Freitag, 15. August 2025

IDM Superbike: Tulovic streckt schon die Fühler aus

Lucas Tulovic, Ducati Panigale V4R #3
Foto: Jens Hawrda

Keinen einzigen Test ist Lukas Tulovic in der IDM-Sommerpause auf seiner Superbike-Ducati Panigale V4R gefahren. Der Meisterschafts-Zweite hofft, dass er Florian Alt in Assen die Führung abnehmen kann. „Tulo“ weiß um die Vorteile der roten Diva gegenüber der Konkurrenz und hat die Fühler sogar schon in Richtung Superbike-WM ausgestreckt.

Im niederländischen Assen kehrt die höchste deutsche Motorradserie am 15. August auf die Rennstrecke zurück. „Dann sehen wir, was geht“, sagt der 25-jährige Baden-Württemberger aus Eberbach. Drei Punkte trennen ihn in der Tabelle von Florian Alt, dem einzigen Honda-Fahrer im Feld. „Natürlich möchte ich das ändern und ganz vorne sein“, gibt er ohne Zögern zu. „Wir haben zwar keine Daten für die Ducati, auf die wir zurückgreifen könnten, aber die Streckencharakteristik kommt uns entgegen. Der Kurs ist schnell und flüssig zu fahren, das liegt mir persönlich auch gut.“

Tulo erzählt, was ihn so stark und überlegen macht: „Die Beschleunigung von unten heraus ist bei der Ducati gut. Und im zweiten und dritten Gang schiebt sie einfach richtig nach vorne. Das ist wirklich ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Und dann ist noch der Grip in den langen, schnellen Kurven ein echter Gewinn. Nur deshalb konnte ich Florian Alt auf dem Schleizer Dreieck überholen.“ Nur wenn er sich wie zuletzt in Oschersleben schwer tut, die Kupplung richtig zu dosieren und beim Start das Vorderrad hochgeht, verliert Tulo Zeit und Meter. Matthias Moser, der Teamchef von Triple M Racing Ducati Frankfurt, hatte zum Saisonbeginn eine Ansage gemacht: „Wir wollen den Titel holen und dafür haben wir Lukas geholt.“ Noch aber sind sechs Rennen zu fahren.

Dass sich Tulovic nach einem Platz in der Superbike-WM für 2026 umhört, ist der logische nächste Schritt. Einen ersten Vorstoß hat er zusammen mit Teamchef Moser gemacht, als sie beim Superbike-WM-Event auf dem neuen Balaton Park Circuit in Ungarn durchs Fahrerlager liefen. „Die WM-Zeiten und meine IDM-Zeit sind nicht so weit auseinander, wenn man die Ergebnisse der Rennen von Most vergleicht“, begründet Tulo die Initiative vom letzten Juli-Wochenende, „und natürlich werden wir alles versuchen, einen Platz zu bekommen, aber wir sind nicht die einzigen. Deshalb hören wir uns jetzt schon um.“

In den letzten Wochen hat Tulovic extrem viel gecoacht bei den Motorradtrainings von Philipp Hafeneger und gestern und vorgestern in Hockenheim als Trainer für die Motorradtalente der ADAC Stiftung Sport. Dort hat er so richtig am Kabel gezogen auf einer 250er-Honda aus dem Northern Talent Cup. Tulo hatte richtig Spaß an den Backen. „Robin Siegert, Smilla Göttlich, Anina Urlaß und Jason Rudolph haben die Pace gemacht. Ich musste meine 184 cm Körpergröße und 67 Kilo erst einmal zusammenfalten. Einfach so auf die NTC-Maschine raufzusteigen, ist gar nicht möglich.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Podium und Meisterschaftsführung zurückerobert – Starke Teamleistung des Mercedes-AMG Team Landgraf am Nürburgring

Lucas Auer, Mercedes-AMG GT3 #22
Foto: Jens Hawrda

Das Mercedes-AMG Team Landgraf erlebte beim fünften Rennwochenende der DTM-Saison auf dem legendären Nürburgring ein starkes und ereignisreiches Wochenende.

Lucas Auer feierte einen Podiumsplatz und holte sich die Führung in der Fahrerwertung zurück, während Tom Kalender mit einer kämpferischen Leistung weitere Punkte für sein Rookie-Jahr sammelte. Unter der Leitung von Teamchef Klaus Landgraf zeigte das Team erneut eine geschlossene und starke Performance.

Beide Mercedes-AMG GT3 kombinieren das weltweit bekannte BWT-PINK mit dem markanten Windhager-Rot. Das auffällige Design steht für die innovativen Best Water Technology und Best Heating Technology Produkte und Anlagen. Zwei starke Marken, ein gemeinsames Ziel: Innovation und Verantwortung, ganz nach dem Motto BWT & Windhager – For You and Planet Blue.

Freitag: Feinarbeit im Training

Am Freitag starteten Luggi und Tom in ihre ersten Trainingssessions. Der Nürburgring forderte mit wechselnden Streckenbedingungen höchste Präzision in der Fahrzeugabstimmung. Gemeinsam mit den Ingenieuren analysierten beide Piloten jede Runde, um das Setup perfekt auf die anspruchsvolle Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke abzustimmen. Dabei wurden Fahrwerks- und Aerodynamikfeinheiten optimiert, um für die Qualifyings bestens gerüstet zu sein.

Samstag: Solider Sechster für Auer – Punkte für Kalender

Im Qualifying 1 am Samstag sicherte sich Lucas Auer Startplatz 5, während Tom Kalender auf Rang 23 landete – nicht das perfekte Ergebnis für den Rookie, aber mit klarer Strategie ging es ins Rennen.

Das anschließende, turbulente Rennen mit Restart nach einer Unterbrechung nutzte Auer, um Platz 6 einzufahren. Tom Kalender kämpfte sich stark durch das Feld und belohnte sich mit Platz 13 – ein Ergebnis, das ihm weitere Punkte in der Fahrerwertung einbrachte.

„Das Rennen war intensiv, aber ich bin zufrieden, dass ich mich nach vorne arbeiten konnte und Punkte geholt habe. Jeder Zähler ist wichtig, und ich spüre, dass ich mich Schritt für Schritt weiterentwickle,“ so Tom Kalender.

„Wir hatten heute ein gutes Tempo, auch wenn es nicht ganz fürs Podium gereicht hat. Platz 6 ist eine solide Basis, um weiter anzugreifen,“ ergänzte Lucas Auer.

Sonntag: Podium für Auer – Kalender mit Aufholjagd

Das Qualifying 2 am Sonntag verlief für Tom Kalender nicht nach Wunsch. Er landete zunächst auf Rang 23 und rutschte durch eine Strafe auf den letzten Startplatz. Lucas Auer hingegen zeigte eine beeindruckende Performance und sicherte sich Startplatz 2.

Im Rennen arbeitete sich Kalender bis auf Rang 17 vor, während Auer nach einem starken und konstant schnellen Rennen als Dritter ins Ziel kam – sein dritter Podiumsplatz der Saison.

Mit diesem Ergebnis übernahm Lucas Auer wieder die Führung in der Fahrerwertung.

„Es fühlt sich großartig an, wieder an der Spitze der Meisterschaft zu stehen. Das Podium heute ist das Ergebnis einer starken Teamleistung,“ so Lucas Auer.

Teamchef zieht positives Fazit

Klaus Landgraf zeigte sich zufrieden mit der Gesamtbilanz des Wochenendes:

„Tom hat am Samstag wieder Punkte geholt und trotz schwieriger Startpositionen das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht. Luggi hat mit Platz 3 ein starkes Zeichen gesetzt und die Führung in der Fahrerwertung zurückerobert. Wir arbeiten konzentriert weiter, um diese Position zu verteidigen.“

Quelle: landgraf-motorsport.net


Manthey bleibt auch nach den Heimrennen am Nürburgring an der Spitze der DTM-Teammeisterschaft 2025

  • Thomas Preining kann im Samstagsrennen auf dem Nürburgring mit Erfolgsballast im Fahrzeug einen neunten Platz einfahren
  • Am Sonntag fährt Ayhancan Güven in die Top-Fünf, während Thomas Preining und Morris Schuring das Rennen auf den Rängen zehn (#91) und zwölf (#92) beenden
  • Manthey kann mit den Punkteergebnissen der zwei Heimrennen die Führung in der DTM-Teamwertung halten

Thomas Preining, Porsche911 GT3 R #91
Foto: Jens Hawrda

Beim DTM-Heimrennwochenende von Manthey fährt Ayhancan Güven (Türkei) im Sonntagsrennen mit Rang fünf den besten Platz des Teams ein. Thomas Preining (Österreich) platziert seinen Neunelfer auf dem Nürburgring auf dem neunten und auf dem zehnten Rang, während Morris Schuring (Niederlande) am Sonntag den zwölften Platz erreicht. Obwohl das Team im Samstagsrennen zwei Ausfälle (Schuring und Güven) zu beklagen hat, hält Manthey nach den Saisonrennen neun und zehn mit einem Vorsprung von zwölf Punkten die Führung in der DTM-Teamwertung.  

Das erste Rennen auf dem Nürburgring nahmen die Manthey-Piloten von den Rängen zehn (Preining), 15 (Güven) und 22 (Schuring) auf, nachdem die drei Fahrzeuge die Pace der Konkurrenten im Qualifying nicht mitgehen konnten und im letzten Streckensektor vom Verkehr aufgehalten wurden. Die Startphase des Rennens verlief für die Porsche 911 GT3 R zunächst gut, bevor es in Runde drei zum Ölverlust eines anderen Fahrzeuges kam. Schuring, der das Heck seines Porsches auf der Ölspur verlor, konnte einen Kontakt mit dem Schwesterfahrzeug von Güven nicht verhindern - der Türke musste die Startnummer 90 bereits nach weniger als fünf Rennminuten wegen eines Spurstangenbruchs am Streckenrand abstellen. Auch Schuring beendete das Rennen, ebenfalls aufgrund eines Bruchs der Spurstange infolge des Kontakts in der Startphase, bei weniger als zehn verbleibenden Rennminuten frühzeitig. Teamkollege Preining führte während des kompletten Rennens einige Zweikämpfe um den zehnten Rang. Nach einem souveränen Boxenstopp und starken Verteidigungen trotz des Erfolgsballastes, den der Österreicher wegen seines Sieges am Norisring mit sich trug, beendete er das Rennen nach einer Strafe gegen einen Konkurrenten auf dem neunten Rang.

Morris Schuring, Porsche 911 GT3 R #92
Foto: Jens Hawrda

Den Start des Sonntagsrennens in der Eifel bestritten die drei Porsche-Fahrer direkt hintereinander auf den Rängen elf (#92), zwölf (#90) und dreizehn (#91). Nachdem die Startnummer 90 in der Startphase von einem anderen Fahrzeug angeschoben wurde, kam es zu einem Kontakt der Neunelfer miteinander. Da die drei Fahrzeuge dabei weitgehend unbeschädigt blieben, konnten alle Fahrer das Rennen weiter bestreiten. Güven gelang es im weiteren Rennverlauf durch gute Überholmanöver und eine kluge Strategie insgesamt sieben Positionen vorzufahren. Auch ein Schaden an der Front seiner Startnummer 90 durch einen Kontakt mit Jordan Pepper, der nach dem ersten Boxenstopp zu der Zeit auf kalten Reifen fuhr, hinderte den Türken nicht, auf Rang fünf über die Ziellinie zu fahren und wichtige Meisterschaftspunkte zu sammeln. Preining und Schuring beendeten das Rennen nach 55 Rennminuten und je zwei Pflichtreifenwechseln auf den Rängen zehn (#91) und zwölf (#92) ebenfalls in den Punkterängen.

„Ein anspruchsvolles Wochenende mit einigen Highlights für uns abseits der Strecke. Grundsätzlich hat sich der Nürburgring von seiner tollen Seite gezeigt: Bestes Wetter und über 600 Gäste, die uns unterstützt haben – neben unseren Partnern und Kunden hatten wir zu unseren Heimrennen alle unsere Mitarbeiter mit Familie oder Freunden eingeladen. Ergänzt wurde das Ganze durch zwei spannende Rennen, die den Zuschauern wirklich einiges geboten haben. Sportlich konnten wir hingegen das Potenzial unserer Fahrzeuge nicht ganz ausschöpfen, besonders im Qualifying wäre mehr möglich gewesen. Daran werden wir arbeiten, um es am Sachsenring besser zu machen. Wir sind aber weiterhin optimistisch und führen nach wie vor die Teamwertung an.“, erklärt Nicolas Raeder, Geschäftsführer der Manthey Racing GmbH. „Sportlich hätten wir an diesem Wochenende unseren Partnern und Kollegen vor Ort gerne etwas anderes geboten. Das erste Qualifying war schwierig, was an unserer fehlenden Pace lag und daran, dass viele Fahrzeuge im letzten Sektor abgebremst haben. Das Rennen verlief dann leider sehr ärgerlich mit dem Ausfall der Fahrzeuge von Morris und Ayhancan. Thomas konnte sich immerhin aus dem Getümmel gut raushalten und in Anbetracht des Erfolgsballasts, haben wir das Ergebnis mit Platz neun maximiert. Im zweiten Qualifying haben wir es schlichtweg nicht geschafft, unser Potential zu nutzen – das analysieren wir und müssen es besser machen. Rennen zwei war am Anfang nervenaufreibend, weil unsere drei Fahrzeuge, nachdem das Fahrzeug von Ayhancan angeschoben wurde, miteinander Kontakt hatten. Wir sind sehr glücklich, dass jeder weiterfahren konnte. Ayhancan hatte dann im Rennen eine echt gute Pace, hat schöne Überholmanöver gezeigt und durch gute Boxenstopps und Strategie konnten wir auf Platz fünf fahren – obwohl wir einen Schaden an der Front hatten. Thomas hatte schlechtere Reifen als viele andere, die am Vortag ausgefallen waren, weshalb er mehr Schwierigkeiten hatte. Am Ende haben wir mit den drei Punkteergebnissen am Sonntag aber Schadensbegrenzung betrieben. Wir geben in der Fahrerwertung nicht auf und führen in der Teamwertung weiter die Meisterschaft an. Für den Sachsenring bereiten wir uns möglichst gut vor, geben alles und hoffen dort auf Podiumsergebnisse.“, ergänzt Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Renneinsätze.

Mit 225 Zählern liegt Manthey mit zwölf Punkten Vorsprung weiterhin in Führung der DTM-Teamwertung. Thomas Preining rangiert bei drei verbleibenden Rennwochenenden, mit nur 22 Punkten Rückstand auf die Spitze, auf Rang fünf in der Fahrerwertung (115 Punkte), während Ayhancan Güven auf Platz acht (94 Punkte) liegt. Morris Schuring belegt nach den Rennen am Nürburgring die 18. Position (31 Punkte). Die nächsten beiden Sprintrennen der Serie finden vom 22.- 24. August auf dem Sachsenring statt.

Fahrerstimmen zum DTM-Rennwochenende am Nürburgring

Ayhancan Güven, Porsche 911 GT3 R #90: „Nach dem Rennen am Samstag wollte ich sonntags unbedingt ein starkes Ergebnis für das Team einfahren. Leider hat uns ein Schaden am Auto am Ende daran gehindert. Ich hatte kurz Sorge, das Rennen nicht beenden zu können, aber das Auto hat durchgehalten – ein großes Lob an das Team dafür. Schade, dass es am Ende nicht ganz fürs Podium gereicht hat, aber wir haben wichtige Punkte geholt und den Fans eine gute Show geboten. Auch wenn es nicht das Heimrennwochenende war, das wir uns erhofft hatten, war die Unterstützung der Fans unglaublich. Hoffentlich können wir ihnen am Sachsenring ein besseres Ergebnis liefern.“

Thomas Preining, Porsche 911 GT3 R #91: „Leider nicht das Wochenende, das wir uns am Nürburgring erhofft hatten. Uns hat in den Qualifyings die Pace gefehlt, um vorne mitzufahren – aus dem Mittelfeld heraus sind die Rennen dann schwierig. Am Samstag haben wir mit dem 20kg Erfolgsballast das Beste herausgeholt, wichtige Punkte gesammelt, aber dafür am Sonntag den Preis gezahlt: Da sind wir gegen viele Fahrer angetreten, die am Vortag ausgeschieden waren und entsprechend frische Reifen hatten, was auf dieser Strecke sehr viel ausmacht. Trotzdem war es wichtig, an beiden Tagen zu punkten, und auch was den Titelkampf angeht, sind wir noch dabei. Das Ziel für den Sachsenring lautet jetzt, wieder auf Podiumskurs zu kommen.“

Morris Schuring, Porsche 911 GT3 R #92: „Insgesamt kann ich aus dem Wochenende auch einiges Positives ziehen. Nach einem schwierigen Samstag konnten wir uns am Sonntag steigern und vor allem beim Qualifying war es schön, gemeinsam mit meinen Teamkollegen in einer Liga mitzufahren. Auch wenn beide Rennen nicht einfach waren, haben wir wichtige Punkte mitgenommen. Das gibt Motivation, auf dem Sachsenring wieder weiter anzugreifen.“

Donnerstag, 14. August 2025

DTM: Zweifachsieg für Schubert Motorsport auf dem Nürburgring

René Rast triumphiert im Sonntagsrennen vor Marco Wittmann.

Renè Rast holt seinen 30. DTM-Sieg
Foto: Jens Hawrda

Zweiter Saisonsieg, 30. Sieg der DTM-Karriere: René Rast (GER) erlebte am fünften Rennwochenende der Saison auf dem Nürburgring (GER) einen großartigen Sonntag. Im #33 RoboMarkets BMW M4 GT3 EVO stürmte er vom sechsten Startplatz an die Spitze und meldet sich dank der Punkte für den ersten Platz im Titelrennen zurück. Marco Wittmann (GER) zeigte bereits am Samstag als Fünfter im #11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO eine großartige Aufholjagd. Am Sonntag wurde er von Startplatz sieben Zweiter und komplettierte damit den Zweifachsieg für Schubert Motorsport.

Nach einem enttäuschenden 14. Platz am Samstag schien Rast in der Fahrerwertung schon den Anschluss zu verlieren. Eigentlich hatte er eine spektakuläre Aufholjagd von Startplatz 17 auf Position sieben gezeigt, allerdings erhielt er in Folge einer Kollision in Runde eins eine nachträgliche Zeitstrafe. Dank seines souveränen Sieges am Sonntag ist Rast als Vierter im Gesamtklassement mit 117 Zählern wieder auf 20 Punkte am Führenden dran. Der 38-Jährige übernahm von Startposition sechs noch im ersten Stint die Führung und baute diese auf frischen Reifen im zweiten Stint kontinuierlich aus.

Marco Wittmann mit glänzendem Rennwochenende am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Wittmann glänzte in beiden Rennen. Am Samstag verbesserte er sich um neun Ränge von Platz 14 am Start auf Rang fünf im Ziel. Am Sonntag brachten ihn die perfekte Strategie und die starken Boxenstopps des Schubert-Teams aufs Podium. Es war sein zweites in dieser Saison, und in der Fahrerwertung rangiert er mit 101 Punkten auf Position sieben. Schubert Motorsport belegt in der Teamwertung mit 213 Punkten Platz zwei.

Stimmen zum Rennwochenende

Torsten Schubert (Teamchef Schubert Motorsport): „Das war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen. Natürlich freuen wir uns riesig über den Zweifachsieg am Sonntag, aber am Samstag hatten wir leider nicht die Performance, die wir gebraucht hätten, und haben wichtige Punkte liegenlassen. Am Sonntag waren beide Fahrer mit den Autos sehr zufrieden und konnten sich von den guten Startplätzen bis ganz an die Spitze arbeiten. Mit Blick auf die Meisterschaft haben wir hier viele Punkte geholt, müssen aber nun weiterkämpfen. Denn mit dem Sachsenring kommt nun eine Strecke, auf der wir uns in der Vergangenheit schwergetan haben.“

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3 EVO, R1: 14. Platz, R2: 1. Platz): „Der Sieg am Sonntag ist ein fantastischer Abschluss des Nürburgring-Wochenendes. Ich habe schon in der Einführungsrunde gemerkt, dass mein BMW M4 GT3 EVO fantastisch auf der Straße liegt und extrem guten Grip hat. Entsprechend konnte ich von Rennbeginn an attackieren und einen überraschend souveränen Sieg einfahren. Ich hatte auf ein Podium gehofft, aber mit dem Sieg hatte ich nicht gerechnet. Leider haben wir am Samstag Punkte liegenlassen, aber dank der Ausbeute am Sonntag bin ich doch wieder im Titelrennen zurück. Jetzt geht es auf den Sachsenring, wo wir traditionell eher ein paar Probleme haben. Dort gilt es, das Maximum an Punkten mitzunehmen.“

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO, R1: 5. Platz, R2: 2. Platz): „Das war ein sehr gutes Wochenende, ich bin wirklich glücklich. Platz fünf am Samstag von Startposition 14 war schon eine großartige Aufholjagd. Dann heute mit Platz zwei von Rang sieben am Start noch einen draufzusetzen, ist fantastisch. Das Team hat einen großartigen Job mit der Strategie und den Boxenstopps gemacht. Das waren die Schlüssel zu diesem Erfolg. Besonders nach der Nullnummer bei meinem Heimspiel auf dem Norisring war dieses Wochenende eine Erleichterung.“


Durchbruch am Nürburgring: Emil Frey Racing triumphiert mit historischem DTM-Doppelsieg

Jack Aitken, Ferrari #14
Foto: Jens Hawrda

Der Fluch der Eifel ist gebrochen: Emil Frey Racing gelang zum Auftakt der zweiten DTM-Saisonhälfte mit dem ersten Doppelsieg in der DTM der grosse Befreiungsschlag. Jack Aitken gewann das turbulente neunte Saisonrennen und übernahm die Führung in der Gesamtwertung, während DTM-Neuling Ben Green als Zweiter seinen Premieren-Podestplatz feierte. Die Ferrari-Stärke hatte sich bereits im Qualifying angedeutet, als drei Emil Frey Boliden die ersten vier Startpositionen unter sich ausmachten. Auch wenn der Sonntag ein Tag zum Vergessen war, so geht man gestärkt in den nächsten DTM Lauf in zwei Wochen am Sachsenring.

Benn Green, Ferrari #10 holt sein erstes DTM-Podium
Foto: Jens Hawrda

Rennen 1 – Samstag, 09. August 2025

Der Start in die zweite DTM-Saisonhälfte hätte für Emil Frey Racing kaum besser verlaufen können. Auf der GP-Strecke am Nürburgring, wo das Schweizer Team jahrelang Mühe hatte, gelang beim fünften Lauf der Meisterschaft endlich der ersehnte Durchbruch – der Eifel-Fluch war gebrochen. Bereits im Qualifying stellte das Team seine Stärke eindrucksvoll unter Beweis: Jack Aitken sicherte sich seine dritte Pole Position der Saison, dicht gefolgt von Teamkollege Thierry Vermeulen auf Platz zwei. Ben Green komplettierte die starke Teamleistung mit dem vierten Startplatz.

Das neunte Saisonrennen begann turbulent: Während Pole-Setter Jack Aitken das Feld sauber anführte, erwischte Thierry Vermeulen einen schlechten Start. Nach dem Verlust mehrerer Positionen wurde der Niederländer in der zweiten Runde von Maro Engel im #24 Mercedes-AMG in Kurve 7 von der Strecke gedrängt und fiel auf Platz 20 zurück.

Mehrere Kollisionen in der chaotischen Anfangsphase zwangen die Rennleitung zum Abbruch. Nach dem Neustart behauptete Jack Aitken erneut die Führung, während sich Ben Green geschickt in der ersten Kurve auf Platz zwei vorschob.

Nach den Boxenstopps geriet Jack Aitken unter Druck von Ricardo Feller im #29 Audi, der sich zunächst die Spitze schnappte. Über viele Runden entwickelte sich vor den vollbesetzten Tribünen ein packendes Duell um den Sieg, zeitweise kämpften vier Fahrzeuge Rad an Rad um die Führung. Während Jack Aitken als Zweiter lauerte, hatte Ben Green nach seinem Boxenstopp Positionen verloren und lag auf Rang vier. In Runde 29 schlug Jack Aitkens Stunde: Mit einer entscheidenden Attacke holte sich der Brite die Führung zurück. Kurz darauf nutzte auch Ben Green seine Chance – nachdem er sich im Duell mit Marco Wittmann den dritten Platz gesichert hatte, überholte der DTM-Rookie auch noch den Audi von Ricardo Feller.

Der Triumph war perfekt: Emil Frey Racing feierte seinen ersten Doppelsieg in der DTM-Geschichte. Jack Aitken übernahm erstmals die Führung in der Fahrermeisterschaft, während Rookie Ben Green mit seinem ersten DTM-Podium für das i-Tüpfelchen sorgte. Nach Jahren der Enttäuschung am Nürburgring hatte das Schweizer Team endlich seinen grossen Moment gefunden.

Thierry Vermeulen mit Pech in Rennen 2
Foto: Jens Hawrda

Rennen 2 – Sonntag, 10. August 2025

Das Kontrastprogramm folgte prompt: Am Sonntag präsentierte sich ein völlig anderes Bild für Emil Frey Racing. Meisterschaftsführer Jack Aitken musste sich mit Startplatz 16 begnügen, Ben Green folgte auf Rang 17. Einzig Thierry Vermeulen schaffte mit Position zehn noch den Sprung in die Top-10.

Im Rennen kämpfte sich Jack Aitken nach dem ersten Boxenstopp auf Platz 15 vor und überholte anschliessend den Porsche von Morris Schurig für Position 14. Es folgte ein teaminternes Duell zwischen Jack Aitken und Thierry Vermeulen, bevor der Brite einen herben Rückschlag hinnehmen musste: Ricardo Feller drehte den Meisterschaftsführer in einer Kollision von der Strecke und somit weit nach hinten. 

Ben Green kämpfte sich bis zum Schluss nach vorne und setzte Mirko Bortolotti im Lamborghini unter Druck, konnte auf dem 15. Rang noch einen Punkt einfahren - nach dem Samstags-Höhenflug der Einzige für das Team am Sonntag. Jack Aitken liegt nun auf Rang 2 der Fahrerwertung mit acht Punkten Rückstand auf den Führenden, Lucas Auer im Mercedes-AMG.

Fahrerstimmen - Emil Frey Racing 

Jack Aitken (Grossbritannien)

„Es war ein etwas unausgewogenes Wochenende, aber das Team hat das Tempo, das wir am Samstag hatten, fantastisch genutzt und einen Doppelsieg eingefahren. Ich habe mich sehr gefreut, Ben mit mir auf dem Podium zu sehen. Enttäuschend war jedoch, dass alle Ferraris am Sonntag so grosse Probleme hatten, obwohl wir ohne den Dreher ein paar Punkte hätten holen können.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Es war ein schwieriges Wochenende für mich. Erst mein schlechter Start am Samstag, wo ich viele Positionen verlor, und dann wurde ich noch im mittleren Sektor ins Aus manövriert. Sehr schade und es tut mir sehr leid für das Team.“

Ben Green (Grossbritannien)

„Auf genau diesen Moment habe ich lange hingearbeitet. Man hat im Qualifying schon gesehen, dass unser Auto richtig stark ist. Das haben wir auch im Rennen gezeigt. Spektakulär war mein Manöver gegen Marco Wittmann, als wir nebeneinander durch die Schikane sind. Unsere Fahrzeuge haben sich berührt, aber aus meiner Sicht gehört das in der DTM dazu.“