Montag, 16. Oktober 2023

Finaler Dreikampf um die DTM-Krone im badischen Motodrom

  •     Drei Fahrer kämpfen auf dem Hockenheimring um ihren ersten DTM-Titel
  •     Vier Mannschaften können beim Finale noch Team-Meister werden
  •     Fünf Rennserien erwarten die Besucher beim Finale auf dem Traditionskurs

Foto: Jens Hawrda


Die Spannung steigt, die Motorsport-Fans fiebern der Titel-Entscheidung in der DTM am Hockenheimring entgegen: Auf dem Kurs in Baden-Württemberg wird kommendes Wochenende (20. bis 22. Oktober) traditionell das DTM-Finale ausgetragen. Ein Fahrer-Trio macht dort den Gesamtsieg unter sich aus. Beste Aussichten hat Tabellenführer Thomas Preining (A), der im Porsche 911 GT3 R mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung in die entscheidenden beiden Meisterschaftsläufe geht. Eines haben Preining und seine beiden Verfolger Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini und Audi-Fahrer Ricardo Feller (CH) gemeinsam: Es wäre ihr erster Titel in der weltweit populären Rennserie. In der Teamwertung haben sogar noch vier Rennställe Siegchancen. Manthey EMA, die Mannschaft rund um Preining, liegt in der Tabelle vorn. Die Herstellerwertung führt Porsche vor den beiden finalen Rennen an. ProSieben zeigt den DTM-Showdown live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung. Tickets für das Finale gibt es online ab 39 Euro unter dtm.com, Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.

Keyfacts, Hockenheimring, Hockenheim, Saisonrennen 15 und 16 von 16

    Streckenlänge: 4.574 Meter
    Layout: 17 Kurven (elf Rechts-, sechs Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
    Sieger 2022, Rennen 1: Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Winward, Mercedes-AMG GT3)
    Sieger 2022, Rennen 2: Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport, BMW M4 GT3)

Leichte Vorteile für Thomas Preining

Spitzenreiter Preining geht mit einem Vorsprung von zehn Punkten als leichter Favorit in die letzten beiden Rennen – bei noch maximal 56 zu holenden Zählern allerdings kein beruhigendes Polster. „Der Titel ist seit dem ersten Saisonrennen das große Ziel“, gibt Preining die Devise für das Finale vor. Der Porsche-Werksfahrer von Manthey EMA hat während des gesamten Jahres bewiesen, dass er seine Konkurrenz immer im Blick hat und auf verschiedene Rennsituationen flexibel reagieren kann. „In der DTM kannst du nicht jedes Rennen perfekt bestreiten, dafür ist die Serie viel zu umkämpft. Entscheidend ist, das Potenzial trotzdem immer größtmöglich auszuschöpfen und maximal viele Punkte mitzunehmen. Das ist uns bisher super gelungen“, sagt Preining. Sein härtester Verfolger Bortolotti muss von Beginn an voll angreifen und das Podium anvisieren, um den Druck auf den Tabellenführer zu erhöhen. Ein Platz unter den Top-15 vor Preining nützt wenig, da ab Position fünf der Punkteabstand zum nachfolgenden Fahrer nur jeweils einen Zähler beträgt. Besonders wichtig wird für den 33-Jährigen und sein Team SSR Performance das Qualifying: Immer wenn Bortolotti mit seinem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 in der ersten Startreihe stand, gewann er oder wurde Zweiter.

Der dritte Meisterschafts-Aspirant Ricardo Feller (CH) kann als Außenseiter die letzten beiden Läufe unbeschwert in Angriff nehmen. Der 23-jährige Tabellendritte hat bisher in jedem Rennen gepunktet und mehrere Saison-Highlights markiert. Ob abgezockte Last-Second-Poles im Qualifying, harte Duelle wie mit Bortolotti auf dem DEKRA Lausitzring oder eine Aufholjagd von Position 26 auf drei am Red Bull Ring in Österreich – der Schweizer sorgte für besondere Momente. Daher ist der Audi-Pilot von Abt Sportsline, dem erfolgreichsten aktiven Team in der DTM, auch bei einem Rückstand von 31 Zählern zur Spitze alles andere als chancenlos.

Sheldon van der Linde von Schubert Motorsport hat als aktueller Champion und Gesamtvierter nur noch theoretische Meisterschaftschancen. Zu groß ist die 52-Punkte-Lücke zu Preining. Der BMW-Werkspilot wird jedoch alles daransetzen, um sich mit einer Top-Leistung aus der Saison zu verabschieden. Das gilt auch für den Teamkollegen und Tabellenfünften René Rast (Bregenz), der am Red Bull Ring seinen ersten Erfolg für BMW eingefahren hat. In Hockenheim feierte der dreimalige DTM-Champion schon fünf Siege und dem 36-Jährigen ist zuzutrauen, dass er an diesem Wochenende das halbe Dutzend vollmacht. Marco Wittmann (Fürth) zählt ebenfalls zum Favoritenkreis in Hockenheim, wo der BMW-Pilot im vergangenen Jahr zum vierten Mal in seiner Karriere ganz oben auf dem Treppchen stand.

Teamwertung mit vier Titel-Aspiranten und zwei Lokalmatadoren

In der Team-Meisterschaft gibt es im badischen Motodrom einen Vierkampf um den Gesamtsieg mit einer ähnlichen Konstellation wie in der Fahrertabelle. Preinings Rennstall Manthey EMA (283 Punkte) führt das Klassement vor Fellers Abt Sportsline (256 Punkte) und SSR Performance (255 Punkte) von Bortolotti an. Auf Rang vier liegt die Crew von Schubert Motorsport (253 Punkte), die den Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen will. Da in der Teamwertung bei jeweils zwei Fahrern noch maximal 90 Zähler zu holen sind, ist auch hier der Ausgang völlig offen. Spannung verspricht zudem die Herstellerwertung: Vor dem Finalwochenende steht Porsche mit 384 Punkten an der Spitze. Die Plätze zwei und drei belegen Lamborghini (343 Punkte) und Mercedes-AMG (331 Punkte). Beim Kampf um die Hersteller-Krone gibt es noch maximal 90 Zähler zu gewinnen.

Abwechslungsreicher Traditionskurs mit perfekter Aussicht

Der Hockenheimring ist mit seinem vielfältigen Streckenprofil ein Highlight für Fahrer und Fans. Schnelle Geraden und Kurven wechseln sich mit langsamen Passagen sowie Spitzkehren ab. Während in der Parabolika Top-Geschwindigkeiten erreicht werden, ist im engen Motodrom die optimale Traktion der DTM-Boliden gefragt. Entscheidend ist es, das Fahrzeug auf diese unterschiedlichen Anforderungen abzustimmen. Die Zuschauer können das Renngeschehen perfekt auf den Tribünen verfolgen, von denen sie weite Teile der Strecke überblicken.

Titelentscheidungen im ADAC GT Masters und der ADAC GT4 Germany

Auch im ADAC GT Masters und in der ADAC GT4 Germany werden die Fans an diesem Wochenende auf dem badischen Motodrom die Krönung der Meister des Jahres 2023 miterleben. Den Saisonabschluss absolviert auf der 4,574 Kilometer langen Strecke zudem der Porsche Carrera Cup Deutschland, wo mit Larry ten Voorde (NL) der Gesamtsieger bereits feststeht. Die Formula Regional European Championship startet zum ersten Mal im Rahmenprogramm der DTM. In der Formel-3-Rennserie gehen junge Talente in dem Chassis des F3 T-318 von Tatuus auf Punktejagd. Der Hockenheimring ist die zehnte und letzte Station der Nachwuchsserie, die in den letzten beiden Rennen ihren Champion ermittelt.

Donnerstag, 12. Oktober 2023

DTM-Showdown in Hockenheim: Drei Fahrer wollen den Titel

  •     Reicht dem Strategen Thomas Preining ein Zehn-Punkte-Polster zum Gesamtsieg?
  •     Kann der unberechenbare Mirko Bortolotti Spitzenreiter Preining noch abfangen?
  •     Wird der abgezockte Tabellendritte Ricardo Feller im Titelkampf lachender Dritter?

Dreikampf um den Titel
Foto: ADAC-Motorsport

Drei Fahrer haben vor dem DTM-Finale nur ein Ziel: Sie wollen Champion in der weltweit populären Rennserie werden. Spitzenreiter Thomas Preining (A) geht in seinem Porsche 911 GT3 R mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf seinen schärfsten Verfolger und Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (I) als leichter Favorit in die letzten beiden Läufe auf dem Hockenheimring. Bei 56 noch zu vergebenen Zählern kann sich jedoch auch der Dritte Ricardo Feller (CH) mit einem perfekten Finalwochenende im Audi R8 LMS GT3 Evo2 seine Meisterschaftsträume erfüllen. Der Schweizer lauert mit 31 Punkten Rückstand auf Preining. Die Zuschauer erwartet beim Showdown in Hockenheim (20. bis 22. Oktober) ein brisanter Dreikampf um die DTM-Krone.

Thomas Preining – der Stratege
Spitzenreiter Preining glänzt diese Saison als einer der schnellsten und konstantesten Fahrer im international hochkarätig besetzen Starterfeld. Darüber hinaus bewies der Österreicher, dass er auch in schwierigen Rennsituationen cool bleibt und aus Rückschlägen gestärkt hervorgeht. Der Porsche-Werksfahrer trumpfte bisher mit einem Saisonsieg am Norisring und zeigte bei Aufholjagden viel Kampfgeist. In Hockenheim möchte Preining seine starke Saison mit dem Titel krönen. Dort zählte der Linzer bereits im Vorjahr als Meisterschaftskandidat zu den Hauptprotagonisten. „Der Hockenheimring ist eine meiner Lieblingsstrecken, auch wenn der Kurs im letzten Jahr nicht unbedingt für die beste Schlagzeile meiner Karriere gesorgt hat“, sagt Preining und spielt damit auf seinen spektakulären Unfall an, durch den er damals vorzeitig aus dem Titelrennen ausschied. Trotzdem freut sich der 25-Jährige von Manthey EMA auf die Rückkehr an den deutschen Traditionskurs: „Ich habe super Erinnerungen an die Rennstrecke. Ich bin dort meistens schnell, habe viele Rennen und auch schon Meisterschaften in Hockenheim gewonnen.“

Mirko Bortolotti – der Unberechenbare
Das Lamborghini-Ass gehört seit Jahren zu den besten GT-Piloten der Welt. Drei Saisonsiege hat der in Wien lebende Italiener schon auf dem Konto, mehr als seine beiden Meisterschaftskonkurrenten zusammen. Auch im Qualifying ist Bortolotti eine Macht: Insgesamt zwölf Zähler holte der Lamborghini-Werksfahrer im Qualifying, Topwert in dieser Saison. Dagegen blieb der 33-Jährige anders als seine Rivalen zweimal ganz ohne Punkte – Triumph und Misserfolg lagen teilweise dicht beieinander. In der zweiten Saisonhälfte wechselte sich Bortolotti an der Tabellenspitze regelmäßig mit Preining ab. „Der Saisonverlauf hat uns in die tolle Lage gebracht, in Hockenheim um den DTM-Titel kämpfen zu können. Ob ich als Tabellenführer oder -zweiter ins Finale gehe, spielt keine Rolle. Abgerechnet wird wie gewohnt nach dem Wochenende und nicht davor“, sagt ein kämpferischer Bortolotti. In Hockenheim erwartet der Pilot von SSR Performance zwei völlig offene Rennen: „Das Kräfteverhältnis ist in der DTM immer sehr schwierig vorherzusagen. Die Saison hat bereits die eine oder andere Überraschung gebracht. Es wird darauf ankommen, unser eigenes Potenzial voll abzurufen.“ Der Schlüssel dazu ist ein perfektes Zeittraining. Denn seine drei Siege verbuchte Bortolotti jeweils als Pole-Setter.

Ricardo Feller – der Abgezockte
Der 23-Jährige demonstrierte wie Preining große Konstanz und holte in jedem der bisherigen 14 Läufe mindestens einen Punkt. „Im Titelkampf wird es auf mehrere Aspekte ankommen, etwas Glück ist sicher einer davon. Fehler sind nicht mehr zu tolerieren, alle drei Titelanwärter müssen konstant in beiden Qualifyings und Rennen vorne dabei sein. Es wird nicht einfach sein, dem Druck standzuhalten“, blickt Feller auf das Finale. Dabei stellte vor allem der Youngster in dieser Saison unter Beweis, dass er sich von Druck überhaupt nicht aus der Spur bringen lässt. So begeisterte Feller die Zuschauer auf dem Red Bull Ring in Österreich mit einer eindrucksvollen Aufholjagd und fuhr vom 26. auf den dritten Rang vor. Auch beim Sieg im niederländischen Zandvoort präsentierte er sich abgeklärt. „In der DTM geht es so eng zu, dass alles möglich ist. Wir wollen versuchen, uns im Idealfall mit beiden Autos vor Thomas Preining und Mirko Bortolotti zu platzieren, um ihnen Punkte wegzunehmen“, erklärt Feller den Matchplan. Der Tabellendritte hat sich diese Saison mehrfach als Mann für spezielle Momente erwiesen und darf sich trotz der Außenseiterrolle berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein Team: Mit je fünf Gesamtsiegen in der Mannschafts- und Fahrerwertung ist Abt Sportsline der erfolgreichste aktive Rennstall in der DTM.

Der Dreikampf um den DTM-Titel ist vor dem Finale in Hockenheim völlig offen, doch schon jetzt steht fest: Die Fans können sich auf einen hochspannenden Saisonabschluss freuen.

Sonntag, 8. Oktober 2023

Schnitzelalm Racing startet mit zwei Mercedes-AMG GT3 beim Saisonfinale des ADAC GT Masters

  • Zweiter Auftritt im ADAC GT Masters für Schnitzelalm Racing
  • Einsatz von zwei Mercedes-AMG GT3 beim sechsten Saisonstopp in Hockenheim

Schnitzelalm Racing reist mit zwei Mercedes-AMG GT3 zum
ADAC GT Masters-Saisonfinale nach Hockenheim
Foto: ADAC-Motorsport

Zum Saisonfinale des ADAC GT Masters (20. bis 22. Oktober) am Hockenheimring Baden-Württemberg kommt Schnitzelalm Racing im Doppelpack. Der Rennstall aus Niederzissen reist mit zwei Mercedes-AMG GT3 zum sechsten Tourstopp. Marcel Marchewicz (Schwetzingen) und Moritz Wiskirchen (Euskirchen) sowie Christer Jöns (Ingelheim) und Luca Arnold (Pfronstetten) teilen sich die Cockpits. „Der Gastauftritt im ADAC GT Masters im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix hat uns riesengroßen Spaß gemacht. Deshalb war es unser Wunsch, nochmals in der Serie an den Start zu gehen. Schön, dass es beim Saisonfinale in Hockenheim klappt. Wir freuen uns sehr auf unseren zweiten Start und wollen den etablierten Teams die Stirn bieten“, erklärt Teamchef Thomas Angerer. Beim Seriendebüt am Nürburgring machte Schnitzelalm Racing mit einem Top-Fünf-Ergebnis im sechsten Saisonlauf auf sich aufmerksam.

Bei den Fahrerpaarungen nutzt das Team die Vorteile des ADAC GT Masters und lässt Nachwuchsfahrer an der Seite von erfahrenen Piloten starten. Mit Marchewicz vertraut der Mercedes-AMG-Rennstall auf seinen Stammfahrer. Teamkollege Wiskirchen hingegen feiert sein Debüt im ADAC GT Masters. Den zweiten Mercedes-AMG GT3 pilotiert mit Jöns ein Routinier. Der 36-Jährige fuhr bislang über 70-mal im ADAC GT Masters und stand in zehn Rennen auf dem Podium. Arnold debütiert an der Seite von Jöns in der traditionsreichen GT-Serie des ADAC.

Donnerstag, 28. September 2023

IDM Superbike: BMW gewinnt Markenwertung

Ilya Mikhalchik und Patrick Hobelsberger siegen beim Finale

Patrick Hobelsberger holt ersten Sieg in der IDM Superbike
Foto: Jens Hawrda

Beim spannenden Saisonfinale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Hockenheim feierten die BMW Racer erneut die Siege in beiden Rennen, einen weiteren Podiumsplatz sowie den erneuten Titelgewinn für BMW in der IDM-Markenwertung.

 
Im ersten Lauf gab es einen Zweifachsieg für die BMW M 1000 RR: Ilya Mikhalchik aus dem BCC-alpha-Van-Zon-BMW Team fuhr erneut auf die oberste Stufe des Treppchens. Rang zwei sicherte sich Toni Finsterbusch aus dem Team GERT56.
 
In Rennen zwei schlug dann die große Stunde von Patrick Hobelsberger: Der Bayer, der seine erste Saison in der IDM Superbike bestritt, feierte seinen ersten Sieg in dieser Klasse. Gleichzeitig war es auch der erste Triumph für sein Team GERT56. Teamkollege Finsterbusch wurde Vierter, Mikhalchik belegte den sechsten Rang.
 
In den 14 Rennen, die in dieser Saison in der IDM Superbike ausgetragen wurden, holten die BMW Racer nicht weniger als neun Siege und insgesamt 20 Podiumsplatzierungen. Damit sicherten sie für BMW erneut den Gewinn der IDM-Markenwertung, mit 518 Punkten und einem Vorsprung von 103 Zählern.
 
In der Fahrwertung gingen die Positionen zwei und drei an BMW Fahrer. Mikhalchik kämpfte bis zum letzten Rennen um seinen nächsten Titel und wurde im Endklassement Gesamtzweiter. „Wegen des Titels bin ich nicht so enttäuscht. Da war dieses Jahr eben einfach auch Pech dabei. Aber ich bin nach dem beschwerlichen Saisonbeginn wieder zurückgekommen und habe fast alles gewonnen. Danke an BMW und mein Team, sie haben wirklich hart gearbeitet“, sagte der Ukrainer, der in dieser Saison sechs Siege sowie einen zweiten Platz geholt hat.
 
Auf Platz drei der Meisterschaftswertung folgt Hobelsberger. Dieser jubelte nach seinen ersten Sieg: „Wir haben es geschafft! Erster Saisonsieg und in meiner Rookie-Saison Dritter in der Meisterschaft. Das ist unglaublich. Harte Arbeit zahlt sich immer aus. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Ihr seid wunderbar!“

Mittwoch, 27. September 2023

GERT56: Sieg, Podest, Bronzemedaille am Hockenheimring

Top-Saison und am Ende Platz 3 in der Meisterschaft für Patrick Hobelsberger
Foto: Jens Hawrda

GERT56 hat ein erfolgreiches Saisonfinle der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg gefeiert. Toni Finsterbusch feierte sein erstes Podest auf dieser Strecke ehe Patrick Hobelsberger seinen ersten Sieg in der IDM Superbike einfahren konnte. Es war gleichzeitig der herbeigesehnte erste Laufsieg im dritten IDM-Jahr für das Team aus dem sächsischen Pirna. Außerdem sicherte sich der Bayer Hobelsberger damit die Bronzemedaille im Abschlussklassement in Deutschlands Motorrad-Königsklasse. Jan-Ole Jähnig holte auch noch mal Punkte satt.


Qualifying

Bereits die Team-Leistung im Qualifying vom Samstag konnte sich sehen lassen: Alle drei GERT56 BMW M 1000 RR landeten in den Top Sechs des Startfeldes. Toni Finsterbusch klassierte sich in 1.26,414 Minuten nur knappe vier Zehntelsekunden hinter Pole-Sitter und Markenkollege Ilya Mikhalchik. Finsterbusch fuhr zu Startplatz drei und damit in die erste Reihe. Damit war er 35 Tausendstelsekunden schneller als Teamkollege Patrick Hobelsberger auf Rang vier. Jan-Ole Jähnig unterstrich seinen Aufwärtstrend und wurde mit weiteren 35 Tausendstel Rückstand auf Hobelsberger Sechster und fuhr ebenfalls in Reihe zwei. Dem späteren Meister Florian Alt musste er sich nur um 0,018 Sekunden geschlagen geben.

Rennen

Hobelsberger und Finsterbusch mischten im ersten Lauf im Kampf um den Sieg nicht nur mit, sondern bestimmten diesen über weite Strecken auch. Beide sammelten Führungskilometer. Hobelsberger aber musste in der zwölften Runde zu Boden und konnte später noch Rang sieben ins Ziel retten. Finsterbusch nutze seine Chance und fuhr schließlich zu Rang zwei hinter Mikhalchik. Es wurde das erste Podest des Krostitzer auf dem Hockenheimring. Jähnig hatte am Start etwas verloren, kämpfte sich aber wieder auf Rang sechs zurück, ehe er auf der neunten Runde weg rutschte und sein Rennen vorzeitig im Kiesbett beenden musste.

Im zweiten Rennen machte Hobelsberger vom vierten Startplatz aus kurzen Prozess: Er übernahm auf der ersten Runde in der vorletzten Kurve die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr her. Der Bayer fuhr bei diesem Start-Ziel-Sieg einsam an der Spitze und holte zeitweise knappe vier Sekunden Vorsprung heraus. Ein langer Ziel-Wheelie bedeutete schließlich ein Vorsprung von immer noch 2,418 Sekunden.

Finsterbusch kämpfte in der Verfolgergruppe mit Hannes Soomer und Bastien Mackels um die Ränge zwei, drei und vier. Hier wurden die Ellbogen ausgefahren und es ging immer hart aber fair zu Werke. Am Ende verpasste Finsterbusch sein zweites Hockenheim-Podest als Vierter um nur 0,302 Sekunden.

Jähnig fuhr erneut ein starkes Rennen und rangierte lange Zeit auf Rang acht, musste aber in der Schlussphase Federn lassen und fiel auf den elften Platz zurück.

Meisterschaft

Hobelsberger konnte am Hockenheimring den dritten Meisterschaftsrang festigen. Am Ende der Saison 2023 hat er 191 Punkte gesammelt – und die Vizemeisterschaft um nur fünf Punkte an Mikhalchik verpasst. Auf den Meister Florian Alt fehlten am Ende 30 Punkte, die theoretischen Titelchancen verlor der Klassen-Rookie erst beim Finale von Hockenheim. Hobelsberger setzte sich um sechs Punkte gegen Hannes Soomer auf Rang vier durch. Hobelsberger holte in allen gefahrenen 14 Rennen Punkte und sah das Ziel immer.

Mit 50 Punkten Rückstand auf den Meister kann man bei Toni Finsterbusch von einer sensationellen Comeback-Saison sprechen. Er sammelte insgesamt 171 Punkte und den fünften Schlussrang. Auf dem Weg dort hin gab es für „FiBu“ vier zweite Plätze, fünf Mal wurde er Vierter. Der 30-Jährige sammelte 2023 zwei unverschuldete Nuller: Ein technisches Problem beim Auftakt am Sachsenring, in Most wurde er am Start vom zweiten Lauf durch einen Kontrahenten torpediert.

Starkes Rookie-Jahr auch für den 22-jährigen Jan-Ole Jähnig. Er beendete seine erste Superbike-Saison mit 90 Punkten auf dem neunten Gesamtrang. Jähnig feierte in Assen als Dritter des zweiten Laufes überraschend sein erstes Podest und übertraf damit alle Erwartungen. Nur zwei Mal gab es für ihn in dieser Saison keine Punkte.

Stimmen der Piloten zum Saisonabschluss

Patrick Hobelsberger:
„Mein Ziel für Hockenheim war klar gesteckt: Ich wollte den dritten Rang in der Meisterschaft absichern und noch ein Rennen gewinnen. Daher habe ich in den Wochen vorher alles gemacht, was dafür notwendig war. Startplatz vier war mein zweitbestes Qualifying der Saison, das war also eine gute Ausgangslage. Im ersten Rennen bin ich gut weg gekommen und konnte mich mit der Führungsgruppe absetzen. Ich sah, dass Mikhalchik am Anfang die Pace nicht ganz gehen konnte, also bin ich an ihm vorbei. Nach sechs Runden habe ich gesehen, dass auch Soomer aus der Mercedes-Arena heraus der Drive fehlt und da habe ich mir dann gedacht, dass ich die Führung übernehmen muss. Ich bin vorbei und konnte mich direkt etwas absetzen. Leider merkte ich dann, dass mein Fuß immer wieder von der Raste rutschte – wie sich später herausstellte war das ein Steinschlag im Ölkühler und das Öl landete direkt auf meinem Fuß. Das habe ich aber erst nach dem Rennen bemerkt, bis da hin fühlte es sich einfach nur wie eine lockere Fußraste an. Ich musste zwei Mal von der Strecke und die Führung abgeben, konnte aber Platz sieben ins Ziel bringen. Im zweiten Lauf war für mich klar, dass ich diese letzte Chance auf den Rennsieg nutzen muss. Ein guter Start und eine perfekte erste Runde waren das – und ich konnte die Führung übernehmen. Das ganze Rennen fuhr ich nach meinem Gefühl, konnte die Reifen perfekt einteilen und machte keinen einzigen Fehler. In den ersten beiden Renndritteln fuhr ich konstante Quali-Zeiten. Ich wusste, was auf die letzten Runden mit den Reifen passieren würde und konnte mich darauf vorbereiten. Als ich sah, dass ich 3,4 Sekunden Vorsprung habe, habe ich meine Linien etwas angepasst und konnte die Reifen einteilen. In der Meisterschaft konnte ich als Rookie den dritten Rang belegen und meinen Traum eines Laufsieges habe ich im letzten Rennen der Saison erfüllen können! Vielen Dank an alle, die mir dies ermöglicht haben: Die permanenten privaten Trainings, die Stunden auf dem Rennrad, beim Schwimmen oder beim MotoCross haben sich endlich ausgezahlt. Danke auch an die Sponsoren, die mir überhaupt die Chance geben das zu tun, was ich liebe, hier kann ich gar nicht genug danken! Tausend-Dank auch an GERT56, das Team hat bei jeder Entscheidung hinter mit gestanden und mich immer unterstützt. Das ist definitiv der Grund, warum wir in jedem einzelnen Saisonrennen gepunktet und der IDM mit P3 unseren Stempel aufgedrückt haben.“

Toni Finsterbusch:
Das Wochenende in Hockenheim war noch mal ein sehr guter Abschluss für mich. Im ersten Rennen habe ich einige geile Kämpfe gehabt, das hat richtig Spaß gemacht und es ist der zweite Platz geworden. Ich war lange auch auf eins und als dann Pax vor mir war dachte ich, ich fahre da jetzt einfach nur hinterher, um auch seinen dritten Platz in der Gesamtwertung mit abzusichern. Da hat er dann aber einen Fehler gemacht und ich war wieder vorne. Ich hatte dann mit Hannes Soomer und mit Ilya [Mikhalchik] noch einen ganz guten Kampf bis zum Schluss. Da war ich wirklich happy. Der zweite Lauf lief dann auch ganz gut, ich bin gut vor gekommen und war wieder auf Platz zwei. Dann habe ich aber leider einen kleinen Fehler eingebaut, wodurch ich wieder auf vier zurück gefallen bin. Ich habe dann noch gebissen und versucht, Dritter mit Richtung zwei zu werden, aber ich kam halt nicht mehr wirklich vorbei. Damit war es dann Zweiter und Vierter und in der Gesamtwertung Fünfter, was auf jeden Fall top ist. Ohne die Nuller wäre es theoretisch noch weiter nach vorn gegangen – ein Mal selbst gestürzt [in Assen, aber weiter gefahren und noch fünf Punkte], ein Mal abgeschossen, ein Mal technischer Defekt, da war also alles dabei. Nichtsdestotrotz: Endlich einmal gesund durch die Saison gekommen und Top Fünf ist einwandfrei.

Jan-Ole Jähnig:
Hockenheim hatte zum Saisonabschluss seine Höhen und Tiefen. Alles in allem bin ich zufrieden. Das Quali war natürlich mega mit der zweiten Reihe und auch das erste Rennen lief bis zum Sturz mega, ich konnte gut dran bleiben vorn. Leider ist mir dann das Vorderrad eingeklappt, aber gut, das gehört halt auch irgendwo dazu. Das zweite Rennen war dann etwas schwieriger. Am Anfang konnte ich noch gut mit gehen, aber dann konnte ich die Pace irgendwann nicht mehr an den Tag legen. Der Reifen hat stark nach gelassen und es ging einfach nicht mehr. Ich wollte meine BMW M 1000 RR einfach nur noch ins Ziel bringen. Die Saison ist für mein Rookie-Jahr perfekt gelaufen und wir haben mit dem neunten Gesamtrang die Top-Ten erreicht. Von daher kann ich mich da nicht beklagen. Ich bin mega zufrieden mit dem Team, das hat alles gepasst und ist gelaufen und ich hoffe, dass es nächstes Jahr bei GERT56 für mich so weiter geht.