Samstag, 19. September 2015

Verfolger greifen an: Zandvoort-Pole Position für Porsche und BMW

  • Verfolger erhöhen im Titelkampf Druck auf Tabellenführer Asch/Ludwig
  • Österreicher Ragginger und Baumann holen erste Startplätze in Zandvoort
  • Catsburg entscheidet Qualifying-Duell der Niederländer im Lamborghini für sich
 
Die Spannung im Titelkampf des ADAC GT Masters steigt: Die Verfolger im Porsche und BMW erhöhen beim vorletzten Rennwochenende der Saison in Zandvoort/Niederlande den Druck auf die Tabellenführer Sebastian Asch (29, Ammerbuch) und Luca Ludwig (26, Bonn/beide Team Zakspeed) im Mercedes-Benz SLS AMG. Im Qualifying in Zandvoort fuhren die Titelkontrahenten des Mercedes-Benz-Duos auf die ersten Startplätze. Die Pole Position für das Rennen am Samstag holte sich Martin Ragginger (27, A), der im Porsche 911 den Tabellenzweiten Klaus Bachler (24, A/beide GW IT Racing Team Schütz Motorsport) unterstützt. Am Sonntag starten die Tabellendritten Jens Klingmann (25, Leimen)/Dominik Baumann (22, A/beide BMW Sports Trophy Team Schubert) im BMW Z4 vom besten Startplatz. „Die kühleren Witterungsbedingungen helfen uns hier. Wenn es so bleibt, haben wir gute Chancen die Pole in einen Sieg umzumünzen“, sagt Ragginger. Ludwig/Asch gehen von den Startplätzen drei und neun in die beiden Rennen auf dem ehemaligen Formel-1-Kurs in den Nordseedünen. SPORT1 überträgt beide Rennen am Samstag und Sonntag ab 13:00 live und in voller Länge.
Pole am Samstag für Martin Ragginger
Foto: Jens Hawrda

Qualifying 1 für das Rennen am Samstag

Ragginger schrieb im Qualifying eine beeindruckende Erfolgsgeschichte fort: Der Österreicher sorgte für die sechste Pole Position des gelb-schwarzen Porsche 911 aus dem Team GW IT Racing Schütz Motorsport in der Saison 2015. Zu Beginn des Qualifying setzte sich Tomas Enge (38, CZE/Reiter Engineering) im Lamborghini Gallardo an die Spitze, doch dann griff Ragginger an und unterbot die Bestzeit des Tschechen um 0,209 Sekunden. Aus der zweiten Reihe startet Tabellenführer Asch. Der Mercedes-Benz-Pilot schob sich genau zum Ende des Qualifying von Position fünf auf Rang drei nach vorn und verdrängte die beiden Audi R8 von Rahel Frey (29, CH/YACO Racing) und Florian Stoll (34, Rickenbach/kfzteile24 MS RACING) auf die Startplätze vier und fünf. Fabian Hamprecht (20, Hagen/Bentley Team HTP) sicherte sich im schnellsten Bentley Continental Startplatz sechs.
Pole am Sonntag für Dominik Baumann
Foto: Jens Hawrda

Qualifying 2 für das Rennen am Sonntag

Baumann sorgte im Zeittraining für das Rennen am Sonntag direkt zu Beginn für klare Verhältnisse. Der BMW-Pilot fuhr früh auf die Strecke, setzte auf seiner zweiten Runde die Bestzeit und stellte den Z4 eine Runde später an der Box ab. Die Bestzeit des Österreichers unterbot kein Konkurrent mehr, allerdings musste Baumann noch um den besten Startplatz zittern. Christer Jöns (28, Ingelheim/C.Abt Racing) kam bis auf knappe 0,007 Sekunden an Zeit heran, musste sich aber mit Startplatz zwei begnügen. „Wir waren im Training schon gut dabei und zwei Mal schnellste und konnte den Speed auch im Qualifying abrufen“, freute sich Baumann. „An der Spitze ist es in beiden Rennen gut gemischt. Es wird sehr spannend und die Pole ist noch keine Garantie auf den Sieg.“ Im Duell der Niederländer setzte sich ADAC GT Masters-Neuzugang Nick Catsburg (27, NL) im Lamborghini durch und fuhr auf Startplatz drei, sein Markenkollege und ADAC GT Masters-Vizechampion Jaap van Lagen (38, NL/beide Reiter Engineering) geht hinter Marc Basseng (36, Löbau/kfzteile24 MS RACING) im Audi R8 als Fünfter ins Rennen. Bachler startet im Porsche 911 als Sechster, Tabellenführer Ludwig von Rang neun.
 
Die Tabellenführer Asch und Ludwig lassen sich von der Leistung ihrer Verfolger nicht nervös machen. „Wir setzen auf das Rennen und werden über die Distanz angreifen“, verspricht Asch.
 
Ergebnis Qualifying 1 für das Rennen am Samstag (Top-Five):

 1. Martin Ragginger (GW IT Racing Team Schütz Motorsport-Porsche 911 GT3 R), 
 2. Tomas Enge (Reiter Engineering-Lamborghini Gallardo R-EX), 
 3. Sebastian Asch (Team Zakspeed-Mercedes-Benz SLS AMG GT3), 
 4. Rahel Frey (YACO Racing-Audi R8 LMS ultra), 
 5. Florian Stoll (kfzteile24 MS RACING-Audi R8 LMS ultra),
 
Ergebnis Qualifying 2 für das Rennen am Sonntag (Top-Five):

 1. Dominik Baumann (BMW Sports Trophy Team Schubert-BMW Z4 GT3), 
 2. Christer Jöns (C.Abt Racing-Audi R8 LMS ultra), 
 3. Nick Catsburg (Reiter Engineering-Lamborghini Gallardo R-EX), 
 4. Marc Basseng (kfzteile24 MS RACING-Audi R8 LMS ultra), 
 5. Jaap van Lagen (Reiter Engineering-Lamborghini Gallardo R-EX), . 

Donnerstag, 17. September 2015

BMW präsentiert den BMW M6 GT3

der neue BMW M6 GT3
Foto: BMW-Motorsport
BMW hat im GT-Rennsport die Weichen für die Zukunft gestellt: Auf der 66. Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main (DE) wurde der neu entwickelte BMW M6 GT3 einem breiten Fachpublikum präsentiert. Die Motorsportversion des BMW M6 Coupé wird ab der Saison 2016 weltweit in vielen Meisterschaften und bei renommierten Rennveranstaltungen von zahlreichen privaten Teams im Rahmen der BMW Sports Trophy eingesetzt.
 
Foto: BMW-Motorsport
In die Entwicklung des BMW M6 GT3 flossen sämtliche Erfahrungen ein, die BMW Motorsport seit 2010 mit dem erfolgreichen Vorgängermodell BMW Z4 GT3 gemacht hatte. So werden beim neuen GT3-Rennwagen zahlreiche Verbesserungen erreicht, insbesondere in den Bereichen Fahrbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz des Serienmotors mit M TwinPower Turbotechnologie, der mehr Leistung und ein höheres Drehmoment liefert. Mit der zur Mitte orientierten Positionierung des Fahrersitzes und dem langen Radstand bietet der BMW M6 GT3 ein im Rennsport einzigartiges Fahrgefühl. Der Nettopreis für das Fahrzeug liegt bei 379.000,00 Euro.
 
Foto: BMW-Motorsport
„Das BMW M6 Coupé Serienmodell bot die perfekte Basis für die Entwicklung des neuen GT-Sportwagens für den Kundensport“, sagte BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Das Herz des BMW M6 GT3, der Motor, wird praktisch unverändert aus der Serie übernommen. Darüber hinaus setzt das Fahrzeug neue Maßstäbe bei der Sicherheit mit einer komplett neu konstruierten Front, einem großen Abstand zwischen Karosserie und Sicherheitskäfig sowie der zurückversetzten und in Richtung Fahrzeugmitte orientierten Position des Fahrersitzes. Mit dem BMW M6 GT3 können sich unsere Kundenteams auf pure Rennsport-Technologie freuen. In den BMW M6 GT3 flossen viele Erkenntnisse aus dem Werkssport ein, bei gleichzeitiger Kostenoptimierung. Der BMW M6 GT3 ist der wirtschaftlichste GT-Sportwagen von BMW aller Zeiten: mit deutlich geringeren Einsatzkosten gegenüber dem Vorgänger BMW Z4 GT3 sowie erhöhten Laufzeiten kostenintensiver Bauteile – und das bei gesteigerter Performance. Nicht zu vergessen das Design: Mit seiner athletischen Silhouette ist der BMW M6 GT3 ein echter Blickfang. Mit diesem Top-Modell ist unsere Produktpalette im Kundensport auch für die Zukunft exzellent aufgestellt.“
 
Foto: BMW-Motorsport
Der BMW M6 GT3 wiegt unter 1.300 Kilogramm. Auch das Transaxle-Antriebskonzept, das sequenzielle Sechs-Gang-Renngetriebe und die im BMW Windkanal aerodynamisch optimierte Karosserie machen klar, dass BMW Motorsport 2016 einen echten Racer an den Start schickt. Für seine Einsätze bei Langstreckenrennen wird der BMW M6 GT3 auch in Sachen Zuverlässigkeit, Effizienz und Wartungsfreundlichkeit auf Höchstleistung getrimmt. Der längere Radstand verspricht im Vergleich zum BMW Z4 GT3 zudem ein deutlich verbessertes Handling. Aber nicht nur das Fahrzeug, sondern auch der Service über die Support-Ingenieure von BMW Motorsport und die Vor-Ort-Ersatzteilversorgung runden das Angebot beim BMW M6 GT3 ab.
Foto: BMW-Motorsport
Bereits vor dem 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife (DE) hatten BMW Motorsport Kunden aus aller Welt im Mai 2015 bei einem „Closed Room“-Event im BMW M Testcenter Nürburg (DE) erstmals einen exklusiven Blick auf den BMW M6 GT3 werfen können und bekamen das Fahrzeug von Fahrern und Ingenieuren im Detail vorgestellt. Auf der traditionellen M Night am Freitag vor dem Langstreckenklassiker in der „Grünen Hölle“ wurde der GT-Sportler dann erstmals den Fans des stärksten Buchstabens der Welt vorgestellt.
 
Foto: BMW-Motorsport
Auch die Kundenteams in Nordamerika konnten sich bereits ein erstes Bild vom BMW M6 GT3 machen. Anlässlich des Rennens der United SportsCar Championship (USCC) in Watkins Glen (US) Ende Juni hatte der Rennwagen seinen ersten öffentlichen Auftritt auf der anderen Seite des Atlantiks. Beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps (BE) zeigte sich der BMW M6 GT3 im Rahmen des wichtigsten GT-Rennens der Welt sowohl Teams und Fahrern als auch den Fans. Auf der IAA war das Auto nun erstmals im BMW Motorsport Renn-Design zu sehen.
 
Über das gesamte Jahr 2015 hinweg wurde der BMW M6 GT3 auf unterschiedlichen Rennstrecken einem umfangreichen Testprogramm unterzogen. Erfahrene BMW Werksfahrer legten am Steuer des neuen Herausforderers für den GT- und Langstreckensport viele wertvolle Kilometer zurück. Die Profis absolvierten wichtige Basisarbeiten am Set-up des BMW M6 GT3. Aktuell erhält das neue Aushängeschild für den Kundensport den letzten Feinschliff, ehe es im kommenden Jahr sein Renndebüt geben wird.

ADAC GT Masters in Zandvoort: Vorentscheidung in den Nordseedünen

  • Titelkampf zwischen Mercedes-Benz, Porsche und BMW spitzt sich zu
  • ADAC GT Masters beim „Zandvoort Masters Weekend“ mit Formel-3-Masters
  • Freier Eintritt zu den Naturtribünen in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda
Der Titelkampf im ADAC GT Masters geht vor malerischer Kulisse in die vorletzte Runde: In Zandvoort in den Niederlanden (18. bis 20 September) startet die „Liga der Supersportwagen“ zum „Halbfinale“, dem vorletzten Rennwochenende der Saison. Vier Rennen vor dem Saisonende spitzt sich der Titelkampf zu: Luca Ludwig (26, Bonn) und Sebastian Asch (29, Ammerbuch/beide Team Zakspeed), Tabellenführer im Mercedes-Benz SLS AMG, gerieten zuletzt unter Druck, da Verfolger Klaus Bachler (24, A/GW IT Racing Team Schütz Motorsport) seinen Rückstand im Porsche 911 rasant verkürzte. Als Tabellendritte lauern Dominik Baumann (22, A)/Jens Klingmann (25, Leimen/beide BMW Sports Trophy Team Schubert) im BMW Z4 auf ihre Chancen. Für viel Spannung sorgen zwei Niederländer: Vorjahres-Doppelsieger Jaap van Lagen (38, NL) startet im Lamborghini Gallardo mit Tomas Enge (38, CZ) und hat ebenso den Heimsieg im Visier, wie 24h-Spa-Sieger Nick Catsburg (27, NL), der mit Albert von Thurn und Taxis (32, Regensburg/alle Reiter Engineering) ebenfalls in einem Lamborghini startet. SPORT1 überträgt beide Rennen aus Zandvoort am Samstag und Sonntag live ab 13:00 Uhr. Der Eintritt zu den Naturtribünen ist beim „Zandvoort Masters Weekend“ mit ADAC GT Masters und der 25. Ausgabe des Formel-3-Masters frei.

Tabellenführer haben ersten Matchball zum Titelgewinn
Ludwig/Asch haben in Zandvoort den ersten Matchball im Titelkampf. Rechnerisch haben die Mercedes-Benz-Piloten bereits in den Niederlanden die Chancen, den Titel vorzeitig für sich zu entscheiden. Es eigener Kraft ist der Titelgewinn an der Nordseeküste allerdings kaum möglich, denn um vor dem Finale uneinholbar an der Spitze zu liegen, müssten Asch/Ludwig ihren Vorsprung um weitere 28 Zähler ausbauen. „Nichts ist unmöglich“, sagt Ludwig. „Die Chance den Titel vorzeitig zu holen, ist ebenso groß wie die Chance, dass Klaus Bachler seinen Rückstand weiter reduziert. Wir müssen in Zandvoort attackieren und können uns nicht auf unserem Punktepolster ausruhen.“ Zuletzt büßten die Tabellenführer einen Teil ihres Vorsprungs ein, in Zandvoort wollen die Rennfahrersöhne wieder angreifen. „Wir müssen hart arbeiten, denn zuletzt am Sachsenring hat die Performance nicht gestimmt, wir waren nicht schnell genug. In Zandvoort ist der Porsche stark einzuschätzen, wir müssen mindestens unseren Vorsprung in der Tabelle halten.“

Porsche gelang 2014 ein Doppelsieg in Zandvoort
Verfolger Bachler im Porsche will zusammen mit Martin Ragginger (27, A) den Titelkampf bis zum Finale in Hockenheim offen halten. Im vergangenen Jahr erlebte sein Porsche-Team GW IT Racing Schütz Motorsport in den Niederlanden ein perfektes Wochenende und gewann beide Rennen. „Ich hoffe natürlich, dass wir das tolle Ergebnis aus dem vergangenen Jahr nun wiederholen können“, so der Österreicher. „Die Strecke sollte unserem Porsche liegen, dazu wird es sicherlich etwas kühler sein und auch etwas Regen ist an der See immer möglich - alles Dinge, die uns entgegenkommen. Es bleibt nicht nur im Titelkampf spannend, denn Audi, BMW und auch Bentley waren zuletzt sehr schnell.“

Ihre Chance im Titelkampf wollen auch Baumann/Klingmann im BMW Z4 wahren. In Zandvoort entscheidet sich, ob die beiden Tabellendritten beim Finale am ersten Oktoberwochenende noch intakte Titelchancen haben. Die BMW-Piloten sind das einzige Duo, dem bisher drei Saisonsiege gelangen. Die Naturrennstrecke in den Nordseedünen ist zudem auf den kompakten Z4 zugeschnitten, 2012 feierte BMW dort den ersten von bisher elf Laufsiegen in der „Liga der Supersportwagen“.

Corvette in der Saison 2015 noch sieglos
Zu den Favoriten auf den Sieg zählen auch Audi und Bentley. Den R8 gelang ein starker Start in die zweite Saisonhälfte: Audi gewann zuletzt drei von vier Rennen und bei Bentley verhinderte zuletzt nur Pech möglich weitere Podestplätze. Laufsiege sind im ADAC GT Masters so hart umkämpft wie kaum zuvor. Insgesamt neun Fahrerpaarungen feierten in den bisherigen zwölf Rennen Laufsiege. Noch ohne Saisonsieg ist in diesem Jahr Corvette. An fünf von sechs Rennwochenende schafften Andreas Wirth (30, Heidelberg)/Daniel Keilwitz (26, Villingen/beide Callaway Competition) in dieser Saison den Sprung auf das Podium, in Zandvoort will Keilwitz seinen Laufsieg von 2012 wiederholen und will endlich in der Mitte des Podests stehen.

Nissan-Duo will Gentlemen-Spitze behaupten
Ein hartes Duell ist auch in der Gentlemen-Wertung zu erwarten. Corvette-Pilot Remo Lips (32, CH/Callaway Competition) pausierte am Sachsenring und verlor so die Tabellenführung an Dominic Jöst (36, Absteinach)/Florian Scholze (42, München/beide MRS GT-Racing) im Nissan GT-R. In den Niederlanden ist Lips wieder zurück und will die Tabellenspitze zurück erobern.

Zandvoort: rauer Asphalt und Sand fordert die Reifen
Die ehemalige Formel-1-Strecke an der Nordseeküste stellt auch die Reifen von ADAC GT Masters-Exklusivreifenpartner Pirelli vor neue Herausforderungen. „Zandvoort ist einzigartig, nicht nur durch die Lage in den Nordseedünen“, erklärt Anna Playford, Pirelli Trackside Engineer. „Es weht immer Sand auf die Strecke, das sorgt für ein sich stetig verändert Grip-Niveau. Die Strecke ist von ihrem Asphalt und auch vom Layout sehr anspruchsvoll für die Reifen, dazu gibt es dort überhöhte Kurven und viele Höhenunterschiede.“

Mittwoch, 16. September 2015

DTM: Drei Fragen an… Tom Blomqvist

Starker Auftritt in der „Magdeburger Börde“: In den Saisonrennen 13 und 14 der DTM konnten die BMW Teams zwei beeindruckende Vierfachsiege feiern. Am Samstag führte Timo Glock (DE) vom BMW Team MTEK die Phalanx der erfolgreichen BMW Piloten auf Platz eins an. Im Sonntagsrennen erwies sich Tom Blomqvist (GB) vom BMW Team RBM als der dominierende Fahrer – und sicherte sich als jüngster BMW Sieger in der DTM einen Platz in den Geschichtsbüchern. Für den Rookie war es der bisherige Höhepunkt in seiner ersten DTM-Saison und Anlass für das folgende Kurzinterview.
Tom Blomqvist
Foto: Jens Hawrda
Tom, hatten Sie damit gerechnet, gleich in Ihrer ersten DTM-Saison ein Rennen zu gewinnen?

Tom Blomqvist: „Natürlich hofft man immer darauf. Der Beginn der Saison war recht hart für mich. Ich habe gemerkt, dass es in dieser Serie alles andere als einfach ist, nach vorn zu fahren. Das Wettbewerbsniveau ist enorm hoch. Wenn alles passt, dann muss man seine Chance nutzen – und heute war ein solcher Tag. Nun möchte ich natürlich mehr.“

Sprechen wir über das Rennen: Sie haben gleich nach dem Start die Führung übernommen. Danach sind Sie an der Spitze einfach davongezogen...

Blomqvist: „Der Start war entscheidend. Ich wusste: Wenn ich in Führung gehen kann, wird es einfacher für mich. Denn ich fühle mich wesentlich wohler, wenn ich vorne weg fahren kann – so wie ich es aus dem Formelsport gewöhnt bin. In Formelrennwagen kann man nicht so dicht auffahren wie in der DTM. Sobald ich vorn war und damit freie Fahrt hatte, wusste ich, dass ich jede Runde wie eine Qualifikationsrunde fahren muss. Das Auto war sehr gut, ich konnte einen Vorsprung auf Augusto herausfahren und nach dem Boxenstopp mit einer guten Führung auf die Strecke zurückkommen. Ich stand eigentlich zu keinem Zeitpunkt allzu sehr unter Druck. Aber es war ein langes Rennen.“

Stecken Sie sich nun für die letzten Rennen der Saison neue, höhere Ziele als bisher?

Blomqvist: „Das muss man tun. Es ist großartig, diesen ersten Sieg eingefahren zu haben. Damit ist dieses Ziel erreicht. Es ist einfach wunderbar, rauszugehen und diesen Sieg zu holen, nachdem ich zuvor nicht allzu viele Punkte gesammelt habe. Im Saisonendspurt möchten wir nun ähnliche Erfolge feiern.“

DTM: Stimmen der Audi-Piloten zum DTM Rennen in Oschersleben

Audi erlebte in Oschersleben aufgrund der hohen Performance-Gewichte ein schwieriges DTM-Wochenende. Die Stimmen der Audi-Piloten:
Jamie Green in anbetracht des hohen Zusatzgewichtes zufrieden mit dem Ergebnis am Sonntag
Foto: Jens Hawrda
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Ausfall / Platz 8
„Auch wenn ich etwas abseits des Rampenlichts fuhr, war das Sonntagsrennen eines der besten Rennen meiner Karriere. Wie alle Audi-Piloten hatte ich mit dem hohen Performance-Gewicht an Bord zu kämpfen. Trotzdem habe ich mich durch das Feld gearbeitet und von Rang 13 kommend fünf Plätze gutgemacht. Obwohl ich beim Startgerangel einen der vorderen Zusatzflügel verlor und dadurch etwas Abtrieb an der Vorderachse eingebüßt habe, sind mir zwei erfolgreiche Manöver gegen Spengler und Vietoris gelungen. Außerdem hat mein Team einen super Boxenstopp abgeliefert, was sicherlich mit entscheidend für den Punktegewinn war. Jetzt können wir etwas Gewicht abbauen, was uns im Titelendspurt helfen sollte.“
Miguel Molina
Foto: Jens Hawrda
Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 9 / Ausfall
„Für mich persönlich war es natürlich ein schönes Gefühl, in beiden Zeittrainings der beste Audi-Pilot zu sein. Die Ausbeute in den Rennen hätte besser sein können, mehr Punkte waren möglich. Besonders der schnelle Ausfall am Sonntag durch das Gerangel der Konkurrenz in der ersten Kurve war schade. Aber ich blicke voraus: Ich mag den Nürburgring und bin bereit, dort wieder anzugreifen.“

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 14 / Platz 11
„Ich erlebe auch in meinem 15. Jahr in der DTM immer wieder neue Dinge: Hier in Oschersleben zum Beispiel kann ich zum ersten Mal in meiner Karriere etwas Positives daran finden, dass ich keinen einzigen Punkt geholt habe. Denn es bedeutet, dass ich für das nächste Wochenende zehn Kilo Erfolgsballast ausladen darf und damit wieder die Möglichkeit habe, die Konkurrenz zu attackieren. Unser RS 5 DTM ist ein starkes Auto und auf allen Strecken schnell. Wir haben also alles, um auf dem Nürburgring zurückzuschlagen. Wir werden cool und konzentriert bleiben und hoffen auf zwei Renntage ohne besondere Zwischenfälle oder Wetterkapriolen.“

Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM #10) Platz 12 / Platz 12
„Oschersleben war für mich ja ein Mini-Comeback, das mir nach den schwierigen Wochen natürlich etwas unter den Fingernägeln gebrannt hat. Ich bin froh, dass ich das Wochenende so gut über die Bühne bekommen habe. Nicht perfekt waren die beiden Qualifyings, daran müssen wir arbeiten. Positiv ist, dass ich in beiden Rennen schnell war. Darauf können wir aufbauen und schauen, was wir noch besser machen können, um die beiden letzten DTM-Wochenenden des Jahres erfolgreich abzuschließen.“

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM #27) Platz 17 / Platz 14
„Mein Oschersleben-Wochenende ist schnell erzählt: Ich hatte zwei Rennen ohne besondere Vorkommnisse und einen guten Boxenstopp am Sonntag – einzig der Speed hat zu jeder Zeit gefehlt. Ich hoffe, dass wir bis zum Nürburgring etwas finden und wieder besser zurechtkommen.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Ausfall / Platz 19
„Das Wochenende ist schnell resümiert: abhaken und nach vorne schauen. Wir wussten schon vorher, dass es in Oschersleben mit unserem Gewicht schwer werden würde. Mein Auto war ganz gut, aber mit so hohem Gewicht ist man in Oschersleben einfach chancenlos. Positiv waren meine Qualifying-Leistung am Sonntag und der schnellste Boxenstopp im zweiten Rennen. Nun freue ich mich auf unser Heimspiel am Nürburgring.“
Edoardo Mortara,  Rückschlag im Titelkampf
Foto: Audi-Motorsport
Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Ausfall / Ausfall
„Es fällt natürlich schwer, nach einem Wochenende mit zwei Ausfällen noch positive Aspekte zu finden. Diese beiden Renntage waren sicherlich eine Ausnahmesituation, bevor wir am Nürburgring wieder zu einigermaßen normalen Verhältnissen zurückkehren. Ich erwarte, dass dort alle drei Marken dicht beisammen liegen werden und die Fans sich auf spannende Duelle freuen können. Die Strecke hat mir schon immer gut gelegen, deshalb will ich auf jeden Fall vorn dabei sein.“
Nico Müller
Foto: Audi-Motorsport
Nico Müller (Audi Financial Services Audi RS 5 DTM #51) Ausfall / Ausfall
„Wir sind wegen der Gewichtssituation nicht gerade mit hohen Erwartungen nach Oschersleben gereist – aber ins Ziel wäre ich schon gern gekommen. Stattdessen bin ich durch zwei unverschuldete Ausfälle früh ausgeschieden. Am Sonntag war das besonders ärgerlich, weil ich einen guten Start erwischt hatte. Aber solche Tage gibt es nun einmal. Wir haken das jetzt ab und wollen im Endspurt nochmal angreifen.“