Sonntag, 21. Mai 2023

IDM Sidecar Sachsenring

Seitenwagen WM zeigt hochkarätigen Motorsport

#42 Göttlich/Krieg bei Heimrennen mit Superergebnis
Foto: Jens Hawrda


Ein besonderer Höhepunkt des Wochenendes war der Auftritt der Seitenwagen-Weltmeisterschaft, die der IDM-Promoter und Organisator Motor-Presse Stuttgart erst vor wenigen Wochen parallel dazu übernommen hat. Alle hochkarätigen WM-Teams traten auf dem Sachsenring an. Bei den Auftaktrennen gingen Ben und Tom Birchall als Doppelsieger hervor. Das britische Brüderpaar gewann sowohl das Sprintrennen als auch das Hauptrennen souverän und feierte einen gelungenen Saisonstart. 

Als Unterkategorie gibt es dazu eine separate IDM-Wertung, in der zehn Teams gleichzeitig um den nationalen Titel kämpfen. In der IDM-Wertung sammelten Josef Sattler und sein Beifahrer Luca Schmidt mit einer Erst- und einer Zweitplatzierung an diesem Wochenende die meisten Punkte.

Der erst achtzehnjährigen Lennard Göttlich und seinen zwei Jahre älteren Beifahrer Lucas Krieg hatten am Sachsenring Ihr Heimrennen. Die mediale Aufmerksamkeit war entsprechend groß. Doch die beiden Sachsen ließen sich nicht ablenken und belegten am Sachsenring einen zweiten und einen dritten Platz.

Ergebnisse IDM Sidecars Sachenring:

Sprintrennen über 11 Runden:

1. Sattler/Schmidt (D), ARS Yamaha

2. Göttlich/Krieg (D), ARS Yamaha

3. Remse/Wechselberger (SL/AUS), ARS Yamaha

4. Zimmermann/Wahl (D), ARS Yamaha

5. Archer/Christie (GB), Yamaha

Hauptrennen über 20 Runden:

1. Peugeot/Peugeot (F), Yamaha

2. Sattler/Schmidt (D), ARS Yamaha

3. Göttlich/Krieg (D), ARS Yamaha

4. Archer/Christie (GB), Yamaha

5. Remse/Wechselberger (SL/AUS)

Stand IDM Sidecars nach zwei Rennen:

1. Sattler/Schmidt 45 Punkte

2. Göttlich/Krieg 36

3. Remse/Wechselberger 27

4. Peugeot/Peugeot 25

5. Archer/Christie 24



Donnerstag, 18. Mai 2023

Sheldon van der Linde: „Die Titelverteidigung ist das klare Ziel“

Für van der Linde beginnt in Oschersleben die Mission Titelverteidigung

Sheldon van der Linde
Foto: Jens Hawrda

Der Südafrikaner spricht im Interview über die Vorfreude auf den Saisonstart, seine Verbindung zum Team Schubert Motorsport und mentale Stärke im Meisterschaftskampf

Wenn vom 26. bis 28. Mai in der Motorsport Arena Oschersleben die neue DTM-Saison startet, steht ein Fahrer besonders im Blickpunkt: Sheldon van der Linde. Der Pilot von Schubert Motorsport jubelte vergangenes Jahr als erster Südafrikaner über den DTM-Gesamtsieg. Ein Erfolg, den van der Linde in der anstehenden Saison wiederholen möchte. Was den Auftakt in Oschersleben so besonders macht, wie man mit dem Duell gegen den eigenen Bruder umgeht und welchen Einfluss der ADAC auf seine Karriere hatte, verrät der 24-Jährige im Interview.

Wie groß ist die Vorfreude kurz vor dem Saisonstart?

Die Erwartungen an das Team Schubert Motorsport und mich sind natürlich hoch, das ist völlig klar. Bei unserem Heimspiel in Oschersleben zu gewinnen, wäre ein fantastischer Auftakt. Wir sind super vorbereitet und ich freue mich, dass es endlich losgeht.

Wie sah die Vorbereitung auf die Saison aus?

Gerade in den letzten Wochen waren wir viel testen. Außerdem fahre ich regelmäßig im Simulator. Bei BMW haben wir speziell einen für GT3-Fahrzeuge. Ansonsten habe ich in meiner Heimatstadt Johannesburg im Kreise meiner Familie noch einige Tage die südafrikanische Sonne genossen, um mit voller Energie in die neue Saison zu starten.

Mit welchem Ziel geht man als aktueller Champion in die Saison?

Die Titelverteidigung ist für uns das klare Ziel. Wichtig ist aber, dass wir uns die ganze Saison auf uns fokussieren und nicht von äußeren Faktoren ablenken lassen. In der DTM gibt es dieses Jahr so viele Neuerungen, dass die Karten aus meiner Sicht völlig neu gemischt werden. Unter anderem ist Pirelli als neuer Reifenpartner dabei. Das könnte ein Vorteil für mich sein, da ich dieses Jahr auch in anderen Rennserien auf Pirelli-Pneus fahre.

Was macht den Auftaktstopp in Oschersleben besonders?

Die Strecke ist recht eng und verwinkelt. Dadurch musst du als Fahrer die ganze Zeit voll konzentriert sein und hast keinen Moment für eine mentale Pause. Das macht Oschersleben aus. An mein letztes Rennwochenende dort kann ich mich aber noch sehr gut erinnern. In der Saison 2018 bin ich gemeinsam mit meinem Bruder Kelvin auf einem Auto im ADAC GT Masters gefahren. Der zweite Platz in Oschersleben war unser erstes Podiumsergebnis.

Welche Events im Kalender wecken besondere Vorfreude?

Bei mir auf jeden Fall die Rennen in Zandvoort. Das wird definitiv einer der Höhepunkte der Saison. Es gibt dort nicht ganz so viele Überholmöglichkeiten, dafür ist das Streckenlayout durch die Dünenlandschaft sehr speziell. Außerdem sorgen die vielen Fans in Zandvoort sicherlich für eine überragende Atmosphäre. Ansonsten steht auch der Nürburgring bei mir hoch im Kurs, dort habe ich vergangenes Jahr vor meinem Bruder Kelvin gewonnen.

Die DTM wird dieses Jahr erstmals vom ADAC ausgetragen. Was denkst du über den Wechsel?

Ende letzten Jahres hatte ich ehrlich gesagt schon befürchtet, dass es für die DTM nicht weitergeht. Daher bin ich dem ADAC sehr dankbar, dass man die Erfolgsgeschichte der DTM fortsetzt. Es gibt sonst weltweit keine GT3-Rennserie mit so einer Strahlkraft, in der mit nur einem Fahrer pro Auto gefahren wird. Für mich macht das die DTM auf jeden Fall so besonders.

Wie wichtig ist es, weiter für Schubert Motorsport zu fahren?

Es ist zum ersten Mal seit ein paar Jahren so, dass ich eine zweite Saison in Folge für das gleiche Team starte. Darüber bin ich sehr glücklich und es bringt auch viele Vorteile mit sich. Mein Ingenieur kennt genau meinen Fahrstil. Andersherum weiß ich, was für Infos er von mir für eine bessere Fahrzeugabstimmung benötigt. Dazu kommt, dass ich bereits reichlich Erfahrung im BMW M4 GT3 sammeln konnte. Ich bin überzeugt, dass wir stärker als vergangenes Jahr sind.

Mit René Rast ist ein dreifacher DTM-Champion dein Teamkollege. Ist das ein Vor- oder Nachteil?

Ich sehe das positiv. Es ist immer gut, einen so erfolgreichen und schnellen Fahrer in den eigenen Reihen zu haben. René Rast bringt unglaublich viel Erfahrung ins Team, das können wir für uns alle nutzen. In meiner Jugend habe ich Renés Titelgewinne in der DTM noch vorm Fernseher verfolgt und heute fahren wir in einem Team. Das ist schon eine verrückte Entwicklung.

Welche Fähigkeit zeichnet dich aus?

Ich sehe es als eine meiner Stärken, den Druck von außen nicht so sehr an mich heranzulassen. Durch äußere Faktoren kann man sich als Rennfahrer schnell selbst aus dem Rhythmus bringen. Vergangenes Jahr war ich relativ früh in der Saison Tabellenführer und konnte mit der Rennen für Rennen steigenden Erwartungshaltung super umgehen.

In deinem Lebenslauf stehen unter anderem die ADAC TCR Germany und das ADAC GT Masters. Welche Bedeutung hatten die beiden ADAC Serien für deine Karriere?

Ohne den ADAC würde ich heute wohl keine Rennen in Europa fahren. Den Titel im ADAC GT Masters haben mein Bruder und ich 2018 um nur einen Punkt verpasst. Trotzdem war die Serie der entscheidende Karriereschritt für mich, weil ich dadurch die Einladung von BMW Motorsport zum DTM Young Driver Test bekam, über den ich mir einen Startplatz für die Saison 2019 sichern konnte.

Der Name van der Linde steht zweimal in der Starterliste. Wie fühlt es sich an, gegen seinen eigenen Bruder anzutreten?

Zu Beginn war das schon merkwürdig, gerade wenn man damals in der Startaufstellung nebeneinanderstand. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt. Wenn wir den Helm aufsetzen und ins Auto steigen, spielt das keine Rolle mehr. Dieses Jahr ist Kelvin definitiv einer meiner größten Konkurrenten. Auf der Strecke kämpfen wir Rad an Rad gegeneinander, aber wir haben aber ein super Verhältnis und in Kempten auch unsere gemeinsame Wohnung.

Was machst du abseits der Rennstrecke, um deinen Akku aufzuladen?

Meine Freizeit verbringe ich gern draußen. Am liebsten in Kombination mit Sport. Ich sitze gern auf dem Rennrad und spiele seit einigen Jahren mit meinem Bruder viel Tennis. Das gibt mir unglaublich viel Energie.

Mittwoch, 17. Mai 2023

IDM Supersport 300 Saisonauftakt am Sachsenring

IDM Supersport 300
Foto: Jens Hawrda

In der Supersport 300 gab es gleich zwei neue Gesichter auf dem Siegerpodest zu sehen. Im ersten Rennen errang der 16-jährige Dustin Schneider (Freudenberg KTM-PALIGO Racing) den Sieg. Der 16-jährige Sachse wechselte vom Northern Talent Cup in die IDM, wo er an diesem Wochenende seinen Einstand gab. 

Die Qualifikation hatte noch  Iglesias dominiert, er sicherte sich mit einer Zeit von 1:31,092 min die Pole-Position. Umsetzen konnte er die Pole im Rennen 1 jedoch nicht, durch einen Frühstart und die folgende  doppelte Long-Lap-Penalty warfen in weit zurück. Ein Platz auf dem Podest war für den schnellen Spanier damit nicht mehr drinn.

Es siegt schlißlich Dustin Schneider, der selbst von diesem Erolg überrascht war. Für den 16-Jährigen war der Auftakt auf dem Sachsenring das allererste Rennen in der Supersport 300, nachdem er zur neuen Saison vom Northern Talent Cup zum Team Freudenberg in die IDM gewechselt war. 

«Das ist der Wahnsinn. Damit habe ich keinesfalls gerechnet», sagte Schneider  bei der Siegerehrung. Hinter Schneider kam sein Teamkollege Walid Khan ins Ziel. Der Niederländer ging nur von Platz elf ins Rennen. und fuhr ein starkes Rennen. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Denn zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, weshalb ich beinahe gestürzt wäre», berichtete der 24-Jährige. Dritter auf dem Podium war der Tscheche Petr Svoboda (Kawasaki), der lange das Rennen anführte.

Beim zweiten Rennen siegte der Spanier Inigo Iglesias und betrieb damit Schadensbegrenzung, nachdem er im ersten Rennen wegen eines Frühstarts eine doppelte Long Lap Penalty kassierte. Der Neuzugang im Team Füsport - RT Motorsports by SKM - Kawasaki war letztes Jahr in der Supersport 300-WM am Start und ist jetzt dauerhaft in der IDM. Platz 2 holte sich Lennox Lehmann, der sich über die Distanz gekonnt aus allen Schrmützeln herausgehalten hatte. Dritter wurde am Ende Dirk Geiger.

Ergebnis Supersport 300 Rennen 1

1. Dustin SCHNEIDER (D/KTM)
2. Walid KHAN (NL/KTM)
3. Petr SVOBODA (CZ/Kawasaki)
4. Inigo IGLESIAS (ES/Kawasaki)
5. Ruben BIJMAN (NL/Yamaha)
6. Dirk GEIGER (D/KTM)
7. Lennox LEHMANN (D/KTM)
8. Phillip TONN (D/KTM)
9. Ferre FLEERACKERS (B/Kawasaki)
10. Marvin SIEBDRATH (D/Yamaha)

Ergebnis Supersport 300 Rennen 2

1. Inigo Iglesias/Kawasaki
2. Lennox Lehmann/KTM
3. Dirk Geiger/KTM
4. Ruben Bijman/Yamaha
5. Petr Svoboda/Kawasaki
6. Dustin Schneider/KTM
7. Phillip Tonn/KTM
8. Mate Szamado/Kawasaki
9. Kas Beekmans/Yamaha
10. Ferre Fleerackers/Kawasaki

IDM Supersport: van der Voort mit Doppelsieg

Melvin van der Voort - Doppelsieg zum Saisonauftakt am Sachsenrig
Foto: Jens Hawrda

In Hockenheim hatte Melvin van der Voort die Saison 2022 mit einem Sieg beendet und da machte der Niederländer auf dem Sachsenring 2023 weiter, mit einem Doppelsieg. In der IDM Supersport war der 17-jährige Niederländer Melvin van der Voort (Team SWPN) das Maß der Dinge. Der Vize des letzten Jahres machte dort weiter, wo er im vergangenen Jahr aufgehört hatte: mit einem Doppelsieg auf der Yamaha. Beide Mal folgte ihm sein Landsmann Twan Smits (Team Apreco) aufs Siegerpodest. Im Kampf um den dritten Platz überschlugen sich die Ereignisse. 

Im zweiten Lauf waren gleich zu Beginn die potentiellen Spitzenfahrer gestürzt, unter anderem der Österreicher Thomas Gradinger (Eder Racing), der im ersten Lauf Dritter war. Regen oder nicht Regen das war währen des gesamten Rennens ein Thema, an der einen oder anderen Stelle der Strecke wurde im Laufe des Rennens bereits die Regenflagge gezeigt. Nach allerlei Stürzen sahen nur 14 Piloten das Ziel.  Im zweiten Lauf wurde auf dem Podium aber erneut deutsch gesprochen, denn Andreas Kofler (M32 Racing) kam als Dritter ins Ziel. Sein Teamchef und Mentor ist kein Geringerer als Max Enderlein, der dreifache Champion der Klasse und derzeit auch amtierende Meister.

Melvin van der Voort #20 vor Twain Smits #85, Andreas Kofler #19 und Thomas Gradinger
Foto: Jens Hawrda

Ergebnis IDM Supersport Rennen 1

1. Melvin van der Voort/Yamaha
2. Twan Smits/Yamaha
3. Thomas Gradinger/Yamaha
4. Luca de Vleeschauwer/Kawasaki
5. Andreas Kofler/Yamaha
6. Yves Stadelmann/Yamaha
7. Chris Beinlich/Yamaha
8. Stepan Zuda/Kawaski
9. Leon Orgis/Yamaha
10. Milan Merckelbagh/Yamaha

Ergebnis IDM Supersport Rennen 2

1. Melvin van der Voort/Yamaha
2. Twan Smits/Yamaha
3. Andreas Kofler/Yamaha
4. Milan Merckelbagh/Yamaha
5. Leon Orgis/Yamaha
6. Micha Prasek/Triumph
7. Stepan Zuda/Kawaski
8. Filip Feigl/Triumph
9. Damien Raemy/Yamaha
10. Luca de Vleeschauwer/Kawasaki

Dienstag, 16. Mai 2023

Beim Saisonauftakt der IDM erster Podestplatz für GERT56

Patrick „Pax“ Hobelsberger als Zweiter auf dem Podest

Patrick Hobelsberger holt Podestplatz für GERT56
Foto: Jens Hawrda

Beim Saisonauftakt der IDM Superbike auf dem Sachsenring wurden 15.000 Zuschauer Zeuge eines wie entfesselt fahrenden 1000er-Rookies Patrick „Pax“ Hobelsberger. Der Klassen-Neuling und ehemalige Supersport 600 Meister verpasste im ersten Lauf am Sonntagvormittag als Vierter das Podest noch denkbar knapp. Am Nachmittag dann holte er einen mehr als hart erkämpften zweiten Platz. Jähnig debütierte in der Top-Klasse mit zwei Top-Ten-Platzierungen, Finsterbusch sammelte einen sechsten Rang.


Rennen 1: Hobelsberger im Kampf ums Podest

Nach dem Start hatte Hobelsberger etwas den Anschluss zum Spitzentrio aus Ilya Mikhalchik, Florian Alt und Hannes Soomer verloren, war bis etwas über eine Sekunde zurück gefallen. Doch der Bayer gab seiner BMW M 1000 RR zur Rennhalbzeit noch mal richtig die Sporen und schloss nicht nur auf, sondern griff auch in den Kampf ums Podest ein. Zunächst schnappte er sich Alt, dann Soomer. Das Gerangel zwischen diesen Dreien bedeutete aber auch, dass sich Mikhalchik lösen und absetzen konnte. Die Entscheidung über die Plätze zwei bis vier fiel auf der letzten Runde, Hobelsberger musste Lehrgeld zahlen und sich mit vier begnügen. Dies sollte aber für das zweite Rennen die Pole-Position bedeuten. 

Für Finsterbusch ging es nach einigen Kämpfen in der Anfangsphase bis auf Platz fünf nach vorn, doch dann streikte bei ihm die Technik. Ein Relais-Schaden sorgte für einen Totalausfall des Korstitzers.

Rookie Jähnig erkämpfte sich bei seinem IDM-Superbike-Debüt den neunten Rang und damit den Sprung in die TopTen. Der Altenburger zeigte eine mehr als solide Rennpace und konnte sich schon am Start von Rang zwölf auf elf verbessern. 

Patrick "Pax" Hobelsberger
Foto: Jens Hawrda


Rennen 2: Hobelsberger holt Premieren-Podest

Im zweiten Rennen fiel am Start schon eine kleine Vorentscheidung: Mikhalchik stürzte in Kurve eins und konnte nicht weiter fahren. Es entwickelte sich daher ein Spitzen-Trio statt des Quartetts aus Lauf eins: Alt, Hobelsberger und Soomer. Während sich Alt in der Schlussphase wieder etwas absetzen konnte, ging es bei „Pax“ und Soomer auf eine Letzte-Runden-Entscheidung. 

Mehrfach überholten sich die beiden Kontrahenten, dabei kam es auch zu einigen Berührungen. Als Soomer in die Sachsenkurve hinein Platz zwei übernahm, musste Hobelsberger in der Queckenberg-Kurve, der Ziel-Kurve, alles auf eine Karte setzen. Er presste sich innen rein, ging vorbei und sicherte sich als Zweiter sein erstes Podest in der Klasse IDM Superbike. 

Finsterbusch kämpfte in der Verfolgergruppe um Rang fünf, sah sich in harte Kämpfe mit den BMW-Markenkollen Max Schmidt, Balint Kovacs und Philipp Steinmayr verwickelt. Die vier Piloten trennten im Ziel nur etwas unter einer halben Sekunde. Finsterbusch sammelte mit Platz sechs seine ersten Meisterschaftspunkte der Saison 2023. 

Jähnig holte, wie schon in Lauf eins, den neunten Rang und fuhr bei seinem Debüt in der Königsklasse zum zweiten Mal in die TopTen. 

In der Meisterschaft liegt Hobelsberger nach zwei von 14 Läufen auf dem zweiten Rang. Er hat 33 Punkte und zwölf Zähler Rückstand auf Leader Alt. Jähnig hat 14 Punkte gesammelt und ist Neunter, Finsterbusch mit zehn Zählern Elfter.

Stimmen zum Rennwochenende am Sachsenring

Patrick Hobelsberger

"Im ersten Rennen war mein Start super und ich konnte direkt mit Florian Alt und Ilya Mikhalchik mit ziehen, auch Hannes Soomer aus der Supersport-WM mischte bei uns mit. Bis zwei Runden vor Schluss war ich direkt hinter Ilya auf zwei. Leider kam dann etwas Unerwartetes und mein Reifen hatte in diesen letzten beiden Runden extrem viel Spin und ich brachte im vierten Gang keine Leistung mehr auf den Boden. Daher musste ich leider meinen Podestplatz abgeben. Nachdem die ersten Emotionen etwas verflogen waren, war ich dennoch zufrieden. Im zweiten Rennen stand ich durch das Reversed Grid auf der Pole Position. Anhand der Daten von Lauf eins hatten wir an unserer BMW M 1000 RR noch ein paar Dinge verbessern können, damit wir zwei Runden mehr mit dem Reifen schaffen. Ich lag erst in Führung und als Florian Alt vorbei kam, versuchte ich hinter ihm meine Reifen zu schonen. Wir waren eine Dreiergruppe aus ihm, mir und Hannes Soomer. Der hat mehrfach angegriffen, ich konnte aber zwei Mal abwehren. In der letzten Kurve war er vorn, doch ich bin rein gestochen, wir haben uns berührt und ich habe mir den zweiten Platz zurück geholt – endlich ein Podium! 

Die Jungs und Mädels von GERT56 haben unglaublich gut gearbeitet und ich fühlte mich von Anfang an wie zuhause. Eine Weltklasse-Truppe, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Dieses Top-Ergebnis am Sachsenring ist die verdiente Belohnung für das gesamte Team."

Toni Finsterbusch #56 BMW M 1000 RR
Foto: Jens Hawrda


Toni Finsterbusch

"Der Sonntag war jetzt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Trotzdem war ich froh, dass ich nach meinem unverschuldeten Unfall in Schleiz im letzten Jahr endlich mal wieder ein Wochenende abhaken konnte. Ich bin ein wenig enttäuscht, dass ich im ersten Rennen wegen dem berühmten Cent-Artikel nicht ins Ziel kommen konnte. Mein Motorrad ging am Queckenberg einfach aus und sprang nicht mehr an, das war ein kaputtes Relais. Auch im zweiten Lauf sind wir dann nicht ganz ungeschoren davon gekommen. Mit dem sechsten Platz muss ich leben. Der Speed war das ganze Wochenende nicht verkehrt, es fehlt nicht viel nach weiter vorn. Da werden wir uns jetzt Schritt für Schritt wieder ran kämpfen. Für das Team hat es mich auf jeden Fall gefreut, dass J-O gute Ergebnisse eingefahren hat und Pax gleich auf dem Podest stehen konnte. Ich werde versuchen, bei den nächsten Events nach zu ziehen. "

Jan-Ole Jähnig #14 BMW M 1000 RR
Foto: Jens Hawrda
Jan-Ole Jähnig

"Was soll ich sagen – mein erstes IDM Superbike Wochenende und zwei Mal Top-Ten. Das nehme ich mit. Wir stecken uns in meinem Rookie-Jahr ja kleine Ziele – und da hatte ich mir im Qualifying schon vorgenommen, ‚wenigstens‘ unter 1:26 Minuten zu kommen. Mit 1:25,0 war ich dann mehr als happy – und ich glaube das ganze Team auch, so wie sie applaudiert haben, als ich zurück an die Box kam. Meine beiden Rennen würde ich als solide, aber einsam bezeichnen. Ich fuhr weite Strecken über alleine, konnte aber konstant viele 25er Zeiten fahren. Zwei Mal Platz neun würde ich als gelungenen Einstand auf der Tausender bezeichnen."