Montag, 4. September 2023

Comeback nach 21 Jahren: Sachsenring fordert die DTM-Stars

  •  Titelkampf mit bisher fünf verschiedenen Tabellenführern geht in die nächste Runde
  •  DTM-Fahrer erwarten große Höhenunterschiede, schnelle Kurven und blinde Kuppen
  •  Packendes Rahmenprogramm mit GT-Serien und Markenpokal-Action

Foto: Jens Hawrda

Auf dieses Comeback haben die Motorsport-Fans in Sachsen über zwei Jahrzehnte gewartet. Kommendes Wochenende (8. bis 10. September) gastiert die DTM erstmals seit 2002 wieder auf dem Sachsenring. Damals umrundeten noch Ikonen wie Rekord-Champion Bernd Schneider oder Bernd Mayländer, heutiger Safety-Car-Fahrer in der Formel 1, die 3,645 Kilometer lange Strecke. Vor der Rückkehr der Rennserie nach 21 Jahren heißt der aktuelle Tabellenführer Mirko Bortolotti (I) – mit einem knappen Vorsprung von sieben Punkten auf Porsche-Pilot Thomas Preining (A). Ein Blick auf die laufende Saison mit fünf verschiedenen Spitzenreitern zeigt allerdings, dass der Wechsel in der Gesamtführung bisher die Konstante in der DTM ist. Die Zuschauer dürfen sich bei den beiden Rennen am Sachsenring dank der hohen Leistungsdichte auf Spannung bis zur letzten Kurve freuen. ProSieben strahlt die beiden DTM-Läufe live im deutschen Free-TV aus und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 11 und 12 von 16

    Streckenlänge: 3.645 Meter
    Layout: 14 Kurven (vier Rechts-, zehn Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
    Sieger 2002, Rennen 1: Laurent Aïello (Team Abt Sportsline, Abt-Audi TT-R 2002)
    Sieger 2002, Rennen 2: Laurent Aïello (Team Abt Sportsline, Abt-Audi TT-R 2002)

Spannung an der Spitze

Für Bortolotti lief das vergangene DTM-Wochenende am DEKRA Lausitzring mit 50 von 56 möglichen Zählern nahezu perfekt. Der Italiener von SSR Performance übernahm damit die Tabellenführung und schlüpfte in die Rolle des Gejagten. Dazu bewies der 33-jährige Lamborghini-Werksfahrer vor allem bei seinem Sieg am Sonntagsrennen in der Lausitz, dass er auch unter Druck keine Fehler macht. Thomas Preining (A) musste dagegen feststellen, dass auch eine 28-Punkte-Führung in der DTM kein sicheres Polster bilden. Der Vorsprung auf Bortolotti schmolz in der heißen Sonne am Lausitzring dahin und wurde zu einem Rückstand von sieben Zählern, den der Porsche-Pilot vom Team Manthey EMA auf dem engen Kurs am Sachsenring wieder wettmachen will.

Ricardo Feller (CH) überzeugt diese Saison mit Konstanz. Der 23-Jährige sammelte in bisher jedem Rennen zuverlässig Zähler und etablierte sich darüber hinaus mit Top-Platzierungen auf Rang drei der Tabelle. Da der Abt-Sportsline-Pilot mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo2 auch im Qualifying erfolgreich unterwegs ist und trotz seines jungen Alters taktisch klug fährt, ist mit dem ADAC GT Masters Champion von 2021 auch beim Meisterschaftskampf in der DTM zu rechnen. Titelverteidiger Sheldon van der Linde (ZA) hat zuletzt an Boden auf die Spitze verloren. Der Gesamtvierte muss am Sachsenring im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport punkten, um in der Meisterschaft wieder anzugreifen. Das gilt auch für den letztjährigen Vizemeister Lucas Auer (A) im Mercedes-AMG GT3, dessen Formkurve mit zwei Podiumsplätzen aus den letzten vier Rennen steil nach oben zeigt. Ferrari-Fans hoffen in Sachsen auf ein ähnlich gutes Abschneiden wie am Lausitzring, wo der italienische Hersteller mit dem Team Emil Frey Racing seinen ersten Saisonsieg sowie drei weitere Top-Ten-Ränge verbuchen konnte.

Achterbahn mit Volksfest-Atmosphäre

Der Sachsenring bietet als Motorradkurs viele schnelle Kurven sowie enge Passagen. Die höchsten Geschwindigkeiten werden auf der knapp 800 Meter langen Start-und-Ziel-Geraden erreicht. Ein besonderes Kennzeichen des Traditionskurses sind die enormen Höhenunterschiede mit einem Gefälle von maximal 12,8 und Steigungen von bis zu zehn Prozent. Mercedes-AMG-Werksfahrer Maro Engel (Monaco) belegte dort 2021 im ADAC GT Masters zwei zweite Plätze und ist großer Fan des Sachsenrings. „Die Strecke ist mit dem Verlauf sowie den schnellen Kurven einzigartig und hat mit blinden Kuppen oder auch den Höhenunterschieden einiges zu bieten. Dazu kommt eine Region, in der Motorsport gefeiert wird. Daher freue ich mich umso mehr auf das Comeback am Wochenende. In der DTM erlebt man an der Strecke Volksfest-Atmosphäre, die Fans kommen nah an Fahrer und Autos ran. Das macht die Serie aus“, sagt Engel.

Sachsenring-Comeback mit starken Rahmenserien

Beim Comeback der DTM auf dem Sachsenring sehen die Zuschauer auch im Rahmenprogramm hochklassigen Motorsport. Das ADAC GT Masters präsentiert sich nach dem Norisring zum zweiten Mal auf der reichweitenstarken Plattform DTM und wird in diesem Rahmen bis zum Finale in Hockenheim alle Rennen bestreiten. Auch die ADAC GT4 Germany ist mit zwei Meisterschaftsläufen am Start. Darüber hinaus kämpfen im Porsche Carrera Cup Deutschland sowie dem BMW M2 Cup vor allem junge Nachwuchsfahrer um Siege und Pokale.

Donnerstag, 31. August 2023

BMW M Motorsport Teams punkten auf dem Lausitzring – 100. DTM-Rennen für René Rast

Sheldon van der Linde #1
Foto: Jens Hawrda

Die BMW M Motorsport Teams erlebten auf dem Lausitzring (GER) ein insgesamt schwieriges DTM-Wochenende mit Höhen und Tiefen. Im Samstagsrennen fuhren Titelverteidiger Sheldon van der Linde (RSA) als Fünfter, sein Schubert-Motorsport Teamkollege René Rast (GER) als Achter und Marco Wittmann (GER) als Zehnter wichtige Punkte ein. Am Sonntag warfen Probleme im Qualifying die BMW M Motorsport Fahrer in der Startaufstellung weit zurück, vor allem Wittmann gelang jedoch eine starke Aufholjagd. Für Rast gab es anderen Grund zu feiern: Er absolvierte am Sonntag das 100. DTM-Rennen seiner Karriere, dreimal gewann er den Titel.


Auch wenn der BMW M4 GT3 auf dem Lausitzring die Pace der Spitze generell nicht ganz mitgehen konnte, kamen van der Linde, Rast und Wittmann am Samstag im Qualifying noch ganz gut zurecht und fuhren von Startplätzen im vorderen Mittelfeld im Rennen die Positionen fünf, acht und zehn heraus.

Am Sonntag hatten sie im Zeittraining Pech mit einer roten Flagge fünf Minuten vor Ende der Session. Nach dem Restart schafften sie es nicht mehr, die Reifen ins richtige Temperaturfenster zu bringen, und kamen nicht über die Startplätze 15 für Rast, 21 für van der Linde und 22 für Wittmann hinaus. Im Rennen zeigte das BMW M Werksfahrer Trio jedoch großen Kampfgeist und schaffte beeindruckende Aufholjagden. Vor allem Wittmann glänzte mit einer Fahrt von Platz 22 auf neun, verlor jedoch im Nachhinein noch einen Platz wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe. Rast wurde Elfter, van der Linde belegte Rang 13. Sandro Holzem (GER) fuhr im zweiten BMW M4 GT3 des Project 1 Teams an seinem erst zweiten DTM-Wochenende die beachtlichen Plätze 17 und 18 heraus.

 
Stimmen zum DTM-Wochenende auf dem Lausitzring:

Sheldon van der Linde (#1 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Ich bin vor allem stolz auf den fünften Platz, den wir am Samstag eingefahren haben. Ich denke, das war das absolute Maximum, das wir unter den Voraussetzungen, die wir am Lausitzring mit dem BMW M4 GT3 hatten, erreichen konnten. Am Sonntag haben wir leider durch das Qualifying und einige kleinere Zwischenfälle im Rennen viele Punkte liegen gelassen. Das ist enttäuschend, aber ich bin noch immer voll im Titelrennen – und jetzt kommen einige Strecken, die unserem Auto besser liegen sollten. Wir geben also weiter Vollgas.“

René Rast (#33 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Ich bin in beiden Rennen in die Punkte gefahren, aber insgesamt ist die Ausbeute mager. Da hätte ich mir für mein 100. Rennen natürlich etwas mehr gewünscht. Es war offensichtlich, dass wir an diesem Wochenende nicht die Voraussetzungen hatten, um konkurrenzfähig zu sein. Ich war am Sonntag als 15. bestplatzierter BMW Fahrer im Qualifying – das sagt alles, denke ich. Im Rennen habe ich einige Plätze gutgemacht, aber mehr war nicht drin.“

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Project 1): „Ich sehe das Wochenende mit gemischten Gefühlen. Ich habe in beiden Rennen Punkte geholt, und vor allem am Sonntag war meine Pace im Rennen wirklich sehr gut. Aber mein persönlicher Anspruch ist natürlich, ganz vorne mitzufahren. Das gelingt uns aktuell noch nicht, da uns als Team nach wie vor Erfahrung auf den einzelnen Rennstrecken fehlt. Das macht sich vor allem in den Trainings bemerkbar, in denen wir noch mehr nach dem richtigen Set-up suchen als erfahrenere Teams. Wir schaffen es zwar mittlerweile sehr gut, zum Rennen hin auf das Level der anderen zu kommen und gute Leistungen zu zeigen, aber insgesamt haben wir in dem Punkt mit Blick auf die kommenden Saisonrennen noch Steigerungspotenzial.“


DTM-Podestplatz für Mercedes-AMG Customer Racing auf dem Lausitzring

  •  Früher Boxenstopp verhilft Luca Stolz zu drittem Platz im Sonntagsrennen
  •  Fünf Mercedes-AMG GT3 sammeln in der Lausitz wichtige Meisterschaftspunkte
  •  Lucas Auer verkürzt mit Platz vier und sechs den Rückstand in der Fahrerwertung
  •  ADAC GT4 Germany: Sieg für Denis Bulatov und Marc de Fulgencio am Sonntag

Lucas Auer #22
Foto: Jens Hawrda

Mit einem Podiumserfolg am Sonntag und insgesamt sieben Platzierungen in den Punkterängen ist Mercedes-AMG Customer Racing erfolgreich in die zweite DTM-Saisonhälfte gestartet. Luca Stolz (GER) in Diensten des Mercedes-AMG Team HRT wurde am Sonntag Dritter. Er schloss das fünfte Rennwochenende auf dem DEKRA Lausitzring als punktebester Mercedes-AMG Pilot ab. Lucas Auer (AUT) vom Mercedes-AMG Team WINWARD wurde Vierter am Samstag und Sechster am Sonntag. Die Performance Fahrer mussten dabei nicht nur die starke Konkurrenz in Schach halten, sondern auch hochsommerlich-herausfordernde Temperaturen rund um den 3,4 Kilometer langen Kurs meistern.

Sonntag: Richtige Strategieentscheidung ermöglicht Platz drei für Luca Stolz

Diese schwierigen Bedingungen machten sich auch beim Qualifying am Sonntagvormittag bemerkbar, als eine rote Flagge fünf Minuten und sechs Sekunden vor dem Ende die Pläne der Teams durchkreuzte. Weil die verbleibende Zeit nicht ausreichte, die Reifen ins optimale Arbeitsfenster zu bekommen, entwickelte sich eine spannende Schlussphase. Luca Stolz qualifizierte sich mit dem Mercedes-AMG GT3 #4 im dichten Verkehr als bester Mercedes-AMG Pilot für Startposition sechs, David Schumacher (GER) wurde mit dem Mercedes-AMG GT3 #27 Siebter, sein Teamkollege Lucas Auer Achter.

Weil das Überholen auf dem Lausitzring traditionell schwierig ist, spielte beim Rennen am Nachmittag die Taktik eine entscheidende Rolle. Luca Stolz und Lucas Auer gehörten zu den Ersten, die beim Öffnen des Boxenstoppfensters in die Boxengasse abbogen. Im Anschluss brachte Stolz die frischen Reifen an seinem GT3 #4 sofort auf Temperatur und arbeitete sich so zunächst virtuell auf den vierten Platz nach vorne. Kurze Zeit später nutzte er diesen Reifenvorteil für ein erfolgreiches Überholmanöver auf der Strecke und ging damit als Drittplatzierter in die Schlussphase.

Die beiden Führungsfahrzeuge verloren bei ihrem Zweikampf um den Sieg viel Zeit, wodurch Stolz in den letzten Runden noch einmal herankam. Der erfahrene DTM-Pilot brachte den dritten Platz mit rund 1,5 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel und sicherte sich damit seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison. Lucas Auer behauptete ebenfalls seine Position und wurde Sechster. Arjun Maini (IND) vom Mercedes-AMG Team HRT holte in seinem 40. DTM-Rennen als 14. zwei Punkte. David Schumacher, der zunächst ebenfalls auf Punktekurs lag, musste seinen Mercedes-AMG GT3 nach einer Kollision vorzeitig abstellen.

ADAC GT4 Germany: BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport gewinnt mit neuer Besetzung

Erfolgreich verlief der Sonntag auch für BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport. Das Team um Denis Bulatov (GER), der an diesem Wochenende mit Marc de Fulgencio (ESP) einen neuen Teamkollegen an die Seite gestellt bekam, konnte das zweite Rennen der ADAC GT4 Germany für sich entscheiden. Das Duo sicherte sich mit dem Mercedes-AMG GT4 #4 von der zweiten Startposition kommend den Sieg. Bulatov belegt damit nach acht von zwölf Rennen Platz zwei in der Fahrerwertung.

Samstag: Vier Mercedes-AMG GT3 beenden DTM-Rennen 1 in den Punkten

Seine aktuelle Formstärke stellte Lucas Auer am Steuer des Mercedes-AMG GT3 #22 bereits im ersten Zeitfahren am Samstagvormittag unter Beweis: Der amtierende Vizechampion, der auf dieser Strecke 2016 seinen ersten DTM-Sieg eingefahren hatte, qualifizierte sich für die dritte Startposition und sammelte damit bereits vor dem Rennstart seinen ersten Punkt an diesem Wochenende. Luca Stolz nahm den Samstagslauf als Neunter in Angriff.

Beim Start am frühen Nachmittag schafften es alle sechs Mercedes-AMG GT3 unbeschadet durch die erste Kurve und konnten zum Teil mehrere Positionen gewinnen. Nach einem frühen Safety-Car-Einsatz sortierte sich das Feld zunächst, ehe der obligatorische Boxenstopp für weitere Verschiebungen sorgte. Lucas Auer und das Mercedes-AMG Team WINWARD entschieden sich für einen frühen Boxenstopp. Auf kalten Reifen und mit fünf Kilogramm Erfolgsballast vom Nürburgring im Gepäck, musste er jedoch kurz darauf einen Mitbewerber ziehen lassen und beendete das einstündige Rennen als Vierter. Luca Stolz war auf der gleichen Strategie unterwegs, profitierte aber von einem schnellen Reifenwechsel durch das Mercedes-AMG Team HRT, der ihn bis auf Rang sechs nach vorne brachte.

Maro Engel (GER) vom Mercedes-AMG Team MANN-FITLER zeigte ebenfalls eine bemerkenswerte Leistung. Trotz Startplatz 19 und einer frühen Penalty Lap wurde der Mercedes-AMG Markenbotschafter 13., was ihm drei Meisterschaftspunkte einbrachte. Sein Teamkollege Jusuf Owega (GER) vom Mercedes-AMG Team BWT, Schnellster im zweiten Freitagstraining, kam eine Position hinter ihm ins Ziel. Dass die Hitze – zwischenzeitlich zeigte das Thermometer über 35 Grad Lufttemperatur an – den Piloten, Mechanikern und Fahrzeugen alles abverlangte, bewies die lange Ausfallliste: Zehn von 28 Teilnehmern schafften es am Samstag aus verschiedenen Gründen nicht in die Wertung.

Lucas Auer reist als Fünfter der Gesamtwertung zum Sachsenring, Maro Engel als Sechster
Lucas Auer verkürzte den Rückstand auf den Spitzenreiter auf 44 Punkte und belegt nun mit 94 Punkten den fünften Platz der Fahrerwertung. Auf Rang sechs folgt Maro Engel mit 81 Punkten. Die nächste Gelegenheit zum Aufholen erhalten die beiden am 9. und 10. September, wenn die DTM nach 20 Jahren Pause wieder am Sachsenring gastiert. Es folgen Rennen am Red Bull Ring (23./24. September) und das Saisonfinale in Hockenheim (21./22. Oktober).

 
Stimmen der Mercedes-Piloten zum Rennwochenende in der Lausitz

Luca Stolz, Mercedes-AMG Team HRT #4
„Mit dem sechsten Platz gestern und dem Podium heute war es ein sehr gutes Wochenende für uns. Das Team hat alles gegeben und einen super Job gemacht. Wir hatten einen schnellen Stopp und ich habe anschließend eine starke Out Lap hinbekommen. Ich bin glücklich, dass wir uns mit dem Podium belohnt haben. Jetzt ist es wichtig, dass wir an diesen Erfolg anknüpfen können, wenn es zum Sachsenring geht. Dann fahren wir hoffentlich sogar um den Sieg.”

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team WINWARD #22
„Aufgrund der Hitze waren es zwei unglaublich harte Rennen. Nach dem guten Qualifying und dem vierten Platz im Rennen bin ich zufrieden mit meinem Samstag, auch wenn das Podium vielleicht drin gewesen wäre. Heute bin ich dafür sehr enttäuscht. Von Startplatz acht wäre einiges möglich gewesen, aber wir waren im Rennen einfach nicht schnell genug, um weiter nach vorne zu kommen. Immerhin haben wir mit Platz sechs wieder wichtige Punkte gesammelt.”

Jusuf Owega, Mercedes-AMG Team BWT #84
„Am Freitag sah es sehr gut aus, und wir hatten auf jeden Fall eine gute Pace. Leider haben aber die zwei schlechten Qualifyings mein Wochenende bestimmt. Man kann auf dem Lausitzring nur sehr schwer überholen, im Mittelfeld kommt es außerdem immer zu Berührungen, die dem Auto schaden. Entsprechend waren es zwei zähe Rennen für mich, in denen es mehr darum ging, irgendwie durchzukommen.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48
„Es war ein gebrauchtes Wochenende für uns. Am Sonntag bin ich leider etwas unsanft von der Bahn geschoben worden, kurze Zeit später mussten wir das Auto abstellen. Auch wenn es am Samstag zu Punkten gereicht hat, müssen wir dieses Wochenende schnell abhaken, weiter arbeiten und es bei der nächsten Veranstaltung am Sachsenring besser machen.”


Dienstag, 29. August 2023

Zusammenfassung IDM Supersport 300 Assen

Foto: Jens Hawrda

Die Cathedrale of Speed machte ihrem Namen wieder alle Ehre und das IDM Wochenende auf dem legendären TT-Circuit in Assen bot in allen Rennen packenden Motorsport. In der Supersport300 wurde bereits in Assen ein neuer Champion gekrönt.

Supersport 300 – Rennen 1

Das erste SSP300 Rennen am Samstag wurde schon vor dem offiziellen Start durcheinandergewirbelt. Nach Unstimmigkeiten mit den Reifenaufklebern am Ende des Qualifyings wurden gleich fünf Fahrer um drei Positionen nach hinten versetzt. Betroffen waren auch Polesetter Inigo Iglesias (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) und dessen Teamkollege und IDM-Gaststarter Kevin Sabatucci aus Italien. Profiteure waren Dirk Geiger (Freudenberg KTM-PALIGO Racing), Loris Veneman (Veneman Racesupport) und Ferre Fleerackers vom B.art Racing Team, die auf die Startplätze eins bis drei aufrückten.

Den Start konnte Dirk Geiger von der geerbten Pole noch für sich entscheiden, nach nur vier Kurven war es aber Inigo Iglesias, der seine starke Pace des Wochenendes unterstrich und das Feld anführte.

Auch Geigers Teamkollege Dustin Schneider mischte in der Anfangsphase in der Spitzengruppe mit und lag auch kurzzeitig auf Position eins, fiel nach einem Fehler zu Beginn der dritten Runde aber bis auf Platz neun zurück und beendete das Rennen auf dem siebten Rang.

Ähnlich erging es nur zwei Runden später auch Gaststarter Kevin Sabatucci. Der WM-Pilot musste im Kampf um die Führung mit Inigo Iglesias und Loris Veneman nach einem Verbremser den Notausgang nehmen und konnte sich erst auf der sechsten Position wieder ins Feld einreihen.

In Runde sieben verlor die Führungsgruppe mit Ferre Fleerackers einen weiteren Kawasaki-Piloten. Der Belgier konnte bis zu diesem Zeitpunkt gut in der Spitzengruppe mithalten, schied dann aber auf Platz vier liegen durch Sturz aus.

Den Kampf ums Podium machten anschließend Inigo Iglesias, Dirk Geiger, Loris Veneman und Ruben Bijman (Team Apreco) unter sich aus. Dirk Geiger ging vor dem Meisterschaftsführenden Inigo Iglesias in Führung liegend in die letzte Runde, am Ende war es aber Gaststarter Loris Veneman, der die Nase vorne hatte. Der Niederländer, der zu Beginn des Rennens noch eine Long-Lap-Penalty ableisten musste, nutzte im letzten Umlauf den Windschatten von Geiger und Iglesias perfekt aus und verwies die beiden IDM-Stammfahrer auf die Plätze zwei und drei.

Ruben Bijman, der zu Beginn der letzten Runde ebenfalls noch Chancen aufs Podium hatte, beendete das Rennen vor Gaststarter Sabatucci und Lennox Lehmann auf Platz vier.

Supersport 300 – Rennen 2

Wie schon im ersten Lauf am Samstag war es auch im Sonntagsrennen Dirk Geiger, der in Führung liegend in Turn eins einbog. In der ersten Rennhälfte entspann sich in der Führungsgruppe erneut ein intensiver Schlagabtausch zwischen dem Deutschen, dem Meisterschaftsführenden Inigo Iglesias, Ruben Bijman sowie den beiden Gaststartern Kevin Sabatucci und Loris Veneman.

Zur Mitte des Rennens zeigte sich auch Dirk Geigers Teamkollege Dustin Schneider an der Spitze des Feldes und im siebten von zehn Umläufen gelang dem Sachsen auch die schnellste Rennrunde. Der KTM-Pilot musste sich am Ende hinter Thom Molenaar (Molenaar Racing) aber mit Platz sieben zufriedengeben.

Auch der Kawasaki-Pilot lag in der vorletzten Runde kurzzeitig in Führung der zu diesem Zeitpunkt noch zehnköpfigen Spitzengruppe. Nach einer hochspannenden letzten Runde entschied der Schlusssprint nicht nur das Rennen, sondern auch die Meisterschaft. Inigo Iglesias setzte sich im Beschleunigungsduell aus der letzten Schikane gegen Dirk Geiger durch und holte sich mit 30 Tausendstel Vorsprung nicht nur den Sieg im zweiten Supersport300-Lauf in Assen, sondern sicherte sich mit den gewonnenen 25 Punkten auch vorzeitig den Titel. IDM Gaststarter Kevin Sabatucci fuhr vor Ruben Bijman und WM-Fahrer Loris Veneman auf den letzten Podestplatz.

Zusammenfassung ISM Supersport Assen

Foto: Jens Hawrda

Die Cathedrale of Speed machte ihrem Namen wieder alle Ehre und das IDM Wochenende auf dem legendären TT-Circuit in Assen bot in allen Rennen packenden Motorsport.  Die IDM Supersport verzeichnet dabei einen mehr als außergewöhnlichen Zieleinlauf.

 
Supersport – Rennen 1

Der erste IDM Supersport Lauf in Assen ging nach einem spannenden Zweikampf zwischen Melvin van der Voort (SWPN Team) und Twan Smits (Team Apreco) kurios zu Ende. Die beiden Lokalmatadoren waren aber auch schon zu Beginn tonangebend. Den Start konnte noch Polesetter Andreas Kofler für sich entscheiden und auch sein von Platz vier kommender Landsmann Thomas Gradinger lag in der ersten Runde kurzzeitig auf Position zwei. Während Gradinger schon im Verlauf der ersten Runde von van der Voort und Smits überholt wurde, gingen die beide Niederländer dann im zweiten Umlauf an Kofler vorbei. Nur eine Runde später konnte sich dann auch Thomas Gradinger am Markenkollegen vorbeischieben. Neben den beiden Niederländern an der Spitze war Gradinger zu diesem Zeitpunkt der Einzige im Feld, der noch 1:41er Zeiten gehen konnte.

Zur Rennmitte machte Melvin van der Voort den stärksten Eindruck und setzte sich leicht von Twan Smits ab, in der achten Runde warf ein Fehler den Meisterschaftszweiten aber auf Platz zwei zurück und in die Schlagdistanz von Thomas Gradinger zurück. Der Österreicher konnte aber die Pace van der Voort nicht gehen und musste seine Position stattdessen sogar gegen den wieder erstarkenden Andreas Koffler verteidigen.

Während Gradinger in Runde elf aufgrund eines Fehlers Koflers etwas Sicherheit gewinnen konnte, spitzte sich das Duell zwischen Twan Smits und Melvin van der Voort um den Sieg zu. Ein Fahrfehler in der vorletzten Runde kostete Smits die Führung, der Yamaha-Pilot konnte die Lücke jedoch erneut zufahren und ging in der letzten Runde vor der letzten Schikane an seinen ärgsten Widersacher in der Meisterschaft vorbei. Beim Spurt zum Zielstrich kam es aber zu einer folgenschweren Berührung, bei der Twan Smits zu Boden ging.

Da sein Motorrad aber noch über die Ziellinie rutschte, und Smits zu Fuß hinter Gradinger, Kofler und Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber Motos Racing) die Ziellinie überquerte, beendete er als Fünfter das Rennen. In Folge des Zwischenfalls erhielt Melvin van der Voort nach dem Rennen eine 10 Sekunden Zeitstrafe, wodurch er von Platz eins auf Platz fünf zurückfiel.

 
Supersport – Rennen 2

Der zweite Supersport-Lauf begann so, wie der erste endete. Bereits in der ersten Kurve kam es zu einer Berührung zwischen Twan Smits und Melvin van der Voort, als van der Voort sich am Landsmann vorbeidrückte. Auch Andreas Kofler musste sich dem SWPN Piloten noch vor dem Ende der ersten Runde beugen.

Für den Österreicher ging es anschließend noch weiter zurück und Kofler wurde erst von Luca de Vleeschauwer sowie kurz darauf von Leon Orgis (Kiefer Racing) überholt. In Runde vier konnte auch Milan Merckelbagh (Hertrampf Yamaha Racing) den Zweiplatzierten aus Lauf eins kurzzeitig attackieren. An der Spitze hatte derweil Twan Smits die Führung übernommen und setzte sich mit Melvin van der Voort im Schlepptau vom auf Position drei liegenden Thomas Gradinger ab.

Ab Rennmitte war es dann erneut Andreas Kofler, der für Bewegung im Feld sorgte. Kofler hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Rhythmus wieder gefunden, konnte sich an Leon Orgis vorbeiarbeiten und die Lücke zum auf Platz vier liegenden Luca de Vleeschauwer langsam schließen. Zu einem finalen Angriff kam es aber durch einen Rennabbruch aufgrund eines Sturzes von Wojciech Wieczorkiewicz (MVR-Racing) nicht mehr.

Auch Melvin van der Voort, der dem Führenden Twan Smits bis zu diesem Zeitpunkt wie ein Schatten folgte, konnte keine Attacke mehr setzen und musste sich vor Thomas Gradinger mit Platz zwei zufriedengeben. Leon Orgis beendete das Rennen hinter Milan Merckelbagh auf Platz sieben.