Freitag, 23. Juli 2021

Freies Training Lausitzring

Kampf um Tausendstel in der Steilkurve: Sheldon van der Linde hauchdünn vor Alex Albon

  • Vier Marken in den Top 5: BMW, Ferrari, Mercedes-AMG und Audi
  • Red Bull Junior Liam Lawson: „Mir gefällt Turn 1 sehr!“
  • DTM Trophy: Brite Ben Green Schnellster in der Nachwuchsserie
  • Samstag: DTM startet um 13:30 Uhr – ab 13:00 live in SAT.1

Tagesschnellster am Freitag bei der DTM auf dem Lausitzring:
Sheldon van der Linde (RSA), BMW, ROWE Racing © DTM


Mit Highspeed ans Limit: Immer mutiger wurden die Fahrerinnen und Fahrer in der überhöhten ersten Kurve des DEKRA Lausitzring, die mit knapp 250 km/h durchfahren wird. Am Ende des Tages trennten nur zwei Tausendstelsekunden den Südafrikaner Sheldon van der Linde im BMW von ROWE Racing und Red Bull Formel-1-Pilot Alex Albon (THA) im Ferrari von AF Corse. Während die herausfordernde erste Kurve der 4,562 Kilometer langen Rennstrecke für faszinierende Action sorgt, bringen die erstmals zugelassenen Zuschauer am Wochenende die einzigartige Fan-Atmosphäre zurück. Karten können noch im DTM-Ticket-Shop unter tickets.dtm.com sowie unter der DTM-Ticket-Hotline 01806 991166 bestellt werden. Tageskassen sind nicht geöffnet.

Im zweiten Freien Training erzielte Sheldon van der Linde eine Zeit von 1:31,221 Minuten. Damit ließ er Alex Albon im AF-Corse-Ferrari um die Winzigkeit von zwei Tausendstelsekunden hinter sich. Lucas Auer (AUT, Mercedes-AMG, Team Winward) beendete das Training als Drittschnellster, vor seinem indischen Markenkollegen Arjun Maini (Mercedes-AMG, Team GetSpeed), der zuvor Schnellster im ersten Freien Training gewesen war. Mit Mike Rockenfeller (GER) im Audi des Teams ABT Sportsline auf Rang fünf waren vier Marken auf den ersten fünf Positionen vertreten. „Mit meiner Runde bin ich sehr, sehr zufrieden. Natürlich ist es noch früh, aber ich wusste, dass unser Auto für dieses Wochenende stark sein würde“, berichtet Sheldon van der Linde. „Jetzt hoffe ich nur, dass wir im Zeittraining und im Rennen daran anknüpfen können.“

Arjun Maini (IND), Mercedes-AMG, Team GetSpeed © DTM                  

Der Freitag stand zum größten Teil im Zeichen des Kennenlernens von Turn 1, der überhöhten ersten Kurve des Lausitzrings, die von der DTM und den Rahmenserien an diesem Wochenende erstmals befahren wird. Für DTM und DTM Trophy stand am frühen Vormittag ein zusätzliches Training auf dem Programm.

Aus der Pressekonferenz: Turn 1 sorgt für Begeisterung

In der Pressekonferenz am Freitag, im Pressezentrum auf dem DEKRA Lausitzring sowie über Zoom im Internet, berichteten mit Maximilian Buhk, Timo Glock, Liam Lawson und Nico Müller vier Fahrer aktuell über ihre ersten Erfahrungen zur überhöhten ersten Kurve. „Es fühlt sich komplett anders an, ist jedes Mal eine große Herausforderung, dort das Auto am Limit zu fahren“, stellte DTM-Vizemeister Nico Müller fest. Monza-Sieger Liam Lawson sagte: „Mir gefällt Turn 1 sehr! Man sieht, wie viele Fahrer verschiedene Linien ausprobieren. Es macht Spaß, es ist jedes Mal ein tolles Gefühl, wenn es geklappt hat.“ Timo Glock bestätigte: „Das ist wirklich eine spezielle Kurve. Es ist gut für die Show!“ Maximilian Buhk bilanzierte: „Ich hätte gedacht, dass die Kurve einfacher wäre, ist sie aber nicht. Das Auto bewegt sich, da werden wir viel Action haben.“

Timo Glock sprach auch über sein Engagement für die Hilfsaktion #WirfuerdieEifel, bei der sich seit vergangener Woche viele aus dem Motorsport für die Betroffenen der Flutkatastrophe in der Region im Ahrtal unweit des Nürburgrings einsetzen. „Maro Engel und Timo Scheider haben die Aktion gestartet und da haben sich viele von uns angeschlossen. Es ist nur selbstverständlich, dass wir den Menschen in der Region helfen.“

DTM Trophy: Ben Green mit Bestzeit ins Wochenende

Tagesschnellster der DTM Trophy war der Brite Ben Green im BMW von Teams FK Performance Motorsport, der im ersten Training eine Zeit von 1:41,133 Minuten fuhr. Ihm folgten seine beiden Teamkollegen Moritz Löhner (GER) und Yann Zimmer (SUI). Neueinsteiger Florian Janits fuhr im KTM des Teams True Racing by Reiter Engineering auf Anhieb auf Rang vier. Der Österreicher war später am Nachmittag Schnellster im zweiten Freien Training (1:42,118 Minuten), da aber die Zeiten in der Session insgesamt langsamer waren als jene am Vormittag, galt die Zeit von Green aus dem ersten Training auch als schnellste Zeit des Tages.

DTM Lausitzring: Stimmen vor dem DTM Wochenende

Die DTM  geht am DEKRA Lausitzring in die zweite Runde © DTM


Kelvin van der Linde (RSA) Audi, ABT Sportsline

„Natürlich habe ich nach dem Sieg in Monza viele Reaktionen erhalten. Der Sieg war sehr wichtig für mich, denn es ist ja bekannt, wie sehr ich mir diesen Erfolg gewünscht habe. Es war schön, dass wir jetzt nach Monza eine Pause hatten, da habe ich das Ergebnis noch mehr genießen können.

Ich freue mich auf Turn 1, bin schon einige Runden im Simulator gefahren. Es ist toll, dass wir teilweise im Trioval fahren, schließlich bin ich großer NASCAR-Fan. Vielleicht geht die Kurve gerade so voll, aber sicherlich noch nicht im ersten Freien Training. Man braucht auf jeden Fall eine gehörige Portion Mut dazu.

Die kommenden Wochen werden intensiv, mit den DTM-Rennen auf dem Lausitzring und in Zolder und dazwischen das 24-Stunden-Rennen von Spa. Aber ich bin es gewohnt, viel zu fahren. Das macht mir nichts aus.“

Sheldon van der Linde (RSA) BMW, ROWE Racing

„Dass Kelvin schon so früh seinen ersten Sieg einfahren würde, kam für mich nicht wirklich überraschend, denn ich weiß ja, was er kann, und er war in Monza auf Anhieb schnell.

Für uns ist der Lausitzring von der Charakteristik her wohl die Strecke, auf der wir mit BMW die besten Chancen auf einen möglichen Sieg haben. Daher freue ich mich besonders auf dieses Wochenende. Turn 1 wird sicherlich eine tolle Herausforderung, das ist nichts für schwache Nerven!“

Maximilian Götz (GER), Mercedes-AMG, Mercedes-AMG Team HRT

„Ich fahre immer sehr gerne auf dem Lausitzring, und nun mit Turn 1 wird das noch mal ein besonderes Kapitel. Beim Test lief es super für uns, das macht mich auch für dieses Wochenende recht zuversichtlich. Natürlich bedeutet die Einbindung von Turn 1 nicht, dass die Ergebnisse vom Test jetzt wertlos sind. Nur der erste Sektor ist anders, der Rest der Streckenführung ist ja gleich.

Dass die Zuschauer wieder da sind, ist toll. Mein Fanclub kommt aus Österreich angereist, und auch sonst weiß ich schon von vielen, dass sie mit dabei sein werden. Die Tribüne auf dem Lausitzring ist gigantisch, es ist ein toller Anblick, wenn da die Fans sitzen.“

Jens Feucht (GER), Teamchef T3 Motorsport

„Dass wir bereits in Monza so gut abschneiden würden, haben wir vielleicht gehofft, aber nicht unbedingt erwartet. Es ist toll, dass wir jetzt auf dem Lausitzring unser Heimrennen bestreiten können.

Das Ziel unseres Teams, das im November 2018 gegründet wurde, ist die Förderung von jungen Talenten im Motorsport. Daher arbeiten auch alle ehrenamtlich, die Einnahmen werden direkt in die Unterstützung der Fahrer gesteckt.

Für uns ist die DTM die schönste Serie, in der wir jemals gefahren sind, alles hochprofessionell. Von daher planen wir auch langfristig: Wir wollen über mehrere Jahre in der DTM dabei sein.“

Peter Mücke (GER), Teamchef Mücke Motorsport

„Die DTM hat das höchste Niveau im internationalen Tourenwagen- und GT-Sport. Daher war es für uns wichtig, wieder dahin zukommen. Wir fühlen uns wohl, es ist alles hochprofessionell. Und der entscheidende Punkt ist, dass es einen Fahrer pro Auto gibt, so dass dieser seine Qualitäten zeigen kann. Das ist etwas, was in anderen internationalen Serien fehlt, wenn man sich zu zweit ein Auto teilen muss.

Für uns war der Sieg auf dem Lausitzring mit Lucas Auer 2016 der größte Erfolg unseres Teams, das größte, was man als Privatteam erreichen kann. Der Lausitzring ist nah an Berlin, von da kommen viele Menschen am Wochenende.

Die Professionalität in der DTM ist gleich geblieben, ebenso die Qualität im Fahrerfeld, auch durch das Engagement der Hersteller. Das Niveau ist unfassbar hoch.

Was es bedeutet, durch eine Steilkurve zu fahren, konnte ich am vergangenen Wochenende selbst feststellen, als ich in Zandvoort gefahren bin. Es war faszinierend, welche Kräfte da auf einen Fahrer wirken. Alle müssen sich am Lausitzring auf diese neue Situation einstellen. Das gehört aber auch zur DTM dazu, dass man sich schnell anpasst.“

DTM donnert am Lausitzring mit 250km/h durch die Mutkurve

  • Turn 1: echte Herausforderung für Fahrer, atemberaubendes Highlight für Fans
  • DTM 2021: zweites Rennwochenende, erstmals in Deutschland, erstmals mit Zuschauern
  • Nach spektakulärem Auftakt in Monza: Audi-Pilot Kelvin van der Linde als Spitzenreiter
  • Heimspiel für zwei DTM-Teams: Mücke Motorsport aus Berlin, T3 Motorsport aus Dresden
  • Live aus der Lausitz: weltweit in über 60 Ländern, SAT.1 im deutschsprachigen Raum

Zweikampf: M.Wittmann (GER, BMW, Walkenhorst M.) und P.Ellis (SUI, Mercedes-AMG, Team WINWARD)
 © DTM

Vollgas oder leicht lupfen? Die 300 Meter lange und überhöhte erste Kurve am DEKRA Lausitzring stellt Fahrerinnen und Fahrer der DTM 2021 hart auf die Probe, nein, auf die Mutprobe! Wenn die DTM-Rennwagen von Audi, BMW, Mercedes-AMG sowie Ferrari und Lamborghini am zweiten Rennwochenende (23. bis 25. Juli) in Zweier-Formation Rad an Rad in die beiden Rennen starten, werden die 19 Weltklassepiloten mit etwa Tempo 250 durch die erste Kurve donnern, den sogenannten Turn 1 des Triovals in der Lausitz. Was für die Fahrer eine echte Herausforderung ist, wird für die Zuschauer zum atemberaubenden Highlight. Zum ersten Mal seit dem letztjährigen Gastspiel auf dem Nürburgring kann die DTM wieder Fans auf den Tribünen begrüßen. Entsprechend groß ist die Begeisterung bei den Fahrern, den Teams und den Organisatoren der ITR. Tickets gibt es unter Berücksichtigung eines Hygieneschutzkonzeptes im Vorverkauf unter tickets.DTM.com und der DTM-Ticket-Hotline 01806 991166. Eine Tageskasse am Lausitzring gibt es nicht.

Der heiße Ritt durch die Mutkurve, die neue Variante wurde am Dienstag vom Automobil-Weltverband FIA final genehmigt, dazu die Rückkehr der Fans an die Strecke, nah dran am Geschehen – nach dem spektakulären Auftakt im italienischen Monza könnten die Voraussetzungen für eine ebenso spektakuläre Deutschland-Premiere der DTM besser kaum sein, inklusive der hochsommerlichen Wettervorhersage mit Temperaturen knapp an der 30-Grad-Marke.

Erstmals wird die Traditionsrennserie mit GT-Rennwagen ausgetragen, die auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza ein wahres Feuerwerk abbrannten. Heiße Duelle in der Hitze Italiens waren in beiden Rennen an der Tagesordnung, nicht nur um den Sieg, sondern um jeden Meisterschaftspunkt wurde erbittert gekämpft. Fesselnde, rundenlange Positionskämpfe und sensationelle Überholmanöver waren die Folge. Im ersten Saisonrennen am Samstag sorgte der erst 19-jährige Neuseeländer Liam Lawson im Red Bull Ferrari für die erste große Überraschung. Er siegte vor den beiden Mercedes-AMG des Monegassen Vincent Abril und des Deutschen Maximilian Götz (beide Team HRT). Am Sonntag schlug dann Audi zurück, der Südafrikaner Kelvin van der Linde (ABT Sportsline) bejubelte seinen ersten DTM-Sieg. Audi-Markenkollege und Vizemeister Nico Müller (SUI, Team Rosberg) wurde Zweiter, der Österreicher Lucas Auer im Mercedes-AMG (Team WINWARD) Dritter.

Und am Lausitzring, Deutschlands jüngster Rennstrecke, zwischen Berlin und Dresden gelegen? Auf dem 4,562 Kilometer langen Kurs, einer Mischung aus Teilen des Triovals und Kurvenpassagen im Infield, werden die Karten neu gemischt. Die Strecke hat einen völlig anderen Charakter als Monza – und natürlich Turn 1!

Alles eine Frage der Linie: Die Fahrer sind gefordert

Turn 1 bietet mehr weit mehr als nur eine schnelle Linie. Das macht es spannend und abwechslungsreich. Vielleicht werden die DTM-Asse tatsächlich auch zu zweit oder sogar zu dritt nebeneinander durch diese leichte Steilkurve donnern. „Three wide“ nennen das die Amerikaner, die ihre zahlreichen Steilkurven lieben. Der Neigungswinkel von Turn 1 findet sich in den USA beispielsweise auf dem NASCAR-Kurs von Homestead südlich von Miami wieder. Andere US-Steilkurven sind noch viel steiler, da fährt das Auto mit Vollgas fast von alleine durch. Nicht so in Turn 1 am Lausitzring, der seit 2017 im Besitz von DTM-Partner DEKRA ist. In Turn 1 machen die Fahrerinnen und Fahrer den Unterschied, garantiert. In Turn 1 müssen sich die Weltklassepiloten beweisen, ganz gleich ob die Formel-1-erfahrenen Alex Albon (THA) im Ferrari und Timo Glock (GER) im BMW, DTM-Routiniers wie Nico Müller (SUI, Audi) oder Marco Wittmann (GER, BMW), GT-Asse wie Maximilian Götz (GER) oder Maximilian Buhk (GER), beide im Mercedes-AMG, oder DTM-Rookies wie Esteban Muth (BEL, Lamborghini) und der Inder Arjun Maini (Mercedes-AMG) oder die beiden Frauen im Feld: Sophia Flörsch (GER, Audi) und Esmee Hawkey (GBR).

Glaubt man den BMW-Fahrern, haben sie neben dem Red Bull Ring am Lausitzring die besten Chancen auf einen Sieg. Im Vorjahr holte Lucas Auer – damals noch im BMW – in der Lausitz einen der BMW-Siege. Glock, Wittmann und Sheldon van der Linde (RSA) setzen jedenfalls alles daran, einen etwaigen BMW-Vorteil zu nutzen. Alle anderen werden dagegenhalten. Den Fans, speziell denen aus Richtung Berlin oder Dresden, würde ein Heimsieg sicher gefallen. Dafür könnte Maximilian Buhk sorgen, der für Peter Mücke und sein Mercedes-AMG Team Mücke Motorsport fährt, oder Esteban Muth im Lamborghini von T3 Motorsport um Teamchef Jens Feucht. Nach der beachtlichen Performance in Monza wären auch die ersten Punkte für die junge Britin Esmee Hawkey im T3-Lamborghini denkbar, vielleicht schafft dies aber auch Sophia Flörsch (GER) im ABT-Audi.

Die Antworten liefern zwei packende DTM-Rennen, die am Samstag und Sonntag jeweils um 13:30 Uhr gestartet und live in über 60 Ländern sowie in Deutschland in SAT.1 (ab 13:00 Uhr) übertragen werden. Alle Trainingssessions und Qualifyings der DTM sind im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) zu sehen, auch alle Rennen der DTM-Plattform: die Nachwuchsserie DTM Trophy, erstmals auch die Tourenwagen Legenden im Rahmen der neugeschaffenen DTM Classic, dazu die Premiere des BMW M2 Cups sowie der Auftritt der Ferrari Club Deutschland Racing Series sorgen für feinsten Motorsport von früh bis spät.

Donnerstag, 22. Juli 2021

Deutschland gegen England: Prestigeduell auch in der DTM Trophy

  • Neuauflage auf dem DEKRA Lausitzring: Unentschieden nach Siegen beim Auftakt
  • Spitzenreiter William Tregurtha über Turn 1: „Es wird schnell, sehr schnell“
  • Live vom Lausitzring: SPORT1 und DTM Grid zeigen beide Rennen

Michael Schrey (GER), Hofor Racing by Bonk M., BMW © DTM

Bei der Fußball-Europameisterschaft hat England jüngst die Deutschen im Achtelfinale nach Hause geschickt. Das Prestigeduell setzt sich auch in der DTM Trophy fort. Vor dem zweiten Rennwochenende (23. bis 25. Juli) der Nachwuchsrennserie steht es nach Siegen 1:1, als Tabellenführer geht aber ein Brite auf dem DEKRA Lausitzring an den Start: William Tregurtha. Der 21-Jährige aus Bedford ist überzeugt: „Es wird schnell, sehr schnell“. Schließlich fährt die DTM Trophy, genau wie die DTM selbst und alle Rahmenserien auch, die geänderte Streckenführung inklusive Turn 1 – der 300 Meter langen, überhöhten ersten Kurve. Tregurtha freut sich noch aus einem weiteren Grund auf das Wochenende in der Lausitz, denn endlich sind wieder Zuschauer auf den Tribünen zugelassen.

William Tregurtha war erst unmittelbar vor dem Auftakt in Monza von der CV Performance Group aus Niederzissen als Fahrer bestätigt worden. Zur Überraschung vieler eroberte er mit dem Mercedes-AMG einen Sieg, einen zweiten Platz und eine Pole-Position. „Für mich war das eigentlich keine so große Überraschung, denn wir waren extrem gut vorbereitet“, so der junge Engländer, der bereits bei den Testfahrten in der Lausitz gut abschnitt. „Das Team kommt zwar aus dem Kartsport und ist neu im Autorennsport, doch mein Renningenieur und mein Chefmechaniker verfügen über sehr große Erfahrung mit diesen GT-Sportwagen.“ Eine gute Vorbereitung ist für William Tregurtha das A und O. „Ich lege großen Wert auf eine optimale Vorbereitung, vor allem mit Sim-Racing und Onboard-Videos. Ich bin schon auf dem Lausitzring gefahren und mag diese Strecke, stand dort auch schon auf dem Podium“, so Tregurtha, der bezüglich Turn 1 ergänzt: „Ich liebe Ovals, schaue mir auch viele NASCAR-Rennen an. Man muss schon vorsichtig sein, denn wenn man in der Mauer landet, kann das Wochenende sehr schnell vorbei sein.“ Der Brite ist ein Rookie in der DTM Trophy, aber bereits vollauf begeistert: „Es ist seit sechs Jahren das erste Mal, dass ich ein Auto ganz für mich alleine habe. Das ist einfach nur schön. Zudem lerne ich neue Rennstrecken kennen und kann mir hautnah die DTM anschauen – das ist klasse.“

Sophie Hofmann (GER), Heide-Motorsport, Audi © DTM

Heimspiel für Sophie Hofmann: Die Audi-Pilotin fiebert den ersten Runden durch Turn 1 entgegen

Während William Tregurtha wieder auf Sieg fahren will und zumindest Podiumsplätze im Visier hat, waren es in Monza Michael Schrey (GER, Hofor Racing by Bonk Motorsport) und sein BMW-Markenkollege Ben Green (GBR, FK Performance Motorsport), die sich die Siege teilten. Tregurtha oder Green, der beste Junior der Saison 2020, oder Schrey oder Aston-Martin-Fahrer Tim Heinemann (GER, PROsport Racing) – ein Vierkampf auf Augenhöhe. Titelverteidiger Heinemann hatte im Sonntagsrennen zwar als Erster die Ziellinie gekreuzt, wurde nach einer Zeitstrafe jedoch nur als Dritter gewertet.

Auf dem Lausitzring hatte Moritz Löhner (GER) bereits bei den Testfahrten seine Visitenkarte abgegeben, in Monza überzeugte der Sim-Racer und Gewinner der DTM Esports Championship powered by MediaMarkt sogar im BMW von FK Performance Motorsport mit Platz drei im ersten Rennen. In der Meisterschaft ist er Vierter (19 Zähler) hinter Tregurtha (40), Schrey (37) und Green (25).

Der Lausitzring, der in der Variante mit der überhöhten ersten Kurve eine Rundenlänge von 4,562 Kilometer misst, bedeutet für Sophie Hofmann ein Heimspiel. Die 23-Jährige, die einen Audi von Heide-Motorsport steuert, ist in der sächsischen Töpferstadt Waldenburg zu Hause. „Ich freue mich auf den Lausitzring. Durch die Nähe werden einige Sponsorenpartner und Freunde kommen, um mich zu unterstützen“, erzählt Sophie Hofmann, die im Sonntagsrennen in Monza ihre Fahrerkolleginnen Stéphane Kox (NED, Ring-Racing, Toyota) und Laura Kraihamer (AUT, True Racing by Reiter Engineering, KTM) hinter sich lassen konnte. „Ich bin sehr gespannt auf das erste Training am Freitagmorgen, wenn wir erstmals Turn 1 fahren. Das wird eine neue Erfahrung, denn bei den Testfahrten sind wir ja eine andere Streckenvariante gefahren.“

Bei den Saisonrennen drei und vier, die am Samstag und Sonntag jeweils um 15:10 Uhr starten und live in SPORT1 und über die Streaming-Plattform DTM Grid übertragen werden, werden 22 seriennahe GT-Sportwagen von sieben verschiedenen Marken an den Start gehen.


Dienstag, 20. Juli 2021

Die IDM rockt am Wochenende das Schleizer Dreieck

Foto: Jens Hawrda

Wenn die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) vom 23. bis 25. Juli 2021 auf dem Schleizer Dreieck gastiert, trifft hochkarätiger Rennsport auf enthusiastische Fans. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie vor anderthalb Jahren lassen die Behörden aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen eine Veranstaltung ohne Begrenzung zu. Die Zuschauer haben auch freien Zugang zum Fahrerlager  und auf der großen Wiese darf gezeltet werden darf. Auf der einzigen Naturrennstrecke in Deutschland wird die Uhr zurückgestellt auf alte Zeiten – mit der Hoffnung, dass die Zukunft anders aussieht und COVID-19 keine Chance mehr hat.

„Wir hoffen, die Nachricht, dass alles wie bei der letzten Veranstaltung 2019 ablaufen wird, macht schnell die Runde“, sagt IDM-Serienmanager Normann Broy von der Motor Presse Stuttgart. „Das offene Fahrerlager und der direkte Kontakt mit den Fahrern machen das Rennwochenende in Schleiz noch deutlich attraktiver. Gerade die IDM ist dafür bekannt, den Zuschauern auch die Nähe zu den Piloten zu ermöglichen. Für uns wäre es natürlich auch erfreulich, wenn die Fans wie in der Vergangenheit von dem Angebot Gebrauch machen.“

Auf dem Schleizer Dreieck starten die IDM-Klassen Superbike 1000, Supersport 600, Supersport 300 und Sidecar. Umrahmt werden sie von Cups, in denen der Nachwuchs wie auch erfahrene Pilotinnen und Piloten um Punkte kämpfen. Besonders im Rampenlicht dürften die Lokalmatadoren Julian Puffe (Superbike 1000), Philipp Stich (Superstock 600) und Micky Winkler (Supersport 300) stehen. Die drei Schleizer gehören in ihrem „grünen Wohnzimmer“ jeweils in ihren Kategorien zu den Podiumskandidaten.

Ein mit Spannung erwartetes Wiedersehen gibt es mit Markus Reiterberger. Der dreifache IDM Superbike 1000-Champion greift mit einer BMW auf seiner Lieblingsstrecke ins Geschehen der Königsklasse ein und wird bis auf Assen alle weiteren Meisterschaftsläufe 2021 bestreiten. Der Bayer ist der Rundenrekordhalter auf dem Schleizer Dreieck.

Noch eine weitere, gute Nachricht: Die Eintrittspreise bleiben unverändert. Am Samstag kostet der Eintritt 19,00 Euro, am Sonntag 25,00 Euro. Das Wochenendticket liegt bei 35,00 Euro. Alle Tickets beinhalten den Zugang zum Fahrerlager. Für Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre ist der Eintritt frei.