Donnerstag, 26. September 2019

Traumteam für das Traumrennen: Alessandro Zanardi ist der erste BMW Pilot, der für das Fuji-Rennen bestätigt wurde

Alessandro Zanardi startet für BMW in Fuji
Foto: BMW-Motorsport
Ein außergewöhnliches Trio von BMW Motorsport Fahrern wird beim ersten gemeinsamen Rennen der DTM mit der japanischen SUPER GT-Serie in Fuji (JPN) an den Start gehen.  Einer der Fahrer steht jetzt fest: BMW Werksfahrer und BMW Markenbotschafter Alessandro Zanardi (ITA). 

Vom 22. nd bis 24 th November DTM - Hersteller BMW und Audi wird mit SUPER GT Autos von Honda, Lexus und Nissan auf der ehemaligen Formel - 1 - Strecke in der Nähe von Fuji (JPN) für ein gemeinsames Rennen. Dieses erste Rennen der beiden Serien wurde als "SUPER GT x DTM Dream Race" bezeichnet und wird wie in der DTM aus einem Rennen am Samstag und einem am Sonntag bestehen. Zanardis BMW Teamkollegen für Fuji werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

„Niemand hat Alex Zanardis großartigen Gast-DTM-Start in Misano im Jahr 2018 vergessen. Daher freuen wir uns, dass er nun als Teil unseres Dreamteams für Fuji wieder am Steuer des BMW M4 DTM sitzt“, sagt BMW Group Motorsport Director Jens Marquardt. „Alex begeistert Menschen auf der ganzen Welt und es ist fantastisch, ihn in Japan an Bord zu haben. Wir sind zuversichtlich, dass er genauso viel Aufsehen erregen wird wie in Misano und zuletzt bei den 24 Stunden von Daytona. Wir werden die Fahrer bekannt geben, die unser Trio zu einem späteren Zeitpunkt in Fuji komplettieren werden. “

Im August 2018 gastierte Zanardi bei den beiden DTM-Rennen im italienischen Misano, wo er am Sonntag einen sensationellen fünften Platz belegte. Der BMW M4 DTM wurde speziell für Zanardi modifiziert und verfügt über eine Handbremse und einen Gashebel am Lenkrad, so dass er ohne künstliche Beine fahren kann. Im Januar 2019 fuhr der 52-Jährige in einem ähnlich adaptierten BMW M8 GTE die 24 Stunden von Daytona (USA). In Vorbereitung auf Fuji kehrt Zanardi Anfang Oktober ins Cockpit zurück, wenn er am vorletzten Rennwochenende der italienischen GT-Meisterschaft 2019 in Mugello (ITA) einen modifizierten BMW M6 GT3 fährt.

„Mit der DTM und dem Super GT im Traumrennen zu fahren, ist etwas Wunderbares für mich. Das Wort „wunderbar“ wird wahrscheinlich zu oft gebraucht, ist aber in diesem Fall wirklich angebracht “, sagt Zanardi. „Die bloße Tatsache, dass ich noch Rennen fahren kann, ist sowieso ein Geschenk für mich. Der BMW M4 DTM ist jedoch definitiv einer der besten Rennwagen, die ich in meiner Karriere gefahren bin. Außerdem werde ich dieses Jahr zusätzliche 100 PS unter der Motorhaube haben. Es wird fantastisch und ich bin BMW Motorsport für diese Gelegenheit außerordentlich dankbar. Ich weiß, dass das Rennen in der DTM eine große Herausforderung ist, da alle Fahrer hochprofessionell und hervorragend vorbereitet sind. Und dieses Mal haben wir auch die Fahrer von Super GT. Daher sind meine Erwartungen aus sportlicher Sicht nicht allzu hoch. Ich möchte einfach nur mein Bestes geben und ein für die Veranstaltung angemessenes Ergebnis erzielen. Im Großen und Ganzen bin ich jedoch sicher, dass dies ein weiteres großartiges Kapitel in meiner Motorsportkarriere werden wird. “

Zanardis Auftritt auf dem Fuji International Speedway ist auch aus einem anderen Grund von Bedeutung. Die Rennstrecke ist Austragungsort der Paracycling-Wettbewerbe bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio. Ziel von Zanardi ist es, sich für die Tokyo Games zu qualifizieren.

René Rast: „Sehe meine Zukunft in der DTM“

Der DTM-Champion 2019 im großen Interview vor dem Saisonfinale

Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Audi-Pilot René Rast hat sich schon im drittletzten Saisonrennen vorzeitig den DTM-Titel gesichert. Warum sich die Fans am ersten Oktober-Wochenende trotzdem das Finale in Hockenheim nicht entgehen lassen sollten, welche Rekorde ihn interessieren, was sein Erfolgsgeheimnis ist und wie er die Tage nach dem Titelgewinn verbracht hat, verrät der DTM-Champion 2019 im großen Interview.

Wie fühlt es sich an, zweimaliger DTM-Champion zu sein?
Das ist ein tolles Gefühl – und ganz anders als bei meinem ersten DTM-Titel 2017. Der Titel damals kam irgendwie unverhofft. Die Überraschung war damals immens groß. Dieses Jahr konnte ich mich mental darauf vorbereiten, weil ich als Favorit gehandelt wurde. Trotzdem ist es ein gigantisches Gefühl. Es ist einer der größten Motorsportmomente in meinem Leben. Als ich in die DTM kam, habe ich nicht damit gerechnet, innerhalb von drei Jahren zwei Titel einzufahren.

Wie war die Party nach dem Titelgewinn auf dem Nürburgring?
Das war eine der coolsten Partys, die ich bei Audi Sport bisher erlebt habe. Wir haben es in der Audi-Hospitality mächtig krachen lassen und bis drei, halb vier Uhr morgens gefeiert.

Wie hast du die Tage nach dem Titelgewinn verbracht?
Zum Glück relativ ruhig. Die meisten Interviews liefen am Telefon. Deshalb war ich viel zu Hause und konnte etwas Zeit mit meiner Familie verbringen.

Wie viele Glückwunschnachrichten hast du auf dein Handy bekommen?
Gezählt habe ich sie nicht, aber es waren schon einige Hundert – vor allem über WhatsApp oder SMS. Das ist eben die Art, wie man heutzutage kommuniziert. Anrufe werden seltener. Natürlich gab es auch auf Instagram und Facebook viele Nachrichten. Das zu sehen ist schön.
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Gab es Glückwünsche, die dich besonders überrascht oder gefreut haben?
Ein Lukas Podolski wie nach meinem Titelgewinn 2017 war nicht dabei. Der eine oder andere Formel-1-Fahrer – aber keiner, mit dem ich nicht gerechnet hätte.

Spürst du, dass deine Popularität seit deinem DTM-Einstieg deutlich größer geworden ist?
Definitiv! Man merkt, dass die Wahrnehmung an der Rennstrecke und in den Medien gegenüber 2017 eine andere ist. Das verändert sich schrittweise nach großen Ereignissen. Nach dem Titelgewinn 2017 gab es einen ziemlichen Schub. Nach dem Unfall auf dem Lausitzring im letzten Jahr habe ich es gemerkt und auch nach den sechs Siegen in Folge kam noch einmal ein richtiger Schritt.

Du bist auf einem guten Weg, viele DTM-Rekorde zu brechen. Interessiert dich das?
Rekorde interessieren mich erst dann, wenn sie mich selbst betreffen. Früher habe ich nicht viel darauf gegeben. Aber wenn man dichter an die Marken herankommt, wird es ein Thema. Speziell die 23 Siege, die Mattias (Ekström) für Audi geholt hat. Auch ein dritter DTM-Titel. Nur Bernd Schneider und Klaus Ludwig haben mehr als zwei Titel geholt. Wenn man einer der drei erfolgreichsten DTM-Fahrer aller Zeiten werden kann, dann ist das ein Ziel wert.

Was war für den Titelgewinn 2019 entscheidend?
Unsere Konstanz im Qualifying: Wenn es darauf ankam, waren wir immer vorne dabei. Auf der einen Seite haben wir dadurch die Zusatzpunkte geholt, auf der anderen Seite aber natürlich auch eine gute Ausgangsposition fürs Rennen. Dass wir die Performance hatten, immer vorne mitzufahren, war der Schlüssel zum Erfolg. Aber auch die Konstanz im Rennen war da. Wir haben in diesem Jahr wenige Fehler gemacht. Es hat fast alles perfekt funktioniert.

Was waren die Höhen und Tiefen in der Saison 2019?
Ein ganz besonderes Rennen war Hockenheim, wo ich nach dem Safety-Car innerhalb weniger Runden von ganz hinten durch das Feld nach vorn gepflügt bin. Das war ein Highlight. Genauso Norisring: Das Rennen zu gewinnen, nachdem man am Start den Motor abwürgt, war etwas Besonderes. Negativ war die Kollision in der ersten Runde am Norisring – und am Lausitzring in Führung liegend auszufallen.

Hast du beim ersten Test mit dem neuen Audi RS 5 DTM damit gerechnet, dass dieses Auto so stark sein würde?
Das war nicht unbedingt abzusehen. Wir sahen bei den Wintertests im Vergleich zur Konkurrenz zwar immer stark aus und auch zuverlässiger. Aber da wusste man nicht, wieviel die Konkurrenz wirklich schon gezeigt hat. Man hatte immer im Hinterkopf, dass sie noch einmal aufdrehen könnten – was sie beim ersten Rennen in Hockenheim dann ja auch gemacht haben. Da hat man gesehen, wie schnell BMW auf einmal war.

Wo siehst du die größten Stärken von Audi im Vergleich zur Konkurrenz?
Gegen Ende der Saison ganz klar im Qualifying. Da haben wir BMW ab einem bestimmten Zeitpunkt der Saison keine Chance mehr gelassen. Im Rennen hatten wir auch sehr oft das bessere Auto. Von der Pace her waren wir ab Mitte des Jahres überlegen – und das bei einer höheren Zuverlässigkeit. Das sieht man besonders bei den Herstellerpunkten. Wir haben im Winter sehr hart dafür gearbeitet.

Wie gefallen dir die neuen DTM-Autos insgesamt?
Sehr gut! Die machen richtig Spaß! Mehr Leistung ist für einen Fahrer immer schön. Die Autos sind schwieriger zu fahren und definitiv eine größere Herausforderung. Und genau das wollen wir: Dass die Fahrer immer mehr in den Fokus kommen und immer mehr zu kämpfen haben.

Wir haben in diesem Jahr viele spannende DTM-Rennen gesehen. Gibt es trotzdem etwas, das du an der DTM ändern würdest?
Da fällt mir spontan nichts ein außer vielleicht noch mehr Leistung und noch weniger Abtrieb. Das wünscht man sich als Rennfahrer immer. Wobei man aufpassen muss, dass das die Reifen da noch mitmachen – sonst wird es ein Reifenmanagement-Rennen wie zuletzt in der Formel 1. Da fährst du auf einmal am Anfang des Rennens zehn, fünfzehn Sekunden langsamer, weil die Reifen sonst nicht durchhalten. Das will keiner sehen.

Kannst du die Aufregung bei den Fans verstehen, die es nach Brands Hatch und Lausitzring zum Thema „Teamorder“ gab?
Klar. Teamorder will kein Fan sehen und wir als Rennfahrer eigentlich auch nicht – das ist ja nicht das, weswegen wir Rennen fahren. Deshalb verstehe ich die Fans vollkommen. Aber man muss auch die Interessen der Hersteller verstehen. Man will so sicher sein wie möglich, die Meisterschaft am Ende des Jahres für sich zu entscheiden. Das war in der DTM schon immer der Fall. Es ist ja nicht so, dass man sich am Anfang des Jahres auf einen Fahrer festlegt. Bei Audi hat jeder Fahrer die Chance, um die Meisterschaft zu fahren. Es wird gerne vergessen, dass man sich in der ersten Saisonhälfte als Fahrer immer erst selbst in die Position bringen muss, um von der Hilfe der anderen profitieren zu können. Dass es im letzten Drittel des Jahres dann Teamorder gibt, ist klar. Auch wenn es die Fans nicht mögen: Es gehört im Motorsport heute einfach dazu, wie man es ja gerade auch wieder in der Formel 1 gesehen hat. Aber natürlich ist es schöner, so frei fahren zu können wie am Nürburgring.

Du musstest dich im Titelkampf nicht nur gegen BMW-Pilot Marco Wittmann durchsetzen, sondern auch gegen Nico Müller. Ist es anders, gegen einen Markenkollegen zu kämpfen?
Ich würde sagen, es ist immer etwas schwieriger, gegen einen Markenkollegen zu kämpfen, weil man nicht so hart fahren kann, darf, will wie gegen die Fahrer eines anderen Herstellers. Da muss man sich immer etwas zurückhalten und man kann nicht die volle Aggressivität entfalten. Ich glaube, wir haben das in diesem Jahr – abgesehen vielleicht vom Norisring – ganz gut gelöst.

SAT.1-Co-Kommentator Timo Scheider hat vor dem Rennen in Brands Hatch behauptet, das Verhältnis zwischen dir und Nico Müller sei angespannt. Stimmt das?
Ich weiß nicht, woher Timo diese Informationen hatte – sie sind sehr weit hergeholt. Als Nico und ich das gelesen haben, haben wir nur gelacht. Natürlich fahren wir nicht gemeinsam in Urlaub. Aber wir reden an den Rennwochenenden viel, wir machen Witze, wir sitzen bei der Fahrerbesprechung oder der Autogrammstunde nebeneinander. In Spa sind wir sogar ein Rennen auf demselben Auto gefahren. Nico und ich sind professionell genug, um Privates und Job trennen zu können. Zwischen uns beiden war das im Titelkampf alles sehr entspannt und cool.

DTM-Chef Gerhard Berger hat mehrmals betont, Du hättest auch das Zeug für die Formel 1 gehabt. Freut dich das? Ist die Formel 1 noch ein Thema für dich?
Ich würde mal gerne ein Formel-1-Auto fahren. Das habe ich schon häufiger gesagt. Aber nur, um zu sehen, wie sich das Ding fährt. Um ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich glaube, eine volle Saison ist ziemlich unrealistisch, weil ich auf der einen Seite zu alt dafür bin und die Cockpits natürlich heiß begehrt sind. Es stehen eine Menge Leute dafür an. Das wäre mit viel Geld und einer großen Mitgift verbunden. Deshalb sind meine Chancen sehr gering. Wenn ich das Angebot bekäme, würde ich natürlich mit (Audi-Motorsportchef) Dieter (Gass) sprechen. Aber das ist sehr weit weg.

Siehst du deine Zukunft in der DTM?
Definitiv! Ich fühle mich wohl in der DTM. Sie macht mir viel Spaß. Deshalb sehe ich meine Zukunft in der DTM.

Mit Nico Müller und Robin Frijns fahren zwei Deiner Markenkollegen in der Formel E. Ist die Elektro-Rennserie auch für dich ein Thema?
Sie war bereits im vergangenen Jahr ein Thema. Aber gemeinschaftlich mit Audi haben wir uns entschieden, uns ganz auf die DTM zu konzentrieren. Aber für die Zukunft ist die Formel E mit Sicherheit eine Option.

Du beschäftigst dich auch zwischen den Rennen sehr intensiv mit der DTM. Ist das eine deiner Stärken?
Ich glaube schon. Vorbereitung ist in der DTM ganz wichtig. Es geht um viele kleine Details. Je mehr du dich vorbereitest, desto mehr kannst du schon vor dem Wochenende im Kopf als erledigt abhaken.

Wie sieht die Vorbereitung auf ein DTM-Rennen bei dir in der Regel aus?
Das geht relativ früh los, meistens schon zwei, drei Tage nach dem letzten Rennwochenende. Es beginnt mit Videoanalysen. Damit bekommt man grob einen Überblick, was auf der jeweiligen Rennstrecke im letzten Jahr passiert ist. Was war wichtig? Was war der Schlüssel zum Erfolg? So kommen langsam die Erinnerungen wieder hoch. Dann fängt man an, in die Daten zu gucken, wo man im letzten Jahr nicht so gut war, wo man sich verbessern kann, um nicht die gleichen Fehler wieder zu machen. Man beginnt, mit dem Team über das Setup zu sprechen. Das baut alles aufeinander auf. Dazu gehört natürlich auch die Arbeit im Simulator bei Audi, beim Team Rosberg und auch bei mir zu Hause.

Wie sieht deine Vorbereitung für das Finale in Hockenheim aus. Gehst du das nach dem vorzeitigen Titelgewinn lockerer an oder genauso akribisch wie vor den anderen Rennen?
Definitiv gelassener. Nach dem Meistertitel ist gar kein Druck mehr da. Natürlich wollen wir noch die Teammeisterschaft gewinnen. Aber ich freue mich darauf, mal ein DTM-Wochenende komplett ohne Druck zu haben. Das hatte ich gefühlt noch nie.

Mittwoch, 25. September 2019

IDM-Finale am Hockenheimring mit spannenden Gästen

Foto: Jens Hawrda
Auch wenn die ersten Titel in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) schon vergeben sind, werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Beim IDM-Finale in Hockenheim fährt Deutschlands höchste Serie im Motorradstraßenrennsport, organisiert von der MOTOR PRESSE STUTTGART, zur Bestform auf. Vom 27. bis 29. September 2019 gibt sich die internationale Prominenz die Klinke in die Hand. Zahlreiche Gastfahrer haben sich angemeldet. In fünf IDM-Klassen sowie weiteren fünf Cups werden Rennen ausgetragen. 

In der Königsklasse IDM Superbike 1000 hat Marvin Fritz seine Teilnahme angemeldet. Er ist der Meister von 2016 und gewann den Titel spektakulär mit dem Team Bayer-Bikerbox Yamaha, einer kleinen Privatmannschaft. Mit dieser wird er auch in Hockenheim auf einer Yamaha R1-M an den Start rollen. Ansonsten ist Fritz aktuell in der Endurance-Weltmeisterschaft (FIM EWC) aktiv.

Dort haben auch Ilya Mikhalchik und Julian Puffe am vergangenen Wochenende ihr erstes Rennen für das neue BMW Motorrad World Endurance Team bestritten und sind Dritte geworden. Mikhalchik steht bereits seit Assen als neuer IDM Superbike 1000-Meister fest. Puffe hofft beim IDM-Finale seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung vor dem Niederländer Pepijn Bijsterbosch verteidigen zu können. Fünf Marken sind in der höchsten IDM-Klasse vertreten. BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha haben mindestens einen Fahrer in den Top Ten und es kann noch viel passieren.

Gefahren wird auch in den IDM-Klassen Supersport 600 und Supersport 300. In der Nachwuchsklasse ist der Titelkampf noch in vollem Gange und wird wie gewohnt wohl erst in der letzten Kurve eines Rennens entschieden. Neu dagegen sind die Gastfahrer aus Schweden und Norwegen.

Die geballte Welt-Elite versammelt sich in der IDM Sidecar bis 600 cm³ Hubraum, angeführt vom fünffachen Weltmeister Pekka Päivärinta, der 2012 auch schon die IDM gewann. In Hockenheim gibt der Finne sein Comeback. In der WM ist er derzeit Gesamt-Dritter hinter Tim Reeves, dem neuen IDM-Champion und sogar siebenfachen Weltmeister, sowie den Birchall-Brüdern Ben und Tom. Die Geschwister sind nicht in Hockenheim, dafür aber die WM-Vierten Markus Schlosser/Marcel Fries.

Viel Prominenz taucht auch in den Cups im Rahmenprogramm auf. Erleben Sie Stéphane Mertens, den Superbike-Vizeweltmeister von 1989 und zweifachen Langstreckenweltmeister, den amerikanischen Renn-Profi Nate Kern oder den ehemaligen deutschen Grand-Prix-Piloten Jürgen Fuchs.

Die Fahrerfelder sind gespickt mit großen Namen. Dazu erwartet die Fans ein Rahmenprogramm mit Motorradtestfahrten aller Hersteller, Stefan Bradl zu Gast bei Honda, Stuntfahrer Dirk Manderbach, Pitwalk mit Autogrammstunde, Quad-Parcour und die Vorstellung der neuen Yamaha R1.

Fanfreundlich sind auch die Eintrittspreise: Samstag 19,00 Euro; Sonntag 25,00 Euro. Das Kombiticket für das ganze Wochenende kostet 35,00 Euro. Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben am ganzen Wochenende freien Eintritt.

Wer wird erster Champion der ADAC GT4 Germany?

  • Gabriele Piana und Marius Zug reisen als Tabellenführer an den Sachsenring
  • Alle vier Titel in der ADAC GT4 Germany werden am Sachsenring entschieden
  • Beide Rennen wieder im TV sowie im Livestream zu verfolgen 
Foto: Jens Hawrda

Die Premierensaison der ADAC GT4 Germany biegt auf die Zielgerade ein: Am Wochenende (27. bis 29. September) fällt auf dem Sachsenring die Titelentscheidung, sechs Paarungen mit BMW, KTM, Mercedes-AMG und McLaren haben noch Chancen auf den Fahrertitel. Als Tabellenführer fahren Marius Zug (16/Pfaffenhofen) und Gabriele Piana (33/ITA, beide RN Vision STS Racing Team) im BMW M4 GT4 zur 3,645 Kilometer langen Strecke in Sachsen. Aber auch in der Team-, Junior- und Trophy-Wertung steht die Titelvergabe noch aus. All das verspricht Hochspannung pur für die beiden letzten Läufe des Jahres 2019. SPORT1 überträgt das Samstagrennen der ADAC GT4 Germany ab 11:45 Uhr live im Free-TV. Am Sonntag zeigt SPORT1+ das Finale ab 11:45 Uhr live. Zudem werden die Rennen wie üblich auf SPORT1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac im Livestream online übertragen. 

"Wir wollen auf dem Sachsenring natürlich den Titel einfahren", erklärt Gabriele Piana, der gemeinsam mit Marius Zug 132 Punkte gesammelt hat. "Es wird jedoch nicht leicht für uns. Denn der BMW hat seine Stärken auf der Gerade und die Charakteristik des Sachsenrings weist eben viele Kurven auf." Dem pflichtet Teamkollege Zug bei. "Wir möchten so weit vorne fahren wie es geht. Und dann schauen wir einmal, was in der Endabrechnung herauskommt. Insgesamt kann man auf dem Sachsenring aber auch als Fahrer einen Unterschied machen."

Mit einem Rückstand von 18 Punkten reisen Mads Siljehaug (23/NOR) und Eike Angermayr (20/AUT, beide Felbermayr-Reiter) im KTM X-Bow GT4 an den Sachsenring. "Wir hatten am Sachsenring bereits getestet. Unser KTM funktioniert dort super, insofern werden wir richtig schnell unterwegs sein. Ich liebe diese Strecke und wenn alles gut läuft, können wir am Ende vielleicht tatsächlich ganz oben stehen", will Siljehaug unbedingt Champion in der ADAC GT4 Germany werden. "Ich freue mich schon sehr auf den Sachsenring. Durch die vielen Kurven dürften wir dort auftrumpfen können", ergänzt Angermayr.

Zwei weitere Zähler Rückstand haben Hamza Owega (27/Köln) und Jusuf Owega (17/Köln, beide GetSpeed Performance) im Mercedes-AMG GT4. "Der Sachsenring ist eine sehr spezielle Strecke und technisch herausfordernd. Es macht auf jeden Fall Spaß, dort zu fahren. Ich denke, dass sie dem Mercedes-AMG GT4 ganz gut liegt, wobei leichtere Fahrzeuge wohl einen Vorteil haben", schätzt auch Hamza Owega den KTM stark ein. "Unser Ziel ist es natürlich, den Titel zu gewinnen. Ob es jedoch klappt, ist eine andere Frage."

"Meiner Meinung nach ist der Sachsenring die schwierigste Strecke im Kalender. Über die Renndistanz kommt es darauf an, die Reifen am Leben zu halten. Das wird der Schlüssel zum Sieg sein. Wir erwarten, definitiv vorne dabei zu sein und gut punkten zu können", so Jusuf Owega. Mit 41 Punkten Rückstand haben mit dem Mercedes-AMG-Duo Luca Trefz (17/Wüstenrot) und Morgan Haber (25/AUS, beide Leipert Motorsport) auch die Sieger des Sonntagsrennens auf dem Hockenheimring noch theoretische Titelchancen.

Dasselbe gilt für Michael Schrey (36/Wallenhorst) und Thomas Jäger (25/AUT, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport), die im BMW M4 GT4 42 Zähler zurückliegen und für das McLaren 570S GT4-Gespann Charles Fagg (20/GBR) und Michael Benyahia (19/MAR, beide Team GT), denen 49 Punkte auf die Spitze fehlen. Insgesamt werden am Sachsenring noch 50 Punkte verteilt.

Einen wahren Titelthriller verspricht der Blick auf die Team-Wertung, in welcher mit dem RN Vision STS Racing Team, Hofor Racing by Bonk Motorsport, Team GT, Felbermayr-Reiter und GetSpeed Performance fünf Rennställe innerhalb von 23 Punkten liegen. Auch Team Allied-Racing, Leipert Motorsport und HP Racing International haben noch zumindest noch rechnerische Titelchancen.

In der Junior-Wertung könnte Marius Zug bereits im Rennen am Samstag vorzeitig für eine Entscheidung sorgen. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport hat einen Vorsprung von 64,5 Punkten auf Mercedes-AMG-Pilot und ebenfalls von der ADAC Stiftung Sport unterstützten Jan Philipp Springob (18/Olpe, Bremotion) und von 66 Zählern auf Luca Trefz. In der Junior-Wertung können am Sachsenring noch bis zu 100 Punkte eingefahren werden.

Ein interessantes Duell bringt auch die Trophy-Wertung. Hier liegt Oliver Mayer (61/Ingolstadt, ebenfalls Bremotion) 26 Punkte vor dem BMW-Duo Stephan Grotstollen (50/Langenhagen) und Georg Braun (48/Pfullingen, beide MRS Besagroup Racing Team). "Der Sachsenring ist für mich die kleine Nordschleife", vergleicht Mayer. "Es ist eine geschichtlich gewachsene Rennstrecke, auf der unser Sport zuhause ist. Ich hoffe, meinen Vorsprung in der Trophy-Wertung ins Ziel zu retten, damit wir am Sonntagabend ordentlich feiern können."

Am Sachsenring werden diesmal drei Gaststarter das Feld ADAC GT4 Germany ergänzen. So setzt Hofor Racing by Bonk Motorsport wie zuletzt am Hockenheimring erneut einen dritten BMW M4 GT4 für Marc Ehret (26/Hüttenfeld) und Tobias Dauenhauer (21/Mörlenbach) ein. Dazu kommen noch jeweils ein KTM X-Bow GT4 für RTR projects, das bereits am Nürburgring in der ADAC GT4 Germany fuhr, und Valvoline-Reiter.

Dienstag, 24. September 2019

Showdown am Sachsenring: Titelentscheidungen beim ADAC GT Masters-Finale

  • Insgesamt 14 Titelentscheidungen in elf Rennen auf dem Sachsenring
  • Drei Rennställe kämpfen um Gewinn der Teamwertung in der "Liga der Supersportwagen"
  • Elf Nachwuchsfahrer entscheiden Pirelli-Trophy-Wertung unter sich 

Foto: Jens Hawrda
Fünf Serien, elf Rennen und 14 Titelentscheidungen: Das Finale des ADAC GT Masters und seiner vier Rahmenrennserien auf dem Sachsenring (27. bis 29. September) verspricht Spannung pur. Im ADAC GT Masters ist die Fahrerwertung schon vorzeitig entschieden, in den beiden Rennen in Sachsen entscheidet sich noch, welches das beste Team und wer der beste Junior-Pilot im ADAC GT Masters ist. Daher können sich auch die neuen Fahrerchampions Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (23/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) noch nicht zurücklehnen, denn deren Audi-Rennstall kämpft noch um die Teamkrone. Auch die Pirelli-Junior-Wertung ist zwischen elf Fahrern noch hart umkämpft, und das zu Recht: Für die Junior-Champions der vergangenen drei Jahre war der Titel in der Pirelli-Junior-Wertung das Sprungbrett zu einem Werksvertrag. SPORT1 überträgt die beiden Rennen live und in voller Länge. Beide Durchgänge beginnen diesmal am Samstag und Sonntag jeweils um 14.45 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

Als Spitzenreiter der Teamwertung reist HCB-Rutronik Racing nach Hohenstein-Ernstthal. Zuletzt beeindruckten die Neueinsteiger mit einer starken Teamleistung, auch der zweite Audi R8 LMS mit Dennis Marschall (23/Eggenstein-Leopoldshafen) und Carrie Schreiner (21/Völklingen) sammelte in Hockenheim Punkte in der Teamwertung. "Unsere tolle Debütsaison mit dem Gewinn des Teamtitels zu krönen wäre das Tüpfelchen auf dem i", sagt Fabian Plentz, Teamchef von HCB-Rutronik Racing. "Darauf liegt unser klarer Fokus. Nach dem tollen Wochenende in Hockenheim sind wir jetzt noch motivierter, auch die Teamwertung zu gewinnen." Einen kleinen Nachteil sieht Plentz jedoch bei seinem Team: "Der Sachsenring ist für uns völliges Neuland. Wir waren noch nie dort. Mit Kelvin van der Linde haben wir jedoch einen viermaligen Sachsenringsieger in unseren Reihen. Er wird uns mit seiner Erfahrung dort sicher helfen."

Neun Punkte hinter HCB-Rutronik Racing liegt auf dem zweiten Tabellenplatz Orange1 by GRT Grasser. Die Österreicher setzen beim Saisonfinale zwei Lamborghini Huracán GT3 für die dreimaligen Saisonsieger Christian Engelhart (32/Starnberg) und Mirko Bortolotti (29/I), sowie für Rolf Ineichen (41/CH) und Franck Perera (35/F) ein, die ebenfalls 2019 schon mehrmals den Sprung auf das Podium schafften. Teamchef Gottfried Grasser ist optimistisch: "Der Titel ist unser absolutes Ziel. Wir waren in den vergangenen Jahren auf dem Sachsenring immer ganz gut dabei. Die neue Evo-Version des Lamborghini Huracán GT3 ist zwar sehr anders als die bisherige Version, aber wir haben ein gutes Basis-Set-up, das auf sehr unterschiedlichen Strecken funktioniert - wie unsere Rennsiege bei den letzten drei Rennwochenenden zeigen. Wir sollten daher gut dabei sein."

Der dritte Rennstall mit Titelchancen in der Teamwertung ist Montaplast by Land-Motorsport. Die Mannschaft aus Niederdreisbach hat seit ihrem Seriendebüt 2016 die Saisons jeweils immer unter den Top drei abgeschlossen - vor drei Jahren sogar als Teamchampion. Land-Motorsport liegt bei noch 50 zu vergebenden Zählern vor den letzten zwei Rennen 31 Punkte hinter der Tabellenspitze. "Solang es mathematisch noch möglich ist, geben wir nicht auf", zeigt sich Teammanager Christian Land kämpferisch. "Die Teamwertung ist für uns und unsere Sponsoren sehr wichtig. Wir haben auf dem Sachsenring in den vergangenen Jahren immer gut abgeschnitten, daher bin ich zuversichtlich." 2017 und 2018 gelang dem Rennstall auf der Berg-und-Tal-Bahn jeweils ein Sieg. Die beiden Audi R8 LMS pilotieren Ricardo Feller (19/CH) und Dries Vanthoor (21/B) sowie Max Hofer (20/A) und der viermalige Sachsenring-Sieger Christopher Mies (30/Heiligenhaus). Feller und Hofer sind zudem die beiden Führenden der Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer, in der noch neun weitere Piloten Titelchancen haben.

Vor ihrem Heimspiel stehen auf dem Sachsenring die Neueinsteiger von T3 Motorsport aus Radebeul und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Maximilian Paul (19) aus Dresden. "Das wird für uns ein aufregendes Wochenende", so Paul, der zuletzt in Hockenheim zusammen mit William Tregurtha (19/GB) erstmals in die Top Ten fuhr. "Viele Freunde und Sponsor-Partner werden an die Strecke kommen, um uns zu unterstützen. Ich bin selbst leider noch nie am Sachsenring gefahren. Weder habe ich dort getestet noch ein Rennen bestritten. Das macht unser Debüt umso spannender. Um uns auf das Rennwochenende vorzubereiten, haben wir jedoch im Simulator getestet."

Neben dem ADAC GT Masters dürfen sich Fans am Sachsenring auf vier weitere Rennserien freuen - bei allen stehen die Titelentscheidungen noch aus. Neben der neuen ADAC GT4 Germany sind dies die Tourenwagen der ADAC TCR Germany, die Talente der ADAC Formel 4 sowie der traditionsreiche Porsche Carrera Cup Deutschland. Aber auch neben der Strecke gibt es für die Zuschauer viel zu sehen. Beim Pitwalk (Samstag, 10.05-10.45 Uhr und Sonntag, 10.05-10.40 Uhr) können sie in der Boxengasse hinter die Kulissen des ADAC GT Masters blicken. Autogrammsammler kommen beim Meet the Drivers am Samstag ab 17.20 Uhr vor der ADAC Hospitality auf ihre Kosten.
 
Finale der ADAC GT Masters Esports Championship

Auch die neue ADAC GT Masters Esports Championship trägt auf dem Sachsenring ihr Saisonfinale aus. Die SimRacer messen sich beim vierten und letzten Live-Event am Samstag ab 18.30 Uhr in zwei Rennen. Die Simulatoren befinden sich in den Boxen 32 und 33.