Donnerstag, 6. Juni 2013

DTM - Spielberg Nachlese (Teil 2)


Für das BMW Team MTEK hätte das dritte Rennwochenende der DTM-Saison in Spielberg (AT) kaum erfolgreicher verlaufen können. Marco Wittmann (DE) kam hinter BMW Markenkollege Bruno Spengler (CA) als Zweiter ins Ziel, Timo Glock (DE) stand als Dritter ebenfalls auf dem Podest. Im Doppel-Interview sprechen die beiden Teamkollegen über das geschichtsträchtige Rennen in Österreich und den bisherigen Verlauf ihrer Debütsaison in der DTM.


Marco Wittmann, Teamchef Ernest Knoors , Timo Glock (v.L.)
Foto: BMW-Motorsport
Marco, Timo, hätten Sie sich vor der Saison träumen lassen, schon nach dem dritten Rennen auf dem Podium zu stehen?

Marco Wittmann: „Natürlich habe ich darauf gehofft, aus dem Stand konkurrenzfähig zu sein. Die Pace hat dann ja auch in den ersten beiden Rennen bereits gestimmt. Als ich dann aber in Spielberg den Pokal für Platz zwei in den Händen hielt und den Champagner versprühen durfte, war das schon ein spezieller Moment. Das zeigt, wie gut wir als Team in den vergangenen Wochen und Monaten gearbeitet haben.“

Timo Glock: „Ganz genau. Man darf nicht vergessen, dass die Vorbereitungszeit für unser neues BMW Team MTEK sehr kurz war. Wir wussten: Es gibt für uns in der DTM eine Menge zu lernen. In Hockenheim und Brands Hatch haben die Rennen diese These bestätigt. Aber in Spielberg lief dann alles perfekt – und wir haben beweisen, was wir als Team zu leisten im Stande sind."

Für Sie beide lag der letzte Besuch auf dem Treppchen schon eine Weile zurück...

Glock: „Ja, zuletzt stand ich nach dem Formel-1-Rennen in Singapur 2009 auf dem Treppchen. Ich hatte fast schon vergessen, wie gut es sich anfühlt, da oben zu stehen. Der Jubel des Teams, die Fans, die Emotionen: Für diesen Moment tritt man im Motorsport an. Ich habe es genossen und wäre am liebsten in meinem Champagner getränkten Overall nach Hause gefahren.“

Wittmann: „In meinem Jahr als Test- und Entwicklungsfahrer für BMW Motorsport habe ich 2012 viel gelernt. Aber die Rennen haben mir natürlich schon ein bisschen gefehlt. Dasselbe galt für den Jubel nach einem erfolgreichen Rennsonntag. Als es dann in Spielberg wieder soweit war, habe ich meiner Freude einfach freien Lauf gelassen.“

Warum merkt man Ihnen beiden kaum an, dass Sie eigentlich DTM-Rookies sind?

Wittmann: „BMW hat mich systematisch auf meine erste Saison vorbereitet. Deshalb fühle ich mich eigentlich fast gar nicht wie ein Rookie. Aber wenn wir dann an eine Strecke kommen, auf der ich im DTM-Auto noch nicht gefahren bin, fange ich wirklich fast bei null an. Zum Glück ist es uns bisher gelungen, sehr schnell gut zurechtzukommen.“

Glock: „Der Podestplatz ist fantastisch, aber es gibt für mich trotzdem noch sehr viele Dinge, die ich über die DTM lernen muss und die ich verbessern kann. In der Vorbereitung habe ich durchaus einige Momente erlebt, in denen es nicht so gut lief und ich meine eigenen Erwartungen zurückschrauben musste. Aber mit jedem Rennen fühle ich mich wohler. Das Ergebnis vom Wochenende zeigt, dass die Leistung da ist, wenn alles passt. Das ist ein gutes Gefühl und gibt Selbstvertrauen.“

Und Sie haben den Kritikern gezeigt, dass man es auch als Formel-1-Fahrer auf das Podium schaffen kann...

Glock: „Für mich war das ehrlich gesagt nie ein so großes Thema. Die DTM ist für jeden Piloten eine Herausforderung, ganz egal, wo er vorher gefahren ist. Vielleicht hilft dieses Ergebnis dabei, dass erst gar keine weiteren Diskussionen zu diesem Thema aufkommen. Es wird sicher auch noch Rückschläge geben, aber unsere Richtung stimmt in jedem Fall.“

Wie kommen Sie als Teamkollegen miteinander aus?

Wittmann: „Timo war vor vielen Jahren mein Juror in der Deutsche Post Speed Academy. Jetzt stehen wir gemeinsam auf dem Podium. Das ist eine tolle Geschichte, vielleicht einmalig im Motorsport. Auf der Strecke schenken wir uns nichts. Aber die Stimmung im Team ist klasse, und wir ziehen alle am selben Strang.“

Glock: „Dass Marco tierisch schnell ist, habe ich schon damals erkannt. Er hat ein immenses Potenzial. Ich habe ein paar mehr Jahre im Motorsport auf dem Buckel, er kennt die DTM etwas besser. Diese Kombination passt wunderbar.“

Mittwoch, 5. Juni 2013

DTM - Spielberg Nachlese (Teil 1)

Drei Fragen an ... Bruno Spengler.


Bruno Spengler
Foto: Jens Hawrda

Bruno, wie gut fühlt sich der erste Saisonsieg an?

Bruno Spengler: „Das Gefühl, wieder ein Rennen zu gewinnen, ist großartig. Dabei ist mein letzter Sieg beim Saisonfinale in Hockenheim 2012 noch gar nicht so lange her. Mit Platz fünf in Hockenheim ging die neue Saison schon ganz gut los, obwohl wir ein paar Probleme mit dem Auto hatten, für die wir nichts konnten. Ich hatte Pech mit Trümmerteilen in meinem Splitter, die mein Rennen etwas komplizierter gemacht haben. Danach in Brands Hatch Zweiter zu werden, war fantastisch. Und jetzt hier dieser Sieg als Krönung. Ich bin einfach sehr glücklich. Dass wir sogar einen Dreifach-Sieg erreicht haben zeigt, wozu wir in der Lage sind. Mein Dank gilt auch dem BMW Team Schnitzer, die Jungs haben mir das ganze Wochenende ein grandioses Auto hingestellt.“

Das Rennen schien für Sie absolut nach Plan zu verlaufen. War es so einfach, wie es aussah?

Bruno Spengler: „Es hat vielleicht so ausgesehen, aber es gab Momente, da war es alles andere als einfach. Mein erstes Ziel war, am Anfang weit genug weg zu kommen, um nach drei Runden nicht mehr im DRS-Fenster zu sein. Das hat gut geklappt. Aber danach war Marco Wittmann für ein paar Runden ein bisschen schneller als ich. Erst später konnte ich wiederum etwas wegziehen und mir ein kleines Polster verschaffen. Die ganze Zeit habe ich mich voll konzentriert, um bloß keinen Fehler zu machen. Eine gute Strategie war ebenfalls wichtig. Mich so spät zum zweiten Stopp reinzuholen, war genau die richtige Entscheidung. Ich konnte auf meinen abgefahrenen Reifen lange Zeit konstante Runden drehen.“

Sie haben bereits BMW Geschichte geschrieben. Was bedeutet Ihnen das?

Bruno Spengler: „Ich bin stolz und fasziniert, wenn ich auf das zurückblicke, was ich mit BMW bislang erreicht habe. Aber ich denke, da kommt noch mehr, denn ich bin hoch motiviert, weitere Siege und Titel einzufahren. An den Rennwochenenden denke ich nicht an das Erreichte, aber zu Hause lasse ich das alles manchmal Revue passieren. Ich habe 2012 am Lausitzring den 50. DTM-Sieg für BMW errungen und dann im ersten Jahr nach dem Comeback den Titel gewonnen. Dann bekam ich meinen eigenen BMW M3 in der DTM Champion Edition – unglaublich! Der Buchstabe M fasziniert mich schon immer. Er steht für puren Motorsport. So eng mit BMW verbunden zu sein, macht mich unglaublich stolz und glücklich.“

Dienstag, 4. Juni 2013

GT Masters - Nissan-Comeback am Sachsenring


Nissan GT-R
Foto: Jens Hawrda

Nissan kehrt in die ADAC GT Masters Serie zurück. Auf dem Sachsenring findes vom 07. bis 10. Juni das dritte Rennwochenende des ADAC GT Masters statt und dort will  Schulze Motorsport mit einem Nissan GT-R in der «Liga der Supersportwagen» starten. Gesteuert wird der einzige Supersportwagen aus Japan im ADAC GT Masters bei dem Gasteinsatz auf dem Sachsenring von den Brüdern Michael (28) und Tobias Schulze (31).

Für das Team aus der Nähe von Leipzig ist das ADAC GT Masters und der Sachsenring kein Neuland, das Nissan-Team setzte den rund 550 PS starken GT-R bereits im vergangenen Jahr bei sechs ADAC GT Masters-Wochenenden ein.

Seit der Premiere des Nissan GT-R im ADAC GT Masters im vergangenen Jahr wurde der bullige Supersportwagen aus Japan weiterentwickelt und verschiedene Optimierungen vorgenommen. Dabei wurde vor allem der V8-Motor verbessert, dem nun mehr Leistung zur Verfügung steht. Weitere Verbesserungen betreffen Bremsen und Aerodynamik.

Die Brüder Michael und Tobias Schulze bezeichnen den Sachsenring zwar als ihre Heimstrecke, aber eine Prognose für das kommende Rennwochenende wagen sie doch nicht. Erstens ist die Leistungsdichte in der GT-Masters extrem hoch, zweiten kennen die Brüder die in diesem Jahr verwendeten YOKOHAMA – Reifen noch nicht. Ziel ist auf alle Fälle ein Top-Ten Platz und das wird schwer genug.



Sonntag, 2. Juni 2013

DTM – Dreifachsieg für BMW am Red-Bull-Ring

  • BMW hebt DTM auf ein neues Level !

  • Spengler siegt, Wittmann und Glock mit sensationellem Rennen !

  • BMW mit großem Punktevorspung in der Herstellerwertung !

  • Was ist nur mit Mercedes los ?
    

Titelverteidiger Bruno Spengler ist beim dritten Saisonlauf am Red-Bull-Ring in Spielberg von der Pole Position souverän zu seinem ersten Saisonsieg gefahren. Der Kanadier hatte nach 47 Runden 1,5 Sekunden Vorsprung auf seinen Markenkollegen Marco Wittmann. Den dreifachen BMW-Triumph perfekt machte der Ex-Formel-1-Fahrer  und Serienneuling Timo Glock.

drittes Rennen, erstes Podium: Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Spengler übernahm mit 53 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung. Ein sensationelles Rennen zeigte Timo Glock,  zum ersten mal fuhr der ehemalige Formel 1 Pilot in die Punkte und auch gleich auf das Podium. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, bedenkt man das Glock von Startplatz zwölf aus ins Rennen ging.

Audi kam in Mike Rockenfeller (4.) und Mattias Ekström (5.) mit nur zwei Autos unter dier ersten zehn.

Mercedes konnte nach dem schlechten Qualifying vom Sonnabend wenigstens etwas Schadensbegrenzung betreiben und konnte mit drei Fahrern unter die ersten Zehn fahren. Christian Vietoris fuhr von Rang 16 auf Platz sieben, Gary Paffett (9.) und Rookie Pascal Wehrlein (10.) kamen ebenfalls noch in die Punkte.

Rennergebnis Spielberg (Top-Five):

1. Bruno Spengler       (BMW)
souveräner Sieger am Red-Bull-Ring
Foto: Jens Hawrda
2. Marco Wittmann     (BMW)
3. Timo Glock             (BMW)
4. Mike Rockenfeller   (Audi)
5. Mattias Eckström    (Audi)

Tabellenstand Fahrerwertung nach drei Rennen (Top-Five):

1. Bruno Spengler     (BMW)         53 Pkt.
2. Mike Rockenfeller  (Audi)          41 Pkt.
3. Augusto Farfus      (BMW)        33 Pkt.
4. Marco Wittmann    (BMW)        32 Pkt.
5. Christian Vietoris   (Mercedes) 25 Pkt.
 
 
 





Samstag, 1. Juni 2013

DTM – Spielberg: Pole holt Spengler für BMW

Pole-Setter Bruno Spengler (BMW)
Foto:Jens Hawrda
Bruno Spengler (BMW) verwies seinen Markenkollegen Marco Wittmann (BMW) auf Platz zwei. Für Wittmann, den 23 jährigen DTM-Rookie, war das das beste DTM-Qualifiying-Resultat seiner noch kurzen DTM-Karriere. So gesehen war das vielleicht die größte Sensation des Qualifiyings in Spielberg. Dritter wurde Vorjahressieger Edoardo Mortara (Audi). Augusto Farfus sicherte ich Rang vier im Shootout. Auf dem fünften und sechsten Platz landeten die Audi-Piloten Timo Scheider und Filipe Albuquerque.

Bester Mercedes-Pilot war Robert Wickens auf Platz sieben. Vizemeister Gary Paffett hatte im dritten Segment technische Probleme und erzielte keine Rundenzeit. Der Brite startet nach einer Strafversetzung Mike Rockenfellers von Platz neun. Damit kann man bei Mercedes nicht zufrieden sein und so schätze es Mercedes-Motorsportchef nach dem Qualifying auch ein.

Eine echte Chance auf bessere Platzierung hatte man bei Mercedes wohl auch gar nicht. Wickens kämpfte mit seinem Mercedes am Limit auch für Paffett wäre ein Ergebnis in den Top 6 nicht möglich gewesen. "Wir strecken und strecken uns und es reicht einfach nicht", meint Wolff frustriert.

Das Qualifying kann aber kein Fingerzeig auf das morgige Rennergebnis sein. Ob die Protagonisten die richtige Setup-Antwort für das Rennen gefunden haben, wird sich am Sonntag zeigen. Allgemeiner Tenor im Fahrerlager war, dass man einen Kompromiss finden müsse. Der müsse aber auf jeden Fall in eine Richtung gehen – ob nun Regen oder Trocken. Die Einstellungen müssen sowohl auf nasser Strecke als auch auf trockenem Asphalt funktionieren.

Da nach der Qualifikation nicht mehr am Auto gearbeitet werden darf, versucht man sich auf das Sonntagswetter einzustellen. Dies ist am Red Bull Ring allerdings nur sehr schwer vorherzusagen: bleibt es wie der Großteil des Samstags trocken oder regnet es wie am Freitag. Die Wetterprognosen für Sonntag jedenfalls geben keine eindeutige Antwort, es ist alles möglich.

Für die Teams bietet sich nur eine Lösung - der Kompromiss. Das heißt kein reines Regen- bzw. kein reines Trockensetup, für eine Richtung entscheiden muss man sich aber trotzdem. Die zusätzliche Schwierigkeit ist, dass man durch das DRS gut überholen kann. Es wird also für keinen Piloten möglich sein sich mit einem falschen Setup über die Distanz zu retten.

Wir werden sehen welches Team diese Herausforderungen am Rennsonntag am besten meistert.

Ergebnis Qualifikation Spielberg (Top Five):

1.       Bruno Spengler  (BMW)
2.       Marco Wittmann (BMW)
3.       Edoardo Mortara (Audi)
4.       Augusto Farfus   (BMW)
5.       Timo Scheider    (Audi)