Donnerstag, 8. Mai 2025

Starker Auftritt von Mirko Bortolotti beim DTM Testtag am Lausitzring

Mirko Bortolotti, Schnellster am Testtag am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda

Mirko Bortolotti und Abt Sportsline können das zweite Rennwochenende der DTM auf dem Dekra Lausitzring (23. – bis 25. Mai) selbstbewusst in Angriff nehmen. Der amtierende DTM-Champion setzte am Dienstag im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 mit 1.20,799 Minuten die schnellste Rundenzeit beim gemeinsamen Testtag von DTM und ADAC GT Masters auf dem Dekra Lausitzring und geht damit bestens vorbereitet in das nächste DTM-Rennwochenende.

„Das war heute ein wichtiger Tag für uns. Das Auto hat sehr gut funktioniert und jeder Tag bringt uns vorwärts. Wir konnten viele Sachen testen, die wir schon lange probieren wollten.“, resümierte der Italiener am Ende des Tages. Bortolotti setzte die Bestmarke bereits in der ersten, vierstündigen Testsession am Vormittag. Aber auch im zweiten vierstündigen Lauf am Nachmittag war der Lamborghini-Werkspilot schnell unterwegs und setzte die zweitschnellste Runde: „Für heute bin ich sehr zufrieden. Wie es in zweieinhalb Wochen beim Rennen aussieht, kann man jetzt noch schwer sagen, aber auch dann werden wir voll fokussiert sein.“

Insgesamt 19 Teams aus DTM und ADAC GT Masters testen am Dienstag in Vorbereitung auf das DTM-Rennwochenende Ende Mai. Die Piloten aus DTM und ADAC GT Masters nutzen ihre Zeit auf der Strecke dabei gut: Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) konnte seinen Schwung nach dem Auftakt-Sieg in der Motorsport Arena Oschersleben mit in die Lausitz nehmen und fuhr mit nur vier hundertstel Sekunden Abstand im Mercedes-AMG GT3 die zweitschnellste Zeit des Tages.

Auch Ben Dörr (Dörr Motorsport), der beim Auftakt in Oschersleben sein bisher bestes DTM-Ergebnis eingefahren hat, zeigte sich am Dienstag bestens aufgelegt. Der McLaren-Juniorfahrer war am Vormittag im 720S GT3 Evo drittschnellster und war Schnellster am Nachmittag. „Es fühlt sich richtig gut an. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, lernen das Auto immer besser kennen und machen viele Fortschritte“, strahlte der 20-jährige am Abend. Das Manthey-Duo Thomas Preining und Ayhancan Güven rundeten im Porsche 911 mit ihren schnellsten Zeiten die Top-Fünf des Tests ab. Für die Teams des ADAC GT Masters geht der Test am Mittwoch mit dem offiziellen Vorsaisontest weiter.

Ergebnis Lausitzring-Test (Top-Ten kombiniert)

1. Mirko Bortolotti (ABT Sportsline), 1:20.799, +0.000, 58 Runden

2. Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf), 1:20.805, +0.006, 51 Runden

3. Ben Dörr (Dörr Motorsport), 1:20.904, +0.105, 64 Runden

4. Thomas Preining (Manthey EMA), 1:21.025, +0.226, 45 Runden

5. Ayhancan Güven (Manthey EMA), 1:21.073, +0.274, 45 Runden

6. Ricardo Feller (Land Motorsport), 1:21.122, +0.323, 49 Runden

7. Jules Gounon (Mercedes-AMG Team MANN-FILTER), 1:21.137, +0.338, 58 Runden

8. Nicki Thiim (ABT Sportsline), 1:21.161, +0.362, 60 Runden

9. Maro Engel (Mercedes-AMG Team WINWARD), 1:21.269, +0.470, 53 Runden

10. Timo Glock (Dörr Motorsport), 1:21.394, +0.595, 53 Runden


Quelle: dtm.com


Volles Programm und starke Fahrer - die IDM startet in Oschersleben in die neue Saison

Foto: Jens Hawrda

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) startet vom 9. bis 11. Mai 2025 in der Motorsport Arena Oschersleben in eine neue Saison. Neue Fahrer und starke Teams sorgen vor allem in der IDM Superbike für frischen Wind und spannende Konstellationen. Die Fans erwartet ein abwechslungsreiches Rennwochenende mit insgesamt zehn Rennen, einem Fanwalk und hautnahem Fahrerlager-Erlebnis

Erstklassiger Rennsport, Spitzenpiloten, insgesamt sieben Events und packende Rennen, die die Fans in Atem halten. All das hält die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) für die Saison 2025 für die Fans bereit. Am kommenden Wochenende beginnt die neue Saison mit dem Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben vom 9. bis 11. Mai 2025.

Besonders in der IDM Superbike, der prestigeträchtigsten Klasse im deutschen Motorradsport, hat sich einiges getan. Der vierfache Champion Ilya Mikhalchik zieht es nach Großbritannien. Seinen Platz im BMW-Werksteam nehmen nun der Argentinier Leandro Mercado und der Este Hannes Soomer ein – eine Mannschaft mit Ambitionen, die bereits sechs Titel in acht Jahren geholt hat.

Honda will an den Erfolg der vorletzten Saison anknüpfen, als Florian Alt nach Jahren der Durststrecke der Marke einen lang ersehnten Sieg bescherte. Kawasaki bringt mit dem Rückkehrer Philipp Steinmayr einen erfahrenen Mann zurück auf die Strecke. Ducati setzt auf starke Namen mit dem italienischen Meister von 2023 Lorenzo Zanetti und dem bayerischen Ex-GP-Piloten Lukas Tulovic steht eine schlagkräftige Kombi bereit. Ebenfalls hoch gehandelt werden die BMW-Piloten Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig aus dem Team von Gert56. „Mit dem Team pflegen wir eine ganz besondere Partnerschaft – bereits zur Grünen Woche in Berlin konnten die Besucher hautnah eines der Original-Motorräder bestaunen. Zur Veranstaltung in Oschersleben haben unsere VIP Gäste die einmalige Gelegenheit beim Team eine exklusive Boxenführung zu erhalten.“, freut sich Alexandra Werner, Pressesprecherin der Motorsport Arena über die Kooperation mit dem Team von Gert56.

Neben der Königsklasse gibt es verschiedene andere Motorrad-Klassen zu bestaunen. An diesem Wochenende gehen damit auch die IDM Supersport, IDM Sportbike, der ADAC Junior Cup und der Northern Talent Cup an den Start.

Die Zuschauer können sich dabei auf insgesamt zehn Rennen am Samstag und Sonntag freuen. Der Zugang zum Fahrerlager ist im Preis inbegriffen, außerdem findet am Sonntag ein IDM Fanwalk statt. Es gibt also viele Möglichkeiten die Fahrer zu treffen und Motorsport hautnah zu erleben.

 

Dienstag, 6. Mai 2025

FK Performance Motorsport präsentiert weitere Fahrerpaarung

Eduardo Coseteng und Julian Hanses starten 2025 im zweiten BMW M4 GT3 EVO von FK Performance Motorsport. Beide Fahrer standen bereits unabhängig voneinander im ADAC GT Masters auf dem Podest.

Gut einen Monat vor dem Saisonstart im Rahmen der DTM auf dem Lausitzring (23. bis 25. Mai) nimmt das Starterfeld des ADAC GT Masters weiter Gestalt an. FK Performance Motorsport meldet einen weiteren BMW M4 GT3 EVO für die Saison 2025 – und setzt bei der Fahrerpaarung mit Eduardo Coseteng (21 / Philippinen) und Julian Hanses (27 / Hilden) auf zwei GT3-erfahrene Piloten.

Eduardo Coseteng war bereits 2024 für FK Performance Motorsport im Einsatz und erzielte im Saisonverlauf insgesamt 53 Meisterschaftspunkte. Der 21-Jährige startet auf dem Lausitzring Ende Mai in seine dritte Saison im ADAC GT Masters. „Es ist eine hochkarätige Serie mit einigen der besten Teams und Fahrer und ich bin stolz, ein Teil davon zu sein“, freut sich Coseteng. In seinem Debütjahr 2023, das er ebenfalls mit dem BMW M4 GT3 bestritt, gelangen ihm auf Anhieb drei Podestplatzierungen. Daran möchte er nun gemeinsam mit seinem neuen Teamkollegen anknüpfen: „Die Zusammenarbeit mit Julian Hanses macht es noch spannender – wir verstehen uns sehr gut. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns gegenseitig pushen und während der gesamten Saison um gute Ergebnisse kämpfen können.“

Julian Hanses hingegen absolviert seine erste Saison als Stammpilot im ADAC GT Masters. 2024 sammelte er bei einem Gaststart mit Schnitzelalm Racing auf dem Nürburgring erste Erfahrungen in der ADAC-Nachwuchsserie. Sein erstes Rennen schloss er als Dritter direkt auf dem Podium ab. „Geformt durch zwei intensive Jahre als GTC-Förderpilot und bereit für den nächsten Schritt. Mit FK Performance Motorsport, dem BMW M4 GT3 EVO und Eduardo Coseteng an meiner Seite zählt 2025 nur der Blick nach vorn“, zeigt sich der 27-Jährige angriffslustig.

Bereits im Februar gab der Vizemeister der Vorsaison das erste Fahrer-Duo für 2025 bekannt: Leyton Fourie (19 / Südafrika) und Tim Zimmermann (28 / Langenargen) wechseln sich an den sechs Rennwochenenden in Deutschland, Österreich und den Niederlanden am Steuer des BMW M4 GT3 EVO #54 ab.


IDM 2025: Erster Schlagabtausch in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Hochkarätiger Rennsport, herausragende Fahrer, sieben Veranstaltungen und Rennen, die ihre Fans begeistern - das ist die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM). Am kommenden Wochenende findet in der Motorsport Arena Oschersleben der Saisonauftakt der IDM statt.

Wenn die Motoren vom 9. bis 11. Mai 2025 in der Magdeburger Börde angehen, ist die Winterpause endgültig vorbei. Ab jetzt geht es wieder im Wettkampf zur Sache und es wird sich zeigen, wie effektiv die Testfahrten der Teams und Fahrer in den letzten Monaten waren. Zudem hat das Transferkarussell für völlig neue Konstellationen gesorgt.

In der IDM Superbike, der Königsklasse in Deutschlands höchster Rennsportserie, gab es reichlich Bewegung. Meister Ilya Mikhalchik sucht nach vier Titeln eine neue Herausforderung in England. Dafür haben der Argentinier Leandro Mercado und der Este Hannes Soomer beim offiziellen BMW-Werksteam angedockt, das in den letzten acht Jahren sechs Titel geholt hat. Honda ist wiederum gierig nach der Wiederholung des Triumphs aus der vorletzten Saison. Hier war der Deutsche Florian Alt wie Phönix aus der Asche gestiegen und hatte die japanische Marke nach einer 13-jährigen Durststrecke zum Erfolg geführt. Kawasaki konnte den Österreicher Philipp Steinmayr zum Comeback bewegen. Ducati schiebt die Panigale V4R mit dem italienischen Meister aus 2023 Lorenzo Zanetti und dem aus dem Grand Prix Zirkus kommenden Bayern Lukas Tulovic an den Start. Als Spitzenfahrer werden auch die beiden BMW-Kollegen Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig gehandelt. Last but not least hat sich auch Yamaha Deutschland kurz vor Saisonstart noch mit einem neuen Team verbündet und den Südafrikaner Sheridan Morais als heißes Eisen im Feuer. Dazu kommen einige talentierte Nachwuchsfahrer, die für Überraschungen sorgen wollen.

Nicht weniger spektakulär, wenn auch mit etwas weniger Leistung, geht es in der IDM Supersport zu. In der mittleren Hubraumklasse mit mindestens 135 PS am Hinterrad weiß Meister Andreas Kofler jetzt schon, dass mehr Fahrer als zuvor nur darauf warten, ihn dieses Jahr zu besiegen. „Melvin van der Voort auf jeden Fall, dazu Luca de Vleeschauwer, Dirk Geiger, Lennox Lehmann, Marcel Brenner und auch Marvin Siebdrath. Der beim Testen auf sich Aufmerksam gemacht hat. Ich denke, dass alle, die im letzten Jahr schon in der IDM Supersport gefahren sind, im Winter eine Schippe draufgelegt haben. Mit der jetzigen Besetzung stehen wir vor dem stärksten Supersport-Feld seit langem.“

Neu ist die IDM Sportbike. Sie hat die bisherige Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 abgelöst. Normann Broy, Leiter Motorsport bei der Motor Presse Stuttgart, erklärt: „Für die Motorradhersteller ist die neue Klasse sehr interessant, da die gefahrenen Modelle auf dem Markt eine deutlich höhere Relevanz haben als die 300er-Bikes.“ Das von der FIM erst für 2026 geplante Format im Rahmen der World Superbike-Events wird bei allen IDM-Veranstaltungen 2025 an den Start gehen. Damit ist eine exzellente Vorbereitung garantiert. Die unterschiedlichen Motorradkonzepte in dieser Klasse werden auf ein einheitliches Leistungsniveau von etwa 95 PS gebracht, wodurch Chancengleichheit für alle Fahrer gewährleistet wird.

Die IDM-Sidecar, der Northern Talent Cup und der ADAC Junior Cup als Rahmenklassen sind Garantien dafür, dass in der Motorsport Arena ein äußerst abwechslungsreiches und spannendes Programm geboten wird, sodass jeder Zuschauer auf seine Kosten kommt. Mit dem Erhalt des Eintrittstickets ist auch der Zugang zum Fahrerlager gewährleistet. So nah wie in der IDM kommt man den Fahrern sonst nie. Höhepunkt ist der Fan-Walk am Sonntag durch die Boxengasse. IDM heißt nämlich auch: Mittendrin sein statt nur dabei.

Termine 2025:

09.05.-11.05.2025 – Oschersleben

30.05.-01.06.2025 – Schleiz

20.06.-22.06.2025 – Most (CZ)

04.07.-06.07.2025 – Oschersleben

15.08.-17.08.2025 – Assen (NL)

05.09.-07.09.2025 – Nürburgring

26.09.-28.09.2025 – Hockenheim


Donnerstag, 1. Mai 2025

IDM SBK: Zanetti und Ducati wollen den Titel

Ducati-Pilot Lorenzo Zanetti konnte das Auftaktrennen 2024 am Sachsenring zwar gewinnen, der Rest der Saison verlief für den Italiener aber nicht wie erhofft. Giulio Fabbri, Head of Product Communications bei Ducati, erklärt uns im Interview, wo im vergangenen Jahr die Herausforderungen lagen, was man für die kommende Saison anders angehen will und welchen Stellenwert die IDM für Ducati als Hersteller hat.

Giulio, was bedeutet die IDM für euch als italienischen Hersteller?

Die IDM – aber auch andere nationale Meisterschaften – sind für uns sehr wichtig. Sie machen unsere Marke in den jeweiligen Ländern sichtbarer. Aber die IDM ist für uns ganz besonders bedeutend. Ein Grund ist das sehr hohe sportliche Niveau. Wenn du hier gewinnst, dann weißt du: Du kannst auch anderswo ganz vorne mitmischen. Und natürlich spielt auch eine Rolle, dass Ducati zu Audi gehört – also ist es für uns wichtig, hier präsent zu sein.

Ihr seid nicht nur als Hersteller präsent, sondern habt mit Lorenzo Zanetti auch einen ehemaligen italienischen Meister im Team, der als Entwicklungsfahrer an der Panigale V4 arbeitet. Was war sein Feedback nach seiner ersten IDM-Saison?

Ich bin ehrlich – ich bin ein großer Fan von Lorenzo Zanetti. Ich kenne ihn, seit er auf Pocket-Bikes unterwegs war, mit sechs Jahren. Wir sind gute Freunde, und er spricht sehr offen mit mir. Er hat gesagt: „Giulio, ich hätte nie gedacht, dass das Level in der IDM so hoch ist.“ Man liest vielleicht nur die Namen und denkt sich: „Okay, vielleicht ist einer der Fahrer schneller als der Rest.“ Aber wenn du dann wirklich antrittst, merkst du sofort: Das sportliche Niveau ist unglaublich hoch. Lorenzo war selbst überrascht und hat schnell gemerkt, dass wir mit einem Serienmotorrad wie im Vorjahr nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Lorenzo Zanetti fährt bei Ducati Frankfurt in einem deutschen Team, mit Lukas Tulovic ist in diesem Jahr ein weiterer, sehr starker Fahrer an seiner Seite. Wie wird Ducati auf Zanettis Einschätzung reagieren – wird es von Ducati Italien beziehungsweise aus der Zentrale in Bologna Unterstützung geben?

Ich sage mal so: Ja und nein. Ducati ist offiziell nur in MotoGP, der Superbike-WM und im Motocross direkt involviert. In den nationalen Meisterschaften wird alles von den lokalen Teams organisiert. In manchen Ländern unterstützt die jeweilige nationale Ducati-Niederlassung die Teams mit Geld oder durch Partner – aber grundsätzlich liegt die Verantwortung beim Team selbst. Was Ducati von anderen Herstellern unterscheidet, ist: Wenn du ein Team bist und mit Ducati antreten willst, kannst du auf dieselbe Technik zugreifen, die wir in der Superbike-WM verwenden. Das hängt nur vom Budget ab.

Also gibt es keine technischen Einschränkungen – wenn man es sich leisten kann?

Ganz genau. Aber natürlich hat jede nationale Meisterschaft ihre eigenen Regeln. In der italienischen Meisterschaft zum Beispiel gibt es einen Einheitsanbieter für die Elektronik – wie in der BSB, wo gar keine Elektronik erlaubt ist. Wir unterstützen die lokalen Teams deshalb vor allem im Bereich Elektronik. Auf der anderen Seite kannst du bei uns aber im Prinzip genau das kaufen, womit Alvaro Bautista oder Nicolò Bulega fahren.

Und in Frankfurt habt ihr ein Team, das auf einem sehr hohen Niveau arbeitet…

Absolut. Ducati Frankfurt betreibt ein tolles Team – das Level ist wirklich sehr hoch. Lorenzo ist ja nicht nur Fahrer, sondern auch einer unserer offiziellen Testfahrer für die Superbike-WM. Das heißt, er kann direkt mit den Entwicklern sprechen, die die WorldSBK-Maschinen bauen. Dort kann er Feedback geben, ob zum Beispiel für eine bestimmte Strecke Änderungen am Chassis oder an der Elektronik nötig sind. Wir unterstützen das Team – aber wie gesagt, bei uns ist das anders als bei anderen Herstellern, die zum Teil echte Werksteams in den nationalen Serien einsetzen. In den USA zum Beispiel – wir haben dort nach 30 Jahren erstmals wieder die Meisterschaft gewonnen, und das Team wurde komplett von Ducati New York organisiert. Sie haben das Motorrad gekauft, bezahlt, und die Fahrer engagiert. So funktioniert Ducati.

Wenn man es sich leisten kann, bekommt man also echtes Werksmaterial?

Exakt. Wenn du willst – kannst du. Ganz einfach. Du bekommst das beste Material. Letztes Jahr hat Josh Herrin in den USA gewonnen. In Großbritannien hat Tommy Bridewell in der BSB gewonnen. Und genau deshalb hat die IDM für uns ebenfalls eine besondere Bedeutung.

Und mit Blick auf die kommende Saison – was sind eure Erwartungen?

Wenn ich diplomatisch antworten müsste, würde ich sagen: Lassen wir uns überraschen. Aber die Wahrheit ist: Lorenzo Zanetti ist ein Kämpfer. Er will den Titel. Und er weiß ganz genau, dass das Niveau in der IDM extrem hoch ist. Es gibt starke Konkurrenz, teilweise mit deutlich mehr Werksunterstützung. Aber auch in Italien zum Beispiel fährt Michele Pirro – unser MotoGP-Testfahrer – für ein Privatteams. Ducati hat eben einen anderen Ansatz. Am Ende liegt es in den Händen der Teams und Fahrer. Ich glaube, Lorenzo kann viele Rennen gewinnen. Aber es sind eben Rennen – da kann immer etwas passieren.

Die IDM-Strecken sind geografisch gesehen gar nicht so weit von Bologna entfernt – ganz im Gegensatz zu BSB oder MotoAmerica. Wird es offizielle Besuche aus Bologna geben?

Wir kündigen so etwas nie vorher an. Wenn jemand kommt, steht er einfach in der Box. Aber grundsätzlich ist Deutschland für Ducati extrem wichtig – es ist unser zweitgrößter Markt nach Italien. Wir sehen ein großes Potenzial hier. Deshalb ist die IDM für uns so interessant. Ducati ist ein sportlicher Hersteller mit Racing-DNA. Die Multistrada ist zwar auch bei euch das meistverkaufte Modell – wie überall auf der Welt – aber wir sind und bleiben eine sportliche Marke. Wir treten nicht an, um einfach nur mitzufahren.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sehr gerne. Und noch ein letzte Bemerkung: Es gibt da einige wichtige Leute bei Audi, die großes Interesse an Ducati haben und das Geschehen in der IDM daher ganz genau verfolgen. Das macht unserer Präsenz in der IDM nochmal zusätzlich spannend (lacht).

Quelle: idm.de