Dienstag, 16. Mai 2023

Beim Saisonauftakt der IDM erster Podestplatz für GERT56

Patrick „Pax“ Hobelsberger als Zweiter auf dem Podest

Patrick Hobelsberger holt Podestplatz für GERT56
Foto: Jens Hawrda

Beim Saisonauftakt der IDM Superbike auf dem Sachsenring wurden 15.000 Zuschauer Zeuge eines wie entfesselt fahrenden 1000er-Rookies Patrick „Pax“ Hobelsberger. Der Klassen-Neuling und ehemalige Supersport 600 Meister verpasste im ersten Lauf am Sonntagvormittag als Vierter das Podest noch denkbar knapp. Am Nachmittag dann holte er einen mehr als hart erkämpften zweiten Platz. Jähnig debütierte in der Top-Klasse mit zwei Top-Ten-Platzierungen, Finsterbusch sammelte einen sechsten Rang.


Rennen 1: Hobelsberger im Kampf ums Podest

Nach dem Start hatte Hobelsberger etwas den Anschluss zum Spitzentrio aus Ilya Mikhalchik, Florian Alt und Hannes Soomer verloren, war bis etwas über eine Sekunde zurück gefallen. Doch der Bayer gab seiner BMW M 1000 RR zur Rennhalbzeit noch mal richtig die Sporen und schloss nicht nur auf, sondern griff auch in den Kampf ums Podest ein. Zunächst schnappte er sich Alt, dann Soomer. Das Gerangel zwischen diesen Dreien bedeutete aber auch, dass sich Mikhalchik lösen und absetzen konnte. Die Entscheidung über die Plätze zwei bis vier fiel auf der letzten Runde, Hobelsberger musste Lehrgeld zahlen und sich mit vier begnügen. Dies sollte aber für das zweite Rennen die Pole-Position bedeuten. 

Für Finsterbusch ging es nach einigen Kämpfen in der Anfangsphase bis auf Platz fünf nach vorn, doch dann streikte bei ihm die Technik. Ein Relais-Schaden sorgte für einen Totalausfall des Korstitzers.

Rookie Jähnig erkämpfte sich bei seinem IDM-Superbike-Debüt den neunten Rang und damit den Sprung in die TopTen. Der Altenburger zeigte eine mehr als solide Rennpace und konnte sich schon am Start von Rang zwölf auf elf verbessern. 

Patrick "Pax" Hobelsberger
Foto: Jens Hawrda


Rennen 2: Hobelsberger holt Premieren-Podest

Im zweiten Rennen fiel am Start schon eine kleine Vorentscheidung: Mikhalchik stürzte in Kurve eins und konnte nicht weiter fahren. Es entwickelte sich daher ein Spitzen-Trio statt des Quartetts aus Lauf eins: Alt, Hobelsberger und Soomer. Während sich Alt in der Schlussphase wieder etwas absetzen konnte, ging es bei „Pax“ und Soomer auf eine Letzte-Runden-Entscheidung. 

Mehrfach überholten sich die beiden Kontrahenten, dabei kam es auch zu einigen Berührungen. Als Soomer in die Sachsenkurve hinein Platz zwei übernahm, musste Hobelsberger in der Queckenberg-Kurve, der Ziel-Kurve, alles auf eine Karte setzen. Er presste sich innen rein, ging vorbei und sicherte sich als Zweiter sein erstes Podest in der Klasse IDM Superbike. 

Finsterbusch kämpfte in der Verfolgergruppe um Rang fünf, sah sich in harte Kämpfe mit den BMW-Markenkollen Max Schmidt, Balint Kovacs und Philipp Steinmayr verwickelt. Die vier Piloten trennten im Ziel nur etwas unter einer halben Sekunde. Finsterbusch sammelte mit Platz sechs seine ersten Meisterschaftspunkte der Saison 2023. 

Jähnig holte, wie schon in Lauf eins, den neunten Rang und fuhr bei seinem Debüt in der Königsklasse zum zweiten Mal in die TopTen. 

In der Meisterschaft liegt Hobelsberger nach zwei von 14 Läufen auf dem zweiten Rang. Er hat 33 Punkte und zwölf Zähler Rückstand auf Leader Alt. Jähnig hat 14 Punkte gesammelt und ist Neunter, Finsterbusch mit zehn Zählern Elfter.

Stimmen zum Rennwochenende am Sachsenring

Patrick Hobelsberger

"Im ersten Rennen war mein Start super und ich konnte direkt mit Florian Alt und Ilya Mikhalchik mit ziehen, auch Hannes Soomer aus der Supersport-WM mischte bei uns mit. Bis zwei Runden vor Schluss war ich direkt hinter Ilya auf zwei. Leider kam dann etwas Unerwartetes und mein Reifen hatte in diesen letzten beiden Runden extrem viel Spin und ich brachte im vierten Gang keine Leistung mehr auf den Boden. Daher musste ich leider meinen Podestplatz abgeben. Nachdem die ersten Emotionen etwas verflogen waren, war ich dennoch zufrieden. Im zweiten Rennen stand ich durch das Reversed Grid auf der Pole Position. Anhand der Daten von Lauf eins hatten wir an unserer BMW M 1000 RR noch ein paar Dinge verbessern können, damit wir zwei Runden mehr mit dem Reifen schaffen. Ich lag erst in Führung und als Florian Alt vorbei kam, versuchte ich hinter ihm meine Reifen zu schonen. Wir waren eine Dreiergruppe aus ihm, mir und Hannes Soomer. Der hat mehrfach angegriffen, ich konnte aber zwei Mal abwehren. In der letzten Kurve war er vorn, doch ich bin rein gestochen, wir haben uns berührt und ich habe mir den zweiten Platz zurück geholt – endlich ein Podium! 

Die Jungs und Mädels von GERT56 haben unglaublich gut gearbeitet und ich fühlte mich von Anfang an wie zuhause. Eine Weltklasse-Truppe, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Dieses Top-Ergebnis am Sachsenring ist die verdiente Belohnung für das gesamte Team."

Toni Finsterbusch #56 BMW M 1000 RR
Foto: Jens Hawrda


Toni Finsterbusch

"Der Sonntag war jetzt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Trotzdem war ich froh, dass ich nach meinem unverschuldeten Unfall in Schleiz im letzten Jahr endlich mal wieder ein Wochenende abhaken konnte. Ich bin ein wenig enttäuscht, dass ich im ersten Rennen wegen dem berühmten Cent-Artikel nicht ins Ziel kommen konnte. Mein Motorrad ging am Queckenberg einfach aus und sprang nicht mehr an, das war ein kaputtes Relais. Auch im zweiten Lauf sind wir dann nicht ganz ungeschoren davon gekommen. Mit dem sechsten Platz muss ich leben. Der Speed war das ganze Wochenende nicht verkehrt, es fehlt nicht viel nach weiter vorn. Da werden wir uns jetzt Schritt für Schritt wieder ran kämpfen. Für das Team hat es mich auf jeden Fall gefreut, dass J-O gute Ergebnisse eingefahren hat und Pax gleich auf dem Podest stehen konnte. Ich werde versuchen, bei den nächsten Events nach zu ziehen. "

Jan-Ole Jähnig #14 BMW M 1000 RR
Foto: Jens Hawrda
Jan-Ole Jähnig

"Was soll ich sagen – mein erstes IDM Superbike Wochenende und zwei Mal Top-Ten. Das nehme ich mit. Wir stecken uns in meinem Rookie-Jahr ja kleine Ziele – und da hatte ich mir im Qualifying schon vorgenommen, ‚wenigstens‘ unter 1:26 Minuten zu kommen. Mit 1:25,0 war ich dann mehr als happy – und ich glaube das ganze Team auch, so wie sie applaudiert haben, als ich zurück an die Box kam. Meine beiden Rennen würde ich als solide, aber einsam bezeichnen. Ich fuhr weite Strecken über alleine, konnte aber konstant viele 25er Zeiten fahren. Zwei Mal Platz neun würde ich als gelungenen Einstand auf der Tausender bezeichnen."


IDM Superbike Sachsenring

Turbulentere Auftakt für das deutsch-belgische Team BCC-alpha-Van Zon-BMW

Erstes Rennen - Erster Sieg für Ilya Mikhalchik
Foto: Jens Hawrda


Das lange Warten hatte am vergangenen Wochenende endlich ein Ende. Auf dem Sachsenring, wo sich in vier Wochen Marquez und Co beim deutschen Grand Prix wieder ein Stelldichein geben, legten die Piloten der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft mit ihrer Saison 2023 los. Mit am Start in der IDM Superbike auch das deutsch-belgische Team BCC-alpha-Van Zon-BMW von Andy Gerlich und Werner Daemen. Alle fünf Piloten der BMW M1000RR waren gut vorbereitet auf die neue Punktejagd gegangen. Mit Ilya Mikhalchik aus der Ukraine, Kamil Krzemien aus Polen, Bálint Kovács aus Ungarn, Philipp Steinmayr aus Österreich und Max Schmidt aus Deutschland war das Meisterteam am Sachsenring in voller Mannschaftsstärke vertreten.

Ilya Mikhalchik hatte seine bewährte Startnummer 37 gegen die 17 getauscht. «Ich bin ein anderer Ilya geworden», beschreibt der Ukrainer, der aktuell mit seiner Lebensgefährtin seine Zelte in Polen aufgeschlagen hat, seine persönliche Wandlung. «Die 17 ist mein Geburtstag. Die anderen Dinge sind alles Vergangenheit.» Vergangenheit sind auch seine Erinnerungen an den Sachsenring 2020, wo er sich tapfer, aber nach einem Abflug mit einigen Schmerzen, mit dem späteren Meister Jonas Folger duelliert hatte. Eine Lieblingsstrecke wird die Berg- und Talbahn für den dreifachen IDM-Champion dennoch nicht. Auch sein Startplatz 3 in der ersten Reihe war sicherlich nicht ganz nach dem Geschmack des IDM-Rückkehrers.

Doch Mikhalchik ist nicht gerade bekannt dafür, sich von solchen Dingen aus dem Konzept bringen zu lassen. So absolvierte er beim ersten Rennen einen perfekten Start, legte ein flottes Tempo vor, wählte den Weg außen herum und setzte sich bereits beim Einbiegen in die erste Kurve an die Spitze des Feldes. Auch wenn seine Verfolger ordentlich Druck machten, konnte der Ukrainer in den letzten Runden noch mal nachlegen und seinen Vorsprung auf über drei Sekunden ausbauen. Start-Ziel-Sieg hieß am Ende das perfekte Resultat. «Es war ein wirklich nettes Rennen», urteilte Mikhalchik anschließend. «Im Qualifying hatte ich nicht meine schnellste Runde hingelegt und mich auf meine Race-Pace fokussiert. Im Rennen habe ich den Druck von hinten gespürt und habe mich vor allem auf die letzten Runden konzentriert und einfach meinen Job gemacht.» Seinen Job hätte der BMW-Pilot nur allzu gerne auch im zweiten Rennen gemacht. Auf Grund der in der IDM angewandten umgekehrten Reihenfolge musste Mikhalchik von Platz 9 los. Um seine Podest-Chancen zu wahren, suchte er nach einem guten Start erneut den Weg über die Außenbahn. Doch sein Mut wurde nicht belohnt. Über das Vorderrad rutschte er aus dem Rennen ins Kiesbett – sein Lauf war zu Ende bevor es richtig angefangen hatte. Das Ziel, seinen vierten Meistertitel zu holen, bleibt. Jetzt eben als Jäger und nicht als Gejagter.


Kamil Krzemien # 7, BMW M 1000 RR
Foto: Jens Hawrda


Kamil Krzemien war nach einer erfolgreichen Saison 2022, die er beim Finale in Hockenheim mit seinem ersten IDM-Podestplatz gekrönt hatte, mit gedämpften Erwartungen an den Sachsenring gereist. Der junge Pole hatte keine ganz reibungslosen Trainingstage und scheute sich nicht, seinen 22. Startplatz zu erklären: «Ich bin vor dem Freien Training am Freitag noch nie auf dem Sachsenring gefahren. Die Strecke ist nicht leicht zu lernen. Es geht ewig linksherum, dazu gibt es viele blinde Ecken. Schade auch, dass mir durch den Regen das dritte Training verloren ging. Aber ich muss mal meine Daten checken, denn der Abstand nach vorne ist mir zu groß.»

Der BMW-Pilot brütete entsprechend intensiv mit den Technikern über seinen Aufzeichnungen und mit zwei zehnten Plätzen am Sonntag wurden seine Mühen belohnt. Auch wenn Krzemiens Punkte-Hunger nicht wirklich gestillt wurde. «Nach der Start-Position wusste ich, dass es nicht meine beste Platzierung werden würde. Ich hatte im Vorfeld keinen Master-Plan. Spaß haben und Punkte holen war angesagt – und das hat geklappt. Es war uns vorher klar, dass es auf der für mich unbekannten Strecke nicht gerade mein bestes Wochenende werden würde.» Nach den beiden Rennen ging es für Krzemien auf direktem Weg nach Oschersleben. Dort wurde der Pole für ein privates Coaching gebucht. Mit im Gepäck auch seine privates Test-Motorrad. «Wenn das Wetter passt, fahre ich Ende der Woche noch ein paar Runden zur Vorbereitung auf den nächsten IDM-Lauf.» Die Wettervorhersagen für die Gegend rund um Oschersleben sieht aktuell gut aus.

Bálint Kovács ist einer der Neuzugänge im Team, welches im Vorjahr mit Markus Reiterberger dessen vierten IDM Superbike-Titel geholt hatte. «Ich war zuletzt vor sieben Jahren mit einer 300er hier auf der Strecke», erinnert sich er Ungar. «Mit einem Superbike ist das jetzt schon eine ganze andere Hausnummer. Obwohl ich allerdings zugeben muss, dass mir Stop-und-Go-Strecken mehr liegen.»

Davon merkte man bei den beiden Rennen, das erste ging für Kovács von Startplatz 11 los, nicht viel. Am Ende glänzte der Nachwuchspilot mit den Plätzen 6 und 7 im Ziel. «Hätte mir das vorher jemand gesagt», so ein von sich selbst überraschter Ungar, «ich hätte es nicht geglaubt. Aber ich bin happy und die Rennen haben echt Spaß gemacht. Ich konnte mehr Meter auf dem Sachsenring machen und verstehe auch das Motorrad besser und da wurde es für mich leichter.» In den Rennen hatte er es im Kampf um die begehrten Punkte vor allem mit seinen Teamkollegen Max Schmidt und Philipp Steinmayr zu tun. «Das hat gut geklappt», versichert Kovács, «in der Box stimmt es zwischen uns und auf der Strecke versucht natürlich jeder sein eigenes Ding zu machen. Aber es ging jederzeit fair zu.» Vor dem nächsten Rennen in der Motorsport Arena Oschersleben geht die Reise des Ungarn noch an den Slovakiaring, wo er sich für die Teilnahme an der Alpe Adria-Meisterschaft angemeldet hat.

Philipp Steinmayr feierte auf dem Sachsenring zwar nicht seine Superbike-Premiere, doch der Österreicher war erstmals auf einer BMW in Deutschlands höchstem Motorradsport-Prädikat am Start. Hatte er am Freitag noch eine weiße Weste behalten, rumpelte er in der Anfangsphase des ersten Qualifyings kurz durchs Kiesbett, überstand den außerplanmäßigen Ausflug aber schadlos. Am Ende schaffte er den Sprung in die Top Ten und sicherte sich Startplatz 9. «Mein Start war zwei Mal nicht berauschend», gab er nach den Plätzen 7 und 8 in den Rennen zu. «Leider. Das lag an mir, da muss ich einfach noch mehr Gefühl bekommen. Aber ich bin noch ganz gut weggekommen.» Im Rennen bekam er es vor allem mit Teamkollege Bálint Kovács zu tun. «Er ist gut gefahren», so der Österreicher, «ein wenig hat er mich aufgehalten, aber ich kam einfach nicht vorbei. Er hat die letzte Runde echt gut abgedeckt.»

Der Einstieg ins zweite Rennen und auch die ersten Runden gelangen Steinmayr nach eigener Aussage gut. «Als dann Vladimir Leonov direkt vor mir stürzte», schildert er, «hat mich das ein wenig aufgehalten, da ich nicht wusste, wo er jetzt hinstürzt und er auf der Strecke rumkullerte. Da habe ich Zeit verloren. Für mich fingen dann ein wenig die Probleme mit dem Vorderrad an. Es hat ziemlich drübergeschoben und war nicht einfach zu fahren.» Am Ende musste sich Steinmayr noch seinen Teamkollegen Kovács und Max Schmidt geschlagen geben. «Es war für mich natürlich enttäuschend», gibt er zu, «am Ende da noch durchgereicht zu werden. Platz 5 wäre drinnen gewesen. Aber es war trotzdem ein tolles Wochenende. Das Motorrad macht Spaß, das Team arbeitet perfekt. Das macht Laune. Beim nächsten Mal wird es besser. Hier war die Strecke neu und das Motorrad kenn ich auch noch nicht gut. Ich hoffe, in Oschersleben nochmal einen Schritt zu machen.»

Max Schmidt, ebenfalls neu im Team und neu bei BMW, ist mit 20 Jahren das Küken der Truppe, was ihn nicht von flotten Rundenzeiten abhielt. «Ich war vor sechs Jahren mit dem ADAC Junior Cup hier», erinnert er sich. «Stark bremsen konnte man mit dem Motorrad damals auch, aber die Beschleunigung mit einem Superbike ist schon ein Wahnsinns-Unterschied. Da es hier fast immer linksherum geht, ist es gar nicht so einfach, ein gutes Set up zu finden. Man muss auf jeden Fall das Reifen-Management gut im Auge behalten.» Der 20-Jährige überzeugte dann mit Startplatz 10.

Nach Platz 8 im ersten Rennen bot Schmidt vor allem in der Schlussphase des zweiten Rennens eine überaus ansprechende Performance und durfte sich verdientermaßen für Platz 5 feiern lassen. «Mit dem ersten Rennen war ich nicht ganz zufrieden», gab er anschließend zu. Der Grund: Die Teamkollegen Bálint Kovács und Philipp Steinmayr waren vor dem Wuppertaler ins Ziel gekommen. «Ich war nur ein, zwei Zehntel langsamer. Wäre ich von Anfang an dabei gewesen, hätte ich mit ihnen kämpfen können.» Dank Platz 8 durfte Schmidt dann wegen des Reverse Grid im zweiten Rennen von Platz 5 losdüsen. «Wirklich viel hat mir der Platz aber nicht gebracht», beschreibt er, «ich habe ziemlich viel verloren. Dann war eine Dreier-Gruppe vor mir und der Abstand blieb gleich. Aber ich habe schnell gemerkt, dass es bei mir gut läuft, der Reifen nicht so stark abbaute und ich gut mit der Elektronik arbeiten konnte. Beim Kurvenausgang hatte ich einen guten Speed und auf der Bremse klappt es bei mir eh gut.» Als Schmidt an der Gruppe dran war, bremste er sich in Kurve 1 vorbei. Ein Konter der Konkurrenz mit seinen Teamkollegen Bálint Kovács und Philipp Steinmayr blieb aus. «In der letzten Runde hatte Toni Finsterbusch vor mir Probleme beim Schalten und war ein leichtes Opfer», so Schmidt. «Mit Platz 5 war ich echt happy, auch Werner war mit der Leistung glaub ich ganz zufrieden.»


IDM Saisonauftakt am Sachsenring

Foto: Jens Hawrda

Bei weitgehend schönem Wetter konnten am vergangenen Wochenende 15.000 Fans das PS-Spektakel im Motorradmekka in Hohenstein Ernstthal verfolgen.

In der Deutschlands höchster Motorradklasse, der IDM Superbike, wurde Ilya Mikhalchik der erste Laufsieger des Jahres. Der Ukrainer vom Team (BCC-ALPHA-VAN ZON-BMW) holte sich auf dem Sachsenring einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg. Zweiter wurde Florian Alt (HRP-Honda-Team) nach einer gigantischen Vorstellung im Qualifying. Platz drei ging an den Klassen-Rookie Hannes Soomer (Enos Motorsport) aus Estland.

Die Show der Superbiker war beeindruckend. Alt war in der Qualifikation bis auf knapp zwei Sekunden an die Zeiten, die in der MotoGP gefahren werden, herangekommen. „Ich hätte selbst nicht gedacht, dass wir so schnell sind“, staunte Alt nicht schlecht, als er die Pole Position geholt hatte.

Im zweiten Lauf präsentierte ihm Mikhalchik eine Steilvorlage für den Sieg. Er war in der ersten Kurve von der Strecke gerutscht und konnte nichts mehr ausrichten. Der 26-Jährige Alt dominierte über die ganze Renndistanz ohne unter Druck zu geraten. Alt hat nach 18 Runden geschafft, was das Sehnen und Hoffen von Honda war: Er gewann einen IDM Superbike Lauf – und das mit 3,185 Sekunden Vorsprung vor dem extrem starken Rookie Patrick „Pax“ Hobelsberger (GERT56). Und auch Hannes Soomer kam mit seiner Honda wieder aufs Podest. Für Honda war das Wochenende ein Befreiungsschlag. Florian Alt führt aktuell auch die Gesamtwertung an.


IDM Superbike Ergebnis Rennen 1

1. Ilya Mikhalchik (BMW)
2. Florian Alt (Honda)
3. Hannes Soomer (Honda)
6. Balint Kovacs (BMW)
7. Philipp Steinmayr (BMW)
8. Max Schmidt (BMW)
10. Kamil Krzemien (BMW)

IDM Superbike Ergebnis Rennen 2

1. Florian Alt (Honda)
2. Patrick Hobelsberger (BMW)
3. Hannes Soomer (Honda)
5. Max Schmidt (BMW)
7. Balint Kovacs (BMW)
8. Philipp Steinmayr (BMW)
10. Kamil Krzemien (BMW)
DNF Ilya Mikhalchik (BMW)

IDM Superbike Punktestand nach 2 von 14 Rennen

1. 45 Punkte Florian Alt (Honda)
2. 33 Punkte Patrick Hobelsberger (BMW)
3. 32 Punkte Hannes Soomer (Honda)
4. 25 Punkte Ilya Mikhalchik (BMW)
6. 19 Punkte Max Schmidt (BMW)
7. 19 Punkte Balint Kovacs (BMW)
8. 17 Punkte Philipp Steinmayr (BMW)
10. 12 Punkte Kamil Krzemien (BMW)

Donnerstag, 11. Mai 2023

Mercedes-AMG und Porsche bei Testfahrten der ADAC GT4 Germany an der Spitze

  • Mercedes-AMG-Pilot Denis Bulatov mit absoluter Bestzeit
  • Mit Nicolaj Møller Madsen der Champion von 2020 auf Platz zwei
  • Alle fünf Marken im Feld dicht beieinander

Schnellster beim Test in Oschersleben: Denis Bulatov im Mercedes-AMG GT4
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany ist bereit für die Saison 2023. Die Serie absolvierte am Dienstag und Mittwoch in der Motorsport Arena Oschersleben die offiziellen Testtage mit über acht Stunden an Streckenzeit und 14 teilnehmenden Teams. Mercedes-AMG und Porsche belegten die ersten fünf Plätze auf dem Zeitentableau und hinterließen somit den besten Eindruck im Hinblick auf den Saisonstart an gleicher Stelle vom 26. bis 28. Mai im Rahmenprogramm der DTM. Dennoch ist das Feld eng beisammen. Auch die Fahrzeuge von Aston Martin, BMW und Toyota erreichten Top-Zeiten. Eintrittskarten für die DTM und die ADAC GT4 Germany gibt es online unter dtm.com bereits ab 39 Euro. ADAC Mitglieder sparen im Online-Vorverkauf zehn Prozent.

Die absolut schnellste Runde wurde am Mittwochvormittag gedreht. Denis Bulatov (24/Köln, BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport) kam im Mercedes-AMG GT4 auf 1:30,162 Minuten. „Es ist natürlich super, die Testtage der ADAC GT4 Germany an der Spitze zu beenden. Wir hatten eine Qualifikationssimulation durchgeführt und dafür frische Reifen montiert. Das hat offensichtlich gut funktioniert“, strahlte Bulatov, der sich das Fahrzeug mit Marcel Lenerz (25/Ludwigsau) teilt. „Wir haben über die Testtage einige Dinge am Auto ausprobiert und sind in einer sehr guten Form. Beim Saisonstart wollen wir mit um die Plätze auf dem Podium kämpfen. Es wird jedoch nicht einfach, denn die Konkurrenz ist dieses Jahr ist richtig stark.“

Rang zwei der Testfahrten sicherte mit 1:30,274 Minuten der Champion von 2020 Nicolaj Møller Madsen (30/DNK), der im Porsche 718 Cayman GT4 vom Neueinsteiger-Team und Wimmer Werk Motorsport gemeinsam mit Eric Scalvini (28/ITA) startet. „Ich war ein wenig überrascht über Platz zwei, denn in meiner schnellsten Runden hatte ich nicht den Peak der Reifen. Das Auto fühlt sich aber grandios an, wir arbeiten als Team extrem gut zusammen. Über die Testtage haben wir einige unterschiedliche Set-up-Varianten ausprobiert“, erläutert Møller Madsen. „Ich liebe es in der ADAC GT4 Germany zu fahren, denn aufgrund der Wettbewerbssituation ist es für mich die beste GT4-Serie der Welt. Es gibt hier so viele richtig schnelle Autos. Ich freue mich nun auf die Saison. Das Ziel ist ganz klar der Titel.“

Direkt dahinter folgte ein weiterer Porsche auf Rang drei. Jannes Fittje (23/Langenhain), der gemeinsam mit David Jahn (32/Leipzig, beide AVIA W&S Motorsport) fährt, erzielte eine Zeit von 1:30,333 Min. „David hatte im Winter die Idee, 2023 gemeinsam in der ADAC GT4 Germany zu fahren. Ich fand den Vorschlag super, denn die Rennen 2022 waren äußerst spannend“, blickt Fittje zurück. „Jetzt gleich vorne mit dabei zu sein, freut uns sehr. Wir wussten schon im Vorfeld, dass wir ein starkes Paket haben würden und konnten dies während der Testtage nun auch umsetzen. Wir fühlen uns im Team und der Serie wohl. Jetzt gehen wir in die Analyse und schauen, wo wir uns noch verbessern können. Wir sind angetreten, um die Meisterschaft zu gewinnen.“

Die besten drei Rundenzeiten wurden allesamt in der vierten von sechs Sessions am Mittwochvormittag gefahren. Danach begann es in Oschersleben zu regnen, sodass in der fünften Test-Sitzung keine Zeitverbesserungen möglich waren. Die anwendenden Teams nutzten jedoch die Gelegenheit, um ihre Rennwagen für nasse Streckenbedingungen abzustimmen. Auch die letzte Session am Mittwochabend brachte an der Spitze keine Verschiebungen mehr.

Die viertschnellste Testzeit ging mit 1:30,433 Minuten an den Mercedes-AMG GT4 von Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group). Die Zeit wurde in Session zwei am Dienstag erreicht. Die Top Fünf der Testtage in Oschersleben komplettierte der Porsche von Max Kronberg (36/Berlin) und Hendrik Still (35/Kempenich, beide AVIA W&S Motorsport). Der schnellste BMW war der M4 GT4 von Matias Nuoramo (18/FIN) und Nikolas Pirttilahti (19/FIN, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) mit 1:30,620 Minuten. Die Aston Martin Vantage GT4-Bestzeit ging mit 1:30,644 Minuten an Ben Dörr (18/Butzbach) und Théo Nouet (20/FRA, beide Dörr Motorsport). Der Toyota GR Supra GT4 von Robin Falkenbach (21/Niederkassel) und Cedric Piro (25/Heusweiler, beide Piro Sports) erzielte eine Bestzeit von 1:30,853 Minuten.

Mit Celia Martin (23/FRA), Fabienne Wohlwend (25/LIE) und Jessica Bäckman (25/SWE, alle Prosport Racing) sind 2023 auch drei Damen in der ADAC GT4 Germany am Start. Am schnellsten während der Testtage war die ehemalige ADAC TCR Germany-Pilotin Bäckman mit einer Zeit von 1:31,661 Minuten. „Ich muss mich natürlich noch an das GT4-Auto gewöhnen. Denn der Fahrstil ist komplett anders“, vergleicht die Schwedin. „Ich mag aber die Strecke in Oschersleben, da ich hier letztes Jahr im Tourenwagen gewonnen habe. Insgesamt bin ich mit den Testtagen zufrieden. Im Laufe der Saison möchte ich mich stetig verbessern und zum Ende hin auch um die vorderen Plätze und das Podium kämpfen.“

Die Top Fünf der Testtage von Oschersleben

1. D. Bulatov/M. Lenerz, BCMC Motorsp. pow. by EastSide Motor., Mercedes-AMG GT4, 

2. N. Møller Madsen/E. Scalvini, Wimmer Werk, Porsche 718 Cayman GT4, 

3. D. Jahn/J. Fittje, AVIA W&S Motorsport, Porsche 718 Cayman GT4, 

4. J.P. Springob/Simon Primm, CV Performance Group, Mercedes-AMG GT4, 

5. M. Kronberg/H. Still, AVIA W&S Motorsport, Porsche 718 Cayman GT4.

ADAC GT4 Germany geht mit starkem Feld in die fünfte Saison

  • Vier Champions und drei Damen unter den 58 Piloten
  • SPORT1 überträgt die ADAC GT4 Germany live im Free-TV
  • Initiative für mehr Nachhaltigkeit wird 2023 konsequent fortgesetzt

Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany ist startklar für die fünfte Saison: Die Sportwagenserie des ADAC tritt erstmals im Rahmen der DTM zu sechs Events an. Beim offiziellen Vorsaisontest am 9. und 10. Mai bereiten sich die 14 Teams mit Fahrzeugen von Aston Martin, BMW, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota fünf Marken auf den Saisonstart vom 26. bis 28. Mai in Oschersleben vor. Insgesamt 29 Fahrzeuge starten in die Saison 2023, bei ausgewählten Rennen wird das Feld zudem durch attraktive Gaststarter ergänzt. Eintrittskarten für die DTM und die ADAC GT4 Germany gibt es online unter dtm.com bereits ab 39 Euro. ADAC Mitglieder sparen im Online-Vorverkauf zehn Prozent.

In der Saison 2023 ist die ADAC GT4 Germany bei einem neuem TV-Partner zu sehen. SPORT1 überträgt die Rennen live im Free-TV. Alle Rennen werden zudem im kostenlosen Livestream auf sport1.de, ServusTV On, adac.de/motorsport und dem neuen ADAC Motorsport-Kanal youtube.com/adacmotorsports gezeigt. In der ADAC GT4 Germany setzt der ADAC auch 2023 seine im vergangenen Jahr gestartete Initiative für mehr Nachhaltigkeit im Motorsport konsequent fort. Im zweiten Jahr in Folge wird der exklusiv von Shell entwickelte Kraftstoff Blue Gasoline 98 GT Masters eingesetzt, der zu rund 50 Prozent aus erneuerbaren Komponenten besteht und einen bedeutenden Anteil zur CO2-Reduktion leistet.

Mit der prestigeträchtigen Startnummer 1 gehen die amtierenden Champions Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) in die neue Saison. Im Aston Martin Vantage GT4 wollen sie versuchen, der erste Titelverteidiger der ADAC GT4 Germany zu werden. Ihr Rennstall Prosport Racing bietet 2023 insgesamt vier Fahrzeuge auf – so viele wie kein anderes Team und setzt mit Celia Martin (23/FRA), Fabienne Wohlwend (25/LIE) und Jessica Bäckman (25/SWE) auch auf Frauen-Power. Titelambitionen haben auch Ben Dörr (18/Butzbach) und Théo Nouet (20/FRA, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren Aston Martin. Beide wurden in der Vergangenheit bereits Vize-Champion.

Zahlenmäßig am stärksten vertreten in der ADAC GT4 Germany ist wie 2021 und 2022 auch dieses Jahr wieder Porsche. Insgesamt neun 718 Cayman GT4 RS CS wurden eingeschrieben. Neuzugang ist der ehemalige ADAC TCR Germany Rennstall Wimmer Werk Motorsport mit zwei Fahrzeugen. Hier bilden der Champion von 2020 Nicolaj Møller Madsen (30/DNK) und Eric Scalvini (28/ITA, beide Wimmer Werk Motorsport) ein schlagkräftiges Duo. AVIA W&S Motorsport bietet drei Exemplare auf – unter anderem für die früheren ADAC GT Masters-Piloten David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (23/Langenhain). Allied-Racing und Overdrive Racing treten mit jeweils zwei Porsche an.

Das Debüt in der ADAC GT4 Germany gibt 2023 der neue BMW M4 GT4 auf Basis des G82. Gleich drei Neueinsteiger-Teams setzen auf das Modell aus München. Das sind Walkenhorst Motorsport, Project 1 und FK Performance Motorsport, die jeweils zwei Exemplare an den Start rollen. Auch Hofor Racing by Bonk Motorsport setzt zwei BMW ein - in einem sitzt mit Gabriele Piana (36/ITA) der Champion der Saison 2021.

Sechs Mercedes-AMG GT4 werden 2023 in der ADAC GT4 Germany antreten. Neu mit dabei ist das ehemalige DTM-Team BWT Mücke Motorsport mit zwei Fahrzeugen, die von vier schnellen Junioren pilotiert werden. EastSide Motorsport verdoppelt sein Aufgebot auf zwei Mercedes-AMG. Die CV Performance Group bringt wie 2022 wieder zwei Fahrzeuge mit dem Stern im Kühlergrill an den Start. Für Power aus Fernost sorgt der Toyota GR Supra GT4 von Robin Falkenbach (21/Niederkassel) und Cedric Piro (25/Heusweiler, beide Piro Sports).