Freitag, 9. November 2018

Drei Fragen an Edoardo Mortara

In zehn Tagen treten beim FIA GT World Cup Macau drei hochkarätig besetzte Mercedes-AMG GT3 an, um den Fahrer- und Hersteller-Titel zu verteidigen. Neben Maro Engel und Raffaele Marciello ruhen die Hoffnungen dabei auf „Mr Macau“, dem Vorjahressieger Edoardo Mortara. Der ehemalige Mecedes-DTM-Pilot und jetzige Venturi-Pilot in der FIA Formel-E, startet seit Jahren in GT3 Fahrzeugen und auch sehr erfolgreich in Macau. Grund genug ihm ein paar Fragen zum bevorstehenden diesjährigen Rennen in Macau zu stellen:
Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Edoardo, in Deiner Laufbahn als Rennfahrer konntest Du den Macau Grand Prix schon sechsmal gewinnen, viermal davon in der GT-Kategorie. Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Edoardo Mortara: Ich liebe den Macau GP einfach und freue mich jedes Mal, hier antreten zu dürfen. Als Straßenkurs, der mitten durch die Stadt führt, ist die Strecke naturgemäß super eng. Es bieten sich kaum Möglichkeiten zum Überholen. Von daher ist es hier besonders wichtig, von Anfang an vorne dabei zu sein. Am besten schon im Training und in den Qualifyings. 2017 ist mir das optimal gelungen: Im Rennen konnte ich das Feld von vorne kontrollieren. Bei der relativ kurzen Sprintdistanz kommt es vor allem darauf an, schnell einen guten Rhythmus aus Angriff und Kontrolle zu finden und sich voll zu fokussieren. Fehler darfst Du dir in Macau nicht erlauben!

Wie schätzt Du die Chance für eine Titelverteidigung ein?

Edoardo Mortara: Es wird sicher nicht einfach. Ein Blick auf die Teilnehmerliste genügt, um festzustellen, dass die Konkurrenz im GT-Bereich von Jahr zu Jahr höher wird. Aber wir sind ebenfalls gut aufgestellt. Maro hat hier auch schon zweimal gewonnen und Raffaele hatte vergangenes Jahr ein richtig starkes Macau-Debüt im Mercedes-AMG GT3. Von daher bin ich sehr zuversichtlich. Gemeinsam mit dem Team von GruppeM Racing werden wir unsere Mercedes-AMG GT3 auf jeden Fall optimal vorbereiten und dann voll angreifen.

Beschreibe uns doch bitte einmal das Gefühl, in Macau zu fahren?

Edoardo Mortara: Macau lässt sich mit keiner anderen Rennstrecke vergleichen. Die Leitplanken und Mauern sind an manchen Stellen extrem hoch und viele Kurven sind komplett uneinsehbar. Bisweilen fühlt es sich an, wie durch ein super schmales, gelb-schwarzes Labyrinth zu jagen. Noch dazu geht es ständig rauf und runter. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es ist gut, dass in diesem Jahr etwas weniger GT3-Fahrzeuge starten werden - der Kurs an sich ist schon eng genug.

Sonntag, 4. November 2018

TCR Germany: Interview mit Harald Proczyk

  • Champion Harald Proczyk: "Das Jahr war sehr intensiv"
  • Der Opel-Pilot bescheiden: "Es war auch viel Glück dabei"
  • Mit 42 Jahren an der Spitze: "Muss im Alter mehr auf die Ernährung achten"
  • Volles Programm 2019 mit ADAC GT4 Germany und ADAC TCR Germany 

Harald Proczyk
Foto: Jens Hawrda
Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International), der neue Champion der ADAC TCR Germany, genießt seinen Erfolg in vollen Zügen. Doch zurücklehnen oder eine Ruhepause? Für den Österreicher keine Option! Im Interview spricht der Opel-Pilot über die Saison und wagt einen Ausblick auf 2019. 

Du hast in Deiner langen Karriere viele zweite Plätze geholt, wurdest aber in diesem Jahr endlich Meister. Wie fühlt sich das mit etwas Abstand an? 

Proczyk: "In den Jahren, in denen ich Zweiter oder Dritter war, haben wir einen genauso guten Job gemacht wie 2018. Natürlich ist die Meisterschaft jetzt sehr schön. Es freut mich natürlich besonders, dieses Jahr war sehr intensiv. Es sind ganz wenige Fehler passiert, so richtige grobe Fehler haben wir uns gar nicht geleistet. Weder vom Team noch von den Fahrern. Wenn man ehrlich ist, trifft das auch auf die beiden anderen (Luca Engstler und Niels Langeveld) zu. Deswegen ist es schon schön, dass wir das für uns entscheiden konnten. Es war aber auch viel Glück dabei, im richtigen Moment schnell zu sein." 

Im Fahrerfeld waren sich fast alle einig, dass Du Dir den Titel verdient hast. 

Proczyk: "Das freut mich natürlich sehr. Ich habe immer versucht, Rücksicht zu nehmen auf die anderen. Das hat sich für mich positiv ausgezahlt. Die anderen sind natürlich nicht zimperlich mit mir umgegangen, aber alle haben sich sehr fair mir gegenüber verhalten." 

Was war Dein Highlight in diesem Jahr?

Proczyk: "Es gibt viele schöne Momente, aber natürlich war der Sieg am Red Bull Ring, zu Hause, etwas sehr Schönes. Und das ganze Rennwochenende in Hockenheim. Ich habe immer gewusst, dass wir uns schwer tun werden, wenn wir nicht schneller werden. Und dann haben wir genau auf den Punkt, aus welchem Grund auch immer, in Hockenheim ein konkurrenzfähiges Auto gehabt. Wenn man dann die Pole Position im einzigen Regentraining holt, dann ist man innerlich sehr zufrieden." 

Ist es möglich, jetzt schon nach vorne auf das Jahr 2019 zu schauen?

Proczyk: "Wir werden als Team auf jeden Fall in der neuen ADAC GT4 Germany dabei sein mit mindestens einem Auto oder vielleicht sogar mit zwei. Mit einem Mercedes und einem Porsche ist derzeit geplant. Wir werden wahrscheinlich auch in der ADAC TCR Germany tätig sein. Ob ich selbst wieder fahre, ist noch nicht sicher." 
Harald Proczyk
Foto: Jens Hawrda
Wie sieht es mit Deinem Teamkollegen Luke Wankmüller aus?

Proczyk: "Der Luke wird auf jeden Fall unter meinen Fittichen bleiben. Ich persönlich würde ihn ganz gerne in einem Markenpokal sehen, z.B. im Porsche Carrera Cup. Aber auch da ist die Entscheidung von Opel wichtig. Wichtig ist, dass er eine Perspektive hat für die Zukunft. Wir haben verschiedene Optionen. Dass ich ihm weiterhelfen werde, im Rahmen meiner Möglichkeiten, ist klar. Ich lasse ihm natürlich die Option offen, bei uns zu fahren." 

Dein Programm als Fahrer und Teamchef ist sehr umfangreich, bis wann steht fest, wo dein Team 2019 startet?

Proczyk: "Ich möchte schauen, dass wir es in diesem Jahr noch hinkriegen. Damit wir wissen, wohin die Reise geht. Aber ich bin schon lange im Motorsport. Erfahrungsgemäß zieht sich das dann wieder bis kurz vor die Saison (lacht). Für die Jahreszeit sind wir aber jetzt schon recht weit." 

Im Vergleich zu Deinen Konkurrenten bist Du mit deinen 42 Jahren erfahrener. Musst Du mehr Sport treiben, um Dein Niveau zu halten?

Proczyk: "Nicht das Zeitenniveau! Aber ich muss schauen, dass ich nicht zunehme werde. Ich muss darauf achten, was ich esse. Wenn ich es da schleifen lasse, das merkt man schon. Aber egal, ob Motorsport oder nicht. Gute Ernährung und Sport sind nicht so schlecht für den Körper." 

Der Motorsport hat einen großen Stellenwert in Deinem Leben. Gibt es sonst etwas, was Du zum Ausgleich machst oder was Dich begeistert?

Proczyk: "Sport finde ich generell gut, aber manchmal erschrecke ich mich auch. Ohne Motorsport wäre ich ein total unangenehmer Mensch (lacht). Nein, im Ernst. Mich begeistert natürlich auch meine Familie. Meine Frau, meine Kinder. Der Hund. Die Sachen schätze ich heute noch mehr als vor zehn Jahren. Das ist eine der wichtigsten Dinge im Leben, dass alles in sich harmoniert. Die Kunst ist, in der Früh aufzustehen und Spaß zu haben. Die Arbeit zu machen, die Spaß macht. Dann hat man automatisch Freude am Leben. Das versuche ich zu leben." 

Wie lang dürfen sich die Motorsportfans denn noch über Harald Proczyk auf der Rennstrecke freuen?

Proczyk: "Ich bin im 20. Jahr in einer Serie gefahren, nochmal 20 Jahre werden es nicht werden. Ich fühle mich körperlich fit, ein bisschen was werde ich schon noch dranhängen." 

Was macht die ADAC TCR Germany so spannend, dass du ausgerechnet in dieser Serie fahren willst?

Proczyk: "Weil es ehrlicher und schöner Tourenwagensport ist, mit Autos, mit denen man sich identifizieren kann. Ich glaube, dass das einen berechtigten Platz hat im Motorsport. Und weil der ADAC mit seiner Plattform GT Masters ein tolles Paket schnürt."

Montag, 29. Oktober 2018

DTM: Drei Fragen an ... Bruno Spengler.

DTM: Roll-Out für BMW M4 DTM mit Zweiliter-Turbomotor.


Der BMW M4 DTM, der nach den Vorschriften der Klasse 1 modifiziert wurde und vom neu entwickelten BMW Zweiliter-Turbomotor angetrieben wird, hat bei der Premiere der BMW Group Plant Dingolfing (DEU) die Feuertaufe bestanden. BMW Werksfahrer Bruno Spengler (CAN) saß am Steuer. Der DTM-Champion von 2012 teilte seine Eindrücke in diesem Interview. 
Bruno Spengler
Foto: Jens Hawrda
Bruno, wie war deine Erfahrung mit dem BMW M4 DTM mit dem Zweiliter-Turbomotor? 

Bruno Spengler: "Die ersten Kilometer haben sich sehr gut angefühlt. Das war der Beginn einer neuen Ära für uns und für die DTM. Dass ich gleich zu Beginn dabei sein konnte, machte es für mich ganz besonders. Es war eine sehr interessante und produktive Einführung. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Schritte in seiner Entwicklung. "

Der neue Turbomotor ist wesentlich stärker als sein Vorgänger. Hast du die zusätzliche Kraft bemerkt?

Bruno Spengler: "Sobald man Gas gibt und die Drehzahl steigt, spürt man, dass das Auto mehr Schub erzeugt und mehr Leistungspotenzial hat als zuvor. Der neue Motor wirkt sich insbesondere auf die Höchstgeschwindigkeit aus. Wir werden auf den Geraden deutlich schneller sein und das wird den Zuschauern noch mehr Spannung bringen. Natürlich klingt der Motor jetzt anders, aber ich mag den Sound immer noch sehr. " 
Erste Testfahrt von Bruno Spengler
Foto: BMW-Motorsport
Wie wird sich der Rennsport im Jahr 2019 verändern? 

Bruno Spengler: "Ich denke, dass die DTM noch spektakulärer wird und die Show für die Zuschauer noch besser wird. Zum einen werden wir auf den Geraden noch schneller sein. Ich habe auch das Gefühl, dass sich die Hinterreifen während der Rennen etwas verschlechtern werden, da wir mehr PS zur Verfügung haben werden. Das bedeutet, dass Fahrer hier und da noch ein paar Fehler machen können. Wir werden sicherlich mehr im Cockpit arbeiten müssen." 


50 Jahre BMW Turbo Power im Motorsport: Der Roll-out des BMW M4 DTM mit Zweiliter-Turbomotor setzt ein neues Kapitel und läutet eine neue Ära ein.

Konzentration auf die DTM-Saison 2019: Der BMW M4 DTM, der nach den Vorschriften der Klasse 1 modifiziert wurde und vom neu entwickelten BMW Zweiliter-Turbomotor angetrieben wird, hat seinen ersten Auftritt im BMW Group Werk Dingolfing. Mit BMW Werksfahrer Bruno Spengler (CAN) am Steuer absolvierte das Auto seine ersten Kilometer mit BMW Turbo Power.
Erste Testfahrt des Zweiliter-Turbomotors mit Bruno Spengler
Foto: BMW-Motorsport
Der Turbomotor ist ein wichtiger Bestandteil der neuen Klasse-1-Verordnung, die in der DTM-Saison 2019 in Kraft tritt. Die bisherigen V8-Motoren werden durch effiziente und deutlich leistungsfähigere Vierzylinder-Turbomotoren mit zwei Litern Hubraum ersetzt. Alle für den neuen Motor erforderlichen Änderungen gemäß den Bestimmungen der Klasse 1 wurden bereits am BMW M4 DTM vorgenommen. Dazu gehören Änderungen an den Lufteinlässen und -auslässen sowie am Einlass- und Auslasssystem. Weitere Evolutionsphasen, basierend auf den neuen Bestimmungen, werden implementiert, bevor das neue Fahrzeug zugelassen wird. 

"BMW Turbo Power ist seit fast 50 Jahren im Motorsport erfolgreich. Bereits im ersten Jahr mit einem BMW Turbomotor wurde Dieter Quester 1969 mit dem BMW 2002 TI zum europäischen Tourenwagenmeister gekürt. Der BMW 2002 Turbo war 1973 das erste deutsche Serienautomobil mit Turbolader. Wir fügen dieser Geschichte in der DTM ein neues Kapitel hinzu ", sagte BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. "Unsere ersten Kilometer der Klasse 1 verliefen sehr positiv. Wir sind glücklich mit allen Funktionstests. Der neue Turbo klingt großartig. Sein eindrucksvollstes Merkmal ist jedoch seine Effizienz - obwohl es wesentlich leistungsfähiger ist als sein Vorgänger. "

"Nach meinen ersten Kilometern mit der neuen DTM-Maschine kann ich die nächste Saison kaum erwarten", sagte Spengler. "Ich kann mir vorstellen, wie viel Spaß es macht, mit so viel BMW Turbo Power auf die Strecke zu fahren. Sie können die zusätzlichen Pferdestärken fühlen. Für die Fans werden wir 2019 noch mehr zeigen. Die Zeit bei Vollgas wird reduziert - aber die Höchstgeschwindigkeit ist höher als zuvor. Wir müssen noch härter am Steuer arbeiten.“ 

Der erste ITR - Test in Vorbereitung für die 2019 Saison geplant ist vom 11. bis nehmen ten  bis 14 - ten  November 2018 in Estoril (POR).

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Hochspannung in Zahlen: Fakten zur ADAC GT Masters-Saison 2018

  • Porsche-Duo Robert Renauer/Mathieu Jaminet erstmals Meister
  • 22 verschiedene Rennsieger von neun Teams und fünf Marken
  • ADAC GT Masters 2018 so ausgeglichen wie noch nie

Foto: Jens Hawrda
Die Porsche-Piloten Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) setzten sich in der spannendsten ADAC GT Masters-Saison der Geschichte durch und krönten sich erstmal zu den Champions in der "Liga der Supersportwagen". 

Eine Bilanz der 14 Rennen. 

Konstanter Erfolg: Niemand punktete 2018 so regelmäßig wie die Champions Robert Renauer und Mathieu Jaminet. Die Porsche-Fahrer fuhren in den 14 Rennen elf Mal Meisterschaftszähler ein. Darunter waren ein Sieg sowie drei weitere Podestplatzierungen. 

Spitzenreiter: Fünf Mal wechselte während der Saison die Tabellenführung zwischen fünf Fahrer-Paarungen von Audi, Corvette, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche. Die Meister Jaminet und Renauer lagen nach den beiden Rennen in Most bis zum Red Bull Ring an der Spitze der Gesamtwertung und erneut ab dem Sonntagsrennen auf dem Sachsenring. 

Fleißig: Die Teilnehmer des ADAC GT Masters legten 2018 in allen Freien Trainings, Qualifyings und Rennen insgesamt 90.637,05 Kilometer zurück. 

Siegreiches Team: Das Corvette-Duo Marvin Kirchhöfer und Daniel Keilwitz holte mit drei Siegen die meisten der Saison. Insgesamt 22 Piloten von Audi, Corvette, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche standen in diesem Jahr ganz oben auf dem Podium. So viele waren es in der Geschichte des ADAC GT Masters bisher nur im Jahr 2015 - damals hatte die Saison jedoch noch 16 statt 14 Rennen. 

Markenzeichen: Audi stellte mit 13 Fahrzeugen nicht nur das größte Aufgebot an GT3-Fahrzeugen, sondern führte auch zahlreiche Bestenlisten an: Die R8 LMS holten die meisten Siege (sechs), standen am häufigsten auf der Pole-Position (vier Mal) und fuhren zusammen mit Lamborghini die meisten schnellsten Rennrunden (je vier). 

Premierenerfolge: Mit Max Hofer, Philip Ellis, Andrea Caldarelli, Jeffrey Schmidt, Stefan Mücke, Marvin Kirchhöfer, Indy Dontje, Filip Salaquarda, Marco Mapelli, Sheldon van der Linde, Elia Erhart und Pierre Kaffer fuhren zwölf Piloten 2018 ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters ein. 

Gelungener Einstand: Das Team ISR und EFP by TECE fuhren bereits in ihrer Debütsaison im ADAC GT Masters ihren ersten Rennsieg ein. Insgesamt neun Rennställe holten 2018 mindestens einen Rennsieg. Am erfolgreichsten war Callaway Competition mit drei Triumphen vor dem GRT Grasser Racing Team, Montaplast by Land-Motorsport und dem Mann-Filter Team HTP mit jeweils zwei Erfolgen. 
Der einzige Doppelsieg der Saison gelang M. Kirchhöfer (l.) und D. Keilwitz
Foto: Jens Hawrda
Doppelschlag: Den Meisterschaftsdritten Kirchhöfer und Keilwitz gelang es als einziger Fahrerpaarung, an einem Rennwochenende beide Durchgänge zu gewinnen. Auf dem Red Bull Ring ließen sie der Konkurrenz zwei Mal keine Chance. Zuletzt war das 2014 beim Saisonfinale in Hockenheim gelungen. Einer der Piloten damals: ebenfalls Daniel Keilwitz. 

Führungspersönlichkeiten 1: Kirchhöfer und Keilwitz liegen auch in der Tabelle der meisten Führungsrunden vorn. Bei 91 der insgesamt 520 absolvierten Umläufen lag die Fahrerpaarung von Callaway Competition auf dem ersten Platz. Insgesamt 23 Fahrercrews führten in der Saison für zumindest eine Runde ein Rennen an. 

Führungspersönlichkeiten 2: Einmal gelang es 2018 einem Pilotenteam, einen Start-Ziel-Sieg einzufahren. Den Audi-Piloten Max Hofer und Philip Ellis gelang dies gleich beim Saisonauftakt in Oschersleben. Bei allen anderen 13 Saisonrennen wechselte zumindest während des Boxenstoppfensters die Führung. 

Schnelle Brüder: Die Audi-Fahrer und Vizechampions Sheldon und Kelvin van der Linde standen so oft wie keine andere Fahrerpaarung während der Saison auf dem Podium. Insgesamt sechs Mal schafften die Geschwister den Sprung unter die Top Drei. Mit ihren beiden Saisonsiegen waren sie zudem seit Ferdinand und Johannes Stuck 2011 die ersten Brüder, denen dies zusammen gelang. 
Schnelle Brüder: Sheldon (l.) und Kelvin van der Linde
Foto: Jens Hawrda
Abwechslungsreich 1: In den ersten 13 Saisonrennen gab es 13 verschiedene Pole-Setter. Erst im Qualifying zum allerletzten Saisonrennen gab es mit Mercedes-AMG-Fahrer Maximilian Götz einen Wiederholungstäter. Acht Mal gewann der Pole-Setter auch das anschließende Rennen. 

Qualifyingspezialisten: Maximilian Götz und Partner Markus Pommer waren über die gesamte Saison gesehen die stärkste Fahrercrew im Zeittraining. Ihr durchschnittlicher Startplatz in den 14 Rennen war 5,7. Dahinter folgten die Meister Renauer und Jaminet (7,0) vor den Vizechampions, den Brüdern van der Linde (7,2). 

Knappe Angelegenheit: Lediglich acht Tausendstelsekunden trennten Pole-Setter Mathieu Jaminet in Zandvoort im zweiten Qualifying von seinem engsten Verfolger. Den größten Vorsprung in einem Zeittraining fuhr Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz auf abtrocknender Strecke am Sonntag in Hockenheim heraus. Er war 0,742 Sekunden besser als der Zweitplatzierte. Über die ganze Saison gesehen lag der Abstand des Trainingsschnellsten bei durchschnittlich 0,158 Sekunden. 

Leistungsdichte: Wie hoch die Leistungsdichte im ADAC GT Masters 2018 war, zeigten regelmäßig auch die engen Zeitabstände des gesamten Feldes im Qualifying. Bei neun von 14 Zeittrainings lagen mehr als 20 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde. Besonders eng war es auf dem Nürburgring, wo im ersten Qualifying 31 und im zweiten Zeittraining 29 GT3-Sportwagen innerhalb einer Sekunde lagen. 

Abwechslungsreich 2: Zwölf verschiedene Fahrer erzielten in den 14 Rennen die schnellste Rennrunde. Nur Marvin Kirchhöfer und Lamborghini-Fahrer Christian Engelhart gelang dies zwei Mal. 

Beständig: Audi-Pilot Jeffrey Schmidt sowie die Mercedes-AMG-Teamkollegen Indy Dontje und Maximilian Buhk glänzten 2018 mit perfekter Zuverlässigkeit. Sie absolvierten in den 14 Rennen alle 493 Runden. 

Top-Junior: Sheldon van der Linde war der erfolgreichste Nachwuchsfahrer der Saison: Dank vier Klassensiegen sicherte sich der Südafrikaner in seiner ersten kompletten Saison im ADAC GT Masters den Titel in der Pirelli-Junior-Wertung. Elf weitere Piloten unter 25 Jahren holten jeweils einen Klassensieg. 

Schweizer Erfolge: Während Lamborghini-Pilot Rolf Ineichen mit sechs Siegen in der Pirelli-Trophy-Wertung so viele wie kein anderer Fahrer einfuhr, ging der Titel in der Wertung für Nicht-Profis zum dritten Mal in Folge an seinen Schweizer Landsmann Remo Lips (Audi), der in den Rennen zwei Mal Klassenprimus war. Jeweils drei Siege in der Pirelli-Trophy-Wertung gingen an Serienneuling Jan-Erik Slooten (Porsche) sowie das Duo Claudia Hürtgen/Sven Barth (Corvette). 

Vielfalt: Insgesamt 83 Fahrer aus 18 Nationen starteten 2018 in den 14 Rennen des ADAC GT Masters, 69 davon sammelten zumindest einen Meisterschaftszähler, 40 schafften es sogar unter die Top Drei - Rekord im ADAC GT Masters. 

Generationenübergreifend: Jüngster Pilot im Starterfeld war wie schon 2017 der Schweizer Ricardo Feller. Er war beim Saisonauftakt in Oschersleben 17 Jahre, zehn Monat und 13 Tage alt. Älteste Pilotin war Rückkehrerin Claudia Hürtgen mit 46 Jahren, sieben Monaten und vier Tagen. 


Termine ADAC GT Masters 2019 

26. - 28.04.2019 Motorsport Arena Oschersleben
17. - 19.05.2019 Most (CZ)
07. - 09.06.2019 Red Bull Ring (A)
09. - 11.08.2019 Circuit Zandvoort (NL)
16. - 18.08.2019 Nürburgring
13. - 15.09.2019 Hockenheimring Baden-Württemberg
27. - 29.09.2019 Sachsenring