Sonntag, 6. Juli 2025

Thierry Vermeulen holt seine zweite DTM-Pole

Er wartete bis zur letzten Minute, dann schlug Thierry Vermeulen eiskalt: Mit 48,666 Sekunden fuhr der Ferrari-Pilot von Emil Frey Racing am Sonntagvormittag beim zweiten Qualifying am Norisring die schnellste Runde. 

Thierry Vermeulen (NLD / Ferrari 296 GT3 / Emil Frey Racing) #69
Foto: ADAC-Motorsport

Damit steht der Niederländer zum zweiten Mal in seiner DTM-Karriere auf Startplatz eins. „Es ist meine erste Pole-Position in der laufenden Saison. Kurz vor Schluss des Qualifyings hatte ich noch einen letzten Versuch, da spürst du natürlich den Druck. Die Temperaturen sind etwas niedriger als am Samstag, das kommt unserem Auto und speziell der Bremse entgegen. Ich freue mich auf das Rennen“, erklärte Vermeulen. Seine Bestmarke erzielte der 22-Jährige in der Startgruppe A, die als zweite auf Zeitenjagd gegangen war.

In der ersten Gruppe erzielte zunächst Nicolas Baert die Bestzeit. Der Belgier wurde allerdings nachträglich disqualifiziert, da der Aston Martin Vantage GT3 von Comtoyou Racing nicht dem Technischen Reglement entsprach. Somit war Vermeulens Teamkollege Jack Aitken Schnellster und geht vom zweiten Platz aus ins Rennen. In der zweiten Startreihe folgen Arjun Maini im Ford Mustang GT3 vom HRT Ford Performance als Dritter und Ben Green in einem weiteren Ferrari 296 GT3 auf Rang vier. Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Winward Racing komplettiert wie am Samstag die Top-Fünf.

Die Gruppe B hatte am Sonntag um 9:15 Uhr das 20-minütige Zeittraining auf dem Stadtkurs in Nürnberg eröffnet. In der fünf Minuten später gestarteten Gruppe A war Maini mit der bis dahin schnellsten Zeit des Qualifyings von 48,737 Sekunden auf Pole-Kurs, ehe Vermeulen im letzten Moment die Tagesbestzeit markierte.

Am Norisring wurden die Qualifyings wegen des großen Starterfeldes in den Gruppen A und B ausgetragen. Als insgesamt schnellster Fahrer steht Vermeulen am Sonntag auf der Pole-Position, neben ihm geht Aitken als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Maini als Zweitschnellster der Gruppe des Pole-Setters folgt als Dritter, mit Green auf Position vier wird wieder zu der anderen Gruppe gewechselt. Die Startreihenfolge ergibt sich bis auf den Pole-Setter nicht nur aus den gefahrenen Zeiten, sondern den Positionen nach den Zeittrainings.

Startaufstellung, 8. Saisonlauf, Norisring (Top Five)

1. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing)

2. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing)

3. Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance)

4. Ben Green (GB/Emil Frey Racing)

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward)

Quelle: dtm.com

Prototype Cup Germany: Von der Pole zum Sieg auf dem Norisring

Valentino Catalano und Oscar Tunjo auf dem Weg zum Sieg
Foto: ADAC-Motorsport

Valentino Catalano / Oscar Tunjo triumphieren im Samstagrennen. Danny Soufi / Pavel Lefterov bauen Meisterschaftsführung aus. Heiße Temperaturen fordern Mensch und Material.

Valentino Catalano (19/Westheim) und Oscar Tunjo (29/COL, beide Badischer Motorsport Club) heißen die Sieger des siebten Saisonrennens des Prototype Cup Germany. Auf dem Norisring verwiesen sie Danny Soufi (21/USA) / Pavel Lefterov (27/BUL, beide Konrad Motorsport) auf Rang zwei, Riccardo Leone Cirelli (17/ITA) und Mattias Bjerre Jakobsen (18/DEN, beide BWT Mücke Motorsport) wurden als Dritte gewertet. 

Das Gebhardt-Duo Catalano / Tunjo ging vom ersten Startplatz ins Rennen, brauchte aber einige Umläufe, um sich schließlich auf Position eins festzusetzen. „Die Anfangsphase hat Spaß gemacht, ich hatte ein schönes Duell mit Danny Soufi um die Spitze. Leider hat zunächst Jacob Erlbacher davon profitiert und war Erster; ich konnte ihn wenige Runden später aber wieder überholen“, resümierte Catalano. Im zweiten Stint übernahm Tunjo, der den gelben Duqueine auf Rang eins sicher ins Ziel brachte. „Auf einer so kurzen Strecke ist es nicht einfach, einen Unterschied zu machen. Deshalb freue ich mich besonders über den Sieg“, so der Kolumbianer. Catalano fügte hinzu: „Ich wollte nach meinem Pech vor zwei Jahren unbedingt am Norisring gewinnen, diesen Punkt habe ich nun erledigt. Und darüber freue ich mich wirklich sehr.“ Für das Konrad-Duo Soufi und Lefterov war auch der zweite Platz wertvoll, denn sie konnten so ihre Führung in der Fahrerwertung des Prototype Cup Germany weiter ausbauen.

Das Rennen begann mit einem spannenden Duell um die Spitze zwischen Catalano und Soufi. Doch beide wurden von Erlbacher (24/Böblingen, Gebhardt Intralogistics Motorsport) überrumpelt, der ab Runde zwei die Nase ganz vorne hatte. Aber Catalano ließ sich nicht abschütteln und wurde im Umlauf 14 mit einer Chance belohnt, seinen Teamkollegen Erlbacher wieder zu passieren. In der Folge setzte er sich schnell vom Feld ab und übergab das Steuer kurz nach Rennmitte an Tunjo. Zu diesem Zeitpunkt saß Jérémy Siffert (21/SUI, Gebhardt Intralogistics Motorsport) bereits im Auto von Erlbacher, drehte sich jedoch. Der Schweizer, in dem Moment auf Rang zwei, schied aus und Lefterov übernahm Position zwei. 

Hinter dem drittplatzierten Jakobsen umrundete Sven Barth (44/Eberbach, Aust Motorsport) den Norisring, doch gegen Rennende spürte er immer mehr den Atem von Verfolger Mattis Pluschkell (20/Elmenhorst, BWT Mücke Motorsport). Kurz vor dem Ziel kollidierten die beiden Fahrzeuge, Barth drehte sich und blieb neben der Strecke stehen, was zum vorzeitigen Rennende führte. Somit wurde Barth zusammen mit seinem Teamkollegen Maxim Dirickx (21/BEL, Aust Motorsport) als Vierter gewertet, Pluschkell und Maksymilian Angelard (17/POL, BWT Mücke Motorsport) blieben Fünfte. Hinter Angelard / Pluschkell reihten sich der beste Trophy-Starter Thomas Ambiel (45/Eppingen, Rinaldi Racing) und Michael Herich (47/Brühl) / Alexzander Kristiansson (25/SWE, beide Gebhardt Intralogistics Motorsport) auf den Positionen sechs und sieben ein.

Weitere Stimmen zum Rennen

Danny Soufi (Zweiter): „Der Start war nicht ganz ohne, was nicht mein Plan war. Es war ein harter, aber sauberer und fairer Kampf mit Valentino um Platz eins. Auch der Rest von meinem Stint war nicht einfach, aber das Team hat eine gute Strategie gehabt und ich konnte Pavel das Auto in einer guten Position übergeben.“

Pavel Lefterov (Zweiter): „Heute war es unmöglich, das Rennen zu gewinnen, obwohl Danny und ich mehr als einhundert Prozent gegeben haben. Aber wir haben als Zweite so viele Punkte wie möglich für die Meisterschaft gesammelt, das ist für uns aktuell das Wichtigste.“

Riccardo Leone Cirelli (Dritter): „Mein Start war gut, auch wenn meine Startposition für die erste Kurve außen lag, was auch wegen der sehr nahen Mauern am Norisring oftmals nicht einfach ist. Ich glaube, wir haben insgesamt einen guten Job gemacht und arbeiten in die richtige Richtung.“

Mattias Bjerre Jakobsen (Dritter): „Meine erste Runde nach dem Fahrerwechsel war nicht so gut und da lag unsere einzige Chance, eine Position zu gewinnen. Das habe ich nicht geschafft. Trotzdem ist der dritte Platz ein gutes Ergebnis für uns, um jetzt wieder in einen guten Rhythmus zu kommen.“


GT4 Germany: Förderer und Härtling gewinnen das Samstagsrennen

  • Dritter Sieg im dritten Rennen für Piloten von SR Motorsport by Schnitzelalm
  • Förderer/Härtling auch in Junior-Wertung erfolgreich
  • Mit Mercedes-AMG, BMW und Porsche drei Marken auf dem Podium

Strahlende Sieger: Enrico Förderer (li.) und Jay Mo Härtling
Foto: ADAC-Motorsport

Aller guten Dinge sind drei: Nach ihrem Doppelsieg beim Saisonauftakt in der Motorsport Arena Oschersleben gewinnen Enrico Förderer (18/Leuterod) und Jay Mo Härtling (22/Sprockhövel, beide SR Motorsport by Schnitzelalm) auch das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring in Nürnberg. Somit baut das Mercedes-AMG GT4-Duo seine Führung in der Fahrerwertung weiter aus. Rang zwei ging in einem taktisch geprägten Rennen an Gabriele Piana (38/ITA) und Berkay Besler (25/TUR, beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT4 vor Denny Berndt (20/Berlin) und Max Rosam (20/Taunusstein, beide Razoon - more than Racing) im Porsche 718 Cayman GT4. Das Ergebnis mit Fahrzeugen von drei unterschiedlichen Marken auf dem Podium spricht für die Ausgeglichenheit im Feld.

Förderer hatte das Rennen bereits von der Pole-Position aus begonnen. Nachdem es beim Start an der Spitze noch recht eng zuging, baute der Mercedes-AMG-Pilot seinen Vorsprung im Laufe der ersten Rennhälfte auf über vier Sekunden aus. Mann der ersten Rennphase war aber auch BMW-Fahrer Besler, der sich von Startplatz fünf mit sehenswerten Manövern schnell bis auf die zweite Position vorarbeitete, doch insbesondere zur Rennhälfte ordentlich Druck von Denny Berndt im Porsche aushalten musste. Diese drei Fahrzeuge sollten das Renngeschehen an der Spitze über das gesamte Rennen prägen. Besler ging gleich nach dem Öffnen des Boxenstopp-Fensters zum Fahrerwechsel auf seinen erfahrenen Teamkollegen Piana über - Förderer zu Härtling bzw. Berndt zu Rosam wechselten erst zum Schluss des Fensters. Härtling behielt die souveräne Führung. Piana musste sich zunächst jedoch hinter Rosam einsortieren. Der Champion von 2021 konnte die vorherige Reihung jedoch schnell wieder herstellen und die zweite Position zurückerobern.

An der Spitze fuhr Härtling mit knapp 16 Sekunden Vorsprung letztendlich zu einem lockeren Sieg, der auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete. Hinter Piana/Besler und Berndt/Rosam belegten Linus Hahne (21/Oelde) und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Thomas Rackl (17/Berching, beide ME Motorsport) in einem weiteren BMW Rang vier vor dem Porsche-Duo Hendrik Still (37/Kempenich) und Philipp Gogollok (19/Bad Homburg, beide AVIA W&S Motorsport) sowie Niels Tröger (22/Dresden) und Andreas Jochimsen (27/DNK, beide FK Performance Motorsport) im BMW.

Rang sieben sicherten sich Raphael Rennhofer (18/AUT) und Emil Heyerdahl (22/NOR, beide Wimmer Werk Motorsport) im Porsche vor den BMW-Piloten Philip Wiskirchen (20/Euskirchen) und Tim Reiter (26/Ostfildern, beide ME Motorsport) sowie Luca Bosco (21/ITA) und Julien Apothéloz (24/CHE, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG. Die Top Zehn komplettierten deren Markenkollegen Cedric Fuchs (19/Holzappel) und Joel Mesch (20/Erkelenz, beide SR Motorsport by Schnitzelalm), was für Fuchs den Sieg in der Junior-Wertung bedeutete.

Stimmen nach dem Rennen

Enrico Förderer – Sieger für SR Motorsport by Schnitzelalm

„Am Start hatte ich leider zwei Berührungen mit einem Porsche, davon abgesehen lief das Rennen aber super. Ich konnte einen immer größeren Vorsprung herausfahren und den Abstand danach gut managen, um die Reifen für Jay Mo zu schonen. Drei Siege in drei Rennen sind einfach nur grandios.“

Jay Mo Härtling– Sieger für SR Motorsport by Schnitzelalm

„Wir wussten, dass die Autos hinter uns sehr stark besetzt sind. Somit galt es in meinen Stint stets, den Fokus oben zu halten und immer konzentriert zu bleiben. Der ersten drei Saisonrennen fühlen sich wie ein in Erfüllung gegangener Traum an.“

Gabriele Piana – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Wir kamen durch unseren frühen Stopp etwas in den Verkehr und haben dadurch drei bis vier Sekunden verloren. Doch ich habe den Porsche direkt überholen können, um so die zweite Position zurückzuholen. Danach war es ein eher ereignisloses Rennen. Wir sind mit dem zweiten Platz insofern zufrieden, dass wir das Maximum herausgeholt haben. Der Mercedes-AMG war aber in einer anderen Liga.“

Berkay Besler – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis. Wir haben unser Bestes gegeben. Mehr als Platz zwei war heute einfach nicht drin. Ich hatte einen sehr guten Start, das hatte ich in der Form so gar nicht erwartet. Danach hatte der Porsche hinter mir guten Druck aufgebaut. Gabriele hat das Rennen dann klasse zu Ende gefahren.“

Denny Berndt – Platz drei für Razoon - more than Racing

„Es war ein schönes Rennen. Wir konnten von Anfang an einen guten Rhythmus finden. Wir kamen gut mit dem Auto zurecht und konnten konstant unterwegs sein. Das war natürlich klasse. Mir scheint der Norisring zu liegen. Morgen wollen wir erneut auf dem Podium stehen.“

Max Rosam – Platz drei für Razoon - more than Racing

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Podium. Denny hat zunächst einen tollen Job gemacht und gut vorgelegt. Ich habe dann, so denke ich, auch ganz gut weitergemacht. Am Ende konnte ich das Rennen konstant verwalten. Wir hatten insgesamt einen super Speed, da das Auto perfekt abgestimmt war. Da hat das Team wirklich einen herausragenden Job erledigt.“


Samstag, 5. Juli 2025

IDM Supersport: Dirk Geiger vom letzten Startplatz zum Sieg

Dirk Geiger genießt seinen Sieg
Foto: Jens Hawrda

Er fuhr von ganz hinten nach ganz vorn. Was Dirk Geiger im ersten IDM Supersport-Lauf in der Motorsport Arena Oschersleben ablieferte, war eine Wucht. Obwohl er im Vorfeld 25 Punkte aberkannt bekommen hatte, ist er trotzdem wieder der Führende in der Meisterschaft.

Im MCA Racing Team überschlugen sich am heutigen Samstag die Ereignisse (wir berichteten). Weil Geiger das Motorenlimit überschritten hat, musste er heute auch von der letzten Position starten. Seine schnellste Runde aus dem Qualifying, die ihn auf den dritten Startplatz gehievt hätte, war hinfällig. Aber wer Geiger kennt, der weiß, dass der seit gestern 23-Jährige kämpft, bis ihm das Weiße aus den Augen kommt.

Polesetter Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) und Daniel Blin (AF Racing), der den zweiten Lauf im tschechischen Most gewonnen hatte, spielten nach dem Start an der Spitze die Hauptrollen. Aber die richtig große Show zog Geiger ab. Vom 23. Startplatz aus ballerte er wie angestochen durchs Feld und war nach der ersten Runde schon Neunter. In der fünften Runde tauchte er als Vierter auf und in der siebten war er bereits auf Podiumskurs. Im neunten Umlauf übernahm Geiger die Führung.

Da die Strecke von Oschersleben ein Reifenfresser ist und der Honda-Fahrer rundenlang gepusht hatte, war nun die Frage, ob der Hinterreifen über die Distanz von 55,005 Kilometern durchhält. Von Kofler kam noch ein Angriff. Der Österreicher hatte trotz seiner lädierten Schulter, die er immer mit einem Eisbeutel kühlt, nicht eine Sekunde daran gedacht, einen Gang zurück zuschrauben. Am Ende gab es nur noch drei Möglichkeiten, um an Geiger vorbeizukommen, doch der fuhr mit einem Vorsprung von 0,162 Sekunden über die Ziellinie.

Dann polterte es aus tiefstem Inneren aus dem Sieger heraus: „Ich bin im Arsch.“ Geiger war fix und fertig. Im Mittelfeld sei es ziemlich kritisch gewesen, danach habe er die Gegner Step by Step überholt und gleichzeitig versucht, die Reifen zu schonen, ließ er wissen.

Kofler hatte sich mehr von dem Rennen erhofft. Dass Geiger von ganz hinten nach vorne kam, war heftig. Kofler erwähnte aber auch den Wind, der ihm später das Heranfahren erschwerte. Zwischendurch hatte sich Julius Caesar Rörig mit ihm angelegt. Die wagemutige Überholaktion des MCA-Fahrers war grenzwertig. Kofler verwies den 19-Jährigen in die Schranken. Rörig kämpfte wie ein Stier, was den als Co-Kommentator am Mikrofon sitzenden Superbiker Florian Alt verleitete zu sagen: „Das ist das beste Rennen, das ich von Julius Caesar Rörig je gesehen habe.“ Dass er am Ende auf P5 liegend in der zweitletzten Kurve stürzte, steht auf einem anderen Blatt.

Daniel Blin, der gehofft hatte, in Oschersleben weitermachen zu können, war der dritte Mann auf dem Podium und man sah schon von Weitem, dass er nicht zufrieden war. „Jedenfalls nicht hundertprozentig. Wir hatten das Potential zu gewinnen.“

Was sonst noch aufgefallen ist: Die Kawasaki-Jungs Luca Göttlicher und Valentino Herrlich (Kawasaki Weber Racing) kamen im Paarlauf ins Ziel. Damien Reamy ist als Gaststarter in Oschersleben. Dirk Geiger führt die Gesamtwertung mit 109 Punkten vor Andreas Kofler (107) und Daniel Blin (98) an. Nicht mehr dabei ist Kilian Holzer. Der Österreicher und das Team Eder Racing gehen getrennte Wege.

Podest 1. Lauf IDM Supersport
Foto: Jens Hawrda

Ergebnis IDM Supersport, 1. Lauf (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU), Honda

2. Andreas KOFLER (AUT), Yamaha

3. Daniel BLIN (POL), Ducati

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Ducati

5. Melvin VAN DER VOORT (NLD), Ducati

6. Štěpán ZUDA (CZE), Yamaha

7. Marvin SIEBDRATH (DEU), Yamaha

8. Filip FEIGL (CZE) Triumph

9. Marcel BRENNER (CHE), Ducati

10.Lennox LEHMANN (DEU), Yamaha

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Sportbike: Svendsen lässt sich Sieg nicht nehmen

Oliver Svendson, trotz Strafe zum Sieg
Foto: Jens Hawrda

Die neue Sportbike-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ließ beim ersten Rennen am Samstag in der Motorsport Arena Oschersleben keinen Puls ruhig bleiben. Was als ruhiger Auftakt begann, verwandelte sich bereits direkt nach dem Start zu einem Nervenzirkus der Extraklasse. Und mittendrin: Oliver Svendsen, der trotz einer doppelten Long Lap-Strafe den Sieg nach Hause holte.

Schwierige Vorbereitung für Svendsen

Bis zum ersten Rennen verlief das IDM-Wochenende in Oschersleben für Oliver Svendsen  (Triumph Germany Racing Team) eher durchwachsen. Zwar setzte der Däne hin und wieder eine schnelle Rundenzeit, doch die sonst so konstante Performance des Dänen ließ auf sich warten. Der Wechsel am Fahrwerk machte dem IDM-Meister von 2024 zu schaffen, was nach den Qualifyings in Startposition sechs resultierte. “Ich war vor dem Start unfassbar nervös, weil ich einfach kein gutes Gefühl für das Motorrad das ganze Wochenende aufbauen konnte und nichts so richtig gut lief”, beschrieb Svendsen rückblickend. Doch ab dem Moment des Startes, schien bei dem 21-Jährigen alle Sorgen und Unsicherheiten wie weggeblasen zu sein. Auf seiner Triumph Daytona 660 katapultierte er sich in Windeseile von Rang sechs an die Spitze. Ein kleiner Bremsfehler ließ Inigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports) kurzzeitig vorbeiziehen, doch Svendsen konterte wenige Kurven später – und auch Petr Svoboda (WRP Racing) ließ nicht lange auf sich warten und schnappte sich Iglesias.

Während Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing) an vierter Stelle Inigo Iglesias beschäftigte, setzten sich Svendsen und Svoboda vorn zunehmend ab. Svendsen beeindruckte mit einer schnellen Pace, die nur Svoboda mithalten konnte. Gemeinsam fuhren sie eine komfortable Lücke zu Iglesias, Kooistra und Rammerstorfer (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) heraus.

Svendsen und Holme Nielsen bekommen Double Long Lap-Strafe

In der vierten Runde meldete die Rennleitung schließlich eine doppelte Long Lap-Strafe: Sowohl Cedric Holme Nielsen als auch Oliver Svendsen waren beim Start zu früh dran gewesen. Svendsen absolvierte die erste Long-Lap direkt in der nächstenRunde und musste Svoboda dadurch vorbeiziehen lassen. Allerdings war die Lücke zu Iglesias und Kooistra groß genug, um sich wieder vor ihnen einzureihen. Der Däne zog das Tempo wieder an und machte Meter um Meter gut. Kurz bevor er seine zweite Long Lap antrat, war Svoboda wieder in Reichweite – die nächste Aufholjagd folgte auf dem Fuß. Vier Runden später hing Svendsen erneut am Heck des Tschechen, setzte ein entschlossenes Überholmanöver und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr her. „Ich kann selbst nicht so recht erklären, warum ich mich in allen Trainings so schwergetan habe und im Rennen dann so stark war“, zeigte sich Svendsen selbst überrascht von seiner Performance. Mit dem Sieg sammelte er wichtige Punkte für die Meisterschaft, die er aktuell mit nun 144 Punkten anführt.

Svoboda erneut konstant, Premiere für Kooistra

Petr Svoboda wurde Zweiter. Zwar kam er Svendsen in der letzten Runde noch einmal gefährlich nahe, fand am Ende aber keinen Weg vorbei. „Wir sind mit Platz zwei zufrieden, auch wenn wir noch an ein paar Dingen arbeiten müssen“, sagte Svoboda. „Aber wir machen Fortschritte – das zeigen auch die konstanten Ergebnisse.“ Tatsächlich: Fünf Podiumsplätze in sieben Rennen und Platz zwei in der Meisterschaft sprechen für sich.

Rick Kooistra gelang unter Ankündigung das, was er sich nach dem Qualifying vorgenommen hatte: sein erstes IDM-Podium. „Ich bin so glücklich, dass sich die harte Arbeit jetzt auszahlt und ich mich voll und ganz aufs Fahren konzentrieren kann“, sagte der Niederländer, dessen Leistungskurve bereits in Most mit persönlichen Bestzeiten nach oben zeigte. „Es ist mein erstes Jahr in der IDM, viele Strecken sind für mich neu – umso mehr freue ich mich über dieses Podium“, so der Assener mit der orangefarbenen Triumph.

Iglesias fehlt die Power, Rammerstorfer in den Top-5

Rang vier ging an Inigo Iglesias. Der Spanier legte zwar einen starken Start hin, konnte im weiteren Rennverlauf aber nicht mehr mit der Spitzengruppe mithalten. Luis Rammerstorfer beendete sein Comeback-Rennen nach Schlüsselbeinbruch auf einem soliden fünften Platz. Lange lauerte der Österreicher hinter Justin Hänse (Motorradtek GYTR by Penz13), der selbst nicht an Iglesias vorbeikam. In der letzten Runde fand Rammerstorfer schließlich die entscheidende Lücke und zog an Hänse vorbei. Der Deutsche wurde Sechster, sein Teamkollege Cedric Holme Nielsen belegte Rang sieben.

Für Ben Kugler (MotoLife) endete das Wochenende vorzeitig: Ein Motorschaden in der zweiten Quali-Session stoppte den Einsatz der neuen Triumph. Teile und Zeit fehlten, um das Bike rennbereit zu machen – Kugler musste das Rennen aus der Box verfolgen.

Podest 1.Lauf IDM Sportbike
Foto: Jens Hawrda

IDM Sportbike, Race 1 (Top-Ten)

  1. Oliver SVENDSEN (DNK), Triumph Daytona 660
  2. Petr SVOBODA (CZE), Aprilia RS 660
  3. Rick KOOISTRA (NLD), Triumph Daytona 660
  4. Inigo IGLESIAS (ESP), Triumph Daytona 660
  5. Luis RAMMERSTORFER (AUS), Triumph Daytona 660
  6. Justin HÄNSE (DEU), Yamaha YZF-R7
  7. Cedric HOLME NIELSEN (DEU), Yamaha YZF-R7
  8. Korbinian BRANDL (DEU), Aprilia RS 660
  9. Alexander WEIZEL (DEU), Aprilia RS 660
  10. Anton SÖDERGREN (SWE)

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann