Donnerstag, 13. August 2020

IDM 2020: Auftakt in Assen mit großen Namen

Foto: Jens Hawrda

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) rollt wieder. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie kann Deutschlands höchste Serie im Straßenrennsport nicht aufhalten. Zwar müssen wegen COVID-19 viele Sicherheitsauflagen erfüllt werden und die Saison wurde von acht auf vier Veranstaltungen gekürzt, dennoch haben sich so viele Teilnehmer angemeldet wie seit mehreren Jahren nicht. Die ersten Rennen finden vom 14. bis 16. August 2020 auf dem TT Circuit in Assen statt. 

Das Team der Motor Presse Stuttgart rund um Serienmanager Normann Broy hat ganze Arbeit geleistet. Der IDM-Auftakt in den Niederlanden wird ein Spektakel. Allein in der IDM Superbike 1000 haben sich 30 Fahrer angemeldet. Das ist ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Wie hochkarätig die Topklasse mit den reichlich 200 PS starken und über 300 km/h schnellen Motorrädern ist, zeigt, dass sich Jonas Folger dazu entschieden hat, hier sein Renn-Comeback zu starten. Der ehemalige MotoGP-Pilot und Testfahrer tritt auf Yamaha für das Team Bonovo Action by MGM Racing an. Der GP-Star gilt im Vorfeld als Maß der Dinge und als Titelfavorit. Aber lässt sich Titelverteidiger Ilya Mikhalchik auf der S 1000 RR BMW des EGS-alpha-Van Zon-BMW-Teams davon beeindrucken? Der 23-jährige Ukrainer aus Kiew war in den letzten zwei Jahren nicht zu bezwingen und ist fixiert auf den maximalen Erfolg. Damit nichts dazwischen kommt, residiert er bis zum Herbst in Belgien in der Nähe der Teambasis. Er verzichtet auf Heimflüge nach Osteuropa, um so den Problemen möglicher Reisebeschränkungen aus dem Weg zu gehen. In Assen treffen die Konkurrenten erstmals aufeinander. 

Die Rechnung an der Spitze wird auch nicht ohne Julian Puffe (Honda), Erwan Nigon (Kawasaki), Bastien Mackels (Yamaha), Florian Alt (BMW) Daniel Kartheininger (Suzuki) sowie den einheimischen Kollegen Ricardo Brink (Yamaha) und Pepijn Bijsterbosch (BMW) gemacht. Was die Angelegenheit noch brisanter macht: Keiner darf sich einen groben Fehler leisten, denn zum Ausbügeln ist die Saison diesmal zu kurz. 

In der IDM Supersport 600 will Max Enderlein (Yamaha) den Titel verteidigen. Auch hier hat sich das Feld spürbar verdichtet und kommt aus ganz aus Europa. Die Superstock 600-Klasse, in der weniger geschraubt werden darf, aber bei getrennter Wertung im gleichen Feld mitfährt, wurde 2020 aufgewertet. Dem bisherigen Cup wurde der IDM-Status verliehen. 

Wer Kämpfe vom Feinsten sehen will, kommt auch an der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 nicht vorbei. In Assen tummeln sich 35 Teilnehmer am Start und alle wollen gewinnen. Das Einstiegsalter liegt laut FIM-Reglement bei 13 Jahren. Die kleinste IDM-Klasse mit einer Motorleistung um die 50 PS hat sich zum Bestseller entwickelt und nicht selten entscheidet die letzte Kurve über Sieg und Niederlage. 

Auch Stars wie der achtfache Sidecar-Weltmeister Tim Reeves haben die IDM für sich entdeckt. Der Multi-Champion misst sich in der 600 cm³-Kategorie mit Markus Schlosser, Bennie Streuer, Pekka Päivärinta oder Josef Sattler. Ein stattlicher Teil des Feldes aus der Sidecar-Weltmeisterschaft hat hier eine weitere Spielwiese gefunden. Obwohl in der WM ausschließlich 600 cm³-Antriebe erlaubt sind, ist die IDM auch immer noch offen für Sidecars mit 1000cm³-Motoren, die separat gewertet werden. Wird 2020 endlich das Erfolgsjahr für den Sachsen Mike Roscher? 

In Assen werden die Grundsteine im Kampf um die IDM-Titel gelegt, die schon manchen Weg in die Weltmeisterschaft ebneten. Pro Klasse stehen zwei Rennläufe auf dem Zeitplan. Einen Blick in den Breitensport gewährt das Rahmenprogramm der IDM. Hier fahren der Pro Superstock Cup und der Twin Cup um Punkte. 

Die Zuschauerränge an der Rennstrecke bleiben aufgrund der Corona-Bestimmungen in diesem Jahr unbesetzt, doch die Fans können alle Läufe per Livestream und Livetiming direkt miterleben. Unter dem Link www.idm.de/live werden am Samstag die Eröffnungsläufe den Klassen IDM Supersport 300, IDM Supersport 600 und IDM Superstock 600 übertragen. Ab 15:55 Uhr geht es Schlag auf Schlag. Am Sonntag beginnt die Primetime 12:00 Uhr. Zu sehen sind der Twin Cup, die Top-Klasse IDM Superbike 1000, der Pro Superstock Cup, die IDM Supersport 300, die beiden 600 cm³-Klassen sowie die Sidecars. Die Übertragungszeit von einer Dauer von fast fünf Stunden ist eine Hommage an alle Fans, die in diesem Jahr draußen bleiben müssen.

Mittwoch, 12. August 2020

Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring

  • ADAC GT4 Germany startet auf dem Nürburgring in die zweite Saison
  • KTM X-Bow GT4 Evo und Ginetta G55 GT4 geben Seriendebüt
  • Rennen bei SPORT1 live im TV und online im Livestream

Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany startet am kommenden Wochenende (14. bis 16. August) auf dem Nürburgring mit einem starken Feld mit Sportwagen von sieben Herstellern in die zweite Saison. Neben Fahrzeugen von Audi, BMW, McLaren, Mercedes-AMG und Porsche gibt es dabei zwei Premieren: Erstmals startet eine Ginetta G55 in der Serie, dazu feiert die Evo-Version des letztjährigen Meisterautos KTM X-Bow in der Eifel sogar sein Europa-Debüt. Die Rennen auf dem Nürburgring werden nach einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Infektionsschutzkonzept ausgetragen. Zuschauer können die Rennen in begrenzter Anzahl nach einem vom Nürburgring entwickelten Hygienekonzept live vor Ort verfolgen, Tickets sind ausschließlich online erhältlich. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden Samstag und Sonntag ab 14.30 Uhr live SPORT1 im Free-TV übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

In der zweiten Saison der ADAC GT4 Germany starten gleich fünf neue Teams in der Serie: Das Team Lillestoff (BMW M4 GT4), Dupré Motorsport Engineering, HTP-Winward Motorsport (beide Mercedes-AMG GT4), T3-HRT-Motorsport (Audi R8 LMS GT4) und das Team Piro Sports Caffè d´Italia (Ginetta G55 GT4). Die Teams AVIA Sorg Rennsport (BMW) und RTR Projects (KTM X-Box GT4) hatten bereits 2019 an ausgewählten Rennen der ADAC GT4 Germany teilgenommen und sich nun für eine volle Saison in der Serie entschieden. Schütz Motorsport (Mercedes-AMG und Porsche 718 Cayman GT4) und Allied-Racing (Porsche) haben zudem ihr Engagement in der ADAC GT4 Germany für die Saison 2020 um zusätzliche Fahrzeuge erweitert.

Darüber hinaus bereichern im Jahr 2020 zwei neue Fahrzeuge die Serie. Britisches Flair bringt dabei die Ginetta G55 GT4, die von Cedric Piro (22/Heusweiler) und Robin Falkenbach (18/Niederkassel, beide Team Piro Sports Caffè d´Italia) pilotiert wird. Sogar das Europa-Renndebüt gibt in der ADAC GT4 Germany die brandneue Evo-Version des letztjährigen Meisterautos KTM X-Bow GT4.

"Endlich ist das Warten auf den Saisonstart der ADAC GT4 Germany vorbei. Die Vorfreude ist riesig und ich bin richtig glücklich, 2020 wieder mit dabei sein zu können", blickt Reinhard Kofler (35/AUT) auf den Saisonauftakt voraus. Er teilt sich den KTM X-Bow GT4 Evo mit Florian Janits (22/AUT, beide True Racing). "Wir möchten uns stark präsentieren und sind sehr gut vorbereitet. Ich hoffe, dass wir um die vorderen Positionen mitkämpfen und gute Punkte einfahren können. Die Strecke sollte dem Fahrzeug ganz gut passen."

Ebenfalls zum Favoritenkreis zählt der BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana ( 33/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). "Gabriele und ich kennen uns schon seit rund vier Jahren. Der Titel ist für uns in dieser Saison natürlich das ganz große Thema", erklärt Schrey. "Für das Rennwochenende auf dem Nürburgring müssen wir im Vergleich zur gesamten Saison jedoch etwas tiefer stapeln, weil andere Fahrzeuge unserem BMW wohl etwas überlegen sein werden. Dennoch wollen wir unser Potenzial voll abrufen und versuchen, das bestmögliche Ergebnis herauszufahren. Es wird aber sicherlich schwierig werden."

Auf dem Nürburgring treten zudem auch vier Rennfahrerinnen in der ADAC GT4 Germany an. Die größte Erfahrung bringt hierbei Claudia Hürtgen (48/Aschheim) mit, die sich einen BMW M4 GT4 mit Sebastian von Gartzen ( 27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) teilt. Alesia Kreutzpointner (21/Töging am Inn) und Jacqueline Kreutzpointner (21/Töging am Inn, beide MRS GT-Racing) sind die Töchter des ehemaligen Mercedes-Juniors Fritz Kreutzpointner und fahren einen BMW M4 GT4. Dazu kommt noch Patricija Stalidzane (18/München), die einen McLaren 570S GT4 mit Aleksey Sizov (17/RUS, beide Dörr Motorsport) fährt.

Auch das Küs Team75 Bernhard des zweimaligen Le-Mans-Siegers Timo Bernhard ist 2020 wieder in der ADAC GT4 Germany am Start. Für Youngster Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Kim Berwanger (33/Brücken) wird ein Porsche 718 Cayman GT4 aufgeboten. "Wir sind natürlich sehr froh, nun die Saison auf dem Nürburgring beginnen zu können. Wir konnten im Vorfeld ausgiebig Testen, sodass wir uns sehr gut vorbereitet fühlen", erklärt Teammanager Klaus Graf. "Kim hat mit seinem Podium 2019 auf dem Sachsenring bewiesen, dass er im Feld vorne mitfahren kann. Bei Alex geht es darum, fehlerfrei zu bleiben, Kilometer zu sammeln und viel zu lernen. Unser erklärtes Ziel für die beiden Läufe ist somit jeweils die Fahrt in die Top Ten."

ADAC GT Masters-Feld am Nürburgring noch stärker

  • Mercedes-Piloten Maro Engel und Luca Stolz als Tabellenführer
  • Vier Gaststarter: Hochkarätiges Starterfeld mit 36 GT3-Sportwagen

Foto: Jens Hawrda
Foto: Jens Hawrda

Nach einem packenden Saisonauftakt geht das ADAC GT Masters am kommenden Wochenende (14.-16. August) auf dem Nürburgring in die nächste Runde. Angeführt wird das 36 Supersportwagen starke Feld von einem Team aus der Eifel: Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (34/Monte Carlo, beide Toksport WRT) starten im Mercedes AMG GT3 Evo der Lokalmatadore von Toksport WRT in ihr Heimspiel. Racing Point oder Lamborghini heißt es hingegen für Formel-1-Star Nico Hülkenberg (34/Monte Carlo, Team mcchip-dkr). Nach dem starken Comeback in Silverstone steht Hülkenberg in der Formel 1 für Racing Point auf Abruf, der geplante Gaststart im ADAC GT Masters ist noch offen. Die beiden Rennen werden Samstag und Sonntag ab 13.00 Uhr live von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Die Favoriten

Bereits beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring beeindruckte das ADAC GT Masters mit einer extrem hohen Leistungsdichte der Sportwagen von Audi, Bentley, BMW, Corvette, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche. Im Qualifying lagen beim Saisonstart 31 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde - so eng war es in einem Zeittraining noch nie. Mit einem Sieg und einem zweiten Platz im Rücken reisen die Mercedes-AMG-Piloten Luca Stolz und Maro Engel als Spitzenreiter in die Eifel. Mit dem Porsche-Duo Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg, beide SSR Performance) sowie Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT), den Sonntagssiegern in der Lausitz im Audi R8 LMS, folgen Fahrer von zwei weiteren Marken in der Gesamtwertung. Wie unvorhersehbar die Rennen des ADAC GT Masters in der Eifel sind, zeigt die Statistik: Seit 2016 gab es in den acht ausgetragenen Rennen immer einen neuen Gewinner: Wiederholungssieger? Fehlanzeige.

Die Gaststarter

Ob Nico Hülkenberg am Wochenende sein Debüt im ADAC GT Masters feiert, ist angesichts seiner möglichen kurzfristigen Formel-1-Verpflichtung noch offen. Wenn, dann startet der gebürtige Rheinländer im Team mcchip-dkr in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo mit "Dieter Schmidtmann" (35/Mechernich). Ebenfalls über Formel-1-Erfahrung verfügt Audi-Sport-Fahrer Markus Winkelhock (40/Berglen-Steinach), der zusammen mit Mike David Ortmann (20/Ahrensfelde) einen zweiten Audi R8 LMS von EFP Car Collection by Tece pilotiert. Einen dritten Audi setzt beim zweiten Saisonlauf das belgische Team WRT ein. Hier kommen der deutsche Youngster Benjamin Goethe (17/Monte Carlo) und Stuart Hall (35/GB) zum Einsatz. Das Porsche-Aufgebot verstärkt erstmals Joos Sportwagentechnik. Am Steuer des 911 GT3 R wechseln sich Michael Joos (29/Geislingen) und Porsche Young Professional Julien Andlauer (21/F) ab.

Die Lokalmatadore

Für zahlreiche Teams und Fahrer ist der Nürburgring das Heimrennen. Die kürzeste Anreise mit weniger als fünf Kilometern hat Toksport WRT aus Quiddelbach. Auch der Traditionsrennstall Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing aus Niederzissen startet am Wochenende mit seinen zwei Mercedes-AMG GT3 Evo fast vor der Haustür. Einen Reiseweg von etwas weniger als 100 Kilometern hat die Audi-Mannschaft Montaplast by Land Motorsport. Für den Rennstall aus Niederdreisbach starten mit Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Ex-Champion Christopher Mies (31/Heiligenhaus) gleich zwei Lokalmatadore. Markenkollege Frank Stippler (45/Bad Münstereifel) aus dem Team ISR wohnt nur einen Steinwurf vom Nürburgring entfernt.

Die Strecke

Der Nürburgring gehört zu den Traditionskursen des ADAC GT Masters. In ihrer Debütsaison 2007 trug die Rennserie in der Eifel ihr allererstes Rennwochenende aus. Seitdem startete die "Liga der Supersportwagen" in jeder Saison auf dem Kurs - in diesem Jahr bereits zum 16. Mal. Gefahren wird auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke mit der Formel-1-Schikane. Nur die Rundenlänge des Lausitzrings ist im Kalender kürzer. Wie zuletzt auf dem Lausitzring werden die Rennen nach einem vom ADAC GT Masters entwickelten und behördlich genehmigten Infektionsschutzkonzept ausgetragen. Neben dem ADAC GT Masters starten am Wochenende die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany und die ADAC Formel 4.

Stimmen vor dem Rennwochenende

Maro Engel (Toksport WRT, Mercedes-AMG GT3 Evo): 

"Wir freuen uns natürlich sehr auf das Nürburgring-Wochenende. Die Rennen dort sind immer mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Im vergangenen Jahr hat unser Team dort bei den ersten Rennen im ADAC GT Masters gleich einen Podiumsplatz gefeiert. Daher sind wir sehr motiviert und wollen den positiven Schwung vom Saisonauftakt mitnehmen. Die Leistungsdichte wird wieder sehr hoch sein, deswegen müssen wir perfekt vorbereitet sein. Das Team wird alles geben, um uns ein Topauto zur Verfügung zu stellen. Luca und ich werden versuchen das Maximum herauszuholen."

Luca Stolz (Toksport WRT, Mercedes-AMG GT3 Evo): 

"Wir rechnen uns gute Chancen aus. Wir haben schon im vergangenen Jahr ganz gut performt. Wir kennen beide die Strecke ziemlich gut, zudem ist es die Heimstrecke sowohl von mir als auch vom Team. Daher wäre es natürlich schön, wenn wir an die guten Ergebnisse vom Lausitzring anknüpfen können. Wir wollen möglichst viele Punkte sammeln und dann mal schauen, was am Ende herausspringt."

Mittwoch, 5. August 2020

Audi dominiert den DTM-Auftakt in Spa auch am Sonntag

  • Fünffacherfolg für den Audi RS 5 DTM auch am Sonntag
  • René Rast gewinnt Duell gegen Samstagssieger Nico Müller
  • Audi RS 5 DTM durchbricht Schallmauer von 300 km/h
Robin Frijns (Audi RS 5 DTM)
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Der Audi RS 5 DTM ist auch in der Saison 2020 das Auto, das es zu schlagen gilt. Beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps (Belgien) feierte Audi im zweiten Rennen am Sonntag wie schon am Vortag erneut einen Fünffacherfolg. Titelverteidiger René Rast entschied dabei ein spannendes Duell mit Samstagssieger Nico Müller knapp für sich. Das Podium am Sonntag komplettierte Robin Frijns. Für Audi war es bereits der neunte Sieg in Folge in der DTM.

„Das war ein unglaublicher Saisonstart mit zwei fantastischen Ergebnissen für Audi“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass nach dem neuerlichen Triumph der Vier Ringe. „Gefühlt waren wir heute sogar noch etwas stärker als gestern. Es ist toll, dass wir dort weitermachen können, wo wir im vergangenen Jahr aufgehört haben. Spa ist eine sehr spezielle Strecke, auf der gutes Reifenmanagement wichtig ist. Aber in Spa braucht man auch Motorleistung. Wir haben an diesen beiden Tagen klar gesehen, dass wir den besten Motor haben.“

Nach dem für ihn enttäuschend verlaufenen Samstagsrennen meldete sich Titelverteidiger René Rast am Sonntag eindrucksvoll zurück. Mit einem neuen DTM-Streckenrekord sicherte sich der Fahrer des Audi Sport Team Rosberg seine 14. Pole-Position, die er im Rennen in seinen insgesamt 18. DTM-Sieg verwandelte. Auch die schnellste Runde ging an den Deutschen.

„Es war ein sehr gutes Rennen, viel besser als gestern, als ich mit den Reifen zu kämpfen hatte“, sagte der zweimalige DTM-Champion. „Wir haben ein paar Dinge am Auto verbessert, aber ich mich auch fahrerisch. Dafür haben wir heute den Lohn bekommen. Es war ein cooler Fight mit Nico und Robin – fair und gut. So, wie es sein soll. Das Racing mit DRS und Push-to-Pass in der DTM ist großartig.“

Rast übernahm nach dem Start sofort die Führung, verlor diese in der vierten Runde aber an Müller. Gegen Rennmitte musste sich Rast auch gegen Müllers Teamkollegen Robin Frijns wehren, der beim Boxenstopp aber viel Zeit verlor. So wurde aus dem Dreikampf an der Spitze ein Zweikampf, in dem sich Rast mithilfe von DRS und Push-to-Pass immer näher an Müller heranarbeitete und diesen schließlich sechs Runden vor Rennende überholte. 

Ein Versuch des Schweizers, in der letzten Runde selbst noch einmal zu kontern, scheiterte, weil sich nach einem leichten Quersteher ausgangs „Eau Rouge“ sein DRS wieder schloss und nicht mehr öffnen ließ. „Insgesamt ist das Wochenende super verlaufen“, sagte Müller. „Ich führe die Meisterschaft an. Aber ich war noch nie so unglücklich über einen zweiten Platz. Wir hätten auch heute gewinnen müssen. Ich hatte das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.“

Robin Frijns, Müllers Teamkollege im Audi Sport Team Abt Sportsline, komplettierte mit Platz drei das Podium. Auch der Niederländer kam am Sonntag mit den Reifen wesentlich besser zurecht als am Vortag. „Leider hatte ich einen schlechten Start. Und meine Strategie, mit dem ersten Reifensatz besonders lange zu fahren, hat sich nicht ausgezahlt, weil mein Rückstand nach dem Boxenstopp einfach zu groß war.“

Rasts Teamkollege Jamie Green kämpfte sich vom achten Startplatz auf Rang vier nach vorn. Mike Rockenfeller und Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix belegten die Plätze fünf und sieben, wobei Duval im Rennen sechs Positionen gutmachte, nachdem seine schnellste Zeit im Qualifying gestrichen worden war.

Ein Stück DTM-Geschichte schrieb das Kundenteam WRT Team Audi Sport: Fabio Scherer durchbrach im Rennen als erster Fahrer mit einem Class-1-Rennwagen die Schallmauer von 300 km/h. 

Nach den ersten beiden von 18 geplanten Rennen führt Audi die Herstellerwertung mit 152:34 Punkten klar vor BMW an. 

Weiter geht es in der DTM am 15./16. und 22./23. August mit insgesamt vier Rennen auf dem Lausitzring. 

Vier BMW M4 DTMs in den Punkten am Sonntag in Spa-Francorchamps

Foto: BMW-Motorsport
Foto: BMW-Motorsport

Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) überquerte in Der zweiten Saison der DTM-Saison 2020 in Spa-Francorchamps (BEL) den sechsten Platz und war damit der bestplatzierte BMW-Fahrer des Tages. Lucas Auer (AUT, BMW Bank M4 DTM), Jonathan Aberdein (RSA, CATL BMW M4 DTM) und Marco Wittmann (GER, Schaeffler BMW M4 DTM) holten als Achter, Neunte und Zehnte Punkte, der Sieg ging an René Rast (GER, Audi). Wie schon am Samstag war der BMW M4 DTM um einen Platz auf dem Podium außer Streit.

Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM) und Timo Glock (GER, iQOO BMW M4 DTM) wurden Elfter und13. In der Fahrerwertung ist Auer mit zehn Punkten der bestplatzierte BMW-Fahrer.

Marco Wittmann:
"Das war alles sehr ernüchternd. Am Ende habe ich spät aufgehört und vielleicht einen Punkt geholt. Wir alle müssen das ganze Wochenende sehr genau unter die Lupe nehmen. Es ist super enttäuschend, 45 Sekunden hinter dem Führenden zu landen. Das ist nicht das, was wir von uns selbst erwarten oder was wir uns erhofft haben. Man muss ehrlich sein und sagen, dass es keine gute Leistung von uns war. Daran müssen wir arbeiten."

Timo Glock :
"Das war nicht das, was wir uns erhofft hatten. Es ist schwer zu verstehen, da sich das Auto im Qualifying gut angefühlt hat, aber sobald wir uns mit mehr Gewicht an Bord für das Rennen anstellen, ist es zu viel für die Reifen. Sie leiden zu sehr. Das ist unser Hauptproblem. Es war nicht richtig, vor allem in der heutigen zweiten Stint. Ich weiß nicht, was mit dem vorderen rechten Reifen los war, aber nichts funktionierte. Es hatte keinen Griff, von Anfang an, und ich hatte eine Menge Untersteuern. Ich habe viel Zeit verloren. Nichts kam heute zusammen. Wir müssen herausfinden, warum. Im Moment habe ich keine Erklärung."

Lucas Auer:
"Mein Start war wieder super. Generell denke ich, dass der erste Stint auch sehr stark war, aber ich musste mit vielen Autos kämpfen. Danach wurden die Reifen fertig. Trotzdem würde ich den ersten Stint als einen guten beschreiben. Die zweite war es definitiv nicht. Das bedeutete, dass ich nicht mehr in der Lage war, meine Blicke auf die vorausfahrenden Autos zu richten. Ich bin immer noch sehr glücklich und glaube, dass ich das Potenzial habe. Vorerst müssen wir weiter kämpfen."

Philipp Eng:
"Das war sehr enttäuschend. Heute war ganz anders als gestern. Wir haben keine Änderungen am Auto vorgenommen, wir haben nur einen anderen Reifen verwendet. Gestern sah ich aus wie der König des Reifenmanagements, heute ist eine ganz andere Geschichte. Niemand kann das im Moment verstehen."

Jonathan Aberdein:
"Im Großen und Ganzen war der Tag ein wenig enttäuschend, aber wir haben definitiv etwas daraus gemacht. Leider wurde ich zu Beginn des Rennens gesponnen, was uns Zeit gekostet hat. Dank unseres guten Tempos und des Reifenmanagements haben wir es trotzdem geschafft, uns wieder ins Rennen zu kämpfen. Am Ende kamen wir mit dem neunten Platz davon. Angesichts unserer Startposition und des Vorfalls am Start können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein."

Sheldon van der Linde:
"Das war ein gutes Rennen für uns. Wir haben heute das Maximum aus unserem Paket herausgeholt. Leider konnten wir nicht mehr tun. Ich hatte ein wirklich gutes Qualifying, vielleicht eine der besten Runden, die ich je gefahren bin. Ich bin heute mit mir selbst zufrieden. Nach meinen Problemen im gestrigen Rennen war es mir wichtig, mein Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Ich wollte zeigen, wozu wir fähig sind. Das haben wir getan. Die Audis scheinen sehr schnell zu sein. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen im nächsten Rennen die Lücke zu schließen."