Freitag, 15. August 2025

IDM Supersport: Valentino Herrlich wirft das Handtuch

Valentino Herrlich, Kawasaki ZX-6R #10
Foto: Jens Hawrda

Das Tuch ist zerschnitten. Auf Wunsch von Valentino Herrlich haben sich die Wege mit Kawasaki Weber Racing getrennt. Der 16-jährige Rennfahrer hat derzeit noch keinen neuen Arbeitsplatz in der IDM Supersport.

Der Name sagt alles. Valentino Herrlich bekam die Rennsport-DNA praktisch in die Wiege gelegt. Vom Einstieg bei den Pocket Bikes arbeitete er sich hoch bis zum Schritt in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft. Es war ein schwieriger Beginn in der höchsten Rennserie des Landes. Der geplante gemeinsame Weg im Team MotoLife und Valentino Herrlich landete nach der Unterschrift im Winter nach nur zwei Monaten in einer Sackgasse. Nun hat Herrlich den Stecker bei Kawasaki gezogen. Die gewünschten Ergebnisse sind bislang nicht eingetreten. Zehn Meisterschaftspunkte in acht Rennen geholt zu haben, sind eine dürftige Ausbeute. In Assen ist er nicht mehr am Start.

„Man hat gedacht, dass die Entwicklung schneller vorangeht“, weiß Teamchef Emil Weber und sagt, „wir haben die Erwartungen von Valentino und seinem Umfeld nicht erfüllt.“ Dabei sei zum Jahresbeginn ausdrücklich kommuniziert worden, dass es sich bei den Kawasaki im Moment nicht um die schnellsten Motorräder handle, das Potential aber ausgebaut werden könne.

Blickt man zurück, war ursprünglich geplant, neben dem bereits verpflichteten Luca Göttlicher einen bereits erfahrenen Teamkollegen einzustellen, doch Weber gab stattdessen mit Herrlich einem zweiten Nachwuchsfahrer die Chance. „Valentino ist hochbegabt und fährt 120 Prozent.“ Dabei ist es aber auch zu fünf Stürzen gekommen, die ins Budget gegangen sind.

Die Entwicklung der Kawasaki Ninja ZX-6R verläuft in der Tat harzig. Weber wird das verlassene Motorrad bei der nächsten IDM-Runde auf dem Nürburgring jetzt wirklich einem routinierten Fahrer überlassen, der das Projekt weiter voran bringen soll. An ihm soll sich Göttlicher orientieren können.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Sportbike: Startverbot für Oliver Svendsen in Assen

Oliver Svendson startet nicht in Assen
Foto: Jens Hawrda

Bittere Nachricht vor dem ersten Rollout in Assen: Der aktuelle Spitzenreiter der IDM-Sportbike-Klasse, Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team), wird an diesem Wochenende nicht an den Start gehen können. Der 21-jährige Däne wurde nach einer ärztlichen Untersuchung für „unfit“ erklärt. Zu schwer wiegen die Folgen eines privaten Trainingssturzes vor zwei Wochen, bei dem sich Svendsen einen Schien- und Wadenbeinbruch sowie Muskel- und Nervenschäden zugezogen hatte.

Damit begann ein Wettlauf gegen die Zeit für den Triumph-Piloten: „Wir haben in den letzten Tagen unglaublich hart daran gearbeitet, um es möglich zu machen. Im Moment kann ich gehen und mein Bein bewegen, aber noch nicht laufen – das hat mich letztlich für dieses Wochenende untauglich gemacht“, erklärte Svendsen enttäuscht.

Trotz aller Reha-Bemühungen war der Start auf der legendären TT-Rennstrecke von Assen körperlich nicht möglich – die Belastungen wären für das Bein zu groß . „Es ist eine große Enttäuschung, nicht dabei zu sein, aber jetzt konzentriere ich mich auf meine Genesung, um stärker zurückzukommen.“

Durch Svendsens Ausfall sind die Karten neu gemischt – ein Führungswechsel in der Meisterschaft ist möglich, wenn seine beiden Verfolger Petr Svoboda und Inigo Iglesias ihre Chance nutzen und in beiden Rennen auf den ersten oder zweiten Platz fahren. Die IDM-Sportbike bleibt damit spannend, die Spitze rückt enger zusammen und macht den Titelkampf wieder völlig offen.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM Superbike: Dominique Aegerter startet in Assen

Es kam überraschend: Der Schweizer Dominique Aegerter fährt am kommenden Wochenende in Assen und übernimmt im Team SWPN die Yamaha des verletzten Jan Mohr in der IDM Superbike. Den zweifachen Supersport-Weltmeister und aktuellen Superbike-WM-Zwölften erwartet ein Überraschungspaket.

Das Telefon klingelt am letzten Donnerstag. Eine Kollegin von Dominique „Domi“ Aegerter hat seine Nummer an den SWPN-Teammanager Frank Brouwer weitergereicht. Nun haben sich beide an der Strippe. „Ich habe meinen Terminkalender aufgeschlagen und bin ziemlich schnell auf das Angebot angesprungen. Kevin hat dann alles auf die Reihe gebracht“, berichtet Aegerter. Kevin ist nicht nur der Bruder, sondern auch Manager des 34-Jährigen aus dem Kanton Bern. „Ich bin dankbar, dass ich vom GTR Yamaha-Team und auch Yamaha Europa die Freigabe bekommen habe“, fährt er fort, „der TT Circuit Assen ist eine Strecke, die wir auch in der Superbike-WM auf dem Kalender haben und die ich kenne. Das Schleizer Dreieck finde ich auch cool, aber ich weiß nicht, ob ich dafür die Zustimmung gefunden hätte.“

Aegerter hat bei SWPN zugesagt, obwohl ihn ein Überraschungspaket erwartet. „Ich kenne die Namen der Fahrer in der IDM Superbike und weiß, dass einige von ihnen Weltklasse haben. Und ich habe mich erkundigt, dass in der IDM wie auch bei uns in der Superbike-WM auf Pirelli-Reifen gefahren werden. Das war mir wichtig. Außerdem habe ich abgeklärt, dass es sich bei SWPN um ein gutes Team handelt. Sonst hätte ich mich nicht darauf eingelassen. Vom Motorrad und auch vom Reglement her weiß ich allerdings nicht, was mich erwartet.“

Die Superbike-WM befindet sich bis zum 5. September im Ruhe-Modus. Dann geht es im französischen Magny-Cours weiter. „Ich beende meine Sommerpause jetzt schon in Assen“, lacht der Schweizer, „aber Rennen zu fahren ist eine gute Trainingsmöglichkeit für mich.“

Aegerter hat fast schon alles erlebt in seiner Rennfahrerkarriere: Siege, Niederlagen, Stürze, Verletzungen, Verluste. Eines hat sich in den letzten 20 Jahren nicht geändert: seine enorme Motivation und auch seine Aufregung vor jedem Rennen. Er sagt: „Klar bin ich aufgeregt. Wenn ich es nicht wäre, würde etwas falsch laufen.“ Am Freitag will er sich in Assen ans Team, ans Motorrad und den für ihn ungewohnten Ablauf in der IDM Superbike gewöhnen. Dann wird weiter geplant.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Superbike: Fibu will „ärgern“ und sieht Luft nach oben

Toni Finsterbusch, BMW M 1000 RR #56
Foto: Jens Hawrda

Nur drei Fahrer sind in allen bisherigen IDM Superbike-Läufen im Ziel angekommen und haben dabei auch gepunktet: Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) sowie Twan Smits (Apreco Ten Kate Yamaha Racing). Wer Erfolg haben will, kann sich keine Fehler leisten. Was die Punkteausbeute betrifft, sehen die beiden Deutschen noch Luft nach oben.

Toni Finsterbusch hat seine GERT56-BMW das letzte Mal am 6. Juli gesehen. Das weiß er noch ganz genau, „denn wir haben sie in Oschersleben am Rennsonntag abends zusammen in den Transporter geschoben. Danach ging es ab in die Sommerpause.“ Das ist jetzt fünf Wochen her. Finsterbusch macht keine Anstalten schwerwiegender Entzugserscheinungen, „aber ich freue mich doch schon sehr, wenn sie am Donnerstag wieder ausgepackt wird.“ Dann ist die offizielle IDM-Sommerpause beendet und im niederländischen Assen wird das zweite Kapitel in der Saison aufgeschlagen.

Dass er bisher in jedem Rennen ins Ziel kam und auch immer Punkte geholt hat, macht den 32-jährigen Sachsen etwas stolz. Letztes Jahr hat er das bis zum Saisonende durchgehalten. Gestürzt ist er nur im Training, wobei der Krostitzer mit dem Schleizer Dreieck eine besonders anziehende Beziehung eingegangen ist. Zwischen ihnen herrscht eine verdammt hautnahe Verbindung.

Finsterbusch gehört zu den Routiniers im Feld, kennt sich aus und weiß, wo das Limit ist. „Das Motorrad hat ein gutes Setup und ich fühle mich sehr sicher“, lässt der Mann mit der Startnummer „56“ wissen, fügt aber hinzu, „wenn Du in der ersten Schikane in Most Pech hast, wo es eng wird, kannst Du trotzdem mal schnell vom Fenster weg sein. Oder in der ersten Nürburgring-Kurve.“

Bisher hat sich „Fibu“ aus allem herausgehalten und seinen Stiefel durchgezogen. Er kehrt am kommenden Wochenende als IDM-Vierter der Top-Klasse auf die Rennstrecke zurück. „Ich kriege keinen Druck vom Team, dass ich weiter vorne fahren muss, den mache ich mir schon selber“, kribbelt es in ihm. Letztes Jahr ist er Gesamt-Dritter geworden. Dafür müsste er jetzt den Esten Hannes Soomer von der Stelle verdrängen, „verschlechtern gegenüber dem Vorjahr will ich mich ja nicht. Also muss ich gut Punkte holen und die Jungs in meinem Umfeld ein bissel ärgern. Montags muss ich allerdings wieder auf der Arbeit stehen können. Das sieht bei einigen Spitzenfahrern unter uns anders aus. Aber da muss ich durch.“

Mit seinem Teamkollegen und Kumpel Jan-Ole Jähnig war Fibu in der Sommerpause am Gardasee. Etwa 400 Kilometer haben sie auf dem Gravelbike zurückgelegt. Das ist eine Art Hybrid zwischen Renn- und Cyclocross und ist auf der Straße und im Gelände tauglich. „JO“ ist Gesamt-Sechster in der IDM Superbike-Wertung und Finsterbusch glaubt, vom 24-jährigen Thüringer und Shootingstar im Team sei noch einiges zu erwarten, „seine Strecken kommen jetzt erst. In Schleiz, wo er auch wirklich gerne fährt, hat er es aufs Podium geschafft.“ Eine Stallorder gibt es nicht. Zumindest nicht bis zum IDM-Finale in Hockenheim. „Wenn es dort zu bedeutungsvollen Entscheidungen käme, wäre das etwas anderes.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Superbike: Skach ohne Gamarino, aber mit Klartext

Martin Vugrinec, Kawasaki ZX-10 RR #4
Foto: Jens Hawrda

Skach Motors geht zurück zur One-Man-Show. Stammfahrer Martin Vugrinec muss die Kohlen auf der Kawasaki Ninja ZX-10RR bei der nächsten IDM Superbike-Runde in Assen alleine aus dem Feuer holen. Sein ursprünglich geplanter Kollege Christian Gamarino ist nicht mehr dabei und Teamchef Oliver Skach im Moment weit davon entfernt, nochmals einen zweiten Fahrer zu suchen.

Der 31-jährige Italiener Christian Gamarino blieb bei seinem Auftritt vor der IDM-Sommerpause hinter den Erwartungen zurück. Das Motorrad kannte er in den Grundzügen, doch von der IDM wusste er nicht viel, außer dass ihn hochkarätige Rennen auf einem hohen Level erwarteten, die von Gastfahrern gerne unterschätzt werden. Sein Wechsel vom Langstrecken-Motorrad auf ein Superbike war eine Herausforderung und blieb unbelohnt.

„Die Erwartungen sind immer sehr hoch und wenn sie am Ende des Tages nicht eintreten, fällt immer alles auf die Kawasaki zurück“, ärgert sich Teamchef Oliver Skach über jegliche Kritik, „aber wir haben mit der IDM eine Rennserie auf höchstem Niveau. Das sollte auch mal in Erinnerung gebracht werden. So einfach ist das alles nicht. Und zur Info: Martin Vugrinec ist mit der Kawasaki im Oschersleben-Qualifying so schnell wie noch nie jemand mit dem Motorrad gefahren und innerhalb der Trainings hat er sich um anderthalb Sekunden gesteigert.“

Die rennfreie Zeit in der IDM hat sich der 26-jährige Kroate vorwiegend als Instruktor bei diversen Trainings vertrieben. Am 15. August wird sich in Assen herausstellen, was ihm die gefahrenen Kilometer gebracht haben.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek