wo er hingehört. Zum Schluss ein Blick ins Kawasaki-Lager: Zum ersten Mal in diesem Jahr schafften es Luca Göttlicher und Valentino Herrlich gemeinsam in die Top 10.

IDM Supersport, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (POL), Ducati

2. Štěpán ZUDA (CZE), Yamaha

3. Andreas KOFLER (AUT), Yamaha

4. Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha

5. Filip FEIGL (CZE), Triumph

6. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Ducati

7. Melvin VAN DER VOORT (NLD), Ducati

8. Marcel BRENNER (CHE), Ducati

9. Valentino HERRLICH (DEU), Kawasaki

10.Luca GÖTTLICHER (DEU), Kawasaki


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Sonntag, 22. Juni 2025

IDM Superbike: Soomer-Sieg rettet die Ihm die Tabellenführung

Hannes Soomer sichert sich mit seinem Sieg vorerst die Tabellenführung
Foto: Jens Hawrda

Lukas Tulovic bricht in der IDM Superbike einen Rekord nach dem anderen. Doch im ersten Rennen im tschechischen Most musste der Bayer vom Team Triple M Racing Ducati Frankfurt einen Dämpfer in der Erfolgsstory einstecken. Mit Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) gewann nämlich ausgerechnet der Kontrahent, dem Tulo eigentlich die Führung hatte wegnehmen wollen. Und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) kam auf der einzigen Honda im Feld auch noch vor dem 25-jährigen Panigale V4R-Fahrer ins Ziel.

32 Grad im Schatten und 45 Grad auf dem Asphalt

Der Planet Sonne tat sein Bestes, um eine Hitzeschlacht ins Leben zu rufen. Zur Mittagszeit zeigte das Thermometer im Autodrom Most 32 Grad an. Der Asphalt wurde mit 45 Grad gemessen. Viele Superbiker verwendeten statt des klassischen SC1 von Pirelli den neuen Developmentreifen. Der D922 Prototypreifen kommt gut an. Auf einer langen Distanz wie die 16 Runden über jeweils 4,212 Kilometer hatte ihn noch niemand ausprobiert, aber es war ohnehin klar, dass mit den Ressourcen gehaushaltet werden müssen.

Was in den 16 Runden an der Spitze passierte, ging wirklich an die Nerven. Tulovic, der im warm-up mit der Ducati Panigale V4R von der Strecke gerutscht war, legte am Start wie angestochen los. Allerdings presste sich Soomer nur wenige Meter später an ihm vorbei. Für den Esten auf der BMW war sonnenklar, dass er die Führung in der Meisterschaft nicht freiwillig an Tulo abgeben würde. Es ging um einen einzigen Punkt, der die beiden trennte.

Als auch der Argentinier Tati Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW) noch an Tulo vorbeizog, wurde es diesem zu bunt. Soomer befand sich bald wieder im Clinch mit Tulo und Alt hatte Mercado aufs Korn genommen. Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) Lorenzo Zanetti (Triple M Ducati Frankfurt), Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) folgten mit einem Abstand, der jegliche Annährung an die vorderen Protagonisten ausschloss. Wobei Finsterbusch auf der Bremse so stark wie kein anderer Fahrer war.

Tulovic macht auf der Ducati Fehler

In der achten Runde, also genau nach der Hälfte des Rennens, hatten sich die Kämpfe so zugespitzt, dass es kein Halten mehr gab. Tulo führte. Soomer lenkte das Vorderrad seiner BMW von außen in die Kurve an Tulovic vorbei. Soomer fuhr Linien, die sonst keiner fährt. Tulo war fassungslos und schaute ungläubig auf das, was neben ihm auftauchte. Und er schlug zurück. Ein kleiner Fauxpass ließ die Lücke zum Verfolger noch mehr schmelzen und bestätigte, dass Tulo doch nicht fehlerfrei ist. Nach der Hammerrunde in der Superpole 2 hatten viele gedacht, der 25-Jährige kommt von einem anderen Stern.

Mercado musste zurückstecken. Alt hatte das Messer zwischen den Zähnen und es tatsächlich an die Spitze geschafft – und dann wieder zurück hinter Soomer, der mit seinen Bodychecks für Gänsehautmomente sorgte. Tulo hatte Bockmist eingebaut und war auf den dritten Platz zurückgefallen. In den letzten Runden sah es nicht danach aus, als ob er noch einmal nach vorn kommt. Mit Platz nach vorne und hinten wurde er Dritter. Auf abbauende Reifen angesprochen, winkte Tulo ab: „Das ist nicht die Ausrede. Das haben alle anderen auch. Es war eine Sache des Setups. Ich habe in der Kurve nicht den Scheitelpunkt treffen können.“

Finish mit 0,059 Sekunden Vorsprung für Soomer

Auf der Start-Ziel-Linie entschied sich, wer das Rennen gewinnt: Es war Soomer mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,059 Sekunden. Wahnsinn. Soomer musste sich die Augen reiben und war völlig begeistert, wie das Rennen gelaufen ist. „Zweimal bin ich fast gestürzt“, gab er zu, aber ansonsten war es sein bevorzugter Style. Der Este ist nicht gerade zimperlich beim Überholen, aber dennoch immer fair. Es ging hin und her und vor und zurück auf höchsten Niveau. Und die Tabellenführung hat Soomer immer noch inne. Das war der Plan.

Für Florian Alt ist der Titelkampf trotz des durchwachsenen Saisonauftakts mit einer Nullrunde in Oschersleben auch noch nicht gegessen. „Wir haben gezeigt, dass wir es in der Hitze echt gut drauf und weniger Drop haben.“

Bei der GERT56-Mannschaft hatte man gehofft, Jan-Ole Jähnig auf dem Podium zu sehen. Der Thüringer war ambitioniert aus der zweite Reihe gestartet. „Das war vielleicht das Problem“, meint Technik-Spezi Ronny Schlieder. „In der Superpole 2 hat er keine perfekte Runde gekriegt, es war immer Verkehr auf der Strecke. JO hat es immer wieder versucht, hätte aber an die Box kommen müssen, Luft holen, Luftdruck prüfen lassen und dann wieder raus. Das wäre vielleicht besser gewesen.“

IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Hannes SOOMER (EST), BMW

2. Florian ALT (DEU), Honda

3. Lukas TULOVIC (DEU), Ducati

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

5. Leandro MERCADO (ARG), BMW

6. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati)

7. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

8. Twan SMITS (NLD), Yamaha

9. Maximilian KOFLER (AUT), Yamaha

10.Martin VUGRINEC (CRO), Kawasaki

Quelle. idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Dirk Geiger im Flow zum vierten Honda-Sieg

Dirk Geiger, Honda CBR 600 RR gewinn in Most sein viertes Saisonrennen
Foto: Jens Hawrda

Er hat dort weitergemacht wo er zuletzt aufgehört hat. Dirk Geiger (MCA Racing) hat auf der Honda CBR 600 RR sein viertes Saisonrennen in der IDM Supersport gewonnen. Marvin Siebdrath wurde Zweiter und sorgte damit für einen Triumph im Team Yamalube Motorsport Kofler, in dem der Hauptakteur und Titelfavorit Andreas Kofler Schadenbegrenzung betrieb. Der dritte Platz von Štěpán Zuda (Eder Racing) war eine faustdicke Überraschung, auch wenn es sich für den Tschechen um das Heimrennen handelte.

Die Strecke präsentierte sich am Samstagnachmittag in bestem Zustand. Die langen, flüssig zufahrenden Bögen glänzten in der Sonne. Und die Schikane machte ihrem Namen auch alle Ehre. Sie ist langsam und schwierig, der Bremspunkt lässt sich nur schwer finden.

Titelverteidiger Andreas Kofler und der Meisterschaftsführende Dirk Geiger setzten sich nach dem Start sofort ab. Dann gab es einen Block-Pass von Štěpán Zuda und schon war der Tscheche Dritter. Nur einen Wimpernschlag später spielte auch schon Marcel Brenner aus der Schweiz auf der MotoLife-Ducati mit.

Alles schien am Laufen zu sein, als Kofler plötzlich die Hand hob und Brenner auf der Panigale V2 passieren ließ. Das sah nicht gut aus für den Österreicher, der sich bei seinem Sturz auf dem Schleizer Dreieck heftige Blessuren am ganzen Körper zugezogen hatte, besonders an der Schulter. Ein weiterer Abflug im heutigen Training hatte dem 20-jährigen Yamaha-Fahrer noch den Rest gegeben.

Brenner ließ sich nicht zweimal bitten und machte anschließend Jagd auf Geiger. Aus dem Windschatten heraus zeigte er dem gebürtigen Mannheimer das Hinterrad der Ducati. Nicht lange. Geiger schlug zurück. Mehrfach. In der Zwischenzeit hatte sich Daniel Blin (AF Racing Team) ebenfalls auf einer Ducati an Yamaha-Treiber Zuda herangepirscht. Der Zweikampf gipfelte mit einem Umfaller von Blin im Kies. Damit verhinderte der Pole das Schlimmste, denn sonst hätte er die Kurve geschnitten und die Gegner getroffen. So landete nur eine Ladung Kies auf der Strecke.

In der Folge der Ereignisse übte Marvin Siebdrath vermehrt Druck auf Zuda aus und übernahm schließlich dessen dritten Platz. „Ich brauche ein paar Runden, damit ich in meinen Rhythmus kommen“, erklärte der Sachse den späten Angriff und fügte hinzu, „die zweite Rennhälfte ist meine bessere.“

Ganz vorne hatte sich längst eine ansehnliche Lücke zwischen Spitzenreiter Geiger und seinem Verfolger Brenner aufgetan. Der deutsche Honda-Fahrer war in der zweiten Halbzeit der Einzige im Feld, der noch mit 1:35 er-Zeiten glänzte.

Brenner sah nach seiner schweren Erkrankung im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz endlich wieder einer Podestplatzierung entgegen. Seine Steilkurve zeigt krass nach oben, doch die 14 Runden am Stück waren heute wohl doch noch zu viel für den 27-jährigen Schweizer. Er verlor noch zwei Plätze. Zuerst stürmte Siebdrath heran und dann musste Brenner auch noch Zuda wehrlos vorbeilassen. Und das alles in den letzten zwei Runden.

Fazit: Geiger feierte mit über fünf Sekunden Vorsprung seinen vierten Saisonsieg und baute die Führung in der Gesamtwertung aus. Siebdrath wurde Zweiter und kann das erste Saison-Highlight verbuchen. Zuda ließ sich von seinem Fanclub als Dritter feiern. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, stammelte er im Ziel. Der 19-Jährige aus Liberec musste sich erst fangen.

Das Erstaunliche war: Kofler blieb bis zum Schluss dabei. Nach seiner Phase, in der er zurückgefallen war, konnte er sich aufrappeln und übte mit zäher Beharrlichkeit Schadensbegrenzung. Der Österreicher kam als Fünfter ins Ziel.

Lennox Lehmann (Team Apreco) konnte sein Vorhaben unter die Top5 zu kommen, heute noch nicht umsetzen. Richard Irmscher holte bei seinem Einstand in der IDM Supersport zwei Punkte. Und morgen ist ein neuer Tag. Um 14:45 Uhr findet das zweite Supersport-Rennen im Autodrom Most statt.

IDM Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk Geiger (DEU), Honda

2. Marvin Siebdrath (DEU), Yamaha

3. Štěpán Zuda (CZE), Yamaha

4. Marcel Brenner (CHE), Ducati

5. Andreas Kofler (AUT), Yamaha

6. Luca De Vleeschauwer (BEL), Ducati

7. Filip Feigl (CZE), Triumph

8. Melvin van der Voort (NLD), Ducati

9. Lennox Lehmann (DEU), Yamaha

10.Julius Caesar Rörig (DEU), Honda

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Samstag, 21. Juni 2025

IDM Sportbike: Svendsen triumphiert, Chaos-Start für Iglesias

Oliver Svendson, Triumph Daytona 660 #1
Foto: Jens Hawrda

Oliver Svendsen dominierte das erste Rennen der IDM Sportbike-Klasse in Most und fuhr ungefährdet zum Sieg. Inigo Iglesias wurde trotz eines Kettenrisses noch starker Zweiter, während Petr Svoboda nach einem Ausweichmanöver den dritten Platz belegte.

Kettenriss vor dem Start

Der Auftakt ins erste Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Most verlief für Inigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) alles andere als nach Plan. Noch während der Sighting Lap riss die Kette seines neu aufgebauten Motorrads – ausgerechnet jenes Bikes, das er erst diese Woche erhalten hatte. Statt von Startplatz zwei ins Rennen zu gehen, musste der Spanier in die Boxengasse abbiegen. Dort gelang es dem neu formierten Team Wematik Racing by RT Motorsports, das Problem rechtzeitig zu beheben. Dennoch musste Iglesias die Einführungsrunde aus der Box starten und sich am Ende des Feldes einreihen.

Svendsen ohne Zweifel unterwegs

Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team), der von der Pole Position ins Rennen ging, verteidigte seine Führung souverän und setzte sich direkt an die Spitze. Iglesias startete eine beeindruckende Aufholjagd und lag bereits nach der ersten Kurve auf Rang fünf. Noch in derselben Runde schob er sich auf Platz zwei vor – doch Svendsen hatte sich bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet, den er bis ins Ziel hielt. „Ich hatte nie Zweifel daran, dass ich heute gewinnen würde“, erklärte der 21-jährige Däne. „Meine Pace war schon in allen Trainings stark, und die konnte ich heute von Beginn an konstant abrufen.“ Dagegen konnte auch Iglesias nichts ausrichten.

Trotz des verpassten Sieges war der Spanier hochzufrieden: „Mein Team hat wie die Löwen gekämpft, um das Motorrad rechtzeitig fahrbereit zu bekommen. Nach dieser turbulenten Woche und nach diesem Chaos vor dem Start noch Zweiter zu werden, fühlt sich an wie ein Sieg“, so der WM-erfahrene Pilot, der an diesem Wochenende mit einem neuen Team in der Sportbike-Klasse angetreten ist.

Ärgerlicher Fehler von Svoboda

Der Tscheche Petr Svoboda (WRP Racing), für den Most die Heimstrecke ist, beeindruckte mit Platz drei. Nach einem Überholmanöver gegen Iglesias auf der Start-Ziel-Geraden musste er den Notausgang nutzen, da er zu spät bremste und einen Unfall vermeiden wollte. Dabei verlor er einige Plätze, kämpfte sich aber rasch zurück auf Rang drei. „Das war ein dummer Fehler, der mich den Anschluss an Inigo gekostet hat“, ärgerte sich Svoboda. Im zweiten Rennen am Sonntag will er wieder voll angreifen.

Persönliche Bestleistungen

Ty Henriksen (Henriksen Racing) aus Dänemark erzielte mit Rang vier das bislang beste Resultat seiner IDM-Karriere. Der 18-Jährige setzte sich in einem packenden Duell gegen Ben Kugler (MotoLife) durch. „Ich bin überglücklich. Die harte Arbeit, die mein Vater und ich in das neue Bike gesteckt haben, hat sich heute ausgezahlt“, sagte Henriksen nach dem Rennen. Kugler musste sich mit Platz fünf zufriedengeben.

Auch Alexander Weizel lieferte eine starke Vorstellung ab. In einem engen Kampf verteidigte er mit vollem Einsatz Platz sechs gegen Cedrik Holme Nielsen (Motorradtke GYTR by Penz13) und Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing) – und belohnte sich mit seinem ersten Top-6-Ergebnis in der IDM. Holme Nielsen wurde Siebter, Kooistra folgte auf Rang acht.

Hänse Verlierer des Tages

Pechvogel des Tages war Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13). Von Startplatz drei ins Rennen gegangen, fiel er in den ersten Kurven auf Rang sechs zurück. Beim Versuch, sich wieder nach vorn zu kämpfen, verlor er wenige Runden später in einer Rechtskurve das Vorderrad. Während er selbst über den Asphalt rutschte, rollte seine Yamaha führerlos weiter und krachte in die Airfences. Hänse gab jedoch nicht auf: Er rannte zu seinem Motorrad, richtete es mit Hilfe der Streckenposten wieder auf und fuhr das Rennen – wenn auch abgeschlagen – zu Ende.

IDM Sportbike, Ergebnis Race 1 (Top-Ten)

  1. Oliver SVENDSEN (DNK), Triumph Daytona 660
  2. Inigo IGLESIAS (ESP), Triumph Daytona 660
  3. Petr SVOBODA (CZE), Aprilia RS 660
  4. Ty HENRIKSEN (DNK), Aprilia RS 660
  5. Ben KUGLER (DEU), Aprilia RS 660
  6. Alexander WEIZEL (DEU), Aprilia RS 660
  7. Cedric HOLME NIELSEN (DEU), Yamaha YZF-R7
  8. Rick KOOISTRA (NLD), Triumph Daytona 660
  9. Korbinian BRANDL (DEU), Aprilia RS 660
  10. Kristoffer KÖNIG (DEU), Aprilia RS 660


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann