Dienstag, 4. Juni 2024

IDM SSP 300: Doppelsieg Für Buis, Svendsen behält Führung

Jeffrey Buis #6 siegt in Rennen 2 in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Das Podium in der IDM Supersport 300 in Oschersleben glänzte auch nach dem zweiten Rennen in leuchtendem KTM-Orange. Jeffrey Buis ging erneut als Sieger hervor, Oliver Svendsen und Phillip Tonn komplettierten die Ränge zwei und drei.

Der Erfahrenste hatte an diesem Wochenende eindeutig die Oberhand: Der zweifache Weltmeister Jeffrey Buis (Freudenberg KTM-Paligo Racing) gewann auch das zweite Rennen der Supersport 300-Klasse in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) am Sonntag und machte damit einen Doppelsieg perfekt.”Das Rennen heute war wesentlich schwieriger für mich zu fahren als gestern, da ich kein Gefühl zu meinem Vorderrad hatte. Wahrscheinlich lag es an dem Wetterumschwung”, äußerte sich Jeffrey Buis anschließend zum Rennen. Trotz windiger Bedingungen und kühlen Temperaturen hatte der Niederländer das beste Händchen und den höchsten Speed, um seinen Verfolgern und zugleich Teamkollegen zu zeigen, dass er so leicht nicht zu besiegen ist.

Das bekam auch Oliver Svendsen zu spüren, der als Zweiter die Ziellinie überquerte. Svendsen fuhr taktisch klug, probierte sich im letzten Rennviertel an einigen Stellen aus, um seinen Plan für die letzte Runde fix zu haben. Am Ende war es die letzte Kurve vor dem Ziel, in der Svendsen gegen Philipp Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing) zur Attacke blies und mit mehr Schwung aus dem Überholmanöver hervorging. Tonn drehte zwar den Gashahn bis zum Anschlag auf, blieb jedoch chancenlos. Svendsen behielt die Nase vorn und schnappte sich vor ihm den zweiten Platz. “Das hat gepasst und ich bin sehr zufrieden. Denn ich konnte zeigen, was in mir steckt”, sagte Oliver Svendsen, der mit den zusätzlichen 20 Punkten die Führung in der Gesamtwertung beibehält.

Trotz des verlorenen Zweikampfes war Philipp Tonn mit dem Ausgang des Rennens zufrieden. “Was ich gestern durch einen Fehler verbockt hatte, habe ich heute versucht, wieder gut zu machen”, meinte der KTM-Pilot aus Apolda. Das gelang ihm mit dem dritten Platz auf dem Podium. Ruben Bijman (Freudenberg KTM-Paligo Racing) fuhr ein ebenfalls starkes Rennen und wurde Vierter.

Zwischen Senna van den Hoven (Molenaar Racing), Korbinian Brandl (RBR Racing) und Dylan Czarkowski (Racing DC) spitzte sich der Kampf um Platz fünf in der letzten Runde zu. Schließlich war es van den Hoven, der sich am Ende durchsetzen konnte und vor seinen beiden Verfolgern ins Ziel kam. Der Deutsche Korbinian Brandl wurde Sechster. Czarkowski kam auf Rang sieben, gefolgt von den beiden Schweizern Fabio Sarasino (Freudenberg KTM-Paligo Racing) und Niklas Böhlen (Blau Power Bikes). Der Däne Ty Henriksen (Henriksen Racing) und der Schwede Emil Tägtlund (Tägtlund Motorsport) belegten die Plätze zehn und elf.

Ergebnis IDM Supersport 300, Race 2 (Top-Five): 

  1. Jeffrey BUIS (NLD/KTM)
  2. Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  3. Phillip TONN (GER/KTM)
  4. Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  5. Senna VAN DEN HOVEN (NLD/Kawasaki)

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM SSP: De Vleeschauer beschert Triumph den ersten Sieg

Podium Rennen 1
Foto: Jens Hawrda

Wer zu niedrigem Blutdruck neigt, braucht keine Tablette, sondern schaut ein IDM Supersport-Rennen an. In Oschersleben schoss der Puls im ersten Lauf schlagartig nach oben. Erst in der letzten Runde wurde geklärt, dass Luca de Vleeschauwer (MotoLife), Lennox Lehmann (Yamalube Kofler) und Marvin Siebdrath (Yamaha M32) aufs Podium steigen können.

Nach dem Start über die 15 Rennrunden in der Motorsport Arena Oschersleben übernahm Andreas Kofler sofort die Führung. Auftaktsieger Stepan Zuda stürzte mit der roten Ducati gleich aus dem Geschehen. Was für ein Pech für den Tschechen: Ende April hatte er beim Testen auf der Strecke einen heftigen Abflug bei 200 km/h erlebt und wurde ins Krankenhaus gebracht. Viel weiß er davon nicht mehr. Letztlich kam er mit Prellungen davon. Aber Freundschaft schließen wird er mit der Strecke wohl nicht mehr.

Kyle Smith wurde als Geheimtipp für das Rennen gehandelt. Schließlich herrschte englisches Wetter und bei so einem hat der Brite auch schon in der Supersport-WM gewonnen. Kofler ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Als sich Vizemeister Twan Smits vor ihn setzte, staunte er aber nicht schlecht. Der Niederländer schien ein ausgezeichnetes Vertrauen ins Vorderrad der Apreco-Yamaha zu haben. Kofler konnte den Spieß aber wieder drehen. Hinter ihm wartete nun die geballte Ladung an Kraft in Form von Smits, Lennox Lehmann, Dirk Geiger, Daniel Blin und Luca de Vleeschauwer auf die nächste Chance zum Überholen. Geiger war auf der Honda dabei extrem spät auf der Bremse. Triumph-Fahrer de Vleeschauer bemerkte, dass die Yamahas an der Spitze das Tempo anzogen. Die Luft schien förmlich zu brennen. Plötzlich behauptete sich Lehmann an der Spitze. Auf der anderen Seite stürzte Smits. Ihm war in der Rechtskurve eindeutig der Gang aus der Yamaha gesprungen und wieder eingerastet. Das Hinterrad blockierte. Sturz. Smits stand sofort aus dem Kies auf und hatte gewaltiges Glück, dass nicht noch mehr passiert war.

In den letzten drei Runden ging es drunter und drüber. Blin machte einen Fehler. Siebdrath überholte den Polen. Dann kassierte er Lehmann und Kofler. Aber da mischte auch schon de Vleeschauwer mit, der am Ende den ersten Sieg für Triumph holte. Der Belgier schrie vor Glück und das Team lag sich den Armen. Geschafft.

Was sonst noch passierte: Kyle Smith hat das englische Wetter nicht geholfen. Der Brite wurde Achter. Und Altmeister Kevin Wahr betrieb mit der Triumph Schadensbegrenzung, nachdem er vom 21. Startplatz losfahren musste. Er machte acht Positionen gut.

IDM Supersport, 1. Lauf (Top-Five):

1. Luca DE VLEESCHAUWER (BE/Triumph)

2. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)

3. Marvin SIEBDRATH (D/Yamaha)

4. Daniel BLIN (PL/Ducati)

5. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

DM SBK: Mikhalchik gewinnt Rennen 1 mit sechs Sekunkunde Vorsprung

Podest Rennen 1 IDM Superbike
Foto: Jens Hawrda

Dass der Kampf im ersten IDM Superbike-Lauf am heutigen Sonntag zwischen Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW) und Florian Alt (HRP-Honda) stattfinden würde, war vorauszusehen. Dass der Ukrainer aber mit sechs Sekunden Vorsprung in der Motorsport Arena Oschersleben gewinnen würde, kam doch überraschend. Dritter wurde Bálint Kovács (Champion Alpha BMW). Für den Ungarn war es der erste Podiumserfolg in der höchsten deutschen Motorradsportklasse.

„Das Wetter geht mir auf den Senkel. Den Test vor zwei Wochen hätten wir uns hier sparen können und Florian hätte mit seinem grippalen Infekt zu Hause bleiben können“, schüttelte Honda-Teamchef Jens Holzhauer den Kopf. Die bisher gesammelten Daten brachten heute überhaupt nichts. Es nieselte noch nicht wirklich, aber ganz trocken war es zu Beginn des ersten Laufes auch nicht. In Rennfahrerkreisen nennt man es „niederschlagender Nebel“, denn die Luft war auch alles andere als klar.

Der IDM-Führende Patrick Hobelsberger (GERT56) sandte aus der Startaufstellung zuerst einmal Grüße an die Oma, weil sie heute Geburtstag hat, danach widmete er sich dem Renngeschehen, das er nach dem gestrigen Trainings- und Superpole-Desaster heute aus der fünften Reihe in Angriff nehmen musste.

Gleich nach dem Start positionierte sich Polesetter Mikhalchik erneut vor Alt. Jan-Ole Jähnig schoss in einem Rutsch vom fünften auf den dritten Platz nach vorn. Ihm folgten Teamkollege Toni Finsterbusch, Bálint Kovács, Leandro Mercado (Kawasaki), Hannes Soomer (BMW), Thomas Gradinger (Yamaha), Vladimir Leonov (Ducati) und Lorenzo Zanetti (Ducati). „Pax“ Hobelsberger hatte weiter hinten keinen einzigen Platz gutgemacht.

Mikhalchik fuhr während des Rennens konstant tiefe 1:25er min-Rundenzeiten. Der 27-jährige Ukrainer funktionierte im Gegensatz zum Vorjahr wie ein Uhrwerk. Vor zwölf Monaten hatte er in Oschersleben mit Stürzen in beiden Superbike-Läufen eine herbe Schlappe einstecken müssen. Heute lief es für ihn hervorragend, „obwohl ich am Anfang nicht wusste, ob ich pushen soll oder nicht.“ Mikhalchik gewann das Rennen mit exakt 6,196 Sekunden Vorsprung vor Honda-Titelverteidiger Alt. Dem Nordrhein-Westfalen war der Reifen nach der Hälfte der Distanz eingegangen. „Seit den Rennen auf dem Sachsenring haben wir ein neues Fahrwerk. Bis zum zweiten Rennen werden wir noch Kleinigkeiten verändern.“

Während sich Mikhalchik wie auch Alt ihre Pokale ohne Bedrängung von vorn oder hinten holten, ging es um den dritten Platz deutlich heftiger zu. Soomer, der verletzungsbedingt beim Auftakt gefehlt hatte, steigerte sich im Laufe des Wochenendes beträchtlich und er wurde sogar noch Fünfter. Zanetti und Gradinger überholten Mercado, wobei Gradinger anschließend wieder Plätze einbüßte. Bei Finsterbusch baute der Reifen ab. Letztlich war sein 23-jähriger Teamkollege „JO“ Jähnig der beste Fahrer aus der GERT56-Mannschaft. Er wurde Vierter. Fürs Podium reichte es nicht, denn in den letzten Runden war kein Anderer als Bálint Kovács zu stark gewesen, der sagte: „Die Reifen waren heute der Schlüssel zum Erfolg.“

Was sonst noch passiert ist: Luca Grünwald tritt nach seinem Wechsel zu BMW auf der Stelle und fuhr zwei Runden vor Schluss mit technischem Defekt an die Box. Federico Caricasulo, der Ersatzfahrer für den verletzten Martin Vugrinec auf der Kawasaki von Skach Motors, trat bisher kaum in Erscheinung. Im Rennen wurde der Italiener von Milan Merckelbagh ins Abseits befördert. Merckelbagh bekam von der Rennleitung eine Strafe und bekam für den zweiten Superbike-Lauf eine Long Lap aufgebrummt. Das heißt, er muss einen zusätzlich eingebauten Schlenker passieren. Und was wurde aus „Pax“ Hobelsberger? Sechster nach 18 Runden. Und er hat vor dem zweiten Lauf noch einen Punkt Vorsprung in der Gesamtwertung.

IDM Superbike, 1. Lauf (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

2. Florian ALT (D/Honda)

3. Bálint KOVÁCS (HU/BMW)

4. Jan-Ole JÄHNIG (D/BMW)

5. Hannes SOOMER (EST/BMW)


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Samstag, 1. Juni 2024

IDM SSP 300: Jeffrey Buis ändert Taktik und siegt

Jeffrey Buis ist der Gewinner des ersten Rennens am Samstag.
Der KTM-Pilot wusste von allen am besten, wie er sich seine Kräfte
über die insgesamt 13 Runden einteilt.
Foto: Michael Praschak


Ein Podium in Orange: Jeffrey Buis gewinnt das erste Rennen am Samstagnachmittag in Oschersleben. Ruben Bijmann schickt Oliver Svendsen in der letzten Kurve auf Rang drei.

An der Dominanz von Jeffrey Buis (Freudenberg KTM-Paligo Racing) war auch im ersten Rennen der Supersport 300 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Oschersleben nicht zu rütteln. Nachdem der amtierende Weltmeister zuvor bereits alle Trainings behauptete, setzte er mit einem Sieg des ersten Rennens noch einen drauf. Der Weg dorthin führte allerdings über Strategie, die er sogar noch während des Rennens änderte: “Mein Plan war es eigentlich, vorne eine Lücke herauszufahren. Doch das war nicht möglich”, musste sich Buis eingestehen und änderte spontan die Taktik. Statt weiter zu pushen, schaltete er einen Gang zurück, um auch die Reifen zu schonen. Mit Erfolg, denn der 22-Jährige hatte dafür noch umso mehr Power in den letzten beiden Runden. “Zum Schluss konnte ich nochmal einen Gang hochschalten und die Führung wieder übernehmen”, berichtete Jeffrey Buis bei der Siegerehrung – sichtlich zufrieden darüber, dass sich der intuitive Taktikwechsel für ihn erfolgreich ausgezahlt hatte.

Teamkollege Ruben Bijman kam mit einem kleinen Rückstand nach Buis ins Ziel. Doch der KTM-Pilot aus dem niederländischen Lopik sorgte in der vorletzten Runde noch einmal für eine Extraportion Spannung. “Ich hatte mich verschaltet, das hätte echt nicht sein müssen”, erklärte Bijman im Anschluss. Von dem Fehler profitierte Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing), der dadurch kurzerhand auf Position zwei vorrückte. Doch Bijman ließ sich davon nicht erschüttern und setzte alles daran, die entstandene Lücke zu Svendsen wieder zu schließen. In der letzten Kurve war Bijman wieder so nah hinter Svendsen, dass er nicht nur an dem Dänen innen vorbeiziehen konnte, sondern das Rennen auch mit der Bestzeit auf Rang zwei beendete.

Oliver Svendsen wurde Dritter, gefolgt von Phillip Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing) auf Platz vier. Dieser zeigte während des Rennens durch eine starke Pace, dass man ihn definitiv auf der Rechnung haben sollte. Umso größer war die Enttäuschung, als er zum Ende nicht mehr genügend Power hatte, um im Kampf ums Podium mithalten zu können.

Senna van den Hoven (Molenaar Racing) belegte einen souveränen fünften Platz und profitierte vom Sturz seines Kontrahenten Dylan Czarkowski (Racing DC). Für den Yamaha-Piloten war der Samstag ein gebrauchter Tag. Erst stürzte er im zweiten Qualifying, was zu einigen Schäden an seinem Motorrad führte. In Windeseile flickte er das Motorrad mit seinem einzigen Techniker pünktlich bis zum Rennstart wieder zusammen. Nach dem Start kassierte er als nächstes eine Long Lap-Penalty, aufgrund einer vermeidbaren Kollision mit Fabio Sarasino (Freudenberg KTM-Paligo Racing) in der ersten Runde, der dadurch im Kiesbett landete. Czarkowski folgte kurzerhand der Strafe der Rennleitung, arbeitete sich wieder bis auf Position fünf vor und stürzte schließlich selbst in der letzten Kurve vor der Zielflagge.

Wie es in der IDM Supersport 300 weitergeht, zeigt sich am Sonntag, um 14.30 Uhr. Dann geht es in die zweite Runde in der Motorsport Arena Oschersleben. Das Rennen ist kostenlos im IDM-Livestream unter www.idm.de/live nachzuverfolgen.

Ergebnis IDM Supersport 300, Rennen 1 (Top-Five):

  1. Jeffrey BUIS (NLD/KTM)
  2. Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  3. Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  4. Phillip TONN (GER/KTM)
  5. Senna VAN DEN HOVEN (NLD/Kawasaki)

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM SBK: Mikhalchik holt die Superpole

Der dreifache IDM-Champion Ilya Mikhalchik hat wieder zugeschlagen.
Der Ukrainer startet in der IDM Superbike in Oschersleben von der Pole Position.
Foto: Dino Eisele

Ilya Mikhalchik startet morgen von der Pole Position, wenn die beiden Rennen in der Superbike-Klasse in Oschersleben ausgetragen werden. Einer, von dem es nicht erwartet wird, steht dagegen nur auf dem 14. Platz: Patrick Hobelsberger, der Führende in der Topklasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM). Seitdem er in der Magdeburger Börde angekommen ist, läuft es für den 27-jährigen Bayern vom Team GERT56 nicht rund.

Zwei Stürze und ein technischer Defekt im Training. Patrick „Pax“ Hobelsberger schaute schon am gestrigen Freitag etwas verstört aus der Wäsche. „Im ersten freien Training habe ich den nassen Sektor nicht gesehen, im dritten freien Training habe ich einen neuen Reifen genommen und mini-mini-minimal überbremst. Das war es.“ Im zweiten kam er wegen eines technischen Defekts auch nicht weit. Der immer lachende Hobelsberger wirkte mitgenommen, als er erzählte, dass er ein ganzes Jahr lang sturzfrei gewesen war. „Das war ein völlig untypischer Tag“ schüttelte der Laufsieger vom IDM-Auftaktwochenende auf dem Sachsenring den Kopf, „aber Hauptsache ich stehe morgen in der ersten Startreihe.“ Daraus wird nichts. Hobelsberger, der sich im Superpole-Pre-Practice zwar direkt für die Superpole 2 qualifiziert hatte, kam in der entscheidenden Session mit seinen aufgezogenen Reifen und auch durch den Abbruch mit der roten Flagge wegen eines Sturzes nicht mehr zum Zug. „Das ist richtig Scheiße gelaufen“, sprudelte es aus seinem tiefsten Inneren heraus, „wir müssen uns jetzt einen Plan zurechtlegen und schauen, dass er irgendwie funktioniert.“

Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW) und Florian Alt (HRP-Honda) waren in der Superpole die einzigen Fahrer mit einer 1:24 min-Rundenzeit. Der Ukrainer fuhr dabei mit einem Stil, der aussah, als wäre das mit den ausgestreckten Armen am Lenker und der etwas aufrechten Haltung auf der BMW eine lässige Angelegenheit. Mikhalchik machte einen entspannten Eindruck, auch wenn er sich am Limit bewegte und sich ausrechnen kann, dass es morgen zum Duell mit Florian Alt kommen wird. Die Beiden pushten sich im Training gegenseitig und waren in der Zeitenliste unzertrennlich.

Richtig Glück hatte Hannes Soomer (BMW). Der Este rutschte als Dritter aus der Superpole 1 noch in die Superpole 2. Dort arbeitete er sich bis auf den siebten Startplatz nach vorn und steht damit direkt vor Vladimir Leonov (Hertrampf-Ducati). So einen Aufstieg hatte er es sich gewünscht, nachdem seine IDM-Rückkehr nach Verletzung und Markenwechsel nicht problemlos stattgefunden hatte.

Neunter ist Leandro Mercado (Kawasaki), dessen Teamchef Emil Weber jetzt Hoffnung hat, auch im Rennen unter den Top Ten landen zu können. Schwer tut sich Markenkollege Federico Caricasulo bei Skach Motors. Das Urgestein aus der Supersport-WM kam bisher überhaupt noch nicht zurecht.

Die Superpole-Wertung als Ermittlungsverfahren für die Startaufstellung wurde 2024 wieder eingeführt. Bereits am Freitag jeder Veranstaltung qualifizieren sich demnach in einem halbstündigen „Superpole Pre-Practice“ die schnellsten zwölf Fahrer für die Superpole 2, in der die vordersten Startpositionen ausgefahren werden.

Sie sind also nicht mehr dabei, wenn alle anderen Fahrer der Superpole 1 um ihre Startplätze kämpfen. Die schnellsten Drei aus der Superpole 1 dürfen aber noch in der Superpole 2 mitfahren. Dadurch wahren sie ihre Chancen auf einen der vorderen Plätze. Aus der Superpole 2 ergeben sich die Startplätze 1 bis 15. Die nachfolgenden Startpositionen ergeben sich der Reihenfolge nach aus den Superpole 1-Ergebnissen. Den Startplatz haben die Fahrer für beide Rennen inne.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek