Samstag, 8. Juli 2023

Sheldon van der Linde holt Pole am Samstag

Sheldon van der Linde Holt Pole am Norisring
Foto: dtm.com

Sheldon van der Linde (ZA) hat es endlich geschafft. Der Südafrikaner steht in seiner fünften DTM-Saison zum ersten Mal am Norisring auf der Pole-Position. Der aktuelle Champion startete im ersten Qualifying am Samstag in Gruppe B und erzielte in seiner 13. Runde mit 48,775 Sekunden die absolute Bestzeit.

Der Südafrikaner von Schubert Motorsport war bis zum Schluss skeptisch, ob es tatsächlich zu seiner ersten Pole-Position auf Deutschlands einzigem Stadtkurs gereicht hat. Noch beim Verlassen seine BMW M4 GT3 erkundigte er sich bei seinem Renningenieur und war sichtlich erleichtert, als der das Ergebnis bestätigte. „Ich bin überglücklich. In den letzten Jahren habe ich auf dem Norisring im Zeittraining gekämpft, bin aber immer auf hinteren Plätzen gelandet. Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass es endlich geklappt hat. Ich habe alles gegeben, das Auto lief fantastisch und wir hatten von Beginn an viel Grip. Natürlich waren die Streckenverhältnisse für unsere Gruppe etwas besser, da wir später gestartet sind. Aber am Sonntag ist das ja umgekehrt. Im Rennen ist der erste Startplatz hier besonders wertvoll, weil das Überholen auf dem engen Stadtkurs schwierig ist. Wir brauchen einen guten Start, eine gute Strategie und wollen hier gewinnen”, freute sich der Sieger des Pirelli Pole Position Award.

Neben ihm steht Thomas Preining (A), der schnellste Fahrer der Gruppe A, in der ersten Startreihe. „Ich haben in meiner Gruppe gewonnen. Mehr kann ich nicht tun, die später startenden Fahrer waren eben insgesamt schneller. Wir haben uns gegenüber dem Freien Training noch einmal verbessert und bereiten uns nun sorgfältig auf das Rennen vor. Auf dem Norisring kommt es auf winzigste Details an, man hat nur vier Kurven, in denen man etwas herausholen kann”, erklärte der Pilot eines Porsche 911 GT3 R. Sein Markenkollege Ayhancan Güven (TR) bestätigte seine gute Form an diesem DTM-Wochenende und geht von Rang drei aus in den Samstagslauf. Auf Platz vier neben ihm steht mit Luca Stolz (Brachbach) der beste Mercedes-AMG-Pilot. Kelvin van der Linde (ZA), der Bruder des Pole-Setters, führt im Audi R8 LMS GT3 Evo2 als Fünfter die dritte Startreihe an. Mirko Bortolotti (I) nimmt als schnellster Lamborghini-Fahrer auf Platz sechs das Rennen in Angriff.

Beide Qualifyings wurden auf dem Stadtkurs in Nürnberg wegen des großen Teilnehmerfeldes in jeweils zwei Startgruppen ausgetragen, die Aufteilung ergab sich nach den Ergebnissen des Freien Trainings. Sheldon van der Linde als insgesamt schnellster Fahrer des Zeittrainings am Samstag steht auf der Pole-Position, neben ihm geht Thomas Preining als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Ayhancan Güven mit der zweitschnellsten Zeit in der Gruppe des Pole-Setters ist demnach Dritter, dann wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Die Startreihenfolge ergibt sich nicht aus den reinen Zeiten, sondern den Positionen nach den Zeittrainings, um die unterschiedlichen Bedingungen bei den zeitversetzten Qualifyings zu neutralisieren. 

Thomas Preining Tagesschnellster beim Auftakt am Norisring

  • Der Tabellenführer unterstreicht Favoritenstellung mit bester Trainingszeit
  • Porsche überzeugt beim dritten DTM-Stopp mit drei Fahrzeugen unter den Top-Fünf
  • Die schnellsten fünf Piloten liegen innerhalb von einer Zehntelsekunde

Thomas Preining erzielte am Freitag die Trainingsbestzeit auf dem Norisring
Foto: dtm.com

Porsche hat am Freitag beim dritten DTM-Tourstopp mit einer starken Gesamtleistung auf dem Norisring überzeugt. Thomas Preining (A) umrundete die 2,2 Kilometer lange Strecke beim zweiten Freien Training am Nachmittag in 49,201 Sekunden und erzielte damit im Porsche 911 GT3 R die Tagesbestzeit. Der 24-Jährige vom Team Manthey EMA sicherte sich so beim Zeittraining am Samstag einen Platz in der ersten Startgruppe. Wegen des großen Teilnehmerfeldes werden die Qualifyings auf dem einzigen Stadtkurs Deutschlands in jeweils zwei Gruppen ausgetragen. Auf Basis der Zeiten in den beiden Trainings-Sessions gehen die Fahrer auf den ungeraden Plätzen ab 9:35 Uhr auf die 20-minütige Zeitenjagd. Die Fahrer auf den geraden Positionen folgen um 10:00 Uhr.

„Wie erwartet, geht es auf dem Norisring eng zu und wir sind nur eine Tausendstelsekunde schneller als der Zweite. Es war ein positiver Start ins Wochenende. Die enge Strecke und die harten Bremsmanöver liegen mir und dem Porsche, im Qualifying am Samstag wird es ernst. Mit den hohen Temperaturen kam ich gut klar, da ich im Winter häufig in die Sauna gehe und dadurch auf solche Bedingungen vorbereitet bin,” erklärte Preining, der in der vergangenen Saison auf dem Norisring den ersten DTM-Sieg für Porsche holte.

Nur eine Tausendstelsekunde langsamer als der Österreicher war dessen Markenkollege Ayhancan Güven (TR) vom Team75 Motorsport. Mirko Bortolotti (I) erzielte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance die drittschnellste Tageszeit. Lokalmatador Marco Wittmann (Fürth) reihte sich dahinter mit dem BMW M4 GT3 von DTM-Neuling Project 1 auf Platz vier ein. Der Würzburger Laurin Heinrich präsentierte sich auf seiner Heimstrecke ebenfalls in guter Form und steuerte den dritten Porsche 911 GT3 R unter die Top-Fünf. Lucas Auer (A), der in der ersten Session am Mittag die Bestzeit gefahren war, wurde im Mercedes-AMG GT3 hinter Porsche-Pilot Dennis Olsen (N) Gesamtsiebter.

Während es im ersten Freien Training am Freitagmittag über zehn Minuten dauerte, ehe ein Fahrer die 50-Sekunden-Marke knackte, gelang das in der zweiten Session bereits nach wenigen Runden. Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius erlebten die Piloten einen Vorgeschmack auf das Wochenende, für das eine noch größere Hitze vorhergesagt ist. Die Zuschauer sahen auf dem Kurs im Herzen von Nürnberg rasanten Rennsport mit einem von Anfang an attackierenden Preining. Der Porsche-Werksfahrer fuhr in Runde 19 die absolute Bestzeit, die Güven im 28. Umlauf um eine Tausendstelsekunde verfehlte. Nach einer Kollision zwischen Audi-Fahrer Luca Engstler (Wiggensbach) und Lamborghini-Pilot Franck Perera (F) ging das zweite Zeittraining in den letzten drei Minuten mit einem Full Course Yellow zu Ende. Wie eng es in der DTM auf Deutschlands einzigem Stadtkurs zuging, verdeutlichen die knappen Zeitabstände. Die ersten fünf Fahrzeuge lagen innerhalb von einer Zehntelsekunde.


Donnerstag, 6. Juli 2023

DTM Classic auf dem Norisring

  •  Rennboliden aus 24 Jahren DTM-Historie begeistern die Fans
  •  Eine Reihe von Zeitzeugen ist auf dem Norisring am Start
  •  Zwei Läufe über je 30 Minuten am Samstag und Sonntag

Vor einem Jahr am Norisring, spannende Rennaction mit historischen DTM-Boliden
Foto: Jens Hawrda


Seit fast vier Jahrzehnten gehören der Norisring und die DTM zusammen. Bereits in ihrem Premierenjahr 1984 war die DTM auf dem legendären und einzigartigen Stadtkurs am Start und am kommenden Wochenende (7.-9. Juli) wird die Geschichte fortgeschrieben. Mit der DTM Classic bereichert eine spannende Retrospektive den dritten Tourstopp der DTM. Die Tourenwagen Legenden bestreiten mit fast 30 historischen Rennboliden aus 24 Jahren DTM-Geschichte zwei Rennen in der fränkischen Metropole. Beide werden im kostenlosen Livestream auf dtm.com sowie youtube.com/DTM übertragen.

Eine Reihe von Zeitzeugen, die die frühen Jahre der DTM geprägt haben, sind am Norisring beim Gastspiel der DTM Classic mit von der Partie. Die vorläufige Teilnehmerliste liest sich wie das Who is Who des deutschen Rennsports: Roland Asch, Christian Danner, Harald Grohs, Marc Hessel, Klaus Ludwig, Stefan Mücke, Gerhard Müller und Volker Strycek. „Ich habe viele unvergessliche Momente am Norisring erlebt“, erinnert sich Heger. „Da war zum Beispiel das Jahr 1988, als ich im Linder-BMW M3 vom letzten Startplatz aus auf Rang fünf gefahren bin. Oder 1991, als ich von der Pole aus gestartet, von einem gewissen Michael Schumacher abgeräumt wurde. Das war damals eine sehr wilde Zeit, ohne Servolenkung, ABS und mit Handschaltung. Aber auch abseits der Rennstrecke gab es viele schöne Geschichten. Zum Beispiel die tollen Partys am Dutzendteich, eine Pokalübergabe mit dem damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß oder besagtes Rennen 1991, als ich Michael Schumacher buchstäblich am Kragen hatte. Das sind einmalige Erinnerungen. Und ich freue mich schon sehr, dass in diesem Jahr wieder ein paar dazukommen.“

Die gefeierten Stars der Serie sind jedoch nicht nur die Protagonisten, auch die Boliden selbst werden bei den Fans rund um die einzigartige Steintribüne für Verzückung sorgen. Die unterschiedlichen Modelle von AMG-Mercedes, Audi, BMW, Ford, Mercedes und Opel verfügen teils über eine bewegte und erfolgreiche Vergangenheit. Die beiden ältesten Fahrzeuge im Feld sind die beiden BMW M3 E30, Baujahr 1987, von dem zweifachen TWL-Champion Hans Robert Holzer und Gerd Grundmann. Das modernste Fahrzeug ist ein Audi A4 DTM aus dem Jahr 2007, den Stefan Rupp an den Start bringt. Der Audi von damals ist ein echter Siegertyp, mit dem der Schwede Mattias Ekström vor 16 Jahren den DTM-Titel holte. Auf dem Norisring hatte Ekström damals allerdings das Nachsehen: Er musste sich auf dem 2,3 Kilometer kurzen Kurs den damaligen HWA-Piloten Bruno Spengler und Bernd Schneider geschlagen geben.

Neben dem Audi A4 DTM sind vor allem die Klasse-1-Tourenwagen sehenswert. Die hochgezüchteten Hightech-Boliden aus der Spätphase der „alten DTM“ sind mittlerweile alles andere als alltäglich. Gleich zwei von ihnen sind am Norisring mit dabei. Neben der AMG-Mercedes C-Klasse aus der ITC 1996, den Thorsten Stadler und Christian Danner pilotieren, kehrt ein 95er Opel Calibra von Peter Nickel zurück auf die Strecke. Ein besonderes Rennwochenende steht Lokalmatador Nico Wittmann aus Fürth bevor. Der Bruder von DTM-Champion Marco Wittmann nimmt mit einem BMW M3 E30 DTM von 1989 teil.

Die DTM Classic absolviert am Freitag ein 30-minütiges Freies Training, ehe das Qualifying über 20 Minuten über die Startplätze für Rennen eins entscheiden. Rennen zwei wird gemäß dem Zieleinlauf von Rennen eins gestartet. Beide Heats führen über die Distanz von je 30 Minuten.

Mittwoch, 5. Juli 2023

Comeback auf Nürnbergs Straßen: ADAC GT Masters bereit für Norisring-Spektakel

  •  Highlight mit vielen Zuschauern auf dem Nürnberger Stadtkurs
  •  Lokalmatador Maximilian Götz feiert sein Saisondebüt bei HRT
  •  ADAC GT Masters startet 2023 erstmals auf der DTM-Plattform

Foto: Jens Hawrda


Es ist einer der Saisonhöhepunkte im ADAC GT Masters: Erstmals nach über 15 Jahren trägt die traditionsreiche GT3-Serie des ADAC wieder Rennen auf dem Norisring aus. In Nürnberg absolviert das ADAC GT Masters vom 7. bis 9. Juli seinen zweiten Saisonstopp. Zum ersten Mal 2023 fahren die Supersportwagen auf der reichweitenstarken DTM-Plattform. Die Porsche-Teams wollen die Siegesserie des Porsche 911 GT3 R vom ersten Event fortsetzen. Huber Racing und das Team Joos by Racemotion sicherten sich jeweils einen Erfolg beim Saisonauftakt am Hockenheimring Baden-Württemberg. Tim Zimmermann (Langenargen) und Jaxon Evans (NZ/beide Huber Racing) reisen als Meisterschaftsführende ins „fränkische Monaco“. Lokalmatador und Rückkehrer Maximilian Götz (Uffenheim) strebt bei seinem Heimspiel mit Teamkollege Petru Umbrarescu (RO/beide Haupt Racing Team) den Sieg im Mercedes-AMG an. TV-Partner Sport1 sendet die Rennen am Samstag und Sonntag live in voller Länge im Free-TV.

„Super, dass ich wieder im ADAC GT Masters am Start stehe. Mein Terminkalender in diesem Jahr ist zwar schon recht voll, aber einen Einsatz im ADAC GT Masters lasse ich mir nicht entgehen. Natürlich möchte ich um die Podiumsplätze mitfahren, das Team unterstützen und meine Erfahrung einbringen. Ich hoffe, dass ich den Fans bei meinem Heimrennen eine gute Show bieten kann“, sagt Götz, der ADAC GT Masters-Champion von 2012. Götz hat eine ganz spezielle Verbindung zum 2,3 Kilometer langen Asphaltband: Auf den Straßen Nürnbergs krönte er sich mit dem Haupt Racing Team zum DTM-Champion 2021. Außerdem ist der Mittelfranke Mitglied im ausrichtenden Motorsport Club Nürnberg e. V.

Das Starterfeld auf dem einzigen Stadtkurs Deutschlands setzt sich aus insgesamt zehn Rennställen zusammen, die mit internationalen Nachwuchspiloten und Sportwagen-Assen an den Start gehen. Fahrer aus 14 Nationen nehmen den kürzesten Kurs im Kalender mit GT3-Boliden der Premiumhersteller Audi, BMW, Lamborghini, Mercedes-AMG sowie Porsche in Angriff. Schon beim ersten Saisonstopp in Hockenheim bot das ADAC GT Masters spannende Rennen und tollen Motorsport.

„Ich freue mich extrem auf das ‚fränkische Monaco‘. Den speziellen Kurs in Nürnberg kenne ich bereits aus meiner Zeit im Porsche Carrera Cup Deutschland. Es ist etwas ganz Besonderes, auf einem Stadtkurs mit wenig Auslaufzonen Rennen zu fahren. Die Strecke sollte von der Charakteristik dem Porsche 911 GT3 R sehr entgegenkommen. Wir wollen unsere gute Ausgangslage nutzen und die Führung in der Meisterschaft ausbauen“, sagt Zimmermann, der mit Teamkollege Evans als Tabellenführer in das dritte Saisonrennen geht. Als das ADAC GT Masters 2008 zuletzt zwischen den Betonmauern und Leitplanken in Nürnberg fuhr, waren Zimmermann und Evans beide gerade einmal elf Jahre alt. Nun hat die Konkurrenz das Duo von Huber Racing, der Rennstall kommt aus dem rund zwei Autostunden entfernten Hofkirchen, fest im Visier. Allen voran Finn Gehrsitz (Stuttgart) und Sven Müller (Bingen/beide Team Joos by Racemotion): Die Sieger des zweiten Laufs haben mit 37 Punkten lediglich einen Zähler Rückstand. Nach dem Podiumserfolg im ersten Rennen belegen Eduardo Coseteng und Ben Green (GB) im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport mit 33 Punkten Rang drei. In der Pirelli-Junior-Wertung führen ADAC Stiftung Sport Förderpilot Gehrsitz und der Filipino Coseteng mit jeweils 41 Zählern die Tabelle an.

Die beiden Freien Trainings am Freitag geben bei der Rückkehr an den Norisring eine erste Standortbestimmung. Am Samstag ermittelt das ADAC GT Masters ab 9:00 Uhr seinen Pole-Setter für den dritten Saisonlauf um 15:10 Uhr. Einen Tag später stehen erneut ein Qualifying (8:45 Uhr) sowie ein Rennen (15:15 Uhr) auf dem Programm. Sport1 zeigt alle Rennen live in voller Länge im Free-TV. Außerdem laufen die Events auf dem kostenlosen YouTube-Kanal @adacmotorsports.

Dienstag, 4. Juli 2023

Zwischen Mauern und Leitplanken – DTM-Spektakel auf dem einzigen Stadtkurs in Deutschland

  •  „Fränkisches Monaco“ ist ein Highlight im Tourkalender der DTM
  •  Tabellenführer Thomas Preining möchte Vorjahreserfolg am Norisring wiederholen
  •  Spa-Francorchamps-Sieger Marco Wittmann aus Fürth tritt als Lokalmatador an

Foto: Jens Hawrda

In der DTM geht es Schlag auf Schlag. Auf das spektakuläre Renn-Event im niederländischen Küstenort Zandvoort folgt kommendes Wochenende (7. bis 9. Juli) ein weiteres Motorsport-Highlight auf dem Norisring in Nürnberg. Der einzige Stadtkurs in Deutschland gilt wegen seines besonderen Flairs als das „fränkische Monaco“ und ist bei Fahrern sowie Fans gleichermaßen beliebt. Das 2,3 Kilometer lange Asphaltband rund um die historische Steintribüne hat es jedoch in sich. Die enge Fahrbahnbegrenzung, viele Bodenwellen und harte Bremsmanöver verlangen von den Fahrern in jeder Sekunde höchste Aufmerksamkeit. Die Zuschauer erleben dagegen ein einmaliges Rennsport-Spektakel. Auf keiner anderen DTM-Strecke fahren die Boliden so oft an den Tribünen vorbei wie auf dem Norisring. Eine Runde zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich dauert nur knapp 50 Sekunden. ProSieben zeigt die beiden Läufe am Norisring live im deutschen Free-TV und beginnt Samstag sowie Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Rennstart, mit der Übertragung.


Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 5 und 6 von 16

  •     Streckenlänge: 2.300 Meter
  •     Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  •     Sieger 2022, Rennen 1: Thomas Preining (Porsche 911 GT3 R, KÜS Team Bernhard)
  •    Sieger 2022, Rennen 2: Felipe Fraga (Ferrari 488 GT3, Red Bull AlphaTauri AF Corse Ferrari)


Zehntes Heimspiel für Marco Wittmann – Premiere für Laurin Heinrich

Lokalmatador Marco Wittmann wohnt in Fürth und damit in unmittelbarer Nähe zum Norisring. Der 33-Jährige tritt in Nürnberg als frischgebackener Gesamtsieger der 24 Stunden von Spa-Francorchamps (Belgien) an. Wittmann geht in diesem Jahr zum zehnten Mal auf dem Stadtkurs an den Start und möchte dieses Jubiläum mit einem Top-Ergebnis versüßen. An seinen Heimsieg in der Saison 2018 kann sich der BMW-Pilot noch genau erinnern: „Auf diesem Moment musste ich einige Jahre warten. Deswegen bedeutet mir dieser Sieg genauso viel wie meine beiden DTM-Titelgewinne.“ Sein Erfolgsrezept am Norisring: „Man muss die richtige Portion Risiko finden, denn neben der Strecke steht im Zweifelsfall die Mauer.“ Laurin Heinrich hat es als Würzburger etwas weiter als Wittmann. Der 21-Jährige kennt die Strecke jedoch schon seit Jahren. Als kleiner Junge war Heinrich häufig Zuschauer bei den DTM-Rennen und brennt auf seinen ersten Norisring-Einsatz am Steuer seines Porsche 911 GT3 R.

Gute Chancen für Tabellenführer Thomas Preining

Prognosen sind in der DTM nur schwer möglich, das beweisen die Ergebnisse der ersten vier Saisonrennen mit vier unterschiedlichen Gewinnern. Auf dem Stadtkurs im Herzen Nürnbergs kommt Tabellenführer Thomas Preining (A) jedoch eine Favoritenrolle zu. Der 24-Jährige gewann im Porsche 911 GT3 R bisher keinen Saisonlauf, fuhr aber konstant in die Punkte und dabei zweimal auf das Podium. Im vergangenen Jahr entschied Preining das Samstagsrennen auf dem Norisring für sich und schrieb Geschichte mit dem ersten Sieg für Porsche in der DTM. Nach dem starken Auftritt in Zandvoort ist dem Österreicher mit seinem Neunelfer eine Wiederholung dieses Erfolges zuzutrauen.

Das Abschneiden des Gesamtzweiten Franck Perera (F), der 2022 am Norisring als kurzfristiger Ersatz sein DTM-Debüt feierte, ähnelt bisher einer Berg-und-Talfahrt. Top-Resultate am jeweiligen Samstag wechseln sich mit zweistelligen Plätzen am Sonntag ab. Bleibt der Pilot des Lamborghini Huracán GT3 Evo2 seiner Serie treu, könnte beim ersten Lauf am Norisring wieder ein Podiumsrang herausspringen. Ricardo Feller (CH) und Maro Engel (Monaco) haben sich in der Meisterschaft nach ihren ersten Saisonerfolgen in Zandvoort auf Platz drei sowie vier vorgeschoben und fahren im Audi R8 LMS GT3 Evo2 beziehungsweise Mercedes-AMG GT3 voller Selbstbewusstsein nach Nürnberg.

Stadtkurs Norisring – ein Sprintrennen zwischen zwei Wendepunkten

Der Norisring ist mit einer Länge von 2,3 Kilometern ein Sprint zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich. Das Layout mit drei Geraden, zwei Haarnadelkurven und einer Schikane wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Allerdings gibt es außer an den Wendepunkten keine Auslaufzonen, Leitplanken und Mauern begleiten die Fahrer auf ihren Runden. Kaum eine andere Strecke fordert die Bremsen der DTM-Boliden mehr als der Stadtkurs in Nürnberg. Auf schnelle Geraden folgen enge Kurven und Kehren, vor denen die Fahrer teilweise von gut 250 bis auf 60 km/h abbremsen müssen. Wegen des unebenen Fahrbahnbelags und der vielen Bodenwellen ist es schwierig, den exakten Bremspunkt und die richtige Linie zu erwischen. Dabei geht es um Zentimeter. Nach dem Schöller-S fahren die Piloten so nah wie möglich an die Mauer heran, um den Speed mitzunehmen. Doch in der Vergangenheit klappte das nicht immer, sodass einige Außenspiegel auf der Strecke blieben.

Qualifying in zwei Startgruppen

Wegen des großen Teilnehmerfeldes werden am Norisring die beiden Qualifyings in jeweils zwei Startgruppen ausgetragen, die auf Basis der Freien Trainings am Freitag zusammengestellt werden. Der insgesamt schnellste Fahrer steht auf Platz eins, neben ihm geht der Beste der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Der Pilot mit der zweitschnellsten Zeit in der Gruppe des Pole-Setters ist Dritter, dann wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Dementsprechend ergibt sich die Startreihenfolge nicht aus den reinen Zeiten, sondern den Platzierungen nach den Zeittrainings. Mit diesem System sollen die unterschiedlichen Streckenbedingungen bei den zeitversetzten Qualifyings neutralisiert werden.

Erster Start des ADAC GT Masters im Rahmen der DTM

Das ADAC GT Masters kehrt im Rahmen der DTM nach 15 Jahren wieder auf den Nürnberger Stadtkurs zurück. Einer der Top-Favoriten ist Maximilian Götz (Uffenheim), der Arjun Maini vom Mercedes-AMG Team HRT vertritt und 2021 beide Rennen gewann. Allerdings fährt der DTM-Champion 2021 ein Doppel-Programm, denn Götz ist auch als Experte und Co-Kommentator bei ProSieben im Einsatz. Ein Hauch von Geschichte weht über der Strecke, wenn kommendes Wochenende die DTM Classic zum ersten Mal in dieser Saison an den Start geht. Die historischen Gruppe-A-Tourenwagen der 1980er Jahre oder die High-Tech-Renner aus der Klasse 1 der 1990er Jahre nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise durch verschiedene Epochen der Rennserie. In Nürnberg sind zudem die 455 PS starken LMP3-Boliden des Prototype Cup Germany zu sehen. Das Programm in Nürnberg komplett der BMW M2 Cup.

Günstige Preise und volles Programm

Spannende DTM-Rennen, hochkarätige Rahmenserien und viel Unterhaltung – das ist am Norisring schon für 69 Euro zu haben. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. Im Ticket inbegriffen ist eine kostenlose Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg sowie der freie Zugang zum Fahrerlager aller Serien. Auch der Kontakt zu den Piloten ist für Fans möglich, um Autogramme zu holen oder das ein oder andere Selfie zu machen.

Alle Meisterschaftsläufe live bei ProSieben

TV-Partner ProSieben zeigt die 16 Saisonläufe live im frei empfangbaren Fernsehen. Alle Rennen starten um 13:30 Uhr. Das Qualifying ist live auf ran.de zu sehen. Weltweit wird die DTM im Fernsehen in über 70 Ländern live übertragen. Offizieller TV-Partner der DTM in Österreich ist ServusTV. Der Salzburger Privatsender strahlt alle Rennen live oder re-live aus. ServusTV Deutschland berichtet am Abend des Renntages mit einer Zusammenfassung.