Sonntag, 29. September 2024

Porsche-Duo Zulauf/Knopp macht mit zweiten Saisonsieg Titelkampf spannend

  • Dreifachsieg für Porsche in der ADAC GT4 Germany
  • Zulauf/Knopp gewinnen auch die Junior-Wertung
  • Nächster Trophy-Triumph für Max Kronberg

Finn Zulauf / Josef Knopp, Porsche #31
Foto: Jens Hawrda

Finn Zulauf (20/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) sind Sieger des Samstagsrennens der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring und machten entscheidenden Boden in der Tabelle gut. Durch ihren zweiten Saisonsieg verkürzten die in der Gesamtwertung zweitplatzierten Porsche 718 Cayman GT4-Piloten ihren Rückstand auf die Tabellenführer Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (38/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) auf 26 Punkte. Damit erfährt das Titelrennen bei noch drei ausstehenden Wertungsläufen neue Spannung. Auf Platz zwei fuhren beim Heimspiel ihres Teams Razoon - more than Racing Simon Birch (17/DNK) und Denny Berndt (19/Berlin) in einem weiteren Porsche. Hinter deren Markenkollegen Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (37/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) belegten Schrey/Piana den vierten Rang.

Das Rennen begann zunächst Jan Marschalkowski (21/Inning am Ammersee, EastSide Motorsport) von der Pole-Position aus. Im Aston Martin Vantage GT4 bestimmte dieser zunächst auch souverän das Geschehen und baute sich einen Vorsprung von über 3,5 Sekunden auf. Eine Safety-Car-Phase nach rund elf Rennminuten brachte das Feld aber wieder zusammen. Beim Restart folgte dann eine Enttäuschung für Marschalkowski als er seinen Aston Martin mit technischem Defekt in der ersten Kurve abstellen musste.

Profiteur war Birch, der im Porsche die Führung übernahm. Doch seine beiden Markenkollegen Ivan Ekelchik (27, Wimmer Werk Motorsport) und Josef Knopp machten sich im Rückspiegel des Dänen breit. Es entwickelte sich ein sehenswerter Dreikampf, jedoch kam es im ersten Rennabschnitt zu keinem Überholvorgang mehr. Vom Führungstrio bog Knopp als Erster zum Fahrerwechsel ab. Die Taktik zahlte sich aus. Sein Partner Zulauf konnte eine Position gegenüber Ekelchiks Teamkollege Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) gutmachen. Denny Berndt, der von Birch übernommen hatte, markierte die Spitze. Mit kontinuierlich schnellen Rundenzeiten verkürzte Zulauf im Anschluss den Rückstand auf Berndt. Rund zwölf Minuten vor Ende überholte er diesen letztendlich und fuhr mit final 2,3 Sekunden Vorsprung zum Sieg, der für das Duo Zulauf/Knopp gleichzeitig auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete.

Ferdinand Winter verlor im weiteren Rennverlauf den dritten Platz an einen heranstürmenden Enzo Joulié (20/AND, BWT Mücke Motorsport). Der Mercedes-AMG GT4-Fahrer beendete das Rennen gemeinsam mit Partner Marc de Fulgencio (25/ESP) zunächst auf auf Rang drei. Das Duo wurde am Abend aber wegen eines technischen Vergehens aus der Wertung genommen.

Um Rang vier auf der Strecke entwickelte sich in den letzten Rennminuten noch ein Zweikampf zwischen Porsche-Fahrer Hendrik Still sowie Tabellenführer Michael Schrey, den Still für sich entschied. Dessen Teamkollege Max Kronberg (37/Singapur) freute sich zudem über den Sieg in der Trophy-Wertung. Durch die Disqualifikation gegen Joulié/de Fulgencio rückten Still/Kronberg auf Platz drei vor.

Hinter Schrey/Piana belegten Mattis Pluschkell (20/Elmenhorst-Lichtenhagen) und Luca Bosco (20/ITA, beide BWT Mücke Motorsport) im zweiten Mercedes-AMG von BWT Mücke Motorsport Platz fünf vor dem BMW-Duo Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Siebte wurden Tano Neumann (49/BGR) und Alon Gabbay (20/ISR, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche. Der zunächst aussichtsreich platzierte Ferdinand Winter musste im Rennverlauf noch eine Penalty-Lap absolvieren und fiel im Klassement schließlich auf die achte Position zurück. Die Top Zehn komplettierten Mohan Ritson (22/GBR) und Gianni van de Craats (19/NLD, beide FK Performance Motorsport) im BMW sowie deren Markenkollegen Damon Surzyshyn (47/CAN) und Jan Matyas (20/CZE, beide Razoon - more than Racing).

Stimmen nach dem Rennen

Finn Zulauf – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Der Sieg war richtig gut in Bezug auf das Titelrennen. Das war heute das Wichtigste. Ich hoffe, dass wir das morgen nochmals hinbekommen und weiter Boden auf die Tabellenführer gutmachen. Mein Stint lief klasse. Ich hatte versucht, etwas Druck auf den Porsche vor mit aufzubauen, denn ich konnte einen guten Speed gehen. Ich hatte genug Zeit, um ihn mir zurechtzulegen und irgendwann klappte es dann mit dem Überholen. Da war die Freude natürlich groß.“

Josef Knopp – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Wir erreichten heute endlich das, was wir uns verdient hatten. Es war ein klasse Rennen. Unser Ziel in diesen Jahr ist der Titel – und das Gewinnen von Rennen ist ein Schritt auf diesem Weg. Somit sind wir natürlich extrem glücklich. Am Sonntag greifen wir erneut an.“

Denny Berndt – Platz zwei für Razoon - more than Racing

„Es war ein sehr schönes Rennen, das richtig viel Spaß gemacht hat. Ich konnte zunächst den Abstand zu Finn halten. Doch er war heute extrem schnell und überholte mich schließlich. Danach fuhr ich das Rennen konstant zu Ende.“

Simon Birch – Platz zwei für Razoon - more than Racing

„Ich hatte einen super Stint. Ich startete von Platz zwei und konnte die Position zunächst halten. Dann rollte vor mir der Aston Martin aus, was uns die zwischenzeitige Führung brachte. Letztendlich beendeten das Rennen auf Platz zwei. Damit können wir zufrieden sein.“

Haupt Racing Team holt den 40. Mercedes-AMG-Sieg

HRT dominiert mit vier Mercedes-AMG GT3 in den Top-Fünf. HRT-Eigner Hubert Haupt und Dennis Fetzer siegen in der ProAm-Klasse. Kalender und Seppänen bauen mit Podestplatz die Tabellenführung aus.

Mercedes-AMG feierte auf dem Red Bull Ring einen Fünffach-Triumpf
Foto: ADAC-Motorsport

  • HRT dominiert mit vier Mercedes-AMG GT3 in den Top-Fünf
  • HRT-Eigner Hubert Haupt und Dennis Fetzer siegen in der ProAm-Klasse
  • Kalender und Seppänen bauen mit Podestplatz die Tabellenführung aus

Ein Triumph für die Geschichtsbücher: Im Samstagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring gelang Mercedes-AMG nicht nur ein Fünffach-Sieg, es war zudem auch der 40. Erfolg in der traditionsreichen Meisterschaft. Als Gewinner fuhren Jannes Fittje (Langenhain) und Finn Wiebelhaus (Obertshausen) vom Haupt Racing Team über die Ziellinie, für die es der erste Sieg in der laufenden Saison war. „Ich hatte einen guten Rennstart, bei dem ich relativ schnell den Spitzenplatz einnahm. Der Rennspeed war super und das Auto lief perfekt. Es hat großen Spaß gemacht“, beschrieb Wiebelhaus den Rennverlauf. Sein Teamkollege Fittje bilanzierte: „Meine Aufgabe war es, den vorderen Ferrari einzuholen, der wirklich schnell unterwegs war. Am Ende hat aber alles gut funktioniert. Wir haben lange auf den ersten Saisonerfolg gewartet. Ich freue mich sehr, dass wir den großen Pokal nun endlich mitnehmen konnten.“ David Schumacher (Salzburg) und Salman Owega (Köln) komplettierten im Mercedes-AMG als Zweite einen Doppelsieg von HRT vor den Tabellenführern Tom Kalender (Hamm/Sieg) und dem Finnen Elias Seppänen, die mit ihrem dritten Platz den Vorsprung in der Tabelle auf 18 Punkte ausbauten.

Pole-Setter Max Reis (Ramstein) im Mercedes-AMG GT3 behauptete zu Beginn des Rennens die Führung, musste diese jedoch bereits in der dritten Kurve an seinen Teamkollegen Wiebelhaus abgeben. In den Vordergrund spielte sich in der Anfangsphase der Italiener Fabrizio Crestani im Ferrari 296 GT3 von Racing One, der von der sechsten Position bis auf den zweiten Rang nach vorne fuhr. Bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters setzten sich Wiebelhaus und Crestani vom Rest des Feldes ab. 

Nach dem Fahrerwechsel tauschten die Piloten nicht nur ihre Cockpits, sondern auch ihre Positionen. Der Österreicher Ernst Kirchmayr im Ferrari übernahm dadurch die Spitze. Hinter ihm reihte sich Fittje im Mercedes-AMG ein, der die Lücke zum Erstplatzierten erst schloss, dann an ihm vorbeizog und den Sieg sicher nach Hause brachte. Kirchmayr verlor im Anschluss noch weitere Positionen und fiel bis auf Rang sechs zurück. Zuerst überholte ihn Owega, der mit dem zweiten Platz sichtlich zufrieden war: „Wir hatten ein tolles Rennen, bei dem wir endlich wieder auf einem Podestplatz gelandet sind. Am meisten Spaß hat mir das Duell mit Elias gemacht, das war echt super.“ Für den Drittplatzierten Seppänen, der zusammen mit Kalender von Startplatz zwölf kam, war es ebenfalls ein erfolgreicher Lauf: „Wir haben versucht, den Fokus komplett auf unser Rennen zu legen und weniger auf unsere Verfolger in der Meisterschaft zu achten. Den Vorsprung dabei in der Tabelle zu vergrößern, ist natürlich fantastisch.“

Auf der vierten Position sahen Reis und sein südafrikanischer Teamkollege Kwanda Mokoena die Zielflagge. Hubert Haupt (München) und Dennis Fetzer (Buseck) sicherten sich mit Rang fünf den Sieg in der ProAm-Wertung. Teambesitzer Haupt komplettierte damit einen denkwürdigen Tag für sein Team: Vier Fahrzeuge in den Top-Fünf ins Ziel zu bringen und neben dem Gesamtsieg auch einen Klassenerfolg zu feiern, gelang noch keinem anderen Team in der Geschichte der Serie. Den sechsten Platz erreichten die Ferrari-Piloten Kirchmayr/Crestani vor dem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von Simon Connor Primm (Großschirma)/Jonas Greif (Coswig/beide Paul Motorsport) auf Rang sieben. Auf dem achten Platz positionierten sich der Franzose Loris Cabirou und Taylor Hagler aus den USA im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team. Die Meisterschaftszweiten, Leon Köhler (Erlenbach am Main) und Maxime Oosten aus den Niederlanden, reihten sich im BMW M4 GT3 von FK Performance auf dem neunten Rang ein. Die Top-Ten komplettierten die Holzem-Zwillinge Sandro und Juliano (beide Polch) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Land Motorsport. 


Samstag, 28. September 2024

Bortolotti übernimmt mit seinem ersten Saisonsieg die DTM-Tabellenführung

  • Italiener präsentiert sich pünktlich zum Saison-Endspurt in Topform für den Titelkampf
  • Maro Engel führt als Zweiter auf dem Red Bull Ring starkes Mercedes-AMG-Trio an
  • Der abgelöste Tabellenführer Kelvin van der Linde betreibt als Achter Schadensbegrenzung

Nach dem Samstagslauf ist Mirko Bortolotti zurück an der Tabellenspitze
Foto: dtm.com

Mirko Bortolotti (I) hat in der DTM zum richtigen Zeitpunkt sein Sieger-Gen wiedergefunden. Nach einer taktisch und fahrerisch reifen Leistung feierte der Lamborghini-Werkspilot von SSR Performance am Samstag auf dem Red Bull Ring in Österreich den ersten Saisonerfolg und übernahm die Führung im Gesamtklassement. „Das war der wohl schönste Sieg meines Lebens. Wir haben die richtige Entscheidung getroffen und zu Beginn auf Regenreifen gesetzt. Ich wusste, wenn ich clever bin und den Reifen lange in einem guten Fenster halte, kann ich eine Lücke herausfahren. Das ist mir gelungen“, sagte Bortolotti. Maro Engel (Monaco) vom Mercedes-AMG Team Winward wurde nach 38 Runden als Zweiter abgewunken. Damit liegt der Tabellendritte zwölf Punkte hinter Bortolotti und bleibt ein heißer Kandidat im Titelkampf. Pole-Setter Arjun Maini (IND) sicherte sich im Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team HRT den dritten Podestplatz.

Keyfacts, Red Bull Ring, Spielberg, Saisonrennen 13 von 16

  • Streckenlänge: 4.318 Meter
  • Wetter: 11 Grad, wechselhaft
  • Pole-Position: Arjun Maini (Mercedes-AMG Team HRT, Mercedes-AMG GT3 #36), 1:30,128 Minuten
  • Sieger: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #92)
  • Schnellste Rennrunde: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Winward, Mercedes-AMG GT3 #130), 1:29,929 Minuten

Bei leichtem Nieselregen gingen am Samstagmittag fast alle Fahrer auf dem Alpenkurs mit Regenreifen in den viertletzten DTM-Saisonlauf. Kurz nach dem Start konnte sich Engel an Pole-Setter Maini vorbeischieben, dahinter übernahm Bortolotti Rang drei. Lamborghini-Pilot Maximilian Paul (Dresden) und Luca Stolz (Brachbach) vom Mercedes-AMG Team HRT folgten auf den Plätzen vier und fünf. Dann begann die Bortolotti-Show: Der Italiener überholte Maini sowie Engel und übernahm in Runde sieben die Führung. Danach enteilte der Wahl-Wiener dem Feld und baute seinen Vorsprung auf teilweise über acht Sekunden aus. Im weiteren Verlauf hörte der leichte Regen auf und die Strecke trocknete ab. Deshalb wechselten die Fahrer gleich zu Beginn des Boxenstopp-Fensters auf Pirelli-Slicks.

Nach durchweg kurzen Standzeiten bei den Reifenwechseln änderte sich an der Reihenfolge des Führungs-Trios mit Bortolotti, Engel und Maini nichts. Dahinter ging Clemens Schmid (A) im McLaren 720S GT3 Evo von Dörr Motorsport überraschend als Vierter wieder auf die Strecke. Der Lokalmatador war von der 19. Position als einziger Fahrer auf Slicks gestartet und hatte auf immer trockenerem Asphalt viel Boden gut gemacht. Allerdings fiel der Österreicher im weiteren Rennverlauf wegen eines zu hoch gewählten Reifendrucks weit zurück. An der Spitze schmolz der Vorsprung von Bortolotti Runde für Runde zusammen, teilweise betrug er weniger als eine Sekunde auf Engel. Doch der Italiener zeigte keine Nerven und brachte nach einer kontrollierten Fahrt seinen insgesamt vierten DTM-Erfolg sicher nach Hause. Hinter Engel und Maini komplettierte Stolz als Vierter das Mercedes-Trio, Ayhancan Güven (TR) konnte insgesamt sieben Positionen gut machen und steuerte den Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey EMA nach einer starken Vorstellung auf Platz fünf.

Maximilian Paul, der von Rang zwei aus ins Rennen gegangen war, belegte nach einem mäßigen Start Rang sechs, Lucas Auer (A) vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter wurde als bester Österreicher bei seinem Heimspiel Siebter. Kelvin van der Linde (ZA) vom Team Abts Sportsline zeigte eine starke kämpferische Leistung. Der bis dahin Gesamtführende verbesserte sich nach einigen spektakulären Überholmanövern vom 17. auf den achten Platz und liegt nun in der Tabelle zehn Punkte hinter Bortolotti. René Rast (Bregenz) wurde im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport Neunter, Audi-Pilot Ricardo Feller (CH) beendete das Rennen auf Position zehn.

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Maro Engel: „Wenn man in der DTM auf dem Podium steht, kann man nicht allzu enttäuscht sein. Ich hätte gern gewonnen, aber Mirko Bortolotti hatte zum Zeitpunkt unseres Duells deutlich mehr Grip. Am Sonntag greife ich wieder an. Dann werden sicherlich auch einige Fahrer ihren Speed zeigen, die dieses Mal weiter hinten gelandet sind.“

Arjun Maini: „Ich hatte einen guten Start, aber auf der nassen Strecke leider keine gute Pace. Nach dem Reifenwechsel lief es auf den Slicks dann deutlich besser, allerdings war die Lücke auf die vorderen beiden Plätze zu groß. Das Podium fühlt sich gut an, trotzdem wollte ich unbedingt gewinnen.“

Ergebnis, 13. Meisterschaftslauf, Red Bull Ring (Top-Five)

1. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance)

2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), +1,161 Sekunden

3. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +8,287 Sekunden

4. Luca Stolz (D/Mercedes-AMT Team HRT), +20,609 Sekunden

5. Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA), +23,641 Sekunden

Aston Martin und Porsche mit Pole auf Red Bull Ring

#55 EastSide Motorsport / Jan Marschalkowski / Philipp Gogollok / Aston Martin Vantage GT4
Foto: ADAC-Motorsport

Jan Marschalkowski und Finn Zulauf waren in den beiden Qualifikationen der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring nicht zu schlagen und sicherten sich jeweils den ersten Startplatz.

In den beiden direkt aufeinanderfolgenden Qualifikationen beim fünften Rennwochenende der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring ging es richtig eng und somit extrem spannend zur Sache. Durch ein stetig abtrocknendes Asphaltband wurde die Strecke im Verlauf der Sessions kontinuierlich schneller – und so gab es jeweils zum Ende die besten Zeiten. In Q1 setzte sich final Jan Marschalkowski (21/Inning am Ammersee) im Aston Martin Vantage GT4 von EastSide Motorsport mit einer Zeit von 1:37,499 Minuten durch.

„Endlich ist der Knoten geplatzt. Das fühlt sich richtig gut an“, strahlte  Marschalkowski, der sich das britische Fahrzeug mit Philipp Gogollok (18/Bad Homburg) teilt, über seine erste Pole-Position in der ADAC GT4 Germany. „Wir haben im Team dieses Jahr richtig hart gearbeitet. Heute haben wir es auf den Punkt gebracht. Somit sind wir alle richtig glücklich. Wir hoffen, im Rennen auf trockenes Wetter. Dann werden wir sehr konkurrenzfähig sein. Die Qualifikation war nicht einfach. Es galt eine trockene Linie zu finden.“

Mit einem Rückstand von 0,054 Sekunden ging Platz zwei der ersten Qualifikation an den Porsche 718 Cayman GT4 von Simon Birch (17/DNK) und Denny Berndt (19/Berlin, beide Razoon - more than Racing). Direkt dahinter folgten die Markenkollegen Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) mit 0,095 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Beide Teams haben auf dem Red Bull Ring das Heimspiel.

Den in der Gesamtwertung zweitplatzierten Finn Zulauf (20/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) fehlten 0,170 Sekunden auf die Spitze, was Rang vier bedeutete. Fünfte wurden die Tabellenführer Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (38/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4. Das verspricht ein packendes Duell im Titelrennen.

Noch besser lief es für das Porsche-Duo Zulauf/Knopp in der zweiten Qualifikation. Mit einer Zeit von 1:36,838 Minuten sicherte Zulauf die Pole-Position. „Es galt, zum richtigen Zeitpunkt auf der Strecke zu sein. Tatsächlich trocknete der Asphalt sogar ein wenig langsamer ab, als wir gedacht hatten“, so Zulauf. „Wir freuen uns natürlich sehr über das Resultat. In den beiden Rennen wollen wir jeweils vor den Tabellenführern ins Ziel zu kommen, um Punkte gut zu machen.“

Zweite wurden mit 0,215 Sekunden Rückstand Leyton Fourie (19/ZAF) und Max Rosam (19/Taunusstein, beide FK Performance Motorsport) im BMW, vor  Marschalkowski/Gogollok, die mit Platz drei und 0,272 Sekunden Rückstand die Performance aus Q1 nochmals unterstrichen. Rang vier ging an den Porsche der beiden Jamaikaner Senna Summerbell (22) und Thomas Gore (19, beide AVIA W&S Motorsport). Der BMW von Schrey/Piana beendete die zweite Qualifikation auf dem achten Rang.


Erste Startreihe für HRT: Reis mit Premieren-Pole im ADAC GT-Masters

#5 Max Reis (DEU) / Haupt Racing Team / Mercedes-AMG GT3 Evo
Foto: ADAC-Motorsport

Auf den letzten Metern sicherte sich das Haupt Racing Team in einem spektakulären ersten Qualifying die Doppel-Pole für das ADAC GT Masters Rennen am Samstag auf dem Red Bull Ring. Mit einer Zeit von 1:35,798 Minuten lieferte Max Reis (Ramstein) auf seiner letzten schnellen Runde die Bestzeit, durch die er um 15:15 Uhr im Mercedes-AMG GT3 von der Spitzenposition in den neunten Saisonlauf startet. Für den 17-Jährigen, der sich den Mercedes-AMG mit Kwanda Mokoena (ZAF) teilt, war es ein besonderes Erlebnis: „Ich freue mich riesig über meine erste Pole im ADAC GT Masters. Auf der finalen Runde wusste ich, dass ich jetzt alles geben muss. Am Ende hat alles gepasst. Es fühlt sich großartig an.“ Rang zwei ging an seinen 18-jährigen Teamkollegen Finn Wiebelhaus (Obertshausen).

Am frühen Samstagmorgen erlebten die Zuschauer auf dem 4,318 Kilometer langen Kurs im österreichischen Spielberg ein spannendes Qualifying. Bei einer niedrigen Asphalttemperatur von sechs Grad Celsius begaben sich die Piloten auf die Strecke, um ein Gefühl für die Bedingungen zu bekommen. Im ersten Viertel der Session setzte der Schweizer Jean-Luc D´Auria im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing die erste Bestmarke, die lange Zeit nach der ersten Startposition aussah. Kurz vor Schluss berührte jedoch der Lamborghini Huracán GT3 Evo2 des Chilenen Benjamin Hites den BMW M4 GT3 von Pedro Ebrahim (BRA/FK Performance). Ebrahim drehte sich dadurch ins Kiesbett und löste damit eine Unterbrechung aus. Reis nutzte die Gelegenheit kurz vor dem Ende der Session, um genau wie Wiebelhaus auf Regenreifen zu wechseln. Dies erwies sich als Geniestreich. Beide verbesserten ihre Zeit noch einmal wesentlich und sorgten für ein erfolgreiches Team-Ergebnis. Den dritten Rang behauptete D´Auria vor dem österreichischen Lokalmatador Max Hofer im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Wolf-Racing auf Position vier. Komplettiert wurden die Top-5 vom Litauer Jonas Karklys (LT/Liqui Moly Team Engstler by NordVPN) in einem weiteren Audi. 

Weniger erfolgreich lief das Qualifying für die Titelkandidaten: Die Zweitplatzierten der Meisterschaft Leon Köhler (Erlenbach am Main) und Maxime Oosten (NL/beide FK Performance) im BMW M4 GT3 landeten auf der zehnten Position vor den aktuellen Tabellenführern Elias Seppänen (FIN) und Tom Kalender (Hamm/Sieg) im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport.