Donnerstag, 26. September 2024

Finsterbusch holt IDM-Superbike-Bronze für GERT56

     Toni Finsterbusch, BMW #56
Foto: Jens Hawrda 

Toni Finsterbusch ist in der Gesamtwertung der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in der Superbike-Klasse auf das Podest gefahren. Der Krostitzer sicherte sich mit zwei taktisch klugen Rennen beim Finale im Baden-württembergischen Hockenheim mit insgesamt 165 Punkten die Bronze-Medaille der IDM Superbike Saison 2024. Jan-Ole Jähnig fuhr zwei Mal als Zweiter auf das Podest, Patrick „Pax“ Hobelsberger stand im letzten Saisonlauf als Dritter ebenfalls auf dem Treppchen.

Finsterbusch reichten beim Finale dabei ein siebter und ein achter Rang, um seine Position in der Meisterschaft zu verteidigen. Im direkten Kampf ging es dabei ausgerechnet gegen seinen Teamkollegen Hobelsberger, der zwar mit einem fünften und einem dritten Platz alles daran setze, den Mann aus Krostitz noch zu überflügeln. Doch am Ende gelang dies um einen einzigen Punkt nicht.

Beide Rennen waren von etlichen haarsträubenden Manövern mit ausgefahrenen Ellbogen-Einsätzen geprägt. Unbeirrt hielt Jähnig Kontakt zur Führungsgruppe und sorgte in beiden Läufen durch konsequent vorgetragene Manöver für zwei Top Ergebnisse. Er fuhr beide Male auf Rang zwei ins Ziel und sammelte damit beim Finale noch mal 40 Punkte.

Insgesamt zwölf Podeste hat GERT56 mit seinen drei Piloten in der IDM-Superbike-Saison 2024 sammeln können, darunter einen Sieg durch Hobelsberger am Sachsenring.

In der Gesamtwertung landete Toni Finsterbusch mit 165 Punkten auf dem dritten Abschlussrang – und blieb damit einen Zähler vor seinem GERT56-Teamkollegen Patrick Hobelsberger, der 164 Punkte verbuchen konnte. Jan-Ole Jähnig beendete das Jahr als Sechster mit 137 Zählern auf dem Konto.

Jan-Ole Jähnig: 

„Das war ein mega Saisonabschluss, das hätte ich vorher nicht gedacht. Wir sind schon gut ins Wochenende gekommen, auch wenn die Strecke in einem echt katastrophalen Zustand war, und da sind die Kerbs ohne Farbe noch das Geringste. Trotzdem lief es bei uns gleich richtig gut, da kann ich mich nicht beschweren. Wir haben sehr viel gearbeitet und weitere Schwachpunkte ausgemerzt, gerade bei der Pace im Qualifying.Die erste Startreihe war natürlich eine gute Ausgangsposition. Dieses Mal hatte ich in beiden Rennen sogar echt gute Starts und konnte mich von Beginn an vorn behaupten. Im ersten Rennen war alles ziemlich chaotisch und es ging drunter und drüber. Als Ilya [Mikhalchick] dann einen Fehler machte, habe ich den zweiten Platz natürlich gern mitgenommen. Das zweite Rennen lief genauso, wie ich es mir gedacht hatte: Ilya war vorn auf und davon. Ich habe versucht dranzubleiben, aber in der Sachskurve ist mir ein Fehler unterlaufen, in dem Moment kam Flo durch und Ilya war weg. Zwei Mal Zweiter war eine echt gute Ausbeute für das IDM Finale 2024!“

Toni Finsterbusch:

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Letztendlich bin ich super-happy, dass es mit Platz drei in der Gesamtwertung geklappt hat. Dabei war ich speziell vorm zweiten Rennen relativ nervös. Das hat man dem Rennverlauf glaube auch angemerkt. Ich bin am Sonntag einfach nicht richtig in Tritt gekommen. Dazu hatten wir im Qualifying noch ein kleines Problem, sodass es nur Startplatz acht geworden ist und das hat das Ganze nicht einfacher gemacht. Ich hatte beide Male einen guten Start und eine gute erste Runde. Ich konnte mich gut nach vorne schieben. Im ersten Lauf bin ich Pax nachgefahren und hatte ihn immer in Sichtweite. Der zweite Lauf war echt chaotisch, da sind alle kreuz und quer gestochen, das hat meinen Rhythmus sicher nicht verbessert. Ich habe auch noch einen Fehler eingebaut und war ziemlich weit hinten. Ich konnte mich wieder vorarbeiten und der achte Platz hat dann am Ende gereicht. Es hat mich mega gefreut, dass ich dem Team endlich mal etwas zurückgeben konnte, was jahrelang nicht so funktioniert hat. Pax und ich haben das ganze Jahr sehr gekämpft und dass es am Ende so eng ausgegangen ist, ist für ihn natürlich ärgerlich. Aber letztes Jahr war ich hintendran. Ich bin dieses Jahr konstant durchgefahren und hatte keinen Totalausfall drin und bin nur ab und an mal durch die Wiese gefahren. Ein großer Dank geht an das gesamte Team und speziell meine Crew – ohne sie alle wäre das nicht möglich gewesen. Ronny und Filip haben ein perfektes Motorrad hingestellt und ich musste mich nur noch obendrauf setzen und Gas geben.“

Patrick Hobelsberger:

Die Freitagstrainings waren für mich extrem schwierig, unser Basis Setup hat kaum funktioniert und ich fühle mich gar nicht wohl auf dem Bike. Wir haben uns Stück für Stück voran gearbeitet, jedoch war es ein sehr zäher Freitag mit P15 am Ende. Wir stiegen am Abend in die größere Analyse ein und mein Techniker Ronny fand einen sehr guten Weg, der uns das geben könnte, was uns fehlte. Mit einem Bike, das wir so noch nie gefahren sind und mit Werten im Data-Recording, die wir noch nie hatten, starteten wir den Samstag. Es war ehrlich gesagt ein kleines Wunder, denn wir fanden uns auf Platz 2 mit einem Weltklasse Gefühl wieder. Im Quali konnte ich mich auf P4 behaupten und fand meine jemals schnellste Runde auf dem Hockenheimring.

Im ersten Rennen war mein Start sehr gut, leider blieb ich etwas im Gedrängel an der Außenseite hängen und kam auf P6 durch die ersten Runden. Ich fühlte mich sehr gut und konnte mit der Führungsgruppe mitgehen. Nach mehreren Kreuzungen im Windschatten der 6er Gruppe musste ich einmal gerade aus in die Wiese. Die Aufholjagd begann erneut und ich konnte mich noch auf P5 vorarbeiten. Für mich war die Taktik fürs zweite Rennen ganz klar: ein sauberes Rennen und keine Fehler, dann muss das Podium möglich sein. Mein Start war dann erneut sehr gut, ich kam auf P4 durch die erste Runde. Jedoch ließ eine starke Berührung von Jähnig und Alt den Zug direkt in Runde zwei abreißen. Mühsam arbeitete ich mich wieder an die Gruppe heran. Ich brauchte die letzten 6 Runden, um eine einzige Sekunde zu Alt zu schließen. Es war eine absolute Millimeter Arbeit, aber es funktionierte. Ich habe gebissen bis zum Ende und sah mit wenigen Runden zu fahren nur eine Stelle, an der es funktionieren könnte, vorbei zu gehen. Genau in der letzten Runde hatte ich endlich das Hinterrad von Alt und ich startete meinen ‚Blockpass‘ und drückte mich innen gegen die Honda. Es hat funktioniert! P3 und das Podium in der letzten Runde war das Ergebnis! Ein spannendes Finale, in dem ich enormen Kampfgeist gezeigt habe, das war für mich fast das aller wichtigste die Saison so abzuschließen.

Am Ende haben wir Platz vier mit nur einem Punkt Rückstand zu meinem Teamkollegen Toni belegt, welcher eine saubere und konstante Saison fuhr. Wir hatten mit vielen Problemen zu kämpfen, die uns einen Nuller und zwei Fast-Nuller bescherten. Trotzdem haben wir bis zum Ende gekämpft und nie aufgegeben. Die Einzelergebnisse sprechen definitiv mehr als 1000 Worte. Gratuliere Toni!“

IDM-Finale mit Traumwetter, Herzklopfen und Rechenexempel

 

                                                               Foto: Jens Hawrda

Beim großen Saisonfinale in Hockenheim wurde am vergangenen Wochenende die Zielflagge in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) geschwenkt.Ilya Mikhalchik, Andreas Kofler und Oliver Svendsen stehen als Meister in den Klassen Superbike, Supersport und Supersport 300 fest. In sieben von der Motor Presse Stuttgart ausgerichteten Veranstaltungen kämpften Fahrer aus insgesamt 17 Ländern um Punkte. Das sportliche Niveau lag extrem hoch. Auch auf dem Hockenheimring ging es vor Tausenden von Fans im Fahrerlager und einer rappelvoll besetzten SACHS-Kurve noch einmal richtig zur Sache.

Jedes Rennen ist ein Spaß für ihn, hatte Ilya Mikhalchik (Champion-Alpha-Van Zon BMW) gesagt. Nach dem ersten Superbike-Lauf im Finale sah das anders aus. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) war der Sieger. Zum Saisonende gelang es dem 28-jährigen Honda-Fahrer trotz eines lädierten Fingers noch einmal, die BMW-Armada in der Klasse zu durchbrechen und sich damit den Vizetitel zu sichern.

Mikhalchik überholte den Deutschen drei Mal in der Sachs-Kurve, doch der Engelskirchener war noch nicht fertig. Beim vierten Mal schlug er dem Ukrainer die Tür zu. Durch das Battle wurden allerdings beide langsamer und der herangerobbte Jan-Ole Jähnig (GERT56) nutzte die Chance, wieder um die Podiumsplätze mitspielen zu dürfen. Der Thüringer war schließlich an Alt dran und Mikhalchik an Jähnig. So war es auch nach 18 Runden über jeweils 3,629 Kilometer. Mikhalchik, der schon seit dem Nürburgring als neuer und nun vierfacher Meister der Topklasse feststeht, hatte am Ende keine Optionen mehr gefunden und war stocksauer.

Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon-BMW) ließ es sich nach dem Gewinn seines vierten Titels in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) nicht nehmen, die Saison auch mit einem Laufsieg zu beenden. Nach dem dritten Platz aus dem ersten Lauf musste er im zweiten richtig Dampf ablassen. Er ließ es sich nicht nehmen, als vierfacher Titelgewinner auch den letzten Saisonsieg für sich zu beanspruchen. In den Händen der GERT56-Teamkollegen Toni Finsterbusch und Patrick Hobelsberger lag nun, was mit dem verbleibenden dritten Gesamtrang passiert. Vor dem Wochenende waren beide nur 11 Punkte auseinander. Das fand Hobelsberger, der die Saison mit einem Sieg begonnen hatte, gar nicht gut. Nach den Ambitionen, dieses Jahr Meister werden zu wollen, versuchte der 28-Jährige jetzt wenigstens den dritten Platz zu ergattern. Für Finsterbusch, der am Ende der Top Ten lag, sah es teilweise gar nicht gut aus. Hobelsberger fuhr zwar wie auch Jähnig aufs Podium, aber Finsterbusch wurde Achter und das reichte, um in der Gesamtwertung Rang drei zu sichern. Es handelte sich dabei um einen kleinen Punkt Vorsprung. In diesem Moment war er groß wie die Welt. Finsterbusch sowie auch Mikhalchik sind übrigens die einzigen Superbiker, die in der Saison 2024 in allen Rennen angekommen sind und gepunktet haben. Alle in der IDM Superbike vertreten Marken platzierten mindestens einen Fahrer in den Top Ten: Ilya Mikhalchik (BMW), Florian Alt (Honda), Lorenzo Zanetti (Ducati), Leandro Mercado (Kawasaki), Maximilian Kofler (Yamaha).

In der IDM Supersport wurde an allen Fronten gefeiert. Der Titelgewinn von Andreas Kofler (Yamalube Kofler Motorsport) war schon nach dem ersten Rennen geklärt. Der Österreicher ging mit der Yamaha auf Nummer Sicher, hielt sich vornehm zurück und machte mit einem sechsten Platz den Sack zu. Honda-Hoffnung Dirk Geiger (MCA Racing) und Yamaha-Stammbesetzung Twan Smits (Team Apreco) lieferten sich derweil einen herzhaften Schlagabtausch an der Spitze, bei dem jeder hoffte, dass er bis zum Ende ohne Sturz blieb. Mit 0,071 Sekunden Vorsprung gewann Geiger vor den Toren seiner Heimatstadt Mannheim das vorletzte Rennen der Saison. Er konnte den Triumph über die Linie retten. Es war zugleich der erste Honda-Sieg in der Klasse Supersport Next Generation. „Es ist einfach unbeschreiblich ein Heimrennen zu gewinnen“, war er anschließend von den Gefühlen übermannt. Dritter wurde der Belgier Luca de Vleeschauwer (MotoLife) auf Triumph. Dass das zweite Rennen ein echter Kracher werden würde, war voraussehbar, zumal dann Meister Kofler mit Sicherheit nochmal ans Limit gehen würde und die Tabellenplätze noch nicht unter Dach und Fach waren. Kofler präsentierte sich im letzten Supersport-Rennen des Jahres auch wirklich dort, wo er am liebsten ist: vorn. Der Kampf um die nachfolgenden Plätze wurde zu einer Zerreißprobe für die Nerven. Zu Beginn des Rennens gab es einen Zwischenfall. An der Yamaha von Lennox Lehmann (Yamalube Kofler Motorsport) platzte der Ölkühlerschlauch. De Vleeschauwer und Filip Feigl (Genius Racing) stürzten. Rennabbruch. Das Problem für de Vleeschauwer und Feigl: Sie mussten samt ihrer Bikes innerhalb von fünf Minuten zurück in der Box sein, um beim zweiten Anlauf auf der gereinigten Strecke dabei sein zu dürfen. So verlangt es das Reglement. Geschafft. Es war ein Rechenexempel, was nach dem zweiten Anlauf vor sich ging. De Vleeschauwer wurde ein paar Plätze nach hinten geschickt und war auf dem besten Weg, die Vizemeisterschaft zu verlieren. Aber Meister Kofler setzte vorne noch einen drauf und gewann das Rennen mit einer Zehntelsekunde vor Geiger und Smits. De Vleeschauwer kam als Achter ins Ziel, gönnte sich erst einmal einen großen Schluck Bier, und hatte dank der Konstellation an der Spitze noch 4,5 Punkte Vorsprung vor Geiger, der damit Gesamt-Dritter wurde. Zum ersten Mal Punkte in beiden Rennen gab es für Till Belczykowski (LJ Racing) auf der MV Agusta. Luca de Vleeschauwer, Dirk Geiger und Filip Feigl kamen in allen Rennen der Saison ins Ziel und holten Punkte. Andreas Kofler hat die meisten Siege errungen, insgesamt fünf.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 war die Titelentscheidung bereits am Samstagnachmittag gefallen. Der Däne Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing) hatte seine Konkurrenten im Griff und sicherte sich im ersten Lauf des Saisonfinales mit einem dritten Platz seinen ersten IDM-Titel. Den Rennsieg holte sich Phillip Tonn, während sein Teamkollege Ruben Bijman (beide Freudenberg KTM-Paligo Racing) zum achten Mal in Folge Zweiter wurde. Seit dem IDM-Wochenende in Schleiz stand der neue Vize-Meister konstant auf dem zweiten Platz, doch der ersehnte Sieg blieb ihm stets verwehrt – bis zum finalen Rennen am Sonntag, an dem er auf den letzten Metern vor Oliver Svendsen und den Yamaha-Piloten Dylan Czarkowski (Racing DC) gewann. Mit fünf Fahrern in der Meisterschaft sicherte sich das Team Freudenberg KTM-Paligo Racing zudem den Titel in der Markenwertung.

Oliver Svendsen könnte der letzte Champion der IDM Supersport 300 sein. Ab der kommenden Saison wird die Klasse aller Voraussicht nach durch die neue IDM Sportbike ersetzt. Die Supersport 300-Klasse wird nur dann fortgeführt, wenn sich genügend Teilnehmer finden.

Mittwoch, 25. September 2024

ADAC GT-Masters: Titelkampf spitzt sich am Red Bull Ring zu

  •  Mercedes-AMG Duo Seppänen/Kalender führen vor BMW-Duo Oosten/Köhler
  •  Schumacher und Owega wollen Titelchance in der Steiermark wahren
  •  Zahlreiche Gaststarter sorgen für stärkstes Feld der ADAC GT Masters-Saison 2024

Foto: Jens Hawrda


Das ADAC GT Masters steuert mit dem fünften Event vom 27. bis 29. September am Red Bull Ring im Rahmen der DTM auf einen packenden Titel-Showdown zu. Der Kampf um die Meisterschaft zwischen den Mercedes-AMG-Piloten Tom Kalender (Hamm/Sieg) und dem Finnen Elias Seppänen (beide Landgraf Motorsport) sowie dem BMW-Duo von FK Performance Maxime Oosten (NL) und Leon Köhler (Erlenbach am Main) begeistert die Zuschauer bereits seit dem ersten Meisterschaftsrennen. Auf der 4,318 Kilometer langen Strecke im österreichischen Spielberg geht dieses spannende Duell in die vorletzte Runde und könnte dabei eine Vorentscheidung im Titelkampf bringen. Doch auch David Schumacher (Salzburg) und Salman Owega (Köln) im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team auf dem dritten Rang möchten im Titelrennen weiter mitreden. Diese sechs Piloten sind es auch, die in der „Road to DTM“-Wertung um den Gesamtsieg kämpfen. Sport1 überträgt beide Rennen des ADAC GT Masters aus Österreich am Samstag und Sonntag ab 15 Uhr.

Nach acht Saisonläufen führen Seppänen/Kalender die Gesamtwertung im Mercedes-AMG GT3 mit 12 Punkten Vorsprung auf Oosten/Köhler im BMW M4 GT3 an. Beide Teams konnten in dieser Saison jeweils drei Rennsiege bejubeln. In Spielberg könnte sich das Blatt nun wenden, denn der BMW ist in der Steiermark ein echter Erfolgsgarant. In sechs der zehn Rennen in den vergangenen fünf Jahren lag ein BMW in der Steiermark ganz vorn. Vorjahressieger Oosten will nun die Tabellenführung: „Der Red Bull Ring liegt dem BMW M4 GT3, das habe ich schon in der letzten Saison gemerkt. Leon und ich sind in einer aussichtsreichen Lage, in der wir gute Chancen auf den Titel haben. Wir versuchen, die Vorteile unseres Fahrzeugs voll auszuschöpfen und Angriff auf die Tabellenführung zu nehmen.“

Allerdings überlassen die Spitzenreiter dem BMW-Duo nicht kampflos das Feld und peilen den Ausbau ihrer Führung an. „Der Abstand zwischen uns und den Zweitplatzierten ist nicht gerade groß und der Red Bull Ring weist erfahrungsgemäß eher Vorteile für den BMW auf. Allerdings kommen wir nicht nach Österreich, um Punkte zu verschenken. Im Gegenteil, wir wollen in beiden Meisterschaftsläufen um den Sieg fighten“, sagt Seppänen. Theoretische Titelchancen bestehen auch noch bei Schumacher und Owega, die den dritten Platz mit 105 Zählern belegen. Nach einem schwierigen Wochenende auf dem Circuit de Spa-Francorchamps gilt für Schumacher volle Attacke: „Die Situation ist sicher nicht einfacher geworden, aber Salman und ich vertrauen auf unser Können und geben weiter Vollgas. Schließlich sind noch maximal 112 Punkte zu vergeben. Bei einem Abstand von 54 Zählern ist demnach noch eine Menge Potenzial vorhanden.“

Das steigende Interesse am ADAC GT Masters sorgt in Österreich für zahlreiche Gaststarter. Der Österreicher Max Hofer kehrt in die Serie zurück und startet mit Florian Blatter aus der Schweiz für Wolf-Racing im Audi R8 LMS GT3 Evo2. Hermann Speck (Rückersdorf) und Gerhard Tweraser (A) wechseln sich im Porsche 911 GT3 R von DB-Motorsport ab. Ernst Kirchmayr (A) und der Italiener Fabrizio Crestani verstärken das Starterfeld mit einem Ferrari 296 GT3 von Racing One. Das Haupt Racing Team setzt in Spielberg zusätzlich einen vierten Mercedes-AMG GT3 ein, zusammen mit den Fahrzeugen aus der DTM bringt das Team von Hubert Haupt eine beeindruckende Flotte von sechs Mercedes-AMG GT3 nach Österreich. Am Steuer nehmen Dennis Fetzer (Buseck) und Teameigner Hubert Haupt (München) Platz. "Ich freue mich riesig, im ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring anzutreten. Für mich ist es etwas ganz Besonderes und bin zuversichtlich, dass wir mit unserem Paket konkurrenzfähig sind", erklärt Fetzer. Für das Grasser Racing Team bedeutet das Rennwochenende ein echtes Heimspiel, da der Teamsitz in St. Margarethen nur zehn Kilometer vom Red Bull Ring entfernt liegt.

Mit Sieg Nummer sechs beendet Vittorio Ghirelli den NASCAR GP Deutschland 2024

  • Vittorio Ghirelli baut seinen Vorsprung vor dem Finale in Zolder aus
  • Paul Jouffreau liefert sich einen harten Kampf um die Führung, Thomas Toffel feiert sein erstes EuroNASCAR-PRO-Podium

Vitorio Ghirelli, Chevrolet Camaro # 24
Foto: Jens Hawrda

Das ist ein Vorteil für Vittorio Ghirelli in den Playoffs der NASCAR Whelen Euro Series 2024. Der Italiener beendete sein NASCAR GP Deutschland-Wochenende mit einem dominanten Sieg im Rennen der EuroNASCAR PRO Playoffs 02. Ghirelli führte von der ersten Runde an und wehrte alle Angriffe seines Rivalen Paul Jouffreau ab, um seinen sechsten Sieg des Jahres – den neunten seiner Karriere – zu erzielen und weitere wichtige Punkte für sein Konto im Kampf um die Gesamtmeisterschaft hinzuzufügen. Der Fahrer des PK Carsport Chevrolet Camaro Nr. 24 behält daher das rote Whelen-Banner und wird im Oktober im EuroNASCAR-Finale der Mann sein, den es zu schlagen gilt.

„Die Punkte waren sehr wichtig, aber dieses Rennen war so hart!“, sagte Ghirelli in der Victory Lane. „In Runde 5 hatte ich einen Ausfall der Servolenkung und bin fast das ganze Rennen ohne sie gefahren. Ich war buchstäblich am Verhungern, es war das härteste Rennen meines Lebens! Ich musste das Auto mit aller Kraft in die Kurve bringen und die Nr. 3 war sehr schnell. Er kam auf mich zu, aber am Ende haben wir es geschafft, den Sieg zu holen. Viele Fahrer würden nach zwei Runden aufhören, es ist fast unmöglich, ohne Servolenkung zu fahren. Das war für meinen persönlichen Trainer, wir trainieren viel und ich würde es ohne ihn nicht schaffen!“

Nachdem Ghirelli am Samstag in Schwierigkeiten geraten war, meisterte er diesmal die schwierige erste Kurve der Motorsport Arena Oschersleben und verteidigte seine Führung vor Jouffreau, der aus der ersten Reihe startete. Beide fuhren am Limit und zeigten, was Playoffs ausmacht: immer alles geben. Der Franzose hatte einige Meinungsverschiedenheiten mit der Fahrweise des Italieners, konnte am Ende des 22-Runden-Rennens jedoch zahlreiche Trophäen mit nach Hause nehmen. Er wurde nicht nur Zweiter in der Gesamtwertung, sondern sicherte sich auch den ersten Platz in der Junior Trophy und verhalf seinem Team RDV Competition zu einem weiteren Sieg in der Endurance Teams Championship.

Es gab jede Menge Jubel auf dem Podium, als Thomas Toffel in seiner zweiten NASCAR-Saison seinen ersten Top-3-Platz in der EuroNASCAR PRO holte. Der Schweizer Fahrer, der in der Challenger Trophy für Elite-Amateurfahrer antrat, zeigte, dass er sich gegen die besten Fahrer der offiziellen NASCAR-Serie Europas behaupten kann. Liam Hezemans bot dem Race-Art-Technology-Fahrer Paroli, doch ein Fehler sechs Runden vor Schluss besiegelte Toffels ersten Top-3-Platz. Hezemans wurde Vierter in der Gesamtwertung und Zweiter in der Junior Trophy. Sowohl Hezemans als auch Ghirelli lobten Toffel für seine Fahrt und der Challenger-Trophy-Gewinner wird in Zukunft sicherlich noch weitere starke Ergebnisse erzielen.

Dank seiner Konstanz schaffte es Lucas Lasserre auf den fünften Platz. Er schonte seine Hoosier-Reifen lange genug, um in der Schlussphase sowohl Thomas Krasonis als auch Gianmarco Ercoli zu überholen. Krasonis erreichte mit dem sechsten Platz sein bestes EuroNASCAR-PRO-Ergebnis seiner Karriere und kam auch in der Junior Trophy als Dritter ins Ziel. Sebastiaan Bleekemolen, Martin Doubek und Marc Goossens komplettierten die Top 10. Dario Caso belegte auf dem 14. Platz den zweiten Platz in der Challenger Trophy und obwohl er in Runde 8 ausschied, schaffte Liam Lambert genug, um sich den letzten Podiumsplatz in der Sonderwertung zu sichern.

Ryan Vargas hatte in der ersten Runde einen Zwischenfall mit Max Lanza, der das Rennen für beide Fahrer gefährdete. Lanza schied aus dem Rennen aus und da sein Auto auf der Strecke gestrandet war, wurde das Safety Car gerufen, um es sicher zu bergen. Vargas musste sich von der letzten Position erholen und kämpfte sich bis auf den 13. Platz vor, als die Zielflagge fiel, erhielt aber eine 30-Sekunden-Strafe für den Kontakt mit Lanza. Constantin Scholl auf dem 13. Platz erhielt die Bonuspunkte für die meisten gewonnenen Positionen.

Ghirellis sechster Sieg im Jahr 2024 verschafft dem Italiener einen Vorsprung von 23 Punkten vor dem amtierenden Champion Ercoli in der Gesamtwertung. Junior Trophy-Führender Jouffreau liegt nur einen Punkt hinter Ercoli auf Platz drei und Trophy-Konkurrent Hezemans weitere vier Punkte dahinter auf Platz vier. Lasserre komplettiert die Top 5 mit einem Rückstand von 42 Punkten. Toffels Gesamtpodium brachte dem Schweizer genügend Punkte ein, um die Führung der Challenger Trophy von Lanza zurückzuerobern. Da in Belgien noch zwei weitere Rennen mit doppelter Punktwertung anstehen, ist noch alles möglich.

Patrick Schober holt mit Sieg in den EuroNASCAR-2 am Sonntag in Oschersleben

  • Patrick Schober dominierte das 18-Runden-Rennen und sicherte sich seinen zweiten Sieg der Saison 2024
  • Ein Zwischenfall in der ersten Runde zwang Martin Doubek dazu, den tschechischen Fahrer zu zwingen, seine Verluste zu minimieren

Patrick Schober, Chevrolet Camaro #3
Foto: Jens Hawrda

Nach dem frühen Drama für Patrick Schober beim Samstagsrennen des NASCAR GP Deutschland nutzte der Österreicher seine zweite Chance und stellte sich als Erster in der Startaufstellung für die EuroNASCAR 2 Playoffs 02 in der Motorsport Arena Oschersleben auf. Der RDV Competition-Fahrer erwischte einen perfekten Start, um die knifflige erste Kurve sicher zu meistern, und behielt dann bei zwei Neustarts die Nerven, um seinen zweiten Sieg der Saison 2024 zu erringen. Während Martin Doubek in der ersten Runde Schwierigkeiten hatte, konnte Schober seinen Rückstand auf den tschechischen Fahrer verkürzen und einen spannenden Showdown für die EuroNASCAR-Finals auf dem Circuit Zolder in Belgien vorbereiten.

„Ich weiß nicht, wo Doubek gelandet ist, deshalb bin ich jetzt nach dem Sieg ziemlich gespannt auf den Punktestand“, äußerte sich Schober nach einem anspruchsvollen 18-Runden-Rennen. „Ich möchte meinem Team RDV Competition, meinen Sponsoren und meinen Eltern danken, die mich dieses Wochenende wirklich unterstützt haben. Es fühlt sich gut an, wieder auf der Victory Lane zu sein, besonders hier, wo ich letztes Jahr meinen ersten Sieg errungen habe.“

In der ersten Kurve kam es zu keinen Zwischenfällen, doch in Kurve 3 ereignete sich ein spielentscheidender Zwischenfall. Nach einer Kollision zwischen dem Sieger vom Samstag, Claudio Remigio Cappelli, und Thomas Toffel konnte Doubek nicht mehr ausweichen. Der Ziehharmonikaeffekt erfasst auch Melvin de Groot, doch der Fahrer von Hendriks Motorsport zog am schlechtesten davon und fiel auf Platz 22 zurück. Der tschechische Fahrer musste daher ein Comeback starten. Ein Safety Car, das durch Cappellis Unfall in Kurve 13 in Runde 5 ausgelöst wurde, bot ihm die Gelegenheit, seine Verluste zu minimieren. Ein neunter Platz garantiert Doubek ein sicheres Polster für das meisterschaftsentscheidende Finale.

Gil Linster nutzte die Gelegenheit und holte mit einem zweiten Platz viele Punkte für seinen Teamkollegen. Toffel kam als Dritter ins Ziel und komplettierte das Podium vor Melvin de Groot und Jack Davidson. De Groot war in der Legend Trophy-Wertung unangefochten, während Davidson nach einem spannenden, sauberen und fairen Kampf mit Thomas Krasonis in den letzten Runden einen Platz unter den ersten Fünf erreichte.

Krasonis wurde somit Sechster vor Mario Ercoli und Florian Richard, die in der Rookie Trophy einen Doppelsieg holten. Ercoli erhielt auch Bonuspunkte für die meisten Positionen. Der jüngere Bruder von EuroNASCAR-PRO-Champion Gianmarco verbesserte sich vom 18. Startplatz um elf Plätze. Thomas Dombrowski komplettierte die Top-10-Plätze. Simone Giussani belegte als Elfter den dritten Platz in der Rookie Trophy nach einem starken Rennen des Double-V-Racing-Fahrers. Die Lady Trophy wurde von Luli del Castello auf Platz 14 angeführt. Die Italienerin holte sich den ersten Preis in der Sonderwertung für Fahrerinnen. Michael Bleekemolen und Gordon Barnes belegten in der Legend Trophy die Podiumsplätze auf den Plätzen 15 bzw. 19.

Doubek wird weiterhin das rote Whelen-Banner als Meisterschaftsführer tragen. Der Rückstand auf Schober wurde auf 33 Punkte reduziert, Linster kam näher und der Luxemburger liegt nun 51 Punkte hinter seinem Teamkollegen von Hendriks Motorsport. Thomas Krasonis und Thomas Toffel komplettierten die Top 5. Cappellis Ausfall bedeutete, dass Melvin de Groot als Siebter in der Gesamtwertung wieder in Führung der Legend Trophy liegt, während Florian Richard sich als Zehnter die Spitzenposition in der Rookie Trophy sicherte. Arianna Casoli ist weiterhin diejenige, die es in der Lady Trophy auf Platz 19 zu schlagen gilt.

Quelle: www.euronascar.com