Freitag, 10. November 2017

Edoardo Mortara im Interview (1): „Der Motorsport hat mir geholfen, schneller erwachsen zu werden“

Motorsport, Fußball und Bildung: Edoardo Mortara war von klein auf an vielen Bereichen interessiert. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor.
Im ersten Teil spricht Edoardo über...

  • seine Schulbildung: „Wenn ich in der Schule keine guten Leistungen gebracht hätte, hätte ich nicht Kart fahren dürfen.“
  • seine Hobbys: „Es war nicht einfach, Fußball und den Kartsport zu vereinen.“
  • seine Karrierewahl: „Ich habe dann aber mit dem Fußball aufgehört und wahrscheinlich damit die richtige Wahl getroffen.“
Edoardo Mortara
Foto: Mercedes-Motorsport, Hans-Dieter Seufert

Edo, wann bist du das erste Mal mit dem Rennsport in Berührung gekommen?


Edoardo Mortara: Als Hobby habe ich im Alter von acht Jahren mit dem Kartfahren begonnen, mit Rennfahren habe ich dann etwa mit zehn Jahren angefangen. Damals konnte man erst mit zehn Jahren Rennen fahren, das lag an der Kategorie. Aber der Moment, als ich realisiert habe, dass ich wirklich ein Rennfahrer werden könnte, war später. Das war nie in meinem Blickfeld. Als ich Kart gefahren bin, wollte ich dort Weltmeister werden. Das Ziel habe ich einige Jahre verfolgt, bin lange im Kartsport geblieben und bin dann in den Formelsport aufgestiegen.

Wie bist du als Kind aufgewachsen? Wie waren deine Eltern?

Edoardo Mortara: Ich bin in Genf aufgewachsen. Meine Mutter hat mich und meinen Bruder immer zu den Rennen begleitet. Mein Vater war Pilot und deshalb immer viel in der Welt unterwegs. Und zudem ist er auch in Finanzgeschäften aktiv. Das hat er sein ganzes Leben gemacht.

Wie bist du damals zum Kartsport gekommen?

Edoardo Mortara: Meine Onkel mütterlicherseits sind in Frankreich Rallyes gefahren, als sie jünger waren. Und auch mein Vater ist Rallye gefahren. Es liegt also ein bisschen in der Familie. Auf die Kartbahn bin ich das erste Mal mit acht Jahren gegangen und es hat mir Spaß gemacht. Jeder in meiner Familie hat meinen Bruder und mich dazu gepusht, Kartsport zu betreiben.

Was ist aus deinem Bruder geworden?

Edoardo Mortara: Er ist auch Kart gefahren, als er jünger war, wir sind also zusammen Kart gefahren. Aber es war nicht sein Ding, er hat mit 16 oder 17 damit aufgehört.

Bist du von Beginn an in Italien gefahren?

Edoardo Mortara: In der Schweiz konnte man nicht wirklich Rennsport betreiben. Die großen Meisterschaften und die gesamte Kart-Industrie sind in Italien, daher findet man das beste Level für Kartsport normalerweise in Italien. Ich bin immer dort gefahren.

Wie hat das mit der Familie funktioniert? Sind sie immer mitgekommen?

Edoardo Mortara: Zu Beginn, als ich etwa zehn Jahre alt war, sind sie mit mir gereist. Da mein Bruder auch gefahren ist und mein Vater meistens nicht dabei sein konnte, sind wir zusammen gefahren. Und als ich dann 12 oder 13 war, habe ich angefangen, alleine zu den Rennen zu reisen.

Wie hat das mit der Schule geklappt?

Edoardo Mortara: Ich hatte keine Probleme in der Schule. Das war auch sehr wichtig für meine Eltern. Sie wollten auf jeden Fall, dass ich die Schule beende und am besten auch noch auf die Universität gehe. Das war ganz gut, denn sie haben mir diese Richtung vorgegeben. Wenn ich in der Schule keine guten Leistungen gebracht hätte, hätte ich nicht Kart fahren dürfen. Irgendwann wurde es dann meine größte Leidenschaft, und um dieser weiterhin nachgehen zu können, musste ich in der Schule gut sein. Ich hatte also gar keine wirkliche Wahl.

Du hast mal gesagt, du warst auch im Fußball ziemlich gut.

Edoardo Mortara: Ich habe nicht gesagt, dass ich sehr gut war. Aber ich wollte Fußballer werden, ja. Ich habe bei einem Verein in Genf angefangen, und wurde dann später in den großen Klub befördert. Dort war es schon ziemlich gut, sie haben die Schweizer Liga gewonnen und auch im Europapokal gespielt. Dort habe ich die meiste Zeit in meiner Kindheit gespielt. Ich wurde auch für die Jugendmannschaften gescoutet und danach wäre ich eigentlich Profi geworden. Mein Problem aber war, dass ich einige Verletzungen hatte und deshalb aufhören musste. Aber als ich so 11, 12 oder 13 Jahre alt war, war ich ganz gut. Ich wurde auch in die Schweizer Jugend-Nationalmannschaft berufen, habe aber nicht gespielt. Es war nicht einfach, Fußball und den Kartsport zu vereinen
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Das wäre auch meine nächste Frage gewesen: Wie ging das zusammen?

Edoardo Mortara: Es war schwierig. Einige Spiele konnte ich nicht machen, was den Fußball-Trainern natürlich nicht gefallen hat. Sie haben mich gepusht, weiterzumachen. Schlussendlich habe ich es hinbekommen, beides zu machen. Ich habe dann aber mit dem Fußball aufgehört und wahrscheinlich damit die richtige Wahl getroffen.

Du warst im Fußball aktiv, du warst im Kartsport aktiv. Wie sah dein Privatleben aus? War es hart, Freundschaften am Leben zu erhalten?

Edoardo Mortara: Die Freunde sieht man ja in der Schule, aber natürlich war es schwierig, das auszuweiten, weil man an Rennwochenenden nichts zusammen machen konnte. Gary sagte etwas, das auch auf mich zutrifft. Er meinte: Man hat seine Freunde unter der Woche und dann hat man seine Freunde am Wochenende. Das sind zwei unterschiedliche Welten und ich denke, es hat mir dabei geholfen, schneller erwachsen zu werden. Wenn man in dem Alter alleine reist, trifft man andere Leute. Es waren einfach andere Realitäten. Ich bin in der Schweiz aufgewachsen und habe dort nichts vermisst. Wenn man aber reist, bekommt man einen anderen Blick für die Dinge.

Mittwoch, 8. November 2017

DTM: Drei Fragen an Robert Wickens

Robert Wickens verlässt die DTM in Richtung Indy-Car, im Kurzinterview äußert er sich  zu seiner Zeit im Mercedes-DTM-Team.
Robert Wickens
Foto: Jens Hawrda
Rob, wenn du die letzten sechs Jahre Revue passieren lässt: Was ist deine schönste Erinnerung an die DTM?
 
Robert Wickens: Ehrlich gesagt sind die schönsten Erinnerungen jene an die vergangenen drei Jahre, in denen ich mich in der DTM besser zurechtgefunden und mehr zu einem Titelanwärter entwickelt habe. Das war ein echtes Vergnügen. Im ersten Jahr musste ich mich in der DTM einleben und danach war es eine große Ehre, zu HWA wechseln zu dürfen. Natürlich war auch mein erster DTM-Sieg auf dem Nürburgring 2013 ein absolut fantastisches Gefühl. Denn ich wusste, dass viele Formel-Rennfahrer und Ex-Formel 1-Piloten in der DTM zu kämpfen hatten. Entsprechend war es für mich eine große Erleichterung, dass ich so schnell gewinnen konnte. Ich hatte einige fantastische Rennen und Teamergebnisse und es ist wirklich schwierig, nur eines davon herauszugreifen. Aber ich würde definitiv sagen, dass ich mich am meisten an die letzten drei Jahre erinnern werde.
 
Wie wichtig waren für dich die Menschen in der DTM und im Team, allen voran deine Freundschaft mit Gary?
 
Robert Wickens: Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben. Ich kann mich bei Mercedes nicht genug dafür bedanken und wünsche ihnen viel Glück für die Zukunft. Ich habe hier einige Freunde fürs Leben gewonnen. Es ging auf und ab, aber ich habe noch nie zuvor so viel Unterstützung von einem Team erhalten. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten und vielleicht war es ja auch nicht das letzte Mal. Gary und ich gingen sehr schnell von Teamkollegen zu echten Freunden über. Das hat sich auf und neben der Strecke gezeigt. Er ist so ein guter Kerl, total bodenständig. Als ich in die DTM kam, war ich nur ein Neuling und er diese DTM-Legende Gary Paffett. Er war in meinem Rookie-Jahr einer der Titelanwärter und hat ihn nur knapp verpasst. Nachdem ich zu HWA gewechselt bin, habe ich ihn im Folgejahr dann richtig kennengelernt. Das werde ich immer in Erinnerung behalten. Es gab so viele Momente, zum Beispiel in unserem Fahrerraum, an die ich mein ganzes Leben lang denken werde. Ich bin mir sicher, dass wir in Kontakt bleiben werden, denn wir sind schon lange über den Punkt einer reinen Arbeitsbeziehung hinaus. Wenn wir uns unterhalten, dann mehr als Freunde. Wir können für Stunden über alles Mögliche reden. Es ist traurig und hart, besonders nachdem das letzte Rennen in Hockenheim sehr schwierig für mich war. Ich musste bei einigen Gelegenheiten die Tränen zurückhalten. Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, dass eine Crew einen Dokumentarfilm über meine sechs Jahre mit dem Team gemacht hätte.
 
Was wird dir am meisten an Deutschland fehlen?
 
Robert Wickens: Schnitzel und das Oktoberfest. [lacht] Nein, ganz ehrlich, die deutschen Fans sind so unglaublich motorsportverrückt. Ich habe vier Jahre lang in Deutschland gewohnt und ich habe wunderbare Erinnerungen daran. Ich habe viele großartige Menschen getroffen, aber was ich am meisten vermissen werde, sind meine ganzen deutschen Kollegen. Jeder war so hilfsbereit und hat mich im Verlauf meiner Karriere sehr unterstützt. Die Fans sind auch fantastisch. Bei jedem Rennen sind die Tribünen voll. Wenn ich daran zurückdenke, habe ich ein Lächeln im Gesicht. Es ist traurig, dass ich gehe, aber gleichzeitig bin ich gespannt auf die neue Herausforderung.

Dienstag, 7. November 2017

Audi-Pilot René Rast ist „ADAC Motorsportler des Jahres“

  • DTM-Champion für erfolgreiche Saison 2017 geehrt
  • Rast schon zu Beginn seiner Motorsportkarriere vom ADAC gefördert
  • Audi-Pilot reiht sich in namhafte Siegerliste ein

DTM-Champion René Rast ist „ADAC Motorsportler des Jahres“ 2017. Damit erhält der Audi-Werksfahrer vom größten deutschen Automobilclub die Anerkennung für seine starke Rennsportsaison, die er vor knapp drei Wochen in Hockenheim mit dem DTM-Titelgewinn abschloss.
Foto: Jens Hawrda
„Die Wahl zum ADAC Motorsportler des Jahres ist eine große Ehre für mich“, sagt René Rast. „Es ist eine Auszeichnung für mich, die Nachfolge von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg anzutreten, der im vergangenen Jahr die Wahl gewonnen hat.“ Die Jury aus hochkarätigen Sportjournalisten und Vertretern des ADAC begründete ihre Entscheidung mit Rasts akribischer Arbeit, seiner Zweikampfstärke und Coolness in einer der am härtesten umkämpften Rennserien.
 
René Rast absolvierte 2017 seine erste volle DTM-Saison für das Audi Sport Team Rosberg. Von Beginn an setzte sich der 31-Jährige aus Minden in der Spitzengruppe der Tabelle fest. In Ungarn feierte er seinen DTM-Premierensieg. Das Saisonfinale in Hockenheim nahm Rast als einer von vier Audi-Piloten, die eine Chance auf den Titelgewinn hatten, in Angriff. Schlussendlich reichten ihm ein sechster und ein zweiter Rang zum großen Triumph.
 
Mit dem ADAC verbindet Rast eine lange Geschichte, bereits ab den frühen Jahren seiner Karriere. 2003 und 2004 startete er in der Formel BMW ADAC, 2005 holte er im ADAC Volkswagen Polo Cup auf Anhieb den Titel. Dank seiner Erfolge gelang dem Mindener der Sprung in das Förderprogramm der „ADAC Stiftung Sport“. 2014 sicherte er sich im Audi R8 LMS den Gesamtsieg im ADAC GT Masters. Mit dem GT3-Sportwagen der Marke mit den Vier Ringen errang Rast in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge, darunter Siege bei den 24-Stunden-Rennen in Spa, auf dem Nürburgring und in Daytona. Darüber hinaus trat er für Audi in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC an.
 
Der „ADAC Motorsportler des Jahres“ wird bereits seit dem Jahr 1980 geehrt. René Rast reiht sich in eine Liste mit so namhaften Titelträgern wie Rallye-Legende Walter Röhrl (1980), Hans-Joachim Stuck (1990), der den DTM-Titel im ersten Jahr des Audi-Werksengagements gewann, und dem siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher (1992 und 2000) ein. Mit Martin Tomczyk (2011) und Mike Rockenfeller (2013) wurden ebenfalls DTM-Champions zum „ADAC Motorsportler des Jahres“ ernannt, die für Audi fuhren.

Dienstag, 24. Oktober 2017

DTM-Gegenbesuch in Japan mit drei Autos

  • Auftritt beim SUPER GT-Finale in Motegi
  • Duval, Farfus und Engel als Fahrer nominiert
  • Weiteres Zeichen für Zusammenarbeit von ITR und GTA
Besuch der japanischen Super-GT-Serie beim Saisonfinale 2017 am Hockenheimring
Foto: dtm.com
Die DTM geht nach Japan und präsentiert sich beim Saisonfinale der SUPER GT in Motegi den japanischen Motorsport-Fans. Nach dem viel beachteten Auftritt der SUPER GT beim DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring revanchieren sich Audi, BMW und Mercedes-AMG mit einem Gegenbesuch im Land der aufgehenden Sonne. Beim Finale der SUPER GT im japanischen Motegi (11.-12. November 2017) fahren alle drei deutschen Hersteller Demonstrationsrunden mit ihren aktuellen Fahrzeugen. Die drei DTM-Boliden werden in Japan von Loïc Duval, Augusto Farfus und Maro Engel gefahren und gehen gemeinsam mit den SUPER GT-Fahrzeugen von Honda, Lexus und Nissan Nismo auf die Strecke. Der Besuch in Motegi unterstreicht die intensivierte Kooperation zwischen der ITR, als Dachorganisation der DTM, und der GTA, dem Super-GT-Dachverband. Erklärtes Ziel der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Technisches Reglement ab 2019, was den Einsatz von Autos in der jeweils anderen Serie ermöglichen würde.
 
Für die beiden DTM-Piloten Duval und Farfus sind Japan und die SUPER GT kein Neuland. Beide waren in der Serie bereits am Start. Duval fuhr dort von 2006 bis 2012 insgesamt 57 Rennen, holte fünf Siege und stand sechsmal auf der Pole-Position. 2010 gewann der Franzose im Team Weider Honda Racing zusammen mit Takashi Kogure den Meistertitel. „Es war toll, dass die SUPER GT in Hockenheim dabei war“, blickt der Franzose auf das DTM-Finale zurück. „Die Autos sind mindestens so spektakulär wie die der DTM und alle fünf gemeinsam zu sehen war der Wahnsinn. Umso mehr freue ich mich als ehemaliger Super GT Champion mit meinem DTM Auto nach Japan zurück zu kommen.“ Beim Auftritt der DTM in Motegi präsentiert Duval den japanischen Motorsport-Fans sein 2017er Castrol EDGE Audi RS 5 DTM.
 
Farfus ist in seiner Karriere zweimal in der SUPER GT-Serie an den Start gegangen, beide Male in der GT300-Kategorie. „Es ist eine große Ehre für mich, den BMW M4 DTM vor den japanischen Motorsport-Fans präsentieren zu dürfen. Ich bin in dieser Saison bei den 1000km von Suzuka gestartet und habe die fantastische Atmosphäre hautnah miterlebt.“, sagt der Brasilianer, der 2014 in Suzuka Dritter wurde. „Ich bin überzeugt, dass die DTM-Fahrzeuge dort sehr willkommen sein werden.“ Farfus wird in Japan den BMW M4 DTM von Tom Blomqvist pilotieren.
 
Nicht nur die SUPER GT wird eine neue Erfahrung für Maro Engel. „Ich war noch nie in Japan. Daher bin ich auf das Rennen gespannt und natürlich auch auf die Reaktion der japanischen Fans auf unseren Mercedes-AMG DTM“, sagt er. Der DTM-Rückkehrer, der in dieser Saison seinen ersten Sieg feierte, fährt in seinem aktuellen Mercedes-AMG C 63 DTM SILBERPFEIL Energy die Demonstrationsrunden in Motegi.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

DTM: Robert Wickens wechselt in die IndyCar Serie

  • Robert Wickens verlässt die DTM und gibt 2018 sein Debüt in der IndyCar Serie
  • Das Saisonfinale 2017 in Hockenheim war Roberts letztes DTM-Rennen
  • Robert startet im nächsten Jahr für Schmidt Peterson Motorsports in der IndyCar Serie
  • Robert Wickens: „Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten.“
  • Ulrich Fritz: „Rob war in den letzten sechs Jahren eine wichtige Säule in unserem Team, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zu einer festen Größe in der DTM entwickelt.“
Robert Wickens verlässt die DTM in Richtung IndyCar Serie
Foto: Jens Hawrda
Abschied zum Saisonabschluss: Robert Wickens absolvierte am vergangenen Sonntag beim Saisonfinale in Hockenheim sein letztes DTM-Rennen. In der kommenden Saison wechselt der Kanadier in die IndyCar Serie, in der er mit Schmidt Peterson Motorsports sein Renndebüt geben wird.
 
Robert: „Das waren wahrscheinlich die besten sechs Jahre meines Lebens“
 
Robert ging von 2012 bis 2017 sechs Jahre lang für Mercedes-AMG Motorsport in der DTM an den Start. „Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben“, sagte Robert. „Bis zu dieser Saison habe ich es nie wirklich in Betracht gezogen, Mercedes oder die DTM zu verlassen.“
 
Aber nachdem Mercedes-AMG Motorsport zum Ende der Saison 2018 seinen Ausstieg aus der DTM bekannt gegeben hat und das Interesse an Robert aus der IndyCar Serie immer größer wurde, kam die Chance für ihn genau zur richtigen Zeit. „Aber zunächst möchte ich mich bei Mercedes für die letzten sechs Jahre bedanken und ihnen viel Glück für die Zukunft wünschen. Das waren wahrscheinlich die besten sechs Jahre meines Lebens.“
 
Robert schloss in seiner Zeit in der DTM viele Freundschaften fürs Leben und war immer stolz, ein Teil des Teams sein zu dürfen. „ Es ging auf und ab, aber ich habe noch nie zuvor so viel Unterstützung von einem Team erhalten. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten und vielleicht war es ja auch nicht das letzte Mal.“
 
Für den Moment freut er sich aber auf seine neuen Aufgaben in der IndyCar Serie. „Mich erwartet eine sehr steile Lernkurve und viele Dinge werden komplett neu für mich sein. Ich bin zum Beispiel noch nie in einem Oval gefahren“, verriet Robert. „Außerdem ist es kein Geheimnis, dass ich in den letzten sechs Jahren, in denen ich in der DTM unterwegs war, keine Formel-Rennwagen gefahren bin. Ich muss mich also sehr rasch wieder einleben, aber ich freue mich auf die neue Herausforderung.“
 
Ulrich Fritz: „Ich bin mir sicher, dass er auch dieser Serie seinen Stempel aufdrücken wird“
In 84 DTM-Rennen erzielte Robert für die Marke mit dem Stern 5 Pole Positions, 5 schnellste Runden, 6 Siege, 15 Podestplätze und 429 Punkte. Sein erfolgreichstes Jahr war die Saison 2016, in der er bis zum vorletzten Rennwochenende in Budapest im Titelkampf mitmischte.
 
„Es ist natürlich sehr schade, dass Rob uns verlässt“, sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Mit ihm verlieren wir nicht nur einen großartigen Fahrer, sondern auch einen tollen Menschen. Rob war in den letzten sechs Jahren eine wichtige Säule in unserem Team, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zu einer festen Größe in der DTM entwickelt. Obwohl sein Weggang natürlich traurig für uns ist, freuen wir uns aber auch für ihn. IndyCar wird sicher eine tolle Erfahrung für Rob sein und ich bin mir sicher, dass er auch dieser Serie seinen Stempel aufdrücken wird.“
 
Erste IndyCar-Erfahrungen bei Tests und Trainings
 
Die IndyCar Serie ist für Robert kein komplettes Neuland. Vor dem Beginn der DTM-Saison 2017 durfte er in Sebring im Rennwagen seines Landsmannes James Hinchcliffe zum ersten Mal ein IndyCar testen. Bei den DTM-Testfahrten auf dem Autodromo Vallelunga revanchierte sich Robert danach für die Testgelegenheit und ließ James einige Runden in einem Mercedes-AMG C 63 DTM drehen (Video ansehen: www.youtube.com/watch?v=2p57St6hVpo).
 
Ende Juni sprang Robert zudem kurzfristig für Schmidt Peterson Motorsports ein und ersetzte im Freitagstraining in Road America Einsatzfahrer Mikhail Aleshin, der Schwierigkeiten bei der Einreise hatte. „Das Training selbst hat Spaß gemacht und die Strecke war richtig gut“, verriet Robert damals. „Ich wollte natürlich das ganze Wochenende fahren, aber der Einsatzfahrer löste seine Probleme und war bis Freitagabend an der Strecke. Damit war meine Pflicht erfüllt, aber es war dennoch ein schöner Freitag.“
 
Formel-Rennwagen sind für Robert nichts Neues: Er begann seine Karriere in diversen Formel-Rennserien, wurde sowohl in der Formel 2 als auch der GP3 Serie Gesamtzweiter und gewann 2011 die Formel Renault 3.5 Meisterschaft. Danach absolvierte er mehrere Formel 1-Testfahrten für Lotus Renault GP und Marussia Virgin Racing. Jetzt kehrt Robert zu seinen Formel-Wurzeln zurück: Sein erstes IndyCar-Rennen bestreitet er am 11. März 2018 beim Saisonauftakt der IndyCar Serie in den Straßen von St. Petersburg.