Freitag, 5. Juli 2024

Stefan Mücke dominiert 1.Freies Training der DTM Classic

Mit dem ersten freien Training stieg die DTM Classic am Freitagvormittag in ihr Norisring-Wochenende ein. Bei sonnigem Wetter markierte Stefan Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) auf dem Nürnberger Stadtkurs schon früh in der Session die Bestzeit, die er immer weiter steigerte. Am Ende des Trainings stand er mit einer Rundenzeit von 50,594 Sekunden auf Rang eins des Klassements.

„Wir haben erstmal nicht verbissen auf die schnellstmögliche Runde hingearbeitet; ich denke, es geht noch schneller“, zeigte sich der Berliner motiviert. Dass er den Mercedes zusammen mit seinem Vater Peter Mücke überhaupt auf dem Norisring einsetzen kann, freut ihn sehr. „Es ist toll, dass wir diese Autos in diesem Umfeld präsentieren können. Die alten Fahrzeuge haben kein ABS, keine Traktionskontrolle und auch das Schalten ist anders als bei modernen Rennwagen; das alles macht einfach nur Spaß. Aber nicht nur für mich als Fahrer, sondern auch für unsere Mechaniker ist dieses Wochenende besonders. Als wir den Mercedes in der Werkstatt haben warmlaufen lassen, gab es nur strahlende Augen.“ Die C-Klasse mit der Startnummer 17 war 2006 der Renner von Stefan Mücke in seiner letzten DTM-Saison, wurde davor von Bernd Schneider pilotiert und danach noch von Susie Stoddard. „Wir haben das Auto über zwei Jahre wieder aufgebaut und es ist klasse, dass es wieder fährt.“

Hinter dem Berliner Stefan Mücke reihte sich Stefan Rupp (Audi A4 DTM) ein, Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC) belegte den dritten Platz. „Dieses erste freie Training war für mich mehr eine Funktionskontrolle und es fühlte sich alles gut an.“ Scheer bewegt einen rechtsgelenkten Ford Sierra, mit dem Rob Gravett 1990 in der britischen Tourenwagen-Meisterschaft dominierte. „Ich mag den historischen Motorsport generell, liebe aber auch dieses Auto. Es hat einen Turbomotor, was die Leistungsentfaltung besonders macht. Ich komme mit diesem Ford und auch mit der Rechtslenkung, die er als ehemaliges britisches Auto natürlich hat, sehr gut zurecht“, erzählte er mit strahlenden Augen. Dass er mit seiner Einschätzung nicht falsch liegt, zeigte Scheer schon im Vorjahr an gleicher Stelle, als er beide Rennen von der letzten Position beginnen musste und jeweils den zweiten Rang eroberte.

Anton Werner (Audi 200 M86 MTM) beendete das erste freie Training auf Platz vier, gefolgt von Klaus Hoffmann / Tim Schrick (Opel Astra Coupé V8 DTM), Altfrid Heger (Audi V8 DTM), Yannik Dinger / Harald Grohs (BMW E36) sowie Hans-Joachim Stuck (Audi V8). Das zweite freie Training der DTM Classic wird heute um 15:00 Uhr gestartet, um 17:55 Uhr steht dann noch das erste Zeittraining auf dem Programm.


Interview mit Hans-Jürgen Abt

„Die DTM war und ist die wichtigste Meisterschaft im deutschen Motorsport“

Kelvin v. d. Linde Audi #3 Abt Sportsline führ die Meisterschaft momentan an
Foto: Jens Hawrda

Die DTM feiert an diesem Wochenende im Rahmen des Norisring-Rennens ihren 40. Geburtstag. ABT Sportsline ist seit 25 Jahren in der DTM am Start und mit 76 Siegen, 256 Podien, fünf Fahrer- und fünf Teamtiteln das erfolgreichste aktive DTM-Team. Hans-Jürgen Abt, CEO der ABT Gruppe, im Interview zum Jubiläum.

Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie die drei Buchstaben „DTM“ hören?

Hans-Jürgen Abt: „Die DTM war und ist die wichtigste Meisterschaft im deutschen Motorsport, die tolles Racing bietet und viele Fans anlockt. Wir haben uns in der DTM als Team von Anfang an wohlgefühlt und seit 2000 jede Menge Pokale geholt, zahlreiche Rennen und Meisterschaften gewonnen. Wir sind jetzt seit 25 Jahren dabei und stolz, eines der erfolgreichsten DTM-Teams zu sein.“

Wie ist vor 25 Jahren die Idee entstanden, in die DTM einzusteigen?

Hans-Jürgen Abt: „Eigentlich aus der Not heraus. 1998 waren wir Audi-Werksteam in der STW (Supertourenwagen-Meisterschaft, Red.). Als sich Audi entschieden hat, im großen Stil nach Le Mans zu gehen, haben wir als Privatteam in der STW weitergemacht. Plötzlich gab es die STW nicht mehr. Das heißt, wir hatten ein professionelles Team aufgebaut, aber kein Betätigungsfeld mehr. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion ist das TT-Konzept entstanden. Mit einem einzigen Blatt Papier und einer Zeichnung haben wir uns bei der ITR (DTM-Dachorganisation bis 2020, Red.) beworben. Es war gar nicht so einfach, überhaupt eine Startgenehmigung in der DTM zu bekommen.“

Zunächst war es ein Wettlauf gegen die Zeit, überhaupt beim ersten Rennen in der DTM am Start zu stehen, oder?

Hans-Jürgen Abt: „Ja, das war verrückt. Wir haben in 100 Tagen ein Auto gebaut. Das würde es heute in dieser Form nicht mehr geben. Wir haben es letztendlich geschafft, die Autos fertigzubekommen und den Roll-out in Hockenheim zu machen – am Rennwochenende! Nur um erst einmal festzustellen, dass wir relativ weit weg von der Pace waren. Aber diese Herkulesaufgabe hat uns alle zusammengeschweißt und ein Team mit dieser einzigartigen DNA hervorgebracht.“

Am Anfang wurde ABT Sportsline belächelt, aber das Lachen ist den Wettbewerbern schnell vergangen: erste Punkte in der ersten Saison, der erste Sieg in der zweiten und der Meistertitel in der dritten.

Hans-Jürgen Abt: „Als Team waren wir mit unseren gelben Autos – und später auch den blauen – von Anfang an sehr beliebt bei den Fans. Es gab große ABT Fahnenmeere. Die Fahrer haben sich dafür geopfert, das Auto von Wochenende zu Wochenende zu verbessern. Auch das Engagement der Mechaniker war unglaublich. Opel haben wir irgendwann überholt und dann mit Mercedes um Siege gekämpft.“

Ein ganz besonderer Sieg gegen Mercedes war sicher 2002 auf dem Norisring, als Laurent Aiello Bernd Schneider in der letzten Kurve überholt hat?

Hans-Jürgen Abt: „Das war natürlich das Ober-Highlight. Der Bernd war damals ganz schön angefressen. Er war ‚Mister DTM‘, der beste und erfolgreichste DTM-Fahrer aller Zeiten. Ihn so zu schlagen ist nur Aiello gelungen. Der hat ihn in der letzten Kurve ausgetrickst. Bernd meinte, eine gelbe Fahne gesehen zu haben. Aber da war keine, höchstens eine gelbe ABT Fahne. Der Norisring ist unser Heimrennen und dort zu gewinnen war schon immer besonders schwer. Es war einer der wenigen Audi-Siege auf dem Norisring, der uns sehr viel Aufmerksamkeit beschert hat. Solche Rennen gibt es nur selten.“

Nach einer langen Zeit als Werksteam ist ABT Sportsline in der DTM nun wieder als Privatteam aktiv. Wie finden Sie das?

Hans-Jürgen Abt: „Ich bin sehr glücklich, dass wir wieder unsere eigenen Wege gehen und alles im Team selbst entscheiden können. In den letzten Jahren der Werksdynastie konnten wir ja nicht einmal mehr an unseren eigenen Setups arbeiten. Alles war gläsern. Wenn wir etwas geändert haben, wussten das auch die anderen Teams von Phoenix und Rosberg. Unser einziges Asset waren am Ende eigentlich noch die Boxenstopps. Das war nicht mein Anspruch. Es ging nur noch um das Auto und die Marke. Schon im vierten Rennen wurde festgelegt, auf welchen Fahrer man setzt. Für mich war das nicht mehr real racing, wie wir es heute wieder haben: kämpfen, Spaß haben und auf der Strecke etwas riskieren.“

Die DTM als Privatteam zu stemmen geht aber nicht ohne starke Partner. Welche Rolle spielt Sportmarketingchef Harry Unflath dabei?

Hans-Jürgen Abt: „Harry ist einzigartig und ein Teil der Familie. Er hat den Motorsport bei ABT Sportsline gemeinsam mit mir von klein auf aufgebaut. Er hat damals auch Michael Beck von Hasseröder überzeugt, mit uns in die DTM zu gehen, sonst hätten wir das alles gar nicht geschafft. Selbst für Audi hat Harry später die Partner besorgt. Er ist der wichtige Mann im Hintergrund und versucht, die Partner in die Familie zu integrieren. Seine Strategie und sein Netzwerk sind einmalig.“

Mit Laurent Aiello, Mattias Ekström und Timo Scheider haben drei Fahrer für ABT Sportsline die DTM gewonnen. Wie sehen Sie die drei?

Hans-Jürgen Abt: „Laurent Aiello war ganz wild. Er war damals in der Szene der absolute Superstar mit seiner besonderen Art und Weise. Er war aber auch sehr familiär und ist deshalb so gerne bei uns gefahren. Er hat in seiner eigenen Welt gelebt, aber uns als Firma sehr viel gebracht. Wenn Leistung abzuliefern war, war er da. Er hat uns eigentlich erst dahin gebracht, wo wir heute sind. Dann kam Mattias Ekström, auch ein sehr starker Charakter. Er kam damals als kleiner Bub zu uns und hat sich das DTM-Cockpit mit Leistung erkämpft. Über viele Jahre war Mattias für uns, was Bernd Schneider für Mercedes war. Wir haben uns gegenseitig vertraut und auch heute noch ist Mattias überall, wo er fährt, erfolgreich. Timo Scheider wollte immer bei uns fahren und hat mit allen Mitteln versucht, zu uns ins sogenannte A-Team zu kommen. Ab dem Tag, an dem er bei uns war, war er sehr schnell und ist zweimal Meister geworden. Ich denke, alle drei sind heute froh, dass sie bei uns gefahren sind. Sie können uns auch etwas dankbar sein, dass wir einen Beitrag zu ihren Karrieren geleistet haben.“

Aktuell starten Kelvin van der Linde und Ricardo Feller für ABT Sportsline in der DTM. Ihre Meinung über die beiden?

Hans-Jürgen Abt: „Kelvin ist von der Performance her einer der besten im DTM-Fahrerlager und auch den Grundspeed von Ricardo schätze ich sehr. Beides sind starke Charaktere. Aber ich habe sie lieber in einem Team und handle sie, als dass sie gegen uns fahren würden. Wir sind mit beiden super aufgestellt und ich hoffe, dass sie noch lange für uns fahren.

Mit Martin Tomczyk ist ein ehemaliger DTM-Fahrer von ABT Sportsline nun Motorsportdirektor. Wie schlägt er sich?

Hans-Jürgen Abt: „Sehr gut, finde ich. Natürlich braucht jeder seine Zeit. Es ist ja gar nicht so einfach, Teamchef zu sein mit so vielen starken Persönlichkeiten in der Mannschaft. Ich finde, er macht das gut, bringt Ruhe rein und ist ja auch erfolgreich.“

Der heutige CEO von ABT Sportsline, Thomas Biermaier, hat seine Laufbahn bei ABT Sportsline in der DTM begonnen. Erinnern Sie sich daran?

Hans-Jürgen Abt: „Das war damals ein sogenannter ‚Edelpraktikant‘, den Harry Unflath mit ins Haus gebracht hat. Er ist durch seine Größe aufgefallen und hat sich von Anfang an sehr engagiert. Er wollte etwas in der DTM machen und so hat er den Job bekommen, als Praktikant in der DTM die Reifen zu waschen. In Amerika sagt man ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär‘. Thomas hat es vom Reifenwäscher bis an die oberste Spitze von ABT Sportsline gebracht. Er genießt mein volles Vertrauen. Er hat einen mega Instinkt, wie man ein Rennteam oder eine Firma führt.“

Nach 25 gemeinsamen Jahren mit Audi in der DTM droht das Ende dieser Partnerschaft. Verstehen Sie die Entscheidung von Audi, das Kundensport-Programm einzustellen?

Hans-Jürgen Abt: „Ich kann mich mit dieser Firmenpolitik nicht identifizieren und würde mir wünschen, dass der aktuelle Audi-Vorstandsvorsitzende Gernot Döllner das noch einmal überdenkt. Kundensport ist ein Geschäftsmodell und mit relativ geringen Mitteln machbar. Noch dazu boomt er. Audi hat mit seinen Erfolgen weltweit über viele Jahre Kunden angesprochen und glücklich gemacht. Und dann kippt man so etwas. Ich glaube, dass das den Kunden überhaupt nicht gefällt und sie im schlimmsten Fall zu Mitbewerbern wie BMW oder Mercedes abwandern. Die wieder zurückzuholen kostet mehr Geld, als die Abteilung am Leben zu halten.“

Für ABT Sportsline ist die DTM aber weiter wichtig?

Hans-Jürgen Abt: „Natürlich. Wir sind ein innovatives Unternehmen. ‚Von der Rennstrecke auf die Straße‘ ist unser Slogan. Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir gute Arbeit leisten, technisch versiert und zuverlässig sind. Durch den Motorsport kann man Vertrauen in unsere Produkte aufbauen. In der DTM beweisen wir unsere technische Kompetenz.“

Wie sehen Sie die Zukunft der DTM?

Hans-Jürgen Abt: „Der ADAC war früher Partner der DTM, seit dem vergangenen Jahr ist er Promoter und macht seinen Job meiner Meinung nach ganz gut. Wichtig ist, auf CO2-Reduktion durch nachhaltige Technologien, etwa beim Kraftstoff, zu setzen, um sich in Zukunft nicht angreifbar zu machen. Gleichzeitig sollte man die Teams stärken, damit sich diese langfristig engagieren, ohne zu sehr von den Herstellern abhängig zu sein. Formel 1 und MotoGP zeigen, wie ein Geschäftsmodell für Promoter, Veranstalter und Teams funktionieren kann. Da müssen wir mit der DTM in Deutschland auch hin. Ich finde es genau richtig, sich auf den deutschen Markt zu konzentrieren, mit ein paar Rennen in benachbarten Ländern. Das Interesse der Fans ist da. Die Zuschauerzahlen steigen und auch die TV-Quoten sind sehr ordentlich. Wenn der ADAC hart daran arbeitet, hat die DTM eine gute Chance, für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.“

Donnerstag, 4. Juli 2024

Zeitreise durch die DTM-Geschichte: Die DTM Classic am Norisring

Foto: Jens Hawrda

DTM-Rennwagen aus vier Dekaden und die Helden von einst: Das ist die DTM Classic auf dem Norisring. Im Jubiläumsjahr der DTM werden zum 40. Geburtstag der Rennserie beim Saisonhighlight am Norisring in Nürburgring zwei Rennen mit historischen DTM-Rennern ausgetragen. Die Besucher können sich auf spektakuläre Autos wie den Audi V8 und ehemalige DTM-Stars, unter ihnen Hans-Joachim Stuck, Harald Grohs und Altfrid Heger, freuen. Und Kommentatoren-Legende Rainer Braun wird sein einmaliges Comeback geben und das Treiben auf der Strecke am Mikrofon begleiten. Die beiden Rennen der DTM Classic sind am Samstag und Sonntag live auf dem YouTube-Kanal der DTM und auf ran.de zu sehen. Dazu kommen zur Geburtstagsparty der DTM auch viele Rennlegenden zum Norisring. In der DTM Fan Zone gibt es am Samstag und am Sonntag Talkrunden mit den DTM-Legenden.

Hans-Joachim Stuck kommt mit einem Audi V8

Hans-Joachim Stuck wurde 1990 mit einem Audi V8 DTM-Meister, feierte aber auch zwei Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und war einige Jahre in der Formel 1 aktiv, wo er als Höhepunkt zweimal als Dritter abgewinkt wurde. In der DTM war Stuck Anfang der 90er Jahre einer der Publikumslieblinge und eroberte in seiner ersten Saison bereits den Titel. Auf dem Norisring wird er mit einem seiner Original-Fahrzeuge aus Anfang der 1990er Jahre antreten.

Mit Harald Grohs und Altfrid Heger kommen zwei ehemalige DTM-Teilnehmer an den Norisring, die beide aus Essen stammen. Heger wechselte 1986 vom Formel- endgültig in den Tourenwagensport. Und schon 1987 zeigte sich, dass dies eine gute Wahl war, denn er konnte den Vize-Titel in der Tourenwagen-Europameisterschaft bejubeln. Am Norisring pilotiert Heger einen Audi V8 und erhofft sich unter anderem spannende Duelle mit Hans-Joachim Stuck, der ebenfalls einen Audi V8 fahren wird. 

Harald Grohs bildet Fahrerduo mit Yannik Dinger

Grohs war bereits in der deutschen Rennsport-Meisterschaft aktiv und startete ab 1984 in der damals neu ins Leben gerufenen DTM. Im belgischen Zolder gewann der Essener das Premierenrennen der DTM; das erste Jahr beendete er auf Position drei der Fahrerwertung. Diese Platzierung konnte er 1985 wiederholen. „Die alten Rennwagen zu fahren ist zwar deutlich anstrengender als moderne Fahrzeuge zu bewegen, aber es macht auch mehr Spaß, sie ans Limit zu bekommen. Und auf dem Norisring ist es gleich noch anstrengender, denn diese Strecke verlangt wegen des ständigen starken Bremsens und starken Beschleunigens vom Material und auch vom Fahrer wirklich alles ab. Neben einem guten Auto war immer auch eine Top-Kondition wichtig, wenn man in Nürnberg erfolgreich sein wollte. Und abgesehen davon ist die Atmosphäre am Norisring immer eine sehr besondere. Ich freue mich schon auf das Wochenende, an dem ich mir einen BMW E36 nach Klasse-2-Reglement mit Yannik Dinger teile.“

Mücke Motorsport unter anderem mit Vater Peter und Sohn Stefan am Start

Einen ganz anderen Werdegang kann Peter Mücke aufweisen, der Berliner ist ein Kind des DDR-Motorsports. Elfmal wurde er DDR-Meister, davon viermal auf der Rundstrecke und siebenmal im Auto-Cross. Zudem gewann er noch dreimal die Auto-Cross-Europameisterschaft. Später gründete er den Rennstall Mücke Motorsport, der nicht nur im Nachwuchs-Rennsport, sondern auch in der DTM antrat. An der DTM nahm auch Peters Sohn Stefan teil. Aktuell beschäftigt sich das Vater-Sohn-Gespann mit historischem Motorsport und setzt am Norisring einige Fahrzeuge ein. Gemeinsam bewegen Peter und Stefan Mücke einen Mercedes-Benz C-Klasse DTM, das Original-Auto von Bernd Schneider aus dem Jahr 2005.

Sowieso werden einige Original-Rennwagen am Norisring zu bewundern sein, darunter der Original-Renner von Gerd Ruch aus der DTM 1994. Der Berliner war mit seinem Ford Mustang damals zwar kein Garant für vordere Platzierungen, wurde wegen des auffälligen Fahrzeugs aber trotzdem vom Publikum geliebt. Ruchs Mustang wird nun von Guido Momm gesteuert. René Ruch fährt in Nürnberg einen Original BMW M3 aus der DTM 1989, Peter Kohl einen Ford Sierra Cosworth RS500 in Originalzustand aus der Tourenwagen-EM 1988 und Michael Meyer den Original BMW E21 Gruppe 2, mit dem Helmut Kelleners und Siggi Müller jr. 1980 Tourenwagen-Europameister geworden sind. Das älteste Auto im Feld der DTM Classic ist ein BMW 320 Gruppe 5, den der Norweger Mads Gjierdrum nach Nürnberg bringt; das Fahrzeug wurde 1977 im Rahmen des BMW Junior Teams von Eddie Cheever pilotiert. Und auch aus den 2000er Jahren sind einige Originale dabei, unter anderem der Opel Astra Coupé V8 DTM von Joachim Winkelhock aus 2003 oder der Audi A4 DTM, den Timo Scheider 2007 gefahren ist.

Nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der DTM Fan Zone gibt es einen Ausflug in die DTM Geschichte. Am Sonntag und am Sonntag moderiert Maren Braun auf der Bühne Talkrunden mit DTM-Legenden. Zu den Gästen der DTM Geburtstagsfeier zählen unter anderen der erste Champion Volker Stryczek, Olaf Manthey, Rekordchampion Bernd Schneider, AMG-Gründer Hans-Werner Aufrecht, Ex-Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug, Timo Scheider, Maximilian Götz, Martin Tomczyk, Walter Röhrl und Prinz Leopold von Bayern.

Quelle: dtm.com


Fahrerwechsel bei GRT: Franck Perera feiert DTM-Comeback

Den Lamborghini #63 pilotiert am Norisring Frank Perera 
Foto: Jens Hawrda

Das Lamborghini Team TGI by GRT reist mit einem neuen Line-up zum vierten DTM-Stopp an den Norisring (5. bis 7. Juli): Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera ersetzt Christian Engelhart, der auf Grund einer Knie-Operation nicht an den beiden Meisterschaftsläufen in Nürnberg teilnehmen kann. Der Franzose wird damit neuer Teamkollege von Luca Engstler und pilotiert den Lamborghini Huracán GT3 Evo2 mit der Startnummer 63.

Die DTM ist für Perera kein Neuland: Nach einem Gaststart 2022 absolvierte er vergangenes Jahr für SSR Performance eine komplette Saison und holte einen Sieg sowie zwei Podiumsergebnisse. Neben seinem Einsatz in der DTM tritt er auch in der GT World Challenge mit dem Grasser Racing Team an. Am kommenden Wochenende erwartet Perera der einzige Stadtkurs Deutschlands. Dort fuhr der Routinier 2023 in beiden Rennen in die Punkte.

Quelle: dtm.com


Mittwoch, 3. Juli 2024

Debüt der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring

  •  Wer wird der Halbzeitchampion der Saison 2024?
  •  Porsche-Pilot Knopp will Tabellenführer Schrey/Piana herausfordern
  •  Heimspiel für ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Thomas Rackl

ADAC GT4 Germany startet erstmals am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany befährt am kommenden Wochenende (5. bis 7. Juli 2024) Neuland. Erstmals tritt die Sportwagen-Serie des ADAC auf dem Norisring an. Mit langen Geraden und nur fünf Kurven verfügt der einzige Stadtkurs in Deutschland über ein ganz spezielles Layout, was in den beiden Rennen viel Action garantiert. All das verspricht Spannung pur. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden am Samstag ab 11:30 Uhr und am Sonntag ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1 übertragen. Tickets gibt es online auf dtm.com.

Auch sportlich wird es am Rennwochenende richtig zur Sache gehen. Denn auf dem Norisring werden die inoffiziellen Halbzeitchampions der Saison 2024 gekürt. Beste Chancen dafür haben Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Das BMW M4 GT4-Duo konnte drei der vier bisherigen Saisonrennen gewinnen und führt die Tabelle mit 88 Punkten an. Dichteste Verfolger sind Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) und Josef Knopp (20/CZE, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4, die 66 Zähler auf dem Konto haben.

Knopp hat den Halbzeittitel fest im Blick. „Wir möchten auf dem Norisring natürlich den Punkteabstand zu Schrey/Piana reduzieren – oder wenn möglich sogar an ihnen vorbeiziehen. Grundsätzlich wäre es aber noch besser, am Ende der Saison ganz oben in der Tabelle zu stehen. Dafür ist es wichtig, in allen ausstehenden Rennen gute Punkte zu sammeln. Wir reisen zum Norisring mit dem Ziel, auf das Podium zu kommen. Über Rennsiege würden wir uns sicherlich noch mehr freuen. Im Vorfeld des Rennwochenendes ist es aber stets recht schwer, die Wettbewerbssituation einzuschätzen“, so Knopp. „Für mich ist der Norisring neu. Im Team haben wir uns aber gezielt auf die Strecke vorbereitet. Sicherlich hat die Qualifikation und somit der Startplatz eine herausragende Bedeutung, da das Überholen auf dem Norisring nicht einfach ist.“

Mit viel Rückenwind kommen auch die beiden Südeuropäer Enzo Joulié (20/AND) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) ins fränkische Monaco. Die Mercedes-AMG GT4-Fahrer konnten zuletzt auf dem Lausitzring das Sonntagsrennen für sich entscheiden und belegen mit 56 gesammelten Punkten Gesamtrang drei. „Der Norisring ist eine ganz spezielle Strecke. Tatsächlich war ich dort aber bereits zweimal am Start und verfüge somit über etwas Erfahrung. Es herrscht eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre, sodass das Fahren sehr viel Spaß bereitet. Auf dem Papier wirkt der Norisring mit den wenigen Kurven zunächst einfach. Doch es wird auf die Details ankommen und folglich richtig eng zugehen“, prognostiziert de Fulgencio. „Unser Ziel ist klar. Wir wollen dieses Jahr um den Titel fighten. Somit fahren wir zum Norisring, um beide Rennen zu gewinnen. Vor allem da wir dieses Jahr auch schon einen Nuller hatten, zählt es nun umso mehr.“

Das große Heimspiel auf dem Norisring gibt Thomas Rackl (16), der sich einen BMW mit Andreas Jochimsen (26/DNK, beide ME Motorsport) teilt. Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot kommt aus dem fränkischen Berching und fährt nur rund 40 Minuten zur Strecke. Rackl nutzt somit die Gelegenheit, am Rennwochenende im heimischen Bett zu schlafen. „Viele Freude und Familienmitglieder werden mich vor Ort unterstützen. Alleine schon deswegen ist das Rennwochenende ganz besonders“, blickt Rackl erwartungsfroh voraus. „Ich kenne des Norisring bislang nur aus der Zuschauerperspektive, da ich als Kind dort ganz oft die DTM angeschaut habe. Gefahren bin ich den Norisring tatsächlich noch nicht. Auf das Streckenlayout habe ich mich jedoch bereits intensiv im Simulator vorbereitet. Grundsätzlich hat auch die körperliche Fitness bei mir einen sehr hohen Stellenwert. Sportlich wollen wir den nächsten Schritt machen und peilen Plätze in den Top Fünf an. In der Juniorwertung möchte ich beim Heimspiel auf dem Treppchen stehen.“