Montag, 23. September 2024

IDM SSP: Kofler hat den Titel, Geiger den ersten Honda-Sieg

Dirk Geiger, Hondo CBR 600 RR #60 holt den Sieg in Rennen 1 für Honda
Foto: Jens Hawrda

An allen Fronten wird gefeiert. Der Titelgewinn, der Rennsieg, alle Punkte. Und Andreas Kofler (Yamalube Kofler Motorsport) ist der neue Supersport-Champion in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM).


Schnellstarter Andreas Kofler gewann diesmal nicht den Holeshot. Stattdessen setzten sich Dirk Geiger (MCA Racing) und Twan Smits (Team Apreco) ab. Im Schlepptau brachten sie Kas Beekmans (Team Apreco) mit. Es war ungewöhnlich, den Teamkollegen des letztjährigen Vizemeisters so weit vorn zu sehen, doch um sich an den Anblick zu gewöhnen, war die Zeit zu kurz. Titelanwärter Kofler robbte sich heran und überholte. Auf dem dritten Platz war der 20-jährige Österreicher jetzt mehr als sicher. Er musste nur ins Ziel fahren, um den Titel in Empfang zu nehmen. In der Sachs-Kurve hatte er einen heftigen Rutscher. Das war ein Warnschuss, die Sache nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Von hinten nahte auch noch Luca de Vleeschauwer (MotoLife), der Hauptkonkurrent von Kofler im Kampf um die Meisterschaft. Den Rivalen im Rücken zu haben und nicht zu wissen, was er sich alles ausdenkt, ist keine einfache Sache.

In der elften Runde war der Yamaha-Fahrer plötzlich drei Sekunden langsamer unterwegs. „Ich habe mich im Rennen schwer getan und einen klassischen Verbremser gehabt“, resümierte er. Dass Kofler zum Schluss Sechster wurde und das ebenfalls locker zum Titelgewinn reichte, entschädigte ihn komplett. „Die Saison hätte nicht besser laufen können.“ Was er nächstes Jahr macht? „Keine Ahnung.“

Honda-Hoffnung Geiger und Yamaha-Stammbesetzung Smits lieferten sich derweil einen herzhaften Schlagabtausch an der Spitze, bei dem jeder hoffte, dass er bis zum Ende ohne Sturz blieb. Mit 0,071 Sekunden Vorsprung gewann Geiger vor den Toren seiner Heimatstadt Mannheim das vorletzte Rennen der Saison. Er konnte den Triumph über die Linie retten. Es war zugleich der erste Honda-Sieg in der Klasse Supersport Next Generation. „Es ist einfach unbeschreiblich ein Heimrennen zu gewinnen“, war er anschließend von den Gefühlen übermannt.

Um das Podium komplett zu machen, hätte rein optisch nur noch Lennox Lehmann gefehlt, denn hatte sich mit seinen beiden Kumpels die Haare strohblond gefärbt. Der Dresdner hatte satte 80,00 Euro und dreieinhalb Stunden beim Frisör für den Auftritt investiert. Aber im Gegensatz zu Geiger und Smits ging das Rennen für Lehmann nach hinten los. Er stürzte aus dem Geschehen.

Um den dritten Platz ging es letztlich zwischen Luca de Vleeschauwer, Kas Beekmans und Filip Feigl (Genius Racing Team) zur Sache. Erster hat auf der Triumph den Vize-Platz in der Meisterschaft fast so gut wie sicher, aber eben nur fast. Enger ist es um den dritten Platz in der Meisterschaft bestellt. Smits fehlen nach diesem Rennen nur 2,5 Punkte bis zum derzeitigen Dritten Geiger. Daniel Blin (AF Racing) fehlen zwei Punkte bis zu Smits und Lehmann trennen 6,5 Punkte von Blin. Im zweiten Rennen fällt die Entscheidung. Das Rennen dürfte ein echter Kracher werden, zumal dann Meister Kofler mit Sicherheit nochmal ans Limit geht.

IDM Supersport, 1. Rennen (Top-Five)

1. Dirk GEIGER (BEL), Triumph
2. Twan SMITS (NLD), Yamaha
3. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Triumph
4. Kas BEEKMANS (NLD), Yamaha
5. Filip FEIGL (CZE), Triumph

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM SBK: Florian Alt trägt die Nr. „1“ nochmal ganz hoch auf Treppchen

Florin Alt, Honda #1
Foto: Jens Hawrda

Jedes Rennen ist ein Spaß für ihn, hat Ilya Mikhalchik (Champion-Alpha-Van Zon BMW) in Hockenheim gesagt. Nach dem ersten Superbike-Lauf im Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) sah das anders aus. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) war der Sieger und Zweiter wurde Jan-Ole Jähnig (GERT56). Sein dritter Platz passte Mikhalchik, der schon seit drei Wochen als nunmehr vierfacher Meister der Topklasse feststeht, nicht in den Kram.


Zum fünften Mal in diesem Jahr ging der 28-jährige Ukrainer von der Pole Position ins Rennen. Die BMW-Armada markierte ihre Stärke wie so oft mit einem gebündelten Auftritt an Fahrern. Bis zum achten Startplatz hatte sie den bayrischen Bestseller M 1000 RR flächendeckend verteilt mit einer Ausnahme: auf der dritten Startposition war Florian Alt anzutreffen.

Mikhalchik machte nach dem Start klar, wer Chef im Ring ist. Die Herrschaft dauerte nicht lange. Alt übernahm in der Bernie-Ecclestone-Kurve die Führung. Fast auf gleicher Höhe ließ sich Jähnig blicken. Mikhalchik wurde auf P5 durchgereicht. Dafür gab es mit Kevin Orgis (ORM Racing Team) einen Überraschungstäter, der im vergangenen Jahr noch im Pro Superstock Cup gefahren ist und nun plötzlich vorne bei den ganz Großen mitmischte. Der Privatier verteidigte seinen Platz auf der schwarzen BMW hart und herzlich, musste ihn in der dritten Runde aber trotzdem wieder an den heraneilenden Mikhalchik übergeben. Dort blieb dieser konstant am Ball. Mit Respektabstand folgten Orgis und Jan Mohr (Champion-Alpha-Van Zon BMW). War das Taktik oder konnte der neue Meister nicht schneller? In der elften Runde war er offensichtlich auf Krawall gebürstet, aber bei seinem Angriff viel zu spät auf der Bremse. Alt machte das nichts aus, Orgis schlüpfte innen durch. Jähnig verlor. Für Mikhalchik hatte das außer Unruhe im Endeffekt gar nichts gebracht, nur dass er jetzt ein anderes Motorrad vor und hinter sich hatte. In der 14. Runde stürzte Orgis aus dem Geschehen, Mikhalchik überholte Alt drei Mal in der Sachs-Kurve, doch der Engelskirchener war noch nicht fertig. Beim vierten Mal schlug er dem Ukrainer die Tür zu. Durch das Battle wurden allerdings beide langsamer und der herangerobbte Jähnig nutzte die Chance, wieder mitspielen zu dürfen. Der Thüringer war schließlich an Alt dran und Mikhalchik an Jähnig. So war es auch nach 18 Runden über jeweils 3,629 Kilometer. Mikhalchik, der am Ende keine Optionen mehr gefunden hatte, war stinksauer.

„Das war ein sehr harter Kampf, ich habe jede Runde gepusht. Die BMWs haben mittlerweile einen zu großen Vorteil. Ich hoffe, dass da nächstes Jahr was getan wird, denn dann ist es für den Zuschauer spannender. Ein Riesendank geht raus an Honda und mein Team, denn die Beiden machen so vieles im Hintergrund, dass wir irgendwie Grip kriegen. Die letzten Runden habe ich gekämpft wie ein Stier. Ich habe gegen die Konkurrenz in den Kurven heraus wenig Chancen, deshalb musste ich direkt auf der Bremse kontern. Den verletzten Finger habe ich einfach ignoriert.“ Florian Alt hat die „1“ im großen IDM-Finale noch einmal ganz hoch gehalten. Nach dem Finale gehört sie Mikhalchik.

Was sonst noch aufgefallen ist: Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing) musste aus der Boxengasse starten und dem Feld hinterher fahren. Das war die Strafe für den Sturz auf dem Nürburgring, bei dem er den ahnungslosen Rob Hartog (Team SWPN) mitgerissen hatte. Nach seiner Aufholjagd bekam der Kroate sogar noch einen Meisterschaftspunkt.
Thomas Gradinger (Eder Racing) fabrizierte einen Frühstart und musste eine doppelte Long Lap in Kauf nehmen. Luca Grünwald (BCC-Alpha-Ilmberger Racing Team) verzeichnete einen technischen Ausfall.

IDM Superbike, 1. Lauf (Top-Five)

1. Florian ALT (DEU), Honda
2. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW
3. Ilya MIKHALCHIK (DEU), BMW
4. Jan MOHR (AUT), BMW
5. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

 Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

EURO-NASCAR: 16.500 Fans feierten ein US-Spektakel in der Magdeburger Börde

Foto: Jens Hawrda

Es war ein Wochenende voller Emotionen und bleibender Erinnerungen. Die NASCAR Whelen Euro Series feiert zur zweiten Auflage in der Motorsport Arena Oschersleben einen erneuten Zuschauer-Rekord.

Los ging alles mit dem Pre-Event auf dem Marktplatz am Donnerstag vor der Veranstaltung. Hier fuhren als absolutes Highlight zwanzig NASCAR Boliden in die Innenstadt. Zahlreiche Besucher und auch der Landrat Martin Stichnoth und Bürgermeister Benjamin Kanngießer blickten damit schon euphorisch auf das Rennen mit amerikanischen Festival am Wochenende.

„Durch die tolle Unterstützung verschiedener US-Clubs konnte das Lebensgefühl Amerikas in die Magdeburger Börde einziehen.“, zeigt sich Sophie Haller, Projektleiterin der Motorsport Arena Oschersleben, begeistert. Von Walking Acts und Line Dance über Sportarten wie Football, Baseball und Basketball war hier für jeden Geschmack etwas dabei.

Regionale Sportler und politische Größen verliehen der Veranstaltung einen zusätzlichen Glanz. So stand der Samstag ganz im Zeichen „von Sportlern für Motorsportler“. Unter anderem als Gast vor Ort waren der ehemalige Kapitän des FC Magdeburg Marius Sowieslo, dazu die Leichtathleten Moritz Morstein (Speerwerfer), Alyssa John (Speerwurf-Vizemeisterin) und Olympia-Bobfahrer-Ikone Wolfgang Hoppe. Sie gaben sich die Ehre den NASCAR Fahrern Pokale zu übergeben und die Veranstaltung zu begleiten. Am Sonntag war Innenministerin Dr. Tamara Zieschang als Flaggenträgerin und Courtney Mazzone aus dem US-Konsulat Leipzig als Grand Marshals für die berühmten Worte „Start your engines“ vor Ort.

„Die NASCAR ist nun endlich in Deutschland und bei den Fans angekommen.“, erfreut sich Geschäftsführer Ralph Bohnhorst über die Zuschauer-Resonanz.

Unter den zahlreichen Fahrern aus insgesamt 14 Nationen war auch der Lokalmatador Dominique Schaak aus Magdeburg dabei. „Ich hatte so viel Unterstützung durch meine Gäste und Sponsoren an diesem Wochenende, es ist zwar immer mit viel Aufwand und Strapazen verbunden, aber es ist natürlich ein besonderes Highlight das einzige deutsche Rennen der Serie vor heimischer Kulisse zu absolvieren.“, erklärt er. Im ersten Lauf konnte Dominique vom 18. auf den 11. Platz vorfahren und dabei das Podium auf dem zweiten Platz seiner Klasse beenden. Damit ist die Grundlage für einen möglichen Titelgewinn beim kommenden Rennen in Zolder gelegt.

Donnerstag, 19. September 2024

Thomas Preining vor seinem Heimspiel: „Das ist echtes Racing in der DTM, dafür lebe ich“

  •  Titelverteidiger möchte am Red Bull Ring den Aufwärtstrend bestätigen und angreifen
  •  Porsche-Pilot spricht über mutige Überholmanöver und einen markanten Glücksbringer

Thomas Preining, Porsche #91
Foto: Jens Hawrda

DTM-Champion Thomas Preining kennt sich mit erfolgreichen Heimspielen aus: 2022 holte der Österreicher auf dem Red Bull Ring seinen zweiten DTM-Sieg überhaupt, ein Jahr später ebnete ein dritter Platz in Spielberg den Weg zu seinem späteren Meistertitel. Auch in dieser Saison möchte der Porsche-Werksfahrer von Manthey EMA vor heimischen Tribünen jubeln – vom 27. bis 29. September steigt auf dem Red Bull Ring das Gastspiel der DTM in Österreich. „Heimrennen sind immer etwas Besonderes. Viele Fans von mir werden vor Ort sein, dazu macht die Strecke richtig Spaß“, sagt Preining.

Beim siebten von acht Rennwochenenden muss Preining als Tabellenfünfter seinen Heimvorteil nutzen und Top-Ergebnisse einfahren, wenn er die Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung wahren möchte. Sein Rückstand auf DTM-Spitzenreiter Kelvin van der Linde (Abt Sportsline) aus Südafrika beträgt 51 Punkte, insgesamt gibt es noch maximal 112 Punkte zu holen. „Der Red Bull Ring war in der Vergangenheit immer ein gutes Pflaster für mich. Dort habe ich schon viele Erfolge gefeiert, auch in der DTM“, erinnert sich Preining. „Am besten gefällt mir die Spitzkehre oben am Berg. Da ist von Runde eins an immer Action, weil man gut überholen kann. Dafür braucht man allerdings ordentlich Mut“, sagt Preining und erklärt: „Da es bergauf geht, ist die Bremszone ziemlich kurz. Wenn du überholen willst, musst du wirklich spät auf der Bremse sein. Das mache ich aber sehr gern.“

Obwohl Preining im Meisterschaftskampf nicht ganz vorne mitmischt, hat der 26-Jährige großen Anteil an einer unterhaltsamem und spannenden DTM-Saison. In den vergangenen fünf Rennen machte Preining 16 Plätze gegenüber dem Startplatz gut – mit teilweise spektakulären Überholmanövern. Am Sachsenring erlebten die Zuschauer, wie der Linzer im Samstagsrennen Audi-Pilot van der Linde immer wieder attackierte und das Duell nach mehreren Runden für sich entschied. „Das ist für mich echtes Racing in der DTM, dafür lebe ich. Genau deswegen hat mir diese Serie schon als Kind so gefallen“, beschreibt Preining seine offensive Fahrweise im Porsche 911 GT3 R. „Die vielen Überholmanöver sind aber auch ein wenig den Umständen geschuldet. Im Qualifying sind wir oft zu weit weg von der Spitze gewesen, dann musst du von hinten angreifen“, erklärt Preining. Eins ist dem ersten DTM-Champion aus Österreich aber wichtig: „Die Duelle sind actionreich, trotzdem ist wegen mir keiner ausgefallen.“

Seinen bislang einzigen Saisonsieg holte Preining am Dekra Lausitzring – weitere sollen am Red Bull Ring folgen. Dass der Speed für ganz vorne da ist, bewies er mit einem neuen DTM-Rundenrekord am Sachsenring. „Der Trend geht in die richtige Richtung“, bestätigt Preining, der zudem auf einen markanten Glücksbringer setzt. „Als ich beim Finale 2023 in Hockenheim Champion wurde, hatte fast das ganze Team einen Schnauzer, genauso wie zuletzt am Sachsenring. Daher bleibt der Bart bei mir erstmal dran.“

Vorschau DTM Rennwochenende am Red Bull Ring

 

Foto: Jens Hawrda

Motorsport-Spektakel mit Aussicht: Der Red Bull Ring empfängt vom 27. bis 29. September die DTM. Umgeben vom malerischen Bergpanorama steigt auf dem Formel-1-Kurs in Österreich der siebte von acht Saisonstopps. Im Titelrennen könnte also eine Vorentscheidung fallen – bislang ist der Kampf um die DTM-Krone 2024 völlig offen. Kelvin van der Linde führt mit 170 Punkten die Gesamtwertung an, Verfolger Mirko Bortolotti lauert in seinem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 aber mit nur sieben Zählern Rückstand auf den Audi-Piloten. Auch Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Winward liegt als Gesamtdritter mit 155 Punkten in Schlagdistanz.

Für gleich drei DTM-Stars wird das Rennwochenende in Spielberg zum Saison-Highlight: Der Kufsteiner Lucas Auer, Titelverteidiger Thomas Preining aus Linz und Clemens Schmid (Steinach am Brenner) haben auf dem Red Bull Ring ein Heimspiel. Mit Dreifach-Champion René Rast aus Bregenz und dem Wahl-Wiener Bortolotti leben zwei weitere Fahrer in Österreich. Die kürzeste Anreise hat das GRT Grasser-Racing-Team, das in Knittelfeld rund 15 Minuten Autofahrt von der Rennstrecke entfernt beheimatet ist.

Für Rennaction sorgen neben der DTM auch das ADAC GT Masters, die ADAC GT4 Germany und der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. Auf die Zuschauer wartet zudem die DTM Track Safari: Dabei erleben Fans in Reisebussen eine exklusive Rennstrecken-Expedition, während die DTM-Fahrzeuge ihre Runden drehen und maximal dicht an den Bussen vorbeiziehen. Einen Blick hinter die Kulissen bieten die Paddock Touren. Der Reifenservice von DTM-Partner Pirelli, die Technische Abnahme oder auch das DTM-Podium zählen zu den Tourstopps, die sonst für Fans nicht frei zugänglich sind. Tickets für die Paddock Touren und die Track Safari gibt es im Online-Shop. Tribünenkarten für das Rennwochenende auf dem Red Bull Ring sind online ab 39 Euro erhältlich. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.

Quelle: dtm.com