Montag, 13. Mai 2024

Das ADAC Racing Weekend bot Motorsport für Jung und Alt

 

Foto: Motorsportarena Oschersleben

Das ADAC Racing Weekend begeisterte durch motorsportliche Vielfalt und ein tolles Ambiente auf und neben der Rennstrecke. Das Breitensportwochenende brachte dabei vom historischen Formelwagen bis zum aktuellen GT3 Fahrzeug Abwechslung auf den Kurs in der Magdeburger Börde.

Bei schon recht sommerlichen Temperaturen pilgerten zahlreiche Besucher in die Motorsport Arena Oschersleben, um die spannenden Rennen der verschiedenen Serien zu verfolgen. „Mit dem ADAC Racing Weekend möchten wir gemeinsam mit dem ADAC eine optimale Plattform für den Einstieg in den professionellen Motorsport schaffen.“, erläutert Geschäftsführer der Motorsport Arena, Ralph Bohnhorst, das Konzept.

Die jüngsten Fahrer des Wochenendes ab einem Alter von 15 Jahren gingen im ADAC Tourenwagen Junior Cup an den Start, welche mit einheitlichen VWUp! um die Meisterschaft fahren. Das Teilnehmerfeld war eng beisammen und mit den intensiven Duellen lieferten sie den Zuschauern eine tolle Show.

Das teilnehmerstärkste Feld war der vorwiegend regional besetzte NATC mit knapp 40 Startern. Sportlich faire Überholmanöver und einen intensiven Wettbewerb gab es schon ab den Qualifyings zu sehen.

Mit der Special Tourenwagen Trophy und der Dutch Supercar Challenge waren Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen des GT-Motorsports zu sehen.

Der ADAC Historic Cup Ost brachte alte Klassiker aus dem Ostblock auf die Strecke, darunter auch Formel-Rennwagen. Freunde des historischen Motorsports konnten hier Lada, Skodas und sogar auch einen Melkus in tollen Rennszenen verfolgen.

Beim GTC Race gingen GT3 und GT4 Fahrzeuge ins Rennen. Unter den Fahrern war auch der Amerikaner Tim Horrell, welcher trotz Rollstuhl durch die Steer-by-Wire-Technologie im Porsche 718 Cayman GT4 Platz nahm und die Trophy Wertung für sich entscheiden konnte.


Aufregender IDM-Auftakt für das Team Champion-alpha-Van Zon-BMW

 

Foto: Dino Eisele, IDM

Das lange Warten hat eine Ende. Mehr als ein halbes Jahre dauerte die Winterpause der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Doch am vergangenen Wochenende ging es wieder los und auf dem Sachsenring starteten die Piloten in die Saison 2024. Als feste Größe ist auch wieder das Team um den Belgier Werner Daemen in der Klasse Superbike am Start. Unter dem neuen Namen Champion-alpha-Van Zon-BMW gehen fünf Fahrer ins Rennen um die Krone im höchsten deutschen Motorradsport-Prädikat: Ilya Mikhalchik (Ukraine), Philipp Steinmayr (Österreich), Jan Mohr (Österreich), Bálint Kovács (Ungarn) und Max Schmidt (Deutschland).

Ilya Mikhalchik hat ein klares Ziel vor Augen. Er will 2024 seinen vierten Titel in der IDM Superbike holen. Nach den Team-Tests in Spanien und seinem BMW-Einsatz in der Langstrecken-WM drehte der Ukrainer vor dem IDM-Auftakt noch ein paar Runden auf dem Hockenheimring. «Ich kann auch ohne viel Testkilometer schnell sein», erklärt Mikhalchik. «Aber mit ein paar mehr Testkilometer hat man beim Schnellfahren alles besser unter Kontrolle. Der Sachsenring ist ja bekanntermaßen nicht meine Lieblingsstrecke, aber wenn man weiß, wo es hier lang geht, macht es schon Laune.» Mit einer persönlichen Bestzeit von 1.22,923 min gelang ihm die drittschnellste Zeit und ein Platz in der ersten Startreihe war dem Dreifach-Champion für den Sonntag sicher.

Vor dem ersten Rennen war ein Regenschauer über die Strecke gegangen und die Piloten mussten ohne Vorkenntnisse auf Regenreifen in ihr erstes Rennen starten. Mikhalchik tat sich schwer, sich mit den Bedingungen anzufreunden. Nach einem guten Start hatte er im Mittelfeld zu kämpfen und wurde am Ende 14. «Ja der Start war noch ok», fasste sein Teamchef die Lage zusammen. «Aber dann liefs nicht. Er hatte keinen Grip und dazu noch ein schlechtes Gefühl für sein Motorrad bei diesen Bedingungen.»

Für das Rennen am Nachmittag schien endlich wieder die Sonne und ein immerhin zartes Lächeln erschien nach Rang 3 auch wieder auf dem Gesicht von Mikhalchik. Der hatte über die komplette Distanz in der Vierer-Spitzen-Gruppe mitgehalten und sich den letzten Platz auf dem Podium gesichert. «Das war ein harter Kampf», beschrieb der Ukrainer die andauernden Taktik-Spielereien, die in einer angriffslustigen Schlussphase mündeten. «Aber jetzt bin ich happy mit dem Podestplatz, vor allem in Hinblick auf das Ergebnis in Rennen 1. Ich hatte nicht ganz das Vertrauen in mein Bike wie noch im Training und bei der Superpole. Im Regen ging das Rennen etwas daneben, aber ich habe daraus gelernt. Im zweiten Lauft stimmten die Kämpfe und mein Speed.»

Philipp Steinmayr hatte wie seine Champion-alpha-Van Zon-BMW-Team-Kollegen vor dem IDM-Auftakt noch ein paar Runden auf dem Hockenheimring gedreht. «Die waren sehr wichtig für mich», versicherte der Österreicher. «Auch wenn am ersten Tag die Technik nicht ganz mitgemacht hat, bin ich am Dienstag gut zum Fahren gekommen. So kam ich schon warmgefahren am Sachsenring an.» Nach dem Pre Practice war Steinmayr gleich unter den Top-12 und damit in der Superpole 2 gelandet. Am Samstagnachmittag musste er noch einen Piloten den Vortritt lassen und positionierte sich mit seiner BMW auf Startplatz 13. «Das Gefühl fürs Moped passt», hatte er schon vorher verraten. «Aber es ist dieses Jahr ein starkes Feld. Am Motorrad kann man sicherlich immer noch was besser machen, aber auch fahrerisch kann ich noch was tun. Im dritten Freien Training wollte ich eine Rennsimulation wegen des Reifens fahren, aber daraus wurde leider nichts, weil ich zwei Mal unplanmäßig in die Box musste.»

Im ersten Rennen schlug sich Steinmayr bei den durch einen vorangegangenen Regenschauer schwierig gewordenen Verhältnisse wacker. «Das Wetter war natürlich Scheiße und der Grip eine Katastrophe», so sein Lagebericht nach einem gelungenen siebten Platz im Rennen. «Ich bin top weggekommen am Start, ging aber in der ersten Kurve weit und hatte auch in der zweiten Kurve zu kämpfen. Ins Omega runter konnte ich dann ein paar Plätze gutmachen. Ich musste erst einmal ein Gefühl für das Motorrad kriegen und als Bálint Kovács vorbeikam, habe ich mich an dem festgebissen. Ich habe nur ihn gesehen, sonst nur Gischt und Dreck. Als ich am Ende an ihm vorbei war, hatte ich freie Sicht.» Im zweiten Lauf musste sich Steinmayr im Sonnenschein mit Platz 11 begnügen. «Das Motorrad hat gut funktioniert», hielt er fest. «Mein Start war gut, aber ich war auf der Außenbahn und da kamen in der ersten Kurve ein paar vorbei. Dahinter habe ich mich dann ein bisschen festgefahren und fand bis zum Ende keinen Weg an den Vorderleuten vorbei.»

Jan Mohr hat eine lange Racing-freie Zeit hinter sich. Nach seiner Verletzung im Jahr 2022 war er im Vorjahr nur auf seinem Heimrennen auf dem Red Bull Ring dabei. Seit diesem Jahr ist der Österreicher wieder voll dabei im Team Champion-alpha-Van Zon-BMW und zeigte sich auch gleich wieder in alter Stärke. Nach einer gelungenen  Pre-Practice-Session blieb Mohr auch in der Superpole cool und holte Startplatz 5. «Es hat ein bisschen gedauert, bis ich fit wieder fit war», blickt Mohr zurück. «Ich bin inzwischen ja auch zwei Jahre älter, habe in der Zeit viel gelernt und bin ein wenig ruhiger geworden.» Zur Vorbereitung auf die Saison war er nicht nur mit dem Team in Spanien unterwegs, sondern machte mit seinem Trainingsbike und seinen bulgarischen Mechanikern auch wieder das griechische Serres unsicher, wo er beide Rennen gewinnen und seinen eigenen Rundenrekord unterbot.

«Das war jetzt nicht so geil», meinte Mohr nach dem durch einen kurzen Regenschauer durchnässten ersten Lauf, der für ihn mit einem 10. Platz endete. «In der ersten Kurve nach dem Start hatte ich mich ungünstig positioniert. Danach hatte ich wenig Chancen. Immer wenn ich ans Gas gegangen bin, ist mir extrem das Hinterrad weggegangen. Alle anderen hatten dieses Problem meines Wissens auch, aber kamen damit wohl besser zurecht als ich. Natürlich hatte ich mir mehr erhofft, aber auf nasser Strecke ein zehnter Platz, das geht schon okay.» Der zweite Lauf fand am Nachmittag bei trockenen Bedingungen statt, doch für Mohr lief es vor allem am Anfang ein wenig zäh. Am Ende konnte er sich in der Verfolgergruppe durchsetzen und den 7. Platz eintüten. «Meine Pace war zum Schluss super», erklärt der Österreicher. «Wäre das Rennen noch ein, zwei Runden länger gegangen, wäre ich an Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig dran gewesen. Doch leider war das Rennen vorher fertig. Ich mach es mir zu Beginn halt gerne mal selber schwer, da muss ich dran arbeiten.»

Bálint Kovács fühlte sich beim Saisonauftakt gut vorbereitet auf sein zweites komplettes IDM-Jahr und war auch neben der Rennstrecke bei seinem Studium im Management-Bereich fleißig. Den letzten Schliff verpasste er sich kurz vor dem Auftakt noch auf dem Hockenheimring. «Der Sachsenring ist natürlich eine spezielle Strecke», ist er sich bewusst. «Auch das Feld ist sehr stark. Mit einer halben Sekunden schneller, steht man gleich ein gutes Stück weiter vorne. Es liegt alles sehr eng beisammen.» Den Sprung in die Superpole 2 gelang dem Ungar vom Team Champion-alpha-Van Zon-BMW auf Anhieb. Doch am Samstagnachmittag kämpfte Kovács mit stumpfen Waffen  und musste sich mit Startplatz 15 begnügen. «Es gab ein Problem mit der Bremse», erklärte Daemen die Lage. «Aber fürs Rennen ist alles okay, es war nur eine Kleinigkeit.»

Am Ende des Sonntags überzeugte der Ungar mit einem achten Platz im Regen und einem neunten Rang im Trockenen. «Zum Schluss kam mein Teamkollege Philipp Steinmayr vorbei», beschreibt Kovács Lauf 1. «Zu Beginn des Rennens hatte ich mich noch besser gefühlt als zum Schluss. Ich hing in der ersten Runde lange hinter Fahrern fest, die langsamer unterwegs waren als ich. Philipp und ich waren dann lange in unserer eigenen Welt unterwegs. In den letzten Runden war mein Reifen am Ende und ich bin auf Nummer sicher gegangen. Es hätte besser laufen können, aber es geht okay.»

Viel Arbeit gab es für den Ungar in Lauf 2, in dem er sich in einer hart kämpfende Gruppe wiederfand. «Es war lustig», so sein Rennbericht, « aber eine so große Gruppe hat auch ihre schlechten Seiten. Jeder fährt einen andere Stil. Doch ich konnte meine Reifen schonen und am Ende nochmal angreifen. Alles in allem bin ich happy, bis zu den Top-Fünf fehlt nicht viel.»
Max Schmidt hat ebenfalls wieder im Team Champion-alpha-Van Zon-BWM angedockt und war am ersten Tag noch nicht ganz happy und hatte viel mit seiner Technik-Crew zu besprechen. Er war im Freien Training am Freitag zu Boden gegangen. «Mein Vorderrad war den Wasserfall runter wohl noch zu kalt und ist mir eingeklappt», berichtet er. «Ich habe nichts, aber mein Motorrad war vorne rum ziemlich kaputt.» Dennoch schaffte er in Pre Practice am Freitag auf Anhieb den Sprung in die Superpole 2 am Samstag. «Da war ich mir sicher, dass das klappt», versicherte er. «Im dritten Freien Training habe ich noch ein wenig Selbstvertrauen getankt.» Bei der Jagd nach den besten Startplätzen belohnte er sich und seine Mechaniker-Crew mit den neuntbesten Zeit.

Nach den beiden Rennen am Sonntag ließ Schmidt ein wenig den Kopf hängen. Die Plätze 12 im Regen und 18 im Trockenen waren nicht das, was der Wuppertaler angepeilt hatte. «Eigentlich fühle ich mich am Sachsenring wohl», grübelte er im Anschluss. «Und das Quali war auch okay. Die Rennen waren dann eher ein Griff ins Klo. Vor allem im Regen bin ich sonst gut. Doch ich hatte nicht das rechte Vertrauen und konnte nicht angreifen. Ich war dann schon enttäuscht.» Positiver gestimmt ging er dann in den Nachmittagslauf, aber es sollte noch dicker kommen. «Ich wusste, dass ich im Trockenen schnell bin», versichert er im Anschluss. «Ich habe versucht, meinen Rhythmus aufzubauen, aber in der Gruppe kam ständig was dazwischen. Man konnte einfach nicht überholen. Dann hatte ich selber noch einen Fehler eingebaut. Als ich mich wieder vorgearbeitet hatte, kam ich in Kurve 1 auf einmal quer und habe dabei Kevin Origis berührt. Dafür bekam ich eine Drei-Sekunden-Strafe und bin aus den Punkten geflogen.»


GERT56: Podeste, Sieg & Meisterschaftsführung zum IDM-Saisonauftakt auf dem Sachsenring

 

Foto: Dino Eisele, IDM

GERT56 ist mit seinem Fahrer-Trio aus Patrick „Pax“ Hobelsberger, Toni „FiBu“ Finsterbusch und Jan-Ole „J-O“ Jähnig erfolgreich in die Saison 2024 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) gestartet. Auf ihren durch RS speedbikes vorbereiteten BMW M 1000 RR Maschinen sammelten die GERT56-Piloten auf dem Sachsenring in Summe drei Podeste. Im neuen Superpole-Qualifying-Format hatte sich Hobelsberger auch die beste Startposition sichern können.

„Zeit das sich was dreht“. In einem Reel im Winter wurde dieses Lied von Herbert Grönemeyer verwendet. Es war in vielerlei Hinsicht passend für die Saison von GERT56 in der IDM. Zum einen Vorfreude, gepaart mit einer großen Erwartungshaltung, auf eine IDM-Saison, in welcher der Titel doppelt glänzen wird. Denn die IDM Superbike ist nicht nur hinsichtlich Startfeld gewachsen, sie hat auch nochmal an Klasse zugelegt und mit Ducati ist nicht nur irgendeine Marke zurück, sondern aktuell die Benchmark im internationalen Motorradrennsport in den Premiumklassen.

2024 geht GERT56 ins vierte Jahr der seiner IDM-Geschichte. Wer Teamchef Karsten Wolf und seinen Freund, Partner und Technik-Chef Ronny Schlieder kennt, der kennt auch deren Philosophie und Herangehensweise an neue Projekte. Erfolg braucht Zeit, doch der Weg muss mit Ungeduld gepflastert sein, damit man immer wieder wachgerüttelt wird. Die Vorbereitung im Winter war wenig Korsett, doch ganz viel Plan. Sie sah bei den Fahrern völlig unterschiedlich aus. Es gab individuelle Einheiten, die mit einem Remote-Support durch die Crewchiefs und Fahrwerkspartner SPV, sowie Material von GERT56 unterstützt wurden, es gab ausgiebige, effektive aber auch zugleich stimmungsvolle Teamtests und es gab und gibt sogenannte „Guerilla Tests“ mit kleinem Besteck auf den IDM-Strecken.

Was hat sich am Sachsenring gedreht? Der Umstand, dass seit langer Zeit, ein privates Kundensportteam mit Pax Hobelsberger die IDM in der Premiumklasse anführt. Zum einen ein Kompliment für Sportler und Team, zum anderen aber auch für das Produkt aus München und dessen technische Basis. Beim Auftakt gab es „Pax 2.0“ zu bestaunen: Mit mehr Balance in der gesamten Lebensführung, die nichts vom Fokus auf den Rennsport weggenommen hat und ihn insgesamt noch sicherer und stärker macht. Wie er nach der für alle schockierenden Qualizeit von Florian Alt mit 1:22,632 reinkommt, sich eine frische Pelle holt und in zwei fliegenden Runden nochmal zwei Zehntel findet, hat im Fahrerlager dieses positiv belegte Wörtchen „krank“ als Zeichen der Bewunderung hervorgerufen.

Dass sein „Mindset“ vor den ersten Regentropfen in Rennen 1 nicht auseinander gebrochen ist, er diesen vierten Platz, der dann noch durch die Rückversetzung von Alt (defektes Regenlicht) noch ein Dritter wurde, hat mit einem Telefonat mit Jonas Folger, einem perfekten Reifen-Management durch seine Crew und dem nicht mehr vorhandenen dicken Hals zu tun. In Rennen zwei zeigten das Team und Hobelsberger, dass die Techniker rund um Ronny Schlieder und SPV Suspension Guru Rüdiger Kranz das Gerät auf eine Runde und über die Konstanz schnell bekommen haben und dafür sorgen, dass am Ende noch genug Gummi übrig ist, was neben den überragenden sportlichen Fähigkeiten eines Pax Hobelsberger der Schlüssel für die Attacke und Verteidigung war.

Auch im ersten Lauf wäre ein Sieg für Toni Finsterbusch möglich gewesen, doch dafür hatte es dann doch zu wenig geregnet. FiBu holte die Ränge zwei und fünf und unterstrich damit einmal mehr, dass er einer der komplettesten Rennfahrer im Feld ist. Dass er rund hundert Tage nach seinem komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch wieder zurück auf dem Podium und unter der Woche Vollzeitunternehmer ist, zeigt aber auch wieviel seine Erfahrung und der unfassbare Grundspeed an Ausfall kompensieren. Mit Platz drei in der Gesamtwertung geht er in diese Saison. Für Teamchef Karsten Wolf ist er der „Fahrerbrigadier“ und erster Ansprechpartner, genauso wie für seine beiden jungen Teamkollegen. Und auch die Fahrer der Klasse der IDM-Superbike vertrauen ein weiteres Jahr auf ihn als Fahrersprecher und schätzten dabei seine Expertise, seine Loyalität und seine Unabhängigkeit bei der Bewertung von Situationen.

Will man optimistisch in die Zukunft schauen, dann sollte man sich auch einen Schulterblick gönnen, vor allem Jan-Ole Jähnig. In Rennen holte er den sechsten Platz direkt hinter seinem Mentor. Ganz klar die Bestätigung des Vorjahrestrends. Das war sein erklärtes Ziel, welches er auch im Bericht aus Valencia von INBO Media klar kommunizierte.

Nach zwei von 14 Läufen führt Patrick Hobelsberger mit 41 Punkten die Meisterschaft an und hat deren drei Vorsprung auf den Italiener Lorenzo Zanetti. Toni Finsterbusch sammelte am Sachsenring 31 Zähler und ist Dritter, Jan-Ole Jähnig kommt auf 13 Punkte und Zwischenrang elf. 

Stimmen zum Rennwochenende

 Patrick Hobelsberger:

„Kurz vor dem ersten Rennen fing es an zu Regnen. Wir machten schnelle Entscheidungen, da der Regen unerwartet kam. Alle Wetterprognosen haben nicht Wort gehalten. Somit wurden wir mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen. Wir konnten eine gute Zwischenlösung finden und gingen mit viel Gefühl an die Sache, denn ich hatte kaum Regenkilometer auf dem Superbike. Alle Tests bisher gaben uns nie die Möglichkeit im Regen zu trainieren. Mein Start war gut und ich konnte mit der Führungsgruppe mitfahren. Einige Kleinigkeiten konnte ich während der Fahrt am Lenkerschalter optimieren, die Traktionskontrolle und Motorbremse habe ich mir so hingedreht, dass ich das Rennen am Ende auf einem sehr starken dritten Platz beenden konnte. Definitiv ein sehr starkes Renen für das Gesamtergebnis, denn meine beiden Hauptkonkurrenten waren hinter mir und meine Regenschwäche konnte ich mit Köpfchen umfahren.
In Rennen zwei war es endlich soweit: trockene Strecke obwohl es 10 Minuten vor dem Lauf noch genieselt hatte. Ich wusste, es ist meine Chance. Mein Start war sehr gut, jedoch machte ich in Kurve eins einen kleinen Fehler und Florian Alt kam innen durch. Das Rennen war ein reiner Dreikampf zwischen den beiden Deutschen Meistern Florian Alt und Ilya Mikhalchic. Es ging bis zum Ende hart zu. Nach dem 6. Gescheiterten Überholversuch an Alt versuchte ich meinen Hinterreifen zu schonen und die ganze Zeit auf der Bremse gut zu machen. Dies war ein perfekter Plan, denn die letzten paar Runden konnte ich meine deutlich überlegene Pace vom Freitag und Samstag ausspielen. In der vorletzten Runde konnte ich die Führung übernehmen und das letzte Überholmanöver von Alt abwehren. P1 im Rennen und Führung in der Gesamttabelle war das Ergebnis!“

Toni Finsterbusch:

Ich war ganz zufrieden mit Startplatz vier, da haben wir einen guten Team-Work gemacht mit einem GERT56-Zug. In Rennen eins hat es geregnet, sodas die Strecke komplett nass war. Ich bin schnell auf Zeiten gekommen, aber im Regen kann ja alles passieren. Auf den ersten Runden habe ich mir gutes Vertrauen und eine gute Pace erarbeitet und hatte dann auch einen guten Plan. Dann kam aber Zanetti vorbei noch und den konnte ich nicht halten. Und auch der fünfte Platz im zweiten Rennen war gut. Besonders nach dem Winter, mit meiner Verletzung, habe ich mir solche Ergebnisse eigentlich nicht ausmalen dürfen für den Auftakt. Das zeigt aber auch, wie hart das Team und auch ich gearbeitet haben, um hier hin zu kommen, wo wir sind.

Jan-Ole Jähnig:

Sonntag war mehr oder weniger etwas chaotisch, weil früh hatte es angefangen zu regnen und wir hatten vorher keine Session im Nassen und damit kein Setting. Da haben wir etwas auf gut Glück auf die Beine gestellt und das war ganz okay. Ich hab aber leider am Anfang zu viel Zeit verloren und mit Platz 13 war ich nicht wirklich zufrieden, gerade nach dem guten Qualifying. Andererseits habe ich das Motorrad heile nach Hause gebracht und das ist auch viel wert! Das zweite Rennen war glücklicherweise trocken, das war das, was wir wollten und wo wir zeigen konnten, was wir das ganze Wochenende herausgearbeitet hatten. Ich bin gut weg gekommen und konnte mich gleich auf Platz sechs hinter Toni einreihen und den Platz halten. Es war eine starke Pace und wir haben ordentlich Punkte geholt. Da war ich mega happy! Mal sehen, was jetzt in Oschersleben wird.

Donnerstag, 9. Mai 2024

Das ADAC Racing Weekend steht in den Startlöchern

Foto: Jens Hawrda

Das Breitensportformat mit dem ADAC Racing Weekend startet vom 10. bis 12. Mai offiziell in die Saison 2024. Beim Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben sind sechs verschiedene Rennserien dabei, um den Zuschauern spannende Renn-Action zu präsentieren.

Das ADAC Racing Weekend ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Rennkalenders der Motorsport Arena. „Wir freuen uns sehr, dass dieses Format auch 2024 wieder so gut von den Motorsportlern angenommen wird – mit der Dutch Supercar Challenge sogar auf internationaler Ebene.“, teilt Alexandra Werner, Pressesprecherin der Motorsport Arena Oschersleben mit.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass als eine der teilnehmerstärksten Felder in diesem Jahr auch der NATC (norddeutscher ADAC Tourenwagen Cup) als Teil des Racing Weekends mit an den Start gehen kann.“, zeigt sich Andreas von der Haar als Serienkoordinator des NATC begeistert. Mit rund 45 Startern, darunter vielen Sportlern aus der Region, bietet diese Serie einen günstigen Einstieg in den Motorsport. Junge Fahrer, welche im vergangenen Jahr noch über den NATC Youngster Cup den Zugang zum Rennsport gefunden haben, gehen dieses Wochenende im NATC Sprint an den Start.

Darunter auch eine junge Dame – Celine Kautner sie wurde 2023 die dritte in der Meisterschaft des NATC Youngster Cups und startet nun als Förderkandidatin des ADAC Mittelrhein im NATC so richtig durch. Sven Parlitz, vom Team Pasch Motorsport kommt aus Berlin und hat sich die Nachwuchsarbeit auf die Fahne geschrieben. „Auch mit unseren anderen Nachwuchstalenten Samantha Saramba, als jüngste Fahrerin im Feld und Lennard Zerbe haben wir viel vor, wir sind dieses Wochenende als Team gefordert, um den jungen Fahrern ein gutes Rennumfeld zu gewährleisten.“, fasst Sven Parlitz zusammen.

Am Wochenende gibt es mit dem ADAC Historic Cup auch Tourenwagen- und Formelwagensport aus vergangenen Epochen zu bestaunen. Bei einem Gang durch das Fahrerlager sieht man hier auch noch so einige Fahrer selbst an Trabant, Lada und Co. schrauben.

Die jüngsten Fahrer des ADAC Racing Weekends sind im Feld des ADAC Tourenwagen Junior Cups anzutreffen – ein Start ist hier ab 15 Jahren möglich. Mittendrin ist das Team von Georg Motorsport aus Thüringen. Auch sie betreuen mit ihrem Rennstall gleich drei Nachwuchsfahrer mit Maxim Felix Dacher, Finn Niklas Wollnik und Ben Bendler, welche mit dem VWup! ihre ersten Rennerfahrungen sammeln werden.

Hochkarätiger GT3- und GT4-Rennsport komplettiert das Programm mit dem GTC Race.

Insgesamt werden den Zuschauern sechs Serien mit 16 Rennen geboten. Der Eintritt beträgt dabei 25 Euro am Tag und Kinder bis einschließlich 12 Jahren haben freien Zugang zur Veranstaltung.


Mittwoch, 8. Mai 2024

Zusammenfassung IDM-Rennwochenende am Sachsenring

 

Dylan Czarkowski entscheidet das zweite Supersport 300 Rennen für sich
Foto: IDM, Dino Eisele

IDM Supersport 300 – Rennen 1

Das richtige Gespür für den entscheidenden Moment bewies im ersten Rennen der IDM Supersport 300 der Däne Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing). Durch ein letztes Überholmanöver in der vorletzten Kurve kurz vor der Ziellinie schnappte er seinem Teamkollegen Jeffrey Buis die Führung weg und sicherte sich damit seinen ersten Sieg in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM).

Svendsens Teamkollege Ruben Bijman nutzte die Attacke des Dänen und stach ebenfalls an Buis vorbei. Er sicherte sich das zweite KTM-Podest. Ein Foto-Finish zwischen Gaststarter Loris Veneman (MTM Kawasaki) und Jeffrey Buis entschied am Ende den dritten Rang. Buis lag am Ende lediglich 53 Tausendstel vorne und machte damit ein reines Freudenberg-Podium komplett.

Veneman, der als Gaststarter nicht in der Meisterschaft gewertet wird, wurde Vierter. KTM-Pilot Phillip Tonn kam auf Platz fünf.


IDM Supersport 300 – Rennen 2

Im zweiten Supersport-300-Rennen am Sonntag hatte das Wetter einen maßgeblichen Einfluss auf das Renngeschehen und den Ausgang. Aufgrund abtrocknender Strecke setzten einige Fahrer auf Slicks. Während der Startaufstellung erneut einsetzender Regen zwang Oliver Svendsen, Phillip Tonn (beide Freudenberg KTM-Paligo Racing) als auch Gaststarter Loris Veneman (MTM Kawasaki) in letzter Minute dazu, ihren Startplatz in der ersten Reihe aufzugeben und in die Boxengasse zurückzukehren, um auf Regenreifen zu wechseln.

Wie auch im ersten Rennen führte nach der ersten Runde eine Freudenberg-Flotte, dazwischen mischte Veneman mit. KTM-Pilot Jeffrey Buis kam allerdings auf den noch nassen Kerbs zu Sturz, seine Teamkollegen Ruben Bijman sowie Phillip Tonn hatten keine Chance auszuweichen und stürzten ebenfalls. Für Buis war das Rennen gelaufen, Bijman und Tonn hingegen konnten weiterfahren.

An der Spitze ging dadurch Loris Venemann in Führung, hinter ihm machte der Vortages-Sieger Oliver Svendsen Druck. Der Kampf um den Sieg schien damit in vollem Gange zu sein. Doch es kam anders: Die Rennleitung sprach sowohl Veneman als auch Svendsen eine Strafe aus, weil sie nach ihrem Reifenwechsel auf ihre ursprüngliche Startposition zurückgekehrt waren, anstatt dem Feld von hinten zu folgen. Der Fehler kostete beide eine Durchfahrtsstrafe.

Nutznießer waren Senna van den Hoven (Molenaar Racing), der die Spitze übernahm, und Dylan Czarkowski (Racing DC). Der Zweikampf war eröffnet und endete erst in der letzten Kurve des Rennens. Czarkowski setzte im richtigen Moment die Attacke und sicherte sich damit seinen ersten Sieg in der IDM.