Samstag, 27. Juni 2026

Superbike: Tulovic schlägt zurück – Ducati mit Bestzeit in Most

Zwölf Fahrer waren im Superpole Pre Practice innerhalb einer Sekunde,
Lukas Tulovic führte Ducati an die Spitze.
Foto: Dino Eisele

Das Debakel von Brünn ist Geschichte. Die Ducati läuft wieder – und wie. Lukas Tulovic ist im Superpole Pre Practice die schnellste Zeit gefahren. Trotz der enormen Hitze über dem Autodrom Most war die Session ein einziges Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwölf Fahrer aus der EURO MOTO Superbike lagen am Ende innerhalb einer Sekunde.

„Er macht das schon, da bin ich zuversichtlich“, lehnte sich Matthias Moser in seinem Klappstuhl in der Box zurück. Der Teamchef von Triple M Racing Ducati Frankfurt weiß genau, was er an seinem Fahrer hat. Das Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Tulovic umrundete den Kurs auf der Ducati Panigale V4R in 1:33,039 Minuten und war damit hauchdünne 0,029 Sekunden schneller als Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW).

Für Soomer war es die Rückkehr in die EURO MOTO Superbike. Der Este hatte zuletzt in Brünn gefehlt, weil er zeitgleich in der Superbike-Weltmeisterschaft den verletzten Danilo Petrucci im BMW-Werksteam vertreten hatte. Den Ausflug auf die WM-Bühne genoss Soomer sichtlich und hofft auf eine Fortsetzung. In der EURO MOTO-Gesamtwertung hat ihn der Einsatz jedoch zurückgeworfen, nachdem er beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring aufs Podium gefahren war. Soomer wird jetzt als Gesamt-Neunter in der Superbike-Wertung geführt. Das wird er nicht so stehen lassen wollen.

Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) holte die drittbeste Zeit. Im Gegensatz zum Vorjahr machen ihm die Einheitsreifen zu schaffen. Die Honda muss darauf abgestimmt werden und die Asphalttemperaturen machen es derzeit nicht einfach.

Ebenfalls den direkten Einzug in die Superpole 2 schafften Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) und Leon Orgis (ORM Racing). Im ersten freien Training hatte er wegen eines defekten Lenkkopflagers keine einzige Runde zustande gebracht und musste das Treiben auf der Strecke im Abseits beobachten.

Völlig aus der Rolle fiel Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes). Der ehemalige Supersport-WM-Fahrer landete lediglich auf Rang elf – allerdings ebenfalls noch innerhalb einer Sekunde hinter Spitzenreiter Tulovic. Reifenprobleme und mehrere kleinere Schwierigkeiten verhinderten eine bessere Platzierung. Damit muss Schrötter am morgigen Samstag zunächst den Umweg über die Superpole 1 nehmen. Dort qualifizieren sich die drei Schnellsten für die Superpole 2, in der gemeinsam mit den sechs Bestplatzierten des heutigen Superpole Pre Practice die endgültigen Startplätze in den ersten drei Reihen für die beiden Rennen am Sonntag vergeben werden.

Superpole Pre Practice (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (Ducati/DEU)

2. Hannes SOOMER (BMW/EST)

3. Florian ALT (Honda/DEU),

4. Markus REITERBERGER (BMW/DEU)

5. Toni FINSTERBUSCH (BMW/DEU)

6. Leon ORGIS (BMW/DEU)

7. Twan SMITS (Yamaha/NLD),

8. Jan-Ole JÄHNIG (BMW/DEU)

9. Soma GÖRBE (BMW/HUN)

10.Kevin ORGIS (BMW/DEU)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Doppelsturz bremst Bijman nicht

Der Trainings-Freitag in Most hat die neue Lage im Titelkampf der EURO MOTO Sportbike-Klasse angedeutet, aber längst nicht auch nur ansatzweise entschieden. Während Meisterschaftsführer Jakob Rosenthaler (RT Motorsports Racing) verletzungsbedingt fehlt, konnte Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) die Chance auf die Spitze in den ersten beiden freien Trainings noch nicht voll nutzen. Der Österreicher beendete den Tag in der kombinierten Zeitenliste auf Rang fünf.

Damit bleibt die Ausgangslage vor Qualifying und Rennen offen. Kitzbichler liegt zwar  trotz eines leichten Sturzes im ersten Training weiter in Schlagdistanz, aber eine dominierende Rolle spielte niemand. Gerade mit Blick auf Rosenthalers knappen Vorsprung von nur vier Punkten verspricht Most damit weiterhin in der Sportbike-Klasse spannend zu bleiben.

Für eine der kurioseren Geschichten des Tages sorgte Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing). Der Niederländer fuhr in der kombinierten Wertung auf Platz zwei, obwohl sein Freitag alles andere als problemlos verlief. Bijman stürzte sowohl in FP1 als auch in FP2, gehörte am Ende aber trotzdem zu den schnellsten Fahrern im Feld. „Ich bin zwar heute zweimal gestürzt, aber das war nicht dem Motorrad oder dem Setup geschuldet. Letztendlich ist unsere Pace wirklich gut. Ich fühle mich auf dieser Strecke schnell und weiß, dass wir vorne mitkämpfen können. Mein Ziel für dieses Wochenende ist ganz klar: Ich möchte endlich meinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse holen“, erklärte Bijman. Der bislang letzte Rennsieg des Niederländers liegt bereits etwas zurück. 2024 gewann er beim Saisonfinale in Hockenheim das letzte Rennen der Supersport-300-Klasse.

Hinter dem Führenden lagen die Abstände insgesamt eng beieinander. Tobias Kitzbichler bleibt trotz Rang fünf voll im Rennen um die Spitze. Direkt vor ihm reihten sich Louis Rammerstorfer und Lokalmatador Stepan Zuda (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) auf den Plätzen drei und vier ein. Gaststarter Bruno Ieraci (RT Motorsports) setzte in der Hitzeschlacht die Bestzeit und führt die kombinierte Wertung der beiden freien Trainings vorerst an.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Mittwoch, 24. Juni 2026

Emil Frey Racing feiert bei DTM am Lausitzring Sieg und Meisterschaftsführung durch Matteo Cairoli

Der dritte Lauf der DTM-Saison 2026 führte Emil Frey Racing erstmals auf deutschen Boden an den Lausitzring. Bei tropischer Hitze und einem Wochenende voller Wetterkapriolen zeigte Emil Frey Racing starke Leistungen und sicherte sich am Ende sowohl einen Saisonsieg als auch die Führung in der DTM-Fahrerwertung.

Matteo Cairoli fährt am Lausitzring zu seinen zweien Saisonsieg
Foto: ADAC-Motorsport 

Rennen 1 – Samstag, 20. Juni 2026

Das Qualifying zum ersten der beiden DTM-Rennen am Lausitzring fand unter extremer Hitze statt. Matteo Cairoli sicherte sich Startplatz 7, Thierry Vermeulen ging von Position 13 ins Rennen.

Kurz vor dem Start setzte heftiger Regen ein und verwandelte den Lausitzring in eine anspruchsvolle Regenschlacht – Fahrer und Fahrzeuge wurden bereits in der Startaufstellung ordentlich nass. Das Rennen startete daher mit leichter Verspätung und zunächst zwei Runden hinter dem Safety Car. Matteo Cairoli, der mit Regenreifen auf dem #14 Ferrari 296 GT3 Evo startete, arbeitete sich früh nach vorne und lag zwischenzeitlich auf Platz 6, ehe ein weiterer Safety-Car-Einsatz – ausgelöst durch einen im Kiesbett steckengebliebenen Porsche – das Renngeschehen erneut unterbrach. Die Renndistanz wurde daraufhin auf 55 Minuten plus drei Runden neu festgelegt. Beim Re-Start konnte sich Matteo Cairoli bis auf den dritten Rang vorarbeiten. 

Der Sieger aus Zandvoort, Matteo Cairoli, kam mit den ersten früh an die Box und wurde in 6,5 Sekunden abgefertigt. Thierry Vermeulen hingegen blieb bis zur letzten Chance auf der Rennstrecke: Der Undercut funktionierte und der #69 Ferrari von Thierry Vermeulen lag auf einem guten sechsten Platz.

In den Schlussminuten geriet Thierry Vermeulen zunehmend unter Druck von gleich zwei Mercedes-AMG-Piloten, Lucas Auer (#22) und Jules Gounon (#48), verteidigte seine Position jedoch erfolgreich und kam als Siebter über die Ziellinie. Eine nachträglich verordnetet Strafe versetzte den Niederländer allerdings auf Platz 13. Matteo Cairoli erzielte mit Platz 8 weitere Punkte in der Meisterschaftswertung. 

Rennen 2 – Sonntag, 21. Juni 2026

Auch das Qualifying zum zweiten Rennen am Lausitzring fand bei erneut grosser Hitze statt. Matteo Cairoli sicherte sich mit Startplatz 2 einen Rang in der ersten Reihe, während Teamkollege Thierry Vermeulen von Position 15 aus ins Rennen ging. Nach dem Start behielten beide Piloten ihre Positionen, doch nach der zweiten Runde sorgten Teile auf der Strecke für eine Safety-Car-Phase. Nach dem Restart lieferte sich Matteo Cairoli ein enges Duell um Platz 2 mit Nicki Thiims Aston Martin (#7), während sich Thierry Vermeulen sukzessive nach vorne arbeitete.

In der ersten Boxenstopp-Phase war Matteo Cairoli einer der Ersten, die an die Box kamen, kurz darauf folgte Thierry Vermeulen – der bis dato Führende Arjun Maini blieb am längsten draussen. Der Pilot des #14 Ferrari setzte nach seinem Stopp die schnellste Rennrunde und übernahm nach Abschluss der Stoppserie die Führung - nachdem die Emil Frey Racing Mannschaft mit einem Stopp von 7,1 Sekunden erneut deutlich schneller war als Maini mit einer Standzeit von 9,3 Sekunden. Schärfster Verfolger an der Spitze blieb dennoch der Ford-Pilot Maini, der sich auf Platz 2 hauchdünn an Matteo Cairoli heranarbeitete. 

Als es in die zweite Boxenstopp-Runde ging, kam erneut zuerst Thierry Vermeulen herein. Nach einer wiederholt guten Boxenstopp-Arbeit der Emil Frey Racing Mannschaft konnte Matteo Cairoli mit komfortablem Abstand die Führung behaupten. 

Der Vorsprung des Italieners im #14 Ferrari von 2,5 Sekunden schmolz in der Schlussphase jedoch zusehends: Nicki Thiim war auf seinen frischeren Reifen – Matteo Cairolis Satz war zu diesem Zeitpunkt rund zehn Runden älter – spürbar schneller. Am Ende behielt Matteo Cairoli jedoch die Oberhand und feierte seinen zweiten Saisonsieg, mit dem er zugleich die Führung in der Fahrerwertung übernahm – und das trotz der extremen Hitze ganz ohne einen Schluck zu trinken. Thierry Vermeulen beendete das Rennen auf Platz 14. 

Stimmen der Fahrer zum Rennwochenende

Matteo Cairoli (Italien)

„Es war ein wirklich intensives Rennen – ich denke das intensivste auch bezüglich des Druckes der Gegner, das ich bislang hatte. Der Zweikampf mit Nicki Thiim war wirklich toll, aber ab einem Punkt dachte ich, alles arbeitet gegen mich: die Temperatur im Auto, die Bremsen, alles! Ich gab alles, um keine Fehler zu machen und wir wurden dann mit dem zweiten Sieg in diesem Jahr belohnt, was dem ganzen Team noch mal zusätzlich Motivation gibt.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Wir hatten das ganze Wochenende ein wirklich gutes Auto und am Samstag machten wir einen grossen Sprung mit einer starken Strategie auf den Slicks. Jedoch bekam ich nachträglich noch eine Strafe wegen einem Kontakt während des Rennens und verlor viele Punkte. Das Auto war am Sonntag im Qualifying gut, aber meine Performance war nicht da - bei den engen Abständen landet man dann einfach weit hinten. Glückwunsch an das Team und an Matteo für den starken Sieg. Das zeigt einfach, dass die ganze harte Arbeit sich auszahlt und wir auf einem sehr guten Weg sind.“

Quelle: emilfreyracing.com

Montag, 22. Juni 2026

ADAC GT-Masters: BMW-Duo Zimmermann/Fourie siegt und ist Halbzeitmeister

  • Zweiter Saisonsieg für Zimmermann/Fourie von FK Performance Motorsport
  • Lokalmatador Primm fährt mit Rogalski im Audi von HGL Racing auf Platz zwei
  • Haupt Racing Team-Piloten Gjerdrum/Reis im Ford erneut auf Platz drei

Leyton Fourie und Tim Zimmermann haben das Rennen gewonnen und sind Halbzeitmeister
Foto: ADAC-Motorsport

Halbzeitmeister mit Ausrufezeichen: Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport) haben das zweite Rennen des ADAC GT Masters auf dem Dekra Lausitzring mit 5,574 Sekunden Vorsprung dominant gewonnen. Mit ihrem zweiten Saisonerfolg übernahmen die BMW-Piloten die Tabellenführung und sind Halbzeitmeister. Rang zwei sicherten sich Lokalmatador Simon Connor Primm (21) aus Großschirma und Robin Rogalski (25/POL/beide HGL Racing) im Audi R8 LMS GT3 Evo 2. Das Podium komplettierten Max Reis (19/Ramstein)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3. „Mit diesem Ausgang hätte ich niemals gerechnet, als wir ins Wochenende gestartet sind. Wir können dem Team nur danken, denn die Strategie war unglaublich“, strahlte Fourie, der auch die „Road-to-DTM“-Wertung für sich entschied. „Dass wir nun Halbzeitmeister sind, hätte ich nach dem schwierigen Saisonstart nicht geglaubt. Wir müssen dieses Momentum nun mitnehmen und die Führung halten.“ Teamkollege Zimmermann freute sich über die Tabellenführung und den Sieg, drückte aber auf die Euphoriebremse: „Halbzeit heißt, dass noch die zweite Hälfte der Saison vor uns liegt und viel passieren kann. Ich bin sehr froh über den heutigen Ausgang und die Punkte. Es lief alles perfekt. Wir hätten nicht erwartet, so konkurrenzfähig zu sein, gerade weil der Audi heute Morgen extrem schnell war. Aber unser BMW hat sich klasse angefühlt. Ich habe versucht, die Balance zwischen Vollgas und Reifenschonen zu finden und der Plan ging auf.“

Am Start des 80-minütigen Endurance-Rennens hielt Polesetter Primm im Audi die Führung und baute in seinem Stint den Vorsprung auf über sieben Sekunden gegenüber Fourie im BMW aus. Dahinter setzte sich Ford-Pilot Emil Gjerdrum auf Rang drei. Während der ersten Boxenstopp-Phase entschieden sich HGL Racing und das Haupt Racing Team für den kurzen Stopp und gingen gemeinsam mit Felix Hirsiger (28/CHE/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini deutlich in Führung. Der BMW von FK Performance erhielt beim ersten Stopp hingegen frische Pneus, doch Zimmermann machte die längere Standzeit durch starke Rundenzeiten am Fließband wett. „Tim hat einen super zweiten Stint gefahren. Ich hatte am Ende zwar kaum mehr Reifen übrig, aber der Abstand nach hinten war groß genug, um das zu managen“, lachte Fourie, der nach dem zweiten Boxenstopp deutlich in Führung wieder zurück auf die Strecke kam.

Hinter dem späteren Sieger wirbelte die zweite Stopp-Phase das Feld nochmals ordentlich durcheinander. Zunächst lagen die beiden Razoon – more than Racing Porsche 911 GT3 R von Pavel Lefterov (28/BGR) und Leo Pichler (24/AUT) auf Podiumskurs, da sie ebenfalls die Reifen schon beim ersten Fahrerwechsel getauscht hatten. In der Endphase zollten sie den abbauenden Pneus jedoch Tribut, während von hinten Primm im Audi und Emil Gjerdrum im Ford herannahten und mit ihren frischen Reifen beide Porsche überholten. Somit feierten Primm aus Großschirma und sein Team HGL Racing aus Leipzig gemeinsam mit Rogalski das erste Podium im ADAC GT Masters beim Heimrennen auf dem Dekra Lausitzring. „Das Rennen hat unglaublich Spaß gemacht. Ich konnte einen Vorsprung rausfahren und habe schnell bemerkt, dass wir heute das beste Auto hatten. Tausend Dank an Audi und meinen Teamchef Tobias Seyffarth, dem das gemeinsam mit unseren Ingenieuren gelungen ist“, strahlte Primm. „Als ich zu meinem finalen Stint wieder auf die Strecke kam, wusste ich, dass ich mit den frischen Reifen gute Chancen haben würde, den Porsche nochmal anzugreifen. Es war ein faires Duell und ich freue mich riesig über Platz zwei beim Heimrennen.“

Rang drei ging – wie bereits am Vortag – an Emil Gjerdrum und Reis im Ford. „Ich bin wirklich glücklich über dieses Podium. Das Ergebnis zeigt das Potenzial, von dem wir immer wussten, dass es in uns steckt“, strahlte Gjerdrum, der zum Schluss mit einem starken Mannöver noch Platz drei gegen Lefterov sicherte. „Dieses Rennen hat unglaublich Spaß gemacht durch sehr viele, teils knappe Überholmanöver. Es war eines meiner coolsten Rennen bisher. Ich glaube, beide Strategien hatten heute Vor- und Nachteile. Aber wie es aussieht, war für uns der Reifenwechsel zum Ende die richtige Entscheidung.“

Lefterov (28/BGR)/Mark Kastelic (18/SLO) wurden am Ende Vierte. Platz fünf ging an die bisherigen Tabellenführer Hirsiger/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini. Sechste wurden Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA/beide Comtoyou Racing) im Aston Martin Vantage GT3 Evo vor Pichler/Colin Bönighausen (21/Isernhagen), die mit ihrem Porsche noch bis auf Rang sieben zurückfielen. Rang acht ging an das BMW-Duo Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg/beide FK Performance Motorsport) vor ihren Markenkollegen Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport). Die Vortagessieger hatten am Start mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und fielen deshalb zeitweise ans Ende des Feldes zurück. Die Top-10 wurden von John Paul Southern (24/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 komplettiert.

Bereits in knapp drei Wochen geht das ADAC GT Masters in die nächste Runde. Vom 10. bis 12. Juli gastiert die GT3-Nachwuchsliga des ADAC beim Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Im vergangenen Jahr reisten rund 134.000 Fans zu diesem Spektakel in die Eifel.


Heiße Lausitz, eiskalter Matteo Cairoli: Italiener nach zweitem Sieg neuer DTM-Spitzenreiter

  • Nicki Thiim holt erstes DTM-Podium für Aston Martin
  • Finn Wiebelhaus sorgt nach 37 Jahren für erstes Ford-Podium
  • 58.000 Besucher beim Motorsport-Festival der DTM in der Lausitz

Ferrari-Fahrer Matteo Cairoli ist neuer Spitzenreiter der DTM
Foto: ADAC-Motorsport

Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) hat als erster Fahrer in der DTM-Saison zwei Rennen gewonnen und nach sechs Meisterschaftsläufen die Tabellenführung übernommen. Der Italiener behielt am Sonntag in einem Hitzerennen auf dem Dekra Lausitzring einen kühlen Kopf und wurde im Ferrari 296 GT3 Evo nach 42 Runden als Erster abgewunken. „Das ist einer der schönsten Siege meiner Karriere! Nicki Thiim hat mich bei den sowieso schon heißen Temperaturen ordentlich ins Schwitzen gebracht. Er hat in den letzten Runden unglaublich viel Druck gemacht. Meine Reifen waren ziemlich am Ende und die Hitze extrem herausfordernd. Ich wollte unbedingt gewinnen und bin überglücklich“, erklärte Cairoli. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) belegte mit dem knappen Rückstand von 0,413 Sekunden Rang zwei und sorgte damit für das erste Podium von Aston Martin in der Geschichte der DTM. Nach 37 Jahren stand dort am Sonntag auch wieder ein Ford-Fahrer: In seinem ersten sechsten DTM-Rennen sorgte Finn Wiebelhaus (Obertshausen/HRT Ford Racing) als Dritter für den ersten Podestplatz eines Ford Mustang GT3 in der DTM.

Keyfacts, Dekra Lausitzring, Klettwitz, Saisonrennen 6 von 16

  • Streckenlänge: 3.478 Meter
  • Wetter: 32 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:19,750 Minuten
  • Sieger: Matteo Cairoli (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 Evo #14)
  • Schnellste Rennrunde: Arjun Maini (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #36), 1:20,423 Minuten

Cairoli ging am Sonntagmittag auf dem Lausitzring von Position zwei aus in den sechsten DTM-Meisterschaftslauf und lag bis zum ersten Pflicht-Boxenstopp gut eine Sekunde hinter Pole-Setter Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) im Ford. Auf Rang drei folgte Thiim vor Wiebelhaus. Der 30-jährige Cairoli absolvierte im zehnten Umlauf einen schnellen Boxenstopp und konnte in Runde 13 an Maini vorbeiziehen, der nach einem späteren Reifenwechsel mit noch kalten Pirelli-Slicks unterwegs war. Dahinter reihten sich Thiim, Wiebelhaus und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) im Lamborghini auf den Plätzen drei bis fünf ein.

Cairoli verteidigte nach seinem zweiten Boxenstopp die Führung, musste sich danach aber gegen Thiim wehren, der auf Platz zwei vorgerückt war und immer wieder attackierte. Der in Como in Italien aufgewachsene Rennfahrer behielt jedoch bis zum Schluss die Nerven, machte keinen Fehler und übernahm nach seinem zweiten DTM-Erfolg die Gesamtführung. Hinter Thiim konnte sich Wiebelhaus mit einem sehenswerten Überholmanöver noch an Maini vorbeischieben und Rang drei sichern. Der Inder wurde Vierter, knapp vor dem immer stärker werdenden Bortolotti, der sein bisher besten Saisonergebnis erzielte.

Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) beendete den Sonntagslauf in einem weiteren Lamborghini Temerario GT3 als Sechster. Platz sieben ging an Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo. Trotz einer Penalty-Lap sicherte sich Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) Position acht und ist damit im Gesamtklassement Dritter. Marco Wittmann (Fürth) kam im zweiten BMW von Schubert Motorsport als Neunter ins Ziel. Bester Porsche-Pilot war Thomas Preining (Manthey). Der Österreicher rettete Rang zehn mit knapp einer Zehntelsekunde Vorsprung vor Landsmann Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der nun in der Fahrerwertung Zweiter ist.

Nicki Thiim: „Was für ein Achterbahn-Wochenende! Erst die Pole-Position am Samstagmorgen, danach den Sieg unglücklicherweise verpasst und zum Abschluss in einer Hitzeschlacht den zweiten Platz geholt. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht, vor allem die Duelle mit Matteo Cairoli und Arjun Maini.“

Finn Wiebelhaus: „Mit dem Podium erfüllt sich für mich ein großer Kindheitstraum. Ich habe erst 2020 mit dem Motorsport begonnen und es innerhalb von sechs Jahren vom Kart bis in die DTM geschafft. Das macht mich unglaublich stolz. Mein Teamkollege Arjun Maini und ich hatten einen intensiven Zweikampf mit leichtem Lackaustausch, dabei ging es aber jederzeit fair zu.“

Ergebnis, 6. Meisterschaftslauf, Dekra Lausitzring (Top-Five)

1. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing)

2. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0,413 Sekunden

3. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing), +5,392 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), +8,118 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT), +8,607 Sekunden