Dienstag, 21. Mai 2024

Wer kann Schrey/Piana auf dem Lausitzring schlagen?

  • Michael Schrey/Gabriele Piana reisen als Tabellenführer in die Lausitz
  • Porsche-Pilot Finn Zulauf will ersten Saisonsieg
  • Beide Rennen live bei SPORT1 im Free-TV

Wer kann Schrey/Piana am Lausitzring schlagen ?
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany ist bereit für das zweite Rennwochenende der Saison 2024. Nach einem spannenden Auftakt in Oschersleben reist die Sportwagen-Serie des ADAC nun zum Dekra Lausitzring südlich von Berlin und startet dort im Rahmen der DTM. Die große Frage dabei: Wer kann Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) schlagen, nachdem das BMW M4 GT4-Duo mit einem starken Doppelsieg in die Saison gestartet ist? Die Auflösung gibt es entweder live im Free-TV bei SPORT1 am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 15 Uhr oder direkt an der Strecke. Tickets für die DTM auf dem Lausitzring gibt es online dtm.com.

Gutes Omen für die Konkurrenz: Bislang konnte BMW noch keinen Sieg in der ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring einfahren. „Wir waren in Oschersleben sehr schnell – und hatten das Ergebnis somit auch verdient. Auf dem Lausitzring werden die Karten aber neu gemischt. Da müssen wir realistisch sein“, blickt Gabriele Piana voraus. „Zudem gibt es auf dem Lausitzring viele Bodenwellen, was uns nicht wirklich entgegenkommt. Aber dennoch können wir mit dem neuen BMW-Modell eigentlich immer um die Top Fünf kämpfen. Unabhängig von allem ist das Ziel bei jedem Rennwochenende das gleiche: Zweimal Pole, zweimal die schnellste Runde und zwei Siege. Ob wir das diesmal erreichen, wird sich zeigen. Wir fahren so schnell wie möglich.“

Mit Blick auf den Tabellenstand sind Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) die größten Herausforderer von Schrey/Piana. Die Porsche 718 Cayman GT4-Piloten liegen mit 17 Punkten Rückstand auf Rang zwei. Porsche konnte bislang die Hälfte aller Rennen auf dem Lausitzring gewinnen. Zulauf triumphierte 2023 im Samstagrennen. „Ich freue mich sehr auf den Lausitzring, denn dort konnte ich in meiner bisherigen Karriere schon einige Erfolge einfahren. Somit verbinde ich viel Gutes mit der Strecke“, meint Zulauf. „Wir wollen dieses Jahr mit um den Titel kämpfen, insofern müssen wir am Wochenende vorne mit dabei sein und viele Punkte holen. Natürlich sind Siege das Ziel. Dem Porsche sollte die Strecke liegen. Wenn es nicht zu heiß wird, sind wir auf der Geraden mega stark. Auf der Bremse ist der Porsche ebenfalls klasse, was uns in Kurve eins sicher entgegenkommt.“

Auch der Mercedes-AMG GT4 war auf dem Lausitzring immer richtig flott unterwegs und konnte bereits siegen. Das haben auch die in der Tabelle drittplatzierten Enzo Joulié (20/FRA) und Marc de Fulgencio (24/ESP) im Hinterkopf - zumal de Fulgencio 2023 auf dem Lausitzring schon gewinnen konnte. Für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport hat das Rennwochenende zudem einen ganz speziellen Stellenwert. Die Mannschaft aus Berlin feiert Heimspiel und hat die kürzeste Anreise aller Teams.

Ebenfalls aus Berlin kommt Denny Berndt (19), der sich einen Porsche mit Simon Birch (17/DNK, beide Razoon - more than Racing) teilt. Die beiden Youngster gaben in Oschersleben ihr ADAC GT4 Germany-Debüt und hatten im Sonntagsrennen mit einer fulminanten Aufholjagd von Startplatz 22 das Podest nur um einen Rang verpasst. „Das erste Rennwochenende in der ADAC GT4 Germany lief richtig gut - und wir hoffen, nun daran anknüpfen zu können“, so Berndt, der gemeinsam mit Birch auf Tabellenplatz fünf liegt. „Aufgrund der Nähe zur Heimat ist der Lausitzring für mich besonders. Als Kind saß ich dort schon oft auf der Tribüne und habe mir die Rennen aus der Zuschauerperspektive angeschaut. Natürlich kommen auch einige Freunde und Familienmitglieder, um mich anzufeuern. Somit hoffe ich, gut unterwegs zu sein. Vor allem den ersten Sektor finde ich interessant, da er sehr flüssig ist. Sportlich wollen wir wieder glänzen. Ich habe großes Vertrauen in das Team und bin zuversichtlich, dass wir ein schnelles Auto haben werden.“

Insgesamt tritt die ADAC GT4 Germany auf dem Lausitzring mit 24 Sportwagen an, die sich auf die fünf Marken Aston Martin, Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche verteilen und von zehn Teams eingesetzt werden. Das verspricht vielfältige und abwechslungsreiche Unterhaltung, die es sich wie üblich anzuschauen lohnt.


Montag, 20. Mai 2024

DTM Lausitzring: Alle jagen Lamborghini-Fahrer Engstler

  • Luca Engstler startet als Tabellenführer am Dekra Lausitzring
  • Titelverteidiger Preining muss nach mäßigem Saisonstart liefern
  • Sunshine Live After Race Party und Fußball-Public Viewing am Samstag

Alle jagen Luca Engstler #19
Foto: Jens Hawrda

Alle jagen Luca Engstler (Kempten): Beim zweiten Rennwochenende der DTM auf dem Dekra Lausitzring (24. bis 26. Mai) steht Überraschungsmann Engstler unter Druck. Der Lamborghini-Fahrer gewann im Huracán GT3 Evo2 unerwartet den Saisonstart in Oschersleben und startet als Tabellenführer in das zweite Rennwochenende. Schon vor dem zweiten der insgesamt acht Saisonstopps der DTM zeichnet sich ab: In dem starken Feld ist jeder Pilot in der Lage, um den Sieg mitzufahren. Daher ist auch am Lausitzring mit unvorhersehbaren Rennverläufen und überraschenden Ergebnissen zu rechnen. TV-Partner ProSieben zeigt das Samstagsrennen später als gewohnt, die Livesendung startet am Samstag um 16:30 Uhr. Am Sonntag beginnt die Übertragung zur gewohnten Zeit um 13 Uhr. Der späte Rennstart am Samstag sorgt für beste Unterhaltung der Fans am Lausitzring: Nach dem Rennen wartet die Sunshine Live After Race Party in der Fan Zone, bevor es dort mit Public Viewing des DFB-Pokalfinales weitergeht.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Schipkau, Saisonrennen 3 und 4 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Layout: zwölf Kurven (fünf Rechts-, sieben Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2023, Rennen 1: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3)
  • Sieger 2023, Rennen 2: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Engstler mit Selbstvertrauen, Titelverteidiger Preining muss liefern

Engstler feierte in Oschersleben vor den Augen von Vater und Ex-DTM-Fahrer Franz seinen ersten DTM-Sieg und hat damit sein persönliches Saisonziel bereits erreicht. „Ich wollte in diesem Jahr ein DTM-Rennen gewinnen. Vielleicht muss ich meine Ziele jetzt noch einmal überdenken. Die Tabellenführung ist aber nur eine Momentaufnahme. Ich denke von Rennen zu Rennen, möchte den Lamborghini immer besser verstehen und am Lausitzring sowie den anderen Stopps in die Punkte fahren“, erklärt der Spitzenreiter. Mit großen Ambitionen reist der Tabellenzweite und Oschersleben-Sieger Aitken an den Lausitzring. Vergangenes Jahr holte der ehemalige Formel-1-Fahrer dort seinen ersten DTM-Sieg und könnte sich mit einer ähnlichen Leistung an der Spitze festsetzen. Auch Mirko Bortolotti (I) fährt mit guten Erinnerungen in die Niederlausitz, wo der Lamborghini-Pilot 2023 eines der spannendsten letztjährigen Rennen mit knappem Vorsprung vor Audi-Ass Ricardo Feller (CH) gewann.

Nach einem mäßigen Saisonstart steht Titelverteidiger Thomas Preining (A) dagegen unter Druck. Der Porsche-Werksfahrer konnte mit der Ausbeute von neun Punkten in den ersten beiden Rennen zwar Schadensbegrenzung betreiben, muss sich jedoch besonders in den Qualifyings erheblich steigern, um nicht frühzeitig den Anschluss an die Spitze zu verlieren.

Die Strecke

Der Lausitzring ist mit zwölf Kurven sowie wenigen Geraden technisch sehr anspruchsvoll und wird gegen den Uhrzeigersinn befahren. Auf der winkeligen Strecke ist eine gute Traktion wichtig, um aus den engen Passagen mit den bis zu 600 PS starken Fahrzeugen maximal herausbeschleunigen zu können. Die Bodenwellen sind ein weiteres Markenzeichen des 3,478 Kilometer langen Asphaltbands in der Niederlausitz. Auch hier muss die Fahrzeugabstimmung perfekt passen, um ein zu starkes Bouncing der Autos zu vermeiden. Die Zuschauer können das Geschehen auf der kompletten Strecke und in der Boxengasse von der imposanten Haupttribüne aus optimal mitverfolgen.

Der Lokalmatador

Maximilian Paul (Dresden) hat die kürzeste Anreise aller Fahrer. Der 24-Jährige kommt genauso wie sein Team Paul Motorsport aus Dresden, das nur rund 60 Kilometer vom Lausitzring entfernt liegt. Daher ist das Heimspiel für den Lamborghini-Piloten etwas ganz Besonderes. „Ich war im vergangenen Jahr schon am Lausitzring bei der DTM am Start, als Stammfahrer mit eigenem Rennstall ist das diesmal eine ganz andere Nummer. In der Box wird eine Menge los sein, wir erwarten viele Sponsoren und Unterstützer. Das motiviert zusätzlich, zudem wir unseren Heimkurs gut kennen. Der Lausitzring ist eine eher langsame Strecke mit vielen Bodenwellen. Das Fahrzeug-Handling ist deshalb entscheidend. Wir werden wie immer Vollgas geben“, verspricht der Lokalmatador.

Rennaction, Track Safari und After Race Party

Motorsport-Fans kommen beim DTM-Event am Lausitzring voll auf ihre Kosten: Neben den beiden Meisterschaftsläufen der DTM sorgen auch die ADAC GT4 Germany und der Prototype Cup Germany für Spektakel. Nostalgische Momente bietet am Wochenende der ADAC Historic Cup Ost mit historischen Tourenwagen und Formelfahrzeugen. Eine besondere Show garantiert auch die DTM Track Safari. Dabei erleben Fans den Lausitzring und die DTM aus einer völlig anderen Perspektive. In einer eigenen Session geht es am Freitagnachmittag in Bussen auf die Strecke, während die PS-starken Rennfahrzeuge lautstark an ihnen vorbeiziehen. DTM-Fans sollten sich zudem den Samstagabend freihalten: Dann wird die DTM Fan Zone ab 18 Uhr zur Bühne für die After Race Party von Sunshine Live, anschließend können die Besucher in der Fan Zone gemeinsam beim Public Viewing des DFB Pokalfinale mitfiebern. Tickets für das Rennwochenende am Lausitzring sowie die Track Safari sind online auf dtm.com erhältlich.


Dienstag, 14. Mai 2024

Luca Engstler: „Muss meine Ziele wohl nochmal überdenken“

  •  Lamborghini-Youngster spricht über seinen DTM-Sensationssieg in Oschersleben
  •  Engstler verrät, was für Gedanken ihm während des Rennens durch den Kopf gingen und welche Rolle sein Vater Franz Engstler in seiner Karriere spielt

Luca Engstler jubelte in Oschersleben über seinen ersten DTM-Sieg
Foto: ADAC-Motorsport   


An den 28. April 2024 wird sich Luca Engstler noch in vielen Jahren erinnern. Auf dem Dach seines Lamborghini Huracán GT3 Evo2 stehend, streckte der Fahrer aus Kempten beide Fäuste in die Luft. Beim Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben jubelte Engstler über seinen ersten DTM-Sieg. „Ich kann es ehrlich gesagt immer noch nicht ganz glauben“, sagt Engstler mit einigen Tagen Abstand. „Es fühlt sich ein bisschen wie ein Traum an. Ich bin enorm glücklich und dankbar, dass die harte Arbeit direkt so früh in der Saison belohnt wurde.“ Der Fahrer vom Lamborghini Team Liqui Moly by GRT ist der 14. Pilot aus dem diesjährigen Starterfeld, der in seiner Karriere auf mindestens einen DTM-Rennsieg kommt – maximale Leistungsdichte auf Top-Niveau. Bereits Ende Mai könnten weitere Debütsieger dazukommen, wenn die DTM die Meisterschaftsläufe drei und vier auf dem DEKRA Lausitzring (24. bis 26. Mai) austrägt. Tickets für das Event in der Niederlausitz gibt es bereits ab 49 Euro unter dtm.com.

Zu Engstlers ersten Gratulanten direkt am DTM-Podium zählte neben Teamchef Gottfried Grasser auch Vater Franz Engstler, der für den Karriereverlauf seines Sohnes eine wichtige Rolle spielt. „Mein Vater“, betont Luca, „ist vom ersten Tag an mein größter Unterstützer und hat immer an mich geglaubt. Wir haben zusammen mit meiner Mutter einfach alles hintenangestellt, um erfolgreich zu sein. Ich bin enorm glücklich und stolz, so eine tolle Familie zu haben.“ Franz Engstler fuhr von 1989 bis 1994 selbst in der DTM, startete zudem in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. „Jetzt bin ich meinem Vater einen DTM-Sieg voraus, dafür konnte er einen WM-Lauf gewinnen“, spricht Engstler über die Familienbilanz.

Das Jahr begann für Engstler herausfordernd. Der 24-Jährige wechselte in das erfahrene Lamborghini Team Liqui Moly by GRT und damit erstmals ins Fahrzeug mit dem goldenen Stier. Zuvor setzte er sowohl in seiner DTM-Debütsaison als auch im ADAC GT Masters auf die vier Ringe und pilotierte einen Audi R8 LMS GT3 Evo2. „Der Lamborghini ist teilweise schon anders zu fahren, da spielen Themen rein wie die Kinematik der Vorderachse oder die Balance durch die Karosserie. Trotzdem merkt man, dass beide Fahrzeuge auf einem ähnlichen Konzept basieren“, erklärt Engstler die Unterschiede der beiden Autos. Von Anpassungsproblemen war beim Auftakt allerdings keine Spur. Nachdem Engstler von einer Gelbphase profitierte und in Führung ging, verteidigte er diese gegen Routinier Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward) souverän bis zum Ziel. „Als ich Maro im Rückspiegel gesehen habe, wusste ich, dass es ein langer Nachmittag wird. Entscheidend war, dass ich keine Fehler gemacht und ihm zu keiner Zeit eine Überholmöglichkeit angeboten hab“, sagt Engstler.

Sein persönliches Saisonziel hat der Youngster, dessen Markenzeichen das Fahrzeug-Design in den Farben seines Partners LIQUI MOLY ist, bereits erreicht. „Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dieses Jahr mein erstes DTM-Rennen zu gewinnen. Dass es direkt am ersten Wochenende klappt, hätte ich niemals gedacht. Meine Ziele muss ich jetzt wohl nochmal überdenken“, sagt Engstler mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Es sind noch enorm viele Hausaufgaben zu erledigen, auch von meiner Seite aus. Ich möchte jedes Rennwochenende punkten, einen guten Job machen und den Lamborghini immer besser verstehen.“ Die nächste Chance dazu hat Engstler beim zweiten Saisonstopp am DEKRA Lausitzring. Dass die Strecke südlich von Berlin für Lamborghini ein gutes Pflaster ist, beweist ein Blick in den Rückspiegel. Vergangenes Jahr glänzte Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (I) dort für SSR Performance mit einem Sieg und einem zweiten Platz.

Montag, 13. Mai 2024

Das ADAC Racing Weekend bot Motorsport für Jung und Alt

 

Foto: Motorsportarena Oschersleben

Das ADAC Racing Weekend begeisterte durch motorsportliche Vielfalt und ein tolles Ambiente auf und neben der Rennstrecke. Das Breitensportwochenende brachte dabei vom historischen Formelwagen bis zum aktuellen GT3 Fahrzeug Abwechslung auf den Kurs in der Magdeburger Börde.

Bei schon recht sommerlichen Temperaturen pilgerten zahlreiche Besucher in die Motorsport Arena Oschersleben, um die spannenden Rennen der verschiedenen Serien zu verfolgen. „Mit dem ADAC Racing Weekend möchten wir gemeinsam mit dem ADAC eine optimale Plattform für den Einstieg in den professionellen Motorsport schaffen.“, erläutert Geschäftsführer der Motorsport Arena, Ralph Bohnhorst, das Konzept.

Die jüngsten Fahrer des Wochenendes ab einem Alter von 15 Jahren gingen im ADAC Tourenwagen Junior Cup an den Start, welche mit einheitlichen VWUp! um die Meisterschaft fahren. Das Teilnehmerfeld war eng beisammen und mit den intensiven Duellen lieferten sie den Zuschauern eine tolle Show.

Das teilnehmerstärkste Feld war der vorwiegend regional besetzte NATC mit knapp 40 Startern. Sportlich faire Überholmanöver und einen intensiven Wettbewerb gab es schon ab den Qualifyings zu sehen.

Mit der Special Tourenwagen Trophy und der Dutch Supercar Challenge waren Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen des GT-Motorsports zu sehen.

Der ADAC Historic Cup Ost brachte alte Klassiker aus dem Ostblock auf die Strecke, darunter auch Formel-Rennwagen. Freunde des historischen Motorsports konnten hier Lada, Skodas und sogar auch einen Melkus in tollen Rennszenen verfolgen.

Beim GTC Race gingen GT3 und GT4 Fahrzeuge ins Rennen. Unter den Fahrern war auch der Amerikaner Tim Horrell, welcher trotz Rollstuhl durch die Steer-by-Wire-Technologie im Porsche 718 Cayman GT4 Platz nahm und die Trophy Wertung für sich entscheiden konnte.


Aufregender IDM-Auftakt für das Team Champion-alpha-Van Zon-BMW

 

Foto: Dino Eisele, IDM

Das lange Warten hat eine Ende. Mehr als ein halbes Jahre dauerte die Winterpause der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Doch am vergangenen Wochenende ging es wieder los und auf dem Sachsenring starteten die Piloten in die Saison 2024. Als feste Größe ist auch wieder das Team um den Belgier Werner Daemen in der Klasse Superbike am Start. Unter dem neuen Namen Champion-alpha-Van Zon-BMW gehen fünf Fahrer ins Rennen um die Krone im höchsten deutschen Motorradsport-Prädikat: Ilya Mikhalchik (Ukraine), Philipp Steinmayr (Österreich), Jan Mohr (Österreich), Bálint Kovács (Ungarn) und Max Schmidt (Deutschland).

Ilya Mikhalchik hat ein klares Ziel vor Augen. Er will 2024 seinen vierten Titel in der IDM Superbike holen. Nach den Team-Tests in Spanien und seinem BMW-Einsatz in der Langstrecken-WM drehte der Ukrainer vor dem IDM-Auftakt noch ein paar Runden auf dem Hockenheimring. «Ich kann auch ohne viel Testkilometer schnell sein», erklärt Mikhalchik. «Aber mit ein paar mehr Testkilometer hat man beim Schnellfahren alles besser unter Kontrolle. Der Sachsenring ist ja bekanntermaßen nicht meine Lieblingsstrecke, aber wenn man weiß, wo es hier lang geht, macht es schon Laune.» Mit einer persönlichen Bestzeit von 1.22,923 min gelang ihm die drittschnellste Zeit und ein Platz in der ersten Startreihe war dem Dreifach-Champion für den Sonntag sicher.

Vor dem ersten Rennen war ein Regenschauer über die Strecke gegangen und die Piloten mussten ohne Vorkenntnisse auf Regenreifen in ihr erstes Rennen starten. Mikhalchik tat sich schwer, sich mit den Bedingungen anzufreunden. Nach einem guten Start hatte er im Mittelfeld zu kämpfen und wurde am Ende 14. «Ja der Start war noch ok», fasste sein Teamchef die Lage zusammen. «Aber dann liefs nicht. Er hatte keinen Grip und dazu noch ein schlechtes Gefühl für sein Motorrad bei diesen Bedingungen.»

Für das Rennen am Nachmittag schien endlich wieder die Sonne und ein immerhin zartes Lächeln erschien nach Rang 3 auch wieder auf dem Gesicht von Mikhalchik. Der hatte über die komplette Distanz in der Vierer-Spitzen-Gruppe mitgehalten und sich den letzten Platz auf dem Podium gesichert. «Das war ein harter Kampf», beschrieb der Ukrainer die andauernden Taktik-Spielereien, die in einer angriffslustigen Schlussphase mündeten. «Aber jetzt bin ich happy mit dem Podestplatz, vor allem in Hinblick auf das Ergebnis in Rennen 1. Ich hatte nicht ganz das Vertrauen in mein Bike wie noch im Training und bei der Superpole. Im Regen ging das Rennen etwas daneben, aber ich habe daraus gelernt. Im zweiten Lauft stimmten die Kämpfe und mein Speed.»

Philipp Steinmayr hatte wie seine Champion-alpha-Van Zon-BMW-Team-Kollegen vor dem IDM-Auftakt noch ein paar Runden auf dem Hockenheimring gedreht. «Die waren sehr wichtig für mich», versicherte der Österreicher. «Auch wenn am ersten Tag die Technik nicht ganz mitgemacht hat, bin ich am Dienstag gut zum Fahren gekommen. So kam ich schon warmgefahren am Sachsenring an.» Nach dem Pre Practice war Steinmayr gleich unter den Top-12 und damit in der Superpole 2 gelandet. Am Samstagnachmittag musste er noch einen Piloten den Vortritt lassen und positionierte sich mit seiner BMW auf Startplatz 13. «Das Gefühl fürs Moped passt», hatte er schon vorher verraten. «Aber es ist dieses Jahr ein starkes Feld. Am Motorrad kann man sicherlich immer noch was besser machen, aber auch fahrerisch kann ich noch was tun. Im dritten Freien Training wollte ich eine Rennsimulation wegen des Reifens fahren, aber daraus wurde leider nichts, weil ich zwei Mal unplanmäßig in die Box musste.»

Im ersten Rennen schlug sich Steinmayr bei den durch einen vorangegangenen Regenschauer schwierig gewordenen Verhältnisse wacker. «Das Wetter war natürlich Scheiße und der Grip eine Katastrophe», so sein Lagebericht nach einem gelungenen siebten Platz im Rennen. «Ich bin top weggekommen am Start, ging aber in der ersten Kurve weit und hatte auch in der zweiten Kurve zu kämpfen. Ins Omega runter konnte ich dann ein paar Plätze gutmachen. Ich musste erst einmal ein Gefühl für das Motorrad kriegen und als Bálint Kovács vorbeikam, habe ich mich an dem festgebissen. Ich habe nur ihn gesehen, sonst nur Gischt und Dreck. Als ich am Ende an ihm vorbei war, hatte ich freie Sicht.» Im zweiten Lauf musste sich Steinmayr im Sonnenschein mit Platz 11 begnügen. «Das Motorrad hat gut funktioniert», hielt er fest. «Mein Start war gut, aber ich war auf der Außenbahn und da kamen in der ersten Kurve ein paar vorbei. Dahinter habe ich mich dann ein bisschen festgefahren und fand bis zum Ende keinen Weg an den Vorderleuten vorbei.»

Jan Mohr hat eine lange Racing-freie Zeit hinter sich. Nach seiner Verletzung im Jahr 2022 war er im Vorjahr nur auf seinem Heimrennen auf dem Red Bull Ring dabei. Seit diesem Jahr ist der Österreicher wieder voll dabei im Team Champion-alpha-Van Zon-BMW und zeigte sich auch gleich wieder in alter Stärke. Nach einer gelungenen  Pre-Practice-Session blieb Mohr auch in der Superpole cool und holte Startplatz 5. «Es hat ein bisschen gedauert, bis ich fit wieder fit war», blickt Mohr zurück. «Ich bin inzwischen ja auch zwei Jahre älter, habe in der Zeit viel gelernt und bin ein wenig ruhiger geworden.» Zur Vorbereitung auf die Saison war er nicht nur mit dem Team in Spanien unterwegs, sondern machte mit seinem Trainingsbike und seinen bulgarischen Mechanikern auch wieder das griechische Serres unsicher, wo er beide Rennen gewinnen und seinen eigenen Rundenrekord unterbot.

«Das war jetzt nicht so geil», meinte Mohr nach dem durch einen kurzen Regenschauer durchnässten ersten Lauf, der für ihn mit einem 10. Platz endete. «In der ersten Kurve nach dem Start hatte ich mich ungünstig positioniert. Danach hatte ich wenig Chancen. Immer wenn ich ans Gas gegangen bin, ist mir extrem das Hinterrad weggegangen. Alle anderen hatten dieses Problem meines Wissens auch, aber kamen damit wohl besser zurecht als ich. Natürlich hatte ich mir mehr erhofft, aber auf nasser Strecke ein zehnter Platz, das geht schon okay.» Der zweite Lauf fand am Nachmittag bei trockenen Bedingungen statt, doch für Mohr lief es vor allem am Anfang ein wenig zäh. Am Ende konnte er sich in der Verfolgergruppe durchsetzen und den 7. Platz eintüten. «Meine Pace war zum Schluss super», erklärt der Österreicher. «Wäre das Rennen noch ein, zwei Runden länger gegangen, wäre ich an Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig dran gewesen. Doch leider war das Rennen vorher fertig. Ich mach es mir zu Beginn halt gerne mal selber schwer, da muss ich dran arbeiten.»

Bálint Kovács fühlte sich beim Saisonauftakt gut vorbereitet auf sein zweites komplettes IDM-Jahr und war auch neben der Rennstrecke bei seinem Studium im Management-Bereich fleißig. Den letzten Schliff verpasste er sich kurz vor dem Auftakt noch auf dem Hockenheimring. «Der Sachsenring ist natürlich eine spezielle Strecke», ist er sich bewusst. «Auch das Feld ist sehr stark. Mit einer halben Sekunden schneller, steht man gleich ein gutes Stück weiter vorne. Es liegt alles sehr eng beisammen.» Den Sprung in die Superpole 2 gelang dem Ungar vom Team Champion-alpha-Van Zon-BMW auf Anhieb. Doch am Samstagnachmittag kämpfte Kovács mit stumpfen Waffen  und musste sich mit Startplatz 15 begnügen. «Es gab ein Problem mit der Bremse», erklärte Daemen die Lage. «Aber fürs Rennen ist alles okay, es war nur eine Kleinigkeit.»

Am Ende des Sonntags überzeugte der Ungar mit einem achten Platz im Regen und einem neunten Rang im Trockenen. «Zum Schluss kam mein Teamkollege Philipp Steinmayr vorbei», beschreibt Kovács Lauf 1. «Zu Beginn des Rennens hatte ich mich noch besser gefühlt als zum Schluss. Ich hing in der ersten Runde lange hinter Fahrern fest, die langsamer unterwegs waren als ich. Philipp und ich waren dann lange in unserer eigenen Welt unterwegs. In den letzten Runden war mein Reifen am Ende und ich bin auf Nummer sicher gegangen. Es hätte besser laufen können, aber es geht okay.»

Viel Arbeit gab es für den Ungar in Lauf 2, in dem er sich in einer hart kämpfende Gruppe wiederfand. «Es war lustig», so sein Rennbericht, « aber eine so große Gruppe hat auch ihre schlechten Seiten. Jeder fährt einen andere Stil. Doch ich konnte meine Reifen schonen und am Ende nochmal angreifen. Alles in allem bin ich happy, bis zu den Top-Fünf fehlt nicht viel.»
Max Schmidt hat ebenfalls wieder im Team Champion-alpha-Van Zon-BWM angedockt und war am ersten Tag noch nicht ganz happy und hatte viel mit seiner Technik-Crew zu besprechen. Er war im Freien Training am Freitag zu Boden gegangen. «Mein Vorderrad war den Wasserfall runter wohl noch zu kalt und ist mir eingeklappt», berichtet er. «Ich habe nichts, aber mein Motorrad war vorne rum ziemlich kaputt.» Dennoch schaffte er in Pre Practice am Freitag auf Anhieb den Sprung in die Superpole 2 am Samstag. «Da war ich mir sicher, dass das klappt», versicherte er. «Im dritten Freien Training habe ich noch ein wenig Selbstvertrauen getankt.» Bei der Jagd nach den besten Startplätzen belohnte er sich und seine Mechaniker-Crew mit den neuntbesten Zeit.

Nach den beiden Rennen am Sonntag ließ Schmidt ein wenig den Kopf hängen. Die Plätze 12 im Regen und 18 im Trockenen waren nicht das, was der Wuppertaler angepeilt hatte. «Eigentlich fühle ich mich am Sachsenring wohl», grübelte er im Anschluss. «Und das Quali war auch okay. Die Rennen waren dann eher ein Griff ins Klo. Vor allem im Regen bin ich sonst gut. Doch ich hatte nicht das rechte Vertrauen und konnte nicht angreifen. Ich war dann schon enttäuscht.» Positiver gestimmt ging er dann in den Nachmittagslauf, aber es sollte noch dicker kommen. «Ich wusste, dass ich im Trockenen schnell bin», versichert er im Anschluss. «Ich habe versucht, meinen Rhythmus aufzubauen, aber in der Gruppe kam ständig was dazwischen. Man konnte einfach nicht überholen. Dann hatte ich selber noch einen Fehler eingebaut. Als ich mich wieder vorgearbeitet hatte, kam ich in Kurve 1 auf einmal quer und habe dabei Kevin Origis berührt. Dafür bekam ich eine Drei-Sekunden-Strafe und bin aus den Punkten geflogen.»