Dienstag, 9. Juli 2024

Norisring: Erster Saisonsieg für Porsche in der ADAC GT4 Germany

  • Finn Zulauf/Josef Knopp gewinnen das Sonntagsrennen auf dem Norisring
  • Platz zwei für Markenkollegen Birch/Berndt
  • Nächster Trophy-Triumph für Max Kronberg

Der siegreiche Porsche von AVIA W&S Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport


Das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring bot Spannung bis zur letzten Sekunde. In einem sehenswerten Duell um den Tagessieg setzte sich das Porsche 718 Cayman GT4-Duo Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) durch und sorgte für den ersten Saisonsieg für den Hersteller aus Zuffenhausen. Knapp geschlagen holten sich die Markenkollegen Simon Birch (17/DNK) und Denny Berndt (19/Berlin, beide Razoon - more than Racing) Platz zwei und feierten damit ihr erstes Gesamt-Podium in der ADAC-Serie. Zum dritten Mal im dritten Sonntagsrennen 2024 fuhren Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) auf Rang drei. Kronberg konnte somit gleichzeitig auch die Trophy-Wertung für sich entscheiden.

Finn Zulauf hatte das Rennen bereits von der Pole-Position aus begonnen und behielt die Führung im ersten Rennabschnitt inne. Hinter dem schnellen Hessen sicherte sein Teamkollege Still die zweite Position ab. Markenkollege Berndt startete von Platz vier, konnte aber direkt in der ersten Runde die dritte Position einnehmen. Diese Reihung blieb bis zu den Fahrerwechseln zu Rennmitte bestehen.

Die Crew von Razoon - more than Racing lieferte dann einen starken Service ab, sodass Berndts Teamkollege Simon Birch die Boxengasse auf Platz zwei liegend verlassen konnte. Der Däne machte dann sofort Druck auf den führenden Knopp, der von Zulauf übernommen hatte. Dieses Duo prägte dann die zweite Rennhälfte. Beide Porsche umrundeten den 2,162 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg in engem Abstand. Immer wieder versuchte Birch ein Überholmanöver zu setzen. Gegen Rennende mischte sich auch Kronberg in das Geschehen an der Spitze ein und macht aus dem Duell einen spannenden Dreikampf. Die Reihung blieb jedoch bis zum Fallen der schwarzweiß karierten Flagge bestehen. Zulauf/Knopp gewannen somit auch die Junior-Wertung.

Auf Platz vier kamen Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) ins Ziel vor ihren von Platz drei gestarteten Porsche-Markenkollegen Tano Neumann (49/BGR) und Alon Gabbay (20/ISR, beide AVIA W&S Motorsport). Dahinter folgte mit dem 718 Cayman GT4 von Diego Stifter (20/ITA) und Maxi Tarillion (19/AUT, beide Razoon - more than Racing) ein weiterer Porsche.

Bestplatzierter Mercedes-AMG GT4 wurde das Fahrzeug von Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group) auf Rang sieben. Die Vortagessieger Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) belegten im BMW M4 GT4 Platz acht und reisen somit als souveräne Tabellenführer zum nächsten Rennwochenende Mitte August auf dem Nürburgring.

Platz neun holten William Tregurtha (24/GBR) und Emil Gjerdrum (17/NOR, beide CV Performance Group) in einem weiteren Mercedes-AMG. Die Top Zehn komplettierten Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW.

Stimmen nach dem Rennen

Finn Zulauf
– Sieger für AVIA W&S Motorsport
„Endlich – unser erster Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany war lange überfällig. Josef hatte in der zweiten Rennhälfte einen mega Job gemacht und kühlen Kopf bewahrt, obwohl er mächtig Druck hatte. Vielen Dank auch an das Team, das uns ein super Auto hingestellt hat.“

Josef Knopp – Sieger für AVIA W&S Motorsport
„Für mich persönlich ist es der erste Sieg in der ADAC GT4 Germany. Ich kann gar nicht beschreiben, wie toll sich das anfühlt. Wir hatten im Rennen eine starke Pace. Doch ich musste in meinen Stint ganz schön arbeiten, um vorne zu bleiben. Zum Ende hin hatte ich Simon hinter mir in einen Fehler getrieben. Das hat mir dann etwas Ruhe verschafft.“

Denny Berndt
– Platz zwei für Razoon - more than Racing
„Ich bin sehr glücklich über das Podium. Mein Start war sehr gut und ging nach Plan auf. Danach konnte ich mit den Vorderen gut mithalten. Auch der Boxenstopp war klasse, da wir so eine Position gutmachen konnten. Das war eine mega Team-Leistung.“

Simon Birch – Platz zwei für Razoon - more than Racing
„Die ADAC GT4 Germany ist eine extrem starke Serie. Somit bin ich überglücklich mit dem Podium. Es wird aber auch sicherlich nicht unser letztes Podium hier sein. Ich war zuvor noch nie auf einem Straßenkurs unterwegs. Der Norisring ist eine bemerkenswerte Rennstrecke und macht viel Spaß. Der Zweikampf mit Josef war klasse und wirklich sehr eng – leider ging er nicht zu unseren Gunsten aus.“

Max Kronberg
– Platz drei für AVIA W&S Motorsport
„Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir beim dritten Rennwochenende das dritte Podium erzielen konnten. Hendrik hatte bereits in der Qualifikation einen super Job gemacht und mir das Auto dann in aussichtsreicher Position übergeben. Zum Ende hin konnte ich nochmals zu den Führenden aufschließen, fand aber keinen Weg vorbei. Doch Platz drei ist für uns dennoch ein grandioses Ergebnis.“

Hendrik Still – Platz drei für AVIA W&S Motorsport
„Das wird für uns ja fast schon zum Sonntagsritual – statt in die Kirche gehen wir jeden Sonntag auf das Podest (lacht). Max und das gesamte Team haben eine super Performance geboten. Das war eine Klasse für sich. Mein Rennen lief fast schon wie nach Regiebuch und genauso, wie wir uns das vorher ausgemalt hatten. Schade ist natürlich, dass wir beim Boxenstopp den zweiten Platz verloren hatten. Wir werden sicherlich im Nachgang nochmals genauer analysieren, ob es an meiner Inlap oder an der Outlap von Max gelegen hat.“

Sonntag, 7. Juli 2024

Spannender Zweikampf endet mit Sieg für Anton Werner

  • Anton Werner und Stefan Rupp jagen sich rundenlang um den Norisring
  • Auch dahinter heißer Kampf mit Peter Mücke, Ronny Scheer und Altfrid Heger
  • DTM Classic begeistert Fans auf dem Norisring

Anton Werner (vorne) musste sich lange gegen Stefan Rupp (hinten)
verteidigen und gewann schließlich das Rennen
Foto: dtm.com


Der zweite Lauf der DTM Classic auf dem Norisring wurde zur Beute von Anton Werner (Audi 200 M86 MTM). Der Landshuter musste sich lange gegen seinen hartnäckigen Verfolger Stefan Rupp (Audi A4 DTM) wehren, bis Rupp in der 19. Runde mit einer defekten Antriebswelle ausschied. Peter Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) erbte den zweiten Rang vor Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC). Für Werner, der seinem Triumph nach Rupps Ausfall relativ entspannt entgegenfahren konnte, war es dennoch keinen Jubel wert, als sein Rivale aufgeben musste. „Danach wurde es etwas langweiliger, denn es war ein schönes Duell mit Stefan. Ich bin sowieso überrascht, dass ich mit meinem Audi 200 gegen seinen modernen Audi A4 so lange konkurrenzfähig war. Er hat ordentlich Druck gemacht, aber ich habe versucht, die Vorteile meines Autos auf den Geraden auszuspielen“, gab Werner seine taktische Ausrichtung zu Protokoll.

Peter Mücke hat die Nase im Dreikampf letztendlich vorne

Peter Mücke erreichte die Ziellinie als Zweiter, hatte aber bereits einen Rückstand von gut 23 Sekunden auf Werner. „Ich habe zu lange gebraucht, die Vorderreifen meines Autos zum Arbeiten zu bekommen. Ich denke, ich muss etwas aggressiver fahren, bin mit dem Mercedes aber noch in der Lernphase. Insgesamt war es ein schönes Wochenende, an dem glaube ich alle – Fans, Fahrer und Teams – ihren Spaß hatten.“ Der Berliner sah sich zu Beginn des Rennens in einem harten Duell gegen Altfrid Heger (Audi V8 DTM), in dem beide Kampfhähne kollidierten. Die Rennleitung sah die Schuld bei Heger und bat ihn wenig später zu einer Durchfahrtsstrafe. Damit fiel der Audi-Pilot aus dem Fight um den dritten Platz heraus, der sich dank Ronny Scheer mittlerweile zu einem Dreikampf entwickelt hatte. Scheer hingegen hielt lange den Anschluss an Mücke, musste ihn letztendlich aber ziehen lassen. „Ich denke, ich hätte Peter sowieso nicht überholen können, denn dafür ist sein Mercedes einfach zu gut und auch deutlich jünger als mein Ford. Mit der dritten Position bin ich aber sehr glücklich, zumal ich gestern noch einen Ausfall wegen technischer Probleme hinnehmen musste.“

DTM Classic punktet mit tollem Motorsport und spektakulären Autos

Rennen zwei der DTM Classic auf dem legendären Nürnberger Stadtkurs wurde bestimmt von den beiden Kampfgruppen in der vorderen Hälfte des Feldes: Werner gegen Rupp um die Ränge eins und zwei sowie Mücke, Heger und Scheer um die Plätze drei, vier und fünf. Doch auch hinter dem Quintett wurde guter Rennsport mit attraktiven Fahrzeugen geboten. René Ruch (BMW M3 DTM) konnte am Ende den vierten Rang feiern, nachdem er im ersten Durchgang am gestrigen Samstag noch als Dritter jubeln durfte. Thomas Braun steuerte seinen Porsche 964 Cup auf die fünfte Position und profitierte dabei wie Ruch vom späten Ausfall von Heger, den ein Folgeschaden der Kollision mit Mücke drei Runden vor Schluss zur Aufgabe zwang. Der Essener wurde aufgrund der zurückgelegten Distanz aber noch als Sechster gewertet. Henry Walkenhorst (BMW M3 E30), Gerhard Müller (BMW E21 Gruppe 2), Guido Momm (Ford Mustang) und Mads Gjerdrum (BMW 320 Gruppe 5) komplettierten die Top Ten.

Nicki Thiim holt seine erste DTM-Pole

Nicki Thiim holt Pole für Rennen 2 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Besonderer Moment für Nicki Thiim in der DTM: Der Lamborghini-Pilot von SSR Performance fuhr am Sonntag beim zweiten Qualifying auf dem Norisring mit 48,785 Sekunden die schnellste Runde des bisherigen Rennwochenendes und steht zum ersten Mal in seiner DTM-Karriere auf dem ersten Startplatz. Nach dem vierten Rang im Samstaglauf zeigt die Formkurve des Dänen damit steil nach oben.

"Ich bin sprachlos. Es ist zwar nur das Qualifying, doch nach meiner bisher eher schwachen Saison tut diese Pole unheimlich gut. Man fährt in der DTM gegen die Besten der Besten, da gibt es einen gewissen Lernprozess. Zudem steht SSR Performance mit beiden Autos in der ersten Startreihe, das ist eine tolle Ausgangsposition", freute sich Thiim, der die Top-Zeit in der Gruppe A erzielte. Neben ihm geht sein Teamkollege Mirko Bortolotti als schnellster Fahrer der Gruppe B in den achten Saisonlauf der DTM. "Alles, was es an Zentimetern auf der Strecke gab, habe ich komplett ausgereizt. Mein Außenspiegel hat sogar die Mauer berührt. Ich bin super zufrieden mit meiner schnellsten Runde. Wir sind zunächst mit einem gebrauchten Reifensatz ins Qualifying gegangen, da es kurz vor dem Start genieselt hat. Für die Schlussphase habe ich mir frische Slicks geholt, das war eine gute Strategie", erklärte der Italiener.

Maro Engel nimmt sein 100. DTM-Rennen im Mercedes-AMG GT3 von Position drei aus in Angriff, Tabellenführer Kelvin van der Linde vom Team Abt Sportsline startet mit seinem Audi R8 LMS GT3 Evo2 auf Position vier. Maximilian Paul von Paul Motorsport steuerte als Fünfter den dritten Lamborghini in die Top-Ränge.

Die Gruppe B hatte am Sonntag um 9:20 Uhr das Zeittraining eröffnet. Auf der zu Beginn feuchten Fahrbahn begannen die zehn Fahrer vorsichtig, die Bestzeiten wurden erst im letzten Drittel des Qualifyings gefahren. Bortolotti gelang kurz vor Schluss die schnellste Runde, Kelvin van der Linde war jedoch nur acht Tausendstelsekunden langsamer als der Italiener.

Fünf Minuten später ging die Gruppe A auf den 2,162 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg und fuhr bei besseren Streckenverhältnissen schnellere Zeiten. Thiim erzielte nach mehreren starken Umläufen fünf Minuten vor Schluss die Bestmarke, Engel schob sich in letzter Sekunde noch auf Platz zwei vor.

Beide Qualifyings wurden auf dem Stadtkurs in Nürnberg in jeweils zwei Startgruppen ausgetragen, deren Einteilung sich nach den Ergebnissen des Freien Trainings richtete. Nicki Thiim als insgesamt schnellster Fahrer des Zeittrainings am Sonntag steht auf der Pole-Position, neben ihm geht Mirko Bortolotti als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Maro Engel, der die zweitbeste Zeit in der Gruppe des Pole-Setters fuhr, ist demnach Dritter, dann wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Die Startreihenfolge ergibt sich bis auf den Pole-Setter nicht nur aus den gefahrenen Zeiten, sondern den Positionen nach den Zeittrainings.

Startaufstellung, 8. Saisonlauf, Norisring (Top-Five)

  1. Nicki Thiim (DK/SSR Performance)
  2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance)
  3. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward)
  4. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline)
  5. Maximilian Paul (D/Paul Motorsport)

Samstag, 6. Juli 2024

Nervenstarker René Rast pokert und gewinnt am Norisring

  • BMW-Pilot bleibt trotz Regen auf Slicks und feiert ersten Saisonsieg
  • Franck Perera und Luca Engstler fahren mit der gleichen Taktik auf das Podium
  • Kelvin van der Linde verteidigt seine Führung in der Gesamtwertung

Renè Rast, BMW #33 siegt in Rennen 1 am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Nervenstark und fehlerlos – René Rast (Bregenz) feierte am Samstag auf dem Stadtkurs in Nürnberg seinen ersten Saisonerfolg. Der BMW-Pilot von Schubert Motorsport ließ sich auch vom plötzlich einsetzenden Regen nicht aus der Ruhe bringen, blieb auf Slicks und wurde nach 69 Runden als Sieger abgewunken. Damit stand der dreimalige DTM-Champion nach vier Podiumsplätzen in den vergangenen zwei Jahren am Norisring wieder ganz oben auf dem Treppchen. „Der Norisring ist für mich eine der besten Strecken im Kalender, dieser Sieg fühlt sich gigantisch an. Am Funk ist es ein bisschen lauter geworden, weil ich trotz des Regens unbedingt mit Slicks weiterfahren wollte. Das war eine mutige Entscheidung, aber sie hat sich ausgezahlt“, erzählte der Routinier. Die Rast-Strategie zahlte sich auch für Franck Perera (F) vom Lamborghini Team TGI by GRT und seinen Teamkollegen Luca Engstler (Kempten) aus, die nach einem turbulenten Rennen die Plätze zwei und drei belegten.

Keyfacts, Norisring, Saisonrennen 7 von 16

Streckenlänge: 2.162 Meter

Wetter: 29 Grad, erst heiter, später Regen

Pole-Position: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14), 48,965 Sekunden

Sieger: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #33)

Schnellste Rennrunde: Maximilian Paul (Paul Motorsport, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #71) 49,632 Sekunden

Der Samstagslauf am Norisring begann bei strahlendem Sonnenschein mit einem guten Start von Pole-Setter Jack Aitken (GB) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing. Hinter dem Briten reihten sich Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti (I), Maro Engel (Monaco) im Mercedes-AMG GT3 und Rast auf den Plätzen zwei bis fünf ein. Wegen angekündigten Regens absolvierten die Spitzenfahrer ihre Pflicht-Boxenstopps sehr spät, um auf einen möglichen Wetterumschwung reagieren zu können. Fast alle Piloten blieben jedoch auf den Pirelli-Slicks. Allerdings verlor Aitken zwei Plätze und musste Sheldon van der Linde und Bortolotti vorbeiziehen lassen. Rast folgte auf Rang vier, Fünfter war zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer Kelvin van der Linde (ZA) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline. Kurz danach setzten die angekündigten Niederschläge ein und fast das gesamte Feld wechselte auf Regenreifen.

Rast übernahm auf Slicks die Führung vor Perera, der sich trotz der teilweise nassen Fahrbahn ebenfalls gegen Regenreifen entschied. Diese Strategie ging voll auf. Die Konkurrenten konnten im weiteren Verlauf den Rückstand nur unwesentlich verkürzen und fuhren in der Schlussphase sogar langsamere Rundenzeiten. Davon profitierte Engstler. Der Lamborghini-Pilot hatte das Rennen auf Platz 15 in Angriff genommen und kämpfte sich mit den Trockenreifen in den letzten Umläufen noch auf den dritten Podiumsplatz vor. Vierter wurde Nicki Thiim (DK), der nach einem Überholmanöver in der letzten Kurve seinen Teamkollegen Bortolotti auf Rang fünf verwies.

Platz sechs ging an Kelvin von der Linde. Damit verteidigte der Südafrikaner seine Führung im Gesamtklassement vor Bortolotti und Rast. Sein Bruder Sheldon kam im zweiten BMW von Schubert Motorsport als Siebter ins Ziel. Engel beendete den siebten DTM-Lauf der Saison auf Rang acht, während sich der lange führende Aitken mit Position neun zufriedengeben musste. Lamborghini-Fahrer Maximilian Paul (Dresden/Paul Motorsport) wurde Zehnter.

Stimmen nach dem Rennen

Franck Perera: „Besonders die Schlussphase des Rennens war unfassbar intensiv. Einerseits bin ich immer dichter an René Rast rangekommen, andererseits wollte ich auch den zweiten Platz absichern. Bei solchen Bedingungen kann immer etwas passieren. Glücklicherweise hat es nur in der ersten Kurve stärker geregnet, die Slicks waren die richtige Wahl.“

Luca Engstler: „Nach einer Kollision am Start verlief die erste Rennhälfte so schlecht, dass ich das Auto eigentlich schon abstellen wollte. Als aber die ersten Tropfen kamen, wusste ich, dass nach vorne was gehen kann. Am Ende haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen und sind als Team mit zwei Autos aufs Podium gefahren.“

Ergebnis, 7. Meisterschaftslauf, Norisring (Top-Five)

1. René Rast (D/Schubert Motorsport)

2. Franck Perera (F/Lamborghini Team TGI by GRT), +2,272 Sekunden

3. Luca Engstler (D/Lamborghini Team Liqui Moly by GRT), +37,075 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/SSR Performance), +44,111 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +44,479 Sekunden

Vierter Saisonsieg für BMW-Duo Schrey/Piana auf dem Norisring

  • Fahrerpaarung von Hofor Racing by Bonk Motorsport damit Halbzeitchampion
  • Drei BMW M4-Duos auf dem Podium des Norisrings
  • Max Kronberg gewinnt Trophy-Wertung

Vierter Saisonsieg für Schrey/Piana am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Blauer Himmel, die typische Hitze, volle Tribünen und jede Menge Rennaction. Das Debüt der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring hat genau das eingehalten, was im Vorfeld erwartet wurde. Am Ende des rund einstündigen Laufs auf dem Straßenkurs in Nürnberg gewannen Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Es war bereits der vierte Sieg im fünften Saisonrennen für das BMW M4 GT4-Duo. Schrey/Piana setzten sich somit auch die Krone für den inoffiziellen Halbzeitchampion der Saison 2024 auf. Die Markenkollegen Leyton Fourie (18/ZAF) und Max Rosam (19/Taunusstein, beide FK Performance Motorsport) belegten Platz zwei. Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm) machten mit Platz drei ein starkes Ergebnis für Hofor Racing by Bonk Motorsport perfekt.

Piana begann das Rennen bereits von der Pole-Position aus. Souverän verwandelte er die gute Ausgangslage direkt in die Führung. Mit schnellen Rundenzeiten setzte sich der Italiener im Anschluss an der Spitze des Feldes ab und fuhr bis zur Rennhalbzeit einen Vorsprung von rund 14 Sekunden heraus. Hinter dem Italiener ging es hingegen richtig zur Sache. Insbesondere zwei weitere BMW-Fahrer drehten im ersten Rennabschnitt ordentlich auf. Fourie fuhr seinen M4 GT4 von Startplatz neun mit packenden Überholmanövern bis auf die zweite Position nach vorne. Genauso stark aufgelegt präsentierte sich Tim Reiter, der mit Übersicht aber dennoch energisch von Rang elf bis auf den vierten Platz nach vorne eilte.

Die Phase der Boxenstopps änderte an der Reihung auf den beiden Spitzenpositionen nichts. Schrey übernahm von Piana und blieb souverän in Führung. Max Rosam, der für Fourie ins Cockpit stieg, hatte Platz zwei inne. Durch einen perfekt getimten Boxenstopp der Hofor Racing by Bonk Motorsport-Crew ging Reiters Partner Leon Wassertheurer auf Platz drei in die zweite Rennhälfte. Die beiden jungen Deutschen Rosam und Wassertheurer entzückten im weiteren Rennverlauf die vielen Zuschauer rund um die Strecke mit packender Action. Immer wieder versuchte Wassertheurer seinen Markenkollegen zu Überholen, jedoch konnte Rosam fair verteidigen, sodass die Reihung bis zum Rennende Bestand hatte. Fourie/Rosam gewannen somit auch die Juniorwertung.

Hinter den drei BMW auf dem Podiumsplätzen belegten Max Kronberg (37/Singapur) und Hendrik Still (36/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4 Rang vier. Kronberg feierte dadurch den nächsten Sieg in der Trophy-Wertung. Platz fünf ging an die Markenkollegen Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) vor dem Mercedes-AMG GT4-Duo Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG GT4, die auf dem Lausitzring noch das Sonntagsrennen für sich entschieden.

Platz sieben ging an Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group) in einem weiteren Mercedes-AMG vor den BMW-Fahrern Joseph Warhurst (18/GBR) und Tom Edgar (19/GBR, beide FK Performance Motorsport) sowie Mattis Pluschkell (19/Elmenhorst-Lichtenhagen) und Luca Bosco (20/ITA, beide BWT Mücke Motorsport, ebenfalls Mercedes-AMG). Die Top Zehn komplettierten Mohan Ritson (21/GBR) und Gianni van de Craats (18/NLD, beide FK Performance Motorsport) im BMW.

Stimmen nach dem Rennen

Gabriele Piana – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Besser konnte es nicht laufen. Tatsächlich bin ich ein wenig überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass wir so viel mehr Speed als die anderen haben würden. Somit konnte ich früh damit beginnen, die Reifen zu managen. Heute war es jedoch relativ heiß, was insbesondere für die Porsche ein Problem darstellte. Ich bin zufrieden: Schnellste Runde, Pole-Position und der Sieg. Was will man mehr?

Michael Schrey – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Das Rennen war für uns heute optimal gelaufen. Nachdem Gabi in Kurve eins die Führung behalten hatte, konnte er diese in der ersten Rennhälfte sukzessive ausbauen. Ich musste den Vorsprung in meinem Rennabschnitt dann nur noch verwalten. Das war relativ einfach, zumal die Autos dahinter in Kämpfe verstrickt waren. Meinen ersten Sieg auf dem Norisring hatte ich vor 19 Jahren. Nun wieder ganz oben zu stehen, ist klasse.“

Leyton Fourie – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Das Podium haben wir gebraucht, um weiterhin um die vorderen Plätze in der Meisterschaft mitreden zu können. Das Team hat richtig gut gearbeitet. Wir haben über Nacht noch etwas am Auto geändert. Das hat geklappt. Mein Start lief schon super. Ich konnte direkt zwei Plätze gewinnen und danach habe ich mich durch das Feld gearbeitet.“

Max Rosam – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Es ist unser zweites Mal auf Platz zwei in diesem Jahr. Genau diese Konstanz brauchen wir, um die Möglichkeit zu haben, um den Titel zu kämpfen. Leyton hat das Auto nach vorne gefahren und ich musste die Position dann nur noch halten. Das war zum Ende hin doch recht schwierig, da der andere BMW richtig Druck machte.“

Tim Reiter – Platz drei für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Das Podium fühlt sich natürlich super an. Ich möchte mich beim Team und Leon bedanken. Von Platz elf so weit nach vorne zu kommen, war unbeschreiblich schön. In meinem Stint hielt ich mich aus allem heraus und konnte dennoch Überholmanöver setzen. So macht Rennen fahren am meisten Spaß.“

Leon Wassertheurer – Platz drei für Hofor Racing by Bonk Motorsport

„Die größte Freude entsteht, wenn man eigentlich gar nicht damit rechnet. Tim hatte am Anfang einen mega Job gemacht. Ich hatte dann einen tollen Zweikampf, in dem es richtig spannend zur Sache ging. Ich wollte jedoch nicht zu viel Risiko gehen. Denn mit dem Podium können wir nach Startplatz elf zufrieden sein.“